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Das verlassene Paradies.

hinein vorhanden gewesen sein müssen. Edelmetall« gegenstände würben nur in verborgener Lage bei ganz wenigen Leichen entdeckt. Dagegen fanden sich viele Leichen mit Goldzähnen ich Gebiß. Polnische Banknoten wurden in größerem Umfange vorge- funden, in nicht seltenen Fällen auch Wechselgeld. Ferner fanden sich polnische Zigaretten- und Streich­holzschachteln bei den Toten, in einigen Fällen auch Tabakdosen und Zigarettenspitzen mit der Gravie­rungKocielsk" (Name des letzten Gefangenen­lagers der meisten Ermordeten). Die bei den Lei­chen vörgefundenen Dokumente (Tagebücher, Brief­schaften, Zeitungen) stammen aus der Zeit vom Herbst 1939 bis März und April 1940. Das letzte bisher festgestellte Datum ist das einer russisches Zeitung vom 22. April 1940.

Es finden sich verschiedene Grade und Formen der Verwesung, die durch die Lagerung der Leichen innerhalb der Grube und zueinander bedingt, sind. Neben Mumifizierung an der Oberfläche und an den Rändern der Leichenmasse findet sich feuchte Mazeration in den mittleren Teilen der Leichen­masse. Die Verklebung und Verlötung der benach­barten Leichen durch eingedickte Leichensäfte ins­besondere die durch die Pressung bedingten korre­spondierenden Deformationen weisen entschieden auf primäre Lagerung hin.

Es fehlen gänzlich an den Leichen Insekten und Insektenreste, die aus der Zeit der Einscharrung stammen könnten. Hieraus ergibt sich, daß die Er­schießung und die Einscharrung in einer kalten, insektenfreien Jahreszeit geschehen sein müssen.

Eine größere Reihe von Schädeln wurde auf

Berlin, 3. Mai. (DNB.) Anläßlich des 10. Jah­restages der Gründung der DAF. hatte Reichs- organisattonsleiter Dr. Ley am Montag zu einem Reichsappell der DAF. aufgerufen, der über den Rundfunk in sämtliche Betriebe des Reiches übertragen wurde. Eine besondere Note erhielt der Appell durch die Teilnahme von Delegationen aller europäischen Länder, die Arbeiter zum Einsatz nach Deutschland geschickt haben. Außer 6000 Gefolg­schaftsmitgliedern des Werkes waren über 1000 Ver­treter von 19 Staaten anwesend, um die Kampf­parole gegen den bolschewistischen Weltfeind ent­gegenzunehmen.

Beichsorganisationsleiter Or. Ley sagte in seiner Rede u. a.: Vor nunmehr zehn Jahren übernahm ich auf Befehl des Führers die klassen­kämpferischen Instrumente der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände gleich­geschaltet. Damit war dem Marxismus eine der Hauptwaffen aus der Hand geschlagen. Der Arbeiter sowie der Unternehmer wurden von Fesseln befreit, die sie jahrzehntelang im Klassenkampf gemeinsam gegeneinander verhaftet hatten: Keiner hatte da­von Vorteile, und alle, sowohl Arbeiter als auch Unternehmer, litten unsagbar unter diesem inneren Zwiespalt. Nur eihen gab es, der als lachender ..Dritter diesem Wahnsinn zusah, das Feuer immer wieder schürte und von der Unvernunft der deutschen Menschen lebte, der I u d e. Juda und seine Helfers­helfer sind die Väter des Klassenkampfgedackkens. Ihre Parole heißt: Teile und herrsche, um selbst als minderwertige Minderheit über die sich streiten­den Jnteressentenhaufen herrschen zu können. Des­halb ist der Jude auch der unversöhnliche Gegner alles Nationalen, weil er den nationalen Zusammen­schluß der Völker nicht gebrauchen kann. Juda braucht, um über die Völker herrschen zu können, die innere Zersetzung, um auf den Trümmern der Völker feine Weltherrschaft aufbauen zu können.

Deshalb gilt der Kampf aller nationalen Völker dem einzigen Weltfeind Juda, und jeder Wensch, der das Leben bejaht, muß den Kampf gegen den Zersetzer der Menschheit aufnehmen. Der Jude ist das Ferment der Dekomposition!" Dieses Wort galt gestern, gilt heute und wird in alle Zukunft gelten. Der nationale Mensch, ganz gleich welcher Nation er angehört, der Mensch Der Arbeit, der Mensch der Ordnung und der Mensch der Le­bensbejahung muß den Juden als den Wtltfeind Nr. 1 hassen lernen und ihn unter allen Umständen bekämpfen und vernichten, wenn er selber leben will.

Diese Frage geht nicht allein uns Deutsche, son­dern sie geht alle Völker Europas und der Welt an. Die Waffen des Juden in diesem Kampf gegen die nationalen -Gemeinschaften der Völker sind der Ka­pitalismus und der Bolschewismus. Er­innern wir Deutsche uns, wie es vor etwas mehr als zehn Jahren in Deutschland aussah. Durch jü­dische Machenschaften war es gelungen, ein fleißiges Volk, das mit hochentwickelten Gaben ausgerüstet

eine Veränderung untersucht, die nach Erfahrungen von Professor O r s o s zur Bestimmung der Zeit des Todes von großer Wichtigkeit ist. Es handelt sich hierbei um eine mehrschichtige Inkrustation an der Oberfläche des schon lehmartig homogenisierten Gehirnbreies. Solche Erscheinungen sind bei Leichen, die weniger als drei Jahre im Grabe gelegen haben, nicht zu beobachten. Ein derartiger Zustand fand sich u. a. in einer sehr ausgeprägten Form im Schädel der Leiche Nr. 526, die an der Oberfläche eines großen Massengrabes geborgen wurde.

Im Walde von Katyn wurden von der Kommis­sion Massengräber von polnischen Offizieren unter» sucht, von denen bisher sieben geöffnet sind. Aus diesen wurden bisher 982 Leichen geborgen, unter­sucht, zum Teil obduziert und schon zu 70 v. H. identifiziert.

Die Leichen wiesen als Todesursache ausschließ­lich Genickschüsse auf. Aus den Zeugenaussagen, den bei den Leichen aufgefunöenen Briefschaften, Tage­büchern, Zeitungen usw. ergibt sich, daß die Er­schießungen in den Monaten März und April 1940 stattgefunden haben. Hiermit stehen in völliger Uebereinftimmung die im Protokoll geschilderten Be­funde an den Massengräbern und den einzelnen Leichen der polnischen Offiziere.

Smolensk, 30. April 1943.

Eigenhändig unterzeichnet:

Dr. Speleers, Dr. Markow, Dr. Tramfen, Dr. Saxen, Dr. Palmieri, Dr. Miloslawich, Dr. de Bur- let, Dr. Hajek, Dr. Birkle, Dr. Naville, Dr. Subik, Dr. Orsos.

war, in eine grenzenlose Armut zu stürzen, zu ver­elenden und arbeitslos zu machen. Durch ein fein ausgeklügeltes kapitalistisches System war es mög­lich, in. einigen Jahren das gesamte deutsche Volk zu entwurzeln und zu Sklaven und Bettlern des inter­nationalen jüdischen Finanzkapitals zu machen. Der Kapitalismus feierte Triumphe, die Arbeit galt nichts mehr, und der Mensch war weniger wert als eine käufliche Ware. Der Kapitalismus ist wie ein Blutegel, der den völkischen Organismus aussaugt. Der Kapitalismus ist wie ein zerstörendes Feuer, das alles vernichtet und schließlich eine Steppe übrigllißt. Das ist der ewige Jude. Armut, Not und Elend sind das Gesicht des Kapitalismus, und Tod und Vernich­tung sind dessen Ziel und Ende. Der Zwillingsbruder des Kapitalismus ist der Bolschewismus. Er ist eine der Hauptwaffen Judas, um die Völker für feine Weltherrschaftspläne reif zu machen. Wenn der Ka­pitalismus die Not und das Elend der Völker jum höchsten gesteigert hat, kommt der bolschewistische Jude, um die Menschen abzulenken und sie irre zu führen. Der Bolschewismus bedeutet die Ausrottung jedes völkischen und nationalen Denkens, die Ver­nichtung des Eigentums, die Nivellierung auf die unterste Stufe der Armut und des menschlichen Da­seins. Der Bolschewismus bedeutet das Zurückfallen in menschliche Barbarei, und seine Methode ist die Grausamkeit und Brutalität. Kapitalismus und Bolschewismus sind Zwillingskinder des Juden, hüt denen er die menschliche Kultur ausrotten möchte und vernichten will. Der Kapitalismus ist der Weg­bereiter und der Bolschewismus ist der Vollender des teuflischen jüdischen Werkes. Ihr Ziel ist die Aufrichtung der jüdischen Weltherrschaft. Es ist voll­kommen gleich, ob es sich um einen kapitalistischen ober einen bolschewistischen Juden handelt, immer ist es die jüdische Fratze der Ausbeutung, der Ver­nichtung und der Zerstörung, die einem entgegentritt.

Das, deutscher Arbeiter und deutsches Volk, ist gerade in der heutigen Zeit wichttg zu erkennen. Hinter all den Söldnerheeren unserer Gegner steht als Antreiber Juda mit seinem infernalischen Haß gegen alles Deutsche und Nationalsozi-alistische. Es soll sich keiner einbilden, daß der Jude irgend­eine Klasse und irgendeinen Stand oder Institution ober Einrichtung schonen würde. Würben Juda und seine kapitalistischen und bolschewistischen Helfer siegen, so würde das deutsche Volk in seiner Ge­samtheit ausgerottet werden.

Jeder Deutsche muß es begreifen, daß dieser Krieg ein Kampf um Sein oder Nichtsein der deutschen Nation ist und ein Krieg auf Leben und Tod für jeden deutschen Menschen, ob reich oder arm, hoch oder niedrig, Mann oder Jrau, jung oder alt.

Deshalb gibt es in diesem Kampf für alle Deut­schen nur eine Parole: Siegen! Wir' müssen siegen, weil wir leben wollen. Einen K o m p ro -- m i ß gibt es als Ausgang dieses Kampfes nie­mals. Jeder Kompromiß wäre mehr als der Untergang, weil zu dem Tode alsdann die Quäle­reien des sadistischen Judentums kämen. Aber'auch

Bon unserem ps.-

Marseille, Ende April.

lieber Marseille jagt ein eisiger Mistral. Straßen- taub, verwelktes Laub und Papierfetzen wirbeln in licken Wolken die Cannebiere aufwärts. Die Chauf- eure der mit bauchigen Holzgasöfen bepackten Autoungetüme wischen sich fluchend den Staub aus den Augen und stoßen noch mitberals sonst in die ich irgendwo öffnenden Verkehrslücken. Auch die Zypressen und Pinien an der breiten Autostraße nach Toulon biegen sich im kalten Winde.

In dieser blankgefegten südlichen Landschaft gräbt und schaufelt ein emsiges Heer muskulöser Männer der Organisation Todt, franMscher Bauarbeiter, italienischer Soldaten usw. Mit Spitzhacke und Spaten durchwühlen sie das Erdreich, mauern mächtige Wälle am Meeresrand, bauen Bunker in die Olivenhaine und ziehen Palliladen über die Landstraße. Alles das geschieht im Gedanken, einen Ueberraschunasbesuch ungebetener Gäste nach Mög­lichkeit zu erschweren. Vorbereitungen, die es heute schon schwierig machen, sich auch nur vom Londe her dem Mittelmeer zu nähern. An jeder Weg­kreuzung bewachen italienische Militärpolizisten die über die Landstraße gelegte Barriere und kontrol­lieren die Papiere jedes Passanten.

Diese Militärpolizisten tragen den Dreispitz der Carabinieri, dessen majestätischem schwarzen Filz ein übergeknüpftes feldgraues Tuch den nötigen kriegerischen Anstrich verleiht. Der kriegerische An­strich hindert die Träger der Napoleonshüte aber nicht, auch als Verkehrsdirigenten zu amtieren, in welcher Eigenschaft sie sogar die trabitionellen weißen Handschuhe behalten durften. Das fran­zösische Publikum, dem diese italienischen Stulpen- handschuhe von hohem Podest herab den Weg weisen, besteht aus den Einheimischen und jenen Zugewanderten, die sich nur noch durch das Tragen einer Sonnenbrille von den ursprünglichen Orts­einwohnern der bunten Küstennester unterscheiden. Die wirklichen Fremden, die ehedem zur Frühjahrs­zeit im eigenen Wagen und in den himmelblauen Autocars die kurvenreiche Küstenstraße über den kleinen Buchten entlangfuhren, sind verschwunden.. Tausende Landhäuser stehen mit verschlossenen Fensterläden in großen, blühenden, verwilderten Gärten. Die Casinos, deren sich jedes Fischerdorf rühmte, sind in Soldatenheime verwandelt ober geschlossen. Im Speisesaal rasieren sich die italieni­schen Soldaten an den einst festlich gedeckten Tischen. Dieser Mühe unterziehen sich die Italiener mit der gleichen guten Laune, mit der sie ihre Pferde und Maultiere durch die felsigen Schluchten treiben, die zum Meere führen. Diese ständige und natürliche

wir wollen diese tlare Entscheidung. Wir wollen ihr nicht ausweichen, sondern wir wollen dem Schick­sal erklären, daß wir dankbar dafür sind, daß es uns Deutschen die Augen geöffnet hat, Juda, den Weltfeind Nr. 1, zu erkennen, und daß wir aus dieser Tatsache- die Verpflichtung aus uns nehmen, nun endgültig mit dem jüdischen Pack aufzuräumen und die Menschheit von Juda zu befreien. Auch wir wollen dieses Entweder-Oder und wissen, daß gerade unsere Generation diesen Entscheidungs­kampf aller Zeiten austragen muß. Deshalb gibt es für uns nur eine Parole:

Otr Wehrmachtbericht.

DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 3. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Kuban-Brückenkopf wurden auch ge­stern die in mehreren Wellen anrennenden So­wjets unter schweren Verlusten zurückgefchlagen.

Im April verlor die sowjetische Luft­waffe 108 2 Flugzeuge; hiervon wurden 902 in Luftkämpfen, 121 durch Flakartillerie der Luftwaffe und 10 durch Truppen des Heeres und Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen, die übri­gen am Boden zerstört.

An der tunesischen Front wurden örtliche feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß abge­wiesen.

Bei Vorstößen feindlicher Fliegerkräfte gegen die holländische Küste und das w e st l i ch e Grenzgebiet wurden elf britische Flugzeuge, bei drei eigenen Verlusten, abgeschossen.

Korrespondenten.

Lebensfreude der Besatzungstruppen macht blt Franzosen täglich von neuem erstaunen.

Manchmal hort man Schüsse, manchmal donnern Flugzeugmotoren über den felsigen Küstenbergen. Doch diese Unterbrechungen der Stille sind ebenso sel­tene Ausnahmen, wie ein Auto auf dieser einst mit so lebensgefährlichem Trubel erfüllten Strahx. Normalerweise stört nichts den mit Stacheldraht­zäunen gesicherten Kirchhofsfrieden der Cote d'Azur. Selbst in St. Tropez, St. Maxime, St. Raphael, dem Landeplatz Napoleons nach seiner Rückkehr aus Aegypten, sieht man kaum noch Gäste. Die großen Hotelkästen sind voller Langeweile, und aus den Freitreppen der palastartigen Häuser, deren Terrassengärten zum Meer herabführen, wuchert das Gras zwischen den Steinen.

Nicht viel besser als dieser erst später erschlossene Teil der Cote d'Azur hat sich der klassische Ab­schnitt derCorniche D'Or", der von Cannes über Antibes nach Nizza führt, gehalten. Dort, wo das still gewordene Meer ein satteres Blau hat und die großen Paläste in üppigen Gärten in verschwen­derischer Pracht errichtet sind, ranken sich die schwe­ren Dolden der Glyzinien an den massiven braunen Stämmen der Palmen empor, bis sie in den grünen Kronen verschwinden. Die endlosen Mauern der märchenhaften Besitzungen bedecken herabhängende Rosen, und in großen irdenen kelchförmigen Basen leuchten feuerrote Geranien. Doch auf den mit weißem Kies bestreuten breiten Wegen der schat­tigen Parks ist niemand zu sehen. x

Nicht nur der Krieg hat dieses Paradies des goldenen Ueberflusses in einen verwunschenen und verlassenen Garten verwandelt. Denn deutlicher als in den großen Städten zeigt der Schatten, der sich im grellen Licht des Mittelmeeres auf die Heber» refte eines glanzvollen Gestern legte, den Zusammen- bruch der alten europäischen Welt. Hier bei Cannes traf sich einst alles, was über klingende Münze und klangvollen Namen verfügte. Die früheren russischen Prinzen, die englische Society, die ungarischen Ma­gnaten und die corned-beef^önige aus Chikago. Zwischen den echten Königen und Herzögen war der Zeitungskönig und Parfümsabrikant Coty, der auf feiner hiesigen Besitzung ebenso wie in seinem Pa­riser Palais stets drei Rolls-Royce mit Chauffeur für feine Gäste fahrbereit hielt, nur ein kleiner Mann. Die Nachkriegsblüte mit dem sich so stark und siegreich fühlenden Frankreich, dem von ihm prote­gierten Balkan und den immer zahlreicher werden­den Amerikanern, dem regelmäßig auftauchenden Duc of Windsor, ein Prince of Wales und zwischen­durch einmal König von England alles das ist

Dem Führer blindlings zu folgen, feinen Befehlen in allen Punkten bedingungslos zu gehorchen, tapfer und mutig dem Schicksal ent­gegenzutreten, zu arbeiten undzu tämp fen für den deutschen Sieg!

Mit dem Schwur, alle Kräfte einzufetzen und nicht eher zu ruhen, als bis das neue Europa feinen Schicksalskampf um Kultur und Zukunft siegreich durchgekämpft hat, schloß Neichsorganisationsleiter Dr. Ley die Manifestation der europäischen Soli­darität.

Einige feindliche Flugzeuge überflogen in der vergangenen Nacht Ostpreußen. Ein Bomber wurde zum Absturz gebracht.

Im Kampf gegen die britischen und nordameri­kanischen S.eeverbindungen versenkte die Kriegsmarine im April 63 Handelsschiffe mit zusammen 423 000 BRT., davon allein 415 000 BRT. durch Unterseeboote und torpedierte 18 wei­tere Schiffe. Die Luftwaffe beschädigte zehn Han­delsschiffe zum Teil schwer.

Auch im Kampf gegen feindliche Kriegsschiffe waren Kriegsmarine und Luftwaffe erfolgreich. Unterseeboote versenkten, einen Flug­zeugträger, einen Kreuzer, drei Zerstörer und ein Unterseeboot. Andere deutsche Seestreitkräfte ver­nichteten zwei Zerstörer, drei Unterseeboote und sieben Schnellboote. Die Luftwaffe versenkte zivel Unterseeboote und ein Schnellboot. Zwei feindliche Zerstörer, ein Unterseebootjäger, elf Schnellboote und ein Vo^ostenboot wurden be­schädigt. '

Europas Arbeiter gegen den Bolschewismus.

(Sine Rede Or. Leys auf dem Reichsappell der OAK.

Erneute Sowjetangriffe am Kuban-Brückenkopf gescheitert.

Von Kindern und Tieren.

Bon Maria W. Bach.

Ganz am Anfang unserer Kinderwelt stand die Taube Liesl. Sie war eine gewöhnliche Haustaube und hatte sicher ihren lateinischen Namen. Aber für uns war sie keine gewöhnliche Taube, sondern etwas ganz Herrliches! Sie war uns zugeflogen, sah auf einmal auf dem Fenstersims und ließ sich durch Brosamen näher locken. Und so wurde sie oertraut mit uns und belud ihre kleinen Adoptiveltern mit einer gana neuen Verantwortung. Wir stellten ihr ein Näpfcyön ans Fenster und sorgten für Kukuruz- förner. Und wie reich beschenkte sie uns füf das Wenige, das wir ihr gaben! Sie stolzierte vor uns auf und ab, verneigte sich höflich und ließ uns ihr warmes Körperd>en anfassen. Wir hatten schon > Hunderte von Tauben auf Straßen und Plätzen ge­sehen, aber nun erkannten wir, daß wir eigentlich niemals' so richtig Tauben gesehen hatten. Erst jetzt offenbarte sich uns ihre Schönheit, die zarten Far­ben, das zierliche Nicken und Wippen. Wenn mir sie an die Brust drückten und den eigentümlichen Sonnengeruch und das klopfende Herz spürten, dann empfanden wir ein fast schmerzhaftes Gefühl von Liebe eine Liebe, die irgendwie dem Mitleid verwandt mar. '

Einmal flog sie fort und kam nicht wieder. Sie wurde abgelöst in unserem Herzen von der Schlange Susi. Die Schlange Susi war eine gewöynliche Blindschleiche. Die Buben hatten sie spät im Jähr in einem Garten aufgestöbert. Es erging uns mit ihr wie mit der Taube Liest. Schlangen waren uns bisher höchstens unheimlich gewesen, und hie hatten mir geahnt, wie schön eigentlich so ein kühler Schlangenleib fein kpnnte, wie zierlich das Köpfchen und die zarte Rückenzeichnung. Und auch das andere Gefühl wiederholte sich: die fast bange Verantwor­

tung. Denn wieder war ein kleines Leben in unsere Hände gegeben, wie sollten mir es nähren? Jetzt, im November, gab es ja keine Insekten mehr. Aber ein Nachbar tröstete uns, daß die Schlangen um diese Jahreszeit ihren Winterschlaf hielten. Also machten wir ihr ein warmes Bettchen in einer durchlöcherten Zigarrenschachtel zurecht, fütterten diese mit Watte aus und legten zur Vorsicht noch ein Stückchen Schmalzbrot hinein, falls Susi hungrig werden sollte ... Ob die Schlange in die­sem Winter gut geschlafen haben mochte? Ich be­zweifle es. Denn häufig wurde sie brüsk geweckt und aus ihrem warmen Bettchen genommen. Das mar, wenn kleine Kameraden kamen, denen wir eine Vorstellung von Schlaugenbefchwörung geben wollten. Sie sollten nur sehen, wie mir mit solch einem wilden Getier umzugehen vermochten! Dann schlängelte sich Susi mit verträumten Augen um unser Handgelenk, und die Kameraden standen er­schauernd vor so viel Mut und Kühnheit.

Der dritte in der Reihe war der Hase Hansl. Der Hase Hansl war eigentlich ein semmelblondes Kaninchen. Erstaunliche ' Opfer brachten mir um seinetwillen, um ihm öfter einen Aufenthalt im Freien möglich zu machen. Aber er wurde immer fetter und fauler. Als er schon sehr erwachsen war, wurde er von der Mutter an den Kohlenhändler verkauft. Wir nahmen herzzerreißend Abschied von ihm, küßten ihn unter Tränen. Hansl wußte dabei nicht, wie ihm^ geschah, kaum bettete er sich bequem an eine Brust, wurde er schon an eine andere ge­rissen ... Nach einigen Tagen gingen wir mit sehn-- suchtskranken Herzen ihn besuchen. Er lag fett und faul vor feinem Ställchen, und als wir' uns über ihn stürzten, öffnete er die Augen, blinzelte ein wenig und schloß sie wieder. Er zeigte keinerlei Ge­mütsbewegung und schien uns innerhalb der weni­gen Tage schon völlig'vergessen zu haben ... Das war eine schreckliche Enttäuschung, und wir trugen lange daran.

Wir verwanden sie eigentlich erst, als er kam, er, der uns für alle solche Untreue für immer ent­schädigen sollte: Das war der Hund Tobi! Der Hund Tobi hatte einen kleinen wolligen Körper, aber darin ein Herz, so groß, daß die halbe Welt Platz hatte! Es war angefüllt mit eitel Liebe und Zärtlichkeit und voll stürmischem Drang, diese Liebe auf eine Horde kleiner Adoptiveltern auszugießen. Gingen wir in die Schule, dann heulte, schluchzte, jammerte Tobi herzzerreißend. Und kämen wir heim, dann gebärdete er sich so rasend vor Freude, daß er uns beinahe umwarf. Leider hatte Tobi die üble Eigenschaft, immer größer zu werden und immer mehr an Essen zu gebrauchen. Auch in die geehrte Klasse der Steuerzahler wollte er ausgenommen werden. Und so kam schließlich ein grausamer Ur­teilsspruch des Vaters. Es ging nicht anders, wir mußten Tobi weggeben, mußten Verrat an feinem liebewarmen Herzen üben ... Em reicher Schlächter­meister wollte Tobi adoptieren. Jovial forderte er uns auf, Nachschau zu halten, ob es Tobi bei ihm mcht gut habe. Als wir aber den Besuch machten, ließ uns Tobi zur Inspektion nicht Zeit. Er gebär­dete sich so toll vor Freude, daß wir für feinen Ver­stand fürchteten. Er schluchzte, heulte, tobte und biß uns statt uns zu küssen. Nur nebenher konnten wir einen Blick um uns werfen, auf fein schönes Bett­chen, auf den gefüllten Teller. Als er ganz erschöpft mit keuchenden Lungen neben uns lag, redeten wir ihm gut zu: Dummer Kerl, hier hast du es doch oiel besser! Bei uns hast du nur Einbrennsuppe ge­kriegt!

Db es Tobi überzeugt hat? Es schien nicht der Fall. Denn am nächsten Tag stürmte er mit ge­rissener Schnur durch unsere Türe. Wieder raste er oor Freude, heulte, sprang, überschlug sich! Dann, als wüßte er, worum es ging, schleppte er sich mit demütig ein gezogenem Schweif zum Vater, leckte ihm die Hände, sah ihn an mit herzzerreißen­dem Blick, so daß der Vater, der behauptete, die

Hundesprache nicht zu verstehen, zugeben mußte, daß er Tobi vollkommen verstand. Denn Tobi sagte: O laß mich doch bei euch! Ich will mich unsichtbar machen! Ich will gerne Einbrennsuppe essen! Du sagst, ihr seid arm? Aber was liegt nur denn an den Fleischtöpfen! Ich will dort fein, wo ihr feto, und dorthin gchen, wohin ihr hingeht! Denn ich liebe euch um euer selbst willen!"

Das war der Hund Tobi.

©er Mai ist gekommen."

In diesen Tagen jährt es sich zum hundektsten Male, daß das über die ganze Welt verbreitete LiedDer Mai ist gekommen" erstmalig erklungen ist.. In Bonn am Rhein ist dieses Lied entstanden, dessen Text von Emanuel Geibel stammt. Geibel studierte 1835, gerade 20 Jahre alt, in Bonn und las fein Gedicht erstmals während seines letzten Wintersemesters im Laufe einer gemütlichen Zu­sammenkunft der zwanglosen studentischen Verbin­dungNulandia" vor. Einige Jahre später es war im Jahre 1843 studierte Justus Wilhelm Lyra ebenfalls in Bonn. Er gehörte der Burschen­schaftFridericia" an,- die ihr Kneiphaus auf dem Schanzchen hatte, das kurz vor Bonn alle Rhein­fahrer grüßt und das schon zu Römerzeiten eine bedeutende Rolle gespielt hat. Unter den Studenten bildete sich ein Gesangverein, dessen Leiter Justus Wilhelm Lyra mar. Er schrieb die klangvolle Me­lodie zu dem Geibelschen Gedicht und fana put seinen Sängern im Frühling 1843 zum ersten Male vom Schänzchen aus in die Nacht hinein:Der Mai rst gekommen, die Bäume schlagen aus." Als die Burschenschaft Alemannia 1904 auf dem Schanz- chen ihr neues Heim bezog, ließ sie .zur Erinnerung an die Geburtsstunde des unsterblichen Liedes eine Büste Lyras anbringen, hergestellt von Harro Magnussen.