Ausgabe 
4.3.1943
 
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ten Memnemavr « ,«Y. ' brachten in der letzten Woche

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Als sie überraschend in der Tür stand und alle sahen hin, der Vater, die Mutter, die drei ...... " m-,t---ch um den

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mer, roo sie ihre Besucherin allein gelassen. zurück- kehrte, saß diese am Fenster vor Antons Tisch, und die einfallende Sonne blinkte und funkelte über einem von Zinnsoldaten überschwärmten Blachfeld. Christiane hatte sie herooraekramt, saß nachdenklich über die Tischplatte geneigt und schob mit behut­samem Finger an den Figuren herum nicht eben nach strategischen Plänen, sondern versonnen und versunken, und als sie aufsab zu der schon eine Weile Wartenden, kam ihr Bl'ck weither ... Frau fietfrooff bat zu einer Tasse Kaffes, und ein Stück Pflaummkuchm sei auch da. und die Soldaten würde sie , bemüh' dich nicht" hernach selber wieder ordentlich einräumen, und sie habe Chri­stiane hoffentlich nicht alhu sehr sich langweilen lassen, denn, wenn eines schon auf die alten Kin­derspiele verfalle ... Und dann durfte Christiane auf mütterliche Schwärmereien eingehen, und sie tat es gern. Sie riefen längst vergangene Zeit herauf, in der Anton und Christiane zusammenhockten und über die Zinnsoldaten stolze Varaden abhielten oder die geteilten Kriegshaufen einander befämnten ließen. Daß Christiane aber eben ietzt sowie Frau Heckwolf, ihr voraus, Antons Zimmer verlassen hatte, einen der Zinnsoldaten geschwind und ent­schlossen in ihrem Täschchen hatte verschwenden las- s?n, bas gab für Christiane, unter der heimlichen Anwesenheit des entwendeten Soldaten, der Kaffee- stunde einen beglückenden Reiz, denn dieser Soldat, ein Offizier zu Pferd und Christiane butte ihn sogleich wiedererkannt, war in den Stunden Ihrer Kinderspiele stets Anton^selbst gewesen.

Dann ging Christiane, und sie bat sich noch An­tons Feldvostnummer aus: vielleicht- könne sie ihm gelegentlich ein Buch schicken ober ein paar Ziga­retten. Mein, nein, sie brauche die Nummer nicht auszuschreiben.Die behalte ich so. Tante Heckwolf."

Christianes Urlaub verstrich, schnell wie feder »Ur­laub. Sie trug ihre hellen, farbigen Kleider die Reihe durch, trug auch den Zinnsoldaten ständig bei sich und freute sich, manchmal ein wenig verschmitzt, manchmal sehnsüchtig und wehmütig wie die 1 Stunde es gab des verborgen gehaltenen Be­sitzes, wenn sie auch im Bewußtsein der nicht ganz

Schikane" bezeichnet.

Kleine politische Nachrichten.

Während seines Aufenthaltes in Spanien sprach R.eich sstudentenführer Dr. Scheel im Rundfunk. Er betonte, die Freundschaft, die besonders die Stu­denten beider Nationen miteinander verbinden. Der Führer des spanischen Studentensyndikats erinnerte an die Legion Condor, für deren Einsatz sein Vater­land immer dankbar fein werde.

Der spanische Ministerrat ernannte .den ehemali­gen Kommandeur der Blauen Division, Generalleut-

Schwester im Urlaub

Von Hans Jüngst.

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sich Christine, warm aufwallend in einem Gefühl, das nicht der Vorleserin galt, bei eifrigen Anmer­kungen, unterbrechenden Ausrufen und unter zu­nehmender Spannung, wieder zu der Anrede Tante", obwohl keinerlei Verwandtschaft die beiden verband,Ist das alles!" fragte Christiane am Ende zaghaft und sah dem letzten Brief, wie er zusam- menoefaltet mit den anderen im Schubfach wieder verschwand, mit verlangendem Abschiedsblick nach. Tante Heckwolf aber bestand mit dem Anspruch ihres Mutteickolzes auf Anerkennung für die fleißige Treue ihres Jungen sie sei der Ansicht. Anton habe beinahe öfter aefchrieben. als sein Dienst es erlaube so daß Christiane, die unter auffteigcnber fflfut. sich ihre Erwartung etnaeftanb. Anton hätte sich wenigstens einmal nach ihr erkundigt, die viel­fältig und noch verworren auffteigenfren Regunaen ihres Herzens lieber für sich behielt. Dafür wußte sie es rote von ungefähr einzurichten, daß sie bei einem fflang burch die Wohnung, der sich aus Tante Heckwolfs häuslichen Obliegenheiten ergab, mit ihr durch die eben offenstehende Tür in Antons Zimmer eintrat, und dankbar war sie dem Zufall, der ge­rade fetzt Antons Mutter, weil sie sich eines auf dem Herde gewiß überbrobelnben Topfes erinnerte, mit tnem hinaemnrtenenEntschuldige einen Auaen- blick" in die Küche eiten ließ. Der eine Augenblick zog andere nach sich; als Frau Heckwolf in das Zirtz

nordamerikanischen Einflußnahme in Palästina ist die Schaffung eines Judenstaates, der sich sowohl politisch roie wsrtschastlich nach d«n USA. aus­richten und nach len Plänen Roosevelt- und seiner jüdischen Berater di- Basis für eine weitere Aus- dehnung des USA.-Imperialismus im Mittleren Osten darstellen soll.

Oer demokratische Süden gegen Roosevelt. .

Erstaunlich?- Gedächtnis.

In Pariser Gaststätten unterhält ein seltsamer Artist die Gäste mit feinen Leistungen, die bisher nicht ihresgleichen gehabt haben. Um feine Senfa° tionsnummer auszuführen, nähert er sich irgend­einem Zuschauer und fragt ihn höflich nach seinem Namen.Aristide Dupont", antwortet zum Bei­spiel der Gefragte,Sie wohnen in der und der Sttaße, Nummer so und so viel und sie haben die Fernsprechnummer ..." Er gibt sie an, und man kann sicher fein, daß er sich niemals irrt.

Der Artist kann fein Experiment mit jedem an­deren der hundert Zuschauer wiederholen. Tatsäch­lich kennt er das ganze Pariser Fernsprechbuch bis zum letzten Komma auswendig und kann in jedem Augenblick jedem Teilnehmer sagen, was über ihn darin steht. Damit nicht genug, er kennt auch alle Einzelheiten der Eisenbahnfahrplane und viele Jahr­bücher samt den Anzeigen auswendig. G £»

Fehlrechnungen im amerikanischen Schiffsbauprogramm.

Stockholm, 3.März. (DNB.-Funkspruch.) In ihren Bemühungen zur Bekämpfung der anhalten­den U-Boot-Gefahr sehen sich die USA. augenblick­lich den größten Anforderungen seit Pearl-Harbdur Gegenüber, schreibt die USA-ZeitschriftDime". Die Äntwort auf das U-Boot-Problem seien Geleitschiffe, U-Boot-Jäger und Zerstörer. Die Aussicht auf Zer­störer sei aber schlechter denn je. Die Aufstel­lung des neuen Programms fei viel zu spät er­folgt. Alle Schiffsbauer standen einem Mangel anwicht igstenDingen gegenüber, wie Teilen für Dampfturbinen und Dieselmotoren, elektrotech- nischem Material, Sicherheitsventilen usw. Ferner kollidiere das Brennstoffproblem und die Herstel­lung von synthettschem Gummi mit dem Geleit­schiff sProgramm. Grundursache des Uebels seien die Fehlrechnungen in Washington. Selbst wenn Washington heute aufzuwachcn beginne, fei es doch zu spät, alle Fehler weder gutzumachen.

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nant Munoz Grande, zum ^hef des mcktari- schen Kabinetts General Francos. Der Generalleut­nant Moscardo wurde Generalkapttän von Kata­lonien, Divisionsgeneral Garcia Escamez General- tapitän für die Kanarischen Inseln.

Ein neues Kontingent von 1294 Mitgliedern der Mauen Division, darunter 50 Offiziere und 42 Un­teroffiziere, hat Spanien ^verlassen.

In Algier wurde eine enMch-nord amerikanische Kommission gebildet für eine Durchforschung Fran­zösisch-Westafrikas nach Wolfram. Die Kommission soll auch in der ehemaligen deutschen Kolonie Ka­merun und in Liberia Schürfungen nach Wolfram vornehmen. *

Obgleich die Zahl der Blatternfälle in Istanbul, die seit einigen Tagen festgestellt werden, sich nicht wesentlich erhöht hat, wurde eine 12gtiebrige Kom­mission mit der energischen Bekämpfung der aus dem Iran und Irak eingeschleppten Epidemie be­auftragt.

die Dom der Regierung eine Antwort forderten, warum immer noch mutwillige Arbeitsverzögerun­gen und unbegründete Feiern tn ben Kriegs- inbuftrien geduldet würben. Der Kongreß von Louisiana hat den Präsidenten offen getadelt und eine Ernennung am Obersten Gerichtshof des Staates Louisiana durch ihn alsausgemachte

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'Befreiung einzufetzen. x

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R om, 4. SOlän. (DNB. Funkspruch.) Das Vor- bringen der USA. auch in Palästina soll durch eine kürzlich gegründeteAmerikanische Bank für den 1 Nahen Osten" sowie durch diePalästma-Bank- Genossenschaft" erleichtert werden, die beide in Je- rufalem und Tel-Aviv Filialen errichtet haben. Gleichzeitig wurhe in Neuyork dasAmt für Han­delsförderung in Palästina" geschaffen, bas mit den bedeutendsten Industrie- und Handelsfirmen von Palästina Fühlung aufnehmen soll. !her Sinn dieser

Aus aller Wett.

Plünderer hlngerlchkek.

Der 35jährige bereits vielfach wegen Diebstahls, darunter auch mit Zuchthaus vorbestrafte Hans Do- broszczyk aus Berlin raubte in der Nacht zum 2. März während des Fliegeralarms in unmittelbarer Nähe eines durch Bombeneinwirkung in Brand geratenen Hauses ein Bündel mit Schmuck- gegenständen. Kleidungsstücken sowie einen Radio- unb einen Photoapparat. Dieses Bündel war von einer Hausbewohnerin in aller Eile aus dem bren­nenden Hause geborgen worden. Obwohl Dobroszczyk gut verdiente, trug er keine Bedenken, einer vom Schicksal schwer getroffenen Frau die letzte Habe zu rauben. Das Sondergericht Berlin, dem Dobroszczyk bereits wenige Stunden nach der Tat vorgeführt wurde, verurteilte den Angeklagten noch am selben Tage als Plünderer und Dolksschädling zum

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leitschiffen zu werfen, selbst wenn dadurch der Bau von Handelsschiffen beeinträchtigt werde, denn es bestehe ein äußerst driuglicher Bedorf anSchff- fen für den Geleitzug. Eme große Anzahl von Han­delsschiffen sei auch in Hilfskriegsschlffe umgebaut worden Die Menge der Reparaturarbeiten fet m diesem Kriege "größer als irgend etwas, was man aus dem letzten Kriege kannte.

In der Debatte jagte der Labour-Abgeordnete Ammon, daß von einer zufriedenstellenden Loge nicht gesprochen werden könne solange England nicht das Mittelmeer beherrsche. England müsse noch immer auf seine Nahrungsmittelvorräte zuruckgrei- fen. Wenn es nicht gelinge, die Dersenkungsziffer herabzuschrauben, werde die' Ernährungslage sehr gespannt werden. Ammon verlangtemehr und schnellere Schiffe". Der Labour-Abgeordnete Edu­ards wandte ein, daß aus den Geleitzügen auch zahlreiche schnelle Schiffe versenkt wurden, da fte ihre eigene Geschwindigkeit mit Rücksicht auf lang­samere Schiffe des Geleitzuges nicht ausnutzen konn­ten. Auch der konservative Abgeordnete Konter­admiral Sir Mors Suter hielt Schnelligkett nicht für ein Allheilmittel im Kampf gegen die U-Boote. Er empfahl, die U-Boot-Bekämpfung in die Hand eines erfahrenen Offiziers zu legen, dem Marine- und Flugzeugfachleute aus den Vereinigten Staaten zur Sette stehen sollten.

jungen Geschwister, wie sie der Reihe nach Mittagstisch saßen, war es im ersten Augenblick nicht Christiane, die Tochter, nicht Christel, die schwesterlich Entbehrte, die sie wahrnahmen, es war ein ungewohntes Abbild von ihr, so etwa, wie man sich die Entfernte wohl hatte vorstellen müssen, wenn man an sie gedacht, aber doch dem ehemals oertrauten Bilde, dem in stiller Hege des Herzens lebendigen, zu weit entrückt, als daß man sofort hätte aufspringen und sie umstürmen mögen: Christiane, Christel, da bist du ja!" Dies in Wor- ten und kleinem Tumult, geschah erst ein wenig später, nachdem die Urlauberin, von ben an ihr hin suchenden Blicken noch beirrt, sich in den Se­kunden ihrer Enttäuschung über das Ausbleiben eines erwarteten Freudenausbruches auch schon

Tode und zum dauernden Verlust der Ehrenrechte Das Urteil ist b er eit s v o llstre ckt.

Große Waldbrande am Comersee.

'In den Bergen mm, Comersee-sind> Waldb^e ausgebrochen, denen, einige hundert Hektar Wald und Buschgelände zum Opfer sielen. Emer der Häuptherde befand sich oberhalb von 23arenna an den Hängen des Berges San Defendente. Hier wurde eine vierköpflige Rettungsmannschaft bet einem plötzlichen Windwechsel von den Flammen erfaßt, wobei drei Mann so schwere Brandwunden erlitten, daß sie alsbald starben.

Kunst und Wissenschaft.

Das Feuer."

Walter Erich Schäfers DramaDas Feuer", in Berlin unter dem TitelClaudia urau^eführt, erlebte in leichtoeränderter Fassung seine K a | fe­ier Erstaufführung. Der Autor hat den Kern Jet* nes Dramas, die Siebe Catulls und Claudias, dich- terifch stark gestaltet. Catull, der Bauer aus Serono, und Claudia, die große römische Kurtisane, wachsen uns in ihrer Der Wandlung erwärmend zu: der Dichter verbrennt alle Verse, die ervor Claudia chried, und Claudia vernichtet alle Erinnerungen an die früheren Liebhaber. Neben Catull steht Cäsar. Wir sollen glauben, daß Claudia ihm zu- fällt, weil er Cäsar ist; aber es wird nicht Erlebnis. Die Gestalt redet, aber sie gewinnt aus den Wor­ten nicht blutvdlles Leben, wie Catull vor uns le­bendig wird. Auch Schäfers eigene Inszenierung konnte das Gleichgewicht CatullCäsar nicht ganz Herstellen. Großartig wußte dagegen Schäfer die m der Anlage wohlgelungene Gestal des Catull tm Spiel Walter Seglers zum Erlebnis zu machen. Luise Claus wußte den Zwiespalt zwischen bet* Kurtisane und der Liebenden glaubhaft zu machen^ Der sehr lebhafte Beifall war nicht zuletzt bedingt durch die mit leichter Hand gebauten, farbig be­zaubernden, perspektivisch höchst reizvoll in die Bühne komponierten Szenenbilder, die Friedrich Kalbfuß entwarf. G.M.Vonau.

Der einer. Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Universität Berlin, Geheimer Regierungsrat Prdfessöb Dr. Hermann Schumacher, vollendet sem 75. Lebensjahr. Schumacher wurde durch eine große Zahl glänzend geschriebener Abhandlungen zünden aktuellen Fragen unserer Wirtschaft bekannt. 1868 in Bremen geboren, verlebte er seine Jugend im Ausland, wo sein Vater im diplomatischen Dienst war. Er promovierte 1891 in Jena, begleitete eine Handelskommission nach Ostasien und bereifte an­derthalb Jahre China. 1899 wurde er Professor in Kiel, 1901 wurde er nach Bonn berufen und gleich­zeitig mit der Organisation der neuen Kölner Han­delshochschule betraut. 1906 tarn er als Austausch­professor an die Columbia-Universität nach Neu­york. 1917 erfolgte seine Berufung an die Universi- tät nach Berlin. Die Universität Köln verlieh ihm die Würde eines Ehrendyktors.

Hochschulnachrlchken.

Der a. o. Professor Dr. Herbert Duda wurde zum o. Professor für orientalische Sprachen an der Uni­versität Wien bestellt. Duda wurde 1900 in Linz ge­boren. Er studierte in Prag, Leipzig, Wien und Berlin, promovierte 1925 in Leipzig und habilitierte sich 1932. 1934 wurde Duda Lektor für Sprache und Kultur der Türkei, zwei Jahre später übernahm er die Vertretung der Lehrstuhles für türkische Philo­logie an der Universität Breslau. 1940 wurde er Direktor des Deutschen wissenschaftlichen Instituts in Sofia. Seit 1942 ist er Gastprofessor der islami- schen Philologie an der Universität Sofia. Der außerplanmäßige Professor für Zoologie an der Universität Breslau, Dr. Anton Koch, wurde an die T. H. Danzig versetzt. Kock wurde 1901 in Mün­chen geboren. Er studierte in München, promovierte dort 1924 und habilitierte sich 1936 in Breslau. Der a. o. Professor für Landes- und Volkskunde Großbritanniens in der auslandswissenschastlichen Fakultät der Universität Berlin, Dr. Karl Heinz

Bangkok, 3. März. (Europapreß.) Mahatma Gandhi hat am Mittwoch, 9.30 Uhr, seinen drei- wöchiaen Hungerstreik beendet. Seme Aerzte sind mit seinem Gesundheitszustand zufrieden. In einem Kommunique der Regierung wurde bekanntgeaeven, daß Gandhi jetzt wieder in der gleichen Weise als Gefangener behandelt werden wird, wie vor dem Fasten Er wird aber bis auf weiteres ärztliche Pflege genießen. In der Umgebung von Gandhi wurde die glückttche Beendigung des Hungerstreiks festlich begangen. Vor Abbruch des Fastens wurden Dankgebete gesprochen und Lobvreisunasgesange ge­meinsam gesungen. Gandhi selbst ist f'^liä) fännad), macht, aber einen hoffnungsfrohen Eindruck. Als erstes Essen nach Beendigung des Hungerstreiks nahm er etwas verdünnten Apfelsinensaft zu sich

Rash Behari Bose, der Präsident der '-^isch Unabhängigkeitsliga in Ostasien, gab der Öreube aller Inder über Gandhis Erfolg Ausdruck. Die Nachricht sei eine Siegesbotschaft an das indische Volk im Kamps um die Erringung der Unabhängig' feit Dieser Erfolg werde die indische Nation zu größeren Opfern im Kampf um die Freiheit cm- spornen. Bose schloß mit dtrn Ausruf an alle Inder, alle Kräfte für den Endkampf Indiens um seine

Eine Hölderlin-Sanlale in moderner Vertonung.

In der Berliner Hochschule für Musik dirigierte Generalmusikdirektor Rudplf Schulz-Dornburg neben der von Respighi für großes Orchester gesetz­ten Bach-Passacaglia in c-moll und der Ersten Symphonie in c-moll von Bruckner in der Linzer Fassung denGesang des Deutschen", eine Kantate nach den Worten Hölderlins für Sopran und Baritonsolo, gemischten. Chor und Orchester von Hermann Re Utter. Orchestration und Stimmen- ührung gaben im feinzügig ausgearbeiteten Aufbau arbenprächtiger Steigerungen Gewicht und Große )er Hökderlinschen romantischen Gedichte wieder. Reuter vereint in dem Werk glücklich bedeutungs­vollen Gehalt mit gesunder Bodenständigkeit und eingängigem Klangreiz. Greta Daeglau.

Hermann Schumacher 75 Jahre alt.

und der Notwendigkeit der Versorgung der auf dreißig Kriegsschauplätzen kämpfenden nordamen- Sen Truppen ist sie obenurein ftänoig im

»n begriffen. Für militärische Zwecke ckommen außerttem, wenn man das Problem der Truppen­beförderung allein betrachtet, nur grofje unD schnelle Schiffe in Betracht, wie es sich bei der britisch-nordamerikanischen Landung m JJorD' afrita gezeigt hat, während der laufende Nachfchuv an Material und Lebensmitteln für die kämpfende Truppe auch auf gewöhnlichen Frachtern befördert werden kann. Gerade wegen der Inanspruchnahme der schnellen Schiffe für Truppentransporte ist es nicht möglich, an Stellell der langsamen und schwer­fälligen Geleitzüge schnelle Einzelfahrer in bie lief* sorgungsschiffahrt einzustellen. Dies wird ^ugestchts der Gefährdung der langsamen Geleitzuge durch die neue Angriffstaktik unserer U-Boote in letzter Zeit von zahlreichen Stellen gefordert Es ist aber em schwerer Irrtum zu glauben, daß man auf diese Weise das Problem lösen könne. Abgesehen davon, daß die wenigen schnellen Schiffe, die noch vor­handen oder verfügbar sind, die zur Versorgung der britischen Inseln notwendigen Gütermengen auch nicht annähernd befördern können, sind etwa 90 v. H. aller britisch-nordamerikanischen Neubauten, welche die vom deuffchen U-Boot-Krieg gerissenen Lücken auffüllen sollen, Liberty-Schiffe. Diese aber sind auf Grund ihrer geringen Geschwindigkeit aus­schließlich für das Fahren in Geleitzügen konstruiert.

Man erkennt aus einer solchen Analyse, die keines­wegs den Anspruch erhebt, erschöpfend zu (em, welche Wirkung der d e u t s ch e U - B o o t - K r i e g auf die gesamtstrategische Planung der beiden gegne. rischen Seemächte ausübt. Auf der einen Seite zehrt er an der längst nicht mehr ausreichenden Handels­tonnage, und auf der anderen Seite bindet er Die gegnerischen Seestreitkräfte m einem Umfange, der zum Verzicht auf eine operative Verwendung der Flotten zwingt, oder diese doch wenigstens erheblich einschränkt. Nicht nur werden starke amerikanische Kräfte im Südwestpazifik durch die lapani che Krieg­führung feftgehalten, sondern auch England mug zur Verteidigung seiner Interessen im australischen Raum und im Indischen Ozean ^lottenteile unter­halten, während die immer noch aus zahlreichen Vorhandensein unserer schweren Schiffe in den nörd­lichen Stützpunkten unserer Seefront an die briti­schen Heimatgewässer gebunden bleibt. ,

So ist es die Aufgabe der deustchen Seekriegsuh- runa durch den Angriff auf den feindlichen Schiffs­raum die Lebenskraft des britischen Gegners zu zer- stören, die britisch-nordamerikanischen Abwehrkrafte zu zersplittern und unseren Gegnern dadurch Die Verwendung ihrer militärischen und operativen Offensivkräfte zu weiteren Einbrüchen in den euro­päischen Raum zu erschweren.

Gandhi wieder in strengerHast

Lissabon, 3. März. (Europapreß.) Mlem An­schein nach geht der den Demokraten treu gebliebene konservative Süden zu einer offenen. Revolte gegen Roosevelt und den New Deal über. Wie Alistair Cooke demDaily Herold" aus Neuyork tafoeit, ist Roosevelts engster Mitarbeiter Jttn Farley so­eben von einer Reise durch den Süden zurückge- kehrt. Er habe überall eine dem Präsidenten feind- liche Stimmung vorgefunden. Washingtoner Zeitun. gen brachten in der letzten Woche eine ganzseitige

war. Die junge Lazarettschwester trug ein leichtes, freies Kleid, als sie sich zu Antons Mutter auf den Weg machte.

Sofort, als sie hereinkam:Bist du denn nicht eingskleidet? Jyr habt doch eine Tracht!", ließ An­tons Mutter beinahe vorwurfsvoll sich' hören.Ach ja. Fran Hsckmolf!" wehrte Christiane ihr kleinlaut. Aber ich steckte jetzt Tag für Tag darin. Es tut rut, wieder einmal zu sich selbst zu kommen." Die Frau war nicht weiter bemüht, sich das einleuchten zu lassen. Sie kam gleich auf ihren Sohn Anton zu sprechen, und das war Christiane eben recht, so brauchte nickt sie den Anteng zu machen. Anton sei ia auch Soldat jetzt. Und als die Mutter hie Briefe ihres Soldaten hervorholte, die Bxille aufsetzte und einen nack dem andern normieten begann, verstand

auf den Grund des Befremdens, dem sie zu begea- nen schien, selber besonnen hatte und nun, errötend, befangen, gesenkten Kopfes, unwillkürlich mit flacher Hand über ihr Schwesternkleid sirich, vom geschlos­senen 5)olsbund und den verborgenen Schultern hinab über den langen, am Handgelenk eng ge­knöpften Aermel.

So bestimmt man Christiane alsbald versicherte, ihr so sehr jugendliches Wesen wandle dos etwas Strenge oder Herbe der Tracht zu besonders eigen­artiger Wohlgefolligkeit, so untrüglich hörte Chri­stiane aus solch offener Anerkennung doch auch eine verschwiegene Rührung über bas eigentlich wider- spruchsvoll Unfertige ihrer Erscheinung heraus, und sie legte, am Nachmittag bas Schckesternkleid ab, nicht ohne vorher dos kindliche Köpfchen, schräg zur Achsel geneigt, im Spiegel heimlich in fenfer Wirkung gegen die Tracht geprüft zu hoben.

Sie wollte es nicht darauf ankommen lassen, bei dem Bekonntenbesuck, den sie als ersten vorhatte, die Wiedersehensherzlichkeit einer ähnlichen Hem­mung auszusetzen, wie sie ihr daheim widerfahren

B u e n o s A i r e s, 4. März. (?NB.< Funkspruch.) Die Sorge Englands und der UvA. über die Ent­wicklung des U-Boot-Krieges geht aus einem Kabel- bericht des LondonerNew Nork Times -Korre- ponbenten hervor.,Infolge der scharfen Zensurmoß- nahmen der britischen Admiralität wurden zwar alle Nachrichten über Schiffsoersenkungen geheimgehal- ten, führende Persönlichkeiten jedoch wußten genau, daß die Schiffsversenkungen von ausschlaggebender Bedeutung für den Krieg fein konnten. Der Wett- lauf zwischen den Versenkungen und Neubauten sei daher von arößerer Wichtigkeit als alle Erfolge oder Rückschläge an den Fronten. Nur ab und zu höre das britische Vast irgendwelche-besonders dra. matische Nachricht über eme Schlackt nn Atlantik. So beispielsweise kürzlich die Versenkung zweier USA.-Dampfer, wobei 850 Menschen ums Leben tarnen, während jedock die Versenkungen^ von Transportdornpfem meistens oenchwiegen wurden, obgleich der dadurch bedingte Ausfall von Tanks, Flugzeugen, Kanonen, Benzin und Lebensmitteln einen direkten Einfluß auf den Krieg habe.

Dringender Bedarf an Geleitschiffen.

Stockholm. 3.März. (DNB.) Der Erste Lord der brittschen Admiralität, Alexander, erklärte tm Unterhaus, daß mit dem Eintritt Japans in den Krieg zwei Ozeane dem Gebiet zugefugt worden feien? in dem die britische Schiffahrt durch U-Boo - unb Fliegerangriffe sowiedurch eine gewisse Flöt- tenftärh" bedroht worden sei. Der Tell der bri­tischen Kriegsflotte, der für Geleitzüge hn Attantik bereit gestellt gewesen sei, habe in btefe Kriegsfchaw plätze abgezweigt werden müssen. Alexander gab dann zu, daß die Versenkungen an ber amerikanischen Ostküste zu mner schwe­re n B e l a st u n g der anglo-amerikamschen Ton­nage geworden seien. Zeitweise hätten die Verlusts in diesem Gebiet mehr als Dreivi ertel der Gefarnttonnage der dort verkchrenden Schiffe betra- gen Alexander sprach weiter über die gefährliche Eisme er-Route nach der Sowfetunion, woher er zugab, daß diese Operationen zwei. Kreuzer, zehn Zerstörer und sechs andere Kriegsschiffe mit vielen Handelsschiffen und wertvollen Menschenleben ge­kostet hätten. Die Geleitzüge nach Malta hätten drei Kreuzer, neun Zerstörer, zwei Flugzeug- träger und Handelsschiffe gekostet. England habe sich entschlossen, sich mehr auf denBauvonGe--

lauter erfolgten Aneignung es sich versagte, das Figürchen aus seiner Ruhe am Grunde des Täsch­chens aufzustören und es zu betrachten. Bis der letzte Tag, mit Kofferpacken und Reisevorbereitung, auch eine Durchsicht dieses Täschchens mit sich brachte. Da fand Christiane ihren Zinnsoldaten in beklagenswertem Zustand vor: der kühn empor» gereckte, degenbewehrte Arm war ihm abgebrochen. Sie sah ihn, der Anton Heckwolf bedeutete, lange an, sie wurde um einen Schatten blaß.Unsinn!" be­gehrte sie gegen sich selber auf, stand immer noch da und war doch nun weit weg. Sie war in ihrem Lazarett, das sie jetzt Wiedersehen sollte, der zer­brochene Soldat in ihrer Hand galt für die vielen, die auf ihre Hilfe warteten. Plötzlich gab sie sich eine aufrechte Haltung, schritt entschlossen aur den Schrank zu, indem die Schwesternttacht hing, zog sie an, und im Spiegel, wenn sie daraus hatte achten mögen, wäre ihr diesmal ein Gesicht be­gegnet, das ausnehmend gerecht zu ihrer Kleidung stimmte.

Den Zinnsoldaten aus Antons Spielzeugschachtel nahm sie mit auf ihre Reise.