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AUF MÖNCKEBER6
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
(Nachdruck verboten.>
Fortsetzung.
14. Kapitel.
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Eine Stunde spater erschien ein Mann in einem blauen Monteuranzug vor der Villa Beierfeld rri Berlin-Dahlem.
Der Mann, der eine dunkle Hornbrille trug, hatte unter dem Arm eine große, abgewetzte L^ertasche,
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Schließung aller llnterhaliungsstätlen bis 6. Februar.
Der Reichsmlnisker für Volksaufklärung und Propaganda hat nach der Bekanntgabe der Verlautbarung des Oberkommandos der Wehrmacht über das Ende des Heldenkampfes der v. Armee an der Wolga die Schließung aller Thea- ter, Varietes und ähnlicher Unter- haltungssl ölten ab sofort bis einschließlich Samstag, 6. Februar, angeordnet. Ebenso wird jede öffentliche Veranstaltung künstlerischer oder unterhaltender Art für diese Zelt untersagt.
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Betrachtungen über -as Kasperlspiel
Kasperlköpfe al« Abzeichen für die 5. Beichsstraßensammlung.
_____ das materielle Los der Witwen Gefallener auch auf steuerlichem Gebiete zu erleichtern, sind
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dann ging er in die Diele und machte sich dort zu schaffen. Er hatte die Tür zur Bibliothek eine handbreit offengelassen, und nach fünf Minuten sah er durch diesen schmalen Spalt zufällig, daß der Mann vom Fernsprechamt vor einem der Bücherregale stand und eben ein Buch herausnahm.
,Also doch', dachte Otto, indem er mit schnellen Schritten die Bibliothek betrat.
„Na, Sie scheinen ja einen sehr großen Bildungshunger zu haben!" sagte er ironisch: denn er hielt den Mann jetzt erst recht für einen verkappten Kriminalbeamten.
„Sa, ick bin 'n richtiger Bücherwurm", aab der Mann offen und ohne Verlegenheit zu. „Aber det hier", er zeigte auf das Buch, das er in der Hand hielt, „det kann ja keen normaler Mensch lesen! Sck jedenfalls nich!"
Otto blickte auf den Titel des Buches:
,Ars magna Lulli* (= Lullus' große Kunst). Par Raimundus Lullus.
„Sa, Sie lesen wahrscheinlich lieber — Kriminalromane!" sagte Otto mit Betonung, indem er den Mann scharf ansah.
„Sd lese alles!" erwiderte der Mann, während er das dicke Buch zurückstellte. „Man hat leider immer bloß so wenig Zeit!" fügte er mit bedauerndem Achselzucken hinzu, indem $r sich wieder an seine Arbeit machte ...
Bald darauf ging er, nachdem er erklärt hatte, daß er in den nächsten Tagen noch einmal wieder- komme, da ein kurzes schadhaftes Stück der Fernsprechleitung ausgewechselt werden müsse. Er habe den Ersatzdraht nicht mit. —
Otto, der ihn zum Gartentor hinausließ, kehrte danach sehr nachdenklich ins Haus zuruck.
»Hetzt möchte ich nur wiffen, was der Kerl ht Wirklichkeit hier gewollt hat!" brummte er kopfschüttelnd vor sich hin. Geftagt hatte er nach nichts, und mitgenommen hatte , er auch nichts. Das hatte er, Otto, zweifellos bemerkt. —
। (Fortsetzung folgt.)
ankreichs nicht in Gefahr bringen durfte, hier eist man aber auch, wie berechtigt das Verlegen der Mittelmeervölker ist, Nordafrika als türliches Snteressen- und Siedlungsgebiet zu oer« •*ien, und wie ^unnatürlich und sinnwidrig die Ansind. Auch
Heller Sonnenschein lag am nächsten Morgen v-r dem Schloß Mönckeberg.
Äs Axel zeitig genug an -er Frühstückstafel er- öien, waren die Herren Brand und Lertzeck bererts kls dem Wege nach Berlin. Man sprach von ihnen, täxenb man aß. —
Schon kurz nach neun Uhr fuhr Brand amHauptt snzang der Charits vor. Er wandte sich nach «deck «m, der in Halbliegender Stellung im Rück*
sitz der großen Limousine saß, mit den Füßejr auf oem Sitzpolster. Unter das kranke Beip hatte ihm Frank vor der Abfahrt vorsorglich noch ein weiches Kissen geschoben.
„So, Herr Lertzeck, da wären wir angelangt! — Sie sehen übrigens ziemlich mitgenommen aus nach dieser Fahrt, haben Sie unterwegs große Schmerzen augeftanden?"
„Na, es geht", lächelte Lertzeck krampfhaft. „Kommen Sie, Herr Brand, wir wollen nicht lange zögern. Se früher ich mich anmelde, desto schneller bin ich an der Reihe!"
Obwohl Lertzeck den linken Arm um Brands Schulter gelegt hatte und sich mit der rechten Hand auf einen Stock stützte, ließ er bei jedem Schritt ein unterdrücktes Stöhnen hören. Alle fünf Schritte blieb er atemholend stehen, und als sie endlich den Wartesaal der zuständigen Abteilung betraten, schien er völlig erschöpft zu sein.
Lertzeck setzte sich langsam und vorsichtig auf eine Bank und reichte Brand abschiednehmend die Hand:
„So — einstweilen herzlichen Dank für Shre liebenswürdige Hilfe, Herr Brand! Sie können ja jetzt in Ruhe Ihre Besorgungen erledigen. Wäre es Shnen möglich, mich etwa gegen zwölf Uhr hier wieder abzuholen?"
Brand versprach es und verabschiedete sich.
Keiner der beiden hatte bemerkt, daß ihnen schon von der Straße her heimlich zwei Männer gefolgt waren, die kurz nach ihnen das Wartezimmer betraten, wo sie sich unauffällig unter die zahlreichen Wartenden mischten.
Als Brand den Raum verließ, folgte ihm einer der Männer, während der ärgere noch zurückblieb.
^ -Das paßt mir sogar ganz ausgezeichnet! rief flimt erfreut. „Gerade in dem augenblicklichen viand möchte ich die Arbeit an meinem Manu- frpt nicht gern unterbrechen! Sie tun also mir — ttö natürlich auch meinem Freund Lertzeck — einen prz großen Gefallen damit!"
Zrand erhob sich. .> ,
.Dann gestatten Sie, daß ich mich „ nunmehr Waültig zurückziehe, meine Herrschaften!"
/xel hatte während dieses Gespräches seine Blicke viztrauisch von einem zum anderen wandern las- K denn er fühlte, daß hier irgend etwas nicht frnmte! Warum mußte Brand so plötzlich nach Brün, und warum gab Güstrow trotz seiner offen» Etlichen Ueberraschung dann so schnell seine Zu- lirnnung?
^xel wurde sehr nachdenklich und einsilbig: und es man sich bald darauf allgemein zur Ruhe be- tü, lag er in seinem Zimmer noch viele <5tunben ,lig wach und grübelte den neuen Rätseln nach, |g ihm der heutige Tag aufgegeben hatte. Eine «ung dafür fand er aber nicht. —
pannt, daß der große Raum des Mittelmeeres ne Einheit bildet und den Völkern, die mit (fern Raum verbunden sind, von Natur aus helft Wie merkwürdig, daß in diesen Bergen lamme wohnen, deren Männer feil jeher blaue Ligen und Helle haare haben, und drüben in den ^europäischen Gebieten Menschen, die aus den ~ lept des Rifs gekommen sein könnten. Felsen, die n Italien, Spanien, Sizilien im Meer versinken, feigen in Afrika wieder zum Himmel auf. Man vcd sehr nachdenklich. Die Araber schweigen, sie bissen vielleicht mehr, als wir ahnen.
Oberspielleiter Mund, Herrn Sauerland und Angehörige der Kameradschaft zu seinem Höhepunkt, den ein kurzer und eindringlicher Dorttag von Prof. Dr. Bollnow, dem ausgezeichneten Nietzsche-Menner, bildete.
Er zeigte auf, wie Nietzsche, weit seiner Zeit vorauseilend, der Zeit des Zusammenbruchs des deutschen Sdealismus, der deutschen Klassik und der beginnenden Aufklärung, in seinem Innersten stets ein Einsamer blieb, und wie es erst unserer Zeit möglich wurde, seinen Entwicklungsweg zu verstehen. Durch alle philosophischen Richtungen und Lebensformen rang er sich zu der Erkenntnis durch, daß es die Aufgabe des Menschen ist, auf alle Versteifungen feines Sonderdaseins zu verzichten und sich der Gewalt dieses begeisternd schönen Lebens zu überantworten. Die Einheit des Weltganzen wird zur Einheit des Lebens. Dieses Leben, mit der ganzen Fülle seiner rationalen und irrationalen Kräfte, steht aber im Gegensatz zum starren Sein. Auf dem Baden dieses Lebensgefühles entspringt das Ideal des Uebermenschen mit seiner Forderung: „Der Mensch ist etwas, was überwunden werden muß", dessen, der Schranken beseitigt, weil er höhere Ansprüche stellt an feine Leistung und seine Freiheit — zum Dienen. Denn der lebende Mensch ist ein Uebergang, eine dauernd sich vollziehende Wandlung, um im dauernden Vollzug des Sicy-selbst-Ueberstei- gens das eigene Dasein zu erfüllen, das Dasein eines schöpferischen Menschen.
Gegen Ende feiner mit starkem Interesse aufgenommenen Rede leitete Professor Bollnow dann auf die Dichtung Nietzsches über, der dieser Abend ja galt, und wertete sie als die nicht von seinem Denken trennbare Form der Verkündung, nach dem Durchbruch des stillen Denkens in die Oeffenllichkeit, die sich zwangsläufig zur gehobenen, rhythmischen Rede entwickelt, nicht als äußerer Schmuck, sondern als letzte Verdichtung der Weisheit.
Erne Klavierballade von Brahms, gespielt von Frl. Dapper, leitete über zum zweiten Tell, der Gedichte des reifen Nietzsche brachte, und zu den Liedern, die der junge Student Nietzsche vertont hat, vor der Begegnung mit Richard Wagner, noch ganz aus der Heb erlief erung lebend und noch nicht zu. seinem eigenen Wesen erwacht. Sie wurden in klangvoller Weise von Frl. Böttcher und FrL
sperlspiel" neues Ansehen gerade auch in unserem Gau verschafften. In Darmstadt war es Robert May, der seinen Spielen durch die hohe Kunst der Improvisation einen eigenen Reiz, verlieh und jung und alt zu wahren Begeisterungsstürmen hinriß. Dos Zusammenspiel zwischen Publikum und Bühne war bis dahin beispiellos und hatte feine Wirkung nirgends in Deutschland verfehlt. Heute ist die Handpuppenbühne der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude", die unter der Leitung von F. K. Hellwig steht und im Hause Lichtenstein am Römerberg in Frankfurt am Main eine ständige Wirkungsstätte gefunden hat, weit über Frankfurt hinaus bekannt.
Ein Kasperletheater für jedermann.
Sn neun Städten waren feit vielen Wochen dis Betriebe der Tonindustrie emsig bei her Arbeit, um die neuen Abzeichen zur 5. Reichssttaßensammlung am 6. und 7. Februar für das Krieas-Winterhilfs-- werk herzustellen. Hunderte von geschickten Händen waren in Karlsruhe, Bitburg, Limburg, München, Hamdura, Gmunden, Wien, Mürzzuschlag und im thüringischen Mengersaereuth damit beschäftigt, aus der weichen Tonmasse die im ganzen deutschen Volk bekannten und beliebten Kasperleköpfe anzufertigen. Der Ton dafür wurde zunächst in die Formen gegossen. Dann wurden die Figuren ein erstes Mal gebrannt, damit sie fest und hart wurden. Nach dem Bemalen kamen sie ein zweites Mal in den Ofen, damit die Glasurfarbe durch das Schmelzen zum Leuchten gebracht wurde. Mit einer Anstecknadel versehen, gingen dann^ die fertigen Kasperleköpfs auf die weite Reise in alle großdeutschen Städte und Dörfer, wo sie nun von Beamten und Handwerkern als WHW.-Abzeichen zum Verkauf an- geboten werden. Ein ganzes Kasperletheater wird zu finden fein; der Kasperle mit seiner Großmutter, der König und die Königin, die Grete und der Seppl, der Räuber und der Schutzmann, nicht zu vergessen das wilde Pferd und das Krokodil. Die Spendenfreudigkeit der Völkerung wird aber nicht nur durch das reizvolle Angebinde angeregt werden, sondern in erster Linie durch den Zweck der hier wieder zu sammelnden großen Summen: Jeder Groschen dient der Gesunderhaltung von Mutter und Kind!
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Aus der Gtadi Gießen.
Um da« Wasser.
„Lohnt es sich denn überhaupt, hierüber ein Wort zu verlieren?" werden viele fragen. Wasier ist für unsere Breitengrade etwas so Alltägliches, daß es uns einer besonderen Beachtung gar nicht wert genug erscheint. Daher kommt es auch, doß wir alle — wenn wir nicht gerade etwas von Chemie verstehen — recht wenig vom Wasser wissen. Laßt uns einmal die Probe aufs Exempel machen!
Was ist eigentlich Wasser? Seit Beginn des vorigen Jahrhunderts wissen wir, daß Wasser eine Verbindung von zwei Atomen Wasserstoff mit einem Atom Sauerstoff darstellt. Dampfförmig, flüssig und fest findet es sich in der Natur vor. Welche große Rolle es in der Physik und Chemie spielt, erkennt man daran, daß man das Wasser vielfach als Bezugsgröße verwendet. So sind z. B. die spezifischen Gewichte anderer fester und flüsiiger Körper zu dem spezifischen Gewicht des Wassers bei vier Grad Wärme = 1 in Beziehung gesetzt. Sa,
NSG. Anläßlich der 5. ^eichssttaßen- smnmlung am kommenden Samstag und Sonntag, 6. und 7. Februar, kommen zehn verschiedene Kasperleköpfe aus Majolika zum Verkauf. Es sammeln diesmal Beamte und Handwerker.
Als kleine Knirpse haben wir alle einmal irgendwo voller Begeisterung vor der windigen Leiste eines bunt-lustigen Puppentheaters gestanden und uns an den waghalsigen Abenteuern und Stteichen des listig-kühnen, auch ein wenig großsprecherischen Kasperle begeistert. Manche öon uns gingen lebhaft angeregt wohl auch selbst einmal dazu über, die Kaiperlkunst auszuüben und spielten auf primitiv selbstgebauter Bühne mit Kartoffeln und Richen, kunstvoll zu Köpfen geformt und mit Lumpen aus Mutters Flickkasten zu Räubern und Prinzessinnen gekleidet, mehr ober weniger schöne Kasperlioden zur Beglückung schaulustiger Nachbarskinder. Erster Platz zwei Pfennig, zweiter Platz einen Pfennig. Eltern zahlten manchmal freiwillig einen ganzen Groschen!
Bei dieser Erinnerung an die Jugendzeit wollen wir aber nicht in den Fehler verfallen und die ganze Kasperei als eine kindliche Spielerei ein wenig geringschätzig über die Schulter ansehen. In unserem Gau hat das künstterische Kasperlspiel schon so etwas wie Tradition. Auf den Iahrmärk- ten und Messen hatte das Kasperltheater in früheren Zeiten, bereits eine große Rolle gespielt. Seine künstlerische Betätigung wurde allerdings mit dem Aufkommen der zahlreichen mechanischen Musikorgeln und dem wachsenden Lärm auf den Großmessen beträchtlich eingeschränkt. Es erschöpfte fein Repertoire schließlich in Prügelszenen und primitiven Gefühlseffekten. Schon vor dem ersten Wellkriege entwickelte sich damals aus der Jugendbewegung heraus eine Erneuerung des Kasperlspie- les, indem man vor allem auf die einfache Wirkung seiner ursprünglichen Spielart zurückgriff und das Zeitgeschehen in satirischer Form in die schlichte Handlung einschloß.
Während Ende des verfloßenen Jahrhunderts noch Franz Graf Pocci in Zusammenarbeit mit dem Puppenspieler „Papa Schmid" dem Mario- nettenfpiel in München zu einer wahren Blütezeit verhalf, waren es in den letzten Sahrzehnten einige begeisterte Handpuppenspieler, die dem „Ka-
unser ganzes Gewichtssystem im täglichen Leben baut auf dem Gewicht des Wassers auf. Ein Gramm ist nämlich das Gewicht eines Wasierwür- fels von einem Kubikzentimeter Rauminhalt bei 4 Grad Wärme. Ein Liter, welches bekanntlich 1000 Kubikzentimeter enthält, wiegt demnach also 1000 Gramm ober ein Kilogramm.
Welche Farbe hat das Wasser? Bei der Beantwortung dieser Frage wird es sicherlich einige Meinungsverschiedenheiten geben. Die Farbe des in der Natur oorkommenden Wassers reicht vom hell-- sten Grün und milchigen Weiß des Gletscherwassers bis zum tiefdunkley Blau des Meeres. Die Farbe des Gesteins und des Bodens, die z.B. ein Fluß durchsttömt, und die verschiedenen Berunreinigun- gen veeinslussen die Wasserfärbung. So gibt es in Südamerika sogar Schwarzwasserflüsse, die durch Humussäure dunkel gefärbt sind, während z. B. in China der Huangho durch Lehmteilchen eine rot- gelbe Farbe xiufmeift Reines Wasser — frisch destilliert — ist in einer 5 Meter dicken Schicht himmelblau. Es ist völlig geruch- und geschmacklos.
Wir unterscheiden zwischen hartem und weichem Wasser. Als hart bezeichnen mir Wasser, das einen hohen Gehalt an Kalkfalzen hat. Es ist für wirtschaftliche Zwecke wenig geeignet Davon können besonders unsere Hausfrauen ein Lied fingen. Sie wissen, daß hartes Wasser ihre Waschseife frißt und bewirkt, daß ihre reinigende und schäumende Wirkung zu einem großen Teil verlorengeht. Wir enthärten derartiges Wasier künstlich, z. B. mit Soda.
Neben dem harten und weichen Wasier unterscheidet man feit 1932 zwischen leichtem und schwerem Wasser, tiefer gewöhnliches Wasser ist fast immer „leichtes" Wasser. Das „schwere" Wasser enthält in seinen Molekülen Wasserstoffatome vom doppelten Gewicht derjenigen des gewöhnlichen Wasserstoffes. Das „schwere" Wasser verhält sich in vielen Dingen anders als das gewöhnliche „leichte" Wasser. Es gefriert z. B. schon bei etwa 4 Grad Wärme. Heute bildet das „schwere" Wasser den Ausgangspunkt wichtiger neuer Forschungen. Es spielt z. B. bei den Versuchen um die Atomzertrümmerung eine wichtige Rolle.
Wenn wir noch die Bedeutung einer ausreichenden und hygienischen Trinkwasserversorgung für die menschliche Gesundheit und den ungeheuren energiewirtschaftlichen Wert der Wasserkräfte bedenken, so werden wir zugeben müssen, daß' sich eine Beschäftigung mit dem Wasier schon lohnt. Und so mancher wird daher seine Kenntnisse von diesem Stoff durch unsere kleine Plauderei ganz gern ergänzt oder aufgefrischt haben. V. A.
Steuererleichterungen für Soldatenwitwen.
folgende Regelungen ergangen: Ehefrauen Gefallener wird auf Antrag der Krieaszuschlag zur Einkommensteuer ohne Rücksicht auf die Einkommensund Vermögensverhältnisie erlassen für das Kalenderjahr, in dem der Ehemann gefallen ist, und für etwaige Rückstände aus früheren Kalenderjahren. Ferner ist für bte Witwe eines gefallenen Wehrmachtangehörigen, wenn sie nicht in die Steuergruppe IV (Verheiratete mit Kindern) gehört, mindestens die Steuergruppe III, damit also der günstigste Steuertarif für Verheiratete ohne Kinder, anzuwenden. Diese Regelung gilt schon für das Kalenderjahr, in dem der Ehemann gefallen ift
Niehsche-Abeud der Kameradschaft »Reifer-*.
Sm Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Stuben- tenbund-Theater hatte am Montag die Kamercä^- schast „Kaiser" in ihr Haus eingeladen. Der Kamerad fchaftsfuhrer Mink begrüßte — wie uns von der Gießener Stubentenführung berichtet wird — die zahlreich erschienenen Gäste, unter ihnen mehrere Vertreter der Universität mit dem Prorektor Prof. Dr. Rauch. In seinen einleitenden Worten betonte der KaMeradschaftsführer die Unmöglichkeit, im Rahmen eines kurzen Vorttagsabends in die Tiefen der kolossalen philosophischen Gebankett- blöcke eines Menschen eindringen zu wollen, dem nur ein dazu reifes Zeitaller fehlte, ein Reformator und Tatmensch ganz besonderer Prägung zu werden. Der Abend solle vielmehr den anderen Nietzsche, den Sänger und Dichter, den Tänzer mit der Rosenkranzkrone des Lachens zeigen und den Nietzsche der kristallklaren Sprache deS'„Zarathustra". Aus dem besinnlichen Erleben seiner Kunst und der geballten Wucht seiner dichterischen Sprache solle neue Anregung erstehen zum Meistern des pflichtenreichen Alltags.
Nach begrüßenden und geteitgebenben Worten des Stubentenführers Stein für die weitere Durchführung bes Kulturprogramms der Hochschul-- gruppe Gießen begann die Vorttagsfolge mit einer einleitenden Violinsonate von Händel, gefpieft von Frl. Dapper und einem Angehörigen der Kameradschaft, und steigerte sich in sehr sorgfältig ausgewähtten und tief nacherlebten Gedichten und Lesungen aus „Zarathustra", durch Blanca Blacha, Klingel am Gartentor gedrückt hatte, zündete er sich gemächlich eine Zigarette an.
Rach einer Weile erschien der Diener Otto in Begleitung des Schäferhundes Fox, — denn vor [einer Abreise nach Mönckeberg hatte Axel Holm den alten Friedrichsen auf eine Woche beurlaubt, damit er sich von dem ausgeftanbenen Schrecken erholen konnte. Inzwischen hielt der vielseitige Otto mit Hilfe der Köchin und bes Hausmädchens das Grundstück in Ordnung.
Fox lief laut bellend und mit langen Sprüngen voraus: am Gartentor blieb er stehen, sah den Mann mißtrauisch an und ließ alsbald ein drohendes Knurren hören.
Otto rief den Hund zurück, hiell ihn sorgsam am Halsband Jeft und trat selbst langsam näher.
„Sie wünschen?" fragte er kurz.
Der Mann stellte eine Gegenfrage.
„Is bet hier richtig bei Professor Beierfeld?" „Allerdings."
„Ick komm vom Fernsprechamt Süd", erklärte der Mann, indem er einen stark verschmutzten Ausweis vorzeigte, „und ick soll hier die Fernsprechleitungen nachprüfen."
Otto hatte den unbeftimmten Eindruck, daß der Mann nicht vom Fernsprechamt kam. Vielleicht war er ein verkleideter Kriminalbeamter ober gar noch schlimmeres ...? Auf jeden Fall aber versprach es, ein bemerkenswerter Besuch zu werden, und darum öffnete Otto bereitwillig das Gartentor und ließ den Mann eintreten.
md das weite Aftika. Da oben müßte man sich eigentlich entscheiden, wohin man sein Leben wenden will, nach Europa oder nach Afrika."
„Besteht denn für die Araber hier überhaupt [in Zweifel?" antwortete ich ihm.
„Ein Zweifel sicher dann nicht", meinte der Wirt, penn unser Erdteil das alte Afrika geblieben wäre. Aber sehen Sie nur einmal hier unser , Mien. Es ist eine heilige Bergstabt, von Arabern cebaut und ganz vom afrikanischen Geist durch- veht. Schauen Sie aber einmal ganz genau hin."
Setzt erst fiel mir auf, daß Lauen eine Stadt st, mie sie auch in Südspanien liegen könnte, ganz cndalus isch, mit spitzen Dächern, Lalkonen und lauberDoüen Snnenhösen. Und ich erfuhr, baß bie Stadt im 15. Sahrhundert von Arabern gebaut purde, die aus Andalusien kamen. „Taumd Dinge", unterbrach mich der bedächtig sprechende Mann, „gibt es hier, die auf bas Lanb mseits des Meeres weisen, und wieder tausend ittere Geschehnisse, die unsere Blicke wehmütig von er Wüste fortziehen, Ausbeutung und Unter- f ruckuna, Verfolgung,. Versklavung und jetzt bie euen Zwingherren. Wir haben die spanische Herr- ttaft gewiß nicht leicht getragen und halten auch eute noch den Freiheitswunsch des marokkanischen slrabertums tief in unserem Herzen, wissen bah ei iber auch, daß wir in einem freien Marokko nie» rials ohne den Schutz und die Hilfe, ohne bie Kul- ttrpioniere, Ingenieure und Landwirte Europas i iuskornmen können. Die Entwicklung eines freien trabertums ohne Mitwirkung der Europäer ist sicht denkbar,^vor allem nicht ohne Spanier und Deutsche."
Das sagte mir dieser einfache Mann. So wie r sind aber fast alle, überlegend und sehr scharf jrüfenb, ganz ohne Sentimentalität und klug be- .irchnen'b. Sie haben in den vergangenen Wochen xfahren, baß diejenigen, die den Krieg an die ßrenzen ihres Landes brachten, sofort'das Leben fr Formen preßten» die sie wieder viele Stufen ftrucksühren können. Und dann meinte der Mann, Iran sollte doch einmal von einer Höhe des Rifs las Land betrachten, dort oben, wo vier Familien bon seit Uroäters Zeiten einen Weidegang unter« jilten. Ein junger arabischer Lehrer wies den Weg önch bie Steinschluchten und über ausgebörrte Fel- tn. An den wenigen Wasserstellen ruhten im «hatten des spärlichen Baumwuchses zusammen- glauerte Gestalten mit ihren Ziegen und Schafen. Mehrere Militärstationen lagen am Weg. Tragtiere ßsieppten schwere Lasten über den Kamm. Es war in mühsamer Marsch durch ein Meer von Steinen. Zann aber überkam uns eine Leichtigkeit, als würfen wir von Flügeln fortgetragen, — ganz oben, fern Himmel fast zum Greisen nahe, die Erde weit tm uns weg und mitten in das All hineingeweht.
Ein unvergeßliches Erlebnis, hier, zwi chen dem Reer und der Wüste zu stehen, drüben bie Berge paniens und dort die Höhen des Atlas, die tin» Michkeit des Sandes, die Gewalt des schwarzen Erbteils. Die Menschen, die hier oben leben, müssen fcmantenb werden. Einer der Hirten, der im Alter imb geworden ist, sagte, er brauche nicht mehr zu sihen; denn bis zu seinem Tode halle sein Herz bas änderbare fest, das fein Auge ausgenommen habe, ieses Wunderbare ist so gewaltig, daß man am febsten die Augen schließen möchte und sich wehrt, it Gedanken die Wirklichkeit zu berühren. Die anbiofe Begegnung zweier Erdteile zwingt aber e Wirklichkeit in die Gedanken hinein.
Europa zu Füßen dieser Berge, Europa von ^Sielen Punkten dieses Landes hart angeschnitten und pa immer bedroht, wenn ein Feind es von ?fen Bergen und den Ufern des afrikanischen ittelmeeres angreifen will. Der Sprung über die eerenge und von vielen anderen Punkten ist nicht wer. Deshalb muß Europa gerade an feiner Süd- te zufammenstehen und sich art den gefährlichsten linkten auf der afrikanischen Seite schützen. Hier en versteht man, warum Spanien sich in Tanger rn mußte, warum unsere Soldaten in Tunis pfen und warum man die Mittelmeerküste
In der Diele prüfte der Blaugekleidete zunächst . den Fernsprechapparat, um bann mit irgendeiner Dienststelle ein kurzes Gespräch zu führen. Dann nahm er seine Ledertafche, verfolgte die Leitung und - betrat — die Bibliothek. Dort entfernte er den ' Deckel von der Blitzschutz-Sicherung, entnahm feiner Tasche ein kleines Instrument — das wie eine Stoppuhr ober ein Dollmesser aussah — unb prüfte an den blanken Stellen den Ausschlag. Wie unzu- ite vor. vsr manoie ]uy Ä*'“*, /"i" «l“c »*•*'□* -w-muiu/v, frieden mit dem Ergebnis schüttelte er den Kopf.
hMli-aeud« Stellung im Ruck- die ojftnb« Werkzeug» enthielt. Nachdem w eitf bid Otto jah thm einen Augenblick eujmectjam ju>,


