Führers Worte tiefempfundenen Dankes. Als Chef des Hauses erinnerte der Reichsmarschall an die Tage des Kulturaufbaues in Deutschland, als es galt, dem Hause eine neue Richtung zu geben und die besten Kräfte zu sammeln. Damals trat Josef von Manowarda in den Verband der Staatsoper und schuf hier Gestalten von künstlerischer Größe, wie sie dem schöpferischen Wollen der großen Meister entsprachen. Als Kämpfer des kommenden Reiches trug von Manowarda gläubig die Zuversicht des Sieges in sich, und er gehörte zu denen, die keinen Augenblick daran zweifelten, daß dieses Reich des Führers bis in die Ewigkeit bestehen wird und daß diesem Reick nur eins beschieden sein kann: der Sieg. Er soll daher auch, so schloß der Reichsmarschall, für uns das Beispiel sein, nicht einen Augenblick zu zweifeln und so treu zu stehen, wie er für Führer, Volk und Reich gestanden hat.
Der Thomaskanlor Karl Straube 70 Jahre alt.
Als Elfter in der Reihe der Thomaskantoren, die seit Johann Sebastian Bachs Tode das verantwortungsvolle Amt verwalteten, nahm Karl Straube im Jahre 1918 den Platz seiner großen künstlerischen Vorfahren ein, dessen Erbe er in hingebender Pflichterfüllung betreute. In Berlin am 6. y an u ar 1873 geboren und aus der Schule Heinrich Reimanns, des klugen, wissenschaftlich wie praktisch vielseitig interessierten Organisten an der Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche hervorgegangen, eignete er sich nicht nur eine virtuose Spieltechnik an, sondern verband damit den wachen Sinn für ein klar ausgeprägtes Stilempfinden. Denn Straube war nicht nur der Orgelvirtuose und Thomaskantor, dessen Aufführungen Bach scher Werke sich durch eine Erfassung ganz aus dem Geiste ihres Schöpfers aus- zeichneten, sondern er war es auch, der in selbstloser Aufopferung für die umstrittenen Kompositionen seines Altersgenossen und Freundes Max Reger eintrat, der im gleichen Jahre 1907 als Universitätsmusikdirektor und Lehrer für Komposition an das Leipziger Konservatorium berufen wurde, in dem Straube an diesem Institut den Unterricht im Orgelspiel übernahm. Heber den Tod hinaus hielt Straube dem früh vollendeten Freunde die Treue. Wenn die musikalische Welt, wenn seine Schüler, von denen auch Fritz Stein zu dem Freundeskreise um Reger gehört und Günther R a - m i n letzthin Nachfolger im Thomaskantorat wurde, von der geistigen Bedeutung Karl Straubes sich Rechenschaft ablegen wollen, dann wird man in ihm eine künstlerische Persönlichkeit jener seltenen Synthese feiern, die Vergangenes und Gegenwärtiges mit gleicher Liebe umfaßt, berufen, das überkommene Vermächtnis wie das aus der Zeit geborene Schaffen in vorbildlicher Form nahezubringen.
Lothar Band.
hochfchulnachrichten.
Der Ordinarius für Pathologie an der Universität Rostock, Prof. Dr. Walter Fischer, vollendet sein 60. Lebensjahr. In Stuttgart geboren, promovierte er 1907 in Tübingen, habilitierte sich 1911 in Göttingen, kam 1913 als Professor an die Deutsche Medizinische Schule in Schanghai. 1919 kehrte er als Dozent nach Göttingen zurück, 1922 folgte er dem Ruf als Ordinarius nach Rostock, wo er 1926/27 das Rektoramt bekleidete. Auf dem Gebiet der Tuberkulose, der Pathologie der Nieren, sowie der Tropenpathologie hat er zahlreiche Arbeiten veröffentlicht. Für den Laien interessant sind feine Aufsätze über chinesische Medizin. — Der Direktor der Universi- tätssternwarte in Breslau, Prof. Dr. Erich Schönberg, vollendet fein 60. Lebensjahr. Schönberg, der feit 1926 in Breslau wirkt, hat den modernen Ausbau der 1791 gegründeten Sternwarte durchgeführt, sowie im Zusammenhang mit einer großen astronomischen Expedition in Deutsch-Südwestafrika eine Breslauer Beobachtungsstation eingerichtet. — Den Heldentod starb im Osten der Dozent für Phy- iologie an der Universität Freiburg, Dr. Walter Eichler. Er wurde 1904 in Bonn geboren und habilitierte sich 1939 in Freiburg. — Der a. o. Professor für klassische Philologie an der Universität Halle, Dr. Franz Altheim, wurde zum o. Professor ernannt. Altheim wurde 1898 in Frankfurt geboren und promovierte ebenda 1921. 1928 habilitierte er sich für klassische Philologie, wurde 1938 planmäßiger a. o. Professor in Halle und Direktor lies Philologischen Seminars. Sein Spezialgebiet st römische Geschichte und römische Religionsge- chichte. — Der planmäßige a. o. Professor für beutjdje Volks- und Altertumskunde und deutsche Philologie an der Universität Leipzig, Dr. Bruno Schier, wurde zum o. Professor ernannt. Schier, der als Gastvrofessor an der Universität Preßburg ist, wurde 1902 in Hohenelbe (Böhmen) geboren. Er promovierte 1926 in Prag und habilitierte sich ebenda 1931. 1934 wurde er a. o. Professor in Leipzig. Er ist Mitherausgeber des „Deutschen Archivs ür Landes- und Volksforschung", der ^Zeitschrift für deutsche Geisteswissenschaft" und der „Mitteldeutschen Plätter für Volkskunde".
Aus der Stadi Gießen.
Gute Vorsätze.
Es ist im Leben nicht immer so erfreulich eingerichtet, daß bann, wenn es mit einer Sache zu Ende gegangen ist, auch gleich Ersatz zur Stelle wäre. Mit dem Gelbe beispielsweise ist es leider gar nicht so bestellt, wie viele wissen. Bei den Jahren hingegen ist es so: Eines ist zu Ende, ein neues ist da. Sofort und ohne Verzug! Das haben wir uns weise eingerichtet.
Und jetzt sind wir wieder soweit. Ein neues Jahr hat das Stichwort gegeben, und es kommt der Augenblick, da wir mit uns zu Rate gehen und eine stille Inventur in uns machen — wir machen eine Bestandsaufnahme unserer guten Vorsätze.
Wie war es doch? Wir hatten uns vorgenommen, erinnern wir uns, allmorgendlich früher aufzustehen, eine halbe Stunde etwa. Wir wollten zu Fuß ins Geschäft gehen, durch die frische Morgenluft, unserer Gesundheit zuliebe. Aber es ist nichts daraus geworden. Wir schlafen so lange wie immer, und aus dem geplanten geruhsamen Gang durch den jungen Morgen wurde immer wieder ein atemraubenoer Wettlauf, damit uns die Straßenbahn oder der Obus nicht davonfuhr.
Dann die Sache mit dem Lichtschalter! Zugegeben, man kann ihn noch gebrauchen, aber er ist wackelig und ausgeleiert, man muß ihn erst einige Male geduldig herumdrehen, bis bas Licht so gefällig ist zu leuchten. Wir wollten diesen Schalter in Ordnung bringen, hatten wir uns vorgenommen. Der Schotter hängt nach wie vor wackelig an der Wand, es ist ein Skandal. Wir kamen nicht dazu,, wir hatten immer keine Zeit, es gibt eine Ewigkeit von Zeit, und wir haben immer so wenig.
Und wenn wir die Liste unserer guten Vorsätze weiter durchgehen, so finden wir noch eine Menge, die Vorsätze geblieben sind. Es gibt da manchen dunklen Punkt, es ist ein Jammer. Aber jetzt soll es anders werden — im neuen Jahr! Wir buchen manchen Porsatz vom alten Jahr ins neue um, und einige kommen noch dazu, einige wirklich gute Vorsätze. Der Schalter, das frühe Aufstehen und alles zusammen bas muß in Ordnung kommen, und wir wollen uns überhaupt bessern, in jeder Beziehung. Ein neues Jahr hat begonnen, und es beginnt eine neue Seite in unserem Kontobuch der guten Vorsätze. H.J.T.
Sür unsere Verwundeten
Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos beif Wehrmacht und in Zusirmmenarbeit mit dem Sonderrefevctt „Trup- penbetreuung" im Reichsministerium für Volksauf- klärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch:
Ünter dem Motto „Freude ist alles" hatten die Insassen in zwei Lazaretten eine abwechslungsreiche Programmfolge. Die Geschwister Elanos tanzten Walzer und Tango-Fantasie und Paso döble. Kunstvoll waren die Vorführungen von „Ivon" im Balance-Akt und humoristi-schem FangfpieL Grell Ehtor zeigte sich als springende Puppe. Marzella W oi t s ch e ck (Sopran) sang beliebte Melodien vorn Rundfunk. Die Ansage hatte Mko Beckers, welcher auch für den Humor in bester Weise sorgte. Martha Keßler erfültte ihre Ausgabe am Flügel mit Hingabe.
In einem anderen Lazarett unterhielt die Dor- ttagsfolge „Für jeden etwas" die Verwundeten. Bobby B e c a r y jonglierte im Tempo der Zeit. Mtt Tanzstudien wartete Ela von H a ch t auf. Elsbeth Theuermeifter (Sopran) fang bekannte Filmmelodien. Mit Zaubereien und magischer Kunst unterhielt ,Kunyo" sehr nett. Ullrich Cubaniy sprach verbindende Worte und sorgte für Humor. Gustav Maenner und Oskar Schmidt musizierten.
Zu den Vorstellungen der Woche hatte die Inten- banz des Theaters der Unh>erfität5ftabt Gießen Verwundete aus hiesigen Lazaretten eingeladen.
Zur Silvesterveranstalttlng von „Kraft durch Freude" in der Aula hatte die Kreisamtsleitung der NSV. eine größere Zahl Verwundeter einge= lüden und ihnen Gelegenheit gegeben, sich an dem besonders guten Programm zu erfreuen.
Bilder aus der neuen Wochenschau.
Die neue Wochenschau beginnt mit Bildern aus der Messestadt Leipzig, die ein Gruß der Heimat an die Front sein sollen. Dann sehen wir Ausnahmen aus dem Berliner Sportpalast. Der Reichsmarschall spricht vor dem jungen Offiziernachwuchs des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Ein weiteres Bild zeigt den Schutz der Heimat durch unsere Flakartillerie. Wir erleben die ganze spannende Atmosphäre des Flakeinsatzes bis zum Abschuß der Feindmaschine.
Im Führerhauptquartier treffen der
AUF MÖNCKEBER6 ist "Teufel los.
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Ich rief meinem Kameraden Hofrichter zu: »Scknell hinterher und festnehmen!'
Während Hofrichter eilig davonlief, fragte ich den Diener: .Wer hat hier eben geschossen?' Aber der Mann stotterte nur unzusammenhängendes Zeug, inb als ich dringlicher wurde, erklärte er, er komme xerade aus dem Bett und wisse überhaupt nicht, was I15 sei
Dann, als ich schnell Umschau hielt, entdeckte ich f ne halbgeöffnete Tür und einen Mann auf dem sußboden liegen, ,11m Gottes willen, der Herr Professor!" schrie der Diener. Er wollte sich über jfinen Herrn stürzen, aber ich riß ihn zurück und ref ihm zu: «Schnell einen Arzt!'
Ich beugte mich dann über den Daliegenden, hnnte aber schon keinen Pulsschlag mehr bei ihm sststellen. Ich sah auch, daß er einen Schuß in die k egend des Herzens bekommen haben mußte.
Nach Lage der Dinge — der geöffneten Haustür Und der flüchtenden Person, deren Schritte wir ge- f)5rt hatten — schien die Möglichkeit einer Mordtat Ergeben, und deshalb alarmierte ich sofort das lleberfallkommando und die Mordkommission. Ich hibe dann in sämtlichen Räumen des Erdgeschosses Lcht gemacht und sie durchsucht: aber außer einem vsenstehenden Fenster im Wintergarten fand ich keinerlei Spuren der geflüchteten Person.
Nach wenigen Minuten hörte ich die Sirene des lleberfallkommandos, und ich schickte den Diener Medrichsen hinaus, um das Gartentor zu offnen. Neichzeittg mit den Beamten erschien auch der her- mgerufene Arzt. — Das ist alles» was ich weiß, Herr Kommissar!"
Raucheisen erhob sich und legte dem Beamten die Hand auf die Schulter:
„Sie haben Ihre Sache gut gemacht, Wachtmeister! In meinem Bericht werde ich nicht versäumen, ganz besonders auf Ihr schnelles Handeln und umsichtiges Verhalten hinzuweisen!"
Der Wachtmeister klappte die Hacken zusammen und wurde ein wenig rot.
„Vielen Dank, Herr Kommissar! Aber es war ja nur meine Pflicht, was ich tat."
„Natürlich, mein Lieber, das ist selbstverständlich. Aber rote man seine Pflicht tut, darauf kommt es an! — Na, bann schicken Sie mir bitte einmal Ihren Kameraden Hofrichter herein."
Der Kommissar nahm wieder Platz und blickte seinen Assistenten fragend an:
„Sind Sie mitgekommen, Brandstetter?"
Der junge Mann nickte eifrig.
„Jawohl, Herr Kommissar! Allerdings — etwas gefällt mir an der Sache nicht--"
„Und zwar?"
„Daß die Beamten des Ueberfallkommandos im Garten herumgetrampelt haben! Hoffentlich haben sie uns nicht die einzigen vorhandenen Spuren zerstört!"
„Wenn überhaupt welche da waren, Brandstetter!" Raucheisen lächelte. „Na und wenn, bann können wir es jetzt auch nicht mehr ändern!"
Raucheisen faßte in die Tasche und holte eine große Meerschaumpfeife hervor. Einen Augenblick lang betrachtete er liebevoll den kunstvoll darauf eingeschnittenen Teufelskopf: dann begann er, die Pfeife bedächtig und sorgfältig zu stopfen.
Er hatte diese Arbett noch nicht ganz beendet, als Hofrichter eintrat.
Der Wachtmeister war einen halben Kopf kleiner als fein Kamerad Koch. Obwohl er trotzdem immer noch über der Durchschnittsgröße stand, so wirkte er im Vergleich zu der großen athletischen Gestatt Raucheisens dennoch fast wie ein Zwerg: aber dessenungeachtet geigte sich bald» daß Hofrichter en
Vorbildliche Volksgesundheitspflege.
Volksröntgen-Reihenuntersuchung in Gießen.
Nachdem der -Röntgensturm feine erfolgreiche Arbeit im Landkreis Gießen beendet hat, beginnen am Donnerstag, 7.Januar, die Volksröntgen- Reihenuntersuchungen auch im Gießener Stadtgebiet. Es handett sich, wie bereits wiederholt berichtet, um das von ^-Standartenführer Professor Dr. Holfelder (Frankfurt a. M.) zum erstenmal angewandte Röntgen-Schirmbildver- fahren, mit dem in einer Stunde bis zu 300 Aufnahmen gemacht werden können, so bah bie ganze Prozebur für den einzelnen nur wenig Zeit in Anspruch nimmt! Nach der Untersuchung kommen bie Aufnahmen nach Frankfurt, wo sie in bem Röntgen- wissenschaftlichen Institut der Universität Frankfurt ausgewertet werden.
Es ist in einer Zeit der höchsten Kraftanstrengung notwendig, daß jeder Volksgenosse gewissenhaft seinen Gesundheitszustand prüfen läßt und sich durch die Röntgenreihenuntersuchung die Sicherheit verschafft, daß er gesund ist. Es ist in diesen Tagen viel über bie Notwendigkeit und Bedeutung dieser Untersuchung gesprochen worden. Manche Elemente benutzen die Gelegenheit, um gegen diese großzügige, vom Gauleiter angeordnete Aktion der Gesundheitsführung Stellung zu nehmen und raten den Leuten ab, sich röntgen zu lassen.Sie erklären sogar mit ernster Miene, baß der Unglückliche „erledigt" sei, wenn bei der Untersuchung eine tuberkulöse Erkrankung festgestellt werde. Es bedarf keiner Betonung, daß diese Ansicht hanebüchener Unsinn ist.
Hier handelt es sich um eine bedeutsame volksgesundheitliche Maßnahme, die der Gemeinschaft bient, die kranken Volksgenossen Beratung und Heilung bringen soll. Die Tuberkulose rafft jährlich noch über 50 000 Menschen dahin, von denen eine große Zahl der Volksgemeinschaft hätte erhalten bleiben können, wenn ihr Zustand rechtzeitig erkannt worben wäre. Das, nur bas, ist ber Zweck ber Volks
röntgenreihenuntersuchuna, bie zudem so wenig Geld kostet, daß allein darin schon ein soziales Moment erster Ordnung zu erblicken ist.
Die Bettiebsführer werden nochmals aufgefordert, sich genau zu erkundigen, ob alle ihre Gefolgschaftsmitglieder auch kartenmäßig erfaßt find. Soweit bie Karten noch nicht ausgestellt find, hat bies sofort zu erfolgen. Wegen ber Zeiteinteilung ber Untersuchungen ist Fühlung mit ben Zuständigen Amtsleitern bzw. Ortsgruppen der NSDAP, zu nehmen.
Dienstplan für die Untersuchungen.
Röntgenraum: Turnhalle ber Alten Pesta lozzischule, Gießen, Wemerwall.
7. Januar: Oberschule für Mädchen 8 bis 10 Uhm 7. Januar: Frauenarbeitsschule 10 bis 10.45 Uhr; 7. Januar: Vogtsche Prioat-Handelsschule 10.45 bis 11.30 Uhr (Beginn des Röntgens für die männlichen Schüler um 11.10 Uhr): 7.Januar: Justus-von-Lie« big-Schule 11.30 bis 12.30 Uhr; 7. Januar: Schillerschule 14 bis 15 Uhr; 8. Januar: Langernarckschukg 8 bis 10 Uhr; 8. Januar: Mittelschule, Jungen 10 bis 10.30 Uhr, Mädel 10.30 bis 11 Uhr; 8. Januars Hauptschule 11 bis 11.30 Uhr; 8. Januar: Landgraf«' Ludwig-Gymnasiürn 11.30 bis 12 Uhr; 8. Januar: Gewerbeschule 12 bis 12.45 Uhr; 8. Januar: Goethe« schule 14 bis 17.30 Uhr. 9. Januar: Städttsche Han« belslehranstatt 8 bis 9 Uhr; 9. Januar: Pestalozzd, schule 9 bis 13 Uhr.
Ortsgruppe Mitte: 9. Januar: 15 bis 19 Uhm 11. Januar: 8 bis 12 und 13.30 bis 19.30 Uhr) 12. Januar: 8 bis 10 Uhr. Ortsgruppe Nord: 12.3a« nuar: 10 bis 12 und 12.30 bis 19 Uhr; 13. Januar: 8 bis 12 und 13.30 bis 19 Uhr. Ortsgruppe Oft: 14. Januar: 8 bis 12 und 15.30 bis 19 Uhr; 15. Januar: 8 bis 13 Uhr. Ortsgruppe Süd: 15. Januar; 14.30 bis 19 Uhr und 8 dis 19 Uhr; 16. Januars 13.30 bis 18 Uhr.
italienische Außenminister Graf C i a n o und der Chef des italienischen Generalstabes, Marschall Ca- vallero, ein, wo sie von Reichsaußenminister von Ribbentrop begrüßt werden. Der Führer empfängt die Abgesandten des Duc« zu längeren Besprechungen.
Nun schwenkt die Kamera zum Kriegsschauplatz in T unes i en. Im Schutze der deutschen Waffen kann die Bevölkerung der von uns besetzten Gebiete ruhig ihrer Arbeit nachgehen. Wir begleiten den Ritterkreuzträger Generell Fischer, dem inzwischen das Eichenlaub verliehen worden ist, auf einer Fahri zu den vorderen Stellun-gen im Raum von £e» bourba. lieber all begegnen mir den Zeugen der ersten Niederlage der anglo-amerikanischen Landungstruppen — zerschossenen Panzern, zerschlagenen Waffen und toten Briten und USA.-Sol- daten.
Im hohen Norden der Ostfront sichern vorgeschobene Posten den Stellungsbau, der im tief gefrorenen Boden viel Mühe kostet. Generaloberst Dietl besichtigt Stellungen der Hauptkampflinie und gibt Anweisungen zu ihrem weiteren Ausbau; Ritterkreuzträger General Weißen berg er zeich- net am Jcchrstag der Befreiung Finnlands tapfere finnische Soldaten mtt dem Eisernen Kreuz aus.
Am mittleren Frontabschnitt rückt ein Störungstrupp aus, der eine unterbrochene Fernsprechleitung reparieren soll. Nach langem Suchen ist die Schadenstelle gefunden und kunstgerecht geflickt. Plötzlich peitschen Schüsse in den Schnee. Sowjetische Scharfschützen haben den Trupp beobachtet und versuchen die Arbeit zu stören. Die Leitung ist jedoch bereits in Ordnung; der Trupp tritt unter dem Feieuerschutz eines leichten MG.s Rückmarsch an. In eisigem Schneesturm wird ein Verwundeter unter größten Mühen zurückgebracht.
An der K a u f a f u s f r o n t hat ein Wettersturz zu großen Ueberschwemmungen geführt. Slowaken setzen mit Schlauchbooten über einen Bach, der jetzt zu einem breiten Strom geworden ist. Am Terek rücken rumänische Gebirgsjäger über reihende Wildwasser hinweg an die Front. Von einem hochgelegenen MG.-Stand wird ein feindlicher Spähtrupp unter Feuer genommen. Ein verdächttges Haus im Niemandsland wird von der Arttllerie beschossen. Wie vermutet, handett es sich um eine verminte Falle, die von den Sowjets angelegt war. Am Schluß der Machenschaft sehen wir das gewaltige Panorama des Hochkaukasus. Mit 'einem Stoßtrupp verfolgen wir die Spuren einer feindlichen Kampfgruppe. Wir stoßen auf einen Erdbunker, in dem sich Sowjets festgesetzt haben. Mit leichten Infanteriewaften werden sie ausgeräuchert, der Rest der Bolschewisten wird gefangen» genommen. Ü.
Tierzuchtmärtte im Januar.
LPD. Im Bereich der Landesbauernschaft Hessen« Nassau findet am 14. Januar in Alzey eine Absatz« Veranstaltung von Fleckviehbullen und Ebern statt. Man rechnet mit einem Auftrieb von 30 Bullen und 20 Ebern. Einen Tag später wird in Gießen eine Absatzveranstattuna von Jungbullen des Höhenfleck« viehschlages (ungefähr 60 an der Zahl), des schwarzbunten Niederungsviehes (10 Bullen) und von nahezu 40 Ebern durchgeführt. Der Versteigerung geht jeweils eine Körung mit Einteilung in Zucht» weriklassen voraus.
Errichtung der Gauwirtschastskammer Rhein-Main.
Im Vollzug der Anordnung des Reichswirischasts- minifters vom 16. Dezember über die Errichtung der Gauwirtschaftskammer Rhein- Main hat der Präsident der Gauwirtschastskammer, Prof. Dr. Carl L ü e r, im Bereich der ©au« Wirtschaftskammer Rhein-Main die folgenden Zweigstellen mit der angegebenen Gebietsbegrenzung errichtet: Bingen für die Kreise Dingen und Alzey: Darmstadt für die Kreise Darmstadt-Stadt und -Land, Erbach, Bergstraße und Groß-Gerau mit Ausnahme der Gemeinde Rüsselsheim; Friedberg für die Kreise Friedberg und Büdingen; Gießen für die Kreise Gießen-Stadt und -Land, Aisfett) und Lauterbach; Hanau für die Kreise Hanau-Stadt und -Land, Gelnhausen und Schlüchtern; Limburg für die Kreise Limburg, Oberwester- roald, Unterroefterroalb und Oberlahn; Mainz für die Kreise Mainz-Stadt und -Land und die Gemeinde Rüsselsheim: Offenbach für die Kreise Offen« bach-Stadt und -Land und Dieburg: Wetzlar für die Kreise Wetzlar, Dillenburg und Biedenkopf: Wiesbaden für die Kreise Wiesbaden-Stadt und -Land, Untertaunus, Rheingau, St. Goarshausen und Maintaunus (soweit er zum Bezirk des Arbeitsamtes Wiesbaden gehört); Worms für die Kreise Worms-Stadt und -Land.
Der laufende Geschäftsverkehr mit den bisherigen Industrie- und Handelskammern bzw. Bezirksstellen der Jndufttie- und Handelskammer für das Rhein« Mainische Wirtschaftsgebiet, Sitz Frankfurt a. M., geht unmittelbar auf die zuständigen Zweigstellen der Gauwirtschastskammer über, die die Arbe'ttn in den bisherigen Dienfträumen weiterführen. Abgesehen von einigen Gebietsänderungen ergeben sich für die Firmen also keine Aenderungen in der Be- treuung. Für diejenigen Gebietsteile der Gauwiris- schaftskammer Rhein-Main, die bisher zum Bereich der Jndufttie- und Handelskammer Siegen ge-
Klugheit und Gewandtheit durchaus nicht hinter seinem Kameraden Koch zurückstand.
Hofrichter wiederholte im allgemeinen und nicht ganz so ausführlich den Bericht des Wachtmeisters Koch; ergänzen konnte er ihn nur in einem Punkte:
„Als Koch mir zurief, ich solle den Flüchtling ergreifen, lief ich sofort nach der Hinterfeite der Diele, wo eine Tür halb offenstand und wo ich zuletzt das Geräusch von flüchtenden Schritten gehört hatte.
Ick kam in den Wintergarten und sah, daß dort ein Fenster offenstand. Als ich mit meiner Taschenlampe hinausleuchtete, sah ich draußen einen Schatten davonhuschen; ich konnte aber nicht mehr deutlich erkennen, ob es ein Mann oder eine Frau war. Ich rief ihm nach: ,Stehenbleiben! Halt — oder ich schießet Aber der Flüchtling antwortete nicht und war leider auch nicht mehr zu sehen.
Ich sprang dann sofort durch das Fenster und setzte ihm nach: aber obwohl ich den Garten kreuz und quer durchstreifte, konnte ich den Unbekannten nirgends mehr entdecken.
Gleich darauf kam das UeberfaUfommanbo. Während auf meinen Rat hin der größere Teil der Mannschaft sofort die umliegenden Straßen absperrte, haben wir übrigen noch einmal mit Scheinwerfern den Garten abgefuckt und auch die Bäume abgeleuchtet — leider ohne Erfolg! Das einzige, was wir gefunden haben, sind ein paar undeutliche Stiefelabdrücke unter dem Fenster des Wintergartens, die zweifellos von den Stiefeln eines Mannes verursacht worden sind."
„Hoffentlich nicht von Ihren eigenen!" meinte Raucheisen lächelnd.
„Bestimmt nicht, Herr Kommiffar!" ereiferte sich der Wachtmeister. „Die Spuren meiner eigenen Schuh« sind deutlich daneben sichtbar!" Wie zum Beweis hob er einen Fuß und zeigte auf die derben Sohlennägel.
„Sind diese Spuren denn wenigstens sichergestellt worden?"
^Jawohl. Herr Kommiffar! @tn Kamerad oom.
Ueberfallkommando steht als Wache dabei. — Als wir dann im Garten weiter nichts fanden, haben wir das ganze Haus abgesucht — einschließlich Dach und Keller; aber außer der Köchin und dem Hausmädchen, die oben in einem Mansardenzimmer in ihren Betten lagen und erst durch uns geweckt wurden, haben wir im ganzen Hause keine lebende Seels gefunden!"
„Köchin und Hausmädchen?" fragte Raucheisen überrascht. „Wo befinden sich diese ehrenwerten Damen denn, jetzt?"
Der Wachtmeister zuckte die Achseln.
„Es war nichts mit ihnen anzufangen, Herr Kommissar! Die beiden haben sich notdürftig an- gekleidet, und feitbeip sitzen sie unten in der Küche und heulen, daß es einen Hund jammern konnte."
„Na, bann schicken Sie die beiden mal heraus. Sie sollen in der Diele Platz nehmen und warten, bis ich ich sie hereinrufe."
Raucheisen klopfte seine Pfeife aus und folgte dem Wachtmeister in die Diele Der Photogravh hatte seine Arbeit bereits beendet; augenblicklich war ber Polizeiarzt mit dem Toten beschäftigt. Raucheisen ging zu ihm.
„Nun, Doktor, was Neues?"
Der Polizeiarzt Dr. Heidsiek, ein kleiner, unscheinbarer Mann, ber sich durch eine schwarze Hornbrille, eine spiegelnde Glatze und eine äußerst knappe R^eweise auszeichnete, schüttelte den Kopf.
„Nichts, was Ihnen nicht schon bekannt wäre; Schuß ins Herz! — Steckschuß! Hatte sofortigen Tob zur Folge! Etwa n* halbe Stunde nach Mitternacht. Sonstige äußere Verletzungen nicht erkennbar. Außerordentlich klarer Fall — meiner Ansicht nach."
„So, finden Sie?" brummte Raucheisen spöttisch. „Vielleicht können Sie mir auch noch sagen, wer der Täter ist!"
„Nicht meine Aufgabe. — Wollen Sie sonst noch was wiffen?"
(Fortsetzung folgt)


