den Ländern noch verschärft habe, da sie über btc indische Unabhängigkeit entgegengesetzter Ansicht sind. Philips sei bemüht, sich beim indischen Volk populär zu machen und habe daher den Vizekönig Lord Linlithgow aufgefordert, Gandhi sofort f r e i z u g e - bcn, doch wurde dieser Vorschlag vom Vizekönig
alatt a b g e l e h n t. Die Amerikaner versuchen in ihrem Wunsche, die Nachkriegskontrolle über Indien zu erringen, in dem britischen Dominion festen Fuß zu fassen und soviel wie möglich zu gewinnen, wobei sie sich nicht im geringsten um die fetzigen Beherrscher Indiens, die Briten, kümmern.
Zm „Paradies der Arbeiter, dauern und Kinder"
400000 verschleppte poienkinder in der Sowjetunion erfroren oder verhungert.
Seit langer Zeit schon bemüht sich sowohl die britische als auch die nordamerikanische Agitations- maschmc mit oll ihren jüdischen Hintermännern und Handlangern, die Bolschewisten als die reinen, von einer schnöden Welt nur verkannten Toren hinzustellen, die doch nichts anderes wollen, nach nichts anderem sinnen und trachten, als der Menschheit Glück, Freiheit, Frieden, Gleichheit und Wohlstand zu bringen. Auf die bolschewistischen Schlagworte vom „Paradies der Arbeiter und Bauern" und dem „Paradies der Kinder" sich stutzend, malen sie, die noch nie das Gebiet der Sowjetunion betreten haben, der Welt das Bild eines wohlgeordneten, um das „Heil seiner Burger" besorgten Staatswesens, das seinen alten Idealen feierlich obgeschworen und nur noch „vaterländische", wenn nicht gar ^nationale" Ziele vor sich hat.
Die" Not, das graue Elend, all den Schmutz und die Verkommenheit der breiten sowjetischen Volks- moffen — unseren Soldaten so vertraut — übergehen sie als unerheblich; über den grauenhaften Terror, der Hunderttausenden in der Sowjetunion selbst und in den Gebieten, die das Unglück hatten, von den Sowjets besetzt zu werden, das Leben kostete oder sie zu trostlosestem Skbavendasein in irgendwelchen sibirischen Bergwerken oder Rü- stungsfabriken zwang, sehen sie geflissentlich hinweg. Die erschütternden Schilderungen solcher Journalisten, denen es einmal gelungen war, auf
Schleichwegen und unter Einsatz ihres Lebens die Verhältnisse in der Sowjetunion zu studieren, lehnen sie mit der lächelnden Miene des Besserunter- richleten ab. Männer, die die Welt aufrütteln wollen aus ihrem lethargischen Abwarten, bis die rote Pest sie befalle und vernichte, lassen sie nicht zu Worte kommen. Und so scheint es denn, daß wir es nur dem gewaltigen Bock des Reuterbüros, das bie Nachricht passieren ließ, zu verdanken haben, daß uns der Hilferuf des in den USA. lebenden polnischen Bischofs Joseph C a w l i n a für die in der Sowjetunion lebenden polnischen Kinder zu Ohren kam.
Denn wenn Bischof Cawlina in seinem Hilferuf feststellt, daß 400 000 von der Million der aus Polen nach der Sowjetunion verschleppten Kinder an Hunger und Kälte gestorben sind, dann ist diese Feststellung ein Faustschlag in die heuchlerischen Gesichter aller derjenigen im Lager unserer Feinde, die dumm und dreist zugleich die Welt belügen und über die sie bedrohende Gefahr hinwegtäuschen wollen. Wir Deutschen aber • und alle die, die mit uns im Osten im härtesten Ent- scheidungskompf gegen den Bolschewismus stehen, wir kennen diese tödliche Gefahr, die uns von ihm droht. Wir wissen, daß unseren Kindern und all den Kindern Europas dann kein milderes Schicksal zuteil werden würde als den 400 000 verhungerten und erfrorenen Polenkindern.
Luden in England.
Staat, Wirtschaft und Kultur unter jüdischem Einfluß.
Von unserer Berliner Schnftlettung.
Wenn das britisch-jüdische Hetzblatt „News L h r o n i c l e" sich in höchsten Tönen der Entrüstung darüber aufregt, daß der Antisemitismus in England bedrohlich wachse, braucht man die Bedeutung dieser Meldung nicht zu überschätzen. Die Iw den sind — wir kennen sie aus eigener Erfahrung ja zur Genüge — krankhaft empfindlich und schreien Zeter und Mordio, .wenn sie nur beim Namen genannt werden. Sie wissen sehr gut, daß sie die schmutzigen Geschäfte in Politik und Wirtschaft, zu denen ihr Mut sie nun einmal drängt, nur betreiben können, wenn die Oeffentlichkeit nichts davon erführt. Daher sind sie so ängstlich darauf bedacht, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür zu sorgen, daß nach Möglichkeit nicht einmal das Wort Jude in Erscheinung tritt. Aber „News Lhronicle" berichtet von Beispielen der judenfeind- lichen Stimmung in der englischen Bevölkerung und bemüht sich', ihren Lesern klar zu machen, woher diese Stimmung komme. Dabei nähert sie sich in einem für englische Verhältnisse erstaunlichen Maße der Wahrhett, wenn sie erklärt, daß die Juden sich mit Vorliebe im Schwarzhandel betätigen und dadurch die Not des Volkes ausnutzen, so daß die. Rabbiner die Mitglieder ihrer Gemeinde schon von der Kanzel herab warnen.
Dieses jüdische Schiebertum kennen wir gründlich aus eigener Erfahrung, und mir verstehen es, wenn das englische Volk angesichts der jüdischen Umtriebe an der schwarzen Börse die Geduld verliert. Wie würden dem englischen Volk aber erst die Augen aufgehen, wenn ihm die Derjudung seines öffentlichen Lebens in ihrer ganzen Größe vor Augen stände. Daß das nicht so bald geschieht, dafür sorgen die jüdischen Agitationszentralen, in deren Rahmen auch die „News Chronicte" eine wichtige Rolle spielt, mit in erster Linie. Auch in England haben sich die Juden, wie Überall in der Welt, wo man sich ihrer nicht erwehrte, vor ollem der Schlüsselstellungen bemächtigt. So ist heute die englische Presse durchweg unter jüdischem Einfluß. Große Konzerne, wie Berry, Southwood und die Daily-Mirror-Gruppe, aber auch Zeitungen wie die weitverbreitete „Jllustrated London Newspapers" befinden sich in jüdischer Hand. Juden entscheiden darüber, was im „Daily Herald", dem angeblichen Arbeiterblatt Englands, erscheint, und auch die Nachrichtenagenturen,-vor allem auch Reuter, stehen unter jüdischem Einfluß. So erfährt' dos englische Volk über dos Judentum in der Regel nur das, was die Juden selbst für zweckmäßig halten.
Wem die englische Wirtschaft gehört, sagen Namen
wie Rothschild, Sassoon, Mond, Ellerman, Samuel, Schuster, Montagne, Stern und Lewis zur Genüge, um nur einige der Konzernaewaltigen der City zu nennen, denen die Banken, die Textilindustrie, das Verstcherungsgewerbe, die großen Reedereien, die Chemietrusts buchstäblich gehören. Die beherrschende Stellung des Judentums findet auch amtlich ihren Niederschlag. Sir Raleigh Cohen, ein Lollblutjude, ist der Chef der brittschcn Zwilverwaltung, und die Londoner fanden erst kürzlich keinen würdigeren als einen Juden für den Posten des Oberbürgermeisters, nachdem zahlreiche andere englische Städte ihnen mit gutem Beispiel vorangegangen waren. Selbstverständlich sind die Juden'auch im englischen Parlament zahlreich vertreten, im Unterhaus z. B. durch Hore-Belisha, Sir Percy Harris, Sir Isidore Sal- mon, Marcus Samuel, Emanuel Chinwell, Silver- man, E. A. Strauß, Louis Silkin und Herbert und im Oberhaus durch die Lords Rothschild, Reading. Melchett, Samuel of Mount Carmel, Duveen, Southwood, Swaythling, Cranborne, Roseberry, Cholmondeley und andere. Gerade die Veriudung des englischen Hochadels ist ein deutlicher Beweis dafür, in welchem Maße London eine Zentrale des Weltjudentums geworden ist.
Vieles in England wird erst verständlich, wenn man sich darüber klar wird, daß Juden am Werke sind. Juden sind es, dis an dem Ausverkauf des britischen Weltreichs ein gewisses Interesse haben, weil sie bei dem Besitzwechsel dieser Millionen- Objekte etwas zu verdienen hoffen. In den USA. haben sich ihre Hoffnungen in dieser Beziehung bereits erfüllt, als die dortigen englischen Industrie- Unternehmungen als Gegenleistungen für Kriegs- lieferungen verschachert wurden. Die englischen Juden sind es, die für die engen Beziehungen Londons zu Washington sorgen, zumal die Juden in den USA. eine noch unbestrittenere Mücht ausüben als in Großbritannien. Die Juden vor allem sind das Bindeglied zwischen Plutokratie und Bolschewismus, die ja nur verschiedene Erschein ungsfor,m?n ihres Strebens nach Weltherr- sckaft sind. Sie sind daher die Vorkämpfer des Bolschewismus auch in England, und es ist kein Zufall, das der offizielle Vertret-r Moskaus, in London, Maisky, ihr Rassegenosse ist. Juden sind es, die von London aus die Parolen des Hasses gegen das deutsche Volk in die Welt geschleudert haben und die heute noch über den Nationalsozialismus und seine Führer das Blaue vom Himmel herunterlügen. Juden sind es, in deren Interessen die Engländer Krieg fuhren.
Testament seines Vorgängers, des älteren Roosevelt, auch eines Imperialisten reinsten Wassers, der als Staatssekretär am 9. Februar 1898, wenige Tage vor Ausbruch des spanisch-amerikanischen Krieges, einem Freunde schrieb: „Ich will unsere Außenpolitik. so führen, daß endlich alle europäischen Mächte von unserem Ziontinent verschwinden. Mit Spanien möchte ich beginnen und mit sämtlichen europäischen Nationen enden, England einoegrif;cn." England hat diesem tonfequenten Imperialismus seiner einstigen Tochternation nicht nur sein ältestes Dominion, das verschuldete und in großem Elend dahinvegetierende Neufundland opfern müssen, das feit 1583 unter der Herrschaft des Union Jack war, sondern auch die seit dem 17. Jahrhundert britischen Bermudas und Bahamas, die wegen ihres milden Klimas von den Amerikanern als Winteraufenthalt und als Gemüselieferanten längst schon geschätzt sind, und die W e st i n d i s ch e n I nF e l n Jamaica, Barbados, Tobago und Trinidad, die als Produzenten von Zucker, Rum und anderen Plantagenerzeugnissen sowie in der Erdölversorgung eine nicht unerhebliche Rolle im britischen Reichshaushalt spielten. Für die Vereinigten Staaten sind sie vor allem von strategischer Bedeutung als Verstärkung der Sicherheit des Panamakanals gegen Osten. Dem gleichen Zweck gegen Westen galt der Zugriff auf die oem südamerikanischen Staate Ecuador gehörigen Galapagos- Jnseln, die 1600 Kilometer vom Panamakanal mitten unter dem Aequator liegen. Von hier war es nur ein Sprung auf den südamerikanischen- Kontinent selbst. Ecuador mußte wie se-ine Nachbarn Columbien und Peru unter dem Zwang wirtschaftlicher Notlage als Folge der Kriegsausweitungspolitik Roosevelts den '23ereinigten Staaten Marine- und Luftstützpunkte ,pir Verfügung stellen, wie überhaupt die Luftwaffe als notwendiges Kampfmittel zur Beherrschung weiter Seeräume in der Stützpunktstrategie Roosevelts eine wachsende Rolle spielt. Auch auf die Atlantikküste Südamerikas haben die Vereinigten Staaten übergegriffen. Von dem britischen Trinidad mit seinen bedeutenden Raffinerien für das in dem gegenüberliegenten Venezuela gewonnene Erdöl war es nicht weit nach Britisch-Guayana, der bolländische Teil Guayanas ist auch schon verschluckt, und alle Vorbereitungen für die gleiche Prozedur find unter dem Mantel einer als Sympathie-Erklärung für de Gaulle inszenierten Tragikomödie auch in dem französischen, als Sträflingskolonie berüchtigten Cayenne getroffen, nachdem auch von dem französischen Antillenbesitz schon Guadeloupe den Amerikanern zugefallen ist, während Martinique vHN dem zur „Befreiung" Frankreichs ausgewogenen ehemaligen Verbündeten rücksichtslos aus- gehungert wird, um es gefügig zu machen und die Hand auf die hier liegenden französischen Kriegsschiffe legen zu können.
Nickte hat überhaupt dem Stützpunkt-Jmperialis. mus ter Vereinigten Staaten stärker Vorschub geleistet als ter geradezu selbstmörderische Verrat der de Gaulle und Girauo. Er hat Roosevelt das moralische Alibi verschafft für seinen Sprung auf den afrikanischen Kontinent. Marokko und Algier sind in amerikanischer Hand, keineswegs nur als Aufmarschgelände für die Operationen gegen Tunis; die systematische wirtschaftliche Durchdringung der beiden Länder, von denen die Franzosen Algier stets als zum Mutterland gehörig betrachtet haben, dessen drei Departements dem Pariser Innenministerium unterstanden, laßt vielmehr darauf schließen, daß die Amerikaner sich hier unter Beiseitedrängung des britischen Bundesgenossen häuslich einrichten und sie freiwillig nicht wieder zu räumen gebenden. Genau das gleiche gilt von Französisch West- und 21t« q u a t o r i a'l - A fr i k a. Hier ist vor allem D a - k a r wegen seiner günstigen Lage zum südamerika- nischen Kontinent und als bedeutender Kriegshafen der Ausgangspunkt für die Entfaltung der amerikanischen Militärmacht über den ganzen mittleren Teil Afrikas bis hin an die Küste des Roten Meeres und des Indischen Ozeans geworden. Dakar ist von Natal, dem Sprungbrett über den Atlantik an der brasilianischen Küste und deshalb selbstverständlich längst von Roosevelt für seine Zwecke beschlagnahmt, nur 2800 Kilometer entfernt. Das klingt immer noch gewaltig. Aber da wenig weiter nördlich und südlich sowohl die südamerikanische wie die afrikanische Küste beträchtlich zurücktreten, so weiten sich hier die Spannen sehr bald auf 5000 Kilometer und mehr Von Natal nach Dakar braucht ein Schiff durchschnittlich drei bis vier Tage, ein Flugzeug nur acht Stunden. Es ist also die kürzeste Verbindung Mischen der Neven und der Alten Welt, aber es ist auch fefbftDet'ffänb'irh. daß der Schittsverkehr gerate m dieser Atlantik-Enge einen besonderen An- stehungspunkt der beutfd>en U-Boote darstsllt.
Von Dakar aus hat llch die amerikanische Inter- ejsensphäre wie ein Oelfleck nicht nur aus die fran* chsischen Besitzungen Westafrikas ausgebreitet, sondern auch die einstmals „freie" Negerrepublik L i -
Glück auf, Renate!
lrman von Ernst Grau.
38 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Dann brachte Doktor Reckling, sein Anwalt, eines Tages Renate zur Besuck-sstunde mit. Sie sagte ihm alles, es tat ihr wohl, sich endlich einmal frei aus- sprechen zu können, und von bie-fem Tage an konnte Werner die Welt wieder mit anderen Augen an» sehen. Doktor Reckling stand während dieser Beichte am Fenster und sah in den kahlen Hof hinunter. Aber an, dem langen Schweigen hinter seinem Rücken erkannte er, daß cs zwischen diesen beiden Menschen nun nichts Trennendes mehr gab, und als er sich dann umwendete, sah er in zwei glückliche Gesichter, zu denen diese Umgebung so gar nicht recht passen wollte. Es tat ihm auch bitter leid, daß er sie in die gewiß nicht rosige Gegenwart zurück- rufen muhte. Sie saßen bann zusammen um den kleinen Tisch und sprachen gemeinsam noch einmal alles durch, aber trotz aller Vorschläge und aller Erwägungen ... den rettenden Ausweg fanden sie auch jetzt nicht, sie mochten den Fall drehen und wenden wie sie wollten.
Erst als Werner davon erzählt, daß er sich in eine Rötlüge gcsiiich'et hatte, als er über den Aufbewahrungsort der Waffe aussagen mußte, erhellten sich die Mienen des Anwalts. Hier sah er eine opur vor sich, die zu ganz anderen Ergebnissen führen konnte.
„Damit fangen wir ihn. Hellingrath. Verlassen Sie sich daraus."
Ein schöner, klarer Herbsttag grüßt mit blanken Sonnenstrahlen durch die hoben Fenster des kleinen Saales, in dem Wender Hellingrath heute vor seinem Richter steht.
b e r i a einbegriffen, aber auch keineswegs vor dem Eigentum des britischen Alliierten Halt gemacht. Und daß auch dies nicht nur eine für die Dauer des Krieges befristete militärischk Maßnahme ist, wie etwa die amerikanischen Garnisonen in den britischen Hafenstädten Bathurst und Freetown, das wird erhärtet durch die Entsendung amerikanischer Wirtschaftsdelegationen nach A k k r a , der Hauptstadt der britischen Kronkolonie „Goldküste". Diese sollen auch die wirtschaftliche Durchdringung von Gambia, Sierra Leone und Nigeria in die Hand nehmen. Es hatte also schon seinen guten Grund, wenn der britische Kolonialminister Stanley kürzlich in recht scharfen Worten gegen die amerikanische Absicht eines Kondominiums im britischen Kolonialreich Verwahrung eirrlegte. Aber er muß sich mit seinen französischen und belgischen Kollegen trösten, denn wie in West-Attika, so gehen die Amerikaner auch im Kongogebiet mit systematischer Gründlichkeit dazu über, sich unter dem Deckmantel strategischer Erfordernisse über Garnisonen, Flugplätzen und Autostraßen auch alle wirtschaftlichen Schlüssel- stellungen der französischen und belgischen Kolonien in die Hände zu spielen.
Wir müssen es uns heute versagen, die gleiche Entwicklung des nordamerikanischen Stützpun-kt-Imperialismus, der im wesentlichen auf Kosten des britischen Alliierten geht, auch im Gebiet des Nahen und Mittleren Ostens sowie im pazifischen Raum zu verfolgen. Sowohl in Aegypten wie in Sau- disch-Arabien, im Irak wie in Iran, soweit es nicht von den Sowjets als ihre ausschließliche Einftuß- zvne beansprucht wird, haben sich neben amerikanischen Militärs auch Wirtschaftsexperten Roosevelts mit ihrem ganzen Anhang niedergelassen und maßen sich hier überall, wo die britische Kriegführung zu schwerer politischer Bedrückung und wirtschaftlicher Auspowerung ter Bevölkerung geführt hat, die Schiedsrichterrotte zwischen der verhaßten britischen Besatzung und den einheimischen Regierungen an. Und im pazifischen Raum, wo die traditionelle Stützpunktstrategie Englands und der Vereinigten Staaten in der" ersten Runde des Feldzuges gegen Japan so völlig Bankrott gemacht hat, suchen die Amerikaner nun als Ausgangsstellungen für die zweite Runde, die Verteidigung Australiens, die ihnen praktisch so gut wie allein zufällt, und die Verwirklichung ihres Traumes von einer Rückeroberung ter Südsee, günstige Ausgangsstellungen auf den pazifischen Insel-Besitzungen ihrer Alliierten und früheren Verbündeten. Das französische Neu- Kal e d o n i e N haben sie besetzt, das neuseeländische Mandat Upolu (der ehemals deutsche Anteil an der SamowGvuppe) und die britischen Phoenix- Jnseln mit dem vor einigen Tagen genannten Ean- ton beansvruchen sie für sich, um damit von Hawai aus die Brücke von Stützpunkten nach Australien hinüber zu schlagen, das nach dem Verlust von Singapur von England notgedrungen im Sttch gelassen, ganz auf die Hille der Vereinigten Staaten angewiesen und ihrem Einfluß völlig verfallen ist.
Diesem uferlosen Stützpunkt-Jmverialismus der Verein-laten Staaten, der mit der Besetzung Grönlands. Islands und Nordirlands ja auch in die europäische Sphäre binüberaegr'ftsn hat und damit bekundet, daß der Wettherrfckaftsc.nspruch keinerlei Grenzen kennt unb die von Roosevelt einst aufqe- stelltt These von'der Verteidigung der westlichen Hemisphäre nur ein Täufchungs versuch war, stellen die Mächte des Dreierpaktes das Ordmmgsprinstp einer klaren Abgrenzung der MaM'phären nach den natürlick-m Lebensräumen der Völker entgegen. Es ist die Wiederberstellung des ursprünglichen Sinnes der Monroe-Dakttin. die einstmals das Ideal der nordamerikanischen Außenpolitik gewesen ist.
Dr. Fr. W. Lange.
Der wachsende LIGA -Einfluß in Indien.
Tokio, 2. April. (DRV.) Informierte Kreise befassen sich mit den anglo-amerikanischen Reibungen wegen der Tätigkeit des Sondergesandten Roosevelts in Indien, William Philips. Sie entstanden, als Indien durch die Besetzung Burmas der Gefahr eines japanischen Angriffs ausgesetzt war. Zur Verstärkung der Luftoerteidsgung in Indien seien damals die britischen Milikärbchörden genötigt gewesen, um die Entsendung amerikanischer Luftstreitträfte noch Indien zu bit- ken. Die '-Bereinigten Staaten hätten daraufhin ständig Verstärkungen über Afrika nach Indien geschickt und unter dem Vorwand, Indien als Zwischen, station für den Transport von Kriegslieferungen auf dem Luftwege nach Tsckungking benutzen zu muffen, sich schnell ausgebreitet. Der schwache britische Einfluß ermutigte noch das anmaßende Vor- geben der amerikanischen Luftstreitkröfte.
Man fügt hinzu, daß der Hungerstreik des Mahatma Gandhi die Spannung zwischen den bei
Es ist kein „großer Tag". Nur wenige Stuhlreihen stehen da, die für die Zuschauer bestimmt sind, und auch sie stehen fast zur Hälfte unbesetzt. Es herrscht nicht der große Andrang wie bei einem Mordprozeß, denn Meindero hatte sich bald wieder erholt, und damit war auch die Anteilnahme der Oeffentlichkeit an diesem Fall sehr gesunken.
Aber in der ersten Reihe der Zuhörer sitzen Walter Hammerkott und neben ihm Frau Thora Kersten, und beide nicken dem Angeklagten Hellingrath bei seinem Eintritt in den Saal freundlich zu.
„Na, gut geschlafen?" meint Doktor Reckling ermunternd und reicht seinem Schützling die Hand.
„Ausgezeichnet", kommt es gutgelaunt zurück. Werner weiß, daß dieser tenfroüroige Tag noch einige Ueberraschungen bringen wird, die endlich einmal die Luft in Hammerkott reinigen werden.
^ntern tritt bas Gericht ein. Nach kurzer Begrüßung beginnt sofort die Verhandlung.
„Sie sind der Bergingenieur Doktor Werner Hellingrath aus Hammerkott, geboren 17. November 1895 zu Celle in Hannover."
„Ja."
Fest und klar schwingt dieses Wort burd) den hohen Raum. Werner steht an seinem Platz, hoch aufgereckt, mit breiten Schultern, die dichten blonden Haare straff nach hinten gebürstet. Sein offener Blick weicht dem des Richters nicht aus. Seltsam, muß er dabei denken, dieser Mann dort ein Mensch wie ich und ist doch mein Richter. Landgerichtsrat Doktor Wildenow ist klein und zierlich, hat schütteres, graues Haar, aber feine Stimme, obzwar etwas leise, klingt doch fest und bestimmt. Eine Stimme, die genau weiß, was sie will. Und der man nicht ungern zuhört.
Die Verlesung der Anklageschrist verläuft wie üblich und dauert nicht lange. Es sind hinreichend tenug Beweise vorhanden, die den Angeklagten Doktor Hellingrath des Mordversuchs überführen. Zu seinem Glück ist die Sache noch glimpflich verlaufen, so daß er sich hier nur wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten hat.
Do/tor Wildenow legt das nicht sehr umfangreiche Papier aus der Hand.
„Bekennen Sie sich schuldig, Angeklagter?"
Er hebt bei diestr Frage den Kopf und sieht zu Hellingrath hinüber.
„Nein!"
Einen Augenblick lang herrscht Stille. Dann setzt sich alles, der Vorsitzende legt sein Barett beiseite, und die eigentliche Verhandlung beginnt.
„Erzählen Sie uns den Hergang der Tat, Angeklagter."
Werner wechselt einen Blick mit Doktor Reckling, der ihm unmerklich zunickt. Nur ,die Ruhe bewahren, heißt das, sich nicht irritieren lassen. Doch die Frage hat Hellingrath ein wenig verwirrt, und er muß sich vor einer heftigen Antwort in acht nehmen, denn er darf sich hier die Sympathie des Richters nicht von vornherein verscherzen.
_ „Zur Tat selbst vermag ich nicht viel auszusagen, Herr Landgerichtsrat, da ich diese ja nicht begangen habe."
„Also gut ... dann sagen Sie uns, was Sie überhaupt von dem Vorgang wissen."
„Das ist sehr wenig. Ich hielt mich auf der Strecke der Sohle sieben auf, als ich plötzlich hörte, wie Direktor Terbrüggen aus der Richtung vom Schacht her mehrmals meinen Namen rief. Ich ging darauf sofort die Strecke zurück und sah in der Ferne ein Grubenlicht näherkommen, als dessen Träger ich Terbrüggen vermuten mußte. Natürlich glaubte ich, daß etwas Besonderes vsrgefallen sei und ging deshalb sehr schnell, so daß ich mein volles Augenmerk auf den Weg vor mir richten muhte. Plötzlich fiel vorn ein Schuß, und als ich aufsah, war die mir entgegenkommende Lampe verschwunden. Ich ging nun so schnell ich konnte vorwärts, und als ich näherkam, traf ich unvermutet auf Meinders, der verwundet am Boden lag. Terbrüggen kniete neben ihm und versuchte, ihn auszurichten. Im Schein meiner Lampe konnten mir dann feststellen, daß ter untere bewußtlos mar."
„Sie hatten sofort den Eindruck, daß Terbrüggen auf Meinders geschossen hatte?"
Werner hebt die Schultern.
„Er ... oder ein unbekannter Dritter. Aber die Männer, die dort unten arbeiten, kommen für eine solche Tat nicht in Frage. Terbrüggen mar zwar menig beliebt bei ihnen, aber zu einer Gemalttctt hätte sich bestimmt von ihnen niemand hinreißen lassen."
„Mit dieser Aussage geben Sie zu erkennen, daß nach Ihrer Meinung der Schuß nicht Meinders, sondern viel eher Terbrüggen galt?"
„Das will ich damit nicht gesagt haben, Herr Landgsrichtsrat, denn ich kenne rneder den Täter noch seine Berneggründe zur Tat."
„Wie erklären Sie sich aber die bestimmte Aussage von Meinders? Er will bekanntlich genau gesehen haben, daß der Schuß von Ihnen kam."
„Eine solche Behauptung muß jeder zurückweifen, der die Verhältnisse auf der Strecke unten kennt, gn der Dunkelheit, die dort herrscht, konnte auch Meinders weiter nichts sehen, als daß das Mündungsfeuer von vorn kam. Den Schlitzen selbst konnte er aus keinen Fall erkennen, zumal er nur sehr selten unter Tage war und die Verhältnisse dort nicht näher kannte."
„Zwischen Ihnen und Herrn Meinders bestand eine gewisse Feindschaft?"
„Nein."
„Aber gegen 5)errn Direktor Terbrüggen doch?" „Das bestreite ich nicht.
„Und der Grund dazu ..."
„Einen bestimmten Grund könnte ich nicht am geben. Es mar persönliche Antipathie."
„Und diese persönliche Abneigung ging so rneit, daß Direktor -terbrüggen Ihnen sogar noch am Tage vor ter Tat Ihre Stellung kündigte? Oder aus welcher anderen Veranlassung geschah das?"
Werner überlegte sekundenlang. Die leise Ironie m den Worten des Richters überhörte er.
(Fortsetzung folgt.)


