Ausgabe 
3.2.1943
 
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»n, der allen feinen Gemälden zu eigen ist, fon- ern auch an den grüßen und klaren Linien, auf die lle Formen unter Verzicht auf jedes unerhebliche Detail mit suagestiver Kraft zurückgeführt sind. Lrotzdem war seine Kunst von ungeheurer Spann- veite: die harten Notwendigkeiten des Kampfes und lie Arbeit, das schwermütige Lied vom Werden und Vergeben, von den Nöten des Lebens und des Menschentums waren die Gtundmelodie seiner Verte. Dazu kam noch das gewaltige Kriegserleb- Ils, das in Egger-Lienz' erschütternden Kriegsbil- hern einen grandiosen Niederschlag gefunden hat keine Ausblldung hat Egger-Lienz an der Münche­ier Akademie bei Piloty, Hackl und Lindenschmitt emossen. Am tiefftcn aber hat sein Landsmann refregger auf ihn eingewirkt, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband. Bald zog der junge liroler Maler auf den Kunstausstellungen in Ber- fin, Wien und München die Aufmerksamkeit auf sch. 1899 zog er nach Wien, das er aber 1911 nach Manchen Enttäuschungen wieder verließ, um sich in -all in Tirol und, nach kurzer Wirksamkeit als Pro- pssor an der Weimarer Akademie, schließlich in Bo- p niederzulassen, in dessen Nähe er 1926 auf der -öhe seines Lebens starb. Adolf Theodor Schwarz.

Wien schafft einen Skifter-Preis.

Den 75. Todestag Adalbert Stifters wie den S. Jahrestag ihrer Gründung nahm die Adalbert- Stifter-Gesellschaft zum Anlaß einer Gedenkstunde, A der die Schaffung eines Stifter-Preises durch e Stadt Wien bekanntgegeben wurde, der als örderungsgabe für junge Wiener Dichtkunst ver- efren werden soll. Bemerkenswert waren die Aus- ihrungen Professor Dr. Nadlers über Stifter als

Mischen Denker mit dem Zeugnis der Gedanken 1er die Zukunft Deutschlands um».Europas, wie sie Öfter imWiener Boten" von 1849 niedergelegt it Am Adalbert-Stifter-Denkmal in Wien legte eie Anlaß des 75. Todestages des Dichters der stell- ötrtretenbe Generalkulturreferent Stuppaeck einen -ranz der Stadt Wien nieder. Der Präsidnt der Lialbert-Stifter-Gesellschaft, Friedrich Speiser, so- nie der Vizepräsident des Wiener Dichterkreises, Jr. Mirko Jelufich, überbrachten die Kränze ihrer Bereinigungen.

Ein Lehrstuhl für Theaterwissenschaft in Men.

Auf Vorschlag des Reichsstatthalters von Schirach let Reichsminister Rust an der Universität Wien einen Lehrstuhl für Theaterwissenschaft errichtet, gleichzeitig soll in Wien ein Reichsforschungsinstitut fir Theatergeschichte gegründet werden. Professor Dr. Kindermann wurde auf den neuen Lehr- .«hl berufen und mit der Errichtung des Reichs- Mttttes betraut.

hochschulnachrichten.

Prof. Dr. Wilhelm Gallas, Ordinarius des Krafrechts an der Universität Tübingen, wurde an bis Universität Leipzig berufen. Gallas war feit dem tzrühjahr 1940 in Tübingen tätig, zuletzt bekleidete « das Amt des Prorektors. Zur Zeit steht er bei dr Wehrinacht. 1903 in St. Petersburg geboren, feierte er in Berlin und München und promo­vierte 1931 in Berlin. 1933 habilitierte er sich eben« | bl für Strafrecht und Strafprozeß. 1934 wurde er v. Professor an der Universität Gießen. Aon 1935 bis 1940 wirkte er an der Universität« f*isberg. Er hat zahlreiche Arbeiten aus dem Ge-- Het des materiellen Strafrechts und Strafverfahrens sechrieben und sich dabei auch mit der deutschen Akchtserneuerung auf feinem Fachgebiet befaßt. Er üt Mitherausgeber und Schriftleiter derZeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft" und korre- ipnnbierenbes Mitglied der Königsberger Gelebrten- ce'ellschaft. Der o. Professor für indische Philo­loge und Kulturgeschichte des Ostens an der Untrer« flät Marburg, Dr. Johannes Nobel, wurde zum ftrrefpondierenden Mitglied der Finnifch-Ugri- \ ttm Gesellschaft in Helsinki ernannt. Der o. Pro- War für Versassungs-, Verwaltungs- und Finanz« |l recht an der Universität Kiel, Dr. Richard N a u« eia h n, ist an die Universität Innsbruck berufen >rben. Naumann wurde 1906 in Ehrenfriedersdorf (Ir^gebirge) geboren. Er habilitierte sich 1938 in Ä pzig und kam 1940 als a. o. Profesior nach Kiel. 3tn feinen Werken nennen wir:Staatsrecht der Niu-England-Kolonien" undWandlungen im Recht i dl Widerrufs von Verwaltungsakten". Der Do- Mit für mittlere und neuere «Geschichte, Dr. phil. fei. Walter Schlesinger in Leipzig, ist zum Außerordentlichen Professor in der philosophischen sjtkultät der Universität Leip,zig unter Uebertragung

Lehrstuhls für deutsche Landes- und Volksge- ß chte ernannt worden. Der a. o. Professor für armazie an der Universität Tübingen, Dr. Eugen Bimann, ist zum o. Professor an der Deutschen Miversität in Prag ernannt worden. Bamann tirbe 1900 in Gundelfingen an der Donau geboren, fr studierte in München und Würzburg und promo« forte 1926 in München, wo er sich 1931 habilitierte. Ctber die T. H. Stuttgart kam er 1935 nach Tu-

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Aus -er Stadt Gieß««.

Warum ist der Februar der kürzeste Monat?

Daß der Februar im allgemeinen 28 Tage und alle vier Jahre 29 Tage hat, ist uns eine Selbstven Endlichkeit. Wir wissen auch, daß diese Einteilung auf die Kalenderreform Julius Cäsprs zurückgeht. Warum aber ist der Februar von vornherein in seiner Länge verkürzt, während der sonst regelmä­ßige Wechsel der Monatslängen zwischen 30 und 31 Tagen doch an zwei Stellen zugunsten des 31-Tage- Monats durchbrochen ist? Sowohl im Sommer (Juli-August), als auch im Winter (Dezember-Ja­nuar) folgen zwei 31-Dage-Monate aufeinander. Man kann also nicht behaupten, daß das Jahr nicht genug" Tage für den Februar übrig hätte. Aber hier wie fast überall hat sich das Unregelmäßige, ge­schichtlich Gewordene gegen die nüchterne Regelmä­ßigkeit des nur Vernünftigen behauptet.

Die Sonderstellung des Februar innechalb des Jahres reicht weit über die Julianische Kalender­rechnung in die sagenhafte Zeit der römischen Kö­nige zurück. Der Februar war der letzte Monat des alten römischen Jahres, das mit dem März begann. Angeblich soll dieses Jahr ursprünglich nur zehn Monate gehabt haben, fo daß der zehnte Monat, der Dezember, wie auch bei uns heute der letzte Mo­nat war. Erst die starke Abweichung des bürger­lichen Jahres vom astronomischen, die sich allmählich bemerkbar machte, soll Numa Pompilius veranlaßt haben, zwei Monate hinzuzufügen, den Januarius (nach Janus) und den Februarius, von dem wir nicht genau wissen, ob er feinen Namen dem Fe« bruus, einem Gott der Toten, verdankt, ober dem Wortfebruare, reinigen, weil in den letzten Ta­gen dieses Monats, also am Jahresende, das Fest der ßupercafien, das große Reinigungs- und Sühne- fest, gefeiert wurde.

Aber die Hinzufügung von zwei Monaten ge­nügte noch nicht, um das bürgerliche Jahr hem wirklichen" wieder anzugleichen. Es blieb noch eine große Lücke, die man durch ehren Schaltmonat, den Mercedonius", auszufüllen suchte, und zwar wurde dieser Schaltmonat alle zwei Jahre nach dem 23. Fe- bruar eingefügt, fo, daß nach dem letzten Mercedo- niustag in der Zählung der Februartage fortgefah­ren wurde. Die erforderliche Lange des Mercedonius aber, um die Uebereinftimmung zwischen dem Ka­lender- und dem Sonnenfahr zu erreichen, machte den Astronomen viel Kopfschmerzen, und schließlich wurde es den Priestern anheimgegeben, jeweils die Länge des Schaltmonats zu bestimmen. Die Folge war eine unbeschreibliche Verwirrung im Kalender- wesen, der erst Casars Reform ein Ende machte.

Das Jahr 46 v.d. Ztw., in dem Julius Cäsar als Pontifex den Kalender fo festlegte, wie er sich die 2000 Jahre seitdem im wesentlichen erhalten hat, nannten die Römerannus confusionis, das Jahr der Verwirrung. Es hatte, um ein für allemal den Ausgleich zu schaffen, 445 Tage. Seitdem aber verschwand der Schaltmonat ganz und wurde durch einen Schalttag ersetzt, den Cäsar, der alten Sitte folgend, nach dem 23. Februar einfügte unter dem Namenbissexto calendas. Als der eigentliche Schalttag ist darum astch früher stets der 24. Fe­bruar angesehen worden, und viele alte Volks- bräuche, die sich an diesen Tag knüpfen, gehen auf diese seine Urbedeutung als Schalttag zurück. Zu­gleich setzte Cäsar die Tageszahlen der einzelnen Monate auf abwechselnd 30 und 31 Tage fest. Bei einem Jahr von 365, bezw. 366 Tagen blieben auf diese Weise für den letzten Monat Februar 29, im Schaltjahr 30 Tage übrig.

Schon zwei Jahre nach der Kalenderreform wurde Cäsar ermordet und ihm zu Ehren der fünfte Monat, der damalige Ouintilis, Julius genannt. Unter Augustus erhielt dann der bisherige Sextilis den Namen Augustus. Hofschranzen faßten es je­doch als Beleidigung des Kaisers auf, daß [ein Mo­nat nur 30 Tage hatte im Gegensatz zu dem- sars mit 31 Tagen. So legte ein kaiserliches Edikt dem Monat Augustus einen Tag zu, der dafür dem Februar abgezwackt wurde. Und damit nicht drei Monate mit 31 Tagen auseinander folgten, trat eine weitere Verschiebung bei den Monaten Sep­tember bis Dezember ein, indem September und November statt wie früher 31 nun 30 Tage er­hielten, umgekehrt Oktober und Dezember 31.

Seitdem hat man keine Ursache gefunden, an dieser Einteilung etwas grundlegend zu andern. Auch nicht die fogenannte Gregorianische Kosender- resorm, die Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 in Wirksamkeit setzte.' Der Julianische Kalender hatte mit derZeit" immer noch nicht übereingeftimmt, sondern mar wieder um 10 Tage von ihr abge« wichen. Diese Ungenauigkeit glich die Gregorianische Kalenderreform aus, um dieZeit" einzuholen, bestimmte die päpstliche Dulle, daß der Kalender im Jahre 1582 vom 4. Oktober unmittelbar auf den

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Drei, Herr Holm!"

Nein, vier!" rief Sigrid.An der Rückfront ist auch noch eine Eifentür die vom Keller aus unmit­telbar ins Freie führt!"

,^a richtig!" stimmte Güstrow zu.Aber diese Tür wird nie benutzt. Sie ist ständig verschlossen und verriegelt und meist im Keller auch verstellt."

Die Durchsuchung des Kellers können wir uns für heute wohl ersparen", meinte Brand; ,chenn na­türlich wartet unser Klopfgeist nicht darauf, daß wir ihm noch einmal, und diesmal bei hellem Licht, einen Besuch abftatten! Inzwischen hat er sich längst wieder unsichtbar gemacht!"

Glauben Sie, daß er das kann, Herr Brand?" fragte Jutta nah». Sie nahm die Rede wörtlich

Brand faßte unwillkürlich an die Beule auf seiner Stirn und lächelte ein bißchen wehmütig.

Na ja, diese Absicht haben Sir mir ja bereits da unten handgreiflich bewiesen, Herr Holm! In der Dunkelheit war Ihr Irrtum allerdings verzeih­lich, um so mehr, als Sie sa nicht wissen konnten, daß ich mich ebenfalls im Keller befand. Ich stand etwas seitlich von Ihnen hinter einer Mauer, kaum zehn Schritt von dem sogenannten Gespenst ent­fernt, und hatte es schon eine ganze Weile heimlich beobachtet, als Sie plötzlich vordrangen und ein Ge­räusch machten. Daraufhin wandte es sich natürlich sofort zur Flucht."

So? Und warum haben Sie es da nicht fest- aehalten?" rief Axel immer noch mißtrauisch, indem er jetzt ebenfalls nach seinen Schuhen griff und sie

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Branb schüttelte ruhig den Kopf.

Das war ja gar nicht meine Absicht, Herr Holm.

sagte mir, daß dieses - Wesen, das da unten fchtiirf) die Sicherungen herausschraubt, um dann <ls Skelett ohne Kopf als Leutschreck also jimmzugeistem, mit seinem Klopfen gegen Die 8crche doch irgendeinen besonderen Zweck verfol- p muß. Und eben diesen Zweck wollte ich ergrmr« *1! Vielleicht hätte ich meine Absicht auch erreicht, dein ja, wenn Sie mir nicht dazwijchengekom- tei wären, weilte Herren!"

,Ach, jetzt sollen wir uns wohl auch noch ent« Milbigen!?" rief Axel ärgerlich.Offen geftanben, Herr Brand, als ich Sie da unten zu pacfen bekam, dcr7 ich der festen Ueberzeugung, daß Sie selbst tees fogenannte Gespenst feien!" .

.Lxel, der auch jetzt noch derselben Memung war, lf) den jungen Mann herausfordernd an.

ROMAN VON OLAF BO UTE RWE CK

« Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

3rand erhob sich, und klopfte den Staub von fei­ten Anzug. -

^Selbstverständlich bin ich Ihnen eine Erklärung Mtldig, Herr Holm. Ich hatte mir vorhin m der ^irliothek noch einige Aufzeichnungen gemacht und DcCIte gerade in mein Zimmer hinaufgehen, als ich hi Klopfen im Keller hörte. Ich schlich, mich darauf« tyn sofort im Dunkeln hinunter, und mit der notigen ; vkduld und Vorsicht gelang es mir, das sogenannte Wvenst heimlich bei seiner Arbeit zu beobachten. ..

Ich verstehe", sagte Axel spöttisch.Sie hatten ra ürlich nur nicht den Mut, die Lage auszunutzen, , Gerippe zu packen und hierher in die

iringen, damit wir es mal hätten bei Licht besehen firnen!"

wieder anzog.

.Das wollte ich ja tun, Herr Holm! Aber leider 'fielen Sie mir gerade gegen die Beine und riffen mich um! Und diesem unglücklichen Zufall allein haben wir es zu verdanken, daß uns das Gespenst entwischen konnte!"

Axel sprang mit einem Ruck auf.

Wir müssen sofort noch einmal in den Keller!" Er sah den Hausherrn fragenb an:Wieviel Aus­gänge hat denn der Keller eigentlich. Herr Gust-

K. Oktober uberzugehen hatte. Aus Widerspruch gegen Rom wurde Die Reform aber zunächst nur in den katholischen Ländern angenommen und setzte sich m den protestantischen Ländern nur nach und nach durch, was zur Folge hatte, daß wir lange Zett in Briefen und Urkunden das Datum doppelt angegeben finden, zum Beispiel 20./30. Januar.

Gprechstunde des Kreisleiters.

Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Don­nerstag, 4.2., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.

Amt für das Landvolk.

Die Sprechstunde des Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, 4.2., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.

Don her Universität Gießen.

Zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde der Dozent für Indogermanistik, Germanistik und Runenkunde an der Ludwigs-Universität Gie­ßen Dr.phil. habil H elmut Arntz. Professor Dr,Arntz stammt aus Bonn, wo er am 6. Juli 1912

Gaboren wurde. Nach dem Bestich te ReakgynmH siums in Honnef am Rhein und der Reifeprüfung art dieser Schule studierte er in Köln, Gießen uns Bonn. Im Februar 1933 promovierte er in Gießen zum Dr. phil., im April 1935 habilitierte er sich an unserer Universität. Dann war er während einiger Monate als Referent für Volksforschung bei Der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Berlin tätig, hierauf kehrte er nach Gießen zurück. 1937 erhielt er hier die Dozentur. Der Reichserziehunasminister genehmigte im Jahre 1938 die Gründung ves Jnftt« tute für Runenforschung an der Universität Gießen, dessen Leitung ihm neben der Betreuung des Se­minars für indogermanistische Sprachwissenschaft übertragen wurde. In der Fachwelt ist Professor Dr. Arntz durch mehrere bedeutsame Werke über Runenkunde bekannt geworden. Seit Beginn dieses Krieges steht er ununterbrochen im Felde; er hat an den Feldzügen in Polen, im Westen und auf dem Balkan teilgenommen, seit Beginn des Dfte feldzuges kämpft er mit gegen die Sowjets.

Verdunkelungszett:

3. Februar von 18.10 bis 7.31 Uhr.

Arbeitsmeldepflicht und Praxis.

Antwort auf Fragen her zukünftigen .Neuen" Leistung, Bewährnng unh Betreuung her arbeitenhen Frau.

Von Alice Rilke, Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront.

Die soeben angeordnete Meldepflicht für den Ar­beitseinsatz im Dienste der Reichsverteidigung wird viele Frauen zu Ueberlegungen über ihre künftige Verwendung gebracht haben. Der Erlaß des Gene­ralbevollmächtigten, dem die hohe Verpflichtung der Heimat gegenüber der heldenmütig kämpfenden Front zugrunde liegt, erwähnt die Gelegenheit, be­sondere Wünsche über die Art des Einsatzes und über persönliche Eignungen vorzubringen. Berech­tigten Wünschen soll soweit wie möglich Rechnung getragen werden. Dabei ipirb es indessen eine selbst­verständliche Ueberzeugung der aufzurufenden Frauen und Mädchen fern müssen, daß es sich heute nicht darum handeln kann, eine Beschäftigung nach »spunkten der persönlichen Annehmlichkelt aus-

n, sondern daß diejenige Arbeit voll­bracht werden muß, die für die Er­ringung des Sieges jetzt einfach not­wend i gift. Natürlick) wird nicht jeder Einsatz di­rekt im Betriebe erfolgen. In vielen Fällen wird es sich darum handeln, bisher berufserfahrene Kräfte der einzelnen Gebiete durch Austausch für die Rüstungswirtschaft freizusetzen. Eindeuttg hat jedoch der Reichsminrster für Bewaffnung und Mu­nition soeben vor der Reichsarbeitekammer erklärt, daß die Kräfte zur Ausweitung unserer Produktion neu aus dem deutschen Volk zur Verfügung gestellt werden und in großen Massen in die Fabriken strömen müssen. Die betriebliche Arbeit, die die Was. fen« und Munitionsherstellung und die Deckung des notwendigsten Lebensbedarfs sichert, hat gruiidfätz- lich den vordringlichsten Anspruch.

Bei vielen bisher berufsungewohnten Frauen wird sich vielleicht der Gedanke an den Betrieb mit der Vorstellung rauchgeschwärzter Fabrikhallen verbinden und mit Arbeitsbedingungen und vielleicht auch einer menschlichen. Umgebung, die der Frau nicht entsprechen könnten. Ein Betrieb ist kein Sa­natorium, das ist klar. Er ist aber als Arbeitsstätte feit Jahren durch deutsche Sozialpolitik gestaltet worben, sowohl seiner Einrichtung wie seinen Ar­beitsbedingungen nach. Dabei ist auf die soziale Betreuung der Frauen von Anfang an entscheiden­der Wert gelegt worden. Sie wurde von dev körperlichen und seelischen Besonder- heiten der Frau her bestimmt und wird vor allem von Frauen selber durchge­führt. Es wird die zukünftigen neuen betrieblichen Mitarbeiterinnen befriedigen, zu wissen, daß sie an ihren künftigen Arbeitsstätten Betriebsfrauen, malterinnen und als besonders aus gebil­dete Fachkräfte soziale Betrieb sarbei- ter innen finden werden, die für die Betreuung der Frauen zuständig sind und an der Entscheidung, ob und unter welchen Bedingungen Tätigkeiten für Frauen geeignet erscheinen, mitbestimmend beteiligt sind.

Seit Kriegsbeginn sind Zehntausende von Frauen, Verkäuferinnen, Modezeichnerinnen, Putzmacherin­nen, Textilarbeiterinnen usw. in neue, vorher un­gewohnte Tätigkeiten, sonderlich in der Metallindu­strie und in ber Elektrotechnik, gekommen. Sie haben sich nach kurzer Umschulung so ausgezeichnet bewährt, daß viele von ihnen bei der handlichen Geschicklichkeit der Frau frühere männliche Arbeits­kräfte übertrafen. Die Betriebsführer rühmen ins­besondere die weibliche Eignung und Leistung für feinmechanische Präzisionsarbeiten, für Meß-, Wäg-

und Wrüfarbeiten, für Tätigkeiten, die besonderch Gedulo und Sorgfalt erfordern. Aus Kreisen der Metallindusttie wird erklärt, daß weibliche Dienst» verpflichtete aus der doch ganz berufsfremden Tex­tilindustrie geradezu Aufsehen erregt hätten bei der Bewältigung hochwertiger Präzisionsarbeiten. Na­türlich kam diesen Kräften zugute, daß sie über­haupt schon eine berufliche Gewohnheit besaßen.

Sehr gute Erfahrungen wurden aber auch mit denjenigen Frauen gemacht, die sich feit Kriegsbe­ginn ohne Beruf-stenntnisse fteiwillig gemeldet haben oder die zuk Arbeitsplatzablösung vorüber­gehend den Platz einer Arbeiterin einnahmen. Sie alle haben binnen kurzer Zeit gelernt zu bohren, zu stanzen, zu fräsen, zu verlöten, zu meffen, zu montieren. (Uebrigens: Es gibt Nähmaschinen alle­ren Registers, deren Bedienung und gelegentliche Wiederinstandsetzung erheblich an-spruchsvoller ist als die Ausübung vieler mechanischer Tätigkeiten im Betrieb!) Die Anlernung neueintretenber weib­licher Kräfte wird in immer mehr Betrieben durch Frauen selbst ausgeübt, eine Methode, die sich aus psychologischen Gründen als besonders günstig erwie­sen hat. Die Deutsche Arbeitsfront bildet feit Jahren laufend Facharbeiterinnen der Betriebe in beson­deren Schulen zu Anlernerinnen aus. Tausende solcher Anlemerinnen siyb bereits in den betrieben mit großem Erfolg tätig. Die Ausbildungen gehen laufend weiter.

Daß die Betriebsfrauenwallerinnen und die So­zialen Betriebsarbeiterinnen sich gerade der zu­künftig neu zu Arbeit kommenden Frauen besonders annehmen werden, ist selbstverständlich. Uebekdies aber gibt es in den Betrieben Werkfrauen­gruppe n, eine Gemeinschaft von menschlich und arbeitsmäßig besonders bewährten weiblichen Ge­folgschaftsmitgliedern, deren Hauptaufgabe die ka­meradschaftliche Hilfeleistung ist. Sis haben schon immer mit den Auftrag gehabt, alle«! neu in den Betrieb kommenden Frauen und Mäd­chen bei der Ueberwindung der ersten Hemmungen und der anfänglichen Unsicherheiten beizustehen durch kameradschaftliche Aufnahme und Einführung, durch Hilfe, bei der Anlernung und durch Beratung jeg­licher Art.

lieber alle diese fachlich und menschlich denkbar günstigen Voraussetzungen soll freilich keine der jetzt aufzurufenden Frauen die Notwendigkeit unterschät­zen, daß mit aller Hingabe und unter Verzicht auf manche Leb en s gewöhn« heiten gearbeitet werden muß. Wie man das mit feiner bisherigen Lebensgestaltung vereini­gen soll? Diese Frage givt es nicht. Denn Hundert­tausende berufstätiger deutscher Frauen arbeiten seit Jahren in der Kriegswirtschaft. Ihre Lebensgestal­tung bestand in der Vereinigung von Berufsauf­gaben mit Familienpflichten, die oft sehr viel um­fangreicher sind als die derjenigen Frauen, die vor­läufig von der Meldepflicht noch ausgenommen sind! Alle diese Frauen waren und bleiben ihrer kriegswirtschaftlichen Arbeit treu.

Sie sind das große Beispiel für alle, die später als neue Mitarbeiterinnen und Kameradinnen in ihre Reihen eintreten und mit ihnen der Front in stolzer Pflichterfüllung helfen wer­den, denSiegzuerr Ingen, der den Einsatz aller Kräfte erfordert.

Brand wurde einer Antwort enthoben, denn in diesem Augenblick wurden im Hintergrund der Halle schwere, schlürfende Schritte hörbar; und gleich dar­auf erschien dort ein großer, schlanker Mann von etwa achtundzwanzig Jahren, der mit einem seide­nen Hausmantel bekleidet war. Er stützte sich schwer auf seinen Stock und blickte verwundert umher:

Herrgott, was ist denn geschehen?" rief er ver­wundert und beunruhigt, als er Axel und Brand in ihren schmutzigen und zerrissenen Anzügen sah.Ich hörte vorhin so ein heftiges Gepolter, und da lieh es mir keine Rühe

Frank eilte sogleich auf den jungen Mann zu und stützte ihn fürsorglich.

Ach, kein Grund zur Beunruhigung, Josef! Unser Schloßgespenst hat unten im Keller wieder mal ein bißchen Unfug getrieben", erklärte er dabei.

Das ist Herr Lertzeck!" flüsterte Jutta/ Sie er­griff Sigrids Hand und winkte Axel, ihr zu folgen:

Kommen Sie, ich mache Sie mit ihm bekannt!" Axel hlickte flüchtig an sich hinab und klopfte den Staub von seinem Anzug. Während er dann hinter Sigrid und Jutta herging, faßte er an seinen Kra­gen und knüpfte mit flinken Fingern die aufgegan­gene Schleife.

Nun. was macht heute Ihr Fuß, Herr Lertzeck?" fragte Güstrow teilnahmsvoll, nachdem Jutta die Anwesenden rasch miteinander bekanntgemacht hatte.

.-.Vielen Dank", sagte lächelnd Lertzeck, aber er verzog schmerzhaft den Mund und stützte sich schwer auf Franks Schulter. ,Heute ist es besonders schlimm; ich kann kaum noch austreten? Die Sache fängt langsam an, mich zu beunruhigen? Ich habe mich entschlossen, morgen zur Charite nach Berlin zu fahren, denn die Behandlung meines hm Leibarztes ist bisher leider ohne den gering­sten Erfolg geblieben."

Ja und warum?!" rief der Leibarzt/ belei­digt.Weil du meine Anordnungen nicht befolgst, Josef! Ich habe dir Ruhe und nochmals Ruhe ver- orbnef. Aber was tust du? Du stehst quf und gehst r frier spazieren, als wäre dein Fuß ganz in Ord­

nung. Sofort gehst du jetzt in dein Zimmer und legst dich hin! Also komm schon! Ich bring' dich hinüber."

Nach wenigen Minuten kam Frank in die Halle zurück. Er sah sehr aufgeräumt aus.

Na, so viel Patienten auf einmal hab' ich ja überhaupt noch nicht gehabt!" rief er lachend. Wenn der Zustrom von Verletzten ift dem gleichen Maße anhält wie heute abend, dann kann ich ja gleich hier eine Klinik auf machen!

Aber Scherz beiseite: Lertzecks Bein gefällt mir wirklich nicht! Augenblicklich hat -er sogar wieder stark erhöhte Temperatur. Es sind zwar keine äußeren Anzeichen für einen Knochenbruch erkenn­bar, aber da die Schmerzen im Bein mit jedem Tage schlimmer werden, halte ich es doch für drin­gend empfehlenswert, eine Röntgeriaufnahme machen zu lassen. Ich hab' ihm daher versprochen, ihn morgen früh nach Berlin zu fahren.

Ich möchte dich also bitten, Onkel Thomas, uns morgen deinen Wagen zur Verfügung zu stellen. Wir können ja den kleinen Sportwagen nehmen . * Selbstverständlich", nickte Güstrow.Aber wäre es nicht besser, Frank, wenn du die große Limou­sine nähmst? Es wäre für Lertzeck doch sicher be­quemer ..."

Verzeihung, Herr Güstrow", mischte sich Brand plötzlich ins Gespräch.Sie sagten doch vorhin, daß Sie einen besonderen Auftrag für mich hätten! Ich müßte ja dann morgen ohnehin nach Berlin*

Einen Auftrag?" fragte Güstrow gedehnt, indem er Brand überrascht ansah. Dann schien ihm dis Sache plötzlich wieder einzufallen:Ach fo, ja aller­dings, das hätte ich beinahe vergessen über all der Aufregung."

Dann könnte ich Ihnen ja die Fahrt nach Ber­lin zum Krankenhaus abnehmen, Herr Duder- städt", wandte Brand sich mit liebenswürdigem Lächeln an Frank.Das heißt: natürlich nur, wenn es Ihnen recht ist!"

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