das wißt Ihr, wird als Abschluß der deutsche
deutsche Volk:
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Ohne Opfer kein Sieg'.
Reichsmarschall Göring an das deutsche Volk.
werden diese Gegner selbst noch kennen lernen.
Indem wir uns unserer Toten an den Frontenerinnern, gedenken wir aber auch der Tapfer'' feit der Heimat. Sie ist ihrer Soldaten nicht unwürdig. Alle Versuche des Gegners, seine verruchten Angriffe gegen Frauen und Kinder, alte Kulturstätten oder friedliche Wohnhäuser, haben das
fechten. Während Ihr aber in jenem endlosen Kamps gegen die Gewalten der Natur und die Tucke eines Feindes zäh und verbissen die europäische Front im Osten gehalten habt, liefen in der Heimat bereits die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Kampfes im Frühjahr.
Gewaltiges habt Ihr im Jahre 1942 erreicht. Die Krim wurde erobert und gesäubert, gefährliche Einbrüche des Gegners an zahlreichen Stellen der Front beseitigt, in den drei Schl achten um Charkow wurde die Bedrohung unserer südlichen Flanke aufgehoben und der Gegner vernichtend geschlagen. Eine neue Offensive gewaltigsten Ausmaßes nahm ihm die letzten Reste der Ukraine sowie seine Kohlengebiete am Donej weg. In diesem gewaltigen Raum, der b i s z u r W 0 l g a reicht, kämpft Ihr nun Seite an Seite mit den Truppen der verbündeten Nationen. Wie schwer auch im einzelnen dieser Kampf ist und sein wird und wie oft sich scheinbar auch die Waage des Erfolges zu unserem Gegner neigen mag, am Ende,
Deutsche Volksgenossen!
Meder ist ein Jahr härtester Anstrengungen und schwer st er Kämpfe vergangen. Als unbezwinglicher Wall zum Schutze von Volk und Vaterland hat sich die siegreiche deutsche Wehrmacht aufs neue ruhmvoll bewährt. Größte Strapazen und Entbehrungen in sommerlicher Hitze und winterlichen Schneestürmen, erbitterte Schlachten und Gefechte bei Tag und Nacht gegen einen ost zahlenmäßig überlegenen Feind, kühne Waffentaten in der Luft und auf den Weltmeeren zeugen von der unvergleichlichen Haltung und der nie versagenden Tapferkeit des deutschen Soldaten. Was an einzigartiger Begeisterungsfähigkeit und schlichtem Opferfinn im deutschen Wesen ruht, ist auch im vergangenen Kriegsjahr wieder sichtbar gewor- den. v .......
Und wenn wir in dieser Stunde zuruckdlicken und des Heldentums an allen Fronten gebenfen, so bewegt uns ein Gefühl tiefen und unauslöschlichen Dankes an alle, die in diesem Freiheitskampf ihre Gesundheit und ihr Leben eingesetzt haben. Ihr Opfer wird nicht umsonst sein, denn davon sind wir heilig überzeugt: das Großdeutsche Reich wird
wir ersehnen zum großen Aufbai» unserer Volksgemeinschaft und damit als einzig würdiger Dank für unsere toten Helden.
Führerhauptquartier, 1. Januar 1943.
Adolf Hitler.
Berlin, 31.Dez. (DNB.) R-Ächsmarschall Hermann Göring richtete folgenden Aufruf an das
Für Leben und Freiheit unseres Volkes!
Tagesbefehl des Führers an die deutsche Wehrmacht.
Der Rückblick auf dieses Jahr großer Erfolae und gewaltiger Kämpfe verpflichtet die deutsche Heimat, in erster Linie ihrer Soldaten zu gedenken. Wo immer sie stehen, haben sie dem Buch der deutschen Geschichte neue Ehrenblätter eingefügt. Was sie an ruhmreichen Schlachten geschlagen haben, wird durch die Sondermeldungen und durch die Wehrmachtberichte bekannt, was sie erleiden und dulden, kann aber die Heimat nicht ermessen. Und zu dieser Front der Kämpfer gehört auch die Front derjenigen Männer und Frauen, die als Helfer und Helferinnen in ihr und hinter ihr tätig sind. Auch von ihnen wird besonders im Osten ost Unvorstellbares verlangt und gegeben. Allein indem sie alle diese Sorgen, Entbehrungen, Opfer und Leiden auf sich nehmen, wlchren sie das Reich vor einem toufeNdmal grö» ßeren Unglück. Sie behüten und beschirmen es vor
dauern und siegreich allen Stürmen und Gefahren dieser Zeit trotzen. In eherner Entschlossenheit und unvergleichlicher Siegeszuversicht kämpft sich unser Volk den Weg aufwärts zum Licht.
1943 steht vor der Tür. Wir alle hoffen, es soll das Jahr des Sieges und des Friedens fein. Wir alle aber wissen auch, daß erneut Schweres von jedem einzelnen Volksgenossen verlangt werden wird. Denn ohne Opfer gibt es keinen Erfolg und ohne mutigen Einsatz und selbstlose Hingabe keinen Sieg. Ohne Ausdauer, Zähigkeit und Disziplin kann niemals ein Kampf gewonnen werden. ,
Darum laßt uns die Reihen noch enger schließen. Einig im Wollen und Handeln, gefestigt und gestählt in Opfer und Tat wollen wir als verschworene Kampfgemeinschaft in unwandelbarer Treue unserem geliebten Führer Adolf H i t.- l e r folgen und unsere Ehre darein setzen, seinen Befehlen getreu unser Bestes zu geben. Das Mahnwort das der große Clausewitz im Freiheitskampf Preußens prägte, gilt auch für uns: „Die Zeit ist euer; was sie sein wird, wird sie durch euch sein/
Darum heißt die Losung für das neue Jahr: der Sieg!
Hermann Goring,
Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches.
unsere deutsche Wirtschaft haben nicht nur den Lebensraum des kämpfenden Europa gewaltig erweitert, sondern ihn auch in einem großen Ausmaß bereits für sich erschlossen. Es wurde möglich, vor allem banf der Arbeit des deutschen Bauern und der deutschen Bauersstau, unsere Ernährung sicherzustellen. Die Millionen, die in unserer Industrie tätig sind, haben nicht nur die Armeen mit dem notwendigen Material versorgt, sondern die Voraussetzungen geschaffen für das in viel höherem Ausmaß geplante Anlaufen unserer Rüstung. Was Amerika hier zu arbeiten beabsichtigt, wurde uns durch die Phrasen- reichen Schwatzereien seines Hmrptkriegshetzers oft genug mitgeteilt, was es wirklich leisten kann und geleistet hat, ist uns nicht unbekannt. Was Deutsch- land und Europa letzten Endes aber leisten werden, wird auch unseren Gegnern im kommenden Jahr nicht verborgen bleiben.
Denn mehr noch als stüher hat m biefem Jahre die deutsche Heimat neue Waffen ge- f (ft m i e b et. Was in jahrelanger Arbeit Dorberettet wurde, beginnt nun in einem gewaltigen Rhythmus anzulaufen, um Euch meine Soldaten, nicht nur noch bessere, sondern auch noch mehr Waffen und Munition zu geben. Als Kämpfer Mst seid Ihr ohnehin jedem anderen überlegen. Trotzdem weiß ich — nicht nur als Euer oberster Befehlshaber, sondern auch als einstiger Soldat selbst — mit wieviel Bitternis, Leid, Todesangst und Heldenmut auch die glorreichsten Siege verbunden sind, denn am Ende ist es nur der Mensch als Kampfer und damit der Soldat, der den Streit der Waffen entscheidet. In der Hand des Feiglings würde auch die beste Waffe wertlos fein.
Während Ihr, meine Soldaten der Ostfront, die schwerste Last getragen habt, und mit Euch alle die eingesetzten Männer und Frauen der Euch helfenden Organisationen, die selbst so ost gezwungen sind, ebenfalls zum Gewehr und MG. zu greifen, hat auch an allen anderen Fronten dsr deutsche Soldat seine Pflicht in höchstem Maße erfüllt. Von Norwegen bis zur spanischen Grenze warten deutsche Divisionen auf den Angriff unserer Feinde, ob sie kommen und wo sie kommen, können wir nur vermuten, daß sie aber, wann und wie sie kommen, geschlagen werden, das wissen wir. In wenigen Stunden hat D i e p p e den Engländern gezeigt, das; eine Landung der Feinde auf dem Kontinent nur zu ihrer blitzschnellen Vernichtung führt. Sie werden an jeder anderen Stelle die gleichen Erfahrungen machen.
Während unsere Soldaten mit denen unserer Verbündeten — besonders auch in Nordafrika -- im heldenhaften Kampf stehen, haben verräterische französische Generale und Admirale den Wassenstill- stand gebrochen und unter der Verletzung feier - sicher Verpflichtungen und Ehrenworte, selbst gegenüber ihrem eigenen Staatsoberhaupt, das franko - ifche Kolonialreich, das wir als Sieger Frankreich belassen hatten, unseren Feinden auszuliefern ver- ucht. In wenigen Tagen wurde daraufhin in lieber^ einftimmung mit dem Willen des Duce der Rest Frankreichs besetzt, die südfranzosische Mittelmeer- küste zur gemeinsamen Verteidigung eingerichtet, die ranzösische Armee und Flotte entwaffnet, Tunis und Bizerta in unseren Besitz genommen Damit erhielten wir nun jene Position, die für die Fuh rung des Kampfes in Nordafrika von wichtiger, ja ausschlaggebender Bedeutung ist.
Indem Ihr nun aber, meine deutschen Soldaten, so weit von Deutschland entfernt Fronten aufrichtet oder Fronten haltet, schützt Ihr im Verein mit unseren Verbündeten nicht nur Europa, sondern auch Eure eigene Heimat, das Deutsche Reich. Was unsere Marine in diesem Kamps mit leistet, ist geschichtlich einmalig. Unterseeboote und Ueber- eestreitkräfte erzielen Vernichtungsergebnisse gegenüber der feindlichen Kriegs- und Handelsflotte, die auch nicht mehr annähernd durck Neubauten aus- geglichen werden können. Die Luftwaffe wie Ihr es selbst in so unzähligen Einsätzen dieses Krieges gesehen, erlebt und verfolgt habt, leistet mit all ihren Verbänden das Höchste. Ihr Soldaten des Heeres aber und der Waffen-^, die Ihr nur ’ unmittelbar persönlich unterstellt seid, bleibt nach ' wie vor das Rückgrat dieses ganzen gewaltigen i Ringens. Eure Tapferkeit, Eure Treue, Euer Pflicht- r bemuhtfein und Eure Standhaftigkeit sind die i Grundlagen des endgültigen Sieges. Besonders die - Grenadiere und Jäger der Regimenter der Infan- \ terie- und Panzerdivisionen des Heeres und der Standarten der Waffen--- haben nicht nur die schwersten Verluste getragen, sondern auch die höchsten Leistungen vollbracht.
Denn wir am Legion des neuen Jahres den festen Entschluß fassen, unter keinen Umstanden vor unseren Feinden zu weichen, sondern sie so lange zu bekämpfen, bis der endgültige Sieg unser ist, bann geschieht es zuerst im Gedanken an unsere lieben Kameraden, die allein für diesen Sieg bisher ihr Leben ta”en mußten. Ls geschieht aber auch mit dem Blick auf das deutsche Volk, seine Gegenwart und seine Zukunft. Das die Gegner mit unserem Volke vorhaben, wurde in zahlreichen Zeitungen und öffentlichen Reden angekündigt. Was der Feind im Osten im Falle feines Sieges mit uns machen würde, das wißt Ihr selbst. Das wir nun demgegenüber zu tun entschlossen sind.
Einmal wird dann in diesem Kampf eine Macht als erste stürzen. Daß dies nicht Deutschland ist, das wissen wir. Das deutsche Volk wird diesmal als letztes den Kampfplatz behaupten. So wird bann endlich jener Friede kommen, den
europäischen -darionalstaaten. Das Bündnis zwischen den erzkapitalistischen Staaten des Westens oder gar von Amerika mit dem verlogenen sozialistischen Schemregiment des Bolschewismus ist nur denkbar aus dem Grunde, weil die Führung in beiden Fällen in den Händen des internationalen Judentums liegt, auch wenn die nach außen hin sichtbaren Persönlichkeiten dem scheinbar widersprechen. Aber der jüdische Gehirntrust Roosevelts, die jüdische Presse Amerikas, der jüdische Rundfunk dieser Länder, die jüdischen Parteiorganisationen usw., sie sind nichts anderes als das ebenso jüdische Führungsgerippe der Sowjetunion. Sowie sich aber in diesen Staaten die wirklich nationalen Interessen auch nur im geringsten zu regen beginnen, treten auch sofort die schärfsten Gegensätze im Handeln und vor allem in der Zielsetzung des Krieges selbst auf. Dies geht dann so weit, daß die Kunst des vom britischen Intelligence Service so hoch entwickelten politischen Mordes als letzte Helferin dort einspringen muh, wo sich andere Wege zur Ueber= brücfung der vorhandenen Differenzen nicht mehr finden lassen.
Die Stellungnahme des nationalsozialistischen Staates wird In diesem gewaltigsten Kampfe der Weltgeschichte nun von zwei Gesichtspunkten aus bestimmt. Dem einen: Wir haben weder Frankreich noch England oder gar Amerika etwas getan, wir haben von diesen Ländern nichts verlangt, was einen Anlaß zu diesem Kriege hätte geben können. 3a selbst jeder Friedensvorschlag im Krieg wurde von den internationalen Kriegsverbrechern schroff zurück- geroiefen und nur als deutsche Schwäche ausgelegt. So hat man uns wie vor 25 Jahren nicht nur formal den Krieg erklärt, sondern den Kampf aufgezwungen.
Dem anderen: Wir sind, nachdem der Krieg nicht vermeidbar war, entschlossen, ihn mit dem ganzen Fanatismus zu führen, dessen wir Rationalsozialisten fähig sind. Wir sind vor allem gewillt, ihn bis zu einer endgültigen und klaren Entscheidung zu führen, so daß uns und unseren Nachkommen eine Wiederholung dieser Katastrophe in Zukunft erspart bleiben wird.
Hätte das deutsche Volk im Jahre 1918, statt den verlogenen heuchlerischen Phrasen Wilsons zu glauben, den Kampf in eiserner Entschlossenheit weitergeführt, so wäre schon damals die feindliche Umwelt zusammengebrochen. Daß dies nicht geschehen ist, hat über unser Volk nicht nur namenloses wirtschaftliches Elend gebracht, Millionen Deutsche von der Heimat fortgerissen, sondern letzten Endes auch den heutigen Krieg verschuldet. Denn wir wissen es, daß man gerade in England und in Poris 1939 der Meinung war. dos deutsche Volk würde vielleicht schon in kurzer Zeit wieder wie einst die Waffen von selber strecken. Das deutsche Volt und die übrige Welt aber müssen es wissen, daß dieser Vorgang in der deutschen Geschichte nur ein einmaliger war. Wenn deshalb englische und amerikanische Juden verbinden, daß es die Absicht der Alliierten sei, dem deutschen Volke die Kinder wegzunehmen, Mil- sionen junger Männer abzuschlachten, das Reich zu zersplittern und es auf alle Zeit zum wehrlosen Ausbeutungsobjekt seiner kapitalistischen und bolschewistischen Umgebung zu machen, dann brauchen sie uns dies gar nicht erklären, "denn wir wissen das ohnehin, nur scheint man es in dieser anderen Welt nicht zu wissen, daß
das nationalfoziallstlfche Deutschland für ein solches Experiment nicht mehr geeignet ist, daß es weder besiegt werden wird, noch jemals zu kapitulieren gedenkt, sondern daß es im Gegenteil entschlossen Ist, erfüllt von dem Geiste der größten Zeiten unserer Geschichte, diesen Kampf nur mit einem klaren Siege zu beenden. Der sicherste Garant für diese Gesinnung und die Stärke des dazu notwendigen Willens aber ist die nationalsozialistische Partei mit ihren Organisationen, und über allem das von ihr erzogene Dolf.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 1. Januar 1943. Der Führer hat zum Jahreswechsel folgenden Tagesbefehl an die Soldaten der deutschen Wehrmacht erlassen:
Soldaten!
Als ich den letzten Neujahrsaufruf an Euch richtete, war im Osten ein Winter über unsere Front hereingebrochen, der einer Naturkatastrophe glich. Was Ihr Soldaten der Ostfront damals erleben mußtet, wißt Ihr selbst. In sorgenvoll durchwachten Nächten waren meine Gedanken bei Euch, daß es uns gelungen ist, den uns zugedachten napoleonischen Zusammenbruch zu vermeiden, war ebenso sehr Eurer Tapferkeit wie Eurem soldatischen Können, Eurer Treue wie Eurer Standhaftigkeit zu verdanken.
Ihr meine Kämpfer der Ostfront habt in diesem Winter Deutschland und darüber hinaus ganz Europa gerettet und mit Euch jene Soldaten unserer Verbündeten, die Sette an Seite mit uns
in den schwersten Bombenangriffen nur andeutungsweise bewußt werden können.
Der Beginn des neuen Jahres vervflichtet mich, im Namen des deutschen Volkes für all das Heldentum und die geleistete Arbeit der Heimat und der Front zu danken. Denn ich selbst bin nur einer der vielen, die Glieder dieses Volkes sind. Was mich aus der Masse meiner Volksgenossen heroorhebt, ist nur die Ehre, ihr Führer sein zu dürfen. Im übrigen aber ist ihr Leid das meine genau so wie mein Stolz und meine Freude dereinst der Stolz und die Freude des ganzen Volkes fein werden.
Der einzelne wird und muß wie immer vergehen, allein das Dolk muß bleiben. Daß wir ihm im kommenden 3ahr unsere ganze firaft widmen, soll am 1. Januar 1943 unser Gelöbnis sein. Dur dann dürfen wir es wagen, rote immer unseren Herrgott zu bitten, daß er uns fo role bisher feinen Beistand nicht versagen möge. Der Winter mag schwer fein, härter role im vergangenen Jahre kann et uns nicht treffen, nach ihm aber kommt die Stunde, da wir unter Zusammenfassung aller Kraft wieder unfreien wollen, um der Freiheit und damit der Zukunft und dem Leben unseres Dolles zu nützen.
Das Recht, an diesen Sieg zu glauben, besitzen mir dank unserer eigenen Kraft, dem Mut unserer Truppen, der Treue und der Arbett unserer Heimat sowohl als auch dank dem Wirken der mit uns verbündeten tapferen Völker in Europa und in Asien. Wenn es der deutschen Wehrmacht und den mit uns verbundenen anderen Staaten im vergangenen Jahre gelungen ist, die Europa besonders bedrohenden Fronten des Bolschewismus noch rvetter hinauszudrängen, dann hat die deutsche Heimat umgekehrt in Stccktt und Land mit Man° nern und mit Frauen unter den schwersten Bedingungen ebenfalls etwas Einmaliges geleistet. Die •*»»»»■•«*. y^ “’T
Seutfom und die oerbünteten Soldaten aber, sowie den Schrecken eures Krieges, die der Heimat selbst
AUF MÖNCKEBERG lit <{et “Teufel loi.
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
3. Kapitel.
Genau vierundzwansig Stunden nach dem Einbruch bei Sigrid von Mönckeberg wurde die Mordkommission des Berliner Polizeipräsidiums alarmiert. _ .
Die Kommission bestand aus dem Letter, Kriminalkommissar Dr. Raucheifen, dem Hilfskommissar Stobbc, dem Kriminalassistenten Brandstetter, dem Polizeiarzt Dr. Heidsiek und dem Polizeiphoto- graphen.
Nach weiteren achtzehn Minuten erschien diese Kommission vor der Villa des Professors Beierfeld in Berlin-Dahlem. Auf der Straße stand der Wagen des Ueberfallkommandos. .
3m Vorgarten trat dem Kommissar em Schupo entgegen. Der eine längere Meldung erstattete. Raucheisen hörte aufmerksam zu, stellte einige Fragen, gab dem Hilfskommissar Stobbe einige Anweisungen und ging dann mit schnellen Schritten ins Haus hinein. _ _ _,
3n der hellerleuchteten Diele traf er zwei Schupos und einen älteren Herrn in Zivil an, der sich als «Doktor Dittersbach" oorftellte; ferner einen weißhaarigen Mann, der zusammengesunken m einem Sessel saß. Raucheisen legte ihm leicht die Hand auf
sind'wahrscheinlich der Diener des Hauses?"
Ja — jawohl! flatterte der Alte mit einer hei- itren und brüchigen Stimme. Er erhob sich schwer- fällig und Raucheisen sah, daß der Mann nur mit einem langen Nachthemd bekleidet war, worüber er einen etwas abgetragenen Regenmantel gezogen hatte. „Mein Name ist Friedrichsen, Stephan Fned- Achsen Aerr Kommissar!"
Raucheisen warf einen suchenden Blick in die Runde. Einer der Beamten, der diesen Blick richtig deutete, zeigte auf eine Tür.
„Hier, Herr Kommisiar!"
Raucheisen öffnete die Tür und blieb auf der Schwelle stehen. Vor ihm lag ein kleiner Saal, etwa acht Meter breit und zwölf Meter lang. Drei der Wände waren vollkommen mit schweren Regalen verdeckt, die bis an die Decke reichten und die — bis auf einige wenige Lücken — dichtgedrängt mit Tausenden von Büchern gefiUIt waren.
Die vierte und letzte Wand — gegenüber der Eingangstür — war von Regalen frei; statt dieser stand zwischen den beiden hohen Fenstern mit Bleiver- glasung ein schwerer Bücherschrank im Barockstil. Ein ©dfreibtifd), ein Tisch und eine Anzahl Lederstühle — in derselben Weise wie der Bücherschrank mit verschnörkelten Schnitzereien versehen — vervoll- ständigten die Einrichtung des Raumes.
Links neben der Eingangstür lag auf dem Par- kettfußboden der Hausherr, Profesior Beierfeld. Rach seinem schneeweißen Haar und Spitzbart zu urteilen, mußte er die Sechzig längst überschritten haben. Er war mit einem seidenen, blau unb weiß gestreiften Schlafanzug bekleidet. Sein linker Fuß steckte in einem Hausschuh aus schwarzem Lackleder, während der rechte Schuh etwa einen halben Meter von der Leiche entfernt auf dem Fußboden lag. In der rechten Hand hielt der.Tote einen etwas altmodischen Trommelrevolver.
Irgendwelche Unordnung oder Spuren eines Kampfes waren nirgends zu sehen.
„Ist hier irgend etwas verändert oder angerührt worden?" fragte Raucheisen mit einem Blick nach rückwärts.
„Nein, nichts, Herr Kommisiar!" meldete der Schupo, der die Tür geöffnet hatte. „Außer dem Arzt hat niemand das Zimmer betreten."
Dr. Dittersbach trat einen Schritt vor: „Die Lage der Leiche ist unverändert, Herr Kommissar. Bei meinem Eintreten erkannte ich schon noch wenigen
> Augenblicken« daß ich hie* noch ftav Tod
stellen konnte. Ich habe meine Untersuchung daher auf ein Mindestmaß beschränkt und lediglich die üblichen Reflexproben gemacht."
Raucheisen nickte dankend. Er ließ sich neben dem Toten vorsichtig auf ein Knie nieder. Sein geschulter und erfahrener Blick wanderte langsam über die Leiche hin und tastete darauf gewissenhaft die nähere Umgebung ab. Eine Weile dachte er angestrengt nach, während er wiederholt zu dem an der Außenwand stehenden Bücherschrank hinübersah und die Entfernung abschätzte.
Dann sprang er elastisch auf und trat in die Diele.
„Aufnahme!" rief er laut. Er teilte dem Photographen seine besonderen Wünsche mit und wandte sich dann an Dr. Dittersbach:
„Ihr Befund, Herr Doktor?"
„Steckschuß, gerade ins Herz, der den augenblicklichen Tod zur Folge hatte. Der Tod dürste kurz nach Mitternacht — etwa zwischen zwölf Uhr fünfzehn und zwölf Uhr dreißig — erfolgt sein."
„Wer hat Sie gerufen, und wann war das?"
„Der Diener Friedrichsen unterrichtete mich te!e= vhonssch von dem Geschehen — etwa um zwölf Uhr dreißig. Da ich noch nicht zu Bett gegangen war und auch gleich hier in der Nachbarschaft wohne, war ich bereits wenige Minuten nach dem Anruf zur Stelle. — Professor Beierfeld war übrigens feit einem halben Jahr wegen eines Leberleidens bei mir in Behandlung."
„Danke, Herr Doktor, das märe vorläufig alles! Wenn ich noch roeitere Auskünfte von Ihnen benötige, werde ich Sie gelegentlich auffuchen."
Nachdem der Arzt sich entfernt hatte, öffnete Raucheifen eine der Türen, und als er sah, daß dahinter das Speisezimmer war, drehte er das Licht an und winkte dem Kriminalassistenten Brandstetter:
„Sie übernehmen das Protokoll, Brandstetter! — So, zunächst die beiden Polizeibeamten, die zuerst zur Stelle waren; aber einzeln, bitte!"
Einer der Schupos kam mit schnellen Schritten herein wfltr klappte bi* Hacken -ustnmnent
„Wachtmeister Koch, Herr Kommissar!"
„Bitte, wiederholen Sie Ihren Bericht noch ein» mal — aber möglichst ausführlich."
„Jawohl, Herr Kommissar! — Wir — bas heißt, mein Kamerad Hofrichter und ich — traten ordnungsgemäß um zwölf Uhr unseren Streifendienst an. Nachdem wir durch verschiedene Straßen gegan* gen waren, ohne irgend etwas Verdächtiges zu bemerken, kamen wir um zwölf Uhr zwanzig hier am Haufe vorbei, als wir plötzlich kurz hintereinander zwei Schöffe fallen hörten ..
,^urz hintereinander? Was verstehen Sie darunter?"
Zwischen dem ersten und zweiten Schuß war nur eine sehr kurze Pause, Herr Kommissar. Vielleicht zwei, höchstens aber drei Sekunden!"
„Weiter!"
„Da die Schüsse unzweifelhaft in diesem Hause gefallen waren, klingelten wir einige Male vorn am Gartentor, und als daraufhin nicht geöffnet wurde, kletterten wir über das Gitter und drangen hier ein Als wir die Diele betraten--"
„Wieso? War denn die Haustür auf?"
„Jawohl, Herr Kommissar. Die Tür war unverschlossen, denn sie ließ sich ohne weiteres von draußen öffnen."
„Wieviel Zeit war denn inzwischen vergangen? Ich meine, von dem Augenblick an, als Sie die Schüsse hörten, bis zu Ihrem Eindringen ins Haus?"
„Höchstens eine Minute, Herr Kommissar." .
„Schön! Als Sie nun die Diese betraten, was geschah da?"
„yn dem Augenblick, als wir die Diele betraten, wurde gerade das elekttische Licht angedreht, und über die Treppe kam aus dem oberen Stockwerk ein Mann im Nachthenü) herabgestolvert. Es war der Diener Friedrichsen, wie ich spater erfuhr. Aber gleichzeitig hörten wir auch beim (Tmtretenjn die Diele aus einem der Hinteren Räume eilige Schritte und das Klappen eines Fensters."
(Fortsetzung folflti)


