Ausgabe 
1.4.1943
 
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lichen Musik" und der Ouvertüre zu seiner Oper Enoch Arden" erklingt sein Violinkonzert, gespielt von Paul Richartz.

hatte dem exotischen Abenteuer eine bemerkenswert

sinkt 3unäd)ft in fiiümp g^nllt u BoLn; dann Meer, m einer angeblich n°m Kriege Unberührten

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Gegenwart und ist aufgebaut nach dem Rezept:

blühen die Kirschen!

Dr. E. S.

mes Perpetuum mobile.

Glück auf, Renate!

Noman von Ernst Grau.

(Nachdruck verboten.)

36. Fortsetzung.

Po- Un-

n)?-* ist roer9 Wer ist bi-iwiels^eife der sagenyaste holländische Dramantenhändler Pit van Donay, wer ist seine Frau, wer ist die rätselhafte Gloria, wer ist Silvio de Costa? Man kann ja nicht den ganzen Personenzettel abschreiben, aber man kann mit der etwas primitiven Dramaturgie, daß jeder mit jedem verwechselt wird oder, wenigstens nicht der ift. für den die anderen ihn halten, immerhin drei Ope- rettenokte bestreiten und in diesem atlantischen Ge­sellschaftsspiel die gebräuchlichen und auch die min­der gebräuchlichen Requisiten einer unbekümmerten Librettohandlung unterbrinqen: Liebe- und Eifer­sucht, Tanz und Gesang, Werkspionage und Ama­teurkriminalistik nebst unverhoffter Wiederbelebung von allerlei mehr oder weniger -legitimen und glaubwürdigen Beziehungen. Zum Schluß sind nicht

stimmlichen Einsatz den Silvio. Das legitime Ehe" paar van Donay stellten ufit drastischer Pointie­rung Herr O l m ü h l und Lia Zimme r. In klei­neren Aufgaben seien die Herren Sauerland, Fuhrmann und Klein genannt.

Wiederholungen, Applaus und Blumenspendeu bestätigten einen ansehnlichen Erfolg.

Hans Thyriot.

ist nicht eben anspruchsvoll; es wird nicht um jeden Preis gesungen, zumal man den gesprochenen Text ohnehin besser versteht, aber es gibt eine Reihe ge­schickt und brauchbar angesetzter Tanzvorlagen und Gesangsnummern und, außer knappen Vorspielen, die klanglich wirksame Betonung der szenischen Höhepunkte.

Grund der abgegebenen Steuererklärung ober schätzungsweise selbst zu ermitteln und in zwei Vor­auszahlungsbeträgen zu entrichten. Die erste Vor­auszahlung ist am 10. Mai, die zweite Vorauszah­lung am io. August fällig. Eine besondere Gewinn­abführungserklärung ist in der Regel nicht abzu­geben. Anträge auf eine besondere Ermittlung des Gewinnabführungsbetrages oder auf Berücksichti­gung außergewöhnlicher Verhältnisse sind spätestens am 1. Mai 1943 beim Finanzamt zu stellen.

Oie neue Tuberkulosehilfe des Reiches.

Am 1. April tritt die neue Tubertuloserchftfe des Reiches in Kraft. Sie erstreckt sich auf den Teil her Bevölkerung, dessen steuerpflichtiges Jahreseinkom­men den Betrag von 7200 RM. nicht übersteigt, so­weit die erforderliche Hilfe nicht durch Träger der Sozialversicherung gewährt wird oder anderweitig sichergestellt ist. Der Betrag von 7200 RM. erhöht sich» bei Verheirateten auf 8400 RM., bei Verhei­rateten mit einem Kind auf 9000 RM., bei Verhei­rateten mit 2, 3 und mehr Kindern auf 9600, 10 200

»Hom ßeibe1 uRatten. den Tribun e

herrscht ein lebhafter Meinungsaustausch. Alles rst was it höchsten Grade erregt, man härt nur noch dre hatten.

Vom kleinen Fluß her rufen die Frösche. An seichten Uferstellen sind sie-beim Laichen. Die brau­nen Grasfrösche eröffnen den Reigen. Ihr Laich

pompöse Ausstattung zuteil werden lassen; mau bekam dank der phantasicvoll illusionistischen Raum- gestaltung, die ficrr Löffler entworfen hatte und die durch raffinierte Lichteftekte (Herr Ebener) belebt wurde, allerhand zu sehen Die Tanzgruppe (Inge Berg') mit den. Solistinnen Katja Kröck und Leonore H u m b u r g hatte ebenfalls lohnende Aufgaben. Kapellmeister Bosch machte sich um die straffe, rhythmisch präzise musikalische Leitung ver­dient. Im übrigen war die Aufführung,' was der verwirrenden Fabel picht übd anstand auf einen parodistischen Ton gestimmt, for we Dinge nicht ernster nahm als sie sind. Am hüb^eften geriet der Schlußakt mit seinen von der Weltkarte hep gelenkten tänzerischen Improvisationen.

Gabriele P o ss i n ke- war die von vielen Frage­zeichen umrankte, pikante, stimmlich bewegliche Gloria, Annemarie Schwind, sehr munter und guter Dinge, die Tänzerin Anina in den erstaun­lichsten Verwandlungen. Herr Payer als falscher Vit erwies sich als tänzerisch versierter ErzenKiker,

Folkwang-Schule in Essen als Pädagoge tätig ist, erscheint mit eigenen Werken unter /Leitung von Gustav Adolf S chl e m m auf dem Programm der Zeitgenössischen Musik" im Deutschlandsender am Freitag von 20.15 bis 21 Uhr. Neben seinerFest* lichen Musik" und der Ouvertüre

Theater -er Universitätsstadt Gießen

Albrecht Nthring:Abenteuer im Atlantiks

Pg. Christel zum Ausdruck. Die Arbeitsplätze' der Iubilare waren in würdiger Weife geschmückt.

Oie Gewinnabführung für 1942.

Der Gewinnabführung unterlag bisher der Teil des Gewinnes, der 150 v. H. des Vergleichsgewinnes 1938 überstieg. Der Satz von 150 v. H. ist für 1942 auf 120 v. H. herabgesetzt worden. Die Verordnung gewährt anderseits den Unternehmern eine neue Dergleichsmöglichkeit: der Unternehmer kann an Stelle von 120 v. H. der gewerblichen Einkünfte des Wirtschaftsjahres 1938 den Betrag von 12 v. H. des Einheitswertes des gewerblichen Betriebes als Vet- gleichsgrundlage wählen. Der bisherige Mindest­betrag von 30 000 RM. ist auf 20 000 RM. herab­gesetzt worden. Anderseits erhöhen sich sämtliche Vergleichsbeträge, also auch der Mindestbetrag, bei Einzelkaufleuten um 10 000 RM. und bei Personal­gesellschaften um 10 000 RM. für jeden Mitunter­nehmer, höchstens um 30 000 RM.

Die gewinnabsührungspflichtigen Unternehmer haben wie bisher den Gewinnabführungsbetrag auf

quillt die Gallertmasse auf und trägt die Eier wie­deran die Oberfläche, wo nun jegliche Keimzelle in ihrem Innern sich fortschreitend ein wenig verän­dert. Leben wacht auf! Wer Muße hat, kann am flachen, steinigen Ufer auf Bachneunaugen aus- gehen. In schnellfließenden Bächen sipd diese son­derbaren, primitiven Fische zu beobachten. Gele­gentlich saugen sie sich an einem Stein fest und führen ihn sogar durch ruckartige Schlön gelbewe- gung ihres Körpers aus seiner Lage. Nahe dem Ufer legen sie im April ihre Eier. Vier bis fünf Jahre bleibt die wurmförmige Larve dem mensch­lichen Auge verborgen, lebt im Schlamm des Bo­dens, bis sie zum rundmäuligen Fisch heranwächst.

Aus der Stadt Gießen.

3m Osterrnond.

Wenn der April bläst in sein Horn, so steht cs gut um Heu und Korn!" Der Landmann rechnet mit der bekannten Wetterwendigkeit des Ostermon- bes. Um uns ist allenti)alben Auferstehung! Kno­spen schwellen; ihre harten Hüllen lösen sich, und junges Grün schiebt sich langsam bem Licht ent­gegen.

Im Walde haben dieVerblüher", z. B. Hasel und Erle, ihre Blütezeit vollendet. Nur solange die Sträucher blattlos sind, kann der Wind unbehindert ihre Bestäubung vollziehen. Eine Augenweide ift Zur Zeit der Waldboden! Die dunklen Sterne der Leberblümchen sind im Verblassen, aber die Stern­miere sie steht oft in dicht geschlossenen Flächen ~~ öffnet ihre Blüten. Sie wetteifern in zartem Weiß mit den hellen Anemonen, zwischen denen vereinzelt die gelbe Verwandte auftaucht, die mei­stens zwei Kronen trägt. Immer neigen sich die Sternchen der Sonne entgegen, begleiten, sich mit­drehe nd, ihren Tageslauf. Während der Nacht muß jeder Stengel die tagsüber gemachte Drehung wie­der aufheben, sonst würden die Blüten sich den Haj^ abschnüren.

Am Wegrain schmückt sich die dunkle Schlehe in ihr schneeiges Gewand. In ihrem Gesträuch ist viel altes Gras vom Vorjahr. Man darf es nicht leicht­fertig absengen, sonst schädigt man die wind- brechende Hecke und nimmt unseren Bodenbrütern die beste Deckung. Die Lerche nistet schon am nahen Steinhaufen; die Goldammer zögert noch ein we­nig, aber es bauey nicht mehr lang, bis irgendwo an einem Chausseestein, am Fuße eines Baumes, ein Navf aus Halmen entsteht, in dem eines Tages die gesprenkelten Eier liegen, zierlich gepunktet oder fein gestrichelt. Der Gesang der Goldammer klingt ein wenig dürftig und eintönig, ist aber doch zugehörig der stillen Landstraße, an der sie nistet. Hach mich hab* mich lieb!" singt unbeirrt der zierliche Goldkopf auf der Telegraphenleitung.

Namen Hammerkott und Laurentino, alles andere, auch der vorher fo heiß favorisierte Franzose, scheint längst vergessen"

Achtung! Achtung! Hier Ersatzteillager! Rennen um den Großen Preis der Nationen! Aus dem dicht aufeinanderfolgenden Aufheulen bet Kom­pressoren hören Sie, daß bie beiben Spitzenfahrer .nicht sehr weit auseinanderliegen. Jetzt kommt der Franzose 'Sie hören das Brüllen bei- Maschine, die wie gepeitscht vorbeijagt von den anderen Teilnehmern des Rennens ist nicht mehr- viel zu sehen die meisten Wagen stehen hier vor dem Ersatzteillager"

Achtung! Achtung! Start und Ziel des Ren­nens um den Großen Preis der Nationen! Die beiden Spitzenwagen erscheinen fast gleichzeitig in der letzten Geraden der Italiener wehrt sich verzweifelt gegen den immer mehr aufholendep ,2110atro5( r wir können von unserem Standort schon deutlich erkennen, daß beide Wagen neben- einapberliegen schon hört man das heranstür- zende Heulen der Kompressoren der Italiener sinkt langsam zurück er wehrt sich noch immer er gibt sich noch nicht verloren aber für ihn ist nichts mehr zu retten da! In tollkühner Fahrt passiert der Sturmvogel ,Albatros' die Ziel­linie wenige Meter vor dem Italiener Walter Hammerkott hat das Rennen gewonnen!"

Ein leises Knacken. Und bann wieder bie Stimme des Ansagers:

Achtung! Meine Damen und Herren wir brachten Ihnen soeben eine Uebertragung"

Wie glücklich mochte jetzt eine andere Frau fein, bie in diesem Augenblick freudig erregt an der Seite des Vaters stand und einen feiner schönsten Erfolge miterleben durfte, den er in dieser Stunde errungen hatte. Sie sah dieses Bild fast greifbar nahe vor sich, sie hörte, rote die Tausende von Menschen ihn stürmisch umjubelten, sah, wie sie ihn in ihren Begeisterung auf den Schultern vom Platz trugen, wie er dann der Frau entgegentrat, die vielleicht nicht ahnte, welchen Anteil sie selbst an dem guten Gelingen dieses Tages für sich in An­spruch nehmen durfte.

Und wenn der Vater bann morgen hierher kam, erfüllt von dem eigenen Glück, getragen von der frohen Erwartung, nun auch ihr Glück vollenden zu helfen .... es war nicht mehr viel, was er bann hier vorfand.

Nun brach unten in ber Halle lautes Stimmen­gewirr auf. Harte Schritte hallten durch das stille Treppenhaus. Kommissar Bärensprung hatte ver­mutlich seine Vernehmung beendet. Renate stand hinter dem Vorhang und sah, wie er mit seinen Leuten den Wagen bestieg. Sie wunderte sich nicht, daß auch Werner Hellingrath mit ihnen davon- fuhr. Seine Schuld stand wohl fest. Nur eine tiefe Scham war in chr, daß sie diesem Manne so rück­haltlos vertraut hatte.

Ms letzter verließ jetzt Terbrüggen das Haus. Zögernd blieb er nach einigen Schritten stehen, wen­dete sich um und sah zu den Fenstern hinauf, hin­ter denen er sie vermutete. Er schien eine Weile mit sich selbst zu Rate zu gehen. Renate fürchtete schon, oaß er zurückkommen würde. Aber bann besann er sich wohl und ging in der Richtung des Verwal­tungsgebäudes davon.

Renate trat fröstelnd von der Gardine zurück. So also endete nun alles. So konnte ein Tag zur Neige gehen, dem sie sich so entgeaengesehnt hatte. Sie kam sich einsam und überflüssig vor in dem großen unbewohnten Hause, auf dem eine fast un­heimliche Stille lastete. In allen Ecken schienen

»es stellvertretenden Reichsärzteführers Dr. B'lome, »es Präsidenten der Paracelsus-Gesellschaft Dr. Din- yeldey und vieler Verwundeter ur auf geführt. Die i Hauptdarsteller Werner Krauß, Annelies Reinhold, Martin Urtel, Herbert Hübner, der Regisseur G. W. Pabst und ber Drehbuchautor Kurt Häuser wohnten gleichfalls der Aufführung bei. In diesen Tagen be­sinnen die Aufnahmen zu dem Prag-Kulturfilm »Perpetuum mobile", der nach einem Drehbuch und unter Regie von Dr. Günther Kule- neyer die Problematik der sagenhaften Maschine trläutert, die aus eigener Kraft in ständiger Bewe- ymg bleiben soll auf Grund des von Robert « Mayer 1843 gefundenen Gesetzes von der Erhal- ' lung ber (Energie veranschaulicht ber Film den wissenschaftlichen Beweis für bie Unmöglichkeit

Das Abenteuer im Atlantik, das der dreiaktigen 1 Die Inszenierung war die erste Arbeit des neu« Operette von Oskar F e x und Eduard R o g a t i | verpflichteten Oberspielleiters Paul O l m ü h l; er mit Musik von Albrecht Nehring den Namen b*11- v........' ....."-------1

Meine Damen unö' Herren, wir geben Ihnen i'tzt einen Hörbericht aus dem heutigen großen iutomobilrennen, das soeben auf bem Nurburg- 'img zu Ende geht. Achtung wir stellen um auf f«n Nürburgring"

,Achtung! Achtung! Hier Start und Ziel des <Hutomobilrennens um den ,Großen Prels der Nationen* auf dem Nürburgring. Der Itallener Laurentino auf ,Bugatti« ist soeben in die letzte Stunbe gegangen bicht gefolgt von unserem alten Kämpen Walter Hammerkott auf »Albatros' Da» 'Tennen ist auch jetzt noch vollständig offen, denn liiemanb kann .Vorhersagen, ob es öem an der Tpitze liegenden Italiener gelingen wird, sich. HllM' nerkott vom Leibe au halten Auf den Tnbuner

fragende Gesichter zu stehen, hämische Grimassen,, die ihre helle Freude daran hatten, daß nun bie tapfere, sonst so selbständige und selbstsichere Renate eine solche Niederlage hinnehmen mußte; Wie gern hätte sie gerade jetzt einen Menschen um sich gehabt, zu.' dem sie hätte sprechen können.

Sie ging bie Treppe hinunter. Unten traf sip den alten Pebdersen, der bas zur Vernehmung benutzte Zimmer wieder in Ordnung brachte.

,Haben Sie denn niemand, der Ihnen hi?r hilft?" fragte sie, um überhaupt etwas zu sagen, um eine menschliche Stimme zu hören, die nicht an die eben vergangene Stunde gemahnte.

Der Mte nickte. Auch er freute sich, daß einmal jemand kam, ber von seiner Arbeit Notiz nahm.

Doch ... seine Tochter käme manchmal her, meinte er ... es müsse doch mitunter gründlich sauber gemacht werden ... sie sei drüben in der Kolonie verheiratet ...

Vielleicht kann sie auch jetzt kommen? Wenig­stens solange ich hier bin?"

Er dachte eine Weile nach und schüttelte bann den Kopf.

Nein, das würde nicht gehen ... der Mann kam von ber Schicht ... bie Kinder müßten versorgt werden ... für heute fei es schon zu spät.

Und sonst wissen Sie niemanden, Pebdersen? Ich kann doch nicht hier so allein bleiben ..." Vielleicht ist es besser, ich fahre hinüber in die Stadt, dachte sie. Im Hotel hat man immer Menschen und Be­trieb um sich.

Der Alte druckste eine Weile herum. Er war nun schon seit Jahren daran gewöhnt, hier ganz allein für sich zu hausen, daß ihm ihr Verlangen mnächst nicht recht einleuchten wollte. War er denn plötzlich nicht mehr gut genug dazu ...?

Wenn Sie sich vielleicht noch an Mutter Hühn­lein erinnern, Fräulein ..." begann er bann wie­der.Die würde vielleicht..."

(Fortsetzung folgt.)

Renate stellte den Lautsprecher ab. Stille fiel ins Zimmer und sie mar wieder in Hammerkott. Lang­sam trat sie ans Fenster und sah hinab, wo unten noch immer der große dunkle Wagen des Kom­missar^ hielt. Der Kraftfahrer in blauer Polizei- umfonn ging wartend auf und ab und rief ihr irschreckender Deutlichkeit wieder vor Augen, andere, lichtere Bilder eben zurückgedrängt

Auf dem Feld arbeiten bie ßanbleute hinter dem Pflug und der Egge. Manch Alter geht ein wenig steif und gebückt, ernsten Gesichts neben der Drill- mckschine. Er muß helfen, denn fein Sohn ist fern. Hinter dem Alten hüpfen fchwarzweiße Bachstelzen zierlich von Scholle zu Scholle, wippen mit dem Schwänzchen, picken bald hier, bald dort. Aus dem nahen Gebüsch klingt Dogelkonzert. Tag um Tag wird es vielstimmiger, Tag um Tag mehrt sich die Zahl ber Heimkehr enden. Im Garten aber er-

Ein Ooppeljubilänm der Arbeit.

In diesen Tagen fand bei der Firma Heyligen- staedt & Comp. in Gießen ein Doppeljubiläum der Arbeit statt. Zwei verdiente Gefolgschaftsmitglieder, der Vorschlosser Hugo Nitzsche, geboren am 6. November 1871, wohnhaft in Gießen, Aulweg 43, und der Magazingehilfe Heinrich Pfeiffer, geboren am 31. Mai 1878, wohnhaft in Großen- Buseck, Zeilstraße 30, konnten auf eine 50jährige Tätigkeit in diesem Werk zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand auf Einladung des Betriebsführers eine kleine Feier statt, zu ber neben den Jubilar en ber Betriebsobmann, der Vertrauensrat des Werkes, Landrat Dr. Lotz als Leiter des Landkreises Gie­ßen und Bürgermeister Dr. Hill als Vertreter des Stadt Gießen erschienen waren. Der Betriebsführer, Direktor Maas, beglückwünschte bie beiben Iubi­lare, sprach ihnen den Dank der Betriebsführung für ihre langjährige, treue Mitarbeit aus und über­reichte ihnen eine Ehrenurkunde sowie eine Ehren­gabe der Firma. Anschließend wurden die Iubi­lare von Landrat Dr. Lotz und Bürgermeister Dr. Hill durch die Ueberreichung der Ehrenzeichen des Staates für langjährige verdienstvolle Arbeit ausgezeichnet und ihnen dabei mit herzlichen Wor­ten Anerkennung für ihre treue Arbeit ausgespro­chen. Den Dank und die Glückwünsche der Gefolg­schaft des Betriebes brachte der Betriebsobmann

Berlin vor hundert Jahren.

Im Rahmen ber SendereiheMarksteine' Ber­liner Musikgeschichte" gelangt am Freitag im Deutsch- landsender von 21 bis 22 Uhr das IX. KapitelDor hundert Jahren" zur Ursendung. Wir erleben den Brand des Opernhauses, wir werden Zeugen, rote Richard Wagner zum erstenmal seinenFliegenden Holländer" dirigiert, der berühmte Komponist Hector ' Berlioz erscheint in Berlin. Das musikgeschichtliche Bild wird belebt mit Musik ausRienzi" und dem Fliegenden Holländer", aus den Kompositionen von Berlioz erklingen Telle aus dem Requiem, aus Romeo und Julia" undFausts Verdammnis". ! Mitwirkende sind Erna Berger, Helge Roswaenge, Josef Greindl und der Chor des Deutschen Opern­hauses unter Leitung von Staatskapellmeister Robert Heger. Die Sprecher sind: Ewald Balser, Ernst Wil­helm Borchert, Max Eckard und Werner Hinz.

Der Bildhauer korschann gestorben.

In Brünn starb Professor Karl Korschann im 71. Lebensjahre. Er war Schüler der Wiener Aka­demie (Hellmer) und ber Berliner Akademischen Hochschule für Bildende Kunst (Hertech und lebte nach Schaffensjahren in Paris, Berlin, Frank­furt und nach Teilnahme am ersten Weltkrieg als Dozent für Modellieren an der Deutschen Tech­nischen Hochschule in Brünn. Auch auf dem Gebiet der Medaillenkunst hat er Anerkanntes gefchaffen. I Das Kriegerdenkmal in der Brünner Vorstadt Ischernowitz, einem Hauptort der deutschen Sprach­insel,' die Wagner- und Mozartbüste im Stadt- !heater Brünn, der neue Kreuzweg von St. Jakob und die Entwürfe für ein Lutherdenkmal in Frank­furt a. M. haben ihn bekannt gemacht.

Neues vom Film.^

Im Salzburger Festspielhaus wurde dex Ba- - »oria-FijmParacelsus" in Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstudentenführers Dr. Scheel,

Wie geschlagen sank Hellingrath in seinen Stuhl urück. Alles um ihn her tanzte in einem wilden Wirbel vorbei. Erst allmählich kam wieder etwas Darheit ksi seine Gedanken. Also war ich es doch, ann er. Der Gedanke, der vorhin wie ein toller Spuk zu mir kam, war Wirklichkeit? Harte, uner­bittliche Wirklichkeit? Wenn jener es. selbst sagte, aar jeder Zweifel unmöglich.

In das atemlose Schweigen um ihn fiel wieder die Stimme des Kommissars.

Nach alledem muß ich Sie bitten, mich nach effen zu begleiten. Die Staatsanwaltschaft hat be- *<its einen Haftbefehl erlassen."

Todmüde und hoffnungslos stand er auf.

mit dem Grundlohn des Versicherten berechtigt. Deshalb kann nunmehr die Satzung auch für das tägliche Stillgelb einen Höchstbetrag feftfetzen. Es besteht somit bie Möglichkeit, ben Familienangehöri­gen der Versicherten im Wege der Mchrleistungeu den gleichen Betrag von 50 Rpf. als tägliches Still- gelb zu gewähren, wie er den Versicherten selbst als Regelleistung zufteht. Eine' solche Satzungsbestim­mung kommt insbesondere ben Versicherten zugute, bie wirtschaftlich ungünstig gestellt sind und für die daher bas Aufziehen von Kindern mit größeren Opfern verbunoen ist.

Eine wesentliche Verbesserung ist für bie Dauer der Stillgeldzahlung verfügt wokden. Schon bisher konnte die Satzung der Krankenkasse die Dauer bis auf 26 Wochen erweitern. Von ber Möglichkeit haben jedoch nicht alle Krankenkassen Gebrauch gemackst. Durch das Mutterschutzgesetz ist jetzt als allgemeiner Grundsatz anerkannt worden, daß Stillgelb bis zum Zahnen, also für sechs Mo­nate, zu gewähren ist. Zur Förberung der Still- tätigkell ist in ber Familienwochenhilfe ber gleiche Rechtszustand hergestellt worben. Den berechtigten, Familienangehörigen der Versicherten wird, solange sie stillen, Stillgeld über die 12. Woche nach der Niederkunft hinaus bis zum Ablauf ber 26. Woche als Mehrleistupa gewährt. Die Versicherten haben damit in jedem Falle für die Dauer von 26 Wochen Anspruch auf Stillgeld für ihre Familienangehöri­gen. Diese am 1. März in Kraft getretene Regelung gilt auch für laufende Fälle.

5erbefferungen in bei

Für die Familienwochenhilfe find mit Wirkung ab 1. März eine Reihe von Verbesserungen getrof­fen worden, die imReichsarbeitsblatt" näher er­läutert werden.

Das Wochengeld für Familienangehörige be­trägt bisher als Regelleiftuna 50 Rpf. täglich für die Zeit vor und nach der Nieoerkunft. Die Satzung der Krankenkasse kann den Betrag bis auf die Hälfte des Krankengeldes ber Versicherten erhöhen. Bis­her bestand also nicht die Möglichkeit, einen festen Höchstbetrag für das Familienwochengeld festzu- setzen. Nach den neuen.Bestimmunaen kann nun­mehr die Satzung der Krankenkasse für das tägliche Wochengeld in ber Familienwochenhilfe auch einen festen, vom Krankengeld unabhängigen Betrag als Höchstbetrag festsetzen. Die Kassensatzung kann also setzt, wenn z. B. mehr als drei unterhaltsberechtigte Kinder üorfyanben. sind, auch für die niedrigeren Lohnstufen mit Krunblöhnen von weniger als vier Reichsmark ein Familienwochengeld von einer Reichsmark als Mehrleistung vorsehen.

Für das Still gelb galt bisher eine Regel- leistung von 25 Rpf. täalich. Auch hier konnte bie Satzung ber Krankenkasse den Betrag bis auf die Hälfte des Krankengeldes erhöhen. Während der Kassenleiter in7 der Versichertenwochenhilfe einen Höchstbetrag .für das tägliche Stillgeld festsetzen kann, fehlte eine solche Möglichkeit in der Familien­wochenhilfe. Noch weniger als beim Familien­wochengelb ist aber beim Stillgelb die Verbindung

Industrie- und Finanzleute tellnahmen, wurde in Tokio abgehalten, um die Mittel und Wege zu beratschlagen, durch die die wirtschaftliche Zusam­menarbeit zwischen Japan und China gefördert werden' konnte.

gibt, spielt an einem nicht genauer zu lokalisieren- I ben Palmenstrand von Santa Catharina am blauen

10 000 Studenten der El-Azhar-Uniyersität in Kairo veranstalteten eine Protestkundgebung gegen Die von ber ägyptischen Regierung beschlossene An­erkennung der Sowjetregierung. Die englische lizei verhaftete etwa 100 Studenten, aber die ruhe hält weiterhin, an.

nur sämtliche Personalien, nach denen so lange , .

fruchtlos gefahnbet wurde, einwandfrei ermittelt, sollte sich aber in ber Ausspielung grotesker Komik fonbern auch bie zusamtnenpassenden Paare, wie es 1 vor allzu geflissentlichen Uebertreibungen hüten, sich gehört, miteinander vereinigt. Die Musik bazu ! Herr H e l l m e r s - H a l^w e g h^gab mit großem

Kunst und Wisfenschast.

Joseph Bonberau 80 Jahre att.

Am 2. April wird Prof. Dr. Jos. Donderau, ber sich um die Erforschung ber Dor- und Frühgeschichte des Fuldaer Landes große Verdienste erworben hat, 80 Jahre alt. Seine erste Arbeit war die Entdeckung eines Psahlbaudorfes im Stadtbezirk Fulda. Grabungen auf dem Gelände der alten Stiftskirchen in Fulda uno Hersfeld brachten wertvolle Erkenntnisse, ebenso seine Grabungen am Büraberg bei Fritzlar. Im ver­flossenen Jahre führte der Gelehrte Grabungen auf dem FuDaer Domplatz durch, die zur Aufdeckung einer chattifch-sränkischen Siedlung aus der Zeit vor Gründung des Fuldaer Klosters führten. Das Er­gebnis dieser Grabungen soll in einer für dos 1200» fahrige Jubiläum der Stadt Fulda im kommenden Jahr geplanten Festschrift veröffentlicht werden. Bereits 1908 erhielt Vonderau ben Professortitel. 1923 wurde er von der Universität Marburg zum Ehrendoktor promoviert.

Zeitgenössische Illusik im Rundfunk.

Der Komponist Ottmar G e r st e r, der an der