Ausgabe 
1.4.1943
 
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Donnerstag,! April 1YHZ

Gießener Anzeiger

193. Jahrgang Nr. 77

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Grundpfeiler des Reiches.

An jedem 1. April gedenkt das deutsche Volk des Alten, der im Sachsenwalüe ruht und dessen Weihe­stätte auch schon das Angriffsziel des britischen Bar­barentums gewesen ist. Es ist bis zu einem gewis­sem Grade psychologisch verständlich, wenn sich der Haß, den das englische Piratentum gegen jeden auf­bauenden Geist und gegen jedes europäische Verant­wortungsgefühl empfindet, gerade auf die Person des Kanzlers konzentriert, der es gewagt hat, den alten englischen Traum vom europäischen Gleichge­wicht empfindlich zu stören und die geheiligte west­liche Theorie anzutasten, daß in der Mitte Europas zum höheren Nutzen aller Geldsackinteressen ein po­litischer Ohnmachtsraum bestehen müsse, die Gestalt Ottos von Bismarck war diesen Menschen völlig unfaßlich. Sie begriffen es nicht, daß da plötzlich ein preußischer Junker es unternahm, entgegen al­len gewohnten diplomatischen Spielregeln die deut­sche Frage zu lösen und im Herzen Europas ein starkes Reich der Deutschen aufzurichten.

Adolf Hitler hat in seiner Rede beim Stapellauf des deutschen Schlachtschiffes, das den Namen des ersten Kanzlers trug, ausgeführt, das Größte an diesem Mann sei, daß er aus der Bodenständigkeit seines ostelbischen Junkertums mit seinen größeren Zwecken gewachsen sei und als deutscher Staats­mann die Aufgabe zu Ende geführt habe, an der Generationen vorher verzagt waren. In der Tat ist Otto von Bismarck em neuer Typ dentscher Geistig­keit. In ihm vereinigt sich das hohe moralische Ver- ontwortungsbewußtsein des deutschen Idealismus mit dem eiskalten Tatsachensinn des in der preußi­schen Schule groß gewordenen Staatsmannes. Ge­wiß, im Deutschtum hatten sich Generationen vor Bismarck im Kampfe gegen die napoleonische Fremdherrschaft starke Persönlichkeiten herausgedil- det, denen es gelungen war, die deutsche Jugend für den Kampf um Freiheit und Einheit zu begei­stern. Aber keinem von diesen Männern war der letzte Erfolg beschieden. Otto von Bismarck errang ihn dadurch, daß er bewußt an die starke machsvo- litische Grundlage des preußischen Militär- und Be­amtenstaates anknüpfte und es gleichzeitig verstand,

die idealistischen Ziele der liberalen deutschen Ein­heitsbewegung zu verwirklichen.

Das Erbe des großen Kanzlers ist unter schwäch­lichen Epigonen schlecht gehütet worden. Der Zu­sammenbruch, den Herbert von Bismarck beim Sturze seines Vaters ingrimmig voraussagte, hat aus dem unerschöpflichen Quell des deutschen Volks­tums diejenigen Kräfte an das Licht des Tages ge­bracht, die umfassender als Otto von Bismarck es in feitler Zeit konnte, das Gesamtproblem der deut­schen Volkwerdung von innen heraus begriffen und mit revolutionären Mitteln die Einheit des Deutsch­tums zur Wirklichkeit machten. Heute stehen wir wieder im Kampf um die letzten Existenzgrundlagen unseres Volkes und erinnern uns in Ehrfurcht und Dankbarkeit des Alten aus dem Sachsenwald, ohne dessen Wirken es kein zweites Rssich gegeben hätte und auf dessen starken Schultern wir heute noch stehen. Geradet die Besinnung auf die großen Werte unserer Vergangenheit gehört zu den Grundelemen- ten unserer Volkwerdung. Sie ist nicht nur ein Akt der Pietät, sondern der Quell einer sich stets er­neuernden Kraft, die aus den letzten Tiefen unseres nationalen Daseins aufsteigt.

Dir können durch Liebe und Wohlwollen leicht bestochen werden vielleicht zu leicht, aber durch Drohungen ganz gewiß nicht! (Bravo!) Wir Deutsche fürchten Gott, ober sonst nichts in der Welt (Leb­haftes Bravo!): und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen läßt. Wer ihn aber trotzdem bricht, der wird sich überzeugen, daß die kampfesfreudige Vaterlandsliebe, welche 1813 die gesamte Bevölkerung des damals schwachen, kleinen und ausgesogenen Preußen unter die Fahnen rief, heutzutage ein Gemeingut der ganzen deutschen Kation ist und daß derjenige, welcher die deutsche Kation irgendwie angreift, sie einheitlich gewaffnet finden wird und jeden Wehrmann mit dem festen Glauben im herzen: Gott wird mit uns fein! (Leb­hafter, andauernder Beifall.)

Bismarck in der großen Reichstagsrede vom 6. Februar 1888. <,

Abgesang derbalance of power.

Von unserem ck.-Berichlerftatter

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bern, im April 1943.

Eine ganze Generation englischer Staatsmänner angefangen von Chatham, Palmerston, Disraeli, bis zu j5ir Eyre Crowe, Grey und anderen durfte sich im Grabe umgedreht haben, als in diesen Tagen dieTimes" in einem auf sachlich frisierten Leitartikel das offene Geständnis machte, daß Eng­land diesen Krieg auf zweifache Art verloren habe: einmal durch die Aufgabe der Politik des europäischen Gleichgewichts zugunsten einer sowjetischen Hegemonie in Eu­ropa dieTimes" nennt diese Tatsache ver­schämtJnterdependence" und zum anderen durch die Flucht in eineOrganisation der vereinigten Nationen", was nichts ande­res heißen tann als die Anerkennung der Vor- machtstellung der USA. in den Räumen, die das britische Empire vor diesem Krieg noch unan­gefochten beherrschte.

Zweifellos werden künftige Geschichtsschreiber von diesem Artikel derTimes" an ein neues, weitaus weniger glanzvolles Kapitel britischer Staatskunst datieren. Denn wie einst Frankreich durch das Prin­zip des Gleichgewichts der Kräfte der anfänalirhen Uebermacht des spanisch-habsburgischen Reiches Karls V. und Philipps II. entgegenzutreten ver­suchte, so bemächtigte sich England frühzeitig dieses Gedankens, um mit seiner Hilfe aus einem bloßen Randstaat Europas zu einem Weltreich aufzuwach­sen, das dann diese immer höchst labile > und frag­würdige Ordnung geradezu zu einem wissenschaftlich fundierten Gesetz der englischen Politik erhob, wobei jeder mögliche Einwand, daß es sich hier um eine Hilfskonstruktion und nicht um eine echte Ordnung handelte, durch die Machtpolitik unterdrückt wurde. Das ganze 18. und sicherlich noch die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts stand im Zeichen dieser Dok­

trin, die damals universelle Anerkennung fand, weil man in dem Bann der Vorstellung stand, daß die aus den mittelalterlichen Bindungen herausge- wachsenen Staaten von Natur aus eines freien Zu­sammenspiels der Kräfte benötigten, wobei der po­litische und wirtschaftliche Liberalismus Pate stand, allerdings die aufgeklärte und mäßigende Vernunft der Staatsmänner als Voraussetzung nahm.

Es ist auch nicht Zufall, daß gerade vom Ronde Europas her, nämlich von Frankreich und von England, diese Idee einer scheinbar Überzeitlichen Ordnung gefördert und entwickelt wurde. Hier legte die moderne nationalstaatliche C^ntroicfhina am frühesten ein, die den mittelalterlichen Universal- staot zerbrach und ^Europa nickst mehr von einer starken Mitte her regiert wissen wollte, sondern sich gegen das ordnende Schwergewicht dieser Mttft stellte. Jacques Bain ville? einer der bedeu­tendsten zeitgenössischen Historiker der Franzosen, hat in seinerGeschichte zweier Völker" ausführlich dargelegt, wie fußend auf dem Werk Riche- rieus der Westfäliilbp fttiohe sch hfi* "ti > to- dell eines idealen europäischen Gleichgewichtszu­standes von Frankreich angesehen wurde, eine Tat­sache, die sich in der ganzen hinter uns liegenden Epoche England zunutze machte, um mit der je­weiligen Bekämpfung der stärksten Festlandsmacht eine bequeme Kontrolle über den europäischen Kon­tinent aufzurichten.

Was die englische Staatsführung schließlich unter Gleichgewicht verstand, das kommt wohl nirgends klarer zum Ausdruck, als in jenem berühmten Me­morandum vom 1. Januar 1907, das Sire Eyr-e Crowe, damals Abteilungsleiter im Foreign Office, verfaßte. Hier wird aus einer Taktik, die gar nichts mehr mit überzeitlicher Ordnung, wohl aber alles mit machtpolitischen Interessen zu tun ! hatte, abgeleitet,daß sie fast die Form eines Na-

jeder Über 1OOOOO BRT. versenkt.

Oie neuen Erfolge der deuffchen U-Boote. - Lleberlegenheit über die feindlicheU-Boot-Waffe.

Ein -undFuslauf en unserer Boo e zu sendet sich auch gegen übertriebene Hoffnungen auf versuchen schwere viermotorige Kamvf lugieug Giniatz von Bombern zum Geleitschutz auf lebt der Feintz hierein, darunter«Ne --sei ein Irrtum ,u «tauben, daß

her vom TypHalifax undStirling M t "rite - nrber heute das Ruhrgebiet anfl'iegen und morgen bereits U-Boote im Mittleren AtlanÜk b°m.

als fünf von bieefn großen Bombern ab geschossen. . Die feindlichen Flugzeuge haben die Aufgabe, un­sere Unterseeboote durch Abwurf von Wasserbom­ben unter Wasser zu drücken und sie dadurch am Vorsetzen vor Geleitzüge zu hindern. Aber die Kampfhandlungen zeigen, daß unsere Boote in be- timfnten Lagen den Kampf aufzunehmen verstehen.

Von den in der Sondermeldung als versenkt ge meldeten 17 Schiffen entfallen diesmal sechs auf das Mi11elmeer. Diese Schiffe waren durch See- und Luftstreitkräfte stark gesichert. Einige von ihnen hatten Ladungen von Munition und Wasser­bomben an Bord und sanken unter heftigen Explo- ionen. Die übrigen Dampfer wurden aus Geleit­zügen im Atlantik herausgeschossen. Im Haupt­kampfgebiet des Nordatlantik herrschte in der letzten März-Woche orkanartiges Wetter, so daß zeitweise ein Waiseneinsatz nicht möglich war. Aber schon bei der ersten geringen Wetterbesserung wur­den auch hier wieder Erfolge erzielt.

Niewirkliche Lage".

Bei der Würdigung der neuesten Sondermeldung über die Erfolge unserer U-Boote im Atlantik und im Mittelmeer must man bedenken, daß offenbar wiederum in der vergangenen Woche die Witte­rungsverhältnisse außerordentlich ungünstig waren. Es ist jetzt die Zeit der Tag- und Nacht- gleichen-Stürme, die unseren Unterseebooten die Erfüllung ihrer Aufgaben erheblich erschweren. Es wird immer bei der Bekämpfung des feindlichen Nachschubverkehrs Zeiten geben, in denen die Er­folge sich häufen, und wiederum solche, in denen die Versenkungen etwas geringer werden. Das Ent­scheidende bei' der Bewertung ist, daß die Kurve, obwohl sie oft schlangedartige Windungen aufweist, seit Beginn des U-Bootkrieges im ganzen eine fteigenbe Tendenz zeigt Dies wird sich bei der Betrachtung des Gesamtergebnisses des Monats März deutlich erweisen, in dem bisher schon 853 500 BRT als versenkt gemeldet wurden.

Im feindlichen Ausland ist man auch durchaus davon durchdrungen, daß der U-Boot-Krieg der Achsenmächte eine schwere Gefahr für die gegnerische Kriegführung darstellt. Daß wir nicht nur an der Vervollkommnung unserer U-Boote stetig und erfolg­reich gearbeitet haben, sondern auch unsererseits die Bekämpfung der feindlichen U-Boote tatkräftig m Angriff genommen haben, wird durch die Einge­ständnisse des britischen Marineministers A l ex a n =x d e r besonders deutlich. Alexander mußte die schmerz­lichen Verluste zugeben, die die britischen U-Boote in der jüngsten Vergangenheit erlitten haben. Es handelt sich offenbar um die Gefechts­berührungen, von denen der OKW.-Bericht vor einigen Tagen Kunde gab. Für die Engländer ist "icht nur der V-rlust einer größeren Anzahl von U-Booten an sich lehr unangenehm, sie werden vor allem auch durch die Einbuße der ausgebildeten Besatzungen erheblich betroffen.

Bei der Bekämpfung der deutschen U-Boote soll künftig die britische Luftwaffe stärker als bis­her eingesetzt werden. Offenbar scheint man fid) m London davon viel zu versprechen. Daß die Unter­seeboote diesem Angrift nicht wehrlos gegenüber* stehen, bat sich im Golf von Biskan a gezeigt, wo fünf schwere feindliche Bomber durch die Ab- wehrwaffen unserer Unferfe^boote heruntergeholt worden sind. Auf der anderen Seite ist es einem deutschen Karnpfflugftzug gelungen, im Mittelmeer ein britisches Unterseeboot zu versenken. In diesem Zusammenhang kann darauf hingewiesen werden, daß die Bordflak unserer Kriegs­marine nicht nur der Unterseeboote, sondern auch der Vorpostenboote usw. sich schon immer erfolgreich im Kamp*' gegen feindliche Flugzeuge be* tätigt hat Die deutschen Unterseeboote werden auch den britischen Flugzeugen, wenn sie zahlreicher als ! bisher gegen sie eingesetzt werden sollten, wie allen anderen Abwehrwn'fen Ties Gegners erfolgreich zu begegnen wissen. Sie werden ihren Kampf bis jur Lähmung des feindlichen Nachschubs unermüdlich und mit dem stärksten Einfatz fortführen.

U-Boo^e gegen Bomber.

Berlin, 31 März. (DNB.) In der 8 Sonder - Meldung des März wird der aktive Kamps unserer Unterseeboote gegen die feindlichen Bombenflugzeuge gewürdigt, die als Luftsicherung bei Geleiten stehen, aber auch in der Bucht von Biscaya das Ein - und,Auslaufen unserer Booti zu Itoren versuchen Schwere viermotorige Kamvfttiigzeuge

In einem Leitartikel, der für sich selber spricht, etzt sich die Edinburger ZeitungScotchrnan" mit dem Ausmaß der U-Boot-Gefahr aus­einander, von dem sich niemand in England einen rechten Begriff machen könne, da die Admiralität dafür zu wenig Material freigebe. Diewirkliche Lage" lasse sich ungefähr mit Hilfe einiger Ueber- tegungen ermitteln. In diesen Krieg seien die Alli­ierten und insbesondere England mit weniger Schiffsraum ein getreten als in den Weltkrieg 1914 bis 1918. Außerdem habe man britischerseits heutzu­tage um fünf Millionen mehr Münder in England zu füttern als damals. Weiter müßten die alliierten Schiffe gegenüber dem ersten Weltkrieg längere Seereisen machen und mit bei wettern mehr Gefahren fertig werden Und hätten es im Welt­kriege 169 feindliche U-Boote vermocht, die britische Inselwelt beinahe auszuhungern, um wieöiel kata­strophaler sei die Bersorgungslage Englands heute, do Hunderte von U-Booten der Achse ohne Unter­laß monatelang die Zufuhren aufhielten. Darüber hinaus seien die modernen U-Boote bei weitem schlagkräftiger und gefährlicher als die des dama­ligen Krieges. Allerdings so schließt derScotch- man" seine trüben Betrachtungen wenn heute der amerikanische Admiral Stark erkläre, daß man nur die U-Boote zu schlagen brauche, um biefen Krieg zu gewinnen, dann sei dies eine Uebertrei- bunq, die'm das Reich der Fachsimpelei gehöre. Denn selbst wenn es keine U-Boot-Gefahr gäbe, hin­dere die deutsche Armee die Anti-Achsenmächte an der Errichtung einer zweiten Front.

Auch der Marinekorrespondent derSunday Ti­mes" fragt, ob auch wirklich der volle Umfang der U-Boot-Gefahr selbst in amtlichen Kreisen begriffen werde. Nicht nur habe sich die Zahl der von Deutsch­land eingesetzten U-Boote verdreifacht, auch ihr Be­tätigungsfeld habe sich enorm ausgedehnt. Im letzten Welttrieg häte es genügt, den Geleitschutz erst 300 Meilen vor der englischen Küste einzusetzen, jetzt aber sei die Gefahr über den Atlantik gezogen bis nach Südamerika. Südafrika und sogar bis in den indischen Ozean Dabei dürfe nicht vergessen wer­den daß die 400 Geleiti ahrzeuge des letzten Krie­ges'damals kaum für den Schutz der Schiffe aus­reichten. Für den gleichen Zweck brauche man fetzt Taufende von Geleitiahrzeugen. Der Korrespondent

bardieren könne. Monate der Ausbildung gingen dahin, bis die Besatzung einer Bomberma schäme überhaupt von einigem Nutzen für den Einsatz über See sein könne.

Wucherpreise für Schiffskäufe in den USA.

Lissabon, 31. März. (Europapreß.) Denem­pörendsten Skandal in der Geschichte der USA -Ma­rine" nannte der USA.-Senator George D. Aiken die Tätigkeit der nordamerikanischen Bundesschift-

^ahrtsbehörde, die sich einer ungeheuren Korruption chuldig gemacht habe Aiken nahm gegen die Wie- 'erernennunq des Konteradmirals Emery Land yum Vorsitzenden der Bundesschiffahrtsbehörde Stel-^ lung und warf dieser Behörde vor, sie habe ohne gesetzliche Vollmacht ihren Fonds um über 100 Mil­lionen Dollar widerrechtlich erhöht und wucherisch hohe Preise beim Ankauf von Schissen aus Privat­besitz gezahlt. Der Senator erklärft, daß er mit seinen 'Andeutungen lediglich die Oberfläche der An­gelegenheit berührt-habe.

Erbitterte Abwehrkämpfe südwestlich Wjasma.

Berlin, 31. März. (DNB.) Südwestlich Wjasma nahmen die Bolschewistin am Erz ihre Versuche wieder auf, die deutschen Stellungen mit starken Infanterie- und Panzer- kräftem zu durchbrechen. Nach mehrstündiger Artillerievorbereitung traten die feindlichen Regi­menter zum Angriff an. Aber bereits vor Erreichen der vorgeschobenen Stützpunkte schlug den anstür­menden bolschewistischen Wellen ein vernichtendes Feuer entgegen. In verbissener Wut rannten die Sowjets an einzelnen Abschnitten bis z u vier- zehnmal in Bataillonsstärke gegen das deutsche Abwehrfeuer an. Obgleich diese erbitterten Vor­stöße jeweils von 20 bis 30 Panzern unterstützt wurden, scheiterten alle Durchbruchsversuche unter schweren Verlusten für den Feind Als es im Lauft des Nachmittags dem Feind nördlich der Autostraße Roßlawl-Moskau gelang, mit 31 Panzern und begleitenden Infanteristen in ein Dorf einzubrechen, trat eine Kampfgruppe von bayrischen und sächsischen Grenadieren, unterstützt durch Panzer und Schnellfeuerkanonen, zum Ge­genangrift cm. Der erbitterte Kampf, der sich bis in die tiefe Nacht hinzog, brachte den Bolschewisten erneut schwere Verluste. Unsere Grenadiere warfen sie aus dem Dorf, eroberten die Stellungen zurück und brachten damit die Hauptkampflinie im ge­samten Abschnitt wiederum fest in deutsche Hand. Allein am 29. März verloren die Bolschewisten in diesen Kämpfen außer £500 Toten 27 Panzer.

Der Wekrmachiberichi.

DKB. Aus dem Führerhauptquartier, 31. Wärz. (DKB.) Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

3m Süd- und Mittelabschnitt der Ost - front verlief der Tag im allgemeinen ruhig. 3m tiuban-Brücken5opf und südwestlich Wjasma wurden feindliche Vorstöße durch wirk­sames Artilleriefeuer und wuchtige Angriffe von Äurzkampfverbänden zerschlagen.

Südlich des 3lmensees erreichte ein eige­nes Angriffsunternehmen zur Verkürzung der Front trotz erhebticher Geländefchwierigkeiten die gesteckten Ziele.

3m Kampfraum südlich des Ladogasees dauerten die harten, aber erfolgreichen Abwehr­kämpfe an. Zwei feindliche Bataillone wurden ein- geschlosiev und vernichtet, eine Anzahl Panzer ab­geschossen.

Die Abwehrschlacht in Tunesien hält an. Wäh­rend in einigen Abschnitten die feindliche Angriffs- tätigkeit unter dem Eindruck des erfolgreichen Wi­derstandes deutsch-italienischer Truppen vorüber­gehend etwas nachlietz, setzte der Feind in anderen Frontabschnitten seine schweren Angriffe fort. Sämt­liche Angriffe scheiterten auch gestern an der ent­schlossenen Abwehr unserer Truppen.

Die Luftwaffe griff am Tage und bei Kacht

durch laufenden Einsatz ihrer Fliegerverbände wirk-» fam in die Erdkämpfe ein.

3m Mittelmeer versenkte ein deutsches Kampfflugzeug ein britisches Unterseeboot.

Ein überraschender Angriff der Luftwaffe am gestrigen Tage gegen militärische Ziele an der S ü d- küsie Englands hatte Erfolg.

wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben unsere Unterseeboote den Feind auf ver­schiedenen Kachfchublinlen erneut schwer getroffen. Sie versenkten im Kordatlantik bei teil­weise orkanartigem Wetter, im Mittelatlantik und im Mittelmeer, zum größten Teil aus Geleitzügen, 17 feindliche schwerbeladene Handelsschiffe mit zusammen 103 500 BRT.

3n der Biskaya wurden fünf schwere Feind­bomber beim Angriff auf Unterseeboote durch die Abwehrwaffen dieser Boote abgefchossen.

Sepp Dietrick beim Bührer.

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Der Führer überreichte dem Kommandeur seiner ßeibftanbarte das Eichenlaub mit Schwer­tern .zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, das Sepp Dietrich nach der Wiedereroberung von Char­kow als 26. Soldaten der Wehrmacht verliehen roon den war. (Presse-Hoffmann. jSch.j)