(Nachdruck verboten.)
9. Fortsetzung.
war der Direktor Terbrüggen von der Zeche Ham- merkott."
Richtig, fuhr es ihr durch den Sinn, das war ja der Wagen, den der Vater mit ihr zusammen auf der letzten Automobilausstellung gekauft hatte und der dann nach Hammerkott geschickt wurde.
Es war inzwischen vollends dunkel geworden. Die Bäume auf der Landstraße huschten schwarz und schattenhaft vorüber. In' der Ferne wurden schon deutlich die Lichter der Stadt sichtbar.
„Unsereiner kommt wohl kaum einmal an einen solchen Posten heran", sagte er nach einer Weile, in der jeder seinen eigenen Gedanken nachging. „Oder man ist inzwischen alt und grau geworden und hat dann nicht mehr die rechte Freude daran, vielleicht auch nicht mehr die rechte Lust am Schaf - fep. Wenn ich darüber nachdenke, begreife ich diesen Hammerkott weniger ..."
„Möglicherweise leistet^er in seinem Fach aber auch etwas ...", wendete sie zögernd ein.
„Gewiß tut er das", ereiferte er sich gleich weiter. „Ohne Zweifel sogar. Ich kenne ihn ja. Was er tut, das tut er gewiß ganz. Aber es ist doch etwas anderes, auf seinem eigenen Besitz schalten und walten zu können, als draußen in der Welt herumzujagen und hier alles fremden Leuten zu überlassen, von denen er doch nie weiß ..."
Er hielt inne. Was redete er da nur zusammen. Es war ja Unsinn, daß er diesem wildfremden Mädchen all diese Dinge erzählte, die einem Unbeteiligten doch ganz gleichgültig sein mußten. Und wer wußte, wo sie morgen in Dienst trat und wo sie dann vielleicht mit ihren Kenntnissen groß tat. Ein Glück, daß er sich noch rechtzeitig besonnen hatte. Er war gerade im besten Zuge gewesen, von Terbrüggen und seinem merkwürdigen Privatsekre- tär zu sprechen.
„Warum erzählen Sie nicht weiter, Herr Werner?" fragte sie nach einer Pause, während sie unter den ersten Straßenlaternen der Dorstadt von Esten dahinfuhren.
„Ach —'es hat ffl alles doch keinen Aweck",
Familienunterhalt und Kriegsbesoldung
Doppelzählungen gibt es nicht.
Glück auf, Renate!
Roman von Ernst Grau.
Falschheit steh mir bet, dachte sie und tat sehr verwundert.
„Der berühmte Rennfahrer ...? Das ist der Besitzer der Zeche Hammerkott?"
„3a, ja", nickte er bestätigend. „Der Name geht Ihnen ja schon ganz geläufig von der Zunge. Sehen Sie, dafür opfert ein solcher Mann seine Zeit. Heute in Berlin, morgen in Paris, und übermorgen in Rom oder Monte Carlo oder sonstwo, immer auf her Jagd von einer Rennbahn zur anderen. Kaum, daß er zwischendurch mal für einen Sprung herankommt, um ein paar wichtige Unterschriften zu geben. Ich möchte nur wissen", ereiferte er sich immer mehr, „was aus diesem herrlichen Betrieb werden wird, wenn er sich bei einem solchen Rennen mal den Hals bricht. Denn einen Sohn, der alles weiter führen könnte, hat er nicht ..."
Vielleicht hat er aber eine sehr tüchtige Tochter, hätte sie jetzt am liebsten gesagt. Aber so dumm sah dieser Herr Werner nicht aus, daß er sie dann am Ende nicht doch durchschaut hätte.
„Nun ... und solange, bis sich dieser Herr Hammerkott den Hals gebrochen hat, wie Sie menschenfreundlicherweise bemerkten, solange führen Sie dort den Betrieb?"
• Sie konnte sich diese spöttische Frage nicht versagen, obgleich sie ihn eigentlich nur zum Weitersprechen bringen wollte. Doch er war jetzt nicht m der Stimmung, auf diesen Ton einzugehen.
,Zch tariere, daß ich dann einen anderen Wagen fahren wurde", meinte er nur. „Der Mann, der vorhin in der großen, blauen Limousine hier vor- Mtöfte, vielleicht haben Sie darauf geachtet, das
Gelegenheit zum Fahren mehr hatten, können sich in den vom NSKK. durchgeführten Lehrgängen die verlorene Fahrpraxis wieder aneignen, aber auch für diejenigen, die eine besondere Neigung und Eignung für eine solche Tätigkeit besitzen, besteht die Möglichkeit, ebenfalls durch das NSKK. über das Deutsche Frauenwerk unentgeltlich eine mit dem Erwerb des Führerscheines abschließende Fahrausbildung erhalten.
Nach Lage der Dinge wird eine große Zahl von Frauen und Mädchen Gelegenheit haben, ihren besonderen Kriegseinsatz in ver Heimat als Kraftfahrerin zu leisten. Nähere Auskunft erteilen die Arbeitsämter.
Lichtspielhaus; »Geliebte Welt".
Die Spannungen, die sich aus dem Nebeneinander von Privatleben und Berufsleben zwar nicht notwendig ergeben müssen, die aber immerhin gelegentlich zu beobachten sind und sich sogar zu ausgesprochenen Krisen entwickeln können, haben den Film schon des öfteren beschäftigt. Hier beginnt es damit, daß der Generaldirektor eines großen Motorenwerkes seine Sekretärin heiratet, die sich drei Jahre lang als verständnisvolle und zuverlässige Mitarbeiterin bewährt hat. Man sollte annehmen, daß damit alles in schönster Ordnung wäre — aber nach dem Drehbuch, das Emil Burri und Peter Francks schrieben, bildet das, was man für einen iguten Schluß halten möchte, erst die Voraussetzungen für die Problematik einer Fabel, die übrigens ganz auf Friedensverhältnisse ^geschnitten ist. Obwohl die beiden sich wirklich lieben, gibt es keine glückliche Ehe, denn der Mann, der jetzt noch viel mehr zu tun hat als vorher und ewig geschäftlich unterwegs ist, bringt nicht die nötige Zeit für ein bißchen Privatleben und eine junge Frau auf, die ihrerseits von heute auf morgen ihren Büroplatz an der Schreibmaschine verlassen hat und sich eines Tages nach der geliebten Welt von damals zurücksehnt, weil ihr Mann sich nicht um sie kümmert und sie nicht weiß, was sie beginnen soll. (Heute könnte ihr leicht geholfen werden.) Es kommt zur Trennung, aber auch das ist nicht das Wahre, denn nun merken die beiden erst recht, was sie aneinander gehabt und verloren haben. Eins freundliche Fügung — wenn auch nicht des Schicksals, so doch der Drehbuchverfasser — läßt die junge Frau wieder eine Stellung als Sekretärin in einer Versicherungsgesellschaft finden, die mit dem, Motorenwerk geschäftliche Beziehungen unterhäll. Jetzt sieht man ja von weitem, wie das ausgeht: als das Werk mit der Versicherung Differenzen bekommt und der Generaldirektor in seinem Aerger und seiner Nervosität höchstselbst an den Apparat geht: wer sitzt da am anderen Ende der Leitung und bringt sozusagen im Handumdrehen alle Schwierigkeiten in Ordnung? Seine frühere Frau natürlich. Und natürlich werden im Anschluß daran auch die viel erheblicheren persönlichen Miß- Helligkeiten bereinigt. Sie lieben sich ja noch immer.
Kriegsbesolduna stellen können, die. chnen dann in Höhe des Gehalts des Berufssoldaten gleichen Dienstgrades und Familienstandes von den zuständigen Gebührnisstellen der Wehrmacht aezahlt wird. Selbstverständlich ist aber, daß der Kriegsbesoldungsempfänger für sich und seine Familie mit jder Gehaltszahlung aus der Betreuung mit Familienunterhalt ausscheidet, andernfalls würde'er unberechtigt doppeltes Einkommen haben. Der Soldat selbst muß also dafür sorgen, daß die für den Unterhalt der Angehörigen erforderlichen Zahlungen diesen zukommen. Erhielten z. B. seine Eltern vorher F. U., weil er nachgewiesen hat, daß er vor seiner Einberufung überwiegend ihr Ernäherer war, so muß er feiner Unterhaltspflicht den Eltern gegenüber jetzt aus seiner Kriegsbesoldung nachkommen. Die teilweise verbreitete Ansicht, Unterhaltsbedürftige dürfen nicht von der Kriegsbesoldung leben, sie müssen sie vielmehr für den Einberufenen bis nach Kriegsende sparen, ist irrig.
Wo also Kriegsbesoldung von einer Gebührnis- stelle der Wehrmacht bezogen wird, gibt es keinen Familienunterhalt, und zwar weder jur Ehefrauen, eheliche aber uneheliche Kinder, Eltern, Großeltern oder sonstige Angehörige. Familienunterhalt -kann auch nicht gezahlt werden, wenn jemand Berufssoldat wird und er damit von der Wehrmacht das ihm für seinen Dienstgrad zustehende Gehalt erhält.
Jeder Familienunterhaltsempfänger, der von der Zahlung von Kriegsbesoldung Kenntnis erhäll, hat dies sofort der F. 11. zahlenden Stelle mitzuteilen. AiHernfalls macht er sich strafbar und hat überdies die zuviel gezahlten Beträge zurückzuerstatten.
„Am liebsten in einer großen Garage, wo man mir die Maschine gleich instandsetzen kann."
„Gut — dann sind wir am Ziel."
Schade, dachte sie, denn sie hätte ihm gern noch weiter zugehört. Und gleich darauf: Gott sei Dank! Ihr fiel wieder ein, was ihr morgen bevorstand, und was sie sich vorgenommen hatte. Aber es par doch, als ob ein inneres Frohsein mit diesen Gedanken in ihr herab fiel.
„Werde ich Sie einmal wiedersehen, Fräulein Reni ...?" fragte er nach einer kleinen Pause zögernd. Er ärgerte sich, daß er bei dieser Frage rot wurde wie ein Schuljunge. Glücklicherweise war es dunkel, daß sie es nicht sehen konnte. Zu dumm!
Die unvermeidliche Frage. Sie batte natürlich gewußt, daß sie am Ende dieser Fahrt kommen würde, und sie hatte auch schon ,ihre Antwort zurechtgelegt.
„Das hängt von allen möglichen Umständen ab, Herr Werner. Aber wenn es sich einmal machen läßt — ich weiß ja, wo Sie zu finden sind."
Diese Antwort befriedigte ihn wenig. Er fuhr jetzt ganz langsam. Die Garage war keine zweihundert Meter mehr entfernt. Und ihm war mit einemmal, als hätte er ihr noch so vieles zu sagen.
,Lst es nicht etwas unbestimmt, Fräulein Reni?" sagte er bittend.
'Sie lächelte ihm zu.
„Möglich. Aber dafür ist es auch ehrlich. Was hätten Sie davon, wenn ich Ihnen jetzt etwas Festes verspräche und hielte es hinterher nicht?"
Er sah ihr voll in die Augen und wich diesem Blick nicht aus.
„Ich glaube, Fräulein Reni, Sie sehen nicht so aus, daß Sie etwas versprechen würden, um es bann nicht zu halten", sagte er ernst und eindringlich.
„Danke", lachte sie. Ganz ungewollt freute sie sich über diese Antwort. Aber gleich rief sie wieder zur Drimung.
(Fortsetzung folgt.)
Es gibt immer noch Angehörige von Soldaten, denen Wesen und Unterschied von Familienunterhalt und Kriegsbesoldung nicht klar ist. Unbegründete Ansprüche und Doppelzählungen sind die Folge.
Der Grundgedanke des Familienunterhalts (F. U.) ist folgender: Der Soldat, der durch Einberufung zur Wehrmacht fein normales Arbeitseinkommen verliert, wird dadurch außerstand gefetzt, für den Unterhalt feiner Angehörigen zu sorgen. Der Wehrsold und die Frontzulage reichen dafür nicht aus und sind dazu auch nicht bestimmt, sondern sollen in erster Linie für seinen persönlichen Bedarf dienen. Für den laufenden Unterhalt der Familie sorgt der Staat dadurch, daß er dem Soldaten durch Zahlung des F. U. die Unterhaltsleistung abnimmt. Mit der Regelung des F. U. sind die zivilen Dienst-, stellen 'betraut, im allgemeinen in Städten der Bürgermeister, in Landkreisen der Landrat. Die Wehrmacht ist damit in keinem Falle befaßt. Anträge auf Leistung des F. U. sind von den einberufenen Soldaten ober den F.-U.-Berechtigten (Angehörigen) also stets an die zivile Dienststelle, nicht an die Wehrmacht zu richten.
Während zu Beginn des Krieges alle Soldaten, deren ziviles Einkommen mit der Einberufung aufhörte, für den Unterhalt der von ihnen ernährten Angehörigen auf den F. U. angewiesen waren, wurde 1940 die Kriegsbesoldung eingeführt. Der Sinn der KriegÄbesoldung ist der, die Soldaten, die in Dienstgraden von Gehaltsempfängern stehen, also vom Dbergefreiten an aufwärts, auf jeden Fall nicht schlechter zu stellen als Berufssoldaten gleichen Dienstgrades. Es wurde daher bestimmt, daß diese Soldaten bei ihrem Truppenteil einen Antrag auf
ernster Sorge um das Leben feines Bakers fein. Nach' dem Bericht der britischen Regierung zeigte der allgemeine"Zustand Gandhis am Sonntag eine Bessrung.
Roosevelt greift nach neuen Stützpunkten.
Gens, 28. Febr. (DNB.) Roosevelts^Marinemi- nifter Knox erklärte der Presse, die USA. müßten schon jetzt mit den Verhandlungen um die ausländischen Stützpunkte beginnen, die das Land nach dem Kriege bestätigen werde, da die Stellung der USA., einen vorteilhaften Handel abzuschließen, vielleicht nach dem Kriege nicht so günstig fein werde wie zur Zeit. Seiner Ansicht nach sei die Souveränität der davon betroffenen ausländischen Gebiete dabei nicht von Bedeu- tung. Die USA. müßten versuchen, ihre milttäri- schen Notwendigkeiten zu befriedigen.
Die USA.-Marine besitze bereits einen Stützpunkt für die Luftwaffe auf b e r Upolu-Insel bei Samoa, eine der Zroischenlandestellen, die den Luftverkehr zwischen den USA. und dem südwestlichen Pazifik möglich machen. Upolu gehöre zu den Stützpunkten, die Neuseeland den USA. ständig überlassen will. Der Stützpunkt auf Upolu sei typisch für die vielen von den USA. gebauten Stützpunkte auf der ganzen Welt. Bisher habe man nur noch keinerlei schriftliche Abkommen getroffen, durch die „bie Rechte der USA. nach dem Kriege sichergestellt" werden.
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Schonungsloser konnte Roosevelts Hunger auf Stützpunkte und 'damit sein Streben nach der Welt- herrschft sowie die Rücksichtslosigkeit, mit der er diesen Hunger zu stillen gedenkt, wohl nicht enthüllt werden. Die Souveränität der davon betroffenen Öänbet spielt keine Rolle, erklärt Knox. Damit wissen Roosevelts Verbündete, was sie vom Dollarimperialismus zu erwarten haben. Upolu ist die fruchtbarste Insel der ehemals deutschen Samoa- Gruppe, die jetzt unter neuseeländischem Mandat steht. Die Insel Upolu liegt 2500 Kilometer nordöstlich der Stadt Auckland an der Nordspitze Neuseelands.
Go viel Pläne wie Nationen.
ßiffabon, 27. Febr. (DNB.) Der USA.-Unter- staatssekretär Sumner Welles forderte in einer Ansprache vor Studenten die sofortige Bildung einer Organisation der Anti-Achsenmächte zum Studium der Wirtschaftsplanung nach dem Kriege. „Wenn wir nicht jetzt damit beginnen", so erklärte er, gesteht die Gefahr, daß wir uns eines Tages an den Konferenztisch setzen, um einen Frieden auszuarbeiten, dem ebenso viele Pläne zugrundeliegen, rote es Nationen gibt."
Es ist immerhin bemerkenswert, daß den Zu- kunftsmachern in den Vereinigten Staaten schon heute das aufschlußreiche Geständnis entschlüpft, es werde bfi Erörterung der Nachkriegspläne im Lager der Anti-Achsenmächte vermutlich alles durcheinander gehen. Daß dem so ist, wird einmal durch die offenen Rivalitäten zwischen London und Washington in Nordafrika bewiesen, wie auch durch die immer toi eher fehlgeschlagenen Bemühungen der Angelsachsen, Stalin wenigstens zu einer wenn auch nur formellen Anerkennung ihrer Atlantik-Charta zu bewegen. Stalin hat durch fein Fernbleiben von der Easablanca-Konserenz noch einmal die Gleichgültigkeit unterstrichen, mit der er den Zukunsts- pTänen Enalcmds und der USA. gegenübersteht. Welche Organisationen Sumner Welles auch immer zu bilden empfiehlt, keine wird fähig fein, die mangelhafte Homogenität des Anti-Achsenlagers zu er
wehrte er achselzuckend ab. „Auch das mit dem eigenen Besitz ist am Ende auch nur eine Redensart —"
„Wieso? Das verstehe ich nicht."
„Nun ja. Wenn es sich wie hier um Grund und Boden handelt, darf man da überhaupt noch von einem persönlichen Besitz sprechen?"
„Warum nicht? Wenn einem die Grube oder sonst ein Stück Land nun einmal als Eigentum gehört."
„Das ist es ja eben: gehört! Wie kann einem Menschen ein Stück dieser Erde gehören? Gehört die Erde nicht allen Menschen zugleich, oder hat der liebe Gott bei der Erschaffung der Welt gesagt: diese und soundsoviel Quadratmeter dort gehören dem Herrn Walter Hammerkott? Die habe ich extra für diesen erschaffen? Glauben Sie das? Nein, Fräulein Reni, so ist es bestimmt nicht gewesen. Die Erde gehört allen Menschen, die darauf wohnen und höchstens den einzelnen Volkern darauf ist ein bestimmter Lebensraum zugewiesen. Aber der einzelne kann nie der Besitzer, er kann höchstens der Verwalter dieses Fleckchens Erde fein und ist feinem Volke dafür verantwortlich. Aber was erzähle ich Ihnen das alles ..."
„Sie sind nicht sehr glücklich, Herr Werner?" fragte sie zaghaft.
Er hob die Schultern und schwieg. Erst nach einer Weile sagte er:
„Glücklich —? Es kommt darauf an, was man unter Glück versteht."
Die Frage in ihren Augen forderte Antwort, und er fuhr fort;
„Ich gl<nibe, das echte Glück liegt nur im Zufriedensein ... Zufriedenfein mit sich selbst — mit seinem Schaffen — seinem eigenen Können. Aber , er sah sich unterbrechend nach ihr um, „wir sind bereits in Essen — wo darf ich Sie abfetzen —?"
Sie fand sich nach diesem plötzlichen Uebergang nicht fo schnell zurecht. Was er da eben gesagt hatte, hatte sie bisher noch von niemand gehört.
Aus der Giadi Gießen.
Verheißungsvoller März.
Mit dem März kommt die große Wende. Alles, was bis dahin an winterlicher Unerfreulichkeit in Erscheinung trat, hat jetzt kaum noch Bedeutung. Ein neuer' Abschnitt beginnt im Leben der Natur und damit im Dasein der Menschen. Der März erscheint wie ein jugendfroher, übermütiger Geselle, der sich rasch ans Werk macht, um mit den Ueber- bleibfeln des Winters aufzuräumen. Zwar fträubt sich der Winter noch häufig genug, aber alle seine Kraftanstrengungen sind zur Aussichtslosigkeit verurteilt, denn am 21. März zieht der Lenz ins Land, und damit hat der winterliche Griesgram endgültig ausgespielt.
Für die Landbevölkerung ist die winterliche Pause bereits beendet. Jetzt geht es an ein emsiges Schaffen, dessen Wirksamkeit auch dem Städter nicht verborgen bleibt, denn von Woche zu Woche ist mehr sichtbar auf den Fluren. Pflug und Egge beginnen wieder ihre Tätig kett. Es ist eine harte Arbeit auf den Feldern, eine Arbeit, die Zähigkeit und Kraft erfordert, aber sie i^ent einem großen Ziel: die Ernährung des Volkes zu sichern. Darum wird sie von unserem Landvolk mit Fleiß und Hingabe besorgt. Der Bauer liebt einen trocfenen März, denn „Marzenstaub bringt Gras und Laub, doch Mär- zenschnee tut allem weh". Sehr trocken soll es allerdings auch nicht sein: „Ein Scheffel Märzenstaub ist eine Krone wert, doch allzu frühes Laub wird leicht vom Frost verzehrt."
Inzwischen tut die Märzensonne Wunder. Schneeglöckchen zeigen sich in ben Vorgärten, am Waldrand sprießen die ersten Veilchen. Die silbernen Kätzchen der Weide sind längst zu sehen, während der Häselstrauch seine goldgelben Frühlingsboten leise im Winde schaukelt. Es ist ein ahnungsvolles Treiben draußen, zu dem der Gesang der Meisen untr Finken den Ton angibt. Wohin man schaut, regt es sich im März, und dieses Keimen und Sprossen, das Jubilieren und Tirilieren ist dem menschlichen Herzen eine glückhafte Verheißung, daß nun die große Wandlung gekommen ist.
H. W. Sch.
Das Deutsche Kreuz in Gold.
Der Major und Bataillonskommandeur in einem Grenad ierregiment im Osten Adolf Münker aus Gießen wurde mit'bem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Major Münk er hat beretts den ersten Welt-
Berfekutta britischer Truppen in Nord-Burma.
Schanghai, 1. März. (Europapreß.) In Nordburma sind gegenwärtig japanische Truppen fliehenden britischen Streitkräften bart auf den Fersen. Die Briten waren bis in die Nähe von Ehaukan, nördlich von Myitkyina, vorgedrunaen. Seitdem die Japaner längs des Oberlaufs des Chindwin-Flusfes in Nordburma den Vormarsch begangen, haben sie ten britischen Streitkräften, die eine Invasion Burmas von Indien her versuchten, vernichtende Schläge versetzt.
Kleine politische Nachrichten.
Im Dresdner Zwinger fand eine Kriegs seier- ftimbe statt, auf der vor über 35000 Teilnehmern Reichsminister Rosenberg über die Aufgaben der gegenwärtigen Zett sprach.
Finnland gedachte am Sonntag des Kalevala- Toges, dessen Feier der Herausgabe des bedeutendsten fttmifchen Dolksepos gift._____________
krieg als Offizier mitgemacht und sich in jenen Kämpfen die Eisernen Kreuze beider Klassen erworben. Im jetzigen Kriege kämpfte er zunächst 1939/40 ass Führer einer Reiterschwadron im Westen. Für feinen Einsatz bei diesen Kämpfen wurden ihm die Spangen zum Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse verliehen. Bei den Kämpfen im Osten wurde er 1941 bei Welikije Luki verwundet. Inzwischen zum Major befördert, nahm er im weiteren Verlauf des Feldzuges gegen die Sowjets als Dcttaillonskom- mandeur in einem Genadier-Regiment an den schweren Kämpfen im Raum von Kalinin—Rschew teil. Neben den beiden Eisernen Kreuzen besitzt er als Kriegsauszeichnungen noch das Jnfanterie- SturmabZeichen, die Ost-Medaille und das Verwundetenabzeichen, zu denen er nun als weitere Frontauszeichnung das Deutsche Kreuz in Gold erhielt.
Major Munker ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, und der Bronzenen und Silbernen Dienftauszerchnunq her Partei. Vor dem Kriege war er als SA.-Obersturmbannführer Adjutant der SA.-Stand arte 116 und dann Adjutant der SA.-Brigade 147 Oberhessen in Gießen, zuletzt vor Ausbruch des Krieges Führer der SA.-Retter- ftarbarte 147 in Gießen. Als Ratsherr der Stadt Gießen gehört er dem engen Mitarbeiterkreis des Oberbürgermeisters unserer Stadt an. Major Mün- ker ist geborener Gießener, der sich in weiten Bevölkerungskreisen großer Wertschätzung erfreut.
Kür Tapferkeit vor öem KemÜe.
Der Dbergefreite Rudolf Stumpf aus Garbe n t e i ch , Grüninaer Straße 10, wurde für Top? ferfeit vor> dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
Wir wissen, wofür!
NSG. „Wir erwarten von einem Menschen, der noch nie in einer Betriebsgemeinschast gearbeitet hat, nicht mehr, als jeder geben kann: S^ine ganze Persönlichkeit für die ihm übertragenen Aufgaben. Mit Kameradschaft, Disziplin und etwas gutem Willen wird es jeder schaffen." »
Liegt in diesen Worten eines arauhaarigen Werkmeisters aus einem unserer Rüstunasbetriebe nicht eigentlich alles das, was zu diesem Thema zu sagen
ist? Wozu noch etwas hinzufügen, wo es doch gerade hier einzig auf den Menschen selbst ankommt?
Eine andere Feststellung: „Gewiß rohrt) nun manche Frau, werden viele Mädchen aus ihren bisherigen gewohnten Beschäftigungen genommen und bei uns arbeiten. Wenn sie Herkommen und dieselbe Arbeitsfteude, die sie ihrem früheren Beruf verhaftete, auch auf die neue Beschäftigung übertragen, weil sie kriegsentscheidende Notwendigkeiten dazu erkennen, dann kann, es gar nicht schiefgehen. Sie werden sich schneller umgefteüt und eingefügt haben, als sie zuvor glaubten."
Jawohl, die Freude, mithelftn zu dürfen zum großen Endsieg, ist es, die allen die Kraft gibt, auch Ungewohntes zu überwinden und Unbequemes in Kauf zu nehmen! Und wenn wir uns erst mit unseren neuen Arbeitskameradinnen verbunden fühlen, wenn mir mit dem Herzen, nicht nur durch eine verwaltungstechnische Maßnahme ganz in unserem neuen Äufgabegkreis aufgegangen sind, dann wird uns auch die anfangs fremdartige Tätigkeit zur lebenserfüllenden Freude. Und außerdem: Wir wissen, daß mit jedem unserer Handgriffe die Kraft der Heimat gestärkt, daß dadurch aber der Front in erhöhtem Maße die Möglichkeit gegeben wird, dem totalen Sieg, der dem alle umfassenden Kriege folgen wird, wieder ein beträchtliches Stück näherzukommen.
Kriegseinsah in der Heimat als Kraftfahrerin.
Appell an die Frauen mit Führerschein.
Das Deutsche Frauenwerk teilt mit:
Tausende deutscher Frauen und Mädchen, die sich in Friedenszeiten einen Führerschein für Kraftfahrzeuge erwarben, haben damals sicherlich nicht geahnt, daß einmal die Stunde kommen würde, wo sie dem Vaterland mit den erworbenen fahrtechnischen KenntnisfeU kriegswichtige Dienste leisten könnten. \
Der motorisierte Krieg beansprucht eine an Frie- densverhä'ltnifsen gemessen ungeheure Anzahl von Mannern, die im Kampf zu Lande, ,zu Wasser und in der Luft oder in der Organisation des Nachschubs oder der OT. einen Motor bedienen können. Auch in der Rüstungsindustrie werden zur Steuerung von Fahrzeugen viele Fabrer benötigt, die unbedingt Männer sein müssen. Dagegen können leichte Fahrzeuge in der Heimat von Frauen gesteuert werden.
Seit langem sind Mädchen oder Frauen als Fahrerinnen von Lieferwagen, Aerztewagen, Fahrzeugen der Reichspost und Reichsbahn eine gewohnte Erscheinung üm Straßenbild. Sie erfüllen diese Aufgabe Tag für Tag in vorbildlicher Welse. Es gibt aber noch Tausende von Frauen oder Mädchen, die einen Führerschein besitzen und in, gleicher Weise jetzt einen Mann in der Führung eines Kraftfahr- zeuges (von schweren Lastwagen abgesehen) ersetzen konnten. Alle Frauen mit Führerschein, die infolge jahrelanger StMegung ihrer Kraftfahrzeuge feine


