der Opfer der Bewegung sowie der im verflossenen getragen, der ein günstiges Ergebnis zeigte. Eine Jahr verstorbenen fünf Kameraden-Mitglieder ge- Werbung für die Kriegsgräbersursorge brachte etne
dacht. Sodann wurde der Jahresbericht bekanntge-
Anzahl neuer Mitglieder. Dem Sohn unserer Hei-
** D i e Abgabe der Steuererklärungen. Der Reichsminister der Finanzen hat ange- ordnet, daß die Erklärungen für die Einkommensteuer, Gewinnfeststellung, Korperschattssteuer und Umsatzsteuer 1942 und für die Gewerbesteuer 1943
Gießen zum lo.Zchrestag der Machtergreifung
Große politische Kundgebung.
jährigen Kameraden Ehrenmitglied Christoph Ringle- und den stellv. Ortsgruppenleiter Hermann Schwalm. Zunächst wurde der Opfer des Weltkrieges 1914/18 und der im jetzigen, uns auf- gezwungenen Krieg, gefallenen Kameraden, insbesondere der Söhne unserer Heimatgemeinde und
Viehl, die goldene von Wilhelm Borschel und Adolf Gottlich geschossen. Die großgoldne Nadel schoß als erster in der Kameradschaft Heinrich Diehl. Weiter wurde ein Wanderpreis ausgeschossen. Der erste Sieger hierbei war Kamerad Willi Borschel. Die enge Verbundenheit der Heimat mit der Front ließ der rege Schriftwechsel mit den Frontkameraden erkennen. Nicht weniger als 80 Karten und Briefe waren im abgelaufenen Jahr von Frontkameraden eingegangen. Diesen wurde regelmäßia wöchentlich die Reichskriegerzei- hing zugesandt. Auch die Betreuung der oerwun- Men, in Lazaretten befindlichen Kameraden-Mit- glieder wurde gefördert. Die Lazarette in Gießen wurden durch eine Kuchenspende aus dem Kreis der Kameraden bedacht, indem 127 Kuchen nach dort zur Ablieferung kamen. Hierauf wurde der Kassenbericht von Kamerad Johs. Schmitt tror*
Im vollbesetzten Gloria-Palast vereinigten sich am gestrigen Sonntagvormittag auf Einladung der Partei die Volksgenossen von Gießen zu einer politischen Kundgebung anläßlich des 10. Jahrestages der Machtergreifung. Neben den Formationen der Partei war die Wehrmacht stark vertreten, ferner sah man viele Verwundete, sowie die Vertreter der staatlichen, kommunalen und anderer Behörden in großer Zahl. Nach Marschmusik des Musikzuges der SA.-Standarte 116 und der Meldung an den Kreisleiter wurde die Kundgebung mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Strophe des Liedes „Volk ans Gewehr" eingeleitet. Dann sprach der Kreisobmann der Deutschen Arbeitsfront in Gießen,
Blutordensträger Reichseinsahrebner Göbel.
Er erinnerte zunächst an den harten Kamps der kleinen Minderheit, die für ihr Ringen vor dem 30. Januar 1933 nur den Glauben an den Führer und an die Richtigkeit seiner Idee hatte, und der es in einem Kampf von ungewöhnlicher Härte doch gelang, die Macht zu erobern. Veranlaßt durch den Todfeind aller Deutschen, den internationalen^Ju- den, hatte in jenem Kampf der Staat keinerlei Schonung beim Einsatz seiner Mittel gegen den Führer und seine Getreuen walten lassen, aber auch dadurch konnten der Glaube und das Vertrauen der nationalsozialistischen Kämpfer nicht gebrochen werden, die dem deutschen Volt mit ihrer neuen Weltanschauung das brachten, was ihm fehlte.
Der gleiche Feind wie damals stehe auch fyeute wieder dem deutschen Volke gegenüber: der internationale Jude, der nichts anderes wolle als die Vernichtung des deutschen Volkes und die Aufrichtung feiner Weltherrschaft. Zu diesem Zwecke habe der Jude eine ganze Welt gegen uns aufgeboten, weil er wisse, daß er sein Ziel nie erreichen werde, solange das deutsche Volk lebe. Aber das deutsche Volk von heute sei nicht das gleiche wie einst. Seine heutige Großmachtstellung und seine Kraft seien das Verdienst unseres Führers und der nationalsozialistischen Bewegung.
Sodann stellte der Redner in großen Zügen die Arbeit der Partei in dem verflossenen Jahrzehnt in den Vordergrund, und er betonte dabei, daß nur die NSDAP, das Schicksal des deutschen Volkes neu gestalten und sein Leben für alle Zeit sicherstellen könne, weil nur die nationalsozialistische Weltanschauung der Wesensart und den seelischen Regungen unseres Volkes entspreche. Bei dieser Arbeit könne es keinerlei Halbheiten geben, jeder müsse mit der Vergangenheit restlos brechen, denn hier gelte das Wort: wer nicht für uns ist, der ist gegen uns. Die Front kenne auch keine Halbheiten, für sie gebe es auch nur den Einsatz bis zum letzten. Entscheidend fei immer, daß alle deutschen Dolkgenossen stets den Todfeind des deutschen Volkes, den internationalen Juden, erkennen und sich danach bei ihrem Handeln richten.
Aus der Stadt Gießen.
Februar — letzter Wintermonat.
Der Februar ist der letzte Wintermonat. Darum wird er auch gern willkommen geheißen, selbst wenn es zeitweilig noch friert. Aber alle Kunst wird dem Winter nichts mehr nützen, in einigen Wochen muß er wohl oder übel das Feld räumen. Dieser Umstand würde uns ohnehin hoffnungsfroh stimmen, doch sind auch jetzt schon Zeichen vorhanden, die die bereits beginnende Wandlung deutlich machen. Wird es nicht spürbar von Tag zu Tag heller? Wer nur ein wenig aufmerkt, wird feststellen können, daß es jetzt mit Macht der Tag- und Nachtgleiche entgegengeht. Täglich wächst das Licht um vier Minuten, so daß wir im Laufe des Februar einen Zuwachs von fast zwei Stunden verzeichnen können. Daran werden auch alle etwa im Hintergrund noch bereitgehaltenen winterlichen Schrecken nichts ändern.
Kommen aber ein paar milde Tage, so regt es sich auch draußen in munterer Weise. Die Meisen beginnen ihr Lied zu fingen, die Amsel versucht ihre Tonfolgen, und auch der Buchfink ist mitunter schon bereit, feine Strophen zu üben. Es ist reizvoll, an solchen Tagen einen Spaziergang zu unternehmen, um die Zeichen vorlenzlichen Wirkens zu erspüren. Da hat die Haselnuß am Feldrain bereits ihre gelben Kätzchen aufgesteckt, und am Bachrand zeigen sich die silbernen Pfötchen der Salweide. Auch die zierlichen Gänseblümchen lassen sich schon finden, und wenn man Glück hat, stoßt man sogar auf die blauen Rosetten des Ehrenpreis. Es ist ein beglückendes Bemühen, alle diese ersten Künder der schönen Jahreszeit zu sehen und in den noch kahlen Zweigen der Büsche und Bäume die gefieberten Sänger zu hören.
An falten Tagen sind freilich solche Entdeckungsfahrten wenig erfolgreich, und man wird vergeblich auf den Tanz der Mücken warten. Doch dem Bauern sind solche Tage lieb, er möchte, daß sich die Kraft des Winters in diesem Monat noch austobt, damit im Lenzmond die Arbeiten nicht sonderlich gestört werden, denn „wenn im Hornung die Mücken geigen, müssen sie im Märzen schweigen". Immerhin: der Februar sorgt im allgemeinen schon dafür, daß die Herolde des Frühlings keine schmetternden Fanfaren anstimmen, die ihnen übel bekommen könnten. Und im übrigen sorgt die Kürze dieses Monats ja auch dafür, daß selbst bei größter Anstrengung des Winters die Tage nicht mehr fern sind, an denen wir die Märzensonne begrüßen können, H.W. Sch.
Beförderungen in der Wehrmacht.
Der Führer hat mit Wirkung vom 1. Januar 1943 u. a. die Generalmajore Bradaender, Faulenbach und Wiese zu Generalleutnanten, den Oberst Vieler zum Generalmajor und Oberst d. R. 3 e I tm a n n zum Generalmajor d. R. befördert.
;W unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude" führte im Laufe her vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „2xup- penbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Eine bunte Unterhaltung „Für Auge und Ohr" erfreute Verwundete eines Lazarettes vortrefflich. Mit Wiener Walzer, Stepp- und Spanischem Tanz zeigten sich Elfriede und Bsrtt). Coody und Mell führten mit Lasso und Peitsche Präriefpiele vor. Eine spannende Nummer boten die drei Abdullahs mit Zauber- und Kartenkunststücken. Bobby Knauf spielte frohe Melodien aus Filmen und Operetten. Die Ansage und den Hu- mor gaben Irma und Grit. Mit ihren Vorträgen, Parodien und Liedern hatten sie viel Beifall. Eine schöne Leistung in Akrobatik zeigten die zwei Revel- los. — In einem Lazarett waren „Heitere Klänge zum Jahresanfang" die Programmfolge einer Unterhaltung. Fritz. Malata spielte die Rhapsodie, op. 119, Es-dur von Joh. Brahms und Wiener Abend D-dur Nr. 8 von Schubert-Liszt. Ruth Pattberg brachte Diolinsoli von Mozart und Paganini zu Gehör. Lieder von Brahms und Schubert, sowie Wiener Lieder fang die Sopranistin Maria dDr- ville. Die Klavierbegleitung hatte Herr Malata übernommen. Der Sprecher Dr. Max Mauer verstand es. mit frohen Geschichten von Wilhelm Busch und „Wiener Humor" viel Freude zu spenden. — Zu den verschiedenen Veranstaltungen hatte die Intendanz des Theaters der Universitätsstadt Gießen wieder Verwundete eingeladen.
Der Redner betonte hierauf die Notwendigkeit der Anforderungen an alle Volksgenossen zum totalen Einsatz ihrer Kräfte. Aber selbst der größte Einsatz der Heimat sei in keiner Weise zu^verglei- chen mit den heroischen Leistungen unserer Soldaten an der Front. Niemand zu Hause dürfe nachlassen in seinen Anstrengunaen, sondern er müsse sich immer den Einsatz unserer Helden von Stalingrad als Maßstab nehmen, deren selbstloses Opfer für uns höchster Pflichtbegriff sei. Jeder in der Heimat entscheide durch seinen Einsatz mit darüber, ob Deutschland in Zukunft leben könne. Jeder in der Heimat sei mit verantwortlich für die Zukunft des deutschen Volkes und für die Zukunft der eigenen Kinder. Wenn jeder zu Hause seine Pflicht in der Arbeit für Deutschland erfülle, bann erweise sich unser Volk der Größe unserer Zeit und der heldenhaften Leistungen seiner Soldaten würdig. Was einst die kleine Schar der ersten Kämpfer des Führers vollbracht habe, nämlich den Sieg zu erringen, das müsse für das Millionenvolk der Deutschen erst recht möglich fein. Jeder Deutsche müsse, bis zur letzten Konsequenz den Weg gehen, den die Sendung des deutschen Volkes und seine Aufgabe vorschreibe. Wir müßten dem Führer beweisen, daß er sich allezeit auf sein deutsches Volk verlassen könne, das sich seines Vertrauens würdig erweisen wolle. Alle Anstrengungen müßten dabei willig ertragen werden, denn eigentliche Opfer seien sie ja nicht. Don wirklichen Opfern könnten nur diejenigen sprechen, die einen lieben Menschen im Kampf für Deutschland verloren oder die ihre Gesundheit im Einsatz für Führer und Volk hingegeben hätten.
Im Glauben an den Führer und an die Ewigkeit unseres Volkes müßten wir weiterhin an die Arbeit gehen und unsere Pflicht erfüllen. Dabei müsse uns das Beispiel der deutschen Kämpfer von Stalingrad immer höchstes Vorbild fein. Dann werde keine Macht der Welt uns den Sieg entreißen können. Das deutsche Volk werde dann auf freier Scholle leben und seine große Aufgabe erfüllen.
Hierauf schloß Kreisleiter Oberbereichsleiter Back- haus die denkwürdige Kundgebung mit dem freudig auf genommenen Gruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht.
Ehrengaben für die Verwundeten.
Anläßlich des 10. Jahrestages der Machtübernahme batte die Kreisamtsleitung der NSV. als Ehrengeschenk für die Verwundeten Bücher, Zigaretten, Bonbons, Schreibmappen, Likör und Bier zur Verfügung gestellt, die durch einen Politischen Leiter, einen Offizier der Wehrmacht und einen Kameraden der NS.-Kriegsopferversoraung unter Mithilfe von Mädeln des BDM. den Verwundeten und Kranken in den Lazaretten in Gießen und den anderen Orten im Kreise Wetterau überbracht mürben. Die NS.-Frauenfchaft stellte von den Orts- frauenschaften in Daubringen, Garbenteich, Großen- Linden und Leihgestern gespendete Kuchen zur Ge- staltung einer schön geschmückten Kaffeetafel zur Verfügung.
geben, der rege Tätigkeit erkennen ließ. Die Kameradschaft setzte sich bei den beiden Reichsstraßensammlungen, mit deren Durchführung sie beauftragt wurde, tatkräftig ein und erzielte günstige finanzielle Ergebnisse, sie nahm an den Kundgebungen -er Partei sowie an der Heldengedenkfeier unter starker Beteiligung teil. Das WHW.-Opferschießen wurde durchgeführt,-' ein ahnsehnlicher Geldbetrag konnte an die NSV. abgeführt werden. Am Bundeswettkampfschießen nahmen 26 Kameraden teil. Daß das Schießwesen eifrig betrieben wurde, ließ das Ehrenschießen erkennen. Die bronzene Ehrennadel wurde von Wilhelm Sehrt und Wilhelm
in diesem Jahr erst späteftens am 31. März 1943 abzügeben sind.
♦♦ D i e Weihnachtssonberzuteilun- gen an Trinkbranntwein und Zucker- waren sind, soweit die Lieferung noch nicht erfolgt ist, in ihrer Geltungsdauer bis zum 13. Februar ein schließlich verlängert worden. Näheres in der heutigen Bekanntmachung.
♦♦ Stadtbücherei Gießen. Im Monat Januar wurden 1877 Bände verliehen. Davon kommen auf Romane 1230, Jugendschriften 277, Verdichtungen 16, Reisebeschreibunaen 88, Geschichte und Lebensbeschreibungen 104, Kriegsgeschichte 58, Kunst 8, Technik und Naturwissenschaft 64, Politik 32 Bände.
Landkreis Gießen.
Lollar, 1.Febr. Die Kriegerkameradschaft Lollar hielt am Sonntagnachmittag in ihrem Kameradschaftslokal ihren gut besuchten Jahreshauptappell ab. Kameradschaftsführer Zaubert begrüßte die Kameraden, insbesondere den Blinden-Oberlehrer i. R. Kameraden Kranz (Friedberg), den schwerverwundeten Kameraden Ober« gefreiten Ernst Leib sowie den annähernd 90»
matgememSc, lern Trager des Nitterkre^'r E Eichenlaub. Major N o r d m a n n wurden bie Grüße der alten Soldaten übermittelt und er zum Ehrenmitglied der Kriegerkameradschaft Lollar ernannt. Hierauf hielt der Blinden-Oberlehrer i.R.» Kamerad Kranz (Friedberg), einen fast elnstun- diqen Vorttag über die Geschichte des Vunden- wesens und über die Blindenschriftzeichen. Sem Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Der Kameradschaftsführer sprach bann seinen Mitarbeitern für ihre tatkräftige Unterstützung und dem Vortragenden den besten Dank aus. Der Appell wurde alsdann mit dem Gedenken an den genialen Feldherrn Adolf Hitler und seine siegreiche Wehrmacht geschlossen.
Derbunkelungszeit:
1. Februar von 18.06 bis 7.34 Uhr.
Gießener Fußball.
Cuftroaffenfport verein gegen VfV.-Reichsbahn 3:2
Im gestrigen Kriegserinnerungsspiel, das die beiden führenden Mannschaften in der Tabelle der Staffel V zufammenbrachte, hatte der Luftwaften- fportoerein eine günstige Gelegenheit, den Nachweis zu erbringen, daß seine Mannschaft den Anspruch auf die Meisterschaft mit Recht erhebt. Diese Gelegenheit ließen die Flieger nicht ungenutzt vorüber» gehen. In einem an sich nicht besonders überzeugenden Spiel wurde der VfB.-Reichsbahn klar mit 3:2 Toren besiegt. Beide Mannschaften traten mit Veränderung an. Der BfB.-R. mußte auf den bewährten Mittelstürmer verzichten, während beim LSV. die gesamte Verteidigung ersetzt werden mußte. Durch diese auf beiden Seiten notwendige Mannschaftsumformierung wurde natürlich das Gesamtbild des Spieles erheblich gemindert, und es dauerte lange, ehe man von zufriedenstellenden Leistungen sprechen konnte. Die erste Halbzeit zeigte leider sehr schlechte Leistungen, und erst die zweite Spielhalfte brachte durch eine Umstellung das sonst sichere und ruhige Spiel der Soldaten, während sich der VfB.-R. fast ausschließlich auf Verteidigungs-« spiel verlegen mußte. Eine dieser beiden Mannschaften wird nach Abschluß der Punktspiele berufen sein, mit den anderen Staffeksiegern um den ^Iuffl stieg zur Gauklasse zu spielen. Nach diesem Spiel' ist man geneigt, den Luftwaftensportverein am ehe* sten für diesen ehrenden, aber auch schweren Auf«! trag berufen zu halten.
Das Spiel, das unter Leitung eines SchiedsrichB ter5 aus der Gauhauptstadt stand, begannen die Flieger sehr hoffnungsvoll, als sie bereits nach einer halben Minute das erste Tor schossen. Doch eriülltd sich diese Erwartung keineswegs. Die Verteidigung des LSV. war so schwach, daß die Läuferreihe deren Aufgabe fast restlos übernehmen mußte. Hierdurch konnte der Spielaufbau und ein erfolgreiches Stürmerspiel nur in ganz geringen Fällen erreicht werden. Durch diese Ueberlastung des Sturmes und der Läuferreihe waren die Angriffe kraftlos und konnten von der Verteidigung des VfB.-R.,-in den Schlitz eine ausgezeichnete Leistung bot, fast mühelos gestoppt werden. In einem Angriff des VfB.-R. kam das Ausgleichtor zustande. Damit war den bei« beseitigen Leistungen auch zahlenmäßig entsprochen. Bis zur Pause verbesserten die Flieger das Halbzeitergebnis auf 2:1. In der zweiten Spiel'hältte machte sich die Mannschaftsumstellung beim Luft« waftensporiverein stark bemerkbar. Es konnte zwar nicht verhindert werden, daß d as Ausgleichstor abermals erzielt wurde, aber dann lief beim LSV. das Spiel, trotz schwacher und unsicherer Verteidigung. Müller und Rose in der Läuferreihe, Barby im Sturm waren die Spieler, die nunmehr das Spielgeschehen diktierten. Der VfB.-R. hatte in der Verteidigung alle Hände voll zu tun, um die dauernden Angriffe ohne Erfolg zu lassen. Vor allem Schlitz zeichnete sich hervorragend aus und verbi nderte die sicher scheinende höhere Niederlage. Nun endlich fiel das dritte Tor. Damit war zwar das Spiel noch nicht beendet, doch war eins von den vielen Toren gefallen, die rein spielerisch gesehen, unter allen Umständen verdient waren. Es wurde zwar noch ein viertes Tor erzielt, das jedoch der Schiedsrichter nicht anerkennen konnte.
Mit diesem Spiel, dessen Ausgang für den VfB.-R. des knappen Torunterschiedes wegen recht schmeichelhaft ist, zeigte der Luftwaffensportverein, daß er z. Z. die weitaus bessere Mannschaft stellen kann. Sollte er bie Aufstiegspiele bestreiten, ist damit der Kreis Wetterau würdig vertreten.
Rune ©portnefüen.
Deutschlands Ringer bestritten in Nurn-- berg den 6. Länderkampf gegen Italien und fiegteti im Gesamtergebnis mit 5:2 Punkten.
Der SD. Mannheim-Waldhof gomann erneut die Handballmeisterfchaft des Gaues Baden. Die letzten Punkte holten sich die Waldhofer mit 8:3 gegen den Tv. 98 Seckenheim.
AUF MÖNCKEBERG ist det 'Teufel los.
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
29 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Frank sah ihn an, runzelte die Stirn und machte eine wegwerfende Handbewegung: „Sie nehmen diese Sache doch nicht etwa ernst, Herr Holm? Ich selbst habe gestern abend nichts gehört. Das heißt: ich habe auch gar nicht darauf geachtet. Ich faß bis nach Mitternacht in der Bibliothek und habe gearbeitet. Falls hier keine Täuschung vorliegt, kann es sich meines Erachtens nur um irgendeinen albernen Scherz handeln."
„Ganz meine Meinung!" stimmte Axel eifrig zu. „Aber wer konnte sich denn nach Ihrer Ansicht diese etwas geschmacklosen Scherze mit den Schloßbewoh- nern erlauben?"
„Keine Ahnung!" brummte Frank achselzuckend. „Ich hatte bisher auch Wichtigeres zu tun, als über solche Albernheiten nachzudenken." Er warf plötzlich seiner Eousine einen mißtrauischen Blick zu und sagte geradezu:
„Jutta! Du hast manchmal so romantrsche Anwandlungen! Solltest du etwa gar hier —?"
„Du bist verrückt, Frank!" rief Jutta empört. — „Und außerdem", versetzte Sigrid lächelnd, „haben Sie ja auch ein glänzendes Alibi, Fräulein Jutta. Denn gestern abend befanden Sie sich doch in unserer Gesellschaft in Berlin."
„Oh — Verzeihung, Jutta!" sagte Frank versöhnlich; „daran habe ich im Augenblick nicht gedacht. Es war nur so ein plötzlicher Einfall von mir."
„Wenn du keine besseren Einfälle hast, dann behalte sie lieber für dich!" murrte Jutta anzüglich. Sie blickte umher, und als sie sah, daß alle mit dem Nachtisch fertig waren, hob sie an Stelle der fehlenden Hausfrau die Tasel auf: „Ich schlage vor, daß
wir uns ein wenig in den Wintergarten setzen. Dort ist es gemütlicher.
Brand räusperte sich und sagte in feiner bescheidenen Art:
„Wenn die Herrschaften gestatten, ziehe ich mich gleich zurück. Ich fühle mich etwas abgespannt, und außerdem mochte ich noch ein paar Aufzeichnungen machen."
Güstrow legte dem jungen Mann fteundlich die Hand auf die Schulter.
„Aber natürlich, Derehriester ...! Ich bitte Sie, in jeder Beziehung an Ihren bisherigen Lebensgewohn- hetten festzuhalten und sich keinen Zwang anzutun!"
Justus hatte im Wintergarten bereits Likör und Zigarren bereitgestellt, und da zwischen Axel und Frank allmählich stillschweigend eine Art Burgfrieden geschlossen worden war, wurde es dort bald sehr gemütlich. —
Es war bann etwa gegen elf Uhr — Güstrow er« zählte gerade sehr launig von seinen ersten geschäftlichen Mißerfolgen, die er als junger Mann in Neuyork hatte hinnehmen müssen — als Jutta sich plötzlich aufrichtete und warnend den Zeigefinger erhob:
„Still! Was war denn das?"
Alle hielten den Atem an und lauschten angestrengt. Draußen im Park rauschten die Blätter der alten Bäume leise im Nachtwind, oben auf dem Turme knarrte die verrostete Wetterfahne und irgendwo in der Ferne bellte ein Hund. 21ber sonst war nicht das geringste zu Horen.
Frynk schüttelte unwillig den Kopf:
„Jutta, ich bitte dich. Fange nicht schon wieder mit deinem albernen Gespenst an. Was du da gehört hast, war die Wetterfahne. Ich werde morgen auf den Turm klettern und das Ding mal richtig ölen, bann wirst du ja wohl endlich Ruhe geben. Uns kannst du nicht gruselig machen."
Er wandte sich an Güstrow: „Onkel Thomas, du warst gerade so schon in Fahrt ...! Wie war das nun? Du hattest also auf dem Broadway eine Speisehalle ausgemacht und du wolltest —‘"
„Still!" riefen in diesem Augenblick drei Stimmen zugleich, und in der plötzlich einsetzenden Stille waren deutlich drei, vier dumpfe Klopflaute zu hören, die zweifellos von unten aus dem Keller kanHen. Einige Sekunden lang mar es still, dann folgte ein scharfes, kratzendes Geräusch.
Jutta griff in fieberhafter (Erregung nach Axels Arm. „Das Gespenst!" flüsterte sie mit trockenen Lippen.
Axel sprang entschlossen auf und sah sich in dem kleinen Kreis um:
„Ich gehe sofort nach unten und schaue mir diesen Poltergeist mal aus der Nähe anl"
,Zch komme mit!" flüsterte Jutta aufgeregt.
„Ich auch!" riefen Frank und Güstrow zugleich.
„Nein, das geht nicht!" erklärte Axel. „Das würde viel zuviel Geräusch verursachen —"
Und einer plötzlichen (Eingebung folgend, setzte Axel sich wieder hin und zog sich — die Schuhe aus.
„Wenn Sie mich begleiten wollen, Herr Duder- städt, bann müßten Sie auch —"
„Aber selbstverständlich!" rief Frank, indem er Axels Beispiel folgte und sich ebenfalls die Schuhe ausaog.
„Aber das geht doch nicht", protestierte Güstrow. „Si< kennen doch dort unten die Räumlichkeiten gar nicht, Herr Holm! Sie werden sich regelrecht Verläufen;"
Jutta schleuderte, ohne Axels Antwort abzuwarten, mit einer temperamentvollen Bewegung die Wildlederschühchen von den Fü^n und lief den Herren voraus:
„Kommen Sie, Herr Holm, ich zeige Ihnen die Kellertreppe und die Lichtschalter."
Sigrid trat jetzt mit schnellen Schritten zu Axel bin und berührte feinen Arm: „Seien Sie um Gottes willen vorsichtig, Axel!" flüsterte sie besorgt. „Haben Sie wenigstens eine Waffe bei sich?"
„Zwei!" lachte Axel, indem er feine geballten tfäufte hochhielt. (Er wandte sich dann schnell ab und schlich auf den Zehen hinter Jutta her.
Güstrow goß sich erst noch einen großen Wein» brand ein, stürzte ihn in 'einem Zug hinunter und folgte dann den anderen. —
13. Kapitel.
Während Axel und Frank dicht hinter Jutta her durch die halbdunkle Halle schlichen, tönten die Klopf» geräusche noch leise und in kurzen Abständen fort.
Als sie an der Tür des Speisesaals vorbeikamen, wurde diese ein wenig geöffnet, und Justus streckte seinen hageren Kopf heraus — ruhig und beherrscht wie immer:
„Darf ich mir gestatten, meine Herrschaften, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß soeben wieder im Keller —"
Axel legte den Zeigefinger warnend an die Lippen und bedeutete dem Diener, sich ruhig zu verhalten.
Jutta führte die Herren durch die Halle in einen breiten Gang. Dor einer schweren, eisenbeschlagenen Tür blieb sie stehen und klinkte sie leise und vorsichtig auf, so daß dahinter die Kellertreppe sichtbar wurde. Dann deutete sie auf den Lichtschalter und sah Axel fragend an.
Axel schüttelte den Kops. Er beugte sich zu Jutta hinab unb flüsterte dicht an ihrem Ohr:
„Bleiben Sie hier stehen, und wenn ich rufe, bann schalten Sie das Licht ein — aber nicht früher!"
In dem schwachen Lichtschein, der vom Gang her auf die oberen Stufen der Kellertreppe fiel, erkannte Arel, daß diese Stufen aus Stein waren. Er nickte befriedigt vor sich hin: ein Knarren war also nicht zu befürchten, und bas vereinfachte bie Sache wesentlich. Er griff nach dem eisernen Geländer, winkte Frank, daß er ihm folgen solle, und tastete sich dann vorsichtig die Stufen hinab.
Die immer noch anhaltenden Klopfgeräusche toa* ren hier unten sehr deutlich und scheinbar ganz in der Nä 1 zu hören: es hörte sich gerade so an, als ob von Zeit zu Zeit jemand mit einem harten Gegenstand an die Wand klopfe,
> " (Fortsetzung folgt.)


