O
•> ■ ' "
Nr 26 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Montag, t. Zebruar 1943
das Antlitz wandelt, so
Die Feier des 30. Januar
Die faschistische Abordnung in Berlin.
ttrtnME
1
nii'S
Für den Sieg ist kein Opfer zu groß
Nur ver-
olilürt
w leno^ ter W* er’oei«
Kleine politische Nachrichten.
Am 30. Januar versuchte die britische Luftwaffe, mit vereinzelten Flugzeugen die in Berlin statt- indenden Kundgebungen zu stören. Sie warfen am Stadtrand einige Sprengbomben, die keinen nennenswerten Schaden anrichteten. Personenverluste traten nicht ein. Ein Flugzeug wurde abgeschossen.
♦
Beim 150. Volkskonzert des Großdeutschen Rundfunks hieß im Namen von Reichsminister Dr. Goebbels, auf dessen Weisung diese Sendung im Frühjahr 1940 geschaffen wurde, Ministerialdirektor Kinkel die Teilnehmer willkommen und betonte, daß das Deutsche Volkskonzert zugleich ein Ausdruck des kulturellen Lebenswillens der Nation sei.
Der deutsche Kulturschaffende ist der fruchtbaren Wandlung, die unsere Kulturpolitik seit der Machtübernahme durchaemacht hat, aus tiefstem Herzen dankbar. Er empfindet es als eine Gnade, schöpferisch Mitarbeiten zu dürfen am Aufbau einer neuen deutschen Kultur. Er weiß, daß an der Spitze des Volkes ein Mann steht, der selbst die größte schöv- ferische Kraft besitzt, die heute in unserem Volke wirksam ist, ein Künstler, der in sich nicht nur die Berufung spürt, unser Vaterland rin er neuen poli- tische-n Zukunft entgegenzuführen, sondern dessen Mission es ist, mit einem neuen Menschheitszeitalter ein neues Kulturzeitalter heraufzuführen. dessen Aufgabe es ist, die urewigen Kräfte der deutschen Kultur einzusetzen zum Wohle der ganzen Menschheit, indem auch hier für die Welt ein Befreiungskampf geoen die dunklen Kräfte der Zersetzung geführt wird, die im Bolschewismus das Ende der europäischen Kultur herbeiführen wollen.
großer Kreuzer wurden erheblich beschädigt, eine geringe Zahl japanischer Flugzeuge ging loren.
nitbfi: j 'S-Li Mi Sei 1
Eichenlaubträger vom Feindflug nicht zurückgekehrt.
Berlin, 31. Ian. (DNB.) Von einem Feindflug kehrte der erfolgreiche Jagdflieger Leutnant Cri- n i u s , dem der Führer am 23. September 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub verliehen hatte, nicht zurück. Der 22jährige Leutnant stammt aus Lippe und ist der Sohn eines Malermeisters. Bis zum Kriegsausbruch war er Bankbeamter und wurde zu einem Baubataillon eingezogen. Anfang 1940 trat er in die Luftwaffe ein, wurde Jagdflieger und kam im Februar 1942 als Gefreiter zu einem Jagdgeschwader im Osten. Am 1. September wurde er wegen Tapferkeit vor dem Feinde zum Feldwebel befördert. Drei Wochen später errang er den 100. Luftsieg. Noch besaß er nicht das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, das ihm der Führer nun — ein einmaliger Fall — am gleichen Tage wie das Eichenlaub verlieh. Außerdem wurde er Offizier. Noch vor wenigen Tagen wurde sein 113. und 114. Abschuß gemeldet.
Vorbildliches Sammelergebnis der Stadt Emden.
Emden, 29.Jan. (DNB.) Die Stadt Emden erzielte mit der Gaustraßensammlung des Gaues Weser-Ems für das WHW. ein einzigartiges Ergebnis. Obwohl diese schwergeprüfte Stadt auch im letzten Jahr durch Bombenangriffe schwer zu leiden hatte, erhöhte die Bevölkerung ihre Spende bei der Sammlung am 23. Januar um das Zehnfache oder gleich 1000 v. H. Als Beispiel sei erwähnt, daß die Emdener Hafenarbeiter einen Tageslohn als Spende zur Verfügung stellten.
aus
slig*«1 ereil*1
51 Cf
>hm
Gau' 31. <: liehz zträgü $ an- ' 15 bij nw
Großer Geesieg -er Japaner.
Iwei Schlachtschiffe und drei Kreuzer in den Salomonen-Gewässern versenkt.
Tokio, 1. Februar. (DNB.-Funkspruch.) Am 29. und 30. Januar kam es in den Gewässern der Salomonen bei derRennell-Jnsel zu einer Seeschlacht, in der zwei feindliche Schlachtschiffe und drei Kreuzer versenkt wurden. Ein Schlachtschiff und ein
Neuer Generalstabschef der italienischen Wehrmacht.
Rom, 31. Jan. (Europapreß.) Der bisherige Chef des italienischen Generalstabes, Marschall Conte Ugo Caballero, ist auf eigenen Wunsch o o n feinem Amt entbunden worden. Sein Nachfolger ist Armeegeneral Vittorio Ambrosio, der bisherige Generalstabschef des Heeres, der bis vor einem Jahr die Kämpfe in Kroatien geleitet hat.
ausländische Staatsoberhäupter und Regierungschefs ' dem Führer telegraphisch ihre Glückwünsche übermittelt. Ebenso gedachten viele andere führende Persönlichkeiten des Auslandes in Glückwunschschreiben und Telegrammen des Tages. So König und Kaiser Viktor Emanuel von Italien und der Duce besten Telegramm lautet: „Der zehnte Jahrestag Ihrer Machtübernahme findet das nation-alsoziali- stische Deutschland mehr als je innerlich geeint in 2hrer Person und in Ihrem Werk. Eines Sinnes mit mir, nimmt das ganze faschistische Italien, das an der Seite der deutschen Nation für die Rettung und die Zukunft des neuen Europas kämpft, mit bedingungsloser Entschlossenheit Anteil an der heu- hgen Feier. Ihnen, Führer, sende ich mit den heißesten Glückwünschen für Ihre Person meine kameradschaftlichen Grüße." Der Führer antwortete: „Für ine warmherzigen Glückwünsche, die Sie mir eigenen Namens wie im Namen des faschistischen Italiens zur heutigen 10. Wiederkehr des Tages der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland übermittelt haben, danke ich Ihnen, Duce, auf das herzlichste. Ich empfinde am heutigen Tage in besonderer Dankbarkeit die freundschaftliche und feste Verbundenheit, die das italienische und das deutsche Volk in der Gemeinschaft ihrer Weltanschauung und der zusammengefaßten Kraft ihrer Waffen vereinigt, und sende Ihnen in fanatischer - Entschlossenheit und im unerschütterlichen Glauben an unseren Sieg in dem gemeinsamen Schicksalskampf meine kameradschaftlichen Grüße." — Die ausländischen Missionschefs brachten durch Eintragung in das Besuchsbuch der Präsidialkanzlei dem Führer die Glückwünsche ihrer, Regierungen zum Ausdruck.
trA i
A
i. ® I
Das Antlitz des Krieges
Von unserem Dr. H. L.-Korrespondenten.
p a S und eines durch die Erneuerungskampfe geläuterten abendländischen Geistes. Wenn sich daher das Antlitz des Ares in die Fratze der Medusa verwandelt, so wollen wir Athene, welche als Schutz- aöttin des Geistes am Anfang der abendländischen Geschichte steht, bitten, uns den Medusenschild zu leihen, damit wir ihn gegen die Feinde des Abendlandes kehren.
Man kann den kulturellen Verfall von 1918 bis 1933 nicht von dem polittschen und wirtschaftlichen Verfall des deutschen Volkes trennen, sic gingen nebeneinander her, ja, das eine bedingte ost das andere, und so war es auch der Wille der stemden Drahtzieher. So mußte aber im März 1933 mit dem Umbruch zu der politischen und wirtschasllichen Wiederaufrichtung des deutschen Volkes auch ganz selbstverständlich dessen seelische und moralische, also kulturelle Wiederaufrichtung kommen. Was auf kulturellem Gebiet seit 1933 geschehen ist, ist unendlich viel. Allein schon die organisatorische Arbeit ist ein Riesenwerk, das nun in seinen wesentlichen Stützpfeilern steht und das allen Teilen des geistig kulturellen Lebens Deutschland Festigkeit und Halt gibt.
Organisatorischer Träger dieses kulturellen Lebens ist die Reichskillturkammer. Es sind sieben Säulen, die das Gebäude der Reichskulturkammer tragen, die Reichsschrifttumskammer, die Reichsilmkammer, die Reichspressekammer, die Reichskammer der bildenden Künste, die Reichsrundfunkkammer, die Reichsmusikkammer, die Reichstheaterkammer, die durch ihre Arbeit die Voraussetzung geschaffen haben, daß der Kulturschaffende, der Künstler mit seinem Wollen und Können wieder mitten im Volke steht, und Kunst und Kultur wieder dem ganzen Volke gehören. Innerhalb dieser Organisation rft dem deutschen Kulturschaffenden die Freiheit des Schaffens zurückgegeben wotden.
Durch die Errichtung der Reichstulturkammer ist die Kultur nicht etwa in die Zwangsjacke irgendwelcher Paragraphen gesteckt worden, wurde dem Kulturschaffenden nicht etwa eine freiheitraubende Organisation aufgezwängt, nein, die Reichskulturkammer mit dem Reichskultursenat an der Spitze will nichts weiter sein als das ,Funst- und Kulturgewissen der Nation". Die Kulturpolitik des neuen Reiches hat das Volk wieder zur Kultur und die .Äultur wieder zum Volke geführt. Die Gebenden, die kulturell Schaffenden, stehen wie« der in einer Reche mit den kulturell Empfangenden, mit ihren Brüdern aus dem deutschen Volke. Beide sind nicht mehr getrennt denkbar. Der deutsche Künstler horcht wieder hinein in die Seele des Volkes und holt sich aus der unverbrauchten Kraft dieser Volksseele neuen schöpferischen Willen, und das Volk ist bereit, sein eigenstes Ich, das ihm vom Künstler nun wieder in vielgestaltiger Pracht entgegengetragen wird, gläubig und mit Inbrunst aufzunehmen.
Für diesen kulturellen Wiederaufbau, der über das Organisatorische weit in das Geistige hinüber- greift und es richtungweisend bestimmt, ist Zeit und Kratt gefunden worden neben dem politischen und wirtschasllichen Wiederaufbau des deutschen Volkes, der, wie man glauben sollte, doch alle Kraft und Seit für sich hätte in Anspruch nehmen müssen. Es ist gelungen, dem neuen kulturellen Willen des deutschen Volkes gewaltigen Ausdruck zu geben in einer Zeit, in der auch die politische Macht des deutschen Volkes aus der Beschränkung wieder zu voller (Entfaltung geführt wurde. Mit den politischen schöpferischen Kräften der deutschen Nallon sind auch die kulturellen schöpferischen Kräfte wieder freigelegt worden.
Der italienische Botschafter gab zu Ehren der Abordnung der Faschistischen Partei einen Empfang. Unser Bild zeigt (von links nach rechts) den Führer der Abordnung, Nationalrai T a r a b i n i, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Botschafter Alfieri, Gauleiter Bohle und Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei Himmler. — (Scherl-M.)
Oie faschistische Abordnung beim Führer.
Führerhauptquartier, 31.Jan. (DNB.) Der Führer empfing am Sonntagabend die aus Anlaß des 10. Jahrestages der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland weilende Delegation der faschistischen Partei unter Führung des Vizesekretärs Tarabini. An dem Empfang nahmen der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, der Leiter der Parteikanzlei, Reichsleiter Bormann, und der kgl. italienische Botschafter m Berlin, Dino Alfieri, teil.
Oer Führer ehrt verdiente Männer der Wiffenschast.
Berlin, 31. Jan. (DNB.) Der Führer hat aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Tages der Machtübernahme einer Anzahl um die Lösung von Kriegsaufgaben besonders verdienter Männer der Wissenschaft den Titel Professor verliehen. Es sind dies: Der Generalarzt z. V. Dr. med. Richard Hamann in Berlin-Dahlem, der Generalarzt Dr. med. Hans Mueller in Berlin-Wttmers- dorf, der Letter der Ausländsabteilung der Reichs- ärztekammer in Berlin Dr. med. Hellmut Hau - bold, der Ministerialrat Dr. med. Eugen Staehle in Stuttgart, der Chefarzt der chirurgischen Abteilung des St.-Hedwig-Krankenhauses in Berlin Dr. med. Johannes Petermann, der Chefarzt der chirurgischen Klinik der Städtischen Krankenhäuser in Dortmund Dr. med. Ernst Wild, der leitende Arzt der Klinik für Naturheilkunde am Gerhard-Wagner-Krankenhaus zu Dresden Dr. med. habil Alfred Brauchte, der Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe Dr. med. Hans Stadler in Geiselgasteig bei München, der Facharzt Dr. med. Oskar Weski in Berlin W 15, der Letter des pharmakologischen Laboratoriums der Schering AG. Berlin Dr. phil. Max Dohm, der Direktor der Krupp-Werke Dr.-Jng. Erich M u e l -> l e r in Essen, der leitende Regierungsdirektor Dr.- Jng. Friedrich Brandes in Kiel, der Wehrwirtschaftsführer Dipl.-Jng. Kurt T a n k in Bremen, der Privcttgelehrte Dr. phil. Hans Hermann Kritzin- g e r in Berlin-Steglitz, der Oberregierungsrat vom Reichskommissar beim Oberprisenhof Berlin Dr. jur. Berthold Widmann, der Oberassistent am Geologisch-Paläontologischen Institut der Univerfttät Berlin Dr. rer.nat. Wilhelm Dietrich
Glückwü^scke he« Auslaute«.
Berlin, 30.Ian. (DNB.) Aus Anlaß des 10. Jahrestages der Machtergreifung haben zahlreiche
Sein Nachfolger als Generalstabschef des Heeres wird der Kommandierende General der 6. Armee, Enzio Rossi.
Der neue Generalstabschef der italienischen Wehrmacht wurde 1879 in Turin geboren. Er nahm als Hauptmann am italienisch-türkischen Krieg teil. Im Weltkrieg war er Generalstabschef einer Kavallerie- Division, von 1920 bis 1922 Generalstabschef der Division Mailand, später Generalstabschef des Armeekorps Turin, 1927 wurde er Brigadegeneral, 1932 Dioisionsgeneral und Oberbefehlshaber der zweiten schnellen Division. 1935 wurde er als Ar- meegenerat Befehlshaber des Armeekorps Sizilien, 1938 Oberbefehlshaber der zweiten Armee, an deren Spitze er die Operationen an der jugoslawischen Front leitete, wofür er Kommandeur des Militärordens von Savoyen wurde. Seit dem 20. Januar 1942 war Ambrosio Generalstabschef des italienischen Heeres.
Oer italienische Webrmachtbencht.
Rom, 31.Ian. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Sonntag gibt bekannt, daß viermotorige Liberator-Bomber 'über der Stadt Messina Spreng- und Brandbomben abwarfen, die beträchtliche Schäden verursachten. Die Zahl der Opfer betrug 51 Tote und 105 Verletzte. Jagdflugzeuge schossen zwei Flugzeuge ab. Im Mittelmeer versenkte ein Torpedoboot ein feindliches Unterseeboot. In der Nacht zum 30. Januar griff ein längs der algerischen Küste operierendes Unterseeboot einen großen, stark gesicherten Geleitzug an. Das Unterseeboot torpedierte zwei große Zerstörer, die beide sanken, und traf eine dritte nicht näher bestimmte Einheit. Nach kaum sechs Minuten griff das Unterseeboot den Verband erneut an und versenkte eine vierte große Einheit. Ein wetteres Unterseeboot griff einen gesicherten Gelettzug vor Bougie an und erzielte auf mindestens zwei nicht näher de- sttmmten Einheiten Torpedotresfer. Es konnte wegen der feindlichen Gegenwehr noch nicht festgestellt werden, ob die Einheiten gesunken sind.
zogen dafür in den Krieg. Um den Krieg zu überstehen, verbanden sie sich mit dem Bolschewismus, dem auch von ihnen früher erkannten größten Feind des Abendlandes, und mit den Vereinigten Staaten, von dessen Wesen wir heute jedenfalls soviel wissen, daß es nicht oder nicht mehr Geist von unserem Geiste ist.
Es gibt heute, das läßt sich hier draußen ganz deutlich wahrnehmen, Engländer, denen vor den Konsequenzen ihrer eigenen Politik zu grauen beginnt. Das bedeutet nicht, daß England von dem eingeschlagenen Wege abweichen wird. Es will das vorläufig nicht, und wenn es wollte, so könnte es auch dem Gesetz nicht entrinnen, welches es sich selbst gegeben hat. Das Medusenhaupt hat seine lähmende Wirkung im Strom der Jahrtausende nicht verloren. Aber so viel muß doch gesagt werden, daß in diesem späten Stadium des Krieges das Schuldbewußtsein und die Erkenntnis eigener Verfehlungen m England hier und da hervortreten. Ihren Ausdruck finden sie allerdings nicht in Selbstzerfleischungen, sondern in dem Versuch der Anknüpfung an politische Traditionen, deren Macht und Glanz den Söhnen einer späteren Epoche immer noch Verlockung bedeutet.
Auf diesem Hintergrund gewinnen auch die Meinungsverschiedenheiten Mischen den drei großen Alliierten — denen Tschungking-China immer aus Höflichkeit hinzugefügt wird — an Verständlichkeit. Sie gründen sich nur selten auf Streit um militärische und strategische Probleme, sondern sind fast ausschließlich Ausdruck eines Kampfes um künftige politische Positionen. Da unsere Gegner wie jeder Kriegführende davon ausgehen, daß sie den Krieg gewinnen werden, machen sie sich natürlich Gedanken über das Bild der Welt nach ihrem Siegö. Hier aber sieht nicht etwa jeder das gleiche Bild aus anderem Winkel, sondern jeder malt sich sein eigenes Bild, und jeder ist bemüht, fein Bild vor dem anderen zu verstecken.
Am besten ist das offenbar den Bolschewisten gelungen. Noch heute hat man weder in London noch in Washington eine Vorstellung von den Nach- kriegsplänen des Kreml. Man weiß, oder vielmehr man fürchtet nur, daß diese Pläne grenzenlos seien, und während dies die Nordamerikaner, welche sich ttotz Roosevelt immer noch mit Hemisphären-Ge- danken in Sicherheit wiegen, ziemlich kühl läßt, machen sich die Engländer immer größere Sorge, soweit sie wenigstens noch eine Erinnerung an die Verpflichtung abendländischer Kultur haben. Die Nordamerikaner hingegen malen sich ein Bild amerikanischer Weltherrschaft, hinter welchem sie jedoch für alle Fälle ein zweites Bild der wehrhaft umwallten wesllichen Halbkugel bereitgestellt haben. Die Engländer haben diesen Ausweg nicht einmal in der Theorie, sie sind Bestandteil des Abendlandes und werden sein Schicksal teilen.
Wenn wir heute von unserem Standort aus das Antlitz des Krieges betrachten, so bewegt auch uns das Schicksal des Abendlandes, aber nicht, weil wir es teilen, sondern weil es von uns entschieden wird. Das Reich, um dessen Sein und Wesen unsere Gedanken an dem Erinnerungstage dieses Monats häufiger noch als sonst kreisen, ist seit über tausend Jahren der Mittelpunkt des Abendlandes gewesen. Im Reich ist die Synthese aus antiker Kultur und chrisllicher Religion, welche der Geist
Kuliurgewiffen -er Nation.
Von Carl Ems.
Es gibt keine Kultur, die nicht volksgebun« d e n ist, die nickt national bedingt ist und ihre Kraft aus der Geschichte, aus dem ewigen Blutstrom und dem heiligen Boden der Nation holt. Das Genie verleiht dem geheimnisvollen Kulturdrang des Volkes nur Sprache, Form und Klang, stellt in gewaltigen Werken die Ideale auf, die in der Sehnsucht des Volkes schlummern. Der Künsller reißt die Herzen empor, begeistert die Seelen, führt sie aus den Niederungen des Alltags hin zu den ewigen unzerstörbaren Werten des Volkstums. Dis Kunst ist der schöpferische Ausdruck der Seele des Volkes und zugleich ihr Gestalter, und der Künstler ist der Hüter und Bildner der Charakterwerte einer Nation. Die Entwicklung der Kultur ist aber notwendigerweise auch mit der politischen Entwicklung eines Volkes verknüpft. Die Kulturpolitik ist sehr wohl in der Lage, den schöpferischen Kräften den Weg zu bahnen ober zu versperren.
Wir schauen zurück auf die Zeit vor der Machtübernahme. Erinnern wir uns, baß dem politischen Zusammenbruch von 1918 auch ein seelischer und geistiger Zusammenbruch des beutschen Volkes gefolgt ist, dem niemanb bis zum Umbruch helfen
-?> s- . . ?^ockholm, Ende Januar. bes Abenblandes war, geschaffen worden. Wir mir& älter. 2" feinem Antlitz malen kämpfen heute nicht nur für des Reiches Fortbe- stch die Runen und furchen, welche schweres Er- stand, sondern für die Behauptung Euro- leben und tiefe Erschütterung hinterlassen. Die letz- * * -
ten weichen Linien der Kindheit und Jugend sind verschwunden, und immer klarer meißelt die Zeit die Zuge unerbittlicher Härte heraus. Das finstere, aber bei allem Grimm immer noch göttlich-harmonische Angesicht bes Kriegsgottes Mars verwandelt sich im ßau;e der Jahre immer unverkennbarer in die grausige Fratze des Gorgonenhauptes der Medusa, welche Zeus und seine streitbare Tochter Athene den Menschen zum Schrecken auf ihren Schilden trugen. Die Allegorie soll und kann jedoch nicht ausdrücken, was in dem Anllitz des Krieges heute zu lesen steht. Welches ist denn bas Antlitz des Krieges? Wie in bem Auge einer Ameile das Bild der Welt sich in tausenden Facetten oricht und j*jjmer etwas anderes spiegelt, so sehen auch wir Menschen den Krieg jeder ein wenig anders, entsprechend unserem Standort und unserer Pflicht. Nicht einmal allen Soldaten zeigt der Krieg fein Antlitz in gleicher Weise. Um wieviel anders malt es sich ba in unseren Augen, bie wir außerhalb der Grenzen des Vaterlandes in fremder Umgebung unsere Arbeit verrichten?
Es wäre erstaunlich, wenn sich uns nicht bie politische Erscheinungsform bes Krieges oft viel ftär- ker und unmittelbarer aufbrängen würde als die mllitärische Auseinandersetzung, welche der Front die tägliche Aufgabe und der Heimat die tägliche Sorge bedeutet. Nicht, als ob wir nicht auch mit heißem Herzen das Schicksal des einzelnen und der Gemeinschaft an der Front verfolgten und in alltäglichem Gedenken mit Familie und Heimat verbunden wären. Aber unsere Pflicht wie unsere nächste Umgebung verweisen uns auch jeden Tag auf die Beobachtung der politischen Erscheinungen, auf die Entwicklung des politischen Kampfes, dessen Bedeutung nicht dadurch herabgemindert wird, daß gegenwärtig die Waffen sprechen müssen, weil die Mittel der Politik versagten.
Gerade hier erleben wir jedoch auch, daß der Krieg älter wird und sein Antlitz verändert, ja, es will uns scheinen, als schreite die Metamorphose hier sogar noch schneller fort, als wandele sich Hier das Gesicht bes Krieges noch schneller und tiefer, so daß nicht nur Runzeln und Falten erscheinen und der gesamte Ausdruck sich verändert, sondern daß selbst bie Gebauten hinter der Stirn heute schon gänzlich andere sind als vor drei oder vier Jahren. Am stärksten und daher auch am deutlichsten sichtbar vollzog sich dieser Wandel bei demjenigen unserer Gegner, welcher ttotz aller militärischen oder wirtschaftlichen Leistungen der anderen Urheber und Mittelpunkt des Widerstandes gegen das Reich war: b e i E n g l a n d.
Die Engländer ließen es zum Kriege kommen, weil sie sich verpflichtet glaubten, die Macht, welche ihre Vorfahren zusammengetragen hatten, ohne jegliche Einbuße ihren Söhnen und Enkeln weiterzureichen. Sie verkannten bie Forberung der abendländischen Kultur und wurden schuldig aus Selbstsucht und Bequemlichkeit. War dieses ihre Schuld, so war ihr Verderben der Mangel an politischem Wirklichkeitssinn als derjenigen Gaben, welche ihren Vätern die Macht gegeben hatten. Die Engländer glaubten bas Abendland beherrschen zu können und
Der sich selbst verläßt, der wird verlassen; das Volk, das an sich verzweifelt, an dem verzweifelt die Dell, und die Geschichte schweigt auf ewig von ihm. Unser Volk ist in einem jeglichen von uns — darum lasset uns wacker fein. Ernst Morih Arndt.
...
wollte, der im Gegenteil von beflissenen Fremdlingen und ihren Helfershelfern gefördert worden ist, die ein Interesse an der Zerschlagung des deutschen Volkes ebenso wie als politischer Faktor so auch als Kulturfaktor in der Well hatten. Es gab nichts im Umkreis der deutschen Kultur, was nicht von Juden „gemacht" wurde, und wer sich jüdischem Geiste entgegenzustellen wagte, wurde über bie Verleumdung bis zur Gewalt beifeUe gedrückt. Der Kulturbolschewismus im Dienste bes politischen Bolschewismus ging klar unb zielbewußt darauf aus, das deutsche Volk moralisch und kulturell zu zerrütten. Kunst und Künsller wurden zwangsläufig, ohne es oft selbst zu wollen, ja, ohne es auch nur zu ahnen, zu Handlangern der Fremden. Den wenigen Kulturschaffenden, die anders woltten, fehlte es, soweit sie überhaupt zu Wort kommen konnten, an Widerhall in der großen Masse; sie standen einsam, verhöhnt und verachtet inmitten einer kleinen Schar Treuer.


