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Die heutige Mieterversammlung sieht als ein» zrg-ck Mittel zur raschen Minderung der Woh-- mmg^nut nur die Durchführung tesZ 9 der Ver­ordnung vom 11. Mai und hosst, daß der Mieter- vevein schnellstens eine zwetg'liedrtg? Kommission zur Negierung noch Darmstadt entsendet, die den sofortigen Erlas; der angeführten Verordnung für Gießen verlangt." Am Schluß der Versamin-

.------- ,,----_ vorläufig Ad-

stand genommen. Der Gemeinderat erklärt sich

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Aus dein FftranzmrsschuK.

rm. D a x m st a d t, 28. Okt. -lev Finanz- ausschu ß der V>l?sfanrmer f* heute feine Bevatnngen fort. Nncki Erledigung verschiedener Vorstellungen tourte die Vorlage tetr. die ®e* Währung eines Vct-ages von 70 000 Mk. zur Besckxiftung von lechn. Hilfsmitteln für das chem.-- t'chnologssche und das elektv'-ck.eu. Institut der Teck n. Hochschil le in Darmstadt genehmigt. - Eine N'.'giermrgsvor'aZe for'ert di? Zck«sfung weiterer Dieustränme für das Krers- am t und die V r o o in zr a l d i re k11vn in Gießen, da die bisherigen Räume nicht mehr «usreiä-en. Ter Proviuzmldirekboc hat sich be- icit erklärt, die Darterreräume ferner Drenstwoh- lnung zur Verfügung zu stellen, für deren Her­richtung der Vertag von 30 700 Mk. gefüttert und FTnehmigt rterb. Durch eine weiter.? Re­gierungsvorlage wird bte Ermäckstignna des nanzrusschufKs nachoesucht, aus den Mitteln des Hilfsfonds für das besetz e Gebiet die Summe von 25 000 Mark Bereit zu stellen, was erfolgt. Dann wird der Antrag Nutz betr. die EntschÄst- gung der Stae.tsanwärter und Referendare beraten. Allgemein wird zunächst der in der Eingabe von diesen Herren angeschlagene Ton verurteilt. Nach dem Vortrag eines Regierung Zvertreters über die Regelung der Frage in den Südstaaten Württem­berg. Bayern, Baden usw. wird beschlossen, die Regierung M ersuchen, daß sie den Diensbanwär- tern, welche Kriegsteilnehmer waren, nach freiem Ermessen in Anlehnung an die Regelung der Frage in den sWterttsck>en Staaten eine Ver­gütung gewährt. Tann vertagt sich der Ausschuß. An der nächsten Woche soll eine Besichtigung der lleberlandzentrole in Wölfersheim, ferner von Bad-Nauheim statt finden.

Au» Statt und Land.

Gießen, den 29. OK. 1920.

Der Kettenhund.

Ein erfahrener Hundebesitzer schreibt uns:

Infolge der zunehmenden Unsicherheit sieht sich so mancher mit Recht veranlaßt, einen Wach­hund zu halten, empfindet dies aber in vielen fallen nur als eine weitere lästige Ausgabe und schenkt dem Tier, das ihm sein Hab und Qhit be­wachen soll, weiter keine Sorgfalt und Aufmerksam­keit, sondern überläßt dies irgend einer untergeorb« neten Persönlichkeit, die in dm meisten Fällen nicht das geringste Interesse für die Erhaltung und Ge­sundheit des Tieres besitzt und diese Pflicht meist nur widerwillig und mangelhaft erfüllt. Im eigenen Interesse des Himtetesftters ist es dringend nötig, daß er selbst sich bantm kümmere, ob das Tier gegen Kälte, Nässe und Zugluft geschützt ist und ob es fein genügendes, regelmäßiges Futter erhält. Die Hütte muß stark, dicht, ohne offene Spalten und Fugen und möglichst durchaus mit Dachpappe be­deckt sein, weil das ungedeckte Holz die Näste auf- saugt. Der Eingang der Hütte sei nicht größer als der Hund 'zum Ein- und Ausschlüpfen braucht, Unten mit einem Schutzbrett gegen das Heraus­schleifen des Strodes versehen, bet Kälte mit einem oben befestigten dichten Lappen geschützt und mög­lichst nicht gegen die Wetter- und Windseite ge­richtet. Als Laaer gebe man bei kaltem Wetter viel Stroh, in das sich der Hund verkriegen kann. Das Stroh muß öfters erneuert werden Ein als Unter­lage bienendes Tuch genügt durchaus nickst, da es die Nässe aufnimmt, dauernd erhält und deshalb erkältend wirkt. Wenn möglich, versehe man die Hütte nach vorn mit einem Schutzdach, welches im Bereich der Kette vor Schnee und Regen schützt, pfam scheue nicht diese Feinen Ausgaben, sie machen sich bezahlt durch di" Gesimderbalttmg des Hundes, der nahezu als ein wichtiger Teil des Personals zu betrachten ist, da er seines Herrn Hab und Gut und Leben beschützt, niemals streik, Lohn­erhöhungen fordert und aufrühoerische Demonstta- tionen unternimmt. Das Mindeste, was diesem armen, seiner Freiheit beraubten Geschöpf für feine unschätzbaren, treuen Dienste gebührt, ist Schutz Segen die es ruinierenden Unbilden der Witterung und das nötige Futter. Der Hund ist wärmebedürs- jtig, insbesondere dm kurzhaarige leidet schrecklich unter der Kälte. Das Futter sei nicht zu knapp, etwas warm und nicht brühreich, da Brühe rasch gefriert. Auch gehört dem Hund ein stets gefülltes, gut befestigtes Trinkgffchirr Daß gegen Einbrecher es viel beifer ift, toenn der Hund des Nachts nicht anqek'ttet bleibt, ist selbstverständlich, denn ben an- gefetttixm Hund schlägt der Kerl einfach nieder oder zieht ihm die Kehl-? zu, während er es (auf ben Kampf mit dem freien Hund nicht so leicht ankom­men läßt- Wenn möglich, nehme der Herr des Hun­des diesen öfters mit auf Ausgängen, damit er etwas Bewegung bekomme und er sich an feinen Derrn gewöhne, er wird ibn dafür in Gefahr mit feinem Leten schützen. Daß bei größter Kälte kein Hund des Nachts im Freien bleiben darf, ist ,vohl ledern einleuchtend, denn wo Stein und Brin ge­friert, erfriert auch der Hund und dafür kostet er heutzutage doch zu viel.

Veranstaltungen.

Freitag: Sta^ttheater. 7 Uhr, Dvgmalion. Hotel Schorn, 8 Uhr, Vortrag: Gibt es eine wie gestern. - Lichftptele Seltersweg ..Wenn Menschen reif zur Siebe wecken" undSklaven des Kapitals".

*

a sonder Universität. Die erste feierliche Immatrikulation fin­det morgen Samstag mittag 11V» FV'J,ün/lIx<*' int großen feörfflöl des Vorlefungsgebäudes statt.

c ~ Feuersirene brachte gestern gegen ö Mr bte nany öfabt in Alarm. Wie wir er­fahren, tst di- Sirene von selbst in Tätigkeit ge- Iveten, tmd bte F-uermrideleitung im Gesangenn- ^ger mit der Lichtleitung in Berührung kam. Lnerdurch wurde in ine fcuermelMeititng Stark­strom eingeschaltet und damit der Relais ausgelöst der d^ Sirene zum Täaen bringt Da ein ahn^

Vorfall sich vor erttger Zeit ereignete, kmmte der Warm bald abgestellt werden, indem am Mark eine Sicherung aarsgeschaltet wurde Es ist Sora- getragen, daß der falsche Alarm nicht mehr erw fetzen kann.

ba. Büdingen, 27. Okt. An den gzftrigen Beratungen des Gemeinderats nahm Ober- teusekretär Straub als Sachverständiger teil. Das Mühlhöhlchen soll, nachdem zuvor die Awoohner das Tag- und Schmutz-wasser an die vorhandene Kanalisation angeschliossen haben, l>er gestellt wer­den. Die Gosse erhält Befanunterlage und unter­legen Ricselkanal, -um1 die llnierspillung des Pfta­sters zu verhindern, auf der Fahrbahn wird eine Decke aufgewalzt. Im Anschluß daran soll in der Mitte des unteren Kubtriebweges ein Kanal mit vorhandenen wer en Rohren verlegt und der bei* zeitig zu hoch liegende Kanal terausgenommcn werden. Dami' 'ften die längsährigm, besonders im Winter ein tretenden Mißstände beseitigt wer­den. Ferner wurde beschlossen, bas rückständige Stück Mühllorstnrßc, neu zu pflastern und alle Vorkehrungen zu treffen, daß dort weitere Seemen» bach'ManereinsrLrze, hervorgerusen durch den Ein­fluß des Tagwassers, vermieden wecken. Ebenso soll die UmPflasterung des Sackes erfolgen. Zur Enttvässerrmg des, neuen Friedhofs wurde eine T' r/n f z> ui v _______f.u ' _ «

liutg juurbc noch ein Sbitnag Lutze angenommen, b-'t besagt, daß sofort für Gießen der allgemeine Mieterstteik ((Stnftet/inig jeglicher Mr tszahlnngen) proklamiert werden soll, tuenn die oben genannten Forderungen, insbesondere die Durchführung des § 9 bis zum 15. November nicht bewilligt sind.

* Die Mitglieder der Männer­und Frauen-Vereinigung der Mat- thäusgemeinde hatten sich am Mittwoch in reicher Zahl zu einem! Familirnabeiw tm meindesaal zusammengefunten. Den musikalischen Test harten neben Angehörigen des Vereins in dankenÄverter Werfe Kräfte cms dem Jugendbund übernommen Mft sichtlicher Befriedigung lauschte man den wohlgelungenen Torbietumwn. der jungen Künstler. Auch ein Gedicht, das den Werdegang unseres großen Reformators behandelte, kam mir- lüngsvoll zum Vortrag. Zn der Mitte des Abends stand ein Vortrag von Porst. D. Schiarr über: Die Kirche in den Stürmen der Zeit". In lein er temperamentvollen Weise verstand es der Redner, die Zuhörer im Geiste mit sich durch bte Kriegsjahre zu führen. Sie sahen die hockigehen- ben Wogen der Begeisdevung im kirckstich.n Leben und die Wertschätzung der Kirche iin Jahre 1914 allmählich ins Gegenteil sich umöehven und zur offenen Feindschaft am?arten in der Revolution bis in unsere Tage. Die evangelische Kirche sreht mitten im Kampf gegen ihre Feinde. Stürme brausen über sie her und drohen, sie ihres.schützen­den Daches zu berauben. Wohl stürzen Bäume und fallen Wälder unter der Wucht eines Orkans, aber das Gesunde steht fest. So ist auch für uns fern Grund zum verzweifeln: was fällt ist mensch­lich, was steht ist göttlich! Stehend sangen die Teilnehmer noch das alte Lutherlied: Ein feste Burg, und verließen die Feier mit dem Bewußtsein, einen schönen Albend unter Gleichgesinnten! verbracht zu haben.

** Der amtliche Tasche n s a h r p l a n der Eisenbahndirektion Frankfurt am Main, gültig ab 24. Oktober 1920, auch auf Strecken von Rhcin- kiessen, Westfalen und das Siegerland ausgedehnt, ist dieser Tage erschienen und wird bei den Fahr­kartenausgaben, den Bahnhofsbuchhändlern sowie vom Verlag Karl Ritter, G. m. b. H., Frankfurt am Main-Süd, Großer Hasenpfab 46, abgegeben.

* * 115er. Auf die am Sonntag, den 31. ds. Mts., nachm. 2 Uhr, im Fllsenkeller Gießen statt- finbenbe Versammlung der Kameraden aus dem Kreise Gießen wird nochmals hingewiesen.

* * Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinen-Chor (e. Vsi terunftoltet am Sonntag im Katholischen BeremÄhaus ein Konzert mit nachfolgendem Tanz. (Siehe Anzeige.)

* * Der Natur Heil verein veranstaltet am Montag einen öffentlichen Vortrag für die er­wachsene weibliche Jugenb über das Thema: Was unsere Töchter wissen müssen!

* * Das Lichtspielhaus teilt uns mit: In der gestrigen Notiz war ein kleiner Irrtum unterlaufen. Der langmhrige Leiter der Kapelle ist Heinrich Wigger. Franz Vollbrecht, durch seine Violinsvlis bekannt, ist Konzertmeister und erster Geiger.

Landkreis Gießen.

0 Grünberg, 28. Okt. In der Nacht tont Mittwoch auf Donnerstag wurde auf dem hiesigen Bahnhof im der Güterabfertigung ein­gebrochen. Die zum Frühdienst ersckieinenden Arbeiter entWtat sehr rasch ben Diebstahl. Ent­wendet mären ein Ballen Leder, eine Kiste Tabak, eine weitere Kiste mit Inhalt und noch andere Sacken, im ganzen für mehrere tau'end Mark Wert. Die Diebe haben mit einem Glasschneider eine Scheibe hwausgrschni.ven, bas Fenster geöffnet und sind so _tn das Innere des Güierraumes ge­langt. Wie sich später heraus stellt', sind am Mor­gen mit dem eriten Zuge, der 1,28 Uhr hier ab­geht, im benachbarten Owbelnrod vier Männer mit Fahrkarten nach Butzbach eingestiegen. Sie hatten einen Sack mit festem Inhalt und einige Kisten bet sich. Auch der Wärter auf Posten 18 zwischen hier unb Göbelnrod beobach ete vor Tagesanbruch vier Männer, die an der Bahnlinie entlang nach Göbelnrod marschierten, er hörte noch, wie sic sich gegenseitig zankten und mit ,Lmnp" u. a. Ausdrücken bezichtigtem Die sofort angeftertten telegraphischen NaM-'rschungm auf allen Stationen bis nach Butzbach führten bisjetzt noch zu keinem Resultat.

fr* Großen-Buseck, 27. Ott. Infolge ju raschen Fahrens durch die Ortsstraße wurde am Kreuz ein Kind ü ber fahren, das ercheö- licher Verletzungen davontrug

up. Vom Lande, 27. Okt. Gegenwärtig finbet in den Landorten eine Prüfung ber Ge- treibebeftänbe durch besondere Kommissionen statt, die meist aus z.vei auswärtigen Revisoren und zwei einheimischen Vertretern bestehen. Die Abschätzung geschieh durch Messen der Getreide­hausen nach den Körperdimensionen. Daß man aber oabei leicht zu hochgreift, beweisen die Diffe­renzen, öte ein Nachiviegen ber Frucht ergeben. Mvße Mengen Getreide zur Ablieferung kommen, Daß durch di-e Absckmtzung der Fruchtvorräte noch wird erst bei der Ausführung zutage treten.

Kreis Büdingen.

das bei der Ueberzahl der Wohnungsuchenden. Als Niederschlag ber Reden wurde folgende Ent­schließung angenommen:Bei der in Gießen herrschnrden und von Tag zu Tag größer werdenden Wohnungsnot und ber Unfähigkeit ber zur SBeljebung derselben beorbnefen Instanzen verlangt bie äußerst zahlreich aus allen Schichten der Bevölkerung besuchte V rammlung Gießener Bürger, daß der ß des Gesetzes vorn 11. Mai 1920 so schnell als möglich für tne Stadt Gießen in Kraft gesetzt wird und aufs Itrengik zur Anwendung fbmmt. Tic Versammlung ver­langt, daß ber Herr Oberbürgermei'fler die ihm unterstellten Organe anweist, die durch die Mieter- sch.utzbestimmungen getroffenen Anordnungen auch stveng durchzuführen und al c Zuw.derl^nblungen unb alle Umgebungen dersesbeu mit dm durch das Gesetz vorgeschriebenen Höchststrafen geahndet werden. Sie verlangt ferner, daß alle Maß­nahmen lohne Ansehen der Person getroffen toerben unb nicht, wie bisher, .auf bie Besitzer großer unb übergroßer Wohnungen alle erde.illiche Rück­sicht genommen wird, »nährend den J-ndabern be- schränkler Wohnungen ost wrentbehrlickjeRäume mit ruchichtsl-ner Strenge bejchag ahmt icer:e.i. Sie ^rl<iugt ferner, daß es in Zukunft nicht mehr geduldet wird, zu Wohnzwecken benützte ober zu fdlcken geeignete Räume zu Gesckwftszivecken zu ver­wenden, wie es vielfach vorgekommen ist und auch heule noch vorkommt, und daß alle Zu­widerhandlungen rücksichtslos zur Anzeige gebracht und besttast werden. Sie verlangt ferner, wenn der Letter des städtischen Wohnungswesens nicht rn der Lage ist, hier schleunigst Wandel zu schaffen, daß derselbe durch einen anderen hierzu geeig­neteren Beamten erseht wird. Es kann nicht ferner ZÄnrldet werben, daß das Gemeinwohl wie bisher unter der Unfähigkeit der bestellten Organe leidet Die Gemeinde bringt die Kosten für dieselben auf unb kann verlangen, daß die öffentlichen Organe bie Interessen ber Allgemeinheit unb nickt nur bieienigcn einer bevorzugten Klasse wahrnimmt Di? tetzige Lag? verfangt gebieterisch, daß wenige Bevorzugte nicht ferner Vorrechte für sich in An- W^u.rh nehmen, bie heute, wo die Mehrzahl des deutschen Volkes ben schwersten Leiden und Ent­behrungen ausgesetzt ist, auf keinen Fall geduldet werden dürfen. H.ute müssen nnr uns alle Ent- behmngeit und Einschränkungen auferlegen, uitb die ^-..^ock nicht gelernt haben ober nicht lernen wollen, müssen ün-n gezwungen w rden. Die MieierschuN- v-smiimungen biften dacu bte gv tgnete .Hanbh.ibe, ' burck-gefuhrt wecken. Unb wenn die

Fahrrad hat neue Bereifung, der hintere Mantel hat ein Nagelmuster. Die Handgriffe sind stark vergriffen, einer davon fast ganz, die Handbremse ist ohne Gummi, bie Rück­trittbremse funktioniert nicht.

** Wem gehört d i e Armband­uhr? Der Eigentümer einer befchlagnahni- ten Armbanduhr kann diese auf dem Polizei­amt, Zimmer 2, in Empfang nehmen.

** Besi tzwe chscl. Wilhelm Mceser ermarb das Anwesen Selücrsweg 38 für GOO 000 Mk. Die Besitzung des verstorbenen Geh. Kommerzien­rat Heichelheim wurde für 350 COO Mk. an die Obcrhcss. Bauxitgesellschaft verkauft.

** D i c hiesige Firma Schaffstaedt, G. m. b. H., wurde trotz fchtrrer .Konkurrenz mit beutfdjen und auslcm-dück-eu Firinen rm Haag, ber .Residenzstadt der Nieoerlcmde, mit ber Aus­führung (Tuet Badeanstalt Strout und zwar auf Grund.ihrer langjährigen Erfahrungen auf die­sem Gebiet.

** Steucrabzug vom Arbeitslohn. Es ist die Wahrnehmung gemacht ivvrden, daß be­züglich des Steuei'abzugs vom Arbeitslohn der der Verbrauch an Einkvmmcnsleucrmarieu zu 10 und 50 Pfennig auffallend groß ist. Dies dürfte seinen Grund darin haben, daß die betreffenden Gesetzesvorschriften nicht beachtet werden, weshalb hiermit daraus bingeiinefen wird, daß bei Lohn­zahlungen, bte für eine Wock^- ober für einenjänoe» ren 3d träum erfolgen, der einKubehaltende Steuer­bettag auf volle Mark nach unten abzurunden ist. In all diesen Fallen sind also Steuermarken zu 10 und 50 Pf. überhaupt nicht zu vwkvenden.

** Der ft euerzah lende Soldat. Tie Angehörigen der Truppenteile oer Reichswehr un­terliegen jetzt ebenfalls der Einkommensteuer. Für die Veranlagung wird die Mitwirkung der Mili­tärbehörden in Anspruch genommen. Besondere Bestimmungen dafür werden in den Ausführungs- beftimmungen vorgesehen sein, bi? zum Einkom­mensteuergesetz erlassen werdeii sollen. Das Reichs­wehrministerium hat schon jetzt bie Truppenteile angeroiefcn, Verzeichnisse ihrer Angehörigen mit Angabe bes Famtlienftanoes und ber Dienstbczüge ben zustänoigtm Finanzämtern bis spätestens 15. Dezember einzureick)en Für die Listen sind be­sondere Vorvrucke hergestellt worden. Die Verzdch- nisse müssen getrennt nach den Wohnorten, d. h. den Steuer bezirken, angefertigt tverden.

** I n der öffentlichen Mieterver­sammlung, die gestern abend im Cafe Leib veranstaltet wurde, hatte Dr. Riemann für sein Referat das sensationelle Thema gewählt:Hinter den Kulissen des Wohnungsamtes^, wahrscheinlich um damit eine möglichst zablreickie Zuhöreffchaft auf bie Beine zu bringen. Er hatte sich nicht ge­täuscht. Die erwünschten Zuhörer wacen da. Wer jedoch große sensattonelle Eitthüllungen erhoffte, kam nicht auf seine Rechnung. Neben den alten Mieterklagen über angebliche Unfähigkeit des Woh­nungsamtes, Quertreibereien höherer Beamten, einseitige Bevorzugung der Hausbesitzer und ge­wisser wohkhaberüxr Kreise, Umgehung und Nicht­beachtung der Mieterschutzbestimmungen, migerecht- ferttgte Mieterhöhungen wurde an Hand verschiede­ner alter und neuerFälle" aber auch in brei­tester Oefsentlichkeit viel schmutzige Wäsche ge­waschen. Skandülchen und Intimitäten stets unter voller Namensnennung, die dazu mit Behagen in allen möglichen kleinen und Neinften Einzelheiten vorgetragen wurden, fanden bei der Mehrzahl der Zuhörer natürlich schinundelnde Auf­nahme. Die Aussprache, die sich bis Vs 12 Uhr hinzog, war, von einzelnen hochpolitischen Aus­flügen abgesehen, wesentlich sachlicher und infolge­dessen auch ergiebiger. (Sine Anzahl besonders krasser Einzelfälle ergab ein Bild des Wolinungs- elends, wie es trauriger nicht gedacht werden kann. Aber um hier mit Frau Tr. Riemann zu reden, die von ihren Eindrücken als Mitglied der Wohnungskommission erzählte man darf die Schuld nicht einzig den Beamten des Wohnungs­amtes geben, sondern muß sie in der Tatsache sehen, daß einfach Feine verfügbaren Wohnungen vorhanden sind; wenn man auch ab und zu mal einige Wohnungen freibekomme was bedeute

** Fahrraodieb stahl. Am 27. 0k toter toutoe hier im Schiffenberger Wald, "^iftriFtKlosterwiese", ein Fahrrao, Marke Cito^Mooell 15, mit gelben Felgen unb vorgebauter Lenkstange entwendet. Es hat graue Bereifung, wovon der Hintermantel eine Unterlage hat. Vor Ankauf wird ge- . mt warnt. Am 28. Oktober, nachmittag schen 13 Uhr, wurde hier aus dem Hauset da

Dvaiuageanlag? bis zur Straße yei ... , ter geplanten Schöpft'tcllc wurde v

ivei^im, mu,!en sie staub genommen. Der (tentrtnberat erklärt sich, ik. t das Mmrmstt l damit einverstanden, daß anstelle des verstorbenen!

flut der Mitttldeutschen Kreditbank ein Fahr-&" T,i£e'2L. rerb st?auinon?is ßVcnnrriiin'' entwendet DaS Frischnvaml cingcvrachieu Entsckuwtzung hellu es. rav,ocaumannL iwermania eiiiroeiiixi. jju» ffmTtlri.na n.*ht als em*

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Betriebsräte bereits mehr als 100 00 Per­

sonen feftgestellt, bie doppelte Beschästtgung ben. Darunter befinden sich etiva 1000, die irr Hauptamt schon außerordentlich hohe Besoldung^ erhalten. Diesen Doppeltbeschäftigten stehen in Frankfurt etwa 4100 Erwerbslose gegenüber, firn bie nun Raum burch Entlassung jener Leute a- schaffen werden soll. Außerdem sollen aus den trieben nach Möglichkeit alle jene Leute entfemil werten, die außerhalb Frankfurts wvhncn und btri- noch Besitzer von Bauerngütern imb bergt, -fiw- Hierfür kommen etwa 4500 Personen in Frag -

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Fügten WvUtzang, besten Nachfolger Fürst Ecnf als Pächier der flübtt;d>en Jagd eine tragen wird Die Ausbesserun-gsarbei en «Lin Mehlldach Weg wur - deri^Wilh. Hainbuch übertragen. Geg.-u die wi slreisami aufgeg>?L'cne Auszahlung oes ge'pcrttn, Kirchenzuschusses soll Einspruch erhoben roerren, weil die Sperrung bet Beratung' des Borartschlages erfolgte und .Klarheit geschaffen werden müssk

Kreis Alsfeld.

Up. Aus de m O hm t al, 27. Okt. Die Ein­führung der Reichs post-Antos bewährt fick recht gut. Bor allem ist der verkehrsreichen Ohm. talsttaße nach dem Balmhof Mücke ein sehr ge­eignetes Mittel an die Hartd gegeben, ben Per- sonen-, Bries- und Paketrerkehr in ge igneter Weis- zu bewältigen. Die prattische Einrichtung ber Wa gen, bie pünktliche, sachverständige Führung bei Wagenführer, die im Felde schon ihre Probe be­standen, entsprechen allen modernen Anforöe- rungen.

Kreis Lauterbuch.

Schlitz, 25. Oft. Im '--.Sck'ilitzer Bsten"' veröffentlicht Stadtpfarrer Böckner (Schlitz) cinttt cuesührlichen Aufsatz überEine sranzö - fische Fl litte aus der Fulda". Die inter­essanten Ausführungen, denen wir im tilgenden einiges entnehmen, versetzen uns in die Zeit br-j 7jährigen Krieges, gegen dessen dlusgang hin je Oberhessen wiederholt der Schauplatz der von wech­selndem Kriegsglück bogjleieten Kämpfe zwischen den Franzosen und dem pre.usstsch-hanivoverjchen Heere des Herzogs Ferdinand von Braun schweif gewesen ist. Zur Füllung ber frcmzö.i'ck-en Maga­zine cm der unteren Fulda wurve aud) das frucht bare Hinterlaich der Schlitzer und Fuldaer Gegend herongezogen. Fvuragv- unb Melil.ransporte .mir tien zum größten Teil auf der Fulda oewerksbelli»t. Aus einen Befehl des fvcmzöstsckien Marschall- Broglio vom 7. OTiober 1761 hin mußte dch Material zur Erbauung von 12 Schiften wr 60 Fuß Länge nod) Pfordt geliefert werten. Fimi dieser Sckiiffe mußte bte Grafschaft Sckflitz bauen. Zur Sckifftermachimg der Fulda wurden allent. halben Schleusen errich'et, so im Schlitzerland bei Hemmen, Pfordt, Fiau-Rvml>ack und Rimback. wo die heute noch vvrlandenen S ckjleuscnwälle ntxli an jene Zett erinnern. Die Herrlichl'eit dieser französischen Flotte auf ber Fulda sollte aber nur von ganz kurzer Dauer sein. Nachdem der Herzog von Braunschweig gegen Ende 1672 Kassel zur Uebergabe gezwungen, benutzte die abziehende fron zöftsche Besatzung die Fuldaschiste. um ihr Gepäck stronaufwäris zu schaffen. Bet Sandlofs wurde dieses ans Land gebrachst, worauf der Rückzug über Scklitz weiter nach Süden erfolgte. Die Schisst blieben bei Sandlofs liegen. Bei Friedensschluf sind sie ^wahrscheinlich dem Hochsrift Fulda unb der Grafschaft Schlitz zurückgeg-ben wordrn, werden wohl kaum aber noch benutzt morgen, fonbrnt na6 unb nacki zugrunde gegangen sein SchisssgerLl schäften sollen sich lns vot etwa 60 Jah'-en no-d* im Schlitzer Magazin befunden haken. Di-e Huh dorfer Chronik venineldet, daß damals em Bauer daselbst noch ein Schiffsbau in seiner Sck-emr benutzte, das einst zürn Ziehen des Fulteschisfec- gedient Hatte.

Kreis Friedberg.

O Butzbach, 28. Okt. DK Bürgermeister« hat Hier eine Bolkslese halle im RathM eröffixt, die täalich geöffnet ist. Die auslteger­ben Zeitungen sind Eigentum der Lfadt. Dst Gründung einer landwirtscka ftltchkv Winie r schu le für Butzbach und Umgebung ft nun sichergestellt, sie wurde in einer gemeftrfernen Sitzung ter Bürgermeister der umffereuten Orte mit Dethnnmierat Müller (Tarmstobt> u'ib Kreis divettor Frhr. Sckxnk deDtitt'v besckfanen. Drr Unterricht wird sckwn im November beginnen.

, Friedberg, 27. Okt. Ein erfreulidee Zeichen int 'Jagen und Ha'^en bte"er Tage sich die 8itfantmicnfünfte ehemalige- R-gtrnentsaugv höriger. An den Appell der 118er in DarmstÄi schloß sich dieser Tage in Nidte die Zusammm« krmft ehemaliger Angelwrmer des L a n d st n r m- Infanterie - Bataillons Friedberg (XVIII. 10'. das über 4 Jahre im Weltkrieg tn vorderster Linie die Wacht in beit Vogesen gehalten Ixtt. Sdadtsekvetär Wiegand iBüdiugeni 'loimte Mu 300 Kcmteraten, meist Söhne der Wetllrau unö des südlichen B.welsberges, begrüten. Eine lange Ansprack^ hiett Obenamtsrich'er Dr. Fudr (Bad- Nauheim). Tie nächstjädrige Zusammeukunft M hier in Friedberg stattftnden.

Starkenburg und Nbeinhessen° Der Ofen als K-ffstnsthrank.

rm. Roßdorf, 28. Okt. Der OfeI als Kassenschrank hat, wie vor einigt» Tagen in Eterstabt, wo einem Landwirt, aB dessen Tochter ein Feuer im Oren anzundeie. über 30 000 Mk. verbrannt sind, nun aiifi hier sein Opfer gefordert. Eine nichts al» nende Frau hat ein F^euerchen angezündet unif sind dabei etwa 10 000 Mk. als Rauch durÄ den Schornstein geflogen.

Hessen-Nassau.

Bevorstehender Streik in der Metallinvustrif.

DD. Frankfurt a. M., 28. Okt. Wi-c auf Her heutigen Tagung des Gewerkschaft^- kartells der 'Vorsitzende der Metallarbeiteu mitteilte, haben bie Arbeitgeberorganisationen der Metallindustrie den StenerzuschläK von 10 Prozent und die Enffchädignng ffln Kurzarbeiter auf den 1. November gekündigl. Es hantele sich hier um eine prinzipielle und« Machtfrage, und man werde zum Streik tom_ men, wenn bie Arheitgeberorganisationen ans ihrem ^Standpunkte verharrten.

Der Kampf g^gen die Doppeltbeschäftigten.

fd. Frankfurt a. M., 28 Ort. Auf Gmr2 einer Verockmung tes Demobil m achungsld iinrn - - sars, Nwnach Personen, die eurer ihrer Hauv>- beschäftigung noch einer Nebenbeick/ästigung na<t - gehen, sofort diese Stellung ausgeteu müssen, um dadurch für erwerbslose Leut? Platz zu schäftete finbet feit einigen Tagm in allen hiesigen trieben durch die Betriebsräte eineRaf-

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