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Vo. Jahrgang

Donnerstag, 29. Zull 1920

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Der ReichswchrmiMer an die

des

Seitens an die

Spaa-Debatte an Unfähigkeitsbeweisen dieser Re- grerung etwa noch fördern könnte."

Alles in allem waren die Beratungen des politischen Parlaments für unsere deutsche Sache kein Fortschritt, trotz der vollzogenen Absttmmung und Anerkennung der Beschlüsse von Spaa. Wir hoffen, daß dieser Ausgang der parlamentarischen Unterhaltung das Ka­binett veranlassen lvird, mit größter Vorsicht und ohne rednerische Uebereilungen an die Be­wältigung seiner großen Aufgaben heranzu­treten, damit Unklarheiten und Mißtrauen vermieden werden, die schließlich noch schlim­mer wirken konnten als gewisse sachliche Ent­scheidungen.

Aus Danzig.

Berlin, 28. Juli. (WB.) DieDeutsche Allgenteine Zeitung" meldet aus Danzig: Gestern begann in der v e r f a s s u n g g c -- benden Versammlung die zweite Le­sung des Verfassungsentwurfes. In der Generaldebatte brüteten die Vertreter der bürgerlichen Parteien ihre Zusttmmung zu dem vorliegenden Entwürfe aus, die Mehr­heitssozialisten, Unabhängigen und Polen lehnten den Entwurf glatt ab. Bei dec dann begonnenen Beratung wurde der Bezeichnung Freie und H a n s a st a d t Danzig" mit allen bürgerlichen gegen die Stimmen der Polen und Sozialdemokraten zugestimmt, mit dem gleichen Stimmenverhältnis nmrde auch die Krone im Danziger Wappen belassen.

Die Regierungsbildung in Thüringen gescheitert.

Weimar, 29 Juli. (WDB.) Die ,,Dages- zeitung" nreldtt: Die Regierungsbildung in Tyüringen ist geschc.tcrt. Nachdem tne Mehrheitssvzialrsten erklärt habe», sich nicht an einer Regierung beteiligen zu wollen, in der der Landbund, die Deulschnationalen und die Deutsche Volkspattei bertreten seien, b-estmrd nur nod) die Möglichkeit, aus diesen - drei Gruppen und den Demokraten eine Regierung zu bilden, die allerdings nur mit einer Stimme Rtehrheit redeten, aber doch wenigstens vorläufig die Ge­schäfte hätte führen können. Die Denwkraten konn­ten sich jedoch nicht entschließen, cme Regierung zu bilden, an der nur Politiker imb Beamte teil- nehmen sollten, die» der deutschen Volkspartei und dem Landbund cmgehöreu.

Eine Kundgebung für Sowjetrußland in Bremen.

Berlin, 29. Juli. Einer Blättermel- biuig aus Bremen zufolge fand dort gestern nachmittag eine von Unabhängigen und Kom­munisten veranstaltete Kundgebung für den Anschluß an Sowjet rußland statt. Es gelang der Schutzmannschaft und Sicher­heitspolizei, den Demonstrationszug vom Marktplätze zum Hauptbcchnhof abzudcängen. Dort schloß die Demonstration mit einem Doch auf die Weltrevolution.

doch bald , xz.. -------

Bauern und Kleinbesitzer den Großgütern minde-

e Bckcnmtmach^ H zur öffw zu ofcigp . 80941

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Reichswehr.

Berlin, 28. Juli. (WTB.) Reichswehrministeriums erging

Reichswehr folgender Befehl: Unter mehr oder weniger patriotischem Deckmantel wer­den zurzeit in Deutschland von verschiedenen Organisationen militärische Werbun­gen betrieben, vor denen in der Oeffentlich- keit nicht nachdrücklich genug gewarnt werden kann. Auf der einen Seite suchen gewissenlose Werber aktive und entlassene Heeresange- hörige zur Bekämpfung des Bolschewismus geheimnisvollen Formationen zuzuführen, die von Ostpreußen, vom Baltenland und von Finnland aus gegen das bolschewistische Ruß­land zu Felde ziehen sollen. Aehnliche Bestre­bungen sind scheinbar im Gange, um den süd- russischen Gegenrevolutionären auf der.Krim Freiwillige zuzufühcen. Auf der anderen Seite wird auch von bolschewistischen Kreisen Kano­nenfutter für die Rote Armee gesucht. Diese Art von Werbern operiert so, daß sie ihre Leute zunächst unter der Vortäuschung, es gelte den Kampf gegen den Bolschewismus, zu einem Sammelpunkte lockt, der möglichst weit vom Heimatorte entfernt ist. Wenn den Ge­täuschten dann die Mittel für die Heimfahrt fehlen, wird ihnen eröffnet, sie müßten in die Rote Armee eintreten und mit chr den Kapi­talismus aller Völker bekämpfen. Alle diese Werbungen für die weißen wie die roten Gar­den müssen auf das schärfste bekämpft wer­den. Wer denkt, er diene dem Vaterland, in­dem er seine Haut für oder gegen Rußland zu Markte trägt, ist in einem verhängnisvollen Irrtum begriffen. Er schwächt nur die deutsche Neutralität, über deren Wichtigkeit sich sämt­liche Parteien Deutschlands einig sind.

Nr. 176

Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, outzer Sonn« und Feiertags, vezngspreise:

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Posts chr Skonto:

Sronffurt a. M. U685

icrung unter der Zwangswirtschaft, die ja rald fällt. In der Produktion sind aber Die

nungen von Verfahren stehen noch sehr viel An­träge und sehr wenig Durchführungen gegenüber. Die Einzelfälle werden am besten persönlich mit dem Siedlungsamt besprochen. Der gute Wille der Landlieferer, der 1918 und Anfang 1919 vor­handen war, hat nachgelassen. Statt dessen ist die energische Agitation des Reformbundes der Guts- höse gekommen. Leider lassen sich die Städter vielfach einfchüchtern. Pflicht der Regierung ist es, der Irreführung entgegen^treten. Es kommt auf die Produktion an und nicht auf tne Abliest

rinnchu:, von Anzeigen für d e iagtsnummev bis 3um Nachmittag vorher oh/ic jede Verbintckichi'.ett. Vrcis jttr l mm Höste für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 *P|.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20° Aufjchlag Hauptschristleiter:.'lug. Hoey. Berantrvorllich für Politik: Auq. Goetz; für den übri -eii Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: tz. Berk, sämtlich in Gießen

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Lin Dertrauensüotum für die Reichsregierung.

Die breitäfligen Reichstagsverhaudlun- gen haben nach der Konferenz des Reichs­wirtschaftsrats noch ein interessantes poli­tisches Nachspiel ergeben. In der gestrigen Sitzung haben die Regierungsparteien ge­meinsam mit der Mehrheitssozialdemokratie das Abkommen von Spaa gebilligt und ocr Regierung das Vertrauen ausgespwchen. Dieser Abstimmung gingen jedoch so lebhafte sAuseinandersetzungen und Mernungsverschie denheiten voraus, wie sie von den sonder­baren Parteiverhültnissen Deutschlands be­dingt sind. Dr. Strefemantl hat gestern für die Deutsche Volkspartei ausgesprochen, seine Anhänger billigten wohl das Abkommen von Spaa, verlangten aber auch, daß die Gründe der Kabinettsmitglieder ruib Abgeordneten gewürdigt werden, die auf einem anderen Standpunkt stehen. Das bedeutet keine sehr feste und für die Dauer gesicherte Einmütig teit im Kabinett. Während die Auseinander­setzungen in Spaa allenthalben den Eindruck ergeben hatten, daß der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Simons, in geschickter und einwandfreier Weise die deutschen Interessen vertreten habe, lutt sein Auftreten im Reichs­tag das Bild plötzlich wieder gewendet. Seine erste Rede, in der er mancherlei Zwischenfälle nric die Herunterholung der Fahne von der französischen Botschaft und dre Entführung Dortens gestreift wurden, und in der er Sowjetrußland für dessen Aufbau­tätigkeit ein gewisses Lob spendet.',

inar in ihren Wendungen vielfach ver­blüffend. Man suchte nach Gründen

?ür diese diplomattschen Exkursionen und sand ie nicht. Besonders die Rechte gab ihrer Un­zufriedenheit lebhaften Ausdruck. Und nun zeigte sichs, daß der Minister anscheinend für fein behutsames und umstrittenes Auftreten in den Fragen der nationalen Würde doch anscheinend keine durchschlagenden Gründe und kein willenskräftrges Programm be­saß. Bei aller Sck-onung des sehr gewandten, aber wie es heißt, etwas übe rängest reng ten Mannes muß doch gesagt werden, daß er in diesen strittigen Fragen einen sehr sichtbaren Rückzug antrat. Alles in allem hat er darin denn auch keinen Erfolg aufzuwcisen. Der erste Eindruck im Auslande, wenn er ein gün­stiger gewesen sein sollte, ivas zu be­zweifeln ist, wurde abgeschwücht, und in der Bettachtung der innerpolittschen Lage wird nicht ganz mit Unrecht an den früheren Staatssekretär von Kühlmann erin­nert, der eines Tages den viel erörterten Satz ausgesprochen hatte, der Krieg sei mit mili­tärischen Mitteln nicht mehr zu gewinnen, und einen Tag später unter dem Protest der Rechtsparteien und der bürgerlichen Mitte diesen Ausspruch sehr wesentlich modifizierte. Es ist nicht sehr erfreulich, daß beute derVor­wärts" erklärt, er könne jederzeit Herrn Dr. Simons ein Dutzend Photographien von Sieichswehrparaden vor Generälen usw. vor- leqen, die. klar zeigten, daß der nötige Anzug mnd militärischeSchmiß" nicht fehlt, wenn -die Reichswehr nur will. Das mehrheits- ^zialistische Hauptorgan freut sich darüber, ü du unabhängigeFreiheit" Heren Dr. onnons für seine Würdigung Sowjetruß­lands ein so großes Maß von Anerkennung ausgesprochen habe, daß sie jetzt, nach den wei­teren Kommentaren des Ministers, doch nicht gut alles wieder zurücknehmen könnte. Der Vorwärts schließt: An sich müßten die .tage dieser Koalition gezählt sein, aber trotz­dem werde wohl noch eine Zeitlang forte getüuritclt werden. Solange die Un- abhangigen ihre Abstinenzpolitik forte lepten, wisse man nicht, was an die Stelle der wackelig gewordenen Koalition der bür- gerltchen Mitte treten sott! Die Taktik der ^ozmldcmvkratte läuft also, trotz aller Be­ipotte lung ihrer Genossen zur Linken, darauf qtnaus, das Bündnis mit den Unabhängigen rerzustellen.

Tie Lage ist im übrigen so, daß nach «em neuesten Auftreten des Ministers Dr. Simons auch die Rechte vermehrten Anlaß zu haben glaubt, die gegenwärtige Regierung «uf das schärfste zu bekämpfen. DieDeutsche ^ageszeitung" spricht von der Unzulänglich­keit nicht nur des Herrn Simons, sondern Mch des Reichskanzlers und erklärt:

Eine solche Sorte Rcgiercrei hält der stärkste ^taat nicht aus. Wir haben nun in peinlichster Lefjentlidifeit zwei Tage hintereinander den elußenmnnfter sich irm alle Reputatron reden Poren mit seiner Sucht, allen möglichen Dingen, >e ihm im Grunde im gegebenen Zusammenhang Jtiajt im mindesten zu kümmern brauchen, in blutigstem Tilletantismus zu Leibe zu geben. Wir -wen dietelben beiden Tage langten Herrn «etchskanzler in der Rolle des GrMs auf dem Lache auch noch stolz posieren sehen. Wir magen ®a.)t uns vorzumalcn, was der dritte Tag dieser

ifüget und die S«bl>.>einc konmien in die Giwssen- ^ftsslälle, die Milch in die Genos ensd>rf'sn'.ol-

das Mehl in die ossensd-aftSlärler i usw. Ihr braucht Euch imt nidsts mehr zu b.fdninrern, die liier, die Milch, Brot und Fleisch bc onimt Ihr nach Bedan ins Haus geschickt, zu arl'eiten bv.rncht Ihr nur noch 8 Stunden. Tie gebratenen Ta.ro. n fliegen Euch nod) dazu in den Mund. Tas Para, dies aus Erden ist fertig; aber nach kurzer Zeit endigt es damit, daß die Bauern mit samt Ocr übrigen Bevölberung verhungern, tixil in dem fr> zralißischen Staate nicmanb mehr arbeiten, son­dern jedermann nur essen und faulenzen und den Staat betrügen will.

Bei der Besiedelung des Frankenseldes in Gernsheim rourben den Bauern ohne weite re-< 130 Morgen Land genommen und an die An­hänger der Stein-Fickte-Schule verkauft. Die siebter versuck>en, die Lantwittstlraft gni betreiben, imb zwar mit dem Erfolg, wie ich gesel)en habe, daß sie für dieses Jahr nicht einmal so viel cheranswittschaften, um sich selbst darauf ernähren zu können, sie sind auf die Unterstützung Glcich- acsiilnter angewiesen und geben ein lehrreiches Beispiel für äitc kommimisttsche Wittichast, die schort im voraus dem Bankerott versallen ist.

Wir Landwirte sind damit einverstanden, daß jeder Richtlandwirt eine Reine Fläche Land be­kommt, die er als Garten mit seiner Familie bewirtschastet und dadurch einen Keinen Teil sei­ner Nahrung selbst erzei'g-n kann. Aber jetzt in einer Zeit, wo es auf jeden Zentner Mehrpro­duktion an Getreide uni> Kartoffeln an ko mm te haufenweise die Arbeitslosen auf das Land gif bringen und sie dott durch Wegnahme von Bauern­land oder durch Zerstückelung von größeren Gü­tern als Landwitte ansiedeln zu wollen, halten wir für völlig verfehlt.

Abg. Knoll (Ztr.) meint, man solle Pachte einigungsämter schaffeit, hie auch aus dem Lande vorteilhaft wirken tonnten, das Reichsgesetz biete feine Handhabe, um regulierend cinzngneifen. Schwieriger sei tne Frage der sogen. Siedler zu lösen, bei welchen bie Wolmungen noch fehlen. Hier müssen Wohnungsamt und Siedbmgsamt Zu­sammenarbeiten. Der Rechter schlagt eine Korn- Mission von Ländlichen Abgeordneten vor, welche das Land besichtigen imb dafür eintreten, daß der letzte Flecken Boden wrttchasnich gut beraair>t wird.

Abg. Bornemann (Soz.^ wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Dr. Dehlinger, daß das Biel der Sozialdemokratie ine Sozialisierung der Landwirtschaft sei. Er beantragt, die vorge­sehene Summe zu streichen und statt einer Ein« nahnu von 251700 Mk. nur eine solche von 209 750 Mk. einzustellen. Er fordert rascheres Vorgehen in der Siedelungsftage und weniger ' Bureanttatie. Mich solle man die Vogelsberger Hutweiden wieder einrichten.

Nach einer Pause n-endet sich Abg. Hahn (T. Vp.) gegen bie Llusführimaen des Abg. Borne- mann. Er ist fein Gegner des Lanb g s Ize s. Schwie­rigkeiten bereite vielfach nur die Beschaffung des Saatgutes. Bei der Ausführung des Landiiedc- lungsgesetzes entstehen durch falsche Angalen man#* cherlei Miß ende. Tie Liste der Landsorixrer müsse besser geprüft werden. Tom Heinen Landwirt müsse man nicht mehr Land zuteilen, als er unter Aus­nutzung seiner ganzen Arbeitskraft bearbeiten kann.

Abg. ö erbert (Ztr.) gibt Aufk.ävung über die Verhältnisse des Frantenfeldes bei Gernsl/nm.

Abg. Urstadt fDemck: Die demokratische ' Partei bat sich vor, während und nach dem Krieg entschieden für die Siedelung eingesetzt. Naumann, ' bat das Wort geprägt:Bauerngut an Vauerit- mrt bis an die russische Gvm.ze". Tie Durch- sührung des Landgesetzes geht in Oberhessenj zu langsam. Die Re<iievungsanttvvrt auf meine Anfrage zeigt den guten Willen der Regieriing, : aber nun müssen auch die fünf oberhessischen Land­amtmänner Ergebnisse erzielen. T)en 102 Eröff-

Dorten.

Leipzig, 28. Juli. (Wolfs.) Die Ober- reichsanwaltschast hat mitgeteilt, daß von dem Untersuchungsrichter dec Rücktransport Dr. Dortens nach Wiesbad-.-n angeordnet ist.

Wiesbaden, 28. Juli. (Wolsf.) Herr Dr. Dorten ist lautWiesbadener Zeitung" heute vormittag unter sicherem Geleite nach Wiesbaden zurückgekehrt. Der Vertreter des beurlaub­ten Wiesbadener Polizeiprä identen, PoUzeirat Dr. Streiberlein, wurde seines Amtes enthoben. Wie dieVolksstimme" meldet, soll auch der Regie­rungspräsident in Wiesbadcu, Dr. Mann, seines Amtes enthoben worden sein. Für die letztere Meldung war jedoch eine Bestätigung noch nicht zu erlangen.

Mainz, 28. Jrnli. (WTB.) Zu der Havas- Meldung vom 27. Juli aus Mainz, wonach die Vertreter der Alliierten die Auslieferung derjenigen Personen verlangt hätten, die die Ent­führung Dortens aus Wiesbaden bewerk­stelligten, stellt die hiesige Havaiogentur fest, daß es in dem Originaltelegramm hieß, daß Maß­nahmen (nicht Auslieferung) gegen bie Per­sonen verlangt worden sind, die die Entfülirung Dortens bewerkstelligt haben.

Das englisch-afrikattifche Kolonialreich.

Liondion, 28. Juli. (WTB.) Ein Regie- rungsdettet bestimmt die Errichtung des könig­lichen Protektorats über ganz Ostafri- ka, ausgenommen Sansibar. Dieses neue Gebiet trägt den Namen Kolonie von Kenia. Tas Dekret bestimmt, daß die Einvetteibung am 23. Juli in Kraft tritt. ---

2lus Sern NeicLre.

Das nnie Ministerium in Mecklrnburg- Schwrrin.

Schwerin (Mecklenburgs 28. Juli. (WB.) TieMecklenburgische Zeitung^' mel­det: Bei der heuttgen Wahl oes Ministeriums in Mecklenburg-Schloerin wurde zum Mi­nisterpräsidenten Prof. Dr. R e i n ck e - Bloch (Dtfchntl.) mit 28 Sttmmen qenZählt. 32 weiße Stimmzettel wurden abgegeben. Im Anschluß daran erfolgte auf deutsch-matronalen Antrag die Wahl der Minister. Gewählt wurden Amtsgerichtsrat Erythropel zum Mi­nister des Innern, Fabrikbesitzer Dett- mann-Gnsttow zum Finanzmiuistcr, Lber- landesgerichtsrat Walther Schmidt- Rostock zum Justizminister, Oekorwmierat Steinmann-Hof Lalcho bei Plaue zum Landwirtschaftsminister, Prof. Dr. Reincke zum Unter richtsminister.

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* Preis,

stens eb nbüttig. Auch die Ablieferung ist in vielen Fällen beträchtlich besser als bei den Guts­höfen. Die Domänen dürfen nickst zu sehr geschont werden. Die Feldbereinigung darf nicht a s Bremse wirken. Nickst mir landlose Leute- so len kleine Stücke bekommen, sondern auch Kleinbauern, die für vorteilhafte Wirtschaft Vergrößerung nötig halien. Solchen Bauern darf Pachtland nicht ge­nommen werten, um es anderen zu geben. Tas Landessiedlunasamt muß auch reguliermb in bie Heugraszuweiwng eingreifen. Die Verordnung kam zu spät und genügt auch noch nicht Ebenso muß bei den bevorstehenden Neuverpachtungttk Preistreiberei verhrndett werden.

Abg. Fenchel (H. Bpt bestreitet, da:z der Rerormbuno über bie Köpfe ber Rc^ierimg bmzruä arbeite. Tcm Abg. Borne mann müsse e; cmw em, daß Hessen bei der Ablieferung an erster Stelle stehe. Verwundern müsse er sich, daß bie Tente schcist direkt nach Berlin imb nicht vorder an bie Regierung gekommen sei. Im übrige: roeve er ote Angttne auf den Reformbund energi m jurua. einer Versammlung in Gießen habe man em* stimmig beschlossen, daß der Ltreubelitz m das Landgetetz nicht hereingezoge: werten iolL

Schluß 13,4 Uhr. Nächste Sitzung: Donriers- tag 91/4 U he-

hessische vottstammer.

rm. Darm stadt, 27. Juli. Der Hessische Landtag erledigte in ber Nacßmittagssitzung bie Kapitel 1, Neste anJ früheren Jioihien, Kap. 2, Ka#- meral- und Forstdomänen, Kap. 4 Kameralgüter, Kap. 5, Weingüter, Kap. 6, Bralünkohlenwerk Lud- wigshoffnung, Kap. 7, Bad dteucheim, und Kap. 8, Landestheater, ohne wesentliche Aussprache. In Kap. 7, Salzwerk, Badeanstalt Bad Narchcim imb Bad Salzilxmfeu regt Abg. Damm (Dem.) an, daß bei evtl. Ersprrrnisseqv in Bad Nauheim für die dott beschäftigten 13 verbeirateten Musiker sorgt werde. Abg. Fenchel (H. Bpt.) tritt für die Beibehaltung -der WiMerknr in Bad Nauheim ein und kritisiert die Verhältnisse und die Woh­nungsnot in Bad Salzhausen. Tie Negierniig möge sich mit ber Gemeinde inS Beuehmeir sefxm. F-inanzminister Henrich erklärt, daß trotz ber nicht rasigen Bttriebsverhältnisse von Bad Nau­heim man zu Bedenken keinen Grund habe. Es ist nickst im entferntesten daran gedacht, bei Bade#- betrieb irgencaoie einzuschränken. Nur für Unter­haltungen müsse man sparen. Man werbe die Inter-' essen voir Bad Nauheim nicht schädigen. Wer bie Boteensteteten sollen sich metten, daß man den Bogen nicht Überspannen darf. Bad Salzhausen fei leider ein Schmerzenscind und man neebe sich da­mit weiter beschäftigen. Tas Kapitel wird genel>- migt. In Kap 8, Lani estheater, tritt man dafür ein, daß an Personal .gespart werbe. Ein Jmen- t-anzrat imb ein Direktionsrat sei überflüifiq. Auch braudte man bei den großen Zusck,ässen feine so langen Sommerpausen w macheir.

' Abg. Zeh (Hepbestheim) (Z.) tritt für ener­gische Ersparungen am Landestheater ein; ohne seine Bedeutung für Kultur imb Bildung zu unter­schätzen. (

Abg. Vetters (S.) tritt ebenfalls für kür­zere Sommerpausen ein. Man sol e auch versucl>en, außerhalb mehr Votttelsungen zu gteen.

Abg. Wün zer (T. Vpt l weist darauf h:n, daß die hohen nationalen Kulturwerte auf unseren Schaubühnen zur Geltung kommen und müsse man frier kräftig eintreten. Man müsse aber sparen, nur nicht am Personal. Bei d-n sachlichen Ausgaben könne man allerbinge ftxircn soweit dies möglich ist.

Nächste Sitzung Mittwock- vorm. 9^4 Uhr.

T a r m fta b t, 28. Juli 1920.

Es wird in ber Beratung des Hauptvor­anschlages fottgefahren. Zu Kap. 3, Sieblungs- wescn, spricht

Äbg. Tr. Dehlinger: Wir Landwitte sind uns roll bewußt, welche Gefahren uns durch das Siedlnngsgesetz erstehen, denn bie ^SiÄKungsbe- flrcbungeii bilden ben Wfang der Sozialisü-rung und Vergenossenschaftung des Grund imb Bodens. Deshalb fämpfen wir Landwirte geßlstas'en gegen Die Soziali iernngsoeßrebungen. Wie sie die Herren tun ter Dozialdemottatie neuerdings wieder in so großer Sckä fe an ben Tag legen. Tie Ansiedlung ber Arbeitslosen Wäre natürlich bei ber Verge- nofsenscha't'ick>ung höchst einfach, man würde z. .B nach Wolsslehlen einige hundert Arbeitslose schicken und den Bauern mitteilen, Ihr Bauern in Wvlss- kehlen gebt den überwiesenen Lanbhnngttgen 5ibft, Wohnung und Arbeit; Ihr braucht nur zuzusehen, wie Eure Grenzsteine l)crausgcttss7n und Eure Accker im großen mit dem Tanrpspflug bearbeit te werden. Eure Pferde sind teilweise übeqTüfl'ig, bie noch vorhandenen und bie Kübe und das Ge-

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General-Anzeiger für Oberhessen

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itinbe (Brünberg fi 1 28. Juli bis Dirc ießlich auf ber Si: s wird bemerkt, fe lossen wurde, zu k en werden.