Saarbrücken, 27. Dez. (Wolff) Wie die „Saarbrücker Zeitung" erfahrt, ist kürzen Posten eines Dezernenten für daS gesamte H-ortbtl- bungs- und Handclsschulwesen in der Unteriichtsvenvattung des Laargebictcs Profesior Kim m e l (Trier, in Aussicht genommen.
üm» dem Netehe.
Die Unterernährung der deutschen Kinder.
Berlin, 28. Dez. Nach einer Meldung des „B. T." au 3 Dresden ist von 17 350 ärztlich untersuchten Schulkindern Sachsens die HÄ,te unterernährt und b.'utarm.
Aus dein mitteldeutschen Braunkohlenrevier.
Berlin, 27. Dez. Wie dem „Vorwärts" aus Halle berichtet wird, fand dort am Donnerstag eine Konferenz der Vertrauensleute särnllich.rim 23 r a u n f o T)T e n b e r g<* bau beschäftigter Arbeiter für Mitteldeutschland statt. In einer Entschließung an die in Betracht kommenden Ministerien wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, daß der Streik für ganz Mitteldeutschland proklamiert werde, wenn die eingereichten Forderungen bis zum 15. Februar keine Erledigung finden.
ArbeitSlosenkundgcvung in BreSlau.
Breslau, 27. Dez. (WTB.) Auf dem Schloßplatz fand heute nachmittag eine Arbeitslosenversammlung statt, die von der Ko m- muni st i scheu Partei gegen den Willen der Gewerkschaften und des Erwerbslosenrats ein- berusen morden mar. Nach Schluß der Verum m- luna bildeten die Teilnehmer euren Zug und zogen nach dem Rathaus, obwohl der Polizeipräsident Umzüge verboten halte. Die Aderige griff die zum Schutze des Rathauses bereitgestcllte Polizei an, die den Zug aufhalten wollte. Nacktem die Polizei Schreckschüsse abgegeben batte, zerstreute sich die Menge. Durch zurückprallende Kuaeln wurden einige Personen verwundet. Mehrere Beamte wurden durch Schläge und Steinwürfe und ein P,erd durch Messerstiche verletzt. Drei Perpnen wurden in das Allerheiligen-Hospital erngeiiesert, von denen eine starb. Vor dem Rathause fanden später Ansammlungen statt, die nach Verhaftung einiger Personen zerstreut wurden.
Das Grunvungsjubiläum der Stadt Freiburg.
Freiburg i.Br, 27 Dez. (WTB.) Tie Stadt Freiburg hat in diesem Jahr dre 800. Wiederkehr ihrer im Jahre 1220 durch Herzog Konrad von Zähringen erfolgten Gründung durch zahlreiche festliche Veranstaltungen begangen.. Den Abschluß dieser Feiern bildete ein volkstümliches Konzert, das heute in der Städtischen Fcsthalle statt- fanb, und dem u. a. auch Reichskanzler F e h r e n- hach und Reichsfinanzminister Wirth beiwohnten, die sich hier in ihrer Heimatstadt in Urlaub desinden.
An» Hessen.
Kammervorlagen.
ritt. Darmstadt, 27. Dez. Der Kammer sind folgende Drucksachen zuaegangen: Dringliche Anfragen der Abgg. Nuß und Knoll, sowie ein sehr dringlicher Antrag des Abg. Knoll, betr. die Teuerungszulagen und die Besahungszu- lagen; eine dringliche Anfrage des Abg. Knoll betr. die Verdoppelung des Schulgeldes an den höheren Schulen; eine Regierungsvorlage, betr. die Einrichtung von Wohnungen für das bedienstete Personal an der Landesheil- und Pflegeanstalt Alzey; hierzu wird ausgeführt: Infolge der herrschenden Wohnungsnot ist es dringend notwendig, für das bedienstete Personal der Landesheil- und Pslegeanstalt Mzey baldmöglichst, soweit angängig, Wohnungen in den bestehenden Gebäuden zu schaffen. Es ist beabsichtigt, in dem Verwaltungsgebäude zwei Dreizimmerwohnungen und in den beiden Gebäuden für Wachbediirftige je eine Zweizimmerwohnung einzurichten. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit sollen die erforderlichen HerstellUngsarbeiten, welche zu 37 600 Mark veranschlagt sind, alsbald vorgenommen und zunächst vorlagsweise bis zur Genehmigung des Staatsvoranschlags 1921, in welchem fic angefordert werden sollen, bezahlt werden.
Kalholikenkundgebungen gegen den Friedensvertrag.
rm. Darmstadt, 27. Dez. Eine groß-' Kundgebung der katholischen Organisationen Hessens gegen den Friedensvertrag fand in Darmstadt am 22. Dezember durch die Vertrauensleute und Führer der im unbesetzten Teile von Hessen bestehenden katholischen Organisationen fielt Nach eingehender Aussprache wurde eine längere Entschließung em stimmig angenommen:
In ernster Stunde versammeln sich die Ver- tvcruensleute von 3 1 000 Mitgliedern der ktthv- lischen Arbeiter- intb Junglingsorgaui sationen, sowie der katholische Männer und b?s Volks- Vereins des Freistaates Hessen und wenden sich in der fürchterlichen Notlage des deutschen Volkes an alle christlich denkenden Völker der ganzen Welt mit der dringlichsten Sitte, dem deutschn Volle, der denisckwn Arbeiterschaft, dm armen Kindern, den Kranken und Greisen zu ‘beiten Die Energie und Arbeitsfreudigleit des beutfdxm Volkes ist gehemmt durch die schlechte imb unsichere Finanzlage des Reiches, die durch den schlechten Valuüastand, durch die geradezu un- erschwmglichen Besatzungskosten und die bis heute noch nicht festgestellte Entschädigungsforderung der Entente sich auch rückst in festere Bahnen leit an läßt. Tas arme deutsche Volk versteht es nicht, das; eine so starke Besatzung, die Milliarden kostet, heute, nachdem der Frnbmszusland her- beigMhrt und das deutsche Volk völlig entwaffnet ist, notwerrdig sein sollte. Durch dre starke Besatzung wird aber auch die Wohnungsnot täglich größer. Ter Bolksstaat Hesien wird durch die starke Besatzung besonders hart getroffen, da 40 Prozent des ganzen Land s besetzt sind. In dieser großen Nvtbage appellieren wir an alle katholisch v. Männer und Fronen, an dre Arbeiterschaft u as ganze christliche Volt aller Länder, um uns vor dem völligen Untergang zu retten. Ten Donk der hungernden Kinder, hc Frauen, der Greise, der Arbeiter und des gan-.c, deutschen JöoLtes dürfen alle Helfer sich e ie -i, gilt es doch, ein ganr.es Volk vor dem Untergang iu retten.
Aus Sta-t und Lcund.
Gießen, den 28. Tez. 1920.
** Der Glückwunsch zum Jahreswechsel hat sich bei der oberhessisch-en Stadt- und Landbevölkerung so eingebürgert, daß seine Unterlassung unliebsam empfunden wüvde. Bei den erhöhten Porbosätzen und den außerordentlich gestiegenen Preisen für Karten und Briefumschläge erläßt man seine Glückwünsche am zweckmäßigsten in Form einer Anzeige im „Gießener Anzeiger". Es empfiehlt sich deshalb die rechtzeitige Aufgabe von Neujahrsanzeigen!
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Um Oberschlesien!
Tie Bestimmung des Friedmsvertrags, daß auch die im Reich lebenden Oberschlesier an der Abstimmung darüber, ob Oberschlesien deutsch blet- ben oder polnisch werden soll, teilnehmen dürfen ist auf Vorschlag der Polen ausgenommen wovden, jedenfalls in der Erwartung, daß die Dielen Polen int rl>einischen Industriegebiet das Abstimmungsergebnis zu ihren Gunsten beetn- flnssen iDüraat. Als sie aber erkannten, daß dieser Zuwachs weit ausgewogen toeroen wird durch die Stimmen der vielen Hunderttausende int Retche lebender Tentschoberschtesier, üequd?en sie nun unter Beihllse Der Entente mit allen Mitteln, Die für sie ungünstige Bertragsbesttmmung ab$u- schwächen. Unter dem Vorwaich, daß das Ein- Itrömcit der Massen reichsdeutsclier Oberschlesier die Ruhe und Ordnimg bei der Absttmmung stören könne, hat bekanntlich der Botschaftsrat der Alliierten vorgeschlagen, oie ReichsdeutsckstN in Köln abflimmcit zu lassen. Ein fein ausgeklügelter Gedanke ! Köln ist den polnischen Absttmmungsbevech- iigten int Industriegebiet leicht erreichbar; der wochenlang vorbereitete Plan für die Beförderung Teutsch-Oberschlesier müßte auf Köln umgeftellt werden, was nicht leicht ist und eine Verminderung der deutsch Abstimmenden erwarten ließe; und schließlich .rechnete man wohl auch richtig: Dausende, für die die „Wohlfahrt" nach ihrer Heimat eine „Wallfahrt" sein würde, würden zu Hause bleiben. Und weiter: die Polen würden dann natürlich auch verlangen, Laß die in Polen lebenden Oberschlesier in einer polnischen Stadt abstimmen könnten; wie aber bann das Ergebnis im polnischen Sinne „verbessert" werden könnte, braucht nur angedeutet zu werden. Die deutsche Regierung hat naher mit einmütiger ßuftimmimg der Oberfchlesiec und des ganzen deutschen Volkes der Note der Alliierten nicht zugestimmt, freilich sie auch nickt kurzerhand abgelehnt, sondern eine erneute sachliche Prüfung vorgefchlagen. Tie Gefahr ist also noch nicht beseitigt! Uns nicht genug damit, es droht eine zweite Gefahr: «iß, wenn die Reichsoberschlesier auck zur Abstimmuurg in ihrer Heimat zugelasien werden sollten, sie noch nicht am gleichen Tage wie die Oberschlesier selbst zur Urne schreiten sollen, sondern 14 Tage später. Man hofft, daß die später Ab stimmenden leichter den Wirkungen des polnischen Terrors auSgesetzt werden könnten, daß viele überhaucht nicht nach Schlesien reifen würden usw. Wioer Erwarten hat auch die italienische Regierung zu diesem Plan ihre Zustimmung gegeben.
Zur Abwehr dieser beiden Gefahren muß das deutsche Volk laut seine Stimme erheben. Tie deutsche Regierung, die in Kürze vor die entscheidende Antwort an die Entente gestellt sein wrvd, muß sich dabei auf die entschlossene Stimmung des deutschen Volkes berufen können. Uno die Gewalthaber an bet Seine und an der Themse müssen erfahren, daß der Wille des deutschen Volkes, tote sehr sie ihn auch durch den verächtlichen Friedensvertrag äußerlich geknebelt haben, noch stark genug ist, um gegen Vergewaltigung und für das Recht zu streiten. In öffentlicher Versammlung, an der alle Schichten der Bevölkerung teilnehmen, muß dieser Wille laut und stark zum Ausdruck kommen. Mögen die wirtschaftlichen Sorgen noch so sehr auf den Herzen lasten: hier gilt es eine im edelsten und wähnten Sinne nationale Tat, und darum ergeht an reden, wes Standes und welcher politischen Gesinnung er sei, oer Ruf, teilzunehmen an der öffentlichen Bekundung des deutschen Willens, das Recht zu wahren! Auf zur Versammlung am Donnerstag abend!
darfssbellen bestanden werben muß. Gegen Lanb-I wirte, die ihren Pflichten aus den Liefevungsver- trägLN nicht in vollem Umfange Nachkommen, la.m aus Grund der Rcichsverordnung vom 21. Mat 1920 im EntLignuiigswcg vorgegangen werden, bzw. können, roeim sie über vertraglich gebunoene Kartoffeln anderweit verfügen, Schadenersatzansprüche geltend gemacht meroen.
Unschuldige Nindlein.
Der heutige 28. Dezember führt im Kalender die Bezeichnung „Unschuldige Kindlein". Er soll an den bethlehemitischen Kindermord ermnern, den Herodes int Zorne darüber, daß die Wersen aus dem Morgenlande nicht mehr nach Jerustüem, sondern direkt nach ihrer Heimat zurückgekehrt waren, an allen Knaben unter zwei Jahren aus- üben ließ. Alisänglich gehörte das Fest „Unschuldige Kmdlein" in den Zyllus der Epiphanientage, späterhin aber griff man den einzelnen Fmertag heraus und verlegte ihn zwei Tage nach der Gedächtnisfeier des heiligen Stephanus. In früheren Jahrhunderten loaren am 23. Dezember allerlei Bräuche üblich, die sich nur zum geringsten Teil noch bis auf die Jetztzeit exhalten habet,. Vornehmlich pflegten an diesem Tage Kinder oder junge Burschen mit Ruten rcsp. grünen ßto.tgeu umherzuziehen und die Erwachsenen — an manchen Orten auch nur die Frauen und Mädchen — damit durchzupeitschen. Während dieser Zeremonie wurde gewöhnlich ein Verskein hergesaat, das bet Kindern aus die Darreichung eines Lebkuchens, bei den jungen Burschen auf Erhalt eines Gläschens Schnaps abzielte. Der Brauch, der je nach der Gegend Pfeffern, Fitzen, Klingeln, Kindeln oder Schapen genannt wird und zu dem der Landessitte gemäß Zweige der Birke, Tanne, des Buchbaumes, Schlehdorns, des Haselnuß- oder Wacholderstrauches verwendet werden, findet seinen Ursprung in grauer, Heidenzeit. Die alten Germanen, bei denen der Kultus der Natur,in höchster Blüte stand, glaubten, daß die frischeil saftstrotzen- bett Zweige das ihnen innewohnende quellende Leben auf diejenige Person übertrügen, die damit berührt werde und dieselbe gesutrd und stark rnack-e. Auch die Tiere lourben von den heidnischen Priestern unter Absagung g -heimnisvollerSprüche mit frischen Zweigen berührt, auf daß sie von Seuchen verschont blieben. Die Sitte des Rutenstreichens oder, wie sie am häufigsten genannt wurde, des „Pfefferns", artete in früheren Jahrhunderten derart aus, daß die Behörde sich genötigt sah, gegen diesen Unfug mit aller Strenge einzuschreiten. Am Feste der Unschuldigen Kind- lein würben ehemals auch sogenannte Narrengerichte abgehalten, bei denen die gewählten Richter den Fremden, die vor ihr Tribunal geführt wurden, kecklich allerlei Dinge — die jedoch der Wahrheit entsprechen mußten — ins Gesicht sagen durften.
Veranstaltungen.
Dienstag: Stadtthcater, 7 Uhr: „Tie »ofis". — Gewerkschaftshrns, 8 Uhr: astsverswnmlirng. — (Safe Leib, 8 Uhr: Konzert und Vorstellung der Chiemseer. — Lichtspielhaus : „Tas Fest der schwarzen Tulpe" und „Panlchen im Liebesrausch . — Lichtftnele Seltersweg : „Ter Flüchtling von Sing-Sing" und „Wie er starb".
Wettervoraussage
für Mittwoch:
Bedeckt, vereinzelte Niederschläge, nrllbe Winde auS südlichen Rickftungen.
Tie vor Großbritannien gelegene Depression zickht langsam nordwärts. Eure wesentliche Aen- derung der bestehenden Witterung ist nicht zu erwarten.
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** Amtliche Personalnachrichten. Aus dem Staatsiierche entlassen wurde am 23. Te- zenrber 1920 der Vermessungsobersekretär Wilh. G r ü n zu Büdingen auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1921 an. — Auf'Grund des § 1 bet Verordnung vom 20. März 1905, bie Ausführung des Gesetzes über die Ausübung bes Hufbeschlages vom 13. Ium 1885 betreffend, wurden für die Jahre 1921 bis 1923 einschließlich zu Mitgliedern der Preisprüfungskommissionen ernannt : Für die Provinz Oberhessen: der Kreis- veterinararzt Professor Dr. Knell, Gießen, der Lehrschmied Georg Lamberth, Gießen, bet Gutsbesitzer Oekonomierat Karl Müller zu Neuhof. Zum Vorsitzenden ber drei Prüfungskommissionen wurde Obermedizinalrat Dr. Beiling zu Darmstadt bestellt.
Die Kartoffelversorgung.
Von amtlicher Seite wird uns mitgeteilt:
Durch Bekanntmachung vom 24. Dezember dieses Jahres wird bie Verordnung bes Hessischen Landes - Ernährungsamtes über die Kartoffelverso rmmg vom 26. Oktober bs. IS. mit Wirkung vom 31. Dezember ds. Js. ab aufgehoben. Hiermit treten sämtlich- von Verwaltungsbehörden auf Grund dieser Verordnung vom 26. Oktober dieses Jahres erlassenen Anordnungen mit Ende dieses Monats außer Kraft. Die Verordnung vom 26. Oktober ds. Js. war seiner Zeit erforderlich geworden, da sich, wie in allen Ueverschußgebieten, auch in unserem Lande eine rege Aufkaustätigkeit von Seiten außerhessischer Bebarfsstellen ent- Ivickelte, welche nicht nur ein Hinauftreiben ber Preise für Kartoffeln zur Folge hatte, sondern wodurch auch infolge des Abtransportes unkontrollierbarer Mcngen von Kartoffeln nach außerhalb Hessens bie Versorgung ber eigenen Bevölkerung im Lande aufs höchste gefährdet wurde. Ter Erlaß ber Verordnung war auch deshalb veranlaßt, weil die Erfassimg der von landwcrtsHaftlickter Seite aus freiwillig zur Verfügung gestellten Kartoffeln für die wirtschaftliche schwache Bevölkerung unseves Landes in der Praxis auf Schwierigkeiten stteß. Trotz Aufliebiing der Zwangswirtschaft in der Kar- tosfelversorguim wurde es habet notwendig, auf Grund der noch gültigen Reichsverordnrmg über bie Enteignung von Gegenständen des täglic^n Bedarfs vom ^leichcn Jahre eine gewisse Versorgungs- regehmg ernz-uleiten, bie nunmehr zu einer vorläufigen Sicherstellung der Kartosfelversorgung im Lande geführt hat.
Ta die Gefahr besteht daß sich nimmechr wieder eine regere Aufkanfstättgteit auswärtiger Händler im Lande entfalten wird, die eine Preissteigerung der Kartvffcln mit sich brüupm würde, kann norerft eine Aufhebung ter durch Verordnung Dom 1-1. Ottoh'r ds Js. erfolgten Höchstpreisfestsetzung oon 2.> Mk. für den Zentner nicht erfolgen. Un- die Aufhebung der Verordnung Dom 26 Oktober ds. Js bl-iben die auf Grund der Nerä^v rordnung über die VersovMng'mit Herbst- kc.'tosslln aus ber Ernte 1920 vorn 21. Mai 1920 of c'üosscnm privatrechtlichen Lieserimgsverträge, aus der n restlose u i füllung im Jntereise der Kar- wklbdiefetuBö bet an ihnen interessierten Be-
** Ernennung. Finanzprattikant Ludwig H öhn in Offenbach a. M., Sohn des Kreisamts- gehilfen L. Höhn tn Gießen, wurde zum Ober- Zollsekretär ernannt.
** Errichtung von Zollämtern in Oberhessen. In Nidda tm Bezirk bes Hauptsteueramts Gießen wird vom 2. Januar 1921 an ein Zollamt errichtet. Vom gleichen Tage an werden die Ottseinnehmerei nebst Nebenzollamt für PoststLcke zu Büdingen sowie die Ortseinneh- mereien Nidda und Schotten aufgehoben und ihre Sefugniffe aus bas neue Zollamt übergehen. — Ferner wird in Lauterbach vom 2. Januar t Js. an ein Zollamt errichtet. Die OrtSeinneh- mereicn unb Nebenzollämter für Poststücke zu Alsfeld und Lauterbach werden vom gleichen Tage mi aufgehoben unb ihre Befugnisse auf bas neue Zollamt übertragen.
**EineSitzung der Stadtver- ordneten-Versammlungiftauf Mittwoch den 29. Dezember 1920, nachmittags 6 Uhr, anberaumt. Auf ber öffentlichen Tagesordnung stehen: 1. Besteuerung des reichssteuerfreien Einkommens. 2. Erhebung der Grund- und Gewerbesteuer. 3. Gesuch der Schulleitung um Befreiung von der Hundesteuer für den Schuldiener im Schulhause in der West-Anlage. 4. Gesuch der städtischen Arbeiter um Verwilligung eines Vorschusses. 5. Verwilligung eines Vorschusses an die Beamten der untersten Gehaltsgruppen.
** Alle Rentenemp fänger aus der I n v a l i d e n v e r s i ch er u ng, die am 1. Januar 1921 neben ihrer Rente eine Zulage beziehen, erhalten taut Reichsgesetz von diesem Zeitpunkt ab eine außerordentliche Beihilfe: und zrvar Empfänger einer Invalidenrente, Altersrente, Krankenrente, Witwenrente, Witwerrente, Witwen- krankenreute monatlich 40 Mk., Empfänger einer Waisenrente monatlich 20 Mk. außer den bisherigen Bezügen.
** Freibank. Mittwoch, 29 T«Br., findet der Fleischverb-üs von 1 Uhr ab statt.
** Eorneobeas wird gegen btt Fleisch marke 52 abgegeben unb nicht gegen diejenige Nr. 50, wie es in der Warenous- gabetabelle vom 24. Dezember irrtümlich hieß.
** Kanrnchenzu cht. Ter Gutzmer Ka, ninck'enzuchtverein hat beschlossen, im Februar ui Gießen die erste Pr ovinzial-Ram mler. Sckau abzuhatten. Der Provinzialverband fül Obett-essen und die BerbaadSvereine bauen tut Stiftung von Ehrenpreisen in Aussicht gestellt
Landkreis Gießen.
-m. Klein-Linden, 27. Dez. In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurde hier w mehreren Häusern eingebrochen und ein, Menge Kleidungsstücke und Wäsche gestohlen. Einem geringen Maime schlachteten die Liebe ein Schwein, bas er in den nächsten Tagen schlachten wollte. Sie nahmen es vollständig mit, bis aut den Klopf, den sie in den Bach warfen. Von den Tätern fehlt jede Spur.
t). R ab e rtsha u sen, 27. Tetz. Bei oa letzten Treibjagd wurden im Tistrikt Alteberg bei Ulfa vier Hicsche gesichtet. Eiueti davon erLegtt Oberamtmann Stcgk von Ringelshausen, einen zweiten Bürgermeister Reichert von hier. Schwarz- niß), das im vorigen Winter längere Zett in unserer Gemarkung vorkam, wurde diesmal bei der Treibjagd nicht angetroffeu.
Vcsscn-Nassau.
mc. Frankfurt a. M., 27. Dez. De! 71jährige Landschaftsmaler Professor Pau A u d o r f f hat sicb am Heiligen Abend mii seiner Gentahlin durch Leuchtgas bet giftet. Beide wurden tot aufgefunden Audorff ist einer ber bekanntesten Frank für ter Landschaftsmaler.
mc. Frankfurt a. M., 27. Dez. Am Heiligen Abend sollte im Westhafen eine Versteigerung von 1500 Ehrt st bäumen stalt- ftattfinben. Als der Auktionator mit dem Besitzer an der Stätte feiner beabsichtigten Tätigkeit erschien, waren sämtliche Bäume bis auf einige dürre Stecken gestohlen.
mc. Frankfurt a. M., 27. Dez. Selbst die Wcihü-achltsseiertage wurden von eifrigen StrandfifÄern benutzt, den noch immer rot* gen drohendem Eisgang vom Obermarn imgeflau=- ten Main nach allerhand versunkenen Schätzm durck:zuwühle2l. Selbst alte Töpfe und Bleche toben Liebh<al>er, ganz ab^rfeben von Matratzen* federn und dergleichen Dinge mehr, für die mau sicher keinen anderen Verwendung.zweck hatte, als sie dem Main anMvertrauen. Es wurden auck eilte Reihe wertvoller Funde gemocht, wie Fahr- vadteile, Geldstücke, Schmucksachen, die rooM größtenteils aus EinbruckzSgut stammen dürsten.
ra. Biedenkopf, 27. Dez. Der Haus* h a l t s p l a n für 1920 sieht an Zuschlägen 150 Prozent zur G bäudesteuer, 200 Proz. zur Grund- und Gewerbesteuer und 50 Pro^. zur Betriebssteucr vor., Das Steuersoll ergibt hiernach 20 412 Mk. Diese Zuschläge sollen nach dem Vorschläge des Magistrats eine Erhöhung dabin erfahren, daß die Grundsteuer mit 500 Proz., die Gebäude- und Gt- werb.ffteuer mit je 300 Proz. und die Bettjebssteuir mit je ICO Proz. belastet werden Es werden daher nachträglich erkwben: 300 Proz. Grundftauer, 150 Prozent Qkbäubefteuer, 100 Pwz. Gewerbesteu.« und 50 P roz. Betriebs steuer.
ra. Dillenburg 27. Dez. Ms Landral des Kreises Dillenburg wurde Reg.-Rat Bartmann ernannt. — Stadtförster Schneider tritt mit brat 1. Januar in Ruhestand. — Tie Stadtverordneten beschlossen die Besteuerwtg des veichsfrerm, Einkommens bei Unverheirateten mit einem Einkommen über 8000 Mk., bei Bertznratetrn über 13 000 Mark und für jebes Kind auf 2JOD Mk. mit setzung der Altersgrenze für ein zu unterhaltendes Kind auf 21 Jahre.
Turnen, Spiel und Sport.
— Fußball. Deventer BoetbalL Club Goo-Ahaeb — V. f. R. 1900 6:2 (1:1). Arn 1. Meihnachtsieiertag empfing de* V. f. R. auf seinem Sportplatz an der Hardt d« spielstarke Mannschaft des holländisch em Altmeisters. Wenn auch der Boden nicht m bester Verfassuna war, so lieferten doch die Gas« ein technisch vollendetes Spiel, dem ber Platzveretn bis zur Pause die Wage halten konnte, dann gingen die Holländer mehr aus sich lieraus ww erzielten in wunderbarem Durchspiel vier unhaltbare Tore, dagegen gelang es den mit großer Aiv« opferung spielenden Rasenspielern, noch ein zwett« Tor zu erzielen. Die holländische Mannschoil liefert" C.n flottes faires Spiel, bas gegen bw scharfen Verbanbsspiele angenehm abstach, UM spielte Fußball in ber vollendetsten Form, reich an technischen Feinheiten und einer geradem« verblüffenden Sicherheit in der Verteidigung,,bs« schnellen Stürmer zeigten das vorbildliche Ltnm« spiel unb Freistellen, bas an bie Sptelwetse besten sübdt. Klasse erinnert. Demgegenüber bie Rasenspieler-Mannschaft stark ab, mit Abnahme des Torwächters Weber, der mit grotzcn Sicherheit sein Tor verteidigte, was selbst d« holl. Gegner zu Beifallskundgebungen veranlatztt. Voetballc.'ub Deventer zählt zu den besten hoi ■ ländischen Mannschaiten unb konnte bereis mehrmals die oftlwllä^idische Meisterschaft sonne W Meisterschaft von Holland 1916/17 erringen, u baß bas Resultat noch äußerst günstig für bg Rasenspicler ist, 3 Spieler ber holl. MannschcK werben am 2. Januar in Hamburg tm SP» Ostbvlland — Norddeutschlanb repräsentativ mdt wirken. Am 1. und 2. Januar spielen auf dcv V.-f.-R.-Platz Berliner Spoctelub und H^vet-u' Frankfurt gegen bie Ligamannschaft bes V. f-M- 1900. , ,.
— Fußball. Am zweiten Weihnachtsfetc.' tag, nachmittags 3 Uhr, Rauben sich die 1. Matc> schäft ber freien Turnerschaft Frankfurt Rödelheim gegen die gleiche Mannschaft Freien Turnerschaft Gießen zu entrn Gesellschaftsspiel auf dem Sportplatz „Remtbam an der Hardt" gegenüber. Es war ein recht tittcr essantes Spiel, da die Rödelhcimer über ein: M trainierte Mannschaft verfügten, besonders fiel M gute Kombination ans. Bei Gießen versagte tm Läuferreihe. Besonders gut war der Tormars Offenbacher. Gießen verlor mit 2:0 Toren. ~ Nachmittags 1 Uhr sand ein Spiel der , 2. MaE sckaft Frankfurt-Röbelheim gegen die gteiar Mannschaft Gießen statt. Gießen spielte überleg!» und gewann mit 2:0 Toren.
Lollar, 27. Dez. Am zweiten Feiertag w-« die 1. Mannschaft des „Sportvereins 1920 Lolrn gegen die 4. Mannschaft des „F. C. Hanau" Fns'.ballwettspiel aus, welches 9:4 Taren h® 5? miau endete. Die besten Spieler ivaren Mittel- und der ganz Linksaußenstürmer Hanors.


