gtTegerrbeit yt verhandeln; tm Übrlgen flH aber der Entente selbst die Pause bis zu Beginn der Verhandlungen sehr lieb gewesen. Am Dienstag haben wir bann auseinander gesetzt, daß wir die Entwaffnung nicht vornehmen können, wenn gleichzeitig die Reichswel)r reduziert werde und babei habe er gleichzeitig über die bolschewistische Frage im Osten gdurodjen, ohne ein Urteil über den Bolschewismus sich selbst anzumaßen. Wenn Vorredner uns vorwarf, wir hätten die nationale Würde und Festigkeit verletzt, so habe er sich die Sache sehr leicht gemacht. Der Vorwurf, wir halten Nechtstitel aufgegeben, auf die wir nicht hätten verzichten dürfen, treffe nicht zu. Dre Entente habe ausdrücklich erklärt, es komme gar nicht darauf an, ob wir in der Besetzungsfrage unterschreiben wollen oder nicht. Damit hätten wir uns also doch nichts vergeben. Auch in der Kohlenfrage seien wir fest geblieben bis zuletzt. Unsere Unt.-rschrift schließe außerdem den Artikel 7 vollständig aus. Dec dritte Vorwurf, wir hätten Unerfüllbares unterschrieben, sei schwer zu beantworten, da man über den Begriff „unerfüllbar" verschiedener Ansicht sein könne. Die Entwaffnung müsse bis zum 1. September erledigt sein und hierzu müsse das ganze Volk mithelfen. Schwierigkeiten böten alle dtese Fragen, aber un- erfül.bar seien sie nicht. 9J?it der Kohl en frage fei es nichfl anders. Zur Ehrenhaftigkeit der Entente müßten wir das Vertrauen haben, daß uns aus Obenchlesien 3—400 000 Tonnen zu kommen können. Was hätten wir erreicht, wenn wir fest geblieben wären und di-e Franzosen in das Ruhrgebiet einmarschiert wären und bte gesamte deutsche Industrie lahmgelegit hätten? Schließlich wären dre Arbeiter den Lockungen der Entente doch gefolgt und bann wäre Süddeutschland auf Kosten Norddeutschlands mit Kohlen gefüttert worden und bamit her Zwiespalt groß gezogen warben, den die Franwsen so gerne wo Uten. Die Delegation sehe dem Urteil b?5 Dauses gerne entgegen. Wir sind gern bereit, den Derrn Vorredner oder einen seiner Freunde nach Genf zu schicken. Vielleicht wrrd ihm zum Bewußtsein kommen, daß sie z-u einem geschlagenen Volke gehören und statt zu befehlen, verhandeln müssen. Unsere Kritik werden sie sich dann freilich auch gefal^n lassen müssen. (Beifall.)
Nach Genehmigung einer Reihe kleiner Vor- kagen vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr: außerdem Interpellation wegen des Weichseluferstreifens.
Schluß V28 Uhr. *
Berlin, 28. Juli. Nach der „Bossischeu Zeitung" haben die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Deutsche Vollspariei und die Demokraten im Reick-stag folgenfeen Antrag eingebracht: Der Neic!»stag würdigt die Gründe, ans denen bte ReldSvegierung die Abmachungen ton Spaa unterzeichnet hat und erwartet ton aHen Beteiligten ohne Unterschied, daß sie, was in ihren Kräften steht, rückhlltios tun werden, um die Reichslegierung bei der Ausfüllung der übernommenen Verpflichtungen zu unterstützen. •
HeUche Volkskammer.
rm. Darm stabt, 27. Juli.
Präsident Adelung eröffnet 10,1b Uhr die Sitzung.
Abg. Delp (Soz.) betont zunächst, daß die fAusgoben bleibin werben, ab die Einnahmen aber auch blechen, ist fraglicher. We Bürger sollen gleichmäßig arbeiten, es müssen aber auch Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden. Der Redner macht dabei einige Ausführungen über die Ausfuhr-Abgabe, die itogsallen muß, da durch sie die Arbeits- lasigleit nur .umimmt. Die Prosit-ErNheimserei Der GvaßinLustriellen in der letzten Zeit müsse dabei gleick>falls aufhören. Ter im Finanzausschuß beantragte Kredit ton 20 Millionen Mark zur Schaffung ton Arbeitsgelegenheiten in Hessen ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Es werden wenigstens 't-.rzu hundert Milliarden Mark benötigt. Tie Zahl feer Erwerbslosen schwankt in Hessen zur Zeit ftänfeig zwischen 12—15 000 Pers nun. Der Redner Lammt darauf auf den Abbau der Zw-an g s- wirtschäft zu jpreckzen: er sagt dabei, daß die Aufhebung nur d-mn Zweck hat, wenn der Egoismus dec Menschheit nicht so kraß bestehen bleibt, dieses wölb' er ganz besonders der Landwirtschaft sagen. An Stelle der Zwangswirtschaft, die so viele gvo'ize Mängel trat, solle eine Planwirtschaft treten. >Die Regierung möge (Mj ganz intensiv mit dem Arbeitslosenproblem befassen. Das Beste wäre es gewesen, wenn die Sozialdemokratie -an der ersten Regierungsbildung nicht teilgewommen hätte: die sozialdemokratische Partei habe die allermeisben Konzessionen machoi müssen. Wenn auch U S. P. und M. S. P. sonst verschiedene Unterschiebe zeigen — aber sie arbeiten doch zusammen. Tie Erbitterung der Arbeiterschaft im Ruhrgebiet sei die Furcht des staatÄvidrigen Verhaltens der Schtzoerindustrie. Wir wollen fein? TrEiatur der Minderheit, auch nicht den Kauder- Welsch-Sozial isnrus des Abg. Kiel (N.S.P.). Mr Huben, die Pflicht, die Gesamtheit des Volkes hier zu t-erlreten. Mr wollen aus der Verzw-iflung heraussühren, volle Arbeitsgelegenheit schaffen, dann hvird auch Ordnung im Staatsleben wieder eintreten. Beifall links.)
Abg. Reiber-Mainz (Tem.): Seü ly4 Jahren ist die Regierung bemüht, aus dem Chaos """" ----- -Hin— Illi
Der Klostermüller.
Eine Erzählung von Karl Neurath. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 14.
.. «,®ott geb's, daß er oben herum geht!" seufzte die Mutter.
Als Wehrum heimkam, forfd)te sie ängstlich nt seinem Gesicht, aber er war munter und aufgeräumt, rühmte den Ansatz der Trauben und gab noch spät in den Abendstunden hinein dem Peter allerlei Ratschläge und Ermahnungen. Als der Bursche zwei Tage später die Mühle verließ, nahm er gerührten Abschied von llM und folgte dem Fuhrwerk mit den Äugen, bis es unter dem Blütenschleier der Obstbäume verschwimden war Tann ging er schweren Schrittes ivüber an seine Arbeit.
Leer und einsam vergingen ihm die Stunden, und es däuchte ihn eine Ewigkeit, bis sie zum Tag geworden waren. Ter Junge fehlte ihm überall.
Eine Woche danach kamen die rot und weißen Stangen der Geometer aus dem Weidenwald l>cr- aus und von Stunde zu Stunde rückten sie näher an die Klostermühle heran
Wehrum traute zuerst seinen Augen nicht, bann aber brach ein wilder Zorn in ilpn auf
„Nur einen Schritt in meine Wiesen und bi - sollen was erleben!" rief er und schwang die >
ein Ausweg »ü schaffe«. Tie Mittel -mrv Weg:, die sie dazu ergreift, sind nur Gegenstände der Kritik. Wenn eine Rettung möglich ist, kommt |ie ton feer kulturellen Seit«: Hefen sei immer stolz gewesen, an der Spitze des Schulwesens zu lieben. Abg. Tr. Osann labe zwar gesagt, Hessen brauche nicht immer in kultureller Beziehung toranzugehen. Eine Aussprache über die S ch u l f r a g e n werd 'N wir der Regierung nicht schenken. Wir müllen eine neue Gesinnung pflegen: den Gedanken der Brikfeer- lichfeit. Tas ist- die große, gewaltige Aulgabc. (Beifall bei den Temvtvaten.)
Rechtsanwalt Nuß- Worms (Ztr.) wendet sich zunächst gegen die langen Ausführungen der Generaldebatte. Was hätte dem Lande dadurch ge- spart werden können? Kein Redner hat die internationale Gefahr des drohenden Bolschewismus gestreift, der an der beutfeben Grenze steht und nun zu einer europäischen Gefahr geworden ist. — Die Beamten dürfen aus keinen Fall gegen die Landesverfassung arbeiten. Der Stimmenverlust der Zentrumspartei in Rhein- und Ober- bessen ist nur auf eine niedrige Hetze unter der Bauernsckmft der Rechtsparteien zurückzuführen, (Energische Zwischenrufe rechts.) Mcht alle Abgeordneten haben mit so wenig Temperament gesprochen wie der Llbg. Brauer (HessisckM Vollspartei). Abg. Dorschs Temperament ließ schon manches andere durchblicken. — Das Schlagwort der Teutschnationalen ist immer das Wort Erzberger. Der Redner befaßt sich in kurzen Zügen mit der Hetze, die gegen Erzberger Platz gegriffen hat. Die Deutschnationale Partei mag mit ihrem Helffrich ganz besonders vorsichtig sein, der bisher auch nicht „Helsen" konnte. — Unsere Minister bleiben nicht aus Liebe zur Macht auf ihren Sitzen. — Der Redner entwickelt dann noch in kurzen Zügen einige DLerkmale des kulturellen Programms der Zentrumspartei und kommt dann noch kurz auf die Lebensmittelunruhen in Hessen zu sprechen Ein Preisabbau, der daraus hervorgehen soll, muß nun aber auch gleichmäßig erfolgen. Unsere Partei glaubt an die Macht der christlichen Ideen. Die Ausführungen des Abg. Kiel (USP.) kritisiert der Redner noch besonders scharf.
Abg. Köhler-Worms (D. Vp.) hält eine Generaldebatte für gerechtfertigt, da sonst Hessen in den Verruf käme, eine unbedeutende Provinz zu fein. Mit allen Mitteln wollen nnr alle an der Einheit des Reiches feschalten, nur sei es nötig, mit allem Nachdruck dafür einzustehen. Die Bewegungen sei in allen Bundesstaaten recht kräftig. Die Interessen der Einzelstaaten müssen aber nach jeder Hinsicht gewahrt bleiben. Die Einrichtung einer französischen Gesandtschaft in München berechtige ja die Annahme, daß gewisse Bestrebmigen, die Einheitlichkeit zu erschweren, vorliegen. Hoffentlich tocrde die hessische Regierung in ihrer Stellung, die sre zu dieser Frage eingenommen hat, Jeft bleiben. Von großer Bedeutung fei für Hessen die Finanz frage. Wir sind vom Reich abhängig und in weiterer Verfolgung sino die Gemeinden vom Land abhängig. Die Grundlage für die Gestaltung unserer Gemeinden lverde untergraben und das Gemeindeleben werde in eine Verkrüppelung eintreten. — Dre Städte seien die Vorkämpfer für die Entwicklung des Staatswesens gewesen. Dies werde aber nicht mehr so weitergehen, wenn sie auf die Liebertoetfun^m aus dem Reich angewiesen sind. Bei so tiefen Eingriffen in das Staatswesen hätte man sich überlegen sollen, ob sie die Opfer, die man bringt, auch wert sind, allerdings sei man mit außerordentlicher Raschheit vvrgegangen. Er frage ferner, ob die Art der Reichseinkommensteuererhebung an der Quelle das Richtige ist. — Die Fe st besoldeten können und sollen jetzt schon ihr Scherflein beitragen, die anderen nicht. Der Arbeiter und Beamte soll sich außer dem jetzigen Abzug noch weitere Nachstorderungen gefallen lassen. Gerade bei ben Arbeitern werden diese' Nachsvrberungen gvoßen Unwillen erregen. Um aus dem schweren Chws hevauszuLoinmen, sei es vor allem nötig, das ganze Wohnungswesen umzugestal- te n. Er frage aber die Regierung, -ob sie außer den Zuschüssen aus den Waldungen nicht das Holz zu billigeren Preisen für Wohnungsbauten abgeben könne. — Von der neuen Regelung in dw Eisen-, bähnfvage habe man eine Vereinfachung in der Verwaltung emirtet, doch arbeiten die jetzigen Generaldirellivnen genau im alten Stil und derselben t»rtifutariftifd)en Weise wie früher, man merke genau den Unterschied, ob man in Preußen, Hessen, Bayern oder Baden reise und die große schwierige Operation habe keinerlei Einheitlichkeit gebracht. — Zur Frage des Pazifismus möchte er daher enipfehlen, ehe man zur Versöhnung der Völker schreite, sich erst selber versöhnen zu sollen. Ter Redner verliest ein Schreiben, wonach die 14 Punkte W i l s 0 n s auf Bestellung ausgestellt worden seien. Sehr schwer sei es, einen solchen Völkerkrieg auf eine Formel abwälzen zu wollen. Das starke Anwachsen der Unabhängigen hchrge jedenfalls mit der Tatsache zusammen, daß die Sozialdeuwtvatische Partei den zahlreichen Versprechen nicht nachkommen tonnte; man fverde durch Elches Veralten immer mehr nad) Links kommen, As zum Zusammenbruch. — Tie Neuwahl zu dem Landtag sei eine Zweckmäßigkeit sfra-ge.
Schluß 722 Uhr. Nächste Sitzung: Nachmittags V14 Uhr.
Hessen.
Die Notlage der Privatdozenten an den Hochschulen.
Abg. Urftadt hat in der Volkskammer folgende Anfrage gestellt:
„Ist der Regierung bekannt, daß in den Kreisen der Privatdozenten eine bedenkliche Notlage besteht und was gedenkt sie zur Abhilfe zu tun?"
Verstaatlichung der hessischen Polizei.
Mitteilungen aus parlamentarischen Kreisen zufolge ist, so schreibt der Anz., ein Gesetzentwurf in Bearbeitung, welcher noch im Laust dieses Etatsjahres die Uebernayme der Polizei in Stadt und Land auf die Staatsverwaltung in Ausfuhr nimmt. Es sollen in allen Verwaltungsbezirken Kreis-Polizeikommissariate errichtet werden, denen die Gendarmerie und Dtt^ Polizeibehörden unterstellt werden. Sämtliche Polizeibedienstete, auch die Landpolizeidiener, sollen Staatsbeamte werden, also von den Kommunalverwaltungen im Polizeidtenst unabhängig werden. Damit wird auch das Recht der Gemeinden, die Polizeidiener und Schutzleute anzustellen, beseitigt, und Milt- täranwärter, Kriegsbeschädigte usw. mehr wie bisher Gelegenheit gegeben, im Polizeidienst der Landgemeinden Verwendung zu finden. Mit der Verstaatlichung der Polizei ist eine finanzielle Besserstellung der ländlichen Polizeibeamten verbunden.
Ans Stadt tmfc Land.
Gi eße n, den 28. Juli 1920.
Veranstaltungen.
Mittwoch, 28. Juli: Hotel Einhorn, 83/< Uhr, Gastspiel BuchwaL. — Lickitspieltheiater wie gestern. *
**DasGießenerAdreßbuch, das seit 1903 int Verlag der Brichlschen Druckerei erscheint, wird, wie auf mehrfache Anfragen mitgeteilt werden kann, auch zum 1. Januar 1921 in neuer Auflage erscheinen, wobei sämtliche Veränderungen, die bis 1. Oktober eintreten, darin Berücksichtigung finden werden. Da eine Frankfurter Firma, Boebel und Schmith, in Verbindung mit einer hiesigen Druckerei für ein „G e w e r b e a d r e ß b u ch" bereits I n se r a t e einsammelt, macht der Verlag des Gießener Adreßbuchs darauf aufmerksam, daß seinem Werk vor allem umfangreiche sachliche Erhebungen und Vorarbeiten zugrunde lagen und der Inseratenteil nur eine daraus sich ergebende Beilage zu denr Adressenmaterial darstellt. Das geplante „Gewerbeadreßbuch" war zur Herausgabe auchderBrühlschenDruckerei angeboten, aber von ihr ab gelehnt worden, weil es nach ihrer Auffassung eben als reines Reklamewerk zur Ausbeutung der Geschäftswelt auftrat. Die Neugründer waren wohl von der Meinung ausgegangen, daß das bisherige Gießener Adreßbuch die Möglichkeit nicht hinlänglich ausgenutzt hätte, die Geschäftswelt so „heranzukriegen", wie es skrupellosere Adreßbuchverleger in anderen Städten vielfach handhaben. Der Verlag dec Brühlschen Druckerei glaubt es, um schädlichen Verwicklungen vorzubeugen, sich selbst und seinen Adreßbuchabnehmern schuldig zu sein, alle Beteiligten von den oben erwähnten Vorgängen in Kenntnis zu setzen
** Nachstehende Futtermittel sind bei feer städtischen Futtermittelstelle emgetr offen: Zuckerrübenschnitzel, Roggenkleie, Geflügel geb äck, Haferkleie und Schweinemastfutter. Bezugscheine können auf Zimmer 13 des Lebensmittelamtes während der Dienftstunden abgeholt werden
** Ausverkäufe wieder erlaub t. Durch eine Bekanntmachung im „Reichsanzeiger" hat der Reichswirtschaftsniinister das Verbot der Veranstaltung von Ausverkäufen in Wollwaren, Weißen Wochen und dergleichen mit foforttger Wirkung aufgehoben. Dieses ursprünglich zu Beginn des Jahres 1916 vom Oberkommando erlassene, bald baraur aber durch Bmidesratsverordnung auf das ganze Reich ausgedehnte Verbot ist schon einmal, und zwar im Januar 1919, durch das
Eallte Sauft. Wenn das Gericht ihm sein Recht nit ra tt ging er weiter, und roenn es bis zum Großherzvg sem mußte. Für was hatte er denn einen Advokaten! Er schrieb an seinen Rechts- reiftanb und ging wieder an seine Arbeit. Gespannt wartete er auf Antwort.
„Tie rotweißen Pfäble und die ALeßlatten ruckten immer näher. Auch vom Wendelinsberg sah man sie herankommen. Dem Müller war's, als ob sie ihn von zwei Seiten einpressen wollten, uiw wütend schnaubte er. Die Mühle dröhnte von und seiner Stimme. Knechte und \n Östlicher Entfernung und selbst die Sette traute sich kaum an ihn heran.
Endlich erhielt er Antwort und wie schon seit langer Zeit riet ihm sein Anwalt, doch end ich Tht aufzugeben nZ
•LT f • U^M^bhche zu rügen. Alle Rechtsmittel seien mchövft, innen Ausweg gebe c5 nuf)t.
Höhnisch lachlk Wehrum auf.
So ein Rechtsverdreher so ein verfluchter! steckte?* mit Bande unter einer Decke
Und die Pfähle rückten näher. Rundum leuchteten die rot-weißen Streifen.
in Schießhund lag der Müller auf der gab acht. Er batte seinen Entschluß y- m ilm cer ^taat nicht schützen wollte.
Ter Staat! Er lachte zähneknirschend. Tas war dasselbe Nimmersatte Untier, dem er seine beiden Buben hatte opfern müssen, dasselbe, das den Peter nit als eheliches Kind anerkannt hatte, dasselbe, das seiner Fran das Herz gebrochen hotte, dasselbe, das ihm nun Recht und Haus und Besitz verkümmern wollte.
Nun nwr die Stunde da, sie alle zu rächen.
Näher heran rückten die Pfühle. Ein paar Tage noch und sie mußten auf seinen Boden kommen.
Mer weh ihnen!
Er stand und lauerte.
Einen ganzen Vormittag verbrackste er in der Scheune, sorgfältig schliff er die Axt. Tann hockte er wieder in der Stube und niemand durfte zu ihm. Geschäftig betrieb er heimliche Arbeit. Manchmal stand er stundenlang jenseits des Baches, prüfte fein Hans mit spähenden Blicken, betastete die Torangeln imd das Schloß, untersuchte die Fensterladen und mackste sich an dem Steg zu tun. Die hageren Hände warm unermüdlich c • , seinen Augen flackerte ein irres, schmes cm \ i holten lagen scharf und tief um feinen .'■hum, der grimmig lächelte. Das Gesinde sah ihm oft eritaimt zu, aber er kümmerte sich nicht darum. Mochten „e guefen! Weirn's Zeit mar, merkten lie schon, was es gab.
Stolz und frei hob er dm Kopf aus der Brust.
D emobllm a chungs amt aufgehoben, Unterm
12 April 1919 aber durch die Reichsbekleidestelle erneut in Kraft gesetzt wordm. Diese erneute Beschränkung der geschäftlichen Freiheit hat .ich als Fehler erwiesen, inbem dadurch der rasche Warenumsatz unterbunden, die Preissenkung künst- litt) aufgelösten und die Aufspeicherung hochwertiger Läger begünstigt worden ist, alles Erschei- inmrgen, bereu verhängnisvolle Wirkungen sich in dem nun schon monatelang bauern beit, mit unverminderter Hartnäckigkeit fortgesetzter Käufer- stteik höchst fühlbar für die gesamte Geschäftswelt äußern. Die neuerliche Aufhebung des Msver- kaufsverbots ist bei bet gegenwärtigen, namentlich in Webwaren bebrvhlichm Absatzstockung uni* aiigefichts ber großen, burch die Balutabessmuntz zum Teil erheblich entwerteten Warenbestäiide, auf denen ber Hanbel festliegt, eine zwingenbe Nvt- roenbigfeit, und auch im Interesse des kaufenden Publikums zu begrüßen. v
Landkreis Gießen.
Fürst zu Solms-Hohenfolms-Lich t.
** Lich, 28. Juli. Arn 26. Juli verschied Seine Durchlaucht der Fürst Karl-.-zu Solms- Hohenfolrns-Lich in Lich, Oberhefsm, am Herzschlag.
Jeder, der mit dem Fürsten in Berührung kam, lernte in ihm einen vornehmen, gereckstden- kenden und dabei einfachen und schlichten Menschen kennen. Eine große Liebe verband ihn mit der Natur. Weiter widmete er großes Interesse der Geschichte, besonders der Geschichte seines Hauses. Diese Studim führten ihn über das Altertum zur Münzenkunde. Im Laufe der Jahre legte er sich eine sehr schöne und umfangreiche Sammlung Solmfer Münzen an, über die er auch ein Buch schreibm ließ.
Ta keine direkten Erben vorchanden sind, tritt der Bruder des Verstorbenen, Prinz Rein« hart, die Erbfolge an. Prinz Reinhart, geb. 17. September 1867 ,verrnählte sich am 14. November 1898 mit Gräfin Marka zu Solms-Son- nenwalde und besitzt zwei Söl/ne und vier Töchter. Ter Prinz, der jetzt in Darinsludt lebt, war aEttüer Offizier bei den 24. Tragonern in Darmstadt und machte den Weltkrieg zuletzt als Kommandeur des Regiments Garde du Korps mit.
Der Verstorbene war am 27. Juli 1866 als ältester Sohn des Fürstm Hermann und dessm Gemahlin Agnes, geb. Gräfin Stolberg-Wernige- rode, geboren. Mit seinem Bmder besuchte er das Gymnasium in Kaßel, wo er auch die Reife« Prüfung ablegte. Er studierte an den Universitäten Leipzig und Gießen und trat dann als akttver Offizier in das Leib-Garde-Husaren-Regiment zu Potsdam ein. Am 16. Oktober 1894 vermählte er sich mit der Prinzessm Emma von Stolberg- Wernigerode. Nach dem Tode seines Vaters am 16. Oktober 1899 übernahm der Fürst die Standes- herrschaft zu Solms-Hohensolms-Lich. Er war Mitglied des früheren preußischen Herrenhauses. Er gehörte weiter der e'bematigcii Ersten Kammer in Hessen an, feeren Geschäfte er lange Jahre als erster Präsi.-enf leitete. Seiner 6!?e mit Gräiin Stolberg- Wernigerode sind vier Kinder (ein Scstm und drei Töchter» entspvissm. Ter Söhn, das älteste Kind, ist am 8. April 1918 in Rußland vor dem Fernb gefallen. Der Fürst selbst mochte den Krieg als Ordonnanzoffizier und Adjutant beim mobilen 18. Armeekorps in Frankreich bis zum Jahre 1917 mit.
** Wieseck, 27. Juli. Das am Sonntag durch das Wiesecker Orchester gegebene Konzert nahm einen schönen Verlauf. Der vom Leiter der Kapelle, Ph. Groß, komponierte Wiesecker Säirgermarsch sowie die übrigen vom Gesangverein Eintracht vorgetragenen Lieber wurden beifällig auf genommen.
Kreis Büdingen.
△ Bad Salzhausen, 27. Juli. Gestern nachmittag ereignete sich aus dem hiesigen Braun- tohlmbergiverk innerhalb kurzer Zeit der zweite tätliche Unglücksfall. Ter frühere Weißbinder und nunmehrige Bergwerlsarbeiter K. Herth aus Nidda stürzte bei Beginn bes Schickftwechiels in einen 30 Meter tiefen Schacht unb brach oas Genick. Der Verunglückte war 49 Jahre alt unb hinterläßt eine Frau unb zwei Kinder.
Y. Echzell, 27. Juli. Ein Landwirt aus einem benachbarten Orte ließ sich in Friedberg von einer Wirtin für den Zentner Frühkartoffeln 80 Mark bezahlen, während der Höchstpreis nur 35 Mark beträgt. Tas Wucher- igeschäft kam zur Kenntnis feer Polizei unb zur Anzeige. — Die Ern te der Früh-artoffeln geht ihrem Ende entgegen: sie siel aus den meisten Ackern gering aus, iveit oer Regen gefehlt hatte.
Kreis Lauterbach.
Die Talsperre im oberen Vogelsberg.
la. W e i d m 0 0 s , 27. Juli. Die <3w bungen zwecks geologischer Untersuchung Erdreichs int Lüder- und Vagbachtal mf Wasserversickerung und Standfestigkeit der Sperrmauer haben bereits seit einigen Tagen begonnen und scheinen ein günstiges Resultat zu ergeben. Unterhalb der Kohlenmühlc sind lehmhaltige Schichtungen bis zu einer Tiefe von 9 Meter festgestellt worden. Die Arbeiten machen gute Fortschritte, so daß die geo-
Und es kam der Tag, da die weiß-rvten Pfähle in seinen Wiesen standen und fremde Männer sein Gras vertraten.
Er hockte am Fenster, die Arme auf die Brüstung gestemmt, und sah ihnen zu. Am lieb» ßen hätte er seine Flinte ergriffen und sie zu- sammengeschossen wie wlldernde Hunde.
Aber nein, die tonnten ja nix dazu? Die wußten vielleicht nit einmal, daß sie halfen, das Recht zu brechen.
Seine Augen hingen gebannt an ihrem Tun bis in den sinkenden Abend.
Als es völlig dunkel geworden war, nahm er die Axt in den Arm und verließ heimlich die Mühle. Vorsichtig ging er durch seine Wiesen unb wo eine Latte steckte, ba zertrat er sie, unb wo ein Pfahl eingetrieben toar, ba zerschlug er ihn. Unb bas Herz würbe ihm froh babei unb leicht.
Schon früh am Morgen hockte er wieder am Dachfenster und freute sich der Aufregung unter den Arbeitern. Lackienb sah er wie sie seine Wiesen verließen. Knallerck» schlug er sich auf ben Schenkel. Aber es bauerte nicht lange, und sie tarnen wieder, mit neuen Latten und mit neuen Pfählen. Ta stieß er einen Fluch aus unb stampfte ben Boben.
(Fortfetzimg folgt.)
y»'«» itw; aeiio^rtits,r Mit ¥ Jfei AK'di'
NflW Ahei ovisch'
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imkie der Weg tat. Das Brot w tah nickt mehr en hohen MX* fich bereit, ' klag den Zentner hei mittlerer w i abjugtben. Du schäfte haben au< mtergesetzt. Fn de klärten die Metzqe unb Mfleisch für suchten die Stahrn entsprechend hrnm Boche war das ni sehr teure Ochsen deshalb nochmals werden. Sollte d Bauern geübt w fchottskartell der Bauern zu nehm tion aus Beiei Verbandes t stimmig angenoi gung naämm von 2 'M. Aste 1,50 Nk. gu lit\ orbmilia) tollen befett erörtert u. nickt auch einem zu beantragen, baj schlMahmt »verder forderlich, an der zuüben.
I'd. Frankfu mmalpolizei hob i Falschmünzer der FalsMheine r pü) Zeichner ” seine Erzeagn . ™ andm-s „wild ^’lldli werden ,utl- sondern auch W tzssen-Najsans m'5 Ta^licht, al yfin Sö^meiita
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