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Pfennige statt eine Mark 50 Pf. statt

am

Dtxmid

der fest fegefieiaai beträgt

555 697009 Mk, die schwebende Schuld ist auf 3000 000 Mk. zurückgegangen. Wir werden über die Ein-ethntLn der am nächsten Mittwoch begin­nenden Beratungen im Finanzausschuß berichten.

Au- Stabt und Lund.

Gießen, den 28. Juni 1920.

Veranstaltungen.

Montag 28. Juni: Hotel Einhorn, 8V2 Uhr: Gastspiel Paul Buchwald. Zirkus Alt- hosf. 8 Uhr. Postkeller, 8 Uhr: Mitglieder­versammlung der Deutschnationalen Volkspartei. Gewerbehaus, 8 Uhr: Hauptversammlung des Ortsgewerbrverein. Lichtspieltheater rote gfitern.

uli *ur tulttlre

Kinder Hilfe. In dem Aufruf in der Samstagnummer bat sich ein Druckfehler cinge- Ickst'chen Es ist richtig zu lesen:Die Zukunst wtserer Krnder ist aufs höchch' gefährdet, wenn nicht Hilfe kommt rasch, ausgiebig. Dürfen wir uns . . .

Laill.reis Gießen.

Z w a n g s ein 0 Uürt ierring", der neue ^rchroauk von Franz Arnold und «Ernst Bach,

** Tv uristcnreisen in Tirol. An Touristen erteilt die Tiroler Larrdesregierung AufentbaltsbewiUigungen für 14 Tage, mit denen die vollkommen freie Bewegung im Lande ermög­licht wird. Diese Bewilligung wird erteilt gegen Bezug von zwei Berpflegungs gutschei­nen für jeden Aufentlmltstag zum Preise von 15 Mr. für das Stück. Diese Scheine werden von der Treuhandstelle des Landesverkehrsrates in Tirol ausgegeben, von den Wirten an Zahlungs­statt angenommen und mit dem Betrage von 50 Kronen eiugelöst.

Kreis Lauterbach.

chlttz, 25. Juni. Die Heidelbeer- stt in diesem Jahre doch nicht so reichlich man erst annehmen durste Auf jeden l

nützen _bas Zeirkobortt trefflich aus und bauten einen Sckrwank, der vom ersten bis zum letzten Augenblick erchntert.

** Liebig-Museum Am Sonntag den 20. Ium hielt Geheimrat Sommer eine gut be­suchte Bollsoorlesung über Leonardo da Vinci als Erfinder in Technik und Kunst. Anher der Gesellschaft Liebigmuseum hatte dazu eine Reihe Gießener Gcsellschasten und Vereine in zweck­mäßigem Zusammenwirken cingelaben. Am Ueber- g-Tng von Mttelalter zur neuen Zeit zeigt Scjnarbo eine erstaunliche Bereinigung von Naturwissen­schaft, Technik und Kunst. Dabei ist er in allen Gebieten in erster Linie Erfinder. Ter Redner zeigt dies an einer Reihe von Puntten: In der Militärtechnik, in der Leonardo alle Folgerungen aus der Erfindung des Schießpulvers zieht, im Städte- und Hausbau, in Wassertechnik und Kanal­bau, im Flugwesen, für das er die theoretische und praktische Grundlage geschaffen hat, sowie in all­gemeiner Mechanik, Technologie und Maschinen­bau. Auch als Künstler ist er vorwiegend Erfinder, besonders in der Maltechnik, in der er grundlegende, wenn auch manchmal verunglückte Versuche gemacht hat. Sein Hauptinteresse gilt der Untersuchung und Darstellung von Licht.

** Freigabe in Frankreich be­schlagnahmter Postsendungen. Das französische Kriegsministerium hat folgende Be­kanntmachung erlassen: Die Absender oder Emp­fänger von Postsendungen (Wert- und Einschreib- fendungen, Postanweisungen und Postaufträge), die im Laufe der Feindseligkeiten beschlagnahmt wor-- den sind, können bis zum 1. Dezember 1920 durch eingeschriebenen Brief ein Ersuchen um Freigabe anl'Etat-Major de l'armse, 2 eme bureau, 231 boulevard Saint Germain, Paris", richten; dabei sind außer einer Erklärung über den Inhalt jeder Sendung die nachstehenden Angaben zu machen: 1. Name und Anschrift des Absenders und des Empfängers. 2. Ausgabetag. 3. Aufgabeort. 4. Auf- gabewummer. 5. Verfügung über die freizugebendc Sendung. Nicht zur Zustiedenheit erledigte Nach- fragen, die vor der Veröffentlichung dieser Be­kanntmachung gehalten worden sind, können wie­derholt werden, es sei denn, daß sie mit dem Hinweis auf die erfolgte Einziehung der in Frage kommenden Sendung beantwortet worden sind.

** Den G ipfelpunkt der Diebes«- f r e ch h e i t erreichte ein sage und schreibe erst neun- bis zehnjähriges Mädchen, das am Hellen Tage im Schisfenberger Wege in der Nähe des alten Friedhofes ein dreijähriges Mädchen auszog und die Kleider mitgehen hieß!

** Fahrraddieb stütz le. Am 26. Juni wurden hier folgende FahrvLdcr gestohlen: Ein Fahrrad MarkeBrermabor" mit schwarzem Rah­menbau und Flügen, Ledergriffen, Freilauf, Rück­trittbremse und noch neuer grauer Bereifung. Tas zweite Rad MarkeAllrigtzt" hat schwarzen Rah­men bau, gelbe Felarn, Fveilauf, Rücktrittbremse und hochgebogene Lenkstange. Am Hintorad be- stndet sich ein Patentschloß. Bor Ankauf wird gewarnt. Tie sich in letzter Zeit mehrenden 'Fahr- ititeiebftKftle sind nicht zuletzt auf die Nachlässigkeit der Radfahrer selbst zurü^uführen, die ihre Räder meistens nicht anschließen. Im Interesse der Rad- sckhcer empfiehlt es sich, Lein Rad.unougeschliossen oder ohne Aufsicht stehenzulassen.

** Auch Herrenanzüge gelangen neben den in der Lebensmitteltabelle toom Samstag an­gegebenen Bekleidungsstücke an Minderbemit­telte zur Verteiluron Die Anzüge fönnen in den einschlägigen Geschäften sowie auf Zimmer 15 des Lebensmittelamles angesehen werden.

** Bei der städt. Obst- und Gemüse- stelle, M a r kt l a u ben, kommen morgen wieder Blumenkohl, Gelberüben, Gurken, Spargel und anderes Frischgemüse zum Verkauf; ferner größere Mengen Johannisbeeren und Kirschen zu den billigsten Tagespreisen.

** De r Bürger verein Gießen ver­anstaltet am Donnerstag, 1. Juli, abends 8 Uhr, im Hotel Schwab (Felsenkller") eine Allgemeine Bürgerversammlung. Auf der Tagesord­nung stehen: Maßnahmen zum Schutze des Eigen­tums gegen Einbruch usw. sowie andere wichtige bürgerliche Angelegenhetten.

** Paul Buchwald und seine Truppe beginnen am Dienstag mit dec 5. Spätfolge und warten nieder mit zwei Lachschlagern auf. Pro- grammwechsel findet Montags und Freitags statt. Bei ungünstiger Witterung roerben, vielen Wün­schen entsP'.ech«Md, Rachmittags-Borstellungen, um 4 U'tzc beginnend, etnykgt werden. Ter Vorver­kauf befindet sich im Hotel. ^"5 O V

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ma. Frankenthal, 26. Juni. Auch in Frankenthal kam es auf dem Wochenmarkte anläßlich der hohen Obstpreise zu Akten der Selbsthilfe, die durchaus nicht harmloser Na­tur waren, aber eine Ermäßigung -teils eine ge- ivaltsame) der Preise herbeiführten. Tie Frauen- vereine Frankenthals haben beschlossen, vom Obfteinkauf so lange ab^useheu, bis die Preise auf ein Halbwegs erträgliches Maß heruntergedrückt feien, und dem Aufruf ist auch bereit reinig Folge gegeben worden mit dem Ergebnis, daß z. B. Kir­schen für 1,50 Mk., Johannisbeeren und Stachel­beeren je 1 Mk., Heidelbeeren 1,50 Mk. zum Ver­kauf kamen. LautFrankenthaler Neueste Nachr." wird diese Bewegung von allen Pfälzer und an­grenzenden badischen und hessischen Frauenvereinen ausgenommen und eine allgemeine Preis­senkung wenigstens für das S p ü t 0 b st er­wartet.

-- H ö ch st i. O., 27. Juni. Die reiche H e i - beibeer ernte des Odenwaldes fällt leider der verwerflichen Handelsreeise der Stadt Essen zum Opfer. Während bisher das Psuird zu 2'20 Mark verkauft wurde, erschienen letzten Mittwoch Aufkäufer aus Essen und kauften die ge­samten Erträgnisse Pfund um Pfund für 3 Mark auf. Und das geschieht bis heute. Die Folge ist, daß jetzt im ganzen Odenwald für das Pfund 3 Mk. gefordert werden und die anderen Städte das Nachsehen haben. Was sagt die hessische Regie­rung dazu?

= Frankfurt a. M., 27. Juni. Für die am Montag geplanten Demonstrationen der Fran kfurter Arbeiterschaft gegen die hohen Lebensmittelpreise sind um­fassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Die Polizei steht in Alarmbereitschaft, um jede Ausschreitung und aufflacke^rLen Plünderungsver­suche tm Keim ersticken zu können. Die meisten Ge­schäfte halten von mittags an geschlossen. Auch die Markthalle bleibt für den öffentlichen Verkehr ge­sperrt.

Berlin, 26. Juni. (Wolff.) Wie der L 0 kalanzeiger" aus Hamburg mel­det, ist es dort zu Lebensmittelun- ruh e n gekommen. In verschiedenen Stadttei­len wurden die Lebensmittelgeschäfte von der Menge gezwungen, die Waren zu billigen Preisen abzugeben. Auf dem Großen Heu- m a t ft ereignete sich ein Zusammenstoß zwi­schen der Sicherheilswehr und der Volks­menge, wobei die Wehr mehrere Schreckschüsse abgab.

In H a m b u r g ist demBerliner Lokalanz." zufolge der B e l a g e r u n g s z u st a n d verhängt nwrden, welche Maßnahme auf die dortigen Le­bensmittelkrawalle zurückzuführen ist.

Bremerhaven, 26. Juni. (WTB.) In den frühen Morgenstunden begannen auf den Märkten der drei Unterweserstädte Bre­merhaven, Geestemünde und Lehe Lebensmitteltumulte. Die Menge bemächtigte sich der Verkaufttellen. Es bildete sich dann eine Gruppe von Frauen und Arbeitern, welche die Lebensmittelgeschäfte in den Hauptstraßen stürmten. Die Erre­gung steigerte sich durch die Hetzereien min­derwertiger Elemente, wodurch die Lage der großen Warenhäuser-aufs äußerste gefährdet war. Die Unruhen hielten am Mittag noch an.

M ag de bürg, 26. Juni. (Wolff.) Am hiesigen Wochenmarkt kam es heute mor­gen infolge der hohen Lebensmittelpreise zu Ausschreitungen, die schließlich in Tät­lichkeiten ausarteten. Berittene Polizei säu-> berte den Platz und die angrenzenden Straßm und stellte die Ruhe wieder her.

S t u t t g a r t, 26. Juni. (Wolff.) In Heidenheim, wo seit der Teuerungskundge­bung am letzten Dienstag ungesetzliche Zu­stände herrschten, rückten heute Abteilun­gen der Polizeiwehr und dec Verkehrswehr in die Stadt ein. Die Haupträdelsführec des Aktionsausschusses, die von der Arbeiterschaft zur Kontrolle der amtlichen Stellen eingesetzt worden waren, wurden verhaftet. Hebet die Stadt wurde der Ausnahmezustand ver­hängt. Ferner wurde die Auslieferung der nach Auflösung der Einwohnerwehren an einen Teil der Arbeiterschaft verteilten Waf­fen bis 12 Uhr mittags verlangt. Die Ar­beiterschaft streikt seit Mittwoch.

L. U. B e r u f U n g. Ordentlicher Professor und Direktor der Unüvetsttäts-Frauen-Klmik, Dr. bon J a sch ke, hat einen Ruf an die Universrtät Wien erhalten.

*~ Amtliche Personalnachrichten. Der staatsamoaltschaftsobersekretär Karl Ludwig Theodor Mann in Gießen wurde zum Land­gerichtsobersekretär bei dem Landgericht der Pro- vmz Oberhessen ernannt. Entlassen wurde am 23. Juni der ordentlich.' Professor in der evan gilischtheologischen Fakultät der Landes-Uuiversi- tSt Gießen D. Hermann Gunkel zu Gießen aus lein Nachsuchm vom 1. Oktober ab. Bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der ^ronuii Oberhessen zu Gießen ist die Stelle dcS ^taatsanwallschastsobersekretärs zu befeven. Dkl bungen sind bei dem Ministerium der Justiz bis zum 10. Juli eintureichen. Ernannt wurde Heinrich Muth zu Gietzen zum Werkmeister an oer chinttgckckxro Klinik und der Klinik für Ohren- , Raten und Halslrankbeiten der Landcsuniverfität Gietzen mit Wirkung vom 1. Juni 1920.

** Aus dem Stabtiheaterbureau

= fcöcfjft a. M., 26. Juni. Die Ver­braucher haben auf dem hiesigen Wochen- markt zur Selbsthilfe gegriffen. Meh­rere hundert Einwohner beaufsichtigten die Verkaufe und setzten hie Preise für Früchte, Gemme und für die feilgcbotenen Lebensrnit­tel ganz wesentlich herab. Händlern, die sich nicht fügten, wurde die Ware zwangsweise verkauft. So kosteten Fische das Pfund zwei statt.toter Mark, Kirschen eine Mark statt drei ^ar$,^0?»cnu^bce.rC11 75 Mnnige statt eine Mark 20 Pf., Gurken eine Mark 50 Pf. statt 3 Mark 50 Pf Kohlrabi 20 Pf. statt 70 Pf., Kopfsalat 20 Pf. statt 40 Pf., Erbsen 60 Pf statt et ne Mark HO Pf., Blumenkohl 80 Pf. Natt «fünf Mark. Auch die Lebensmitttb £'1d)Qfte wurden zur Einhaltung der billigen Preise gezwungen. '

a.M., 27. Juni. Die Städte Frankfurt, Mainz, Köln Düsseldorf usw., die tarn rhcmnchen Lbltmarft beliefert werden, haben Ber einbarungen dahin getroffen, daß alltäglich die den Erzeugern bezahlten Preise für Obst teb vhonilch den zuständigen Polizeibehörden über mütelt werden, um eine Ausbeutung der Ber tnxnuhcr zu vermnbcrn. In v. j(u befrfi r nahmle am Srmstag die Polizei zwei Eisendrö, 1

Qbenzmittelunruhen.

sw. D a r m st a d t, 26. Juni. Nach dem Beispiel anberer Städte kam es heute vormit­tag auch hier auf dem Obstmarkt zu einem Aufruhr. Schon in aller Frühe waren eine Menge Polizisten und Sicherheits­wehrsoldaten aufgeboten, doch es lief alles planmäßig wie sonst. Erst gegen 10 Uhr brach der Sturm los. Die Heidelbeeren und sonsti­ges Obst flogen auf dem Platze herum. Die Bauern und Händler mußten auf Gnade oder Ungnade das Obst zu billigeren Preisen abgeben. Hierauf zogen die Trupps der Re­bellen nach den bekannten Berkaufstellen und ztwangen auch dort die Inhaber zum billi­geren Verkauf des Obstes.

rm. Darmstadt, 27. Juni. Die Preisprü- funasstette hatte zwar den Preis für Kirschen, Heidelbeeren usw. um eine Mark herabgesetzt, die Zufuhr war daher sehr beschränkt. Gegen 10 Uhr erschienen zwar nahezu hundert Arbeitslose usw., meist junge Burschen auf dem Mocken markt, wurden aber von einem starken Schutzmannsauf- gebvt empfangen. Das meiste Obst war pon den Händlern rasch in die benachbarten Straßen und Häuser gebracht worden, so daß der Zug nach hiraen Auseinandersetzungen mit der Polizei, ohne nennenswerten Schaden anzurichten, wieder ver­schwand. Nur einige Körbe waren ihnen zum Opfer gefallen. Sie zogen dann durch die Straßen nach den Lebensmittelgeschäften, doch waren auch hier schon die Obstkörbe verschwunden, so daß die De­monstration leinen besonderen Erfolg hatte, als daß jetzt vorläufig sehr wenig Obst hierherkommen wird. Die Polizei hat jetzt eine Verord­nung gegen die Wucherpreise erlassen.

wz. Mainz, 26. Juni. Bei bem gestrigen Markt Krawall waren in einen Keller der Liebfvauen- straße sechs Personen eingedrungen. Um ihre Per­sonalien festzustellen, sollten sie mit dem Gefäng- näüiKLgen, dem sogen, grünen Gustav, auf die Polizei gebracht werden. Inzwischen waren aber die Pferde ausgespannt und von ber Menge der Wagen nach dem Fischtor gezogen und von der Ipben Kai­mauer 'binab in den Rhein gestoßen worden. Wäh­rend der Fährt versuchten Polizeib:amte den Wagen der Menge zu entreißen, ein Schutzmann wurde da­bei zur Erde gerissen und schwer mißhandelt. Er gab mehrere Schüsse ab, wobei eine verirrte Kugel den gerade aus der Üauteranstraße kommenden 17, jährigen Gg. .Wefjler aus der Schusterstraß:, einem vollständig Unbeteiligten, in den Mb drang. Der Schwerverletzte wurde von der Sanitätswache ins Krankenhaus gebracht. Außerdem mürben zwei an der Sack? Beteiligte unerheblich verletzt. Eine Frau aus Weisenau wurde auf dem Markte im Gedränge derart geauerscht, daß auch sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Am Nachmittag zwischen 3 unh 4 Uhr nerfammette sich eine große Menge vor dem Stadthaus. Die Stebner verlangten, daß die Kleider und Schuhe unbedingt ver­billigt roerben müßten. Die Beigeordneten Ade- fantfl und Hiemonz wrachen von der Mttmc des Stadthauses aus, daß Verhandlungen nach dieser Richtung stattfinden würden, die Seute sollten sich beruhigen uni) nach Haus« ge^hen. Am Morgen wur­den auch die Läden, in denen Lebens-nnttel, be* fonber-3 Eier verkauft werden, aufgesucht und der Dreis für die Eier auf 80 Pf. das Stück festgesetzt. Die Ladeninhaber verlausten dann an die Menge die Eier, immer zwei Stück, zu je 80 Pf. pro Stück. Am Nachmittag waren fast sämtliche Läden in der Stadt geschlossen.

ma. Mainz, 28. Juni. Der Mainzer Markt krawall hat auf dem Lande in Er- zeugerttcisen Beunruhigung hervorgerusm. Bereits am Freitag nachmittag fan Ten auf b:u O b st - ar0ß m är 11 e n die Pr e i se für Ki r schen una John nni s be eren mer-klich, letztere auf 45 bis 50 Pf. pro Pfund. In Heid es he im, wK)in dos Gerücht gedrungen war, es seien MainzerMarkt- spartakiderl" in großer Zahl auf dem Marsche nach Heidesh?im, um auf dem Obstmartt aufzuräumen, hatten die Bauern einen bewaffneten W i - der st and vorbereitet. Mit Mistgabeln, Jjacfen nsw. 'harrten sie am Bahnhof und an der Markthalle der Dinge, bk da kommen sollten, aber vergebens, dieSpartatiben" blieben aus.

Mainz, 27. Juni. (WTB.) Die Bewegung Kur Erzwingung des Preisabbaus wurde auch gestern fortgesetzt, beschränkte sich aber nicht nur auf Lebensmittel, sondern dehnte sich auch aus an­dere Artikel aus. Schuhgeschäfts wurden beispiels­weise gezwungen, die S ch u h w a r e n ohne Unter­schied Der Qualität zu 50 Mark für Damenschuhe und 70- 75 Mk. für Herrenschnhe abzugeben. Diese Zwangsverkäufe gingen unter Kontrolle von Poli- zeibomnttn vor sich.

In Wiesbaden sind die Obstpreise infolge eines sanften Druckes auch erheblich zurückgegan­gen. Auch andere Lebensmittel mürben im Preise erheblich herabgesetzt. Eier wurden zu 80 Pfennig verkauft

Von einer ähnlichen Aktion wird aus Höchst berichtet.

wagen mit Obst aus Deidesheim, weil mit Sendungen Wucher getrieben roerben sottro

± L.-O» R. 116. Tie Bereinigung des L«ro- wechr-Jnfanterie-Regiments Nr. 116 veranstaltete gestern eine FarmliLnzusammenLunft auf der Schönen Aussicht". Ter Saal vermochte nicht die ZaÜl der ehemaligen Kameraden und ihrer An- geWrigen zu Mfcu, die nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus der Umgegrud und Wetzlar er­schienen waren. Ter Bovsitzende Prvsessvr Dr. Heimann sprach die Begrüßung. Unter den Mitt- gliedern enftpmm sich dann eine rege Unterhaltung über die gemeinfanren Erlebnisse im Felde. Dem Preissä-erbenschießen tvurde sechr rege zugespnochcn. Es herrschte im Saal und im Garten ein echt lkmeLÜstchaftliches Treiben. Zum Schkusse ern»rhitte Professor Dr. Eger einige Erlebnisse aus den Klmpfen in der Champagne und gedachte der Landroehrfrauen, die auch zu Hause chven Kampf für das Vaterland zu führen hatten.

X Birklar, 26. Jmrn Der Sohn unseres ch Lehrer ^ußner wurde zum Forstassessor er» nmrnt

Fall wird fre weit hinter der vorjährigen Rekord- ernte zurückstehen. Die Sträucher batten auch dieses Frühjahr vorzüglich angesetzt und waren überreich mit Beeren bedangen. Tie wiederholten Nachtfröste haben aber der Ernte sehr geschadet. Die erften Beeren sind bereits herangereift und werden schon gepflückt, zum Teck wird sogar mit ttärnmen ge­arbeitet. Tas sckadetchn doppelter Weise ber Ernte, einmal werden die Sträucher frühzeitig zertreten, dann loerdcn durch.das Mämmen die grünen und unreifen Früchte mit abgerissen. Im Interesse der Allgemeinheit wäre es baljer sehr erwünscht, roenu zunächst, rote im Vorjahre, eine Waldsperre ner» hängt roürbe, wie es heuer auch die Genossenschafts» roalbung Salzschlirf getan bat. Dort dürfen ixn dem 1. Juli keine Heidelbeeren gepflückt werden und nachher auch erst gegen Lösung eines Erlauf» nisscheins.

Kreis Friedberg.

Ein Kolonialdenkmal in Bad-Nauheim?

Bad-Nauheim, 25. Juni. Der ehemalige ostafrikanische Major Fonck hat den Plan, nach dem Verluste unseres Kolonialbftitzes deck' kvIonia len Gedanken in unserem Volke durch ein Kolonial- denkmal wachzuhalten, das all die in unseren Koto^ nien geleistete Kulturarbeit versinnbildlichen soll Tas Tenkmal ist in Gestalt des Forts Mpapua in Teuftchostafrika gedacht, das ein Kolonicckmuseure enthalten und als ein Ortkoloniale Saalburg" an einem vielbesuchten Orte im Herzen Deutsch­lands errichtet werden soll. Major Fvnck hält unfern Badeort für besonders geeignet und ist da- her an die hiesige Ortsgruppe oer Teuftchen Kolo­nialgesellschaft herangetreten, die zunächst für den Fvnckschen Gedanken roerben will. Ein Modell des geplanten Kolonialmuseums ist gegenwärtig hier in der Parkstraße ausgestellt. Als geeigneten Platz für die Errichtung des Denkmals betradjtet mar hier die Höhe des Lichteübergs am Johannisberg

** Bab-Nau'heim, 28. Juni. T« Richard-Strauß-Abend (Strauß-Reger- Fest) findet heute abend im Konzerttnrus statt. Solist ist I v h n G l ä s e r vom FranftuttcrOveriv- haus, die Leitung hat Hofrat Prof. Hans-Win- derstein.

Starkenburg und Rheinhessen.

wz. Mainz, 28. Juni. Wie zu erwarten tont, blieb der Markt am Samstag v 0 llstän 0 ig leer. Nur ein Korb Kirschen zu 1.10 Mk. uni Handkäse zu 30 Pf. das Stück roaren in den frühen Vormittagsstunden vorl-anden. Die Hausfrauen, die sich zahlreich eingefunden 'hatten, mußten mit leeren Wrben wieder nach Hause gehen. Auch in den Laden der Stadt war kein Obst und Sein Gemüse zu haben In den Vormittagsstunden gab es auf dem Markt, vor dem Wirtschaftsamt und in der Stadtt-ausstraß, wieder Menschenansammlungen, ohne daß es jedoch zu weiteren Ausschreitungen kam. Viele fiajxur geschäfte blieben auch heute vormittag geschlossen

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 27. Juni. Mitb Februar d. I. wurde bei dem Juwelier Bräu­tigam auf dem Goekheplatz ein aufsehmcrregend« Einbruchsdieb stahl drdurck vollführt, das drei Unbekannte in einem gestohlenen Auto mor­gens um 10 Uhr vor das Geschäft fuhren, mit einem umwickelten Stein die Schaufensterscheibi einwarfen, Juwelen von hohem Wert errafften imt dann wieder in dem Auto unerkannt baoonjagten Der gleiche Raub wurde dieser Tage in Bresloa verübt Die Beschreibung der Breslauer Räubci stimmte genau mit den hiesigen überein. Die vor der hiesigen Krimrnalpolizei damals dem Namen nach feifcgefttilten Täter wurden von Breslauer Aitgenzeugen an der Hand übersarrdter Lichtbilder ibentifiiicrt. Es gelang nunmehr die Räuber in Berlin bzw. Erfurt festzunohnron. Es sind der 28jährige Monteur Conrad aus Berlin und der 30jährige Kraftwagenführer Fritz Stroh aus Botz, Homburg v. d H. Tarn dritten Räuber ist man auf der Spur.

hl. Marburg, 28. Juni. Wie wir hören, hat die Polizei die Preise für Kirschen auf 2,50 Mk. das Pftmd festgesetzt.

hl. Treysa, 28. Juni. Bei den Aufräu- mungsarbeiten auf der Brandstätte des Land- witts Heynmöller in Flors Hain fand maa unter den Trümmern die verkohlte Leich« seines Bruders. Er wurde seit dem Tage vermißt. Man nimmt deshalb an, daß dieser den Brant angelegt alsdann «Albstmord verübt hat und mit- verbrannt ist.

Wiesbaden, 27. Juni. Samstag nach­mittag erzwangen größere Volksmengen in den verschiedemm Buttergeschäften ber Stadt eine we­sentliche Herabsetzung der Butter­preise. Unter der Aussicht von Polizeiwacht­meistern wurden darauf die vorhandenen Butter- Vorräte verkauft.

Reformbund der Sotrhöfe.

Born 23. bis 25. d. M. hatte derReform* bunb der Gutshöfe" Interessenten zu einer Be­sichtigung verschledener Gutshöfe in der Wetterau, in benachbartem preußischen G.biete und in Stan­ken bürg ein geladen. Erschienen waren an den beide» ersten Tageir ein Vertreter des Reichsarbeitsminv- sternnns, ber hessische Finanzminister Henrich sowie andere Herren der Regierung, darunter verschiedene Lanbanttmänner, die mit der Regelung des abzw- tretenben Siedlungslandes betraut sind, zwei Na­tionalökonomen der Landesuniversität Gießen, Ver- treter der städtischen Parlamente aus Ncncheim, Friedberg, Offenbach, Frankfurt, der Lebensmittel­ämter, der Presse, Bodenreformer, sowie Vertreter der beteiligten Gutsbesitzer und Parker.

Was bezweckt der Rcformbimd der Gutshöfe?

Nach seinen Ausführungen haben mannigfache Ursachen die Bedeutung ber Landwirtschaft in den Mittelpirnkt des allgemenun Interesses gerückt. Wideftkr?ittnde Forderungen sozialer und wirt- schastlicher Art drängen nach befd>|cimiqtr Löfuilg. Ec zählt es zu seinen Ausgab.n. solch.' Gegenwatt> fragen von möglichst verschiedenen Seiten zu be­leuchten, um dadurch beit ipicktsochmann not den Problemen ber Nahrungsmittettrzeugung und ihrer Bedeutung für die Gesamtheit besser vertraut zu machen. Strenge Sachlichkeit seiner Dattegimgen soll dem Reformbund das Ohr der Angehörigen aller politischen irnb wirtschastlickxn Richtungen gewinnen Den weitesten Kreisen soll auf dem Wege der ihnen nach Beruf und Pytteirichtung geläufigen Gedankengänge vermittelt Ivetten, nxor auf cs anbommt.

Nack der Einlabung soll im Interesse der städtischen Versorgimg und des landwirttchaftiickvn Fortschrittes geprüft werden, ob die Betrievssüh- nmg dieser Güter ausweislich des Standes der Felder und der Viehhaltmig im Vergleich zu den benachbarten kleinbäueriick>.rn Betrieben eine so große Ueberlegenhett aufweist, daß die Erl>altung dieser Güter ungeachtet der lebhaften Forderung