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Hwrnitn

Nr. 149 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger för Oberhessen)

Montag, 28. Zuni 1920

WLrÄin d?° m - S jLn *i St°ckm°rk Endlich, D°!wr! Sott .tat sich do» endlich hinab. Dann duräfchrllten wir lange Gänge, weiche meiner angenommen. Oh, letzt werde ich wieder

nicht

sagte habe mir.

teilen, von denen man frittier nichts al/nte. Talier üummt es, daß die Teilavaiwnen zu einigen Steigern nvcl) nicht durclrgesülstt ivetDeii tkmnteu. ^>m übrigen aber baust die Veranlaguirg für eine Reil-e Don Steuern mit Ausncst-me zum Reichsno topser und zur Einkommensteuer, welch letztere ja nach dem Gesetze zum erstenmal im Jahre 1921 veranlagt werden wird. Soweit bei der Einitommensteuer eine

gesund werden. Nicht wahr, Doktor, Sie werden mich mitnehmen und schützen und schirmen, wie Sie mirs versprochen haben?

Als sie hierauf die Gräfin erblickte, setzte sie in verändertem Tone hinzu: Wer ist diese schöne

Wieder streckte die alte Dame lächelnd ihre Hand ans und sagte:

Küssen Sie mich, meine Liebe! Oh, wie wohl es tut, endlich Freunde gefunden zu haben. Nun­mehr möchte ich noch iveiterleben.

Weiterleben? Selbstverständlich! rief meine Gräfin aus und küßte fie, noch viele Jahve voll

fassen zu können. . ,

Ich erinnere mich an Sie, meine Hiebe, sie. Sie waren mit Enrico verheiratet. Ich Sie ein- oder zweimal gesehen uni) dachte wie schön Sie seien, aber ich verstehe nicht ganz, warum Sie mit dem Doktor gekommen sind.

Oh, sagte ich, die Gräfin und ich haben uns ht der letzten Zeit kennen gelernt und wir sind ans- gezeichnete Freunde geworden alles Ihretwegen! Seit unserer ersten Zusammenkunft haben wir mit vereinten Kräften gearbeitet, um Sie anfzufindeu und aus den Händen Ihres Verfolgers zu befreien.

Aus Stadt und Land.

Gießen, dm 28. Juni 1920.

Die Erhöhung der Renten in der Invalidenversicherung.

Die Landes Versicherungsan st alt teilt mit: Durch das Gesetz vom 20. v. M. sind die Invaliden-, Kranken- und Altersrenten um

gewesen sein. ,

Gewiß, erwiderte Pasguale. Ich erinnere mich wohl daran. ' . .. .

Dann, sagte ich, ihn ernst ins Auge fassend, müssen Sie auch wissen, wo das Duell ausge­fochten worden ist? r c ,

Gewiß, Signore. Es fand in den Gärten dieses Palastes hier statt, hinten, am Tiberufer.

Waren Sie vielleicht Zeuge der Affäre ?

Zufällig, Signore, ganz zufällig, wie ich Sie versichern kann.

Um so besser, erwiderte ich mit beruhigendem Lächeln. Später sollen Sie mir die ganze Ge­schichte erzählen. 9toct) etwas: sollte sich dreier Sal- viati blicken lassen, so sagen Sie ihm, ich persönlich sei sehr begierig, ihn zu sehen. Er wird sehr wohl verstehen, was das bedeutet, und nun, Gräfin, ver­zeihen Sie mir, bin ich völlig bereit.

Die Gräfin ging voraus. Ich folgte ihr mit der ---.. . . / * .....- «kJ. > (TL

verteilen zu können.

Osenloch - Finthen hält es für richtig, daß vom Staate die Sorgen über die Kriegsanleihen! erleichtert werden, da der Staat selbst deren Heber» nähme empfohlen hat. Zur "Frage der Staats­aufsicht empfehle es sich vielleicht, einen neuen Vertrag auszustellen, wenn die bisherigen Ver­hältnisse zu Unzuträglichkeiten geführt haben. Es sei wohl vertrauenerweckender, wenn man die Staatsaufsicht bestehen lasse.

Bücher- Gr.-Zimmern geht mit den Er­läuterungen des Vorstandes über die Dividenden- rtzrteilung nicht einig. Es sei unsere Pflicht, zu sparen, wenn es auch nur 19 000 Mark sind, die zur Verteilung kommen sollen. Bei den Abschrei- bungen sei auch die Genehmigung der Regierung notwendig. ' ,

Direktor Berg stellt fest, daß m der durch die Zentralverbände zustartee gekommenen Not- verordnilng die Abschreibung auch über 1 Proz. möglich ist. Wie ein Blitz aus fettere in Himmel kam nun die Verordnung der Gesarntregiernng, in der die Abschreibungeii auf 3 Proz. festgelegt wurden, ohne daß man auch nur in irgend einer Form mit den Genossenscknften Fühlung genom­men hat. Ein solcher Vorfall fei unerhört und man habe sofort Protest erhoben. Es frage sich, ob man diese Verordnung überhaupt anerkennen solle.

durch Fenster erhellt waren, die auf die den großen Hof umgebenden Galerien gingen. Schließ­lich stiegen wir eine zweite breite Treppe zum zweiten Stockwerk empor. Dort blieb die Gräfin stehen.

Wärterin, gehen Sie lieber voran! flüsterte sie. Sagen Sie ihr, daß zwei Freunde aus London sie zu sprechen wünschen. Wir werden migenblick- lich folgen.

Die Wärterin öffnete die nächste Tür und ließ sie offen stehen, als sie das Zimmer betrat. Einen Augenblick später schlüpften wir leise in ein wunderbar ausgestattetes Boudoir, an das sich außen eine Loggia mit dem Blick auf den Tiber anschloß.

Nunmehr erschien die Wärterin wieder an einer inneren Türe des Boudoires und bat uns durch ein Zeichen, näherzutreten.

Gehen Sie voraus! flüsterte die Gräfin. Viel­leicht hat sie mich vergessen.

Nicht ohne ein gewisses Gefühl der Rührung betrat ich das Gemach und erblickte eine Gestalt mit blassem Antlitz und großen Augen, die in ihrem Bett auf saß und uns furchtsam entgegen- sah. Als sie mich indes erkannte, wie ich mich ihrem Bette näherte, fuhr sie auf und mit einem halbunterdrückten Ausruf des Entzückens streckte sie mir ihre beiden Hände entgegen und rief:

gen 5 Stimmen genehmigt. . .

B ü che r - Gr.-Zimmern beantragt, die Ver­teilung einer Dividende zu unterlassen.

Im Laufe der Aussprack-e sprechen eine ganze Anzahl Redner für die Verteilung, von einer Seite wird der Antrag auf Ablehnung als persön- lid>e Nörgelei bezeichnet. .

Die Dividenden Verteilung wird gegen fünf Stimmen genehmigt. , .

Die ausscheibenden drei Aufsichtsratsmitglie­der Becker-Sprendlingen, Göttmann-Höchst i. O. und Schmidt-Echzell werden wieder, für den aus­scheidenden Lehrer Loch-Auerbach wird Direktor Schl apach-Alsfeld neu gewählt. .

Der vom Vorsitzenden cor getragene Bericht über die vorgenommenen Revisionen wird gutge­heißen. Die Grenzen, die bei Gewährung Don Krediten au Genossenschaften gelten sollen, sollen auf 300 000 Mark, mit Genehmigung des Aufsichtsrats auf 1 Million, in Ausnahmefällen bis 10 Millionen Mark festgesetzt werden, was gutgeheißen wird.

Direktor Mager berichtet über rärgeschlagene Statutenänderungen. Danach sollen noch K 3 die Mitgliedschaft erwerben können: 1. eingetragene Genossenschaften, 2. mit Rechtspersönlichkeit aus- geftattete Vereinigungen und 3. Einzelpersonen. Nach § 4 soll über die Aufnahme der unter 1. auf- zunehmenden Genossenschaften der Vorstand ent­scheiden. Zur Aufnahme der Geiwssenschasten, welche dem Verband der hessischen landwirtschaft­lichen Genossenschaften nicht angehören, und der unter 2. und 3. genannten Bereinigungen und Einzelpersonen ist die Genehmigung des Verbandes erforderlich. In 8 38 soll folgender Satz auf­genommen werden: Jedes Mitglied ist verpflichtet, für den laufenden Rechnungskredit bis zur Höhe von 25 000 Mark einen Geschäftsanteil zu über» nahmen. Jede MitgliedSginoss-enschast bat für einen höheren laufenden Rechnungskredit für je 25 000 Mark oder einen Teilbetrag da­von einen Geschäftsanteil zu übernehmen. Nach Aussprache werden die Vorschläge genehmigt. Endlich soll noch der Beschluß der Generalversammlung von> 1914 aufgehoben werden, nach welchem das Abkommen mit der Regierung betr. die Hingabe eines Darlehens und die Eröff­nung eines Kredits an die Zentralkasse der Hess, landw. Genossenschaften zu Darmstadt als wesent-

Cchhebüng an der Quelle erfolgt, wird in kurzer Zeit bamii der Anfang gemacht werden.

Wer genauer Fusickht, der kann nicht von eurer Verlangsamung der Steuerveranlagung gegenüber dem Tempo in der Vorkriegszeit sprechen, fonbem der muß zugeben, daß angesichLs der gewalttgcn Aufgaben und der großen Sck»wierigkeiten in der Gegenwart die VerMilagungsaroeit rascher gesörvert wird als früher. Was das Reichsnodopfer anbe- langt, so ivar von vornherein klar, daß es bis zum Sommer hingegen würde, bis die Veranlagungs­arbeiten entspreck-end in Fluß kommen nriiröen. Denn gerade bei diesem Gesetze müssen die ^Vor­bereitungen für die VevanlaAung mit großer Sorg­falt getroffen werden. Außerdem 'handelt es sich lhier um eine Steuer, durch welche ein sehr großer Prozentsatz der gesamten Bevölkerung, wenn auch mit kleinen Beträgen, erfaßt wird. Schon bet der Abfassung des Gesetzes wurde deswegen bestimmt, daß Vorauszählungen aus diese Steuer vorgeiwm- men werden könnten, ckhe die Veranlagung erfolgt ist. Wer in bar DorauszchhLnngen auf das Reichs- notvpfer bis zum 30. Juni vornimmt, erhält eine Vergütung von 8 Prozent bieten Vorauszahlung; wer vom 30. Juni bis zum 31. Dezember foldx Voranszahlungen macht, erhalt eine Vergütung von 4 Pvozent des vorausbezaljlten Betrages. Dadurch soll nicht nur ein Anreiz geschaffen werden, daß möglichst große Telle des Reichsnodopfers bald de- za'hlt werden, es soll auch die ©teuer etfcbung da­durch beschleunigt werden. Tie Bevölkerung selbst ifat es also in der Hand, auf diesem Gebiete der FiiranzVerwaltung die Arbeit wesentlich zu erleich­tern. Auch durch möglichst genaue und richtige An­gaben bei den einzelnen Steuererklärungen kann viel Arbeit von feiten der ^^öskerung gespart wer­den: das Vommt dann schließlich den Sleuerzähle n selbst nrieber zugute. Im übrigen iit dafür geborgt, daß alle Steuerpflichtigen zur Steuer hwangezogen werden und daß die Veranlagung genauer vor ge­nommen werden wird, als es vor dem Kriege der Fall war.

Die Gräkin.

Roman von G. W. App le ton. ^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 66.

Natürlich, sagte die Gräfin welche die Wich^ tiakeit dieser Bemerkung rasch erfaßte, der Erbgras hat seinen Vater vor vielen Jahren in einem Duell getötet. Sie müssen damals schon nn Polaste

Verzögerung der Steirerveranlazung?

Auf Grund von Material des Necchssinanzm inisr eriums

Von Justtz-rat Grünewald, M. d. N.

Noch ist es kein Ia'hr her, seit die guoßje Steuer- deform von der diatvonlaL^erammlung in Migrrff genommen wurde. Eine 2liusgttbe von imge^arer Größe lag ter i'är, galt es doch für, das .Reich trtcTL' als zehnmal sio viel Steuern zu sck-affeu, als ci vor dem Kriege gel-rbt 'batte. Astch ntandj-cr ernste Finanzixillliler mochte zweifeln, ob diese Aufgabe sich überhaupt würde lösen lassen. Die nxmtglten aber satten erwarten können, daß die ^teuergeietz- gebung trotz der eingehendn Einzeloeratung in ter- Mlttiismäßig fo kurzer Zeit durchgeführt tver^en könnte. Hatte doch die Finanzreform von lUOU, tne nur einige hundert Millionen Mark neuer Steuern gebracht Halbe, die Getetzg-ürung ein ganzes lang in Anspruch genommen, und dabei war die Kernfrage feuer Reform, die Besitzittmerfragc, svgar auf frätere Zeit vcrbag-t worden. Ter auf- vtnerfreudigen Arbett aller beteiligten Farwren der Nattonalveriammlung Ivie der Regierung ist es nun gelungen, in rund 3A IÄHren das ganze direkte Steuersystem des Reiches umzubauen und mich bte indirekten Steuern auf wickstigen Gebieten zu ve- fovmieren. Tas ist eine Arbeitsleistung, von der sich die Bevölkerung tkrum einen Begriff machen

Nun gilt es, die Steuergesetzgebung zur Aus- siktzrung zu bringen. Breite Schichten des Volkes 'ho.ben keine Vorstellung, welch eine imgie^eure Ar­beit die Veranlagung neuer Steuern überUaiUrt und im gegenwärtigen Au erblicke insbeso ndere .macht. Jede neue Steuer erfordert, nachdem sie Gesetz ge­worden ist, mio-natelange Arbeiten zur Fertigstel­lung der AüsfÄl-rnngsbesbimmungen, zur Vorberei­tung und Durchführung der Beranlagungsarbeit. Das war schon im Frieden der Fall, wo doch der ganze Beamtenappavat intakt ,war und wo es sich meistens um Steuern von geringem Umfange san­delte. Selbst die Einkommensteuer, di' sich doch durch eine ein Blerteljahrhundert lange Pvaxis vollkom­men eingespielt bitte, verursachte jedes Jahr mvnatclange Vorarbeiten für die N en Veranlagung. Schon im Herbste wurde Jckhr für Jahr die Per- svnenbestrndsauftial.'me gemacht, dann kam bis in den Januar Hinern die Steuererklärung und bis die Steuerzet'.el ausgegeben war en, ward.' es Mite Mai loder Juni. In den letzten Kriegs ml-ren kamen die Steuerzettel vielfach erst noch später an die

** Zur Umsatzsteuer liegen einige be fionders bemerkenswerte Entscheidungen des Reichsfinanzhofs vor. Tie Fürsorge eines UnternÄ/mers für seine Ar bester und Angestellten bildet einen Teil der gewerblichen Tätt.B^rt im Sinne des Umsatzstenergesetzes, so daß die dabei vereinnahmten Entgelte der Umsatzsteuer unter - licgen, fuioeit nicht bestimmte Voraussetzungen er­füllt sind. Ties gilt auch baren, wenn es sich um den Vertrieb rationierter Waren tzindelt. Tie Ver­gütung au den Exporthändler beträgt 1,5 v. H. des von ihm entrichteten Entgelts, wenn er beim Hersteller luxussteuerpflichtige Gegenstände von einem Zwischenhändler erworben 'hat. Die Wein- steuer bildet einen Teil des urnsatzsteuerpflichtig en Gesamtentgelts für die Weinlieferungen. Entgelte, die ein Verein Für Leistungen an Mitglieder er hebt, find als EiiMähmen aus einer gewerblichen Tätigkeit umsatzsteuerpflichtig; 'hierzu gehören nichi Mitgliederbciträge als solche. Inländisch: kurs- 'habende Bri-efmiarten gelten bei der Veräußerung zu einem 'höheren als dem aufgedrustten Werte als luxussteuerpflichtige ©ammelgegenftänbe.

** Verwertung der Feldpostkarten. Es stecht nichts entgegen, die aus dem Feldpost- verlehr übriggeblicbenm Feldpostkarten und Feld­postkartenbriefe im gewöhnlichen nrmeren deutscheäi Postverkechr zu verwenden, jedoch müssen der Auf­druckFeldpost" und die sonstigen nicht mehr w treffenden, vorgedruckten Angaben für die Feld­anschrift vor der Einlieferung gestrichen^ werden. Die bei den Vosdanstälten tvrlyjnbencn Restbest änoc an einfachen und doppelten Feldpostkarten werden nur noch kurze Zeit zum Verkauf bereitgehalten. Diese Vordrucke sind wesentlich billiger als bte sonstigen, arvüichen Poftkartemformulave und außer zu Mittellungen auch zu Bureau- und ähnlichrn Zwecken geeignet. Nähere Einzelheiten sind bei den Hosdanftalten zu erfragen.

Kreis Schotten.

d. Glashütten, 28. Juni. Hier kehrte Otto Mourdier aus russischer Gefangenschaft endlich zurück. Er war fest 1. November 1915 in Gefangen­schaft. Von 'hier befindet sich in Sibirien jetzt nur noch Heinrich Zimmer, Söhn des Försters Zimmer.-

d. Oberlais, 28. Juni. Tie bereits ange- fünbigten ?Iuffülham^it der Jugendvereine von Oberlais und Glashütten finden am 18. Juli in Glashütten (verbunden rnst großem Jugendfest^, 25. Juli in Bad-Salzitzausen, 8. August in Lich, 15. Älugust in Lauterbach statt. An Stelle von KöniersDeutsche Treue" tritt, um die im vorigen Jckhi- mit fo großem Beifall ausgenommenen Tell- allffü'hningon nicht ganz in Wegfall kommen zu lassen, der Rütli-SchSvur.

Hessen-Nassau.

monatlich 10 Mk. mit Wirkung vorn 1. Juli erhöht norden. Die Empfänger dieser Renten müs­sen also bei der nächsten Rentenzahlung mit Quit­tungen erscheinen, die auf die Rente ncblt 30 JJtr. Zulage lauten. Bei den Witwenrenten beträgt die Erhöhung monatlich 5 Mk. und die Quittungen müssen demnach auf den Betrag der Diente nebst 15 Mk. Zulage lauten. Wenn die Quittungen nicht richtig ausgestellt sind, müssen sich notwendig bei der Auszahlung Weiterungen ergeben. Keinen Anspruch auj diese Rentenerhöhung haben insbe- ondere die Kriegsbeschädigten und die Kriegshm- tecbliebenen, die demnächst auf Grund des kürz­lich vei'offentlichten Reichsversorgungsgesetzes ganz bedeutend höhere Bezüge erhalten als bisher. Sie bekommen aber bis zum Jahresschluß noch die ruberen Rentenzulagen. Demnach haben die Kriegsirivaliden die Quittungen wie bisher über den Reutenbetrag nebst 20 Mk. Zulage und die Kriegswitwen über den Renten betrag nebst 10 Mk. Zulage auszustellen. Wenn ihnen auf Grund von Quittungen über einen Heven Zulage bet rag dieser bei der Post ausge^ahlt werden sollte, würde das zuviel Gezahlte bei Der nächsten Zahlung abgezogen werden. Durch das Gesetz vom 20. v. M. sind auch für die Waisen, die nicht Kriegswaisen sind, Rentenzahlungen von monatlich '10 Mk. eingeführt worden. Diese Zulagen werden aber erst aus­gezahlt, nachdem den Empfangsberechtigten befon bere Nachricht von der Landesversicheruugsanstalt zugegangen ist, und zwar nachträglich für dir Zeit vom 1. Juli ab. In ihre Quittungen ist also bis zum Empfang dieser Nachricht nur der Mv- natsbetrag der Rente selbst einzustellen.

Gcnrralversammlung dekZenirattatse der hrsi. landwirlschaftl. Genoffenschatten.

Freitag morgen 9x/2 Uhr sand in Darmstadt oie starkbesuchte 7. ordentliche Generalversammlung obengenannter Genossenschaft statt. Dem Bericht, den Direktor Mager erstattete, ist zu entnehmen, paß neun Beitrittserllärungen erfolgt sind. Im neuen Jahre ist eine große Umsatzsteigerung zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz in den ersten 5 Monaten des Jahres 19'20 betrug 1 370 000 000 Mark gegenüber 443 000 000 Mk. in den gleichen Monaten des Vorjahres. Die Einlagen der Genossenschaften sind von 67 Millionen Ende 1919 auf 77 Millionen Ende April 1920 ange- UHubfen. Es sollen 4 Prozent Dividende verteilt nxrben.

Bürgermeister Bücher - Gwß-Zrmmern macht einige Mitteilungen zu dem Bericht und spricht sich gegen eine Verteilung der 4prozentigen Dividende aus, da alles Geld jetzt zusammen- gcbitten werden irtüffe, um einen Reservefonds zu erteilten. Tir. Mager erwidert, daß Vor­stand und Aufsich-tsrat die 4proz. Dividende voll und ganz für berechtigt halten. Die Dividende werde aus den statutenmäßig angelegten Betriebs- rücklagen entnommen. Diese Dividi-ndenpolitik sei notwendig. Er hoffe im nächsten Jahr 5 Prozent

lieber Bestandteil des Statuts gilt.

Direktor Mager erstattet eingehenden Be- ridü, in welchem er hervorhebt, daß nach der ge­schichtlichen Entwickelung und den Erfahrungen hervorragender Bank- und Genossenschaftsmänner immer wieder die Rückkehr zur Selbsthilfe den größten Vorteil bietet. Die Anlehnung an den Staat bietet keine bessere Garantie. Den Kredit des beffifdjen Staates habe man nur em Jahr, von 19141915, in Anspruch genommen und den Betrag im vorigere Jahre bei dem Einrücken der Franzosen zurückbezahlt. Bon den etwa 30 in Deutsckstcmd bestehenden großen Zentralkassen ha­ben nur wenige Anlehnung an den Staat. Man werde dem Staat und der jetzigen Regierung für ihre Unterstützung dankbar sein.

Bücher-Gr.-Zimmern hält die Staatsauf­sicht mit Rücksicht auf die zu erwartenden schweren Zeiten noch für angebracht und wichtig.

Nach weiteren Ausführungen des Direktors Mager wird der Antrag des Vorstandes gegen 5 Stimmen angenommen. Auf Antrag des Vorsitzenden werden die Tagesgebuhren auf 40 Mark, für Uebernachtungen auf zirka 20 Mk. er Höcht.

Auf eine Anfrage teilt Ofenloch- Finthen mit, daß demnächst weitere 10 Prozent ans der LaiidwirisckMf licken Genoss'.mschaftLbank zur Aus­zahlung kommen.

Bevölkerung. . _

Wenn man nun bedenkt, daß mit Ausnahme der alten Ertrags steuern das gwize direkte . Steuer­system reformiert worden ist, daß eine Reihe ganz neuer Steuern zu früheren Steuern hinzu la men, fo begreift auch der Laie, daß die Beranlagunzs-! arbeit unendlich viel schwieriger geworden ist als vor dem Kriege. Es gilt, ein Viel faches dessen zu leisten, ivas die direkten Steuern an Beran-, lagungsarbeit früher gefordert 'haben. Dazu kommt ein Weiteres: Nur in einigen Bundesstaaten des . Teuts^en Reiches von gestern war schon vior dem Kriege die Bevanlagungstechnik und der ganze Finanzappavat in einer befriedigenden Weise ans-, gebaut, so z. B. in Hessen. In a-rderen Bundes-, staaten, namentlich in Preußen, ließ die Organisa­tion der Finanzverwaltung und die ganze Steucv- einsch^tzimg autzevordentlich viel zu wünschen übrig. Sollten die neuen Steuern nicht bboß auf dem Pa­pier steten, stillte vor allem der Grundsatz der Gleichnmßigkell und GerechtigL'eit im Steuekwesent voll zum Durchbruch kommen, so mußte die ganze ganze Steuerverwaltunig reformiert werden. Das allein träte in der Zeit vor dem Kriege eine Ar­beit gewesen, die mefyr als ein Jahr in Anspruch genommen hätte. Auch diese Aufgabe ist gesetz­geberisch gvlöst. Tie Reichsabgabenord-mmg bringt eine vollkommen neue Grundlage für das ganze Steuerwesen und einen ganz neuen Aufbau der Steuerverwaltung. An dem prakttschen Umbau der Finanzvenvalttmg ist seit Beginn des Oktober in rastloser Arbeit gesflafst worden, und es ist auch hier erreicht woroen, was man früher in so kurzer Zett- fMnne nicht für möalich gehalten hätte. Und dabei stellten sich Hemmnisse in den Weg, mit denen man vor dem Kriege nbztetWt nicht zu rechnen gehabt 'hatte. Man deitke mir an die Ihrterbnngimg der Beamten bei der l-errnchenden Wo'himngsnot. Taß auch die Beamten?,a!ltl s-eht piark erholst weroen mußte, ist so stört Har, sobald man sich bergegen^ wörttgt, daß die Reicl!ssteuern allein mdjtr als zehn- maftl soviel Erträge bringen sollen, als sie vor dem Kriege bvacksten. Und dabei muß bei der Beran- Tagung in der Gage:wart mit viel größerer Ge­nauigkeit verfaliren werden, iveil die Höhe der Steners'ätze die Gefahr der Steuerhinterziehung be­kanntermaßen steigert. Auch die Steuergesetze selost sind wesentlich konrplizierter >als vor dem Kriege, ^veil man trotz der lDhen Steuersummen, bte not­wendig werden, die soziale Seite der Besteuerung in besonders 'weitgehender Weise hevansgoarbeitet Hat.

Zu diesen Gründen stimmen noch technische Schwierigkeiten rwrncherlei Art l-inzn. Die gvotze Masse gesetzgeberischer Arbeit, die auf den ver­schiedensten Gebiet.n geleistet werden mußte, wirkte naturgemäß verzögrrnd auf die Durchberatung und Fertigstellung der AusMhnmgsbestemmirrigen. xie

Dame da?

Erinnern Sie sich meiner nicht, Gräfin? fragte meine Begleiterin und näherte sich ebenfalls dem Bette. Ich bin verwandt mit Ihnen, die Gräfin Maria, die Witwe Emicos.

Immer noch schien die alte Dame sich

Papiemvt und die Ueberlastmig der Druckereien bo- Unter der früheren Regierung hätte di^nicht vor­reitet gleichfalls der Fivan^erwaltung Schwierig-1 kommen können. Zu der Frage der Kredit- ......... ~ ' I gewährung von 500 000 Mk. stelle er feit, daß zur I raschen Beschaffung von Zucker und Kupiervitrwl, Sck-vefel usw. große Kredite notwmdig waren, die bei den heutigen Berlstilmissen viel größer leien wie früfyer. Wenn Die Genossenschaften kredittähig bleiben sollen, müssen sie eine praktisch arbettenOe Zentralkasse txiben, um ihre Ausgaben zu lösen.

Bankdirektor Stein erklärt, daß ein L<l)rei der Entrüstung durch die ganzen Genossenschaften gehen muß, wenn diese Verordnung richtig ist. Wenn diese Verordnung durchgeführt werden soll, lverden alle Genosfenschaiten außerordentlich ge­schädigt und deren Entwickelung benachteiligt. Die ganzen beutfdten Genossenschaften mußten gegen diesen Beschluß protestieren, wenn bei der hessi­schen Regierung das Verständnis für die Tragweite ihres Verhaltens fehlen sollte.

Ter Bericht wird genehmigt, ebenso der vom Vorsitzenden trorgetragene Bericht des Aufsichts­rates. Jahresrechrung und Bilanz werden ge-

= Frankfurt a. M., 25. Juni. Der Schlichtungsausschuß billigte heute den Angestellten der Privatbanken, Kre­ditanstalten usw. für Juli und August die Zuschläge des Schiedsspruches vom 18. April zu, zuzüglich 10 Proz. für Verheiratete und 5 Proz. für Ledige über 22 Jahre sowie eine.Kinderzulage von 10 Prvz. Ausschlaggebend war die Teuerung und die jetzt zur Erhebuna kommenden Steuern. Die Leitung der hiesigen Großbanken hatte es ab- gelehnt, mit ihren Angestellten über die Teue rungszulagen für Juli und August zu verhandeln da ein neues Provisorium zum Reichstarif die Frage einheitlich für das ganze Reich regeln soll. Die Angestellten widersprachen heute vor dem Schlichttmgsausschuß mit dem Hinweis darauf, daß der für Frankfurt angekündigte Lokaltarif bis zum 31. Dezember laufe. Der Schlichtungs-

Glückes sollen Sie erleben! Wir beabtecf>tigen, Sie Sie geradenwegs aus diesem schrecklichen Gebäude geradeswegs aus diesem schoecklickion Gebäude her- äuszunchmen, und nie ntehr s-oll eine böse und grau­same Hand an Ihrer Freiheit rütteln!

Sie sind sehr gut Sie . haben ein liebes, freundliches Gesicht, Maria, inib ist der Doktor da nicht ein feiner Mensch? Also, Freunde sind Sie? Wie mich das freut! Wissen Sie, daß Vittorio seinen Vater getötet hat?

Ja, ich weiß es.

Und hat Ihnen der Doktor erzählt, wie grau­sam ich behandett worden bin? Erinnern Sie sich, Tvttor, des Pontifex Sguaves? Es ist eine Schande, meine Liebe, oh, eine Schn ach! Von rohen Man nein wurde ich im Nachtgewand weggeschleppt. Wie kann ich das je vergessen!

Sie hielt einen Augenblick inne, dann fügte sie mit einem Lachen, das peinlich anzubönm war, hinzu: Aber Vittorio hat schießtech doch nicht ge­siegt, ober? Haben Sie es noch in Ihrem Ge wahrsam, Tottor? Was ich Ihnen übergab, ist e in Sicherheit?

Jawohl, gewiß, Gott sei Dank! Aber mai hat verzweifelte Versuche unternommen, es mir zi entreißen, als sich herausstellte, daß es nicht ir Ihrem Besitze war. Einbrech.r haben meine Wob mntg darnach durchsucht. Und sie haben sogar der Versuch gemacht, es auf meiner Bank zu holen wo es jetzt liegt. (Fort|etzung folgt.)