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?ruvt>e nahestehen. Für Industrien, die in vcr- ichiedenen $>auirtinbuftriegeoiet.n verstreut liegen, besteht die Möglichkeit, mehrere Preisprüsungs- stellen unter einem Reichs bevollmächtigten zu schaffen. Hierbei ist außerdem rwch zu berücksich­tigen, daß die allzu weitgelxmde Spezialisierung der Anj-enhande.sstellen der Industrie sechst grobe Kosten machen würde, so daß schon aus diesen Grunde die Auhenbandelsste.len nach Möglichkeil zulammengeiaßt werden.

Angesichts der Notwendigkeit eines raschen und geordneten Aufbaues des deutschen Außen Handels ist es nunmehr erforder ich, daß alle be- iiietligten Faktoren zur Erreichung dieses Zieles zusammenwirken. Wie aus den vom Rrichsver band der Deutschen Industrie geführten Vrtl^nd- langen hervorgeht, wird es deshalb jetzt nicht mehr zwemckäßig sein, über die grundsätzliche No­wendigkeit und die Zusammensetzung der Außen- Handelsstellen noch weiter zu diskutieren. Nach dem nwnatelangen Berahm und Erwägen ist es erforderlich, den spät gefaßten Entsch rasch durchzuführen und die neuen Organisationen sich in der Praxis bewähren zu lassen.

Line neue d:ulsche Note über die Zluslitferungsfragt.

Paris, 28. Jan. (WTB.) Dem Sekretariat der Friedenskonferenz wurde gestern eine neue deutsche Note bezüglich der Auslieferung der Schuldigen übergeben. Ti: deutsche Re­gierung erhebt darin neue Einwände gegen die Ausführung des Artikels des Vertrages hinsicht­lich der Ausli-'ferung und stellt fest, daß die Aus­lieferung zweifellos wirtschas liche und politische Störungen zur Folge hätte und daß bie Bergwerke stark in iltrer Produktion beeinträchtigt würden. Zum Schluß schlägt die deutsche Regierung die Aburteilung der Schuldigen in Teu tschland Vor unter der Kontrolle der Alliierten bezüglich des ein^uschlagenden Prozeß­verfahrens, wie sie es schon früher vorgeschlagen hatte.

Französische» Urteil gegen ritten deutschen Ingenieur.

AmienS, 28. Jan. (WTB.) Das KriegS- gericht von Amiens verurteilte den deutschen In­genieur Emil Küpper zu fünf Jahren Festungshaft. Küpper betrieb für die kürzlich von dem gleichen Kriegsgericht verurteilten Ge­brüder Rößling eine Fabrik in Longwy.

Der Völkerbund.

Carnarvon, 27. Jan. (Wokff.) Funk- sprnch. Wie ans London gemeldet wird, beginnt der Völkerbund heute seine praktische Arbeit. Zum ersten Male werden deutsche Delegierte an den Bera'ungen teilnelnnen. Der Verwaltungsrat des internationalen Arbeitsamtes, welcher im Rahmen des Völkerbundes geschaffen wurde, wird zusammentveten, um die formalen Arbeiten, die sich aus der ersten Konferenz in Washington ergeben haben, zu behandeln und zu erwägen, wie den Beschlüs en, die bezüglich des Achtstundentaoes der Nachtarbeit von Frauen und Kindern in Fabriken, der Arbeitslosigkeit des Wöchnerinnenschutzes und der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren gefaßt wurden, praktische Ge­stalt gegeben werden soll. Der Berwaltungsral stebt unter dem Vorsitz des früheren französischen Mu .itionkmirisers i ns> Sozia isten ü rers Alb rt Thomas und setzt sich aus Vertretern der Re­gierungen von Großbritannien, Frankreich. Bel­gien, Italien, Canada ^Spanien, der Schweiz, Tänemart, Argentinien, Jap.in, P»len und Deutschland zusammen und um'aßt ferner Ver­treter der Arbeitgeber von Großbritannien. Frank­reich, Italien, Belgien der Tschechv-Sloiva 'ei und der Schweiz, und Arbeiterde egierte von Frank­reich, Holland, Großbritannien Schweden, Ca- nada und Deutschland.

Dos internationale Arbeitsamt.

Paris, 28. Jan. (WTB.) In der heutigen zweiten Sitzung des Verwaltungsrates des internationalen Arbeitsamtes wur­den zunächst die Protokolle über die Ver­handlungen in Washington genehmigt. Der Rat behandelte alsdann die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um den in Washington vor der Ratifizierung des Vertrages von Versail­les angenommenen Resolutionen! Folge zu geben. Meh--re Delegierte, barunter die Vertreter der Arbeitgcb-r Frankreichs und Belgiens, formulier­ten gewisse Reserven und betonten, daß die Kom­petenz der Parlamente erhallen bleiben müsse. Der französische Arbritervertreter Jvuhaur antwortete, daß nach der Ansicht der Arbeiter das internatio­nale Arbeitsamt als eine Art wirtschaftlichen Par­laments hödwen Grades angesehen werden müsse, dessen Beschlüsse kurzer Hand wn dm Stenten ra­tifiziert werden müßten. Es wurde schließlich be­schlossen, dem Völkerbund die Aufgabe zu über­laden, die Entschließungen der Konferenz nach dem Friedensvertrag von Versailles zur Anwendung bringen zu lassen. Albert Thomas wurde - instimmig zum Tireltor des Arbeitsamtes ernannt. Tdomas setzte a'Sdann einen P au über die Organisation des Lu.raus auseinander. Der Verwattungs nt entschied, den Organisationsvlau und das proviso­rische Budget einer Kommis ion zu überweisen, die zusammengesetzt ist aus einem Regierungsver­treter, einem Vwtrete'.' ^er Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Bevor die St'e ialwrnmi'sion und die Budget.ommdfion sich ve.einigen, wirst Jou- haur die Frage auf, wer die Kosten für die Arbeitnehmer- und Arbeitgeber Dc e ationen beim Verwaltuugsrat tragen solle, die Regierung oder

I das internationale Arbeitsamt. Der englische Re­gierungsvertreter vertritt den Standpun.'t Ion

I baue daß die Arbeitgeber- und Arbeitnehmer Delegierten nicht nur ihr eigenes Land, sondern auch die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der nich vertretenen Länder vertreten Auch der Jtailener Pirelli schließt sich dem Standpunkte Jouhauz an. Tavauf vertagte sich der Venvaltungsral auf nachmittags.

Beratungen der Internationale.

Paris, 28. Jan. (WTB.) Der ständige Aus­schuß bet Linksradikalen hielt am Dienstag abend eine Sitzung ab zur Entgegennahme des Be­richtes des Parteisekretärs F r o s s a r d über seine Reise nach der Schweiz, wo er mit der Parteileitung der gleichen schweizerischen sozialdemokratischen Partei und mit Crispicn, der deutschen miabhän- gigen sozialdemokratiichen Partei, Verhandlungen pflog zum Zwecke der Wiedererrichtung der Inter­nationale.

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Unser Botschafter in Pari».

Paris, 28. Jan. (WTB.) Der deutsche Ge­schäftsträger in Paris, Dr. Mayer wird Mille­rand am Donnerstag nachmittag 5 Uhr seine Be- glaubigungsschveibim überreichen.

Die französische Ein- und Ausfuhr.

Paris, 27. Jan. (WTB.) In den ersten elf Monaten des Jahres 1919 betrug die französische Einfuhr 25336978000 Franken, die Aus­fuhr 6 223 548 000 Franken, was ein Defizit von 20 Milliarden bedeutet. Es wurden für eine halbe Milliarde Lebensmittel eingeführt gegen 49 Mill. Franken im Vorjahre.

Die finanzielle Hilfeleiftnng Holland».

In einer Betrachtung derDeutsch »n All­gemeinen Zeitung "üxT das hollän­disch-deutsche Kreditabkommen btt es: Das kleine Holland ist eS, daS ,Deutsch! urd als erstes hilfreich die Hand reicht und als erstes dem bciiti'dten Volke dn Vertrauens! o um mrs- stellt. Neben diesem nicht zu unterschätzenden ü» eiten Moment tritt weit in den Vordergrund die praktisclte Frage für das deutsche Wirt chaftsleb.n. Wesentlich und von größter Bedeutung für Deutsch­land ist es, daß cs jedem fremden Staate oderjedem Privatma unfrei st eht, sich dem holländisch-deutschen Abkom­men anzuschließen, so daß also eigent'ich dieses Abkommen die Grundlage für einen großen internationalen Kredit an Deutschland bildet.

Sonntagsruhe der Presse in Amsterdam.

Amsterdam, 27. Jan. (Wolff.) Wie die Times" aus Madrid meldet, ist in Amsterdam durch königlichen Beschluß die Sonntagsruhe für die Journalisten eingeführt worden. Zwi'chen Sonntag und Mout-rg mittag bart in Zukunst keine Zeitung mehr gedruckt oder ver­kauf werden. Zwftck>en Sonntag 6 Uhr morgens tmb Montag 6 Uhr morgens werden keine telegra­phischen oder telephoni.chn P^s.emeldungen nvrhr angenommen.

Amerika und der Handel mit Rußland.

Paris, 27. Jan. (WTB.) Vertreter von 45 amerikanischen Handelshäusern sollen vom Staats ekvetär Lansing verlangt (laben, den £>anbel mit Ruschrnd wi-der aufzunehmen.

Die Lage in Syrien.

Amsterdam, 27. Ion. (WTB.) Einer Times"-Mekdung zufolge soll die Lage in Sy­rien äußerst em st sein. Truppen aus Bairut und aus dem Libanon wurden zur Bekämpfung der Aufständischen entsandt.

Die Unruhen in Aegypten.

Paris, 27. Jan. (WTB.) Bei den Un­ruhen in Tanda k nordwestlich von Kairo tour» ben vier engtiirije Soldaten irrtountet, 20 Aegyp- ter tourten grtotet und 55 verwundet. Es wurde der Belagerungszustand verhängt.

Englands Vorsicht-Maßregeln in Indien.

Delhi, 28. Jan. (WTB.) Havas. Die in­dische Regierung verbietet feindlichen Ausländern ben Aufenthalt in 3nbrn auf die Tauer von fünf Iah en vom Tage der Einstellung der Feindstlii teilen an.

Haag, 27. Jan. (WTB.) Bei der Erzwin­gung des Alrandvilangipasses an der indischen Grenze lieferten britische Trup­pen dem i»n drei Seien vvrgeheilen Feind eine erbitterte Schla cht. Tie britikben Truppen hatten schwere Verluste, doch rügten sie dem Feinde eint empfindliche Schlappe bei.

Telhi, 27. Jan. (WW> Bei Mvishera wurde ein Per svnenzug angegriffen. Es wurden Bomben g.gen den Zug genxrrfcn.

Der Zustand (Er)bergers verschlimmert.

Berlin, 27. Ion. (WTB.) Der Zu- tanb Erzbergers hat sich verschlim­mert. Temperatur über 37, Puls 120.

Berlin, 27. Jan. (Wolff.) Die Röntgen­untersuchung der Schrchverletzung Erzber- ger s, die unter Hinzuziehung des Professors Hildebrandt durch den Hausarzt Professor Dr. Plesch vorgenommen wurde, ergab fol­genden Befund: Die Kugel, die Teile des Schulterblattes zersplitterte, sitzt dort fest. Da größere Blutungen eingetreten sind und die Wunde äußerst schmerzhaft ist, ist es zur Zeit nicht möglich, das Geschoß zu entferne?!. Erzberger ist zur Zeit fieberfrei, doch leider er an großer Schwäche. Pulszahl 140.

Berlin, 27. Jan. (Wolff.) Die heutige Sitzung der preußischen Landesver­sammlung eröffnete der Präsident L e i - ner t mit einer Ansprache, die die Mitglieder stehend entgegennahmen. Er drückte darin Jen Ab,scheu des Hauses vor dem Mord- anschlag auf Erzberger aus und entbot diesem oie herzlichsten Wünsche für seine baldige Genesung.

Berlin, 27. Jan. (Wolff.) Nach der Untersuchung wurde Erzbcrger wieder nach seiner Wohnung gebracht. Die Aerzte haben unbedingte Ruhe geboten. Der Mi­nister erledigt nur die dringendsten Staats­geschäfte.

Der Prozeß Erzberger helfferich vertagt.

Berlin, 27. Jan. (Wolff.) In her heutigen Sitzung des 'Lrozeß Erzberger-Helfferich wurde beid^ofjcn, die Verhandlungen auf Frei­tag vormittag zu vertagen. Es soll dann der Fall derOstropa" verhandelt und dazuBeugen ^la­den werden. Der Bvlsitzendmachte bekannt, daß er nad? dem gestrigen Vorfall streng: Maßnahmen über die Zulassung zum Zuschauerraum treffen wild. Alle Besucher sollen aut Waffen unter­sucht werden.

Attr Oem Reiche.

lNoske über das deutsche Heer.

Amste rdam, 27. Jan. (Wolfs.) In einer Unterredung mit dem Berliner Ve tretet des ,,Te- legraaf" erklärte Noske, die Neutralen und die Entente hätten das größte Jntereise daran, baß Deutschland bald zur Ruhe komme. Vielleicht lomme dse Entente noch im letzten Augenblick zu der Einsvcht, daß bas Deutschland erlaubte Heer von 100000 Mann nicht in der £a<e sei, die Ruhe im Mittelpunkt Europas zu ge­währleiste».

Rciärskanzrer Bauer an den aas- -ewiesenen verwaltungspräfidenten v. Halfern.

Berlin, 27. Jan. (Wolff.) ReichSkamstak Bauer richtete an den von den ftanzöiischen Re- giermrastruppen ohne Angabe von Gründen audg.-uy;efmen Berwalttmgspiä.ch.mten v. Hal­fern riadytebented Schreivm:'Jiadfiem Sie von. ben französischen Be atzungStruppen ohne Angabe von Gründen Ihres Amtes enthoben und inntr- haib von zwei Stunden aus Ihrem Amtssitz Saarbrücken und Ihrer rheinischen Heimat ausg> wiesen sind, wurde gegen dieses rechtswidrige Vor­gehen aui diplomattschem Wege Protest eingelegt. In Verbindung mit dieser Mitteilung ist es mir ein Bedürfnis. Ihnen für Ihr treuem Aus harren auf Ihrem Posten in schwerster Zeit sstr Ihr mann­haftes Verhalten ben Dank unb bie Anerkennung der ReichSngrerung auszusprechen."

Tie Eisevbahuertzewegung.

Frankfurt a. M., 27. Jan. (WTB.) Dir Eisenbahnarbeiter der geschlossenen Werkstätten in Frankfurt und Nied beschlossen heute in einer Versammlung, den Berliner Hauptvorstand des Eisenbahnerverbanoes zur Gntfdribung über die Bedingungen zur Einstellung anzurufen. In einer zweiten Versammlung soll bann ein enbgttb tiger Beschluß gefaßt werden.

Ein Vergleich zwischen Preußen und dem preußischen Königshaus.

Berlin, 27. Jan. (WTB.) Zwischen dem preußischen Staat und dem vormaligen preußischen Königshaus ist ein Ver­gleich abgeschlossen worden. Tie Entscheidung, welche Teile der Vermögensmasfen dem preußisckxm Königslrn^ unb toddie dem Staat gehiren, wird auf der Grundlage des bestehenden Rcch szustan- des getroffen. Organisch zu'ammenhär:gende Ver- mögensteite sollen nicht nutzlos zerstört unb Werte von überwieg ich künstlerftcher und historischer Be­deutung sollen unversehrt erhalten bleiben. Für ben Staat ergibt sich die Verpflichtung, übernommene Werte künftig selbst zu unterhalten unb zu pflegen. Tie Aushebung der Monarchie führt ferner zur Aufhebung staatlicher Mittel an das Königshaus Mit dem Fortfall derselben muß jeboch der e>taat die Rechtsnachfolge der Krone antreten und die Lasten übernehmen. Ferner wurde ve embart, daß XÄJt KvrnsÄxnbommisrenie nicht mehr an das Königshaus weiter belüft wird. Ihre Einstel­lung erfolgt entgegen den Vermutungen mehrerer Blätter ohne Gegenleistung. Im ganzen kann nicht die Rede davon sein, daß bet Vergleich für das Königshaus besonders günstig ist.

Der Anbau von Sommerölsaaten.

Berlin, 27. Jan. (WTB.) In bet kommis­sarischen Besprechung im Reichswirtschaftsministe­rium wurde, wie wir erfahren, beschlossen, für den Anbau von Sommerölsaaten und Sommertübsen, Mohn, Leindotter und Sens eine Flächenzulage zu gewähren. Diese soll 206. Mk. je Hektar betragen und wird ansoezahlt, wenn bei Sommerrübsen und Mohn eine Minbesternte von je 330 Kilo und bei Leindotter und Senf eine solche von 400 Ztilo für ben Hektar erzielt wird. Bei Mehrerträgen sollen bei Sommerrübsen und Mohn außer dem gesetz­lichen Beschlagna^nepreis 66 Mk. für 100 Kilo, bei Leindotter und Senf 50 Mk für 100 Kilo ausgezahlt werden, ohne daß die Flächentulage, aui den Durchschnitt der Anbaufläche berechnet, mehr als 400 Mk. je Hektar betragen darf.

Die Einko menftei.tr in Sachsen.

Berlin, 28. Jan. Laut ,Lokalanzeigrt" schlägt bie sachsiichc Regierung der Volkskammer die Verdoppelung der Einkommen­steuer für das erste Vierteljahr 1920 vor.

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Sraiffart a. M. U686

Was geschieht zur Regelung de§ deutschen Außenhandels?

Zu den Fragen, die die deutsche Oeffentlich- !eit am lebha,testen beschäftigt, gehört zur Zeit die {Regelung des deutschen Außenhandels. An- gesicÄs ihrer Wichtigkeit für die gesamte Ent­wicklung nicht nur des deutschen Wirtschaftslebens, sondern der Zukunft des deutschen Volkes über­haupt ist es begreiflich, daß fast täglich von den verschiedensten Seiten in der Preße und durch Truckschristen Vorschläge und Anregungen zur 'ung dieses schwierigen Problems gemacht wor­den sind. Selbstverständlich haben sich die zustän­digen amtlichen Stellen sowie die Vertretungen von Industrie und Handel, die die Frage be­sonders angeht, darum bemüht, sie praktisch zu lösen. Tie Beratungen hierüber sind in letzter Zeit zu einem gewissen Abschluß gekommen. Vor allein kommt es darauf an, der deutschen Volks­wirtschaft eine Ausfuhrorganisation zu schaffen, die frei vom Bureaukratismus und den damit zusammenhängenden, uns a'len aus der Kriegswirtscha't bekannten Fehle.n unb Nachteilen, schnell und sachverständig arbeitet. Man bat sich deshalb nach sorgfältiger Prüfung der Verhält­nisse entschlossen, Selbstverwaltungskör­per der Beteiligten zu bilden. Da bei dem Tätigkeitsgebiet, das diesen Körperschaften zusällt, die Vielseitigkeit der deutschen Industrie und des deutsche Handels fach- unb fachgemäße Würdigung und Berücksichtigung finden muß, ist die Einteilung derAußeirhantelsstellen" wie die Selbstverwaltungskörper heißen auf fach­licher ©runblage vorgesehen. Eine Einteilung nach Bundesstaaten, wie sie eben'alls vorgeschlagen war, ist fallen gelassen worden, da sie voraus­sichtlich zu großen Schwierigkeiten gesührt unb eine einheit iche Ausfuhrpolitik unmö stich gemacht haben würde. Selbst wlche Kreise der Industrie, bie früher ben Gedanken der territorialen Ein­teilung der Außenhandelsstel en vertreten haben, wie die industriellen Landesverbände, erkennen jetzt nach Durchberatung der Derhästniffe die Not- Wendigkeit der fachlichen Zu ammensetzung der Außenhandelsstellen an Zur Gründung und zum Aufbau der Außenhandelsstellen sind in erster Linie die industriellen Fachoerbände be­rufen. Es dürfte heute fast ferne deutsche Jn- oustrieyruppe geben, die nicht eine solche Fach- organifation besitzt. Wo eine «solche vor dem Kriege nicht bestand, hat es die Kriegswirtschaft mit sich gebracht, daß.sich die Industrie zur Ver­tretung ihrer Interessen zusammenschloß. Viel­fach ist auch aus Wunsch der Behörden ein solche Zusammenschluß während des Krieges erfolgt, da es bei Vergebung von Aufträgen, Fragen der Zusammenlegung von Jdusttiebetrieben usw. für sie vorteilhafter war, mit einem Fachveroand zu arbeiten, anstatt mit jeder Einzelsirma in Ver­handlungen einzutreten. Tie Grundlagen für den fachlichen Ausbau der Außentandelsstellen dürsten also für allgemein gegeben sein.

Lebhaft erörtert worden ist weiter die Frage, ob nicht für den Exporthandel eine besondere llußenhandelsste.'le zu schaffen ist. Auch die frteunde einer solchen besonderen Außenhandels- ibellc verschlossen sich aber nicht den großen Be- benfen, die dagegen bestehen, besonders weil eine Zersplitterung und Erschwerung der Kontra le un- oermeibbar wäre. Wenn eine solche besonberc Außenkmnbelsste le errichtet werden würde, dann väre vielleicht zweckmäßig, sie lediglich für ten überseeischen Erport einzurichten. also nicht für die Ausfuhr nach europäischen Absatzgebieten. Andererseits lassen sich die be'onbcvcn Wünsche be4 hanseatischen Exporthande s sicherlich schon dadurch weitgehend eriü len, daß die Außen! andels- uL« Erer Geschäftspraxis Vorkehrungen rc die besonderen Bedur nisse des

Exporthandels loweit wie möglich Rücksicht nehmen.

Da an der Tätigkeit der Äu'enhandelsstellen £rc,,Jy,e.''E k^bbait interessiert sind, sollen bie auSfarure derselben, die die grunblecenben Fragen JUÄrer°ten baden, paritätisch

auS Erzeugern, Händlern unb Verb auchern und m»ar gleichmäßig von Arbeitgebern unb Arbeitne')- «« ^lam'mmdesetzt fern, olnte daß eine Gruppe «T D0T a lern nach den

Srunbfapen des Re,chswrrt|cha t Ministeriums die Einhaltung angemesien hoher Ausfuhrpreise iu überwachen und die in der Verordnung vom 20 Dezember v. I. tror-reeljeiicn Bedingungen inb Abzüge festzutetzen haben. Diese Mzüge von ben Aussuhrpr"isen befte'-en nach der Verordnung mßer ben Gebühren für die Ausfudränt äge in einer Abgabe, die zugunsten der Rcichskasse ein- zezogen und zur Förderung sozialer Aufgaben oerroenbet werben soll. Die Holte dieser Abgabe teht noch nicht fest. Auch die Frage, ob aus ter Ausfuhrabgabe etwa Beiträge für die Kohlen- Örberung oder andwe Zwecke bereitgestellt werden sollen, ist noch unentschieden

Nach Gründung der Außenhaudelsstelle wftd »chrem vom Ausschuß mit Zustimmung der Rege­lung ernannten Reichsbevollmächtigten oder B.r Urauensmann die Stempelgen« t für die Ein- und 'Tusfuhrerlaubnis innerlalb ie.ner Jndustt iegruppe erteilt. Alle aus dem betreffenden Erwerbszweig ulsdann zu stellenden Anträge sind ihm zuzuleiten

Bei der vorgesehenen Regelung ist auf den ersten Blick die Ge'abr ertennbar. daß ein' Ze'- vlitteruig o er Ihbet r anisation eint eten ton t. Tieier Gefahr wiro aucr dadu.ch begegnet, cag enmal die Errichtung neuer Außenhandelsstellen mir im Einvernehmen mit den Fachabt ilungen be4 Reichswirtichastsministeriums er ol^en kann, bte einem Zuviel nach dieser Richtung Einhalt gebieten werden. Außerdem werden aber auch Die bereits bestehenden Au5enh«n'elsstellen b i Schaffung weiterer Organi ationen gehört toe-ben, sobald diese der von ihnen vertretenen Industrie-

CrHes Clatt s70. Jahrgang Mittwoch, 28. Januar 1920

M huuaQme von

SietzenerAnzelger

General-Anzeiger für Gberhessen k5UM

v ' I I Reinhold Zenz; für ben

SVtMngrnmd-ruÄ u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. 5tei«dr«Serei R.Lange. ZchristlelMng. Seschlstzfielle u. Dntderel: Schulstr. 7. Ami'u'ch^n stehen'