Uns dem besetzten Gebiet.
rm. Mainz, 25. März. 3)er lange Jahre bestehende, mit anderen Blättern vereinigte Mainzer Neueste Anzeiger, seit Jahren im Besitz des Herrn H. Hirsch, soll jetzt' eingehen. Bekanntlich hat sich das Blatt wegen Unterstützung der „Dortenschen Rheinischen Republik" außerordentlich viel Feinde zugezogen.
Eru «euer Kabinettswechsel in der Türkei.
Konstantinopel, 26. März. (WTB.) Das Kabinett 2 a l i d Pascha hat d e m ls Ironie r t Der Sultan beauftragte DamadFerrd Pascha mit der Bildung des neuen Kabinetts
Ans dem Ucidyt«
Ein Abschiedsgesuch, dcs Generals Märcker.
B e r l i n, 27. März. Wie der „Berl. Lok.» Anz." meldet, hat General Märcker sein Abschiedsgesuch eingereicht.
Eine Verwechslung.
Berlin, 25. März. Ter deutschnationale Schriftsteller und Arzt Tr. Georg Wilhelm Schiele lNaumburg) war Don H'rrn Kapp zum Reichswrrtsttmf'.snrini) er ernannt worden. Er 'lat sich also an den hochverräterischen Handlungen der Mi.i.ärdillatoren ävtiv- ^beteiligt, und infolgedessen war seine Verhaftung steckbrieflich angoorinri morden. Tie „Deittsckje Ta.ieszei img" erf.ort, daß aus Verleben der deutschnationale Abgeordneter Martin Sösitte im Parteibureau der den fchnatto» nalen Bolls Partei 'hat verhiftet werden sollen. Tas sei ein Art unerhörter Willürr und Leichferiigreit, der unentschuldbar sei. Der Reicl-sminstter des Innern Koch habe an den Abgeordneten Schiele ein Schreiben gerichtet, in dem er sagt, es Handl« sich um den Irrtum einer Behörde, den er mit den von ben Meuterern so frevelhaft heransbe-- fchworenen Wirrnissen dieser Zeit zu entschuldigen bitte. Tie Verhaftung eines Abgeordneten erachte er auch in dieser Zeit nur in den durch die Verfassung vorgesehenen Grenzen für zulässig. Es liege eine Verwechselung mit Herrn Tr. Georg Will-llm Schiele vor, der unter dem dringenden Verdachte des Hochverrats stehe.
Amtsanwalts stellen) darauf hindeuten, daß die ALv- demikcrschaft m 'h- und mehr zurückgedräntzt werden soll. Tie Entschl^ßung ist dem 'hejs. Staats- miuisterium und der Volkskammer übermittelt worden.
Ter „Reicljsansfchuß der akademi chen Berufsstände", in dem die freie und beamtete Akademiiler- sclmft zusammengeschlo sen ist, und dem der „Atv- demiterbund Oberlys en" als Zweiggruppe angehört, wird für die wohlbegründeten Rechte der Ata- demiler bis zum äußersten eintreten, zumal er sich bewußt ist, damit zugleich den höchsten Staats-- interessen zu dienen.
öffentlicht hat und in der ausdrücklich betont wird, daß die Partei nach wie vor Berändeinngen der gegenwärtigen Zustände nur aus verfassungsmäßigem Wege erstrebt. An dem Kapp-Lüttw>tz- scken Militärputsch war die Partei nicht beteiligt und hat ihn auch nicht gebilligt. Die Schuld an dem Putsch trägt ohne Zweifel die Politik der Regierung und der Mehrl)eitsparteien, die aus eine Entrechtung des Volkes hinauslief, indem sie die Wahlen zum Reiclfstag immer weiter verscksteppt und im direkten Widerspruch zur Verfassung den Reichspräsidenten durch die Zchallsmehrheit des Parlaments statt durch das gesamte Volk wählen lassen wollte.
** I m Lichtspielhaus wird heute sowie am Palmsonntag und Moittag das fünft aftige Filmschauspiel „Ich lasse dich nicht" nach dem gleichnamigen Roman von H. Courths-Mahter mit Edith Meller in der Hauptrvrle gegeben; außerdem das dreiaktige Lustspiel „Die Kunst, beim Weibe Liebe zu erwecken." ...
Landkreis Gießen.
0 Grünb erg, 27. März. In dem heut' zu Ende ge!-enden Schuljahr war imier; Realschule im ganzen von 187 Kindern besucht, darunter 48 Mädchen. Aus Grünberg leibst stammen 77 Kinder, die übrigen kamen täglich mit der Brhn ans der näheren Umgebung. Zwei Jahrgänge überschritten die gesetzlich zulä figenHöchübÜuclszahleir: sie waren datier in Parallelklc.s en geteilt. Tein Lehrkörper gehörten 9 ordert.ich; und 4 Hilfskräfte an. Das neue Schuljahr beginnt am 12. April.
Art- Stadt und Land.
Gießen, den 27. März 1920.
Eröffnung des Liebigmufeum».
Bor einer zahlreichen Zuhörerschaft fgnd gestern vormittag in der Neuen Aula der akademische Akt der Eröffnungsfeier des hiesigen Lst bigmuseums statt. Nach der Begrüßungsansprache des Rektors der Landesuniversität gab Geh. Rat Prof. Dr. Sommer einen Ueberblick über die Geschichte des Liebig aboratoriums. Hi-rauf brachte Präsident Dr. Strecker die Sympqt.ien der Regierung, Öberuürgermeiiwi Keller tte der Stadtverwalt Ctg zum Aufdruck. Dann flamen die ofsiziel.en Festved.ter, Geh. Rat Prof. Dr. Elbs, Geh. Rat Prof. Dr. Gifevius, Pros. Dr. Büröer und Dr. Buchner zu Worte. Mr toerben in unserer Montagsnummer aus den Verlauf der Feier im einzelnen noch znrückkommen.
Lebensmittel.
** Ausgabe kondensierter Milch. Milchernpfängcr, deren Karte auf Vs Lit'r lautet, erlmlten am Mittwoch den 31. März und Donnerstag den 1. April gegen Abgabe dir Milchmarke vom 5. April der 15. Woche anstatt der rhnen zn- stechenden Vollmilch für den 29., 30. und 31. os. Mts. und 1. und 2. n. Mts. 1 Dole kondensierte gezuckerte Vollmilch zu 7.80 Mk. — Infolge ungenügender Zufuhr von Milch können für Samstag den 27. März 1920 die auf V» Lider lautenden Müchmarl-en nicht beliefert roe:bn.
** Die Wochen kartoffelm arten Nr. 1 bis 18 der 13. Woche werden beliefert bei I. Krack, Riegelpfad, Fritz Rumpf, Zozels- gasse, Hch. Trechslrr, Sdeinstrafe, Ed. Wusel, Sandgas,e, Carl Löback Nachf., West-Anlage.
*♦ Bei der Obst- u nb Gemüse- stelle (Marktlanben) treffen am Montag größere Mengen Karotten und Roterüben ein und werden pfundt- und zentnerweise billigst abgegeben. Borbestellungen werden entgegengenommen.
Veranstaltungen.
Samstag, 27. März, ©tibttbeiter, 7 Uhr, Die Laune d's Berliebtm. Hierauf: Der Geizige. — Kanfm. Berelnshaus, 3Vs, Mitg'.iedcrverfimm- Iimg der Bereinigung der Angestttlten im Tabrk- gewerbe. — Lichtspielhaus wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Charly Bill" sowie das Beiprogramm.
Sonntag, 28. Marr. Stadttherter, 3 Uhr, Kindertragödie. 7 Uhr, Diogenes (Ein Narr des Lichts:. — Gew rbeschu'e, Kirch:reifte. Dio Aur- stellung von Entwürfen und Arbeiten der Damm- klafse ist von 11—12Va Uhr geöftnet. — Lichtjpiel-
dem die Milchproben genommen waren, muß die Ehefrau des Sammlers, die zuvor noch in gesundem.Zustande die Wäsche abhängen konnte, plötzlich krank geworden sein, denn sie lag später bekleidet im Bett. Die Beamten suchten die Räume, auch das Sc^afzimmer, nach der Rahmkanne ab, aber vergeblich, bis zuguterletzt die kranke Ehefrau die Rahmkanne aus ihrem Bette hervorzauberte. Sie enthielt drei Liter frischen Rahm, welcher etwa sechs Pfund Butter gibt. Wie behauptet wird, soll Loth einen schwunghaften Handel mit Butter auf Kosten der notleidenden kranken Stadtbevöllerung betrieben und es zu einem ansehnlichen Vermögen gebracht hoben. Hoffentlich wird die Bestrafung dieses Vergehens ein abschreckendes Beispiel für andere Milchpantscher werden. — Weiter wurde der Soldat ermittelt, der am 24. März am Tage die Wäsche in der Aliceftraße aus einem Garten entwendet hatte. Er hatte noch Wäsche von einem andern Diebstahl im Besitz. —> Ein Fahrrad, welches in Gießen entwendet war, wurde in Wetzlar ermittelt.
*♦ Ueber b en Frankfurter Muni- tionss kaudal Der breiteten gestern die Frankfurter Blätter eine Notiz, die mich uns zuging, imd in der l^ehaupket wurde, daß neuerdings eine Gießener Fabrik mit am meisten belastet erscheine. Wie wir durch Erkuni.iM.ng bei der Frankfurter Krimi- Hialpolizei, die die Undersnchungvi leitet, erfahren, ist die Nachricht, foneeit sie Gießen betrifft, übertrieben. Es sind wohl im Zusammenhang mit der weite Kreise ziehenden Angelegeicheit auch in Gießen bei einer während des Krieges gegründeter und in Liquidation getretenen Munitionsfabrik Untersuchungen vorgenommen worden. Ein Zusammen- haug mit den in den Mtrnittonsskandal verwickelten Frankfurter, Kölner und Bonner Firmen konnte jedoch nicht aufgeklärt werden.
*♦ Aus dem Stadttheaterbureau.
Dem Charakter des Palmsonntag entsprechend, werden morgen zwei S ücke ernsten Jnlalls gegeben: nac.'mritt-ags Schö cherrs „Kindertragöd ie", abends „Diogenes", Schauspiel fron Tr. Ernst Schwarz-Ech-'-e.l. Es wird darauf hingewiesen daß die Aufführung der „KinbertraZödick" cste überhaupt letzte des Werkes ifL — Am Diontag und Dicns ag fi.idet, wie schm b^flanntgegeben, iie Vorfüh.nng des O berammergauer Passion s s p i c l s mit über 100 Kvlossal-Lichtge- mäfben statt. Ten begl-itenden Text spricht Herr Wolf Leut heiser vom hiesigen Stadtthoater, bk Harnwnrumbegi'ntung wird ton Herrn Kapell» mrister Ludwig Marg u th cmsg^führt. Tie 2tor» fühmngmi sind in vielen GrvßstÄxlen Deutschlands und zwar überall mit tiefgehender Wirkung gebracht worden und fanden überall glänzende Presjefsimmen.
** Oberhessischer Kunstverein. Da ein Teil der angemeldeten Bilder noch unterwegs ist, wird die Ausstellung erst nächste Woche eröffnet.
** Ein Moniert in der Stadtkir che veranstalten am Mittwach ben. 31. M ä r z, abends 8 Uhr, zwei Berliner Künstler, der Kon- zertorganist Fritz S ch i n k und die Solistin der dortigen Si igakabemie, Frl. Marie Malchin, Don denen Piof. Tr. Fuchs-Danzig kritisch urteilt, daß jeder in fernem Fackle zu ben ersten der Gegenwart gezäljlt werden müsse. Herr Schistk ist Schüler und Amsnachholger des als Tvinorga' ist ver- fluebenen Pros. Jrrgang an.der Heilig-Kv-ruzkirche in Ber.m und hat sich als Orgelvirtuos einen geachteten Namen geschaffen. In ausgedelM en Konzertreisen hat er der Königin der Instrumente viele neue Freunde erworben und die erhabenen Werke kirchlicher Musik einem andäch igen Hörerkreis ein» bring ich in oorbil licher Tarbietung nahegebracht. Fll. Marie Malcksin verfügt über eine umfang» iriche und llangschö ie Altstimme und eine warme, zu Herzen göhmde Bor ragsllrnst. Ter satte Wvhl- klang ihrer gutgeschullen Stimme verbindet sich mit dem Orgel ort zu einer Klangschönheit, die ftden Hörer in i^ren Bann zwingt. Ihr freien» voller Borlrag erschöpft den S immungsg- h ll sowohl der klassischen wie der modernen Gesänge. Das Programm des Abends enthält Passivnsmusik in Werken von Bach, Mozart, Kaun, I. W. Franck, Reger und bringt u. a. auch das Borspiel zu „Parsifal" von R. Wagner.
** Die Auszahlung der vom Reich für bedürftige Kriegshinterb.iebene zur Verfügung gestellten Brihilsen für die Monate Januar und Februar erfolgt am 29. und 30. März. (Siehe Anzeigenteil.)
** Holz-Ausgabe. Auf die ansgegebe- nen Bezugschttne für Brennholz von gelber Farbe wird Holz ausgegedm. (Näheres fief^e Anzeigenteil. ।
** lieber die Ausführung der Kleingarten- und KleinpachtlaNb- ordnung vom 31. Juli 1919 befindet sich im Anzeigenteil unseres Blattes eine längere Bekanntmachung, auf die wir besonders Hinweisen.
** Die Deutschnationale B ol ks- partei nahm, wie sie uns mittrilt, in ihrer sehr stark besuchten Mitgliederversammlung Stellung zu den letzten politischen Vorgängen. Nach eingehender Aussprache stellte man sich auf den Boden der Srtärung, die die Parteileitung Der»
Kreis Büdingen.
D Bergheim, 26. März. Eine (Sin» brecherbande scheint une^e Gegend un ichcr zu machen und es besonders auf Fahrräder abg-- fehen zu haben. So wurden dem Wirt und Rechner Wenzel in einer Nacht gleich 2 Fahrräder im einmal aus einer Halle gestohlm. Auch tm ienach barlen Ortenberg wurde dem Kauf mm, B a u e r in ber Nacht ein Fährrab aus dem Lava gestohlen, wobei auch ber WäjcheEchrank einer ein« gei^nben Be.ichügung unterzogen worden sein soll Es wäre nur zu wünschen, i>-fe im Wiederholungs« falle mit Hilfe eines Polizeihundes verfucht würde, die Spuren der Einbrecher festzustellen ipib sie oing= fest zu machen.,
X Orten berg, 26. März. Der in bet vorigen Woche abgehallene Schwsinemark! brachte ehi für jetzige Verhältnisse großes Angebol von Ferkeln imb Läuferschwrinen, bt? Nachtrag' war jedoch sehr gering. Trotzdem waren die Preiic ziemlich hoch und bewegten sich von 300 Mk. an aufwärts.
Kreis Frkdberg.
□ ^riebber g, 26. März. In der heutigen StaStDerorbnetenJibung tvurde be schossen, ben Gaspreis vom 1. Februar aus 1 Mk pro Kubikmeter zu erhöhen, bte Preise für Kok? vom 15. Febr. an auf 14 Mk., vom 1. März an auf 15 Mk. für den Zentner. Der Licht» und Wasserwerksausschuß wirb zur auwmatlschen Erhöhung ber Preise ermächtigt. — Die Teuerungszulagen für städtische Beamte und Arbeiter werden vorläufig in derselben Weise weftergewährt. — Die Betriebskosten für die Ortskohlen stelle sollen- burch eine Abgabe von 20 Pf. pro Zentner Br^in- fwff von ben Kohlenhändlern und ebenso für Kob vorn städt. Gaswerk bestritten werden. — Tie- Holz Verteilung soll in städtische Regie genomm« werden. — Es werden 100000 Mk. zum Antw' von Hafer bewilligt, in Anbetracht ber schl^M Mchlverforgung.
— Vilbel, 27. März. Aus bk (Sntiffdin» des Täters, ber Dienstag früh ben Nachtwacht« Wilhelm Krieg im Gronauer Wege bnrch drei Beilhiebe ^hoffnungslos verletzte, hat die Bür«v meisterei eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt.
= Vilbel, 27. März. Im hiesigen Wald wird feit Wochen ein derart starker Wa Idfreve! getrieben, daß ganze Strecken bereits abgrfortze sind. Die Stadt hat nun, da es fast zu spät ist, em«' besonderen Waldschutz angeordnet. — Ob das nidt auch für Gktzen nofavenbig wäre? Uederall stetz man junge Stämmchen, die Vs Meter über der Erdboden abgehackt sind.
Starkenburg und Rheinhessen.
Dietersheim (Rheinh.), 23. März. Zr der Nacht zum Mittwoch haben Einbrechc: aus der hiesigen katholischen Kirche samt liche Fahnen, Teppiche, Decken ustv. ge- raubt. Die Kirche bietet in chrer Kahlhe>> ein Bild furchtbarster Zerstörung. Die Raube: sind vom Bahnhof Bingerbrück aus abflf fahren.
sw. Worms, 26. März. Die Stadt hat^ schlossen, für 200000 Mk. Notgeld in Pfennigscheinen auszugeben.
Desfen-Nassau.
--- Frankfurt a. M., 26. Marz. Dt Stadt plant die Errichtung einer Einwoh n e r n? e ffr, nachdem sich erwiesen hat, datz der gegenwärtige Sicherheitsdienst für der Schutz ber Staot nicht ausreicheub ist Wehr soll 4000 zuverlässige Mitglieder um fassen. Ein besonberer WehrberatungKam- schuß wirb die Bilduna der Wehr ii^ nehmen, deren Kosten erstmals auf 20000' Mark und laufend auf 10000 Mark vercrr schlagt sind.
Berlin, 26.März. (Wolff.) Kommerzienrat Franz A v e l l i s aus Forst (Lausitz) ist in einem Sanatorium im Schwarzwald im Aller von 51 Jahren gestorben. Als Vorsitzender der Rttchswirtschaftsftelle für Wolle war er der Leiter der gesamten Wollwirt- schaft. Sein Einfluß ging indessen als Vorsitzender der Reichsccrbeitsg-emeinschaft für die Textilindustrie und der Textilgvuppe des Reichsverbandes der deutschen Industrie wert über den Bereich der Wotlwirtschaft hinaus und erstreckte sich auf das Gebiet fast der gesamten Textilindustrie.
Au» yefsetr.
Der MilitardefchlShadcr In Hessen.
Gießen, 27. März.
Zu unserer geftriaen Notiz teilt die Kommandantur des hiesigen Reichswehrregiments mit, daß es sich bei ber Neuordnung ber Befehlsbefugnisse im Reichswehrbezirk 11 nur um eine ans technischen Gründen erfolgte Teilung des Wchrbezirks in eine nördliche und südliche Hälfte handelt. Bon einer Maßregelung ober Entlassung, des Generalleutnants v. Stolzmann, wie von links- stehenben Blättern behauptet wird, könne feine Rede sein. Generalleutnant v. Stolzmann ist nach wie vor Kommandeur der Reichsnehrbritade 11 iy Kassel. Er hat lediglich und auf eigenen Wunsch seine Befehlsbefugnisje im südlichen Teil des Wehrbezirks an Generalmajor Kund.t in Byd-Nauh.im abge- yeben. Diese Zweiteilung wurde vor allem auch dadurch crforberlidj, daß MilitärbefeAshaber undZi- villpmmistar in enger Fü lung miieinaitber ariei- ten müf,en. In der Ziviloerwaltung, bestand die Zweiteilung schon längst, indem der hessische Innenminister Dr. Fulda für die hessischen und Ober- präsident Dr Schwander für die preußischen Teile des Wshrirttses zuständig war. Für tte preußischen Kreise des südlichen Teiles des Wehrbezirks ist nun der stellvertretende Regierungspräsident Dr. Colsman in Frankfurt zum Re- giermigsbrmmissar ernannt worden
Akademikerbund Oberhessen.
Ter „AtadenrEerbund Obeihessen" schließt sich, wie er uns miteilt, dem Protest der vereinigten <dkbemi£d)en S. attsboamtenverbände Hessens gegen die unmittelbare Uebern ahme von Beamten aus dem mittleren in de n hö Heren Ti en st mit allem Nachdruck an. Er sieht
theater wie Samstag.
** Ein Gerücht. Wie in KrieAszeiten werden auch jetzt wieder die unsinnigsten Gerüchte verbreitet. So wird jetzt von Ohr zu Ohr gehrimnisvoll weitergetuschelt, aus dem Ruhrgebiet feien Banden nach Oberhessen im Anmarsch, um hiev Lebensmittel zu holen. Zur Bestätigung wird angeführt, die Kompagnie, die gestern abend 8 Uhr hier abrückte, sei diesen Banden entgegengeschickt worden. Wie wir nach Erkundigung an zuverlässiger Stelle mittellen können, ist an all diesem Gerede kein wahres Wort. Die Kompagnie des hiesigen Reichswehrregiments ist, wie bereits gestern in unserem Blatte zu lesen war, mit Bestimmung nach Thüringen verladen worden.
** Der verfchärfte Ausnahmezustand aufgehoben; Wir ixria'ien auf ün entsprechende Bekanntmachung im Anzügen teil unseres 'heutigen Blattes.
** Die Rahmkanne tm Bett. In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß trotz der kühlen Witterung schon an gesäuerte Milch in die Molkerei Gießen eingeliefert wird, welche aus der Gemeinde Birklar stammt. Ilm die Sache aufzuklären, begaben sich die beiden Lebensmittelbeamten der Gießener Polizei am 25. Mürz 1920 abends nach Birklar und bewachten nachts das Anwesen des Gerneinde- rnllchsammlers Loth. Bei Tagesgrauen bemerkten sie, daß sich Loth an den gefüllten Milchkannen zu schaffen machte, konnten aber in der Dunkelheit keine genauen Feststellungen machen. Sie begaben sich in die Ho freite und fanden ben Mllchsammler dort vor. Näch
st ch hierzu umso mehr veranlaßt, als außer zwei bereits eingetretenen Fällen (Ernennung eines mittleren Fmanz'aeiam'en uim Finmizrat im Ministerium, Besrimng d r Vorstands, elle des Lmc- beSberfidiennigäam.ed durch einen früheren Kran- kmflassen-AlrMstellten unter eigens hierzu erfolgter Aendenmg der Gesetzgebung), noch weitere Vor- 'flommnifse (u. a. Zulassung früherer Offiziere zu
Die Gräfin.
Roman von G. 28. Appleton.
Oladjbrud verboten.) Fortsetzung 9.
Die ganze Geschichte war so verflucht lächerlich, daß sie keinen weiteren Gedanken mehr wert war. Tie Frau mußte eine Jrrftnn gv fern. Ich schütte nxebennn das Jener und begann nachgerade zu wünschen, dafß mir ?btna Äimrns nie in den Weg gelaufen wäre.
Aber es hatte deinen Sinn, zu veriuchen, mir bte Sache so leichthin aus dem KvfK zu fälligen. Tte Dome hatte gewiss« Dat'acben mit aller B'- ftimmtbeit vorgebracht: plötzlich sagte ich imr, daß meine Mutter, die ia noch am Leben war, \v entweder bestätigen oder toiberL'gen konnte. Ich wir ■gi ber Zeit von meines Vaters Tod zu nmg gewesen, um viel davon zu verstehen odn mich herum zu kümmern. Wir reiften damils sogleich nach England. Jch> besuchte eine Schule, später M Umoerfität Edinburgh, und so kam es, daß ich nur ivenig bei meiner s.Uäitier zu Hanfe tt'vejm Tas Erg.önis davon wir lern aus), vast nx nie tiefer auf den Gegenstand nngingen 1 u pprt-v nxrr meine Mutter ktt unserer Rückkuir nnd) Eng- Imrb krank geworden, mürrisch, v.r ctz o vv ab kveijend in ihrem Betvigm, und |ic h’i- iid) b i Gelegcnl^it meiner zr:mttch seltenen J^ennl u große Freude anmerfen. Sie lebte, wie idj berci .
erwähnt habe, zu TunbrLge Wells, zusammen mit ihrer älteren Schwester, einem unverheirateten Fräulein, zwischen der und mir nie em tief wes Verhältnis bestanden hatte, als es gemttnhin zwischen Verwandten der Fall ist. Der Grund dafür ist mir nie eingefallen, auch habe ich me darüber nach- gedac^.
Als ich mich in meinem Stühle 'unutxmbte, um meine Pfeife von neuem zu stvpssrn, fiel mein Auge «riebet auf die großen gelben Siegellack- tupfen des geheimnisvoUcn Umschlags. Als ich sie näher betrachtete, bem.*rlte ich, daß sie alle ben Eindruck eines ganz kleinen Sieg.'ls trugen, mit einer winzigen Inschrift; ich vermochte diese indes nicht zu entziffern.
Ich fragte mich, ob ber Inhalt dieses Umschlags überhaupt ein Interesse für mich haben könnte. Und doch hatte sie gesagt: Bewahren är es, als hinge Ihr Leben davon ab! 0>tng es mich wirklich etw»'s cm ober war es nur eine heimtückifch- -’lrt und Weife, mich in einen — der Himmel w iß I ioas für einen — Plan oder ein Unternehm rn zu I _>ernxcffln ? Ich versuchte, ihre ein w nig unzu'am- | neichänqenden Erüsftiungen zu orbnen, so nkc ich I jetzt mebergeicbneb-m habe, uni) meine Schlüße
Taten, die sie mir gegeben, rächt im gnringfkm erklären.
Wenn sie von einem Verwandten vkrfvlgt wurde, nie sie ausgesagt hatte, warum hatte fk dann nicht ben Schutz des Gesetzes anaerufm? Wenn sie auf der cmdeven Seite irgend etwas besaßt was ihr nicht von Rechts wegen angehörte, warum wurde nicht die Hilfe des tz^fetzrs gegen sie in Anspruch genommen ? Das ging über meinen schlichten Mensck)enverstand.
„Nein," sagte id> mir wieder, „für em so ausfälliges und ungewöhnliches Vorgehen muß ein tieferer und vielleicht ein dunklerer Beweggrund vorhanden sein. Ein Familiengeheimnis möglicher- nxife, auf d-is unter Deiner Bedingung das Licht der Oesfentlichfleit stlen.darf."
Wenn dies indes ber Fall war, und das Geheimnis tatiächlich in jenem Umschlag mit den gl.en Sieg- In versch'os e;t lag, warum gelangte es aus diese ungewöhnliche Weisi in memen Besitz? Warum hatte sie, statt es an irgendeinem sichren Orte, bei ihrem Bank er zum Bei Piel, zu d.t- wahren, our ihren gefahrvollen Wanderungen nn<n so leicht verlierbaren oder verl'göaren Gegenstand wie bteier es war, mit sich geführt?
Tie einfachste Erllärung war die, daß die „Gräfin" trotz allem und allem eine liebensw'rte alte Dame sei, der aber leidn eine Schraube tm Gehini los gegangen war, und daß das wertvolle „Gel-eimnis" eine lediglich imaginäre Bedeutung
befaß. In diesem Falle war es verständsich, der Mann, der so unsanft aus dem Hauje U ö® Pontifex (Square hinausbefördert worden irxir, gründete Beschwerden gegen ben ernergsw' Mimms hatte. Doch ihr Schreck beim bloßen man ber St mme jenes Mannes und ürt leid.'Nschrtt liches Hilfeflehen klang so echt, daß ich ein: Theorie fallen lieft. .
„Jetzt steck' ich's auf," sagte ich mrr fchl«blic ,Lch benfe doch, daß ich ihre Aussage rvo™^ aufnehmen und bit wcsitere Entwicklung abtoert,1 muß. Entwickeln wird sich die Geichnchte, nj- zwar bald, wenn sie auf W«Irrheit beruht ■ was soll ich mittlerweile mit ine fern verflnän Ting da anfangen? Es ist mir eirngermdjyn M angenehm, daß cs hier tm Haus ist. Ei, L.onnc .netter, das patzt ja vorzüglich!"
Eine glänzende Nee war mir gekommen. 1* erinnerte mich daran, daß. ich einige große schlage irgendwo in meinem Schreibtisch^ W’ Sofort grub ich einen derselben aus und i6*- meine Annahme bestattgt, daß das geheimnVvo. Sckiriftstück mit Leichtigkeit hmeingmg. T««- Paket adressierte ich an meinen Bant' und fügte einen Brief bei, worin ich ihn erslico^ mir die beiliegenden „Familienpapi -re" .KUfM^ wahren. Sodann kiebtt ich die erorderlrch: »** zahl Briefmarken darauf und machte mich <w- ben Weg zum nächsten Briefkasten.
(Fortsetzung plgt)
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Tcfirng b1 ■ Vituta att Jj HOflWUi» ttgrluns laae bet ü1 M dem.
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«neigt, einen fttn bislM itiiot je *?p k Umverilt litigfett eins '' fdjufe leisten, Ke Deittteu jpannt jern.
-Fra taribung vor ter ftrbmtt naiität bS Straften Fv trie an ben 3 neu nnnben
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