bett Polen besetzt inorben. Die polnischen Vorhuten haben am 24. Anglist Pwstken erreicht. Die westlich von der Bahnlinie Mlawa-Modlin abgeschnittenen Ueberreste der 4. bolschewistischen Armee werden von den Polen abgefangen. Die verfolgenden polnischen Armeen der Zentrumsfront erreichten in flankier en- der Ueberlwlnng gegen Norden die Linie Kynschrn- Steviskft-Kolmo' Hierdurch erhielten sie einen Ring um die 4. und 13. bolschewistische Arm«. Die bolschewistischen Truppen versuchen, sich durch einen Gegenstoß der Umklammerung zu entziel)en. Nach der Einnahme von Bialystok durch die Polen fand daselbst luxf) ein zwanzigstündiger Strastenkampf mit der Besatzung statt, der für die Polen siegreich verlief. Die Polen melden eine große Anzahl befangene sowie große Beute, Im Llbschnitt Brest- Litowsk und im Abschnitt östlich von Cholm und östlich von Lemberg hatten dir Polen lokale Erfolge.
London, 25. Aug. (WTB.) Reuter erfährt von zuständiger Seite: Die Polen melden, daß fte 63 000 Gefangene gemacht und 200 Geschütze und 1000 Maschinengewehre erbeutet haben.
Der Bericht WrangelS.
Konstantinopel, 25. Aug (Wolff.) Be-
die Konferenz eine Resolution an, worin dre Regierung gebeten wird, im Jnteoefte des Frie- dens die gegenwärtige Politik der Unterdrückung aufzuheben und eine Politik des Verzeihens zu befolgen. Es wurde ein ständiger Anschuß ernannt, der beauftragt wurde, die Resolution dem Premierminister und dem Kabinett rwrzulegen.
London, 25. Aug. (WTB.f Eme Menge von 3000 Männern und Frauen versuchte gestern abend gegen das Brixton- Gefängnis, in dem der Bürge rm er st er von Eork gefangen sitzt, vorzudringen. Dre Menge, aus deren M itte Rufe wie „Loch dre Rebellen! Es lebe Sinnfein!" ertönten, wurde von der Polrz^ zuruct- getrieben. Die Kundgebung dauerte noch ernige Stunden an. Das Befinden des Bürgermeiwer^ der sich jetzt seit dreizehn Tagen im .Hungerstreik befindet, war gestern abend >ehr bedenck;ch. man für den Fall seines Todes Attentate, gegen die Kabinettsmitglieder befürchtet, irnd diese und auch ihre Lauser unter sorgfältige Bewachung gestellt worden. Auck) zum Schutze von Lloyd George in Luzern sind entsprechende Vorkehrung gen getroffen worden.
richt des Generals Wränget: An der Küste des Asowschen Meeres rüden unsere Truppen nach dem Innern vor. In Kuban geht der Feirrö in der Gegend von Bolmovoktt zur Offensive gegen Waldgeim vor, wurde aber gegen Tscher - nigow zurückgedrängt. Wir nahmen ein ganzes Regiment gefangen. In der Gegend von Jekaterr- noslowa und Nowomoskowsk nördlich von Alexandrow haben gv?ße Erhebungen gegen den Bolschewismus stattgefunden.
Armenien und Sowjetrrrtzland.
Tiflis, 25. Aug. Lavas. Leute wurde ein Waffen still stand und ein vorläufiges Uelevcinkommen zwischen Armenien und Sowjetrußland geschlossen,
Giolitti.
Rom, 25. Aua. (Wolff.) Stefans. Giolitti richtete von Tornado ssola aus an den Bun- despräsidenkm der Schweiz ein Telegramm, m dem er nochmals herzlichen Dank für die warme Aufnahme in der Schrveiz aussprach. An Lloyd George sandte er folgende Depesche: „In dem Augenblick, da ich mein Heimatland hrieber betrete, ist mein erster Gedanke, Ihnen, Herr Pre- mierminifter, für Ihre herzliche und offene Aufnahme bei unserem Zusammentreffen meinen Nochmaligen Dank auszusprechen."
Mailand, 25. Aug. (Wolff.) In einem lAufruf der Arbeite rpartei, den der „Avanti" veröffentlicht, werden die Arbeiter Jta-
zlits Ocm Reiche.
ReichspräfLent Eberl im SchwarMtald.
Berlin, 25. Aug. (Wolff.) Der Reichspräsident Ebert begab sich zu einem kurzen Erholungsaufenthalt in den Schwarzwald.
Freu den stadt, 25. Aug. (WTB.) ReicA-- präsideiit Ebert ist gestern vormittag mit Gemahlin in Begleitung von Ministerialdirektor Dr. Meißner und dem württembergischen Gesandten in Berlin, Lildenbrand, zu 14tägigem Erholimgs- aufenthalt hier eingetroffen.
Die Ernährungslage.
Berlin, 25. Aug. (WTB.) Nach der Rückkehr des Reichsernährungs- Ministers D r. Hermes ist eine Sitzung amtlicher Ernährungsminister in Berlin in Aussicht genommen worden. Bei dieser Zu- ammenkunft sollen Maßnahmen für den lebeegang zur freien Bewirtschaftung von Fleisch und Kartoffeln sowie zur Versorgung mit Brotgetreide zur Regelung des Vertriebs von Bier unö zur zukünftigen Zuckerbewirtschaftung zur Behandlung kommeii. Außerdem 'tehen noch Maßnahmen zur Verhütung von Preistreibereien anläßlich der Lockerung der Zwangswirtschaft, zur Ausgestaltung der Preisprüfungsstelle sowie zur Einhaltung von Jnterimsreisen auf den freigegebenen Gebieten auf der Tagesordnung.
liens auigeforbert, am 29. August Versammlungen abzuhalten, in denen die sofortige Anerkennung der russischen Sowjetregierung verlangt werden soll.
Norwegen und Nutzland.
Kopenhagen, 25. Aug. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus Kristiania ließ ^die norwegische Regierung dem Vertreter Der Sowjetregierung in Kopenhagen mittcilen, daß sie ihm imb Feiner Familie sowie seinem Sekretär gestatten werde, nach Kristiania zu kommen, um Verhandlungen über die Fragen ein# zuleiten, die die Handelsverbindungen zwischen Norwegen und Rußland betreffen.
Die belgische Ministerkrisis.
Paris, 25. Aug. (Wolff.) Ter „Petit Pa- rifien" meldet aus Brüssel, daß die Demission! des Ministers des Aeußern den Sturz des gesamten Ministeriums nach sich ziehen könne, falls sich die übrigen Minister mit Lvmans solidarisch erklären. Delacroix wird das Portefeuille des Aeußern bis zur Rückkehr des Königs übernehmen. Wenn Janson sich mit Lymans solidarisch erklärt, wird die Krise allgemein. Leute morgen1 findet ein KabinettÄnt statt.
Das „Journal" schreibt zu dem Rücktritt des belgischen Außenministers, daß dieser Schritt nicht Überraschend käme, und jeder, der den energischen Charakter dieses. Staatsmannes und seine An- Sllichkeit an die Sache der französischen Mlianz e, habe diesen Schritt erwartet. Man hoffe aber, daß der Zwischenfall sich aus die Manifestation beschränke, sonst könne das Rucktreten des Ministers des Aeußern den Sturz des Gesamt- kabinetts Delacroix nach sich ziehen.
Brüssel, 25. Aug. (WTB.) Der gestern im Minister rat bestätigte Beschluß, im rus- ftsch-polmschen Konflikt weiterhin neutral zu bleiben und die Beförderung von Munition für Polen über den Lasen von Antwerpen zu verbieten, veranlaßte den Minister des Aeußern, Lymans, um seine Entlassung einzu^>mmen.
Tamck trat eine Krisis ein, die sehr ernst werden tarnt, wenn der zweite Liberale, der dem Kabinett angehört, der Kriegsminister Janson, dem Beispiele Hymans folgt. In diesem Falle rechnet man mit dem Rücktritt des gesamten Ministeriums. Würde dies eintreten, so wäre die Koalition in Frage gestellt. Es würde dann wohl kaum mehr möglich sein, ein Ministerium aus den drei großen Patteien zu bilden. Bekanntlich ist die liberale Partei seit Monaten der Ansicht, sie könne sich an einem Kabinett, in dem auch die Sozialisten und die flämisch gesinnten .Klerikalen vertreten sind, fernerhin nicht mehr beteiligen. Die Krafts würde also notwendigerweise alle rnnerpolitiscksen Schwierigkeiten auftollen, womit Belgien augenblicklich zu kämpfen hat. Schon deshalb würden gewisse Politiker gern versuchen, den Flamen m der Sprachenftage entgegenzukommen und dadurch eine Ministerkrise unmöglich zu machen. Lyinans war viele Jahre lang der unbo- ftrtttene Führer der logischen Liberalen und ist großer Engländerfteund. Er dürfte wohl während des Krieges der Lauptverfechter der Politik des sicheren Sieges gewesen sein und wurde zum Minister des Aeußern ernannt in dem Augenblick, als sein Vorgänger de Brogueville geneigt war, mit Briand m Besprechungen über einen möglichen Frieden mit Deutschland im Jahre 1917 einzutreten.
Die irische Frage.
London, 25. Aug. (WTB.) Die gestern in Dublin abgehaltene irische Friedenskonferenz nahm eine Resolution an, die u. a. besagt: Ter Friede in Irland kann nur durch die Bewilligung vollständiger nationaler Selbstregierung im Rahmen des britisckren Reiches bei völliger Unabhängigkeit der Verwaltung und des Finanz- und Steuerwesens her gestellt werden. Die Konferenz mißbilligt den Gedanken der Ausübung des bewaffneten Zwo" ges gegen da-o nordöstliche Ufftrc. Ulster muß ein freier vertragschließender Teil sein. Ferner nahm
Aus der sozialdemokratischen Partei.
. Berlin, 26. Aug. Der sozialdemo - ratischeParteiausschuß, der gestern in Berlin tagte, nahm laut „Vorwärts" in lebhafter Aussprache zu den Vorgängen in Oberschlesien Stellung. Der Parteivor- itzende Wels kennzeichnete den chauvinistischen Krieg Polens gegen Rußland, warnte aber zugleich davor, den Erklärungen der Staatsmänner Sowjetrußlands unbedingt Glauben zu schenken. Deutschland müsse eine vollkont- mene, ehrliche und loyale Neutralität bewahren. Im Zusammenhang damit wurde auch die Pilgerfahrt der Unabhängigen nach Moskau besprochen und ihre Rückwirkung auf die Parteikonstellation in Deutschland erörtert. — Die Tagesordnung des ozialdemokratischen Parteitags wurde entsprechend den Vorschlägen des Par- teworstandes gestern vom Parteiausschuß einstimmig folgendermaßen angenommen: 1. Bericht des Parteivorstandes. Referat von Wels über die allgemeine politische Lage. Referat von Bartels über Organisation. 2. Bericht der Reichstagsfraktion. 3. Bericht der Kontrollkommission. 4. Bericht vom internationalen Sozialistenkongreß in Genf (Referent: Meecfeld-Küln). 5. Die Wohnungsfrage (Referenten voraussichtlich Paul Hirsch .und Englert-Freiburg). 6. Die Revision des Parteiprogramms (Referent: Dr. Adolf Braun).
Hu$ dem besetzten Gebiet.
Aus dem Saargebiet.
Saarbrücken, 25.Aug. (Wolff.) Der Stadtrat stimmte einem Antrag, zu, ein Angebot der französischen Behörden anzunehmen, wonach der Stadt ein zinsloses Darlehen in Höhe von 3 Millionen zur Verfügung gestellt werden soll zur Wiederherstellung und Möblierung von etwa 90 Wohnungen in den hiesigen Kasernen für französische Unteroffiziere und Offiziere. Die Summe soll in fünf oder zehn Jahren amortisiert werden, und zwar nur der Betrag von zwei Millionen, während für den Rest der Summe die Möbel in den Besitz der ftanzösischen Behörden übergeben sollen. Man nimmt an, daß durch diese Maßnahme sechzig Wohnungen in der Stadt für die Bevölkerung wieder frei werden.
Ans Hessen.
Die Deutsche Volkspartei Lessens zur politischen Lage.
lk. Darmstadt, 24. Aug. Gestern tagte in Frankfurt a. M. der Landesausschuß der Deutschen Volkspartei Lessens. Reichstagsabg. Dr. Becker erstattete Bericht über die Tätigkeit des Reichstages und die Stellung der Deutschen Volks- Partei. lieber die Lage im Reicks entspann sich eine lebhafte Aussprache. Es wurde anerkannt, daß manche Anfänge zur Besserung zu erkennen sind, daß insbesondere die jetzige Regierung einen besseren und sachlicheren Eindruck macht, als ihre Vorgänger. Insbesondere müßte darauf gedrungen werden, daß die Landtags wähl en m Preußen und Lessen bald stattfinden. Die Tatsache, daß im größten Bundesstaate anders regiert wird wie im Reiche, führe zu unerträglichen Folgen. Es wird begrüßt, daß die Beseitigung der 3 wangs wirtschaft nun keine Redensart mehr ist. Die Herrschaft der Kriegsgesellsckmften fei ein Skandal geworden. Lier müße noch tnei energischer vor gegangen werden. Die Angriffe des Ministers Koch, die er in Mainz gegen die Orgesch richtete, wurde von verschiednren Rednern mißbilligt. Großes Auffel;en machte es, als mit- geteilt würd', die hessischen sozd. Minister Ulrich Fulda und Raab hätten den Arbeitgebern gesagt: „Wenn Euch die Arbeiter beim Steuevabzug
zwingen, davon abzuFähen, fo geb t nur nad)! So kmme keine Staatsautorität aufgebaut tvcrren I Dabei habe gerade die Partei der genannten Minister das Gesetz über den Steuerabzug gemacht. Tie Herrschaft der Betriebsräte im ErsenbaHnoer- kehr müsse ein Ende haben. — In solchen und älmlick-en Gedauk.ngäugen bewegte sich die Aus- predje, an der sich etwa ein Dutzend Redner beteiligten.
3um Zwangsbezug der „Darmstädter Zeitung" durch die hessischen Kirchengrmeinoen.
Wir lesen im „Tarmst. Tägl. Anz.":
Es ist bekannt und begreiflich, daß bei den Geistlichen vielfach der Wunsch besteht, den seither üblirfjeu Bezug der „Darmstädter Zeitung" einzustellen. Wenn dieser Wunsch sich allgemein durchsetzt, wird das Organ der hessischen Regienrng einen bei seiner geringen Auflage besonders empfindlichen Verlust an Abonnenten erleiden. Die Regierung läßt deshalb durch die Kreisämter der ihr unangenehmen Neigung der Geistlichen entgegentreten und ersucht, sie im Aufsichtsweg zum Weiterbezug ihres Organs cmMhaltan. Ob sie hierzu formell berechtigt ist, mag dahingestellt bleiben. Fm besten Falle könnte sie sich dabei auf eine Verordnung aus der Zeit des Absolutismus taltzen: Am 1. Juli 1808 ' nahm die „Landzeitung" den Titel „Großherzoglich Hessische 3ei== tung" an, und durch eine Verordnung vom 20. Juni 1808 hat der Großherzog Ludwig I. be- ttmmt, daß alle Gesetze in dieser Zeitung zu ver- öfferttlichen seien: „damit aber auch für die allgemeine Verbreitung solcher Gesetze umso sicherer gesorgt werde, ,-fo soll jeder Justiz- unb Kameral- beamte, jede Kommune und jeher Kirchenkasten vorbenannte Zeitung zu halten verbunden sein." Der Grund, ans dem den Kirchengemeinden diese Verpflichtung auferlegt worden war, ist fchon ganz bald weggefallen, denn seit 1819 werden die Gesetze aus- chließlich im Hessischen Regierungsblatt veröffentlicht. Die Hebung, die „Großherzoglich Hessische Zeitung", die später den Titel „Darmstädter Zer- tung" annahm, zu halten, ist geblieben. Wenn sich die Regierung, in auffallendem Gegensatz zu Üjrer önstigen Haltung hier auf eine vergilbte Verordnung stützt, könnte es ihr auch einfallen, auf eine am 24. Dezember 1807 „auf Sr. Königl. Hoheit des Großherzogen allevgnädigsten Spezialbefehl" erlassene Anordnung zurückzugreifen, durch die „sämtlichen Beamten der Großherzoglichen Staaten ernstlich hiermit inrtnjirt" wird, nicht nur den Absatz der Zeitung, so viel möglich ist, zu fördern, sondern auch alle in ihren Amtsbezir^n sich ereignende interessante Vorfälle unverzüglich der Redaktion mitzuteilen. Sie würde dadurch ihrer Zeitung neben den Zwangsbeziehern auch Zwangsmitarbeiter verschaffen. _
A«.s Stadt ttitfr Land.
Gießen, den 26. August 1920.
Aenderung der Gütertarife.
Im Anschluß an gewffse finanzielle Unter- üchungen in Fachzeitschriften wurde der Vermutung Ausdruck gegeben, daß eine neue Erhöhung der Ersenbachntarife geplant sei. Aus dem Reichs- verkehrsministerium wird nunmehr mitgetellt, daß eine neuerliche Erhöhung ter Personentarife mcht erfolgen soll. Dagegen sollen die Kriegszuschlätze in die Guter- und Tiertarife organisch verarbeitet werden, um damit zu. einer neuen Festsetzung der normalen Befördenrngsgebülnen zu Vnnmen. Diese Neuordnung der (Gütertarife soll vom 1. Oktober ds. As. ab erfolgen. Eine allgemeine Er- 'höhung bedeutet diese Maßnahme nicht. Stahl- und Eisemvaren sollten allerdings darifarisch den Güterklassen zugewiesen werden.
Der Höchstpreis
für Frühkartoffeln 25 Mark.
Die Landeskartoffelstelle gibt bekannt, daß mit Rücksicht auf die Weisung der Reichs- kartoffelstelle der Höchstpreis für Frühkartoffeln vorn 23. August bis 31. August nur noch 25 Mk. beträgt.
Lebensmittel.
** Keine Kundenlisten für Gießen. Im Anschluß an die gestrige Mitteilung über die Aufhebung der Fleischkarte wird uns mitgeteilt, daß die Städtische Lebensmftteldevutatwn beschlossen hat, die Ge:neindefleischkarte bis zur Aufhebung oer Zwangswirtschaft einzuführen, da die Führung von Kundenlisten sich für größere Städte nicht empfiehlt.
,** Milchm angel. Infolge ungenügender Belieferung der Stadt Gießen mit Milch können für Freitag den 27., Samstag den 28. und Somttag den 29. August 1920 die auf 3/4 Liter lautenden Milchmarken nur mit Vs Liter Milch beliefert werden.
** Freibank. Freitag, 27. Aug., werden von 1—3 Uhr die Nummern 1801—1900 beliefert.
Veranstaltungen.
Donnerstag. Lichffpielhaus: Alkohol. — Lichtspiele: Lepain, der König der Einbrecher. — Einhorn, 8V2 Uhr: Gastspiel Buchwald. — Caf6 Seih, 8 Uhr: Medick-Meidingersche bayerische Musik- und Possengesellschaft.
m ** Provinzialausschußsitzung. Nächsten Samstag, 28. Aug., vorm. 9 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Beschwerde des Hofpächters Ant. Weber auf Nonnenhof (Rheiwpfalz) wegen Nichtgenehmigung des Kaufvertrags des Hosqutes Wirtdhain bei Nieder-Ohmen.
m ?eue Einmarkscheine. Die Reichsschuldenverwaltung hat neuerdings Darlehnskassenscheine zu 1 Mk. vom 12. Aug 1914 ausgegeben, die an Stelle des roten Nummern- und Stempelaufdruckes einen solchen aus blau-violetter Farbe tragen. Die sonstige Ausführung ist unverändert geblieben.
** Herabsetzung des Höchstpreises für Rheinische Braunkohlenbriketts. Unter Aufhebung des bisherigen Höchstpreises und unter Hinweis auf die Bekanntmachung vom 29. Mai d. I. ist der Kleinverkaufspreis für den Zentner Rheinische Braunkohlenbriketts auf 11 Mark ab Lager des Kohlenhändlers mit Wirkung vom 1. September d.J. ab festgesetzt.
** Stadttheater. Abonnementseinladung. Wir verweisen auf die Anzeige in unserem heutigen Blatte.
*”■ Tas hessis che Handwerk hat alle Veranlassung, sich eingehend mit den Tagesftageu und mit den neuesten Erschftnungen im Wirtschaftsleben zu beschäftigen. Hierzu, bietet die von dem Ortsgewerbeverein Grünberg im Einvernehmen mit der gesetzlichen Vertretung, der Hand- iverkskanimer zu Tarnistadt, auf Sonntag, den 29. Au au st nach Grünberg einberufenen Handwerker-Versammlung Gelegenheit. (Siehe Anzeige.) Auch Handwerkern unö Hanotverkerinnen sei der Besuch der Versammlung angelegentlichst empfohlen.
** Ein Reichs-Grundbesitzerverzeichnis wird jetzt neu aufgestellt. Die Aufstellung des Verzeichnisses geschieht durch die Landesfiltanzämter. Auch die Grundstücke des Reiches werden darin ausgenommen. Der Reichsschatzminister hat die beteiligten Verwaltungen ersucht, zu veranlassen, daß die nötigen Angaben den Landesfinanzämtern mitgeteilt werden. In den besetzten Gebieten wird die Liste von der Reichsvermogensverwal^ tung Coblenz aufgestellt und ihr deshalb die Mitteilungen gemacht.
** Billige Fahrgelegenheit für denMittelstano! Tie teuren Fahrpreise zwar- Sinsbesondere den Mittelstand, eine niedrige« e, meist die 4., aus ihren Reisen zu benutzen. Tie dadurch erstrebte Ersparnis wftd aber, besonders bei weiteren Reisen, dadurch vereitelt, daß die Fahrt in den Zügen 4. Klasse meist unverhältnismäßig lauge Zett in Anspruch nimmt. Tie heutigen hohen Rrisekosten verscAingen oft die Ersparnis an Fahrgeld. Es wäre deshalb zu wünsch^, daß die 4. Klasse besonders auch in die beschleunigten Personenzüge ausgenommen werden, die über weite Strecken verkehren. Vielleicht läßt es sich auch ermöglichen, einzelne Schnellzüge in beschleunigte Personenzüge mit 4. Klasse umzuwandeln, wie dies z. T. schon geschehen ist. Jedenfalls müßte in alle beschleunigten Personen^ züge die 4. Klasse eingestellt werden.
** Die Versorgungsberechtigten der Landgemeinden des Kreises Gießen werden aufgefordert, zwei Versorgungsberechttgte ihrer Gemeinde Sonntag den 29. August nach Gießen in den Felsenkeller auf nachmittags 2 llhr zu entsenden zur Besprechung direkter Belieferung mit Brotmehl aus ihren Gemeinden.
**UeberdieVersammlungdesGiv- ßener Mieter Vereins können wir den Bericht aus Platzmangel erst morgen bringen.
** Tarnens Port. „Wir armen, armen Mädchen sind gar so übel dran, ich wollt' ich wär kein Mädchen, ich wollt' ich wär ein Mann!" so mußten bisher unsere Gießerinnen sagen, weil sie im Gegensatz zu dem allerorten im Reiche auf» blühenden Damenspvrt davon fast ausgeschlossen waren. Tie Reichsjugendkämpfe, bei welchen feine einzige weibliche Teilnehmerin gemeldet war, legen hierfür ein trauriges Zeugnis ab. Seit oe,';ern scheint ein: neue EpvckÄcmgebwchm sein: 8 Tomen des V. f. R. 1900 sühr.eu auf dem Os- waldsgarten ein anmutiges und ftattes Hvckeyspick vor. Tie trotz des teilweise erheblichen Regens bet lohnenden zahlreichen Zuschauern können bezeugen, daß die Damen im Wettstreit mit dem starken Geschlecht durchaus ihren „Mcttm" standen. Siehe den 'heutigen Sportteil. Im Interesse de: körperlichen Ertüchtigung auch der werblichen gend, wäre es sehr zu begrüßen, wenn mit diesem ersten Wettspiel der Anfang zu einer regen sportlichen Betätigung der Daomen gegeben wäve. Die Spvrtstvacht wurde allgemein als praktisch und außerordentlich tfcibfam unb damit als hygienisch und äskhettsch völlig einroanbfret anerkannt.
** E inhorn. Wie uns mttgeteilt wird, gasttert Paul Buchwald nur noch 6 Tage hier, Tie Vorstellungen beginnen 8 Uhr 30 Mur.
Kreis Alsfew.
up. Ruppertenrod, 24. Aug. Waren schon die Preise für das Heugras ungewöhnlich hoch, so waren sie jetzt bei den Grummetgrasversteigerungen noch höh^r und übertrafen sogar die Heugras preise. Wiesen, die in den Fciedens- jahnen 10 Mark gekostet, kamen auf 200—240 Mk., größere Stücke auf 300—400 Mk. Das Ungeheuerliche dieser Preise wird erst erklärlich wenn man den schlechten Stand des Grummetgrases in Rechnung zieht.
np. Aus dem O h m t a l, 25. August. In unseren Ohmtalorten verlangt man in jüngster Zeit nach „mehr Licht". Da aber durch den allzu hohen Kostenpunkt des Anschlusses an eine Haupt- guelle elektrischen Lichtes eine elektrische Lichtanlage nicht zu erwarten steht, suchen sich dir Gemeinden durch Ausnützung der Wasserfälle bei. den Mühlen zu helfen, indem fte selbst eme elektrische Anlage ins Werk setzen. So legt Merlau eine elektrische Lichtanlage an durch Ausnützung des Wassersalles bei der Heermühle. Ober-Ohmen folgt durch eine Kraftanlage bei der RvchusmWe (Schellnmühle) unb in Ruppertenrod will man den Wasserfall bei einer abgetragenen Schlagmühle zu gleichem Zweck dienstbar machen. Hoffentlich bringt man die Pläne auch bald zur Ausführung.
Kreis Schotten.
np. Sellnrod, 25. Aug. Der Bachlauf w* serer sogen. „Streibach" ist schon monatelang völlig ausgetrocknet. Dadurch ist der Müller des Dorsrs, der Mahl- und Schlagmühle besitzt, in eine schlimme Lage versetzt. Seit Pfingsten d. I. stehen seine Mühlräder still. Um nicht seine alte Kundschaft -u verlieren, fährt er die Frucht zu anderen Mühle» und laßt sie bort mahlen.
Kreis Friedberg.
Q. Bad-Nauheim, 25. Aug. Jv der gestern abgehaltenen Stadtverordneten- Versammluug wurde folgendes beschlossen: Tie Kirchweihe soll am 3. und 4. Oktober abgehalten to erben. — Die Stadt tritt dem kleinen Städtetag, dem sich Alzey, Bensheim, Bingeri.um» Friedberg angesckflossen haben, bei. — Zur Betataft fimg von Arbeiten für Erwerbslose wird eme Deputation gebildet. — Für die Obst- und Gemuie- Ausstellung des Obst- und Gartenbaüverems werden 200 Mk., für eine Geflügel- und KamMN- Ausstelluna 100 Mk. bewilligt. — In den Krns- Steuerausfthuß weiden die Herren Beigeordnete Kling und Lrtadtv. Kissel gewahll; ht den Bezirksausschuß Bad-Nauheim, Rödgen, Schwalheim die Stadtvv. Heß, Roller, Seeber. — Stadtv. Krckl Hartmann (US9S.) hat sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt.
Kreis Wetzlar.
va. Atzbach, 25. Aug. Ganz Mbach ist rtt großer Aufregung. Unberufene Gäste haben in I jüngster Zeit bei Kaufleuten, Gastwirten und 'm 'Privathäusern schwer eEinbrüche verübt. Dvr


