fterfm öntfifirn haben mnr enrigen Däusern einen pneinutigen Besuch aogtitoticL Sie scheinen, ine mA' t<n festen ®«4riUben hervor gefft, mit den hiesigen Verhältnissen aufs beste oertraut zu sein und man vermutet unter ihnen einen ortskundigen Führer.
ra. Wedlar, 25. Aug. Tie in Aussicht stehende reiche Z wet s che ne rn te hat bereits einen lebhaften Handel hervorgerufen. £iänbl<r aus den rheinischen Grossstädten fmb überall eitrig am Verladen und zählen inie im Vorjahr wieder 40 Mark für den Zentner.
Hessen-Nassau.
ra. Biedenkopf. 24. Aug. Ter Kreistag hat die nachträgliche Erhebung von 13V» Prozent der Kreis steuer für 1919 zur Teckung der entsprechend erhöhten Bezirksabgabe genehmigt. Desgleichen die Aufnahme eines Darlehens für das Krciswirtschaftsomt zur Teckung der Kosten der Wareneinkäufe und der Lagerung von Waren bis zur Höhe von 1 Million Mark. — Unser Landrat Müser, z. Z. Landrvtsamtsvermalter in Kreuznach, wurde vom dortigen Kreistag mit 25 gegen 3 Stimmen zum Landvat des Kniffs Kreuznach in Vorschlag gebracht.
Turnen, Spiel und Sport.
— Hockey pro vag an da spiel. LLurz nach 6 Uhr traten die beiden Abteilungen, die Tarnen in der schönen und zweckmäßigen Kleidung dar Hockeyspielerinnen, Bluse, Hose und blaue Mütze, zu dem von vielen Seiten mit Interesse erwarteten Propaganda spiel an. Sofort mit Beginn des r viels wurde von beiden Seiten ein äußerst scharfes Tempo vorgelegt und es ist erstaunlich, mit welcher Ausdauer dieses Tempo von den Tarnen durchgÄXllten wurde. Während in der ersten Halbzeit die Herren den Damen durch bessere Kombination, Läuse und Stocksicherheit überlegen waren, änderte sich nach dem zweiten Anpfiff bald das Spiel Tie Damen bedrängten das gegnerische Dor hart durch gut eingeleitete Angriffe, und bald wurde zur größten Freude des Publikums das erste Tor geschossen. Das Spiel endigte mit einem knappen Siege der Herrenabteilung (5:4). Hoffentlich hat dieses Spiel zur Hebung des Hockeysportes seinen Teil "beigetragen, um endlich einmal die Vorurteile gegen dieses, äußerlich so gefährlich «ussehendo, Spiel zu beseitigen.
= Vom Gau Hessen. Ter älteste aktive Turner im Turngau Hessen ist nach einer Mitteilung der in Singen erscheinenden Turnzeitung für den Mittelrheinkreis der Turner Wilhelm Langsdorf in Lich. Obwohl er das 75. Lebensjahr bereits überschritten, beteiligt er sich noch am Vereinsturnen und leitet die Frauenabteilung des Licker Turnvereins. Außerdem erteilt er noch den in Lich untergebrachten Zöglingen dös Frankfurter Waisenhauses Turnunterricht und den Schülern des Licher Vvrseminars Schwimmunterricht. Ter 9 (Mittelrhein-) Kreis der Deutschen Tumer- schast hat diesen Nestor unter den hessischen Turnern durch Verleihung des Ehrenbriefesl lhöchste turnerische Auszeichnung) ausgezeichnet. Tie Tirrnzeitung des 9. Kreises bringt in ihrer letzten Nummer em Bild des Turnveteranen mit einer ausführlichen Würdigung seiner Verdienste für die deutsche Turnsache im allgemeinen und den Gau Hessen im besonderen.
Lick, 25. Aug. Dom T'rmverein Lich bit Heinrich Radetzky auf dem Feldbergfest in der
Oberstufe den 19. Sieg errungen. Bon seinen Leistungen ist besonders Stibhöch hervorzuheben, worin er 3 Meder frei gesprungen hat.
Vermischte».
Berlin, 2. 6Aug. Wie der „Lokalanzeiger" meldet, wurden unter dem dringenden Verdacht, sich durch Betrügereien ein Ve rm ögen von 5V» Millionen Mark ergaunert zu haben, in Köln der Kaufmann Gerz, seine Geliebtc und deren Bruder in dem Augenblick verhaftet, als sie Vorbereitungen für ihre Abreise nach Brasilien traten.
* Ter kniefreie Rock. Es gab eine Zeit — lang ist sie her — da sprach man von dem „fußfreien" Rock als einer großen Neuerung. Heute sind wir glücklich bei dem „kniefreien" Rock ange- langt. Wenigstens reichen die Röcke der neuesten Modeschöpfungen, die in diesem Herbst von Paris aus die Weiblichkeit beglürfen sollen, kaum noch bis an die Knie, und um diese allzu große Kürze zu verdecken, ist an dem Rock ein Franse angesetzt oder Spitzen. Ter Rock besteht aus yoei Volants, die aber kaum über die Knie herabgehen und sich ziemlich enp um die Hüsten legen. Dieser höchst stiefmütterlichen Behandlung des Unterkörpers in Bezug auf die Toilette steht eine etwas freigie bigerc Behandlung des Oberkörpers gegenüber. Ter Halsausschnitt ist etwas weniger tief, aber der Rücken ausschnitt hat womöglich noch an Umfang zugenommen. Matt trägt zu dem ausgeschnittenen Kleid besondere Halskragen, die Hals und Nacken bedecken, doch den Ausschnitt nicht völlig ausfüllen.
Rückwanderung aus Anirrita.
Der „International Counell" von Neuyork, ein Sonderausschuß zur Förderung der Einwande rung, hat vor kurzem einen Bericht veröffentlicht, in welc^m auf Grund eingehender Untersuchungen der Befürchtung Ausdruck gegeben wird, daß wahrscheinlich eine starke Abwanderung der ein- aeroanberten Bevölkerung Platz greifen werde. Eine solche Rückwanderung würde, wie in dem Bericht ausgeführt wird, selbstverständlich den Vereinigten Staaten großen Schaden zusügen, da das Land auf stets neuen Zustrom von Menschenkräften angewiesen ist, wenn seine industrielle WoUfahrt sich auf der Höhe erhalten soll. Diese Rückwände- rung, von welcher der Jinternacional Council spricht, hat schon im Monat April d. I. eingesetzt und ist seither von Woche zu Woche gediegen. Ungefähr 1000 Schiffskarten werden wöchentlich an Rückwanderer verkauft. Auch in Deutschland ist man auf diese bemerkenswerte Tatsache aufmerksam geworden- das „Korrespondenzblatt des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaffsbundes" beschäftigt sich in seiner Nummer vom 31. Juli d. I. eingehend damit. Der erwähnte Artikel deckt sich inhaltlich wesentlich mit dem eingangs erwähnten Bericht des amerikanischen Ausschusses. Es heißt da u. a.:
Unter den Rucllvanderern sind vorläufig zumeist Belgier und Italiener vertreten. Tie Rückwanderer anderer Nationen würden wahrscheinlich ebenso zahlreich sein, jedoch fehlt es innen an Fahrgelegenheit in die alte Heimat. Bon den Ungarn und den Angehörigen der vielen neu gegründeten Staaten Osteuropas wird voraussichtlich die volle Hälfte wieder über den Ozean in die alte Heimat zurückziehen. Diese starke Ab
wanderung reißt natürlich breite Lücken in die amerikanische Arbeitersckraft, und die amerikani schen Unternehmer bemühen sich angelegentlich, vorläuffg aber vergeblich, entsprechenden Ersatz für diese Gefahr zu schaffen.
Uebcr die Gründe dieser Massenabwanoerung sind die Meinungen geteilt. Nach der Ansicht ocr erwähnten deutschen Zeitschrift liegen sie Haupt sächlich darin, daß die Stute oic sklavenariige Ge- bundeuhfft satt haben. Sie haben sick während der Krieaszcit, in der sie wenig ausgaben und nichts Heimschicff'n konnten, eine ansehnliche Summe er spart, welche in die schleckte heimische Valuta umgewcchffli, ein ganz erhebliches Vermögen dar „Hält. Sie beabsichtigen, sich in der Heimat ein Grundstück ooer Geschäft zu kaufen, um frei und selbständig zu sein. Daneben spielt die Sclyffucht nach der Familie, welche sie durch eine ganze Reihe von Jahren nicht mehr gesehen haben mö gen, eine gewichtige Rolle. Ter Leiter eines in Amerika in ungarischer Sprache erscheinenden Blattes sührt als einen, wenn nicht als den haupp sächlichsten Grund der Abwanderung die Prolfi- bition, d. h. das gänzliche Verbot der Herstellung und des Verkauss geistiger Getränke an. Er meint, daß dieses Alkohol verbot für den schwer arbeitenden, geistige Zerstreuuiigen nicht kennenden Ungarn oder Italiener wie ein betäubender Schlag gekommen sei, dessen Wirkung sie sich durch den Fortzug zu entziehen suchen.
Der Direktor eines nainhaften Neuporker Bankhauses, welches Schiffsilartcn netfauft, erklärt, cs sei vergeblich, die Leute zum Bleiben zu veranlassen. Es nütze nic^s, wenn man ihnen die Sck.vierigkeiten des Reisens im jetzigen Europa schildere und ihnen Vorhalte, daß sie bei dem Uebcr- fd reiten der vielen Grenzen Hab und Gut verlören. Alles dies erweise fick, als vergeblich. Selbst die Bekanntgabe von Briefen von Landsleuten, die unterwegs betrogen und bestöhlen worden sind, übe keinen abschreckenden Einfluß auf die Amenüi- müden aus. Ta sie unter Umständen 5 Landes-- grenzen überschreiten müßten — in einigen Staaten, wie in Frankreich ist die Mitnahme vvnMctall- gelt) verboten und die Mitna'ffme von Papiergeld- im Betrage von mehr als 1000 Franks nur bei amtlicher Genehmigung gestattet, und diese Genchmi gimg ist mir schwer und erst nach einigen Worben zu erlangen —, so kommen die Reffenden, des besten Teils ihres Vermögens beraubt, in ihrer Heimat an. Außerdem machen sich die Geschäftsleute in den europäischen Städten die Unkenntnis der ungebildeten Leute zu nutze. An vielen Orten wird ihnen erklärt, daß Speise und Trank und Quartier nur zu haben seien, wenn mit Dollars gezahlt wurde.
Von Kennern der Verhältnisse und der Stimmung der Etmvander er schaff wird die Za'hl der in den nächsten 18 Monaten Abivandernden auf etwa zwei Millionen geschätzt, von denen die meisten Ungarn und Slowaken sein dürsten. Wenn jcbcT dieser Rückwanderer durchschnittlich 3000 Dollars mitrrirmrt!, so wird Amerika dadurch nicht weniger als 6 Milliarden Dollars, das sind also 240 Milliarden Mark nach 'heutiger Währung, verlieren.
Nach alledem wird man verstehen, daß die amerckanisehe Industrie mit allen Mitteln eine neue Massenzuwanderung herbeizuführen wünscht. Die Aussicht auf Erfolg dieser Bestrebungen ist jedoch vor der Hand äußerst gering. Immerhin aus dem europäischen Mittelstaiche erwarten zu
glaubt man m Amerika einen größeren Zuzug dürfen, der alles verloren und keine Möglichkeft mehr habe, in der Heimat einen auskömmttcken Unterhalt zu verdienen. Die Hoffnung aus bäuerlichen Zuzug wird in Amerika nicht gehegt, weil man weiß, daß der Bauer jetzt in.Europa dringend gebraucht wird und daß er außerdem so trobl* habend geworden ist, daß er keine Sehnsucht nach dem Dollarlande zu haben braucht. Allerdings gäbe es jetzt im Lande des „Weißen Schreckens^ in Ungarn, Bauern in Menge, die gern nach Amerika entfliehen möchten: aber sie sind an die Scholle gebunden durch das Auswanderungsverbot von 1919 unh besonders durch den fantastisch hoben Fahrpreis, der in den Landern mit Kronen- Währung nicht weniger als 40000 .thronen beträgt, ein Betrag, den sich der kleine ttngariüche Bauer kaum norltellcn, geschweige denn beschaffen kann.
So weit die Tarlegungen des deutschen Fach- blattes, die sich, wie schon cnväfaü, inhaltlich mit dem ausführlichen Bericht des Newyorker Son- derausschusics decken. Im Zusammenhang bamit ist es vielleicht von Interesse, einige ftatiftifdx Angaben über die Einivanderung in Amerika zu erfahren. In den 144 Jahren des Bestehens der Vereinigten Staaten von Amerika sind dort 33 Millionen Einwanderer gelandet: tvotzdem sind es jetzt, wie von dem eingangs erwähnten Ausschuß mitgeteilt wird, um 4 Millionen zn wenig, um die industriellen Pvodukttonsbedürfnisse Amerikas zu decken. Em Bericht der „National Go»» graphioal Society" sagt darüber: „In der ganzen Weltgesckstchte gibt es keine Völkerben'egung, bic in bezug auf 'Schnelligürit ober Umfang dieser Einwanderung nach den Vereinigten Staaten gleich' tarne. Jrn Vergleich mit ihr waren die Horden, welche in Europa aus Asien cinboangcn, so groß, so ungeheuer sie auch waren, nur unbedeutend."
Die nicht eingeborene Bevölkerung der Vereinigten Staaten von heute, d. h. die im Auslande Geborenen und die Abkömmlinge der im Auslande Geborenen, ist $ufam men gefegt and: 11 Millionen Negern, 141/2 Millionen Mensckxn fremder Geburt, 14 Millionen Menschen, deren Väter und Mütter im Auslande geboren sind und 6Vs Millionen Menschen, ^»ren Däler im Auslande und Mütter in Amerika geboren wurden oder umgeMyrt. Die Bevölkerung der Vcv.-inigten Staaten wird heute auf ungefähr 110 Millionen Menschen geschätzt, so 'daß, wenn man die im Auslände Geborenen und die Kinder der im Auslande Geborenen abzieht, nur 64 Millionen weihe eingeborene Amerikner bleiben. In Newyork fmb 7von 9 Kindern im ^chulpflickstrgen Alter Abkömmlinge von Einwanderern.
Hamburg, 26. Aug. (WB.) Der Dampfer „Mongolin' brachte von Newyork 13 4 0 Pa s- \ agiere, meist Deuts che, Polen und Litauer, die tchls mit Dampfer, teils mit Sonder zug weitergehen. Außerdem hatte er 31 Säcke Post an Bord.
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