Reichsgewerkschast deutscher (ftlenha^nBeamten. —I Ruhe für diese künstlerischen Darbietungen, Caf6 Leib, 8 Uhr, Konzert und BorstÄlung der | durch den älteren Zuhörern dec Qfenu6 beeinträch
Mebick-^Meidinger. — Lichtspieltheater wie gestern.
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tigt wucke. Trotzdem kann die V-ranststtung als wohlsrlnngen bezeichnet werden. Vi.lfach mürbe eine Wiederholung gewünscht.
beteiligt waren. Ain der finanzie.len nick es nicht fehlen.
Kreis Büdingen.
§ Orten berg, 23. Okt. In Nacht brachen Einbrecher in die
Verttnstaltnngen.
Montag: Oberrvalsckmlc, 7 Uhr, Beginn des neuen Semeüecs bet Vilkshockusckmle. - serieller, 8 Uhr, Mitglied ecLer ammlrog
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Wanim wurde dieses sicherlich fesselnde und bedeutenbe Wert nicht ans Ende gerückt? Vielleicht Nt Pietät gegenüber Beethovens C-Moll- Monate, der pathetigue unter den Vwlinsonaten, cc Grund: aber gelangt einmal eine Neuzeit- -die Schöpfung zu Wort, so muß ihr auch das natürliche Anrechi auf die späteste Stelle gewahrt 'leiden. Wenn die Vortragenden in dem ersten Veethovcnschen Satze sich Nickst immer verstanden, o lag die '*-'- **■ " -
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-m. Heu chel heim, 25. Okt. Die Gießener Musikgesellschaft veranstaltete gestern abend im Saale des Gasthauses „Zum Treppchen" ein K o n- zert, das sehr gut besucht war. Die einzelnen Vorträge wurden wirkungsvoll zu Gehör gebracht.
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Mittwoch im Markussaal Prof. Schian über: „Unsere Kirche in den Stürmen der Zeit" sprechen.
** Ein Streichkonzert der Kapelle des Reichsw.-Schützen-Regts. Nr. 22 findet am Donnerstag unter Leitung von Obermusikmeister Löber im Einhorn statt.
Landkreis Gietzrn.
5 Ettingshausen, 24. Okt. Schon oor dem Kriege wurde in unserer Gemarkung mit den Feld bereinigungsar beiten l eyowtoe n. Nachdem die Arbeit infolge des Krieges daun mehrere J-ckbre liegen gs.-bueben, wurde fte neuerdings in nickst ganz zw.i Jahren fiiott zu Ende geführt. Dieser Tage erfolgte die endMttge lieber* gäbe der Felder an die neuen Besitzer, nac^em f-dpn oor einiger Zeit den Bauern das Gelä,-d? zu geteilt und angewiesen tvvcken ist, um dm Herbst- besiellung der Aecker rechtz-itig /u ermöglichen. In den nächsten Tagen Essen schon die Re'lo- mationen erfolgen. Trotzdem h.e>: s«7,r gewissen ha st Marbeitel w-.-rden ist, wird es an solchen, rote anderwärts, auch hier Glicht fehlen, da inan ess tot der Welt einfach nie federn reckst machen kann. Alle Reklamanten müssen aber bt£c.ifcn, daß bei der Verschiedenartigkeit des Bodens in unserer Gemarkung die Arbeiten nickst leickst touren. Das Land war feiner Güte nach in 14 Klassen erngeünll, es gab Grundstücke, bei denen allein bis zu acht Klassen vertreten waren. Wann das Massengrlände zum Berkaus k.-mmt, ist noch nicht festgesetzt. Es wird dafür sehr viel Lrchhaber geben, vor allem -auch unter der arbeitenden Bevölkerung.
— m. düngen, 25. Okt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde hier in einer Bäckerei abermals ein Einbruch verübt, bei dem Backwaren und andere Lebensmittel entwendet wurden. Es sollen bereits Verhaftungen voraenommeu worden sein.
<5 Li ch, 25. Okt. Es kann jetzt schm als ziemlich sicher gefragt werden, daß bte mebtTge« bvcmnte Tampfziegelei wie c: a ufgebaut wird. Vielleicht nntb nwly in nächster Zeit damit begonnen, so daß der Betrieb gegen Ende deZ Dom menten Frühjahrs wie er augenomn e i warben Dann, wenn der Winter mir eini. ermaßen günstig für bauliche Arbeiten wird. Mit den Aus- räumungsorbnten an der Brandstätte ist man. schon soweit fertig. Ein Wiederaufbau des Ringofens, wenn zunächst auch erst in kleinerem Umfange, wurde hier und in der Umgebung allgemein begrüßt. Wie verlautet, wollen der Ring* ofen-Gesellschast noch verschiedene Leute bei treten, die bisher nicht an dem industriellen Untern Annen
glänzend einstudiert. Heber die inhciltlick)e Bedeutung werden die Meinmrgen ausstnanvergehen. Die Komposition I>at etwas Flackerndes. Tie lieber* gange folgen jäh aufeinander. Die ^thlreichen harmonischen Ueberraschungen gehen nicht mühelos ein. Im ersten Satze tobt es mit Macht; es scheint weniger ein Ringen seelischer Strömungen als ein Spielen mit gewaltigen Fclsblöcken, getrieben rm Walde von den Kindern der Riesen. Im zweiten -L>atz kehrt ähnliches wieder, indes eingerahmt von einem ruhigen Gesang mit großen Schönl-eitcn. om letzten Satz herrscht wieder das Ungestüm, ietz4 ist es eher ein Wildwass«, das brausend und schaumend niebergebrodycnc Wipfel und Stämme zrr Tal führt. Einmal, kurze Zeil nur, scheint die Sonne. Zum Schlüsse sch-eckt ein Bild von Trümmern und Verwüstung: doch immer eher Verwüstung in der Natur, als in der Menschenseele.
Türk, der eine originelle Spielbegabung eigoc zu sein scheint.
Von den bekannten Kräften tat sich Oskar geiget mimisch hervor in b'r Zeichnung einer Wilhelm-Busch-Figur: Adolf Falken gesavgliö rn,tier Rolle des Grafen Rudolf. Richard Hell' born und Rudolf Goll hielten mit lustigen: Spiel die Zuschauer bei guter Laune. Erwähnt seien noch Karl Volk, Auguste M a r ck s und der kleine Franz'l, der den letzten Akt vor Verödung rettete.
Die Mitwirkung des Kurorchesters Bad-Nou- heim machte sich an-genehm bemerkbar. Unser neuer musikalischer Lester Karl Schlager lenkte dar Orchester mit geschmackvoller Ruhe. zz.
mc. Frankfurts. M., 24. Okt. Bekanntliö • ist die Not der deutschen Theater groß Nun ist in den letzlen Tagen in Fran^urt ball Künstlerthealer am Rhein und Main und in Darmstadt das l>esiiichc Lmrie -W.ndertheater gegründet: ivorben, die beide die sch'echte Zeit in ihren erste« Vorstellungen schon verspüren mußten. Tas Thea" ter am Rhein und Main mußte in Fulb-^ seine Vorste'lungen „Kab.cke unnd Liebe" ü'>erhaupl ausfallen lassen, weil keine Karten verkauft lour-- den, während bashessischeLandeswanben» t he ater in Osfenbach der ersten Abend vor 50, den zweiten vor annähernd TJJ Zuschauern spielte
Dar m Jta b t, 23. Okt. Wie wir hören, ist oei Maler Kay H. Nebel, in Darm stabt all Professor cn bie Kunstakademie in Kassel all Nachfolger von Pros. Lindenberg berufen worden. Nebel ist Mitglled der Tarnrstädter Sezession.
des hiesigen Bahnhofs ein und hießen 3 stiften Margarine, die für hiesige Geschäftsleute bestimmt waren, und einen Reisekoffer mitgehen. Tie leeren Kisten und Koffer wurden heute morgen auf freiem Felde erbrochen aufgefunden. Bon den Stieben fehlt rede Spur, doch scheint es sich um dieielbe Bande zu handeln, die fest einiger Zeit unfere Gegend unsicher machi und z. D. neulich in Fauerbach mehrmals bei einem Landwirt einbrach und nachher noch die Frechheit hatte, dem Bestohlc- nen in einem Postpaket einen kl,: inen sch-warzm Sarg mit einem Dvohbries zuzuschick^a. Der Häuptling der Bande pH b°r Einbrecher sem, der vor kurzem wegen ve.sckn'edener Fahrraddiebstähle abgefaßt und in das hiesige Arresthnus ein» geliefert war. Als er dem Amtsgerickst vorgeführt werden sollte, ging er durch und entkam, obwohl der diensttuende Arresthausausse^er ihn sofort m scharfem W^t bnif verfolg e unv ihm d .rch das Wasser der Nidder nack^etzte Es wäre sehr zu würrschen, daß bet nächster Gelegenheit einmal em Polizeihund auf bie Spur gesetzt würde, um Dm Gegend endlich von diesen Einbrechern zit befietett
KreiS Schotten.
e. Sichen h ausen, 23. Okt. In unserem Orte waren für die Sammermvnate mehrere hllss- bcdürftige Stadtkinder aus Tarmstedt zur Kräftigung und Erholung uittcrg?b’?ad)d:. Bon diesen ist der 12jährige Philipp St.>rk, Sohn des Postschaffners Wilhelm Stork, Tarmstadt, Land- wehrstraße 31, seit dem 11. Oftobec j purlos verschwunden. Eltern und Pfegeeltern ist der Aufenthalt des Jungen unie"®int. Es i|t tricht ausgefthloffen, daß der Knabe sich ein LeL angetan hat, weil er sich in letzter Zeit bet feinem Pflegeeltern unliebsam gemackft hat und d-shald mnxrmt worden ist. Zur Persvnalleschreibmtg des Gesuchten wird anger-ebert: Monds Laar, blaue Äugen, biuiTe:Tkmic ter Anz- g mit K-n» Hose, ebensolche Mütze mit Sck-Lrm, '.veick>er weiW Kragen, blaue Krawatte. Ter Junge hat rntgi* fahr 30—50 Diark bares Geld bei sich. Zweckdienliche Mitteilungeit sind an das Kreisamt schotten zu richten.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmst-adt, 24. Okt. Die Darm°> stüdter Luftschiffhalle, bereit Ban f. Zt. zwei Millionen Mark gekostet hat, soll oem- nächst den Bestimmungen des Friedensvertrages gemäß beseitigt werden und soll zur Versteigerung kommen.
rm. Darmstadt, 24. Okt. Der heutige Generalappell der 118er in städtische Saalbau, der nach sechsjähriger Paus- heute zuin erstenmal wieder stattfand, hatte wohl etiva 500 ehemalige R.giementZangehörige uframmmne ufen. An Stelle des -erkrankten Reoalteurs Schneioet- Mainz begrüßte Kam. Verwall r Kaiser-Mainz bie Versammlung. Nach der Wahl des Ausschusses übernahm Oberst a. D. I h l e s e l d den Vorsitz mit einer herzlichen Ansprache, die mit einem HaH aus die braven Hess-n endete. Nach lebhafter Aussprache, in der sich Worms und Osfeitbach um bem nächstjährigen Appell bewarben und in der viels Gründe, besonders der Klugheit gegen die Wal* timg des Appells im besetzten Gebiet geltend gemacht wurden, bestimmte man Osfenb ach alS nächstjährige Zusammenkunft. Auch der Tote» wurde in ehrender Weise gedacht. In den vorbereitenden Ausschuß wurde aus j?der Kompagnie ei» Vertreter und ein Ersatzmann bestimmt. Bei bei» Nachmittagskonzert der Kapelle Mickley wurde manche frohe und manche wehmütige ErinnermiU cmsgetauscht und manche alte Freundschaft erneuert.
®icfieier XonMtverein.
Gie ß,e n, 24. Oft. ®T)J?,<I^e.nQ^CTt^' Professor Georg Schumann-Berlin (Klavier). .Karl Thomann-Düffieldorf iPioline).
Mit der Bach scheu ViolinsMuite Nr. 3 boten dte Künstler einen ungetrübten Genuß. Der Ton des Geigers zeigt nicht geradezu Größe. wvU aber eine durchaus kräftig? Fülle, ausgezeichnete Reinheit und Zarch-tt. Ter Pianist verfügt über eine bewunberstverte Anschlagsteckmik, welche ihn befähigt, beit .Aavierton an Sanglichkeit der Geige nahezu ebenbürtig zu gestalten. Das trat deutlich in den Triolenparalletstellen des zweiten Satzes hervor. Tie Echabenheit diese-; zvoeiten Satzes wohl des hervorragendsten Tcnles thT Sonate, kam dank dem vornehmen, abgeklärten Vortrag der Aussührenben unverkürzt zur Geltung
An zweiter Stelle mürbe ein Werk des Pianisten Georg Schumann gespicll: Violin- sonate in D-Moll, op. 55. Ter gewaltigen D-Moll Sonate Robert Schumanns und noch gewaltig<n-en T-Moll-Saitatc Brahms kann und will sich diese Sonate nicht zur Seite stellen. Dem Charakter na:' steht sie jener nicht ganz fern: auch waltet ch - Anklang des Hauptgedankens an eine Stelle b- 3. Satzes jener Sonate ob: doch hat, was be Robert Schumann als iveiche sehnsüchtige Lieden auflritt, bei Georg Schumann eine eckige trotz'. Gestalt angenommen. Die drei Sätze der Sono sind aus einem Guß geschaffen Sie bieten für & Klavier, wie besonders für die Geige reich- G legenheit, blendendes Können zu zeigen: und ot< Gelegenheit wurde wahr genommen: oas Werk w
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** Amtliche Personalnachrichten. liebertragen wurde am 19. Oktober dein Lehrer August G r ü n i g zu Groß Eichen (Kreis Schotten) eine L-ehverstell- an der Volksschule zu Groß-Rohr- heim (Kreis Bensheim).
** E i n b r u ch s d i e b st a h l. In der Nackt zum 23. Oktober würbe hier in eine Seilerwerkstatt eingebrochen und nachfolgende Sachen entwendet: 8 Knäuel weißes Kvlonialhanf--Bindegarn, wie es bei Dreschmaschinen gebraucht wird, 6Pappdeckelspulen mit 'weißem Baumwollgarn, 8—9 Pappdeckelspulen Flachsgarn, einige Spulen Jutegarn, 8 >Kilo Hanf (eignet sich zn Dichtungen), eine 90 Meter lange Zugleine, halb geklöppelt und halb geschnürt, zwei blaue leinene Schürzen. Vor Ankauf wird gewarnt.
** Ein K l i n i k s d ie b in. Ein in einer hiesigen Klinik schon längere Zeit bedienstetes Mädchen mißbrauchte das in es gesetzte Ber- ttauen in gröblichster Weise, indem es die Klinik sowie die Patienten fortgesetzt bestahl. Das Mädchen konnte überführt und das Diebesgut zurückgegeben werden.
** Eine Auskunftsstelle für das ^AuslandsliebesgabenwerkinBerlin. Der Deutsche Zentralaussch'uß für die Auslands- Hilfe in Berlin NW 7, DorotheenIraße 2, hat in feinen Räumen einen geMUyrenTret benutzbaren Bibliotheks- und Lescsaal, eine s^i-ologische Aus- kunftsstÄle für In- und Ausländer eingerichtet, die sich an Hand amtlichen Materials über soziale, sozialpolitische und alle verwandten Fragen eingehend uitterrichten wollen. Die einschlägigen Werke, Zeitungen und Zeitschriften liegen lster aus, und Akten, z. B. Statistiken, Denkschriften und bergt., stehen zur Berfügimg. Da der Deutsche Zentralausschuß eine Ärbeitsgemeinschaft der im Deutschen Reiche wirkenden, mit der Verteilung der ausländischen Liebesgaben befaßten wirtschaftlichen und Woh.fahrt,organisationen ohne Uiiterschied der Partei und des Bek.-nntnisses dar stellt, strömt ihm dauernd ganz besonders reiches und zuverlässiges Material über die wirtschaftlich.' Lage im weitesten Sinne des Wortes zu, Material, das er in der an- gedeuteten Weise der Allgemeinheit nutzbar machen will. Es kann im allgemeinen nach den in den öffentlichen BibliothcLn geltenden Bestimmungen benützt werden. Der Leseraum ist an allen Wochentagen von 10—4 Uhr geöffnet. Der Zentralaus- schnß stellt, soweit möglich, sein Material auch außerhalb Berlins zur Verfügung und ist gerne bereit. In- und Ausländern, die unsere ArbÄts-, Gesund^its- usw. Verhättuisse persönlich studieren wollen, sachkundige Führer zu geben. (WTB.)
** Milchbelieferung. Die Milchemp-- fänger, deren Karte auf l/2 Liter lautet, können tn Dieser Woche nur am Montag und Donnerstag beliefert werden. Näheres über die Ausgabe von Büchsenmilch ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich.
**JnderMänner-undFrauenver-
Adagio konnte auch die hier besonders gesteigerte Vortragskunft beider Spieler ihre Rauheit nicht nehmen. Tas Scherzo würbe zumal int Zeitmaß schlechthin vollenbet herausgestellt. Nicht einverstanden erflären können wir uns dagegen mit der Wiedergabe des letzten Satzes: unter der Ueberhastung des Tempos litt nicht nur die Wucht, sondern anch die Klarheit.
Alles in Allem: es waren Stunden voller Erhebung und Anregung. Dieser sonnige 24. Oktober wird unvergessen bleiben. R.
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Eichener Ztadttheater.
Der ersten Liebe gowene Zeit.
Srngspiel von Kastner und Gilbert.
Gießen, 24. Okt. 1920.
Bei modernen Operetten kann man sich mir über eines wundern: daß sie einander so klischeehaft ähnlich sckhen. Mischer ist alles, Handlung, Figuren, Musck. Witz und Sentimcnlalität. (^e-edjlfertigt werden diese Aufführungen nur durch den Publi- kumsgeschmack. Daß der getroffen war, bewies der begaster le Beifall.
Die Operett-mkräfte sind zum Teil ergänzt. Ka^ Otte, ein zic-rliches Figürchm, ermangelt noch lder^Lpielstcherh.-rt und verfügt nur über ein ~ n?5 das noch häufig betoniert,
'^tejii P iesser-Teutsch ist dagegen eineviel- v?rsprechende Kraft. Ein angenehmes Organ wird von einem lebhaften, äußerst sympathischen Temperament gestützt. Das Spiel belebt natürlicher Humor. Ernen glücklichen Smn für Komik bewies Cläre
^ktts dem Reiche.
Die oberschlesische Autotwmie.
V e r l i n, 23. Oft. (Wolfs.) Amtlich. Der Ausschuß für auvmärtige Angelegenheiten setzte am Samstag vormittag die Beratung vorn Donnerstag über die Gewahnrng der bundesstaatlichen Autonomie für O b e r s ch l e s i e n fort. Es waren lt. a. anwesend der Reichskanzler sowie die Reicks-- mtnijtet des Aeußern und des Jnuern, ferner die oberschlesi'chen Abg.'ordneten des Reichstags und der preußischen Lcmdcsversammlung. Das Ergebnis der Verhandlmtgm ist: Die Reichsregienrng wird demnächst ein Gesetz einbrrngen, das in Ober- fchlesieii nach dessen Entsck>eidung für Deutschlmtd die volle gliedstaatliche Autonomie einführt, wenn die obersck'esifch: Bevölkerung sich für diese Auto- nomi.' erklärt. Die Annahme des Gesetzes im Reichstag ist nach den Berhandlungeii des Ausschusses und den dort von den Bertretem sämtlicher Parteien abgegebenen Erklärungen gesichert.
Die Vergebung von Stantsausträgen^
Ber lin, 23. Oft. Der demoftatische Abgeordnete K o r e l l hat im Reichstag folgende freute An.fr aae gestellt: Bei entern von ber Re ichs Vermögensverwaltung rm besetzten Gebiet vergebenen Auftrag auf Liefenmg von Möbeln für dre Ka'ermm der Stadt Mainz im Betrage von etwa 4 Millionen Mark ist man weder cm die dortige Industrie noch em das Schreiner- Handwerk berangetnrten: nur ganz geringe Lieferungen sind durch die Vermittlung enter Händlerfirma, die für etwa 2 Millionsn Mark Bestellungen hatte, an einige Handwerker vergeben worden. In Mainz sind etwa 1OOO Schreinergehilfen aut Verfügung, welche unter Arbeitsmangel leiden. Nunmehr steht die Ausstattung der für ftanzö'i-che Offi- ziersfamilien durch das Reich erbauten Billen bevor: auf eine. Eingabe der Innung an die Reichs- vermög-nsremmltunn vom 25. August ist bis heute keine Antwort erfolgt. Aus wirtschaftlichen und politischen Gründen ist bie Heranziehung des heidnischen Generbes notwendig, und wir fragen die Reichsregierung, ob sie in diesem Sinne baldigst Schritte unternehmen will.
Der Hrimstättentag in Berlin.
Berlin, 24. Oft. Zu unserem Bericht in der Montcrg-snummer über den ersten Verband- lun-gstag des t>'vm Herrnställenamt der deutschen Deamtsns '.af : r 'berujenen Hermstättentags und Heimstättenkursus fei weck nachgetragen, daß Rei-chsnrmister K>>ch die Bodenreform als ein Mittel zur Gesundung unseres Wrr'schaftsleZvns bezeichnete und demgemäß im Namen der gesamten Reicksregiemmg versprach, den Herms-ättengedanken mit allen Mitteln zu fördern.
Am Montag nachmittag sporchen der Vorsitzende des Hermstäüenmntes Jakvnnes L n b a h n Über „Gck!ver?chäft urtb Hermställe" und Direktor Otto über „Genossensck-aftsfragen". In diesen beiden Vorträgen wurde nicht nur ber hv-he Wert ter Dcwegimg geschildert, sondern' auch auf die ©thtnerigTcT‘en-be5 genossenschaftttchen Zusammenschlusses hingewiefren.
Ter Bormittatz des Zweiten Tages (T«nStag) bvachd: einen bedeutenden BvrKag des Bvur-ats Fauth aus Skmru (R.-L.) 'über bantechnisch- Fvagm. Der Ertragende, wücker als Fcvchmcnn auf dem Gebiete de? neueren BwttvesenS sprach formte aus fernen reichen Erftrhrungen als Leiter ber „Lehr- irrti> Bersuchsstelle für Nallnchwi'meile" in Svvmi spnecken und volle AneKennung finden. Erne weitere Vorlesung über Nutzbarmachung der Boamteirsparkraft für bas Heimstättemvejen von Postdw'ftvr v. Roy schloß sich an.
Am Tienstag nachmittag begann -der 1. Heimstätten tag : dieser zeigte fo recht die große bisher ge» leistete Arbeit ter Mitglieder, W Vorstandes imb des Aussichtsrates. Es erfolgte die Bestätigung und Ergänzung des Gesanrtvorst'a brl d rch die B-rs-mnmlung mrd -gkeickUsttg die 'Genehmignng des vo-rg s^lageitert Haus'da'f-s/are?. Durch B's- stellung von 7 neuen Ges-chüiWtllse'i in den einzelnen Wtri'sckastsgedeteo te? Deutschen Reick-es hofft man bald all-erorts den Heimstättengedcmsen zu festigen.
In b’r Mittwocb-^zormiftagssitzmig sprach zum zweiten Male Altmeis-.ec Moolf Damaschke: ec schilderte sein Marlen währecch des Krieges in der Heimat und an der Front. Bewegt voaren dir Höver, als ter Vortragende de Mvrffcke Tagung im Gooh'n Hauptcmart'er im Derseiii sämtlicher deutscker Hcersührer unter dem Vorsitz von Hindenburg und Ludendors besprach, wie er diese beiden Lenker des deutschen Sckticksals für die Ausgabe der schleunigen Schaffung von Käckeger- heimftatten warb. Auch die ertbringlichen Mahn- nite an ben früheren deutsck^.i Ääiser scknllerte DamasckK-.
Tami sp-ach Rechenrngs-Baikmrister Langen über das Thema: „Wo sollen wir siedeln?" und Geheimvat Echt er mey er über dte „Bedeutung des Gartenbaus für die SieÄlung".
2lus StaM unö Catufc*
Gcke ßen, den 25. Oft. 1920.
Der Ausbau des wirtschafts-wisseufchaft- licheu NuterrichtsauderLaudeSuniverfität
Entsprechend ber zunehmenden Bedeutung, die neuerdings die Wirtschafts-Wissensckaften geivon- nen haben, ist ber staats'wisfrenschastliche Lckhrplan auch in diesem Semester weiter ausgestaltet worden. Außer den schon bisher üblichen Vorlesungen über thcovetisck^ und praktische Nationalökonomie, Finanzwissenschaft und Veisicherungstvesen sinden sich solche über Wirtschaftsgeschichte, Genossenschaftswesen und Statistik. Als ganz neu ist bie Privatwirtschaftslchre hinzugekommen, bie vorzugsweise auf den Handels-5»chschulen betrieben zu werben pflegt, die aber neuerdings auch auf den Universitäten zur Ergänzung des volkswirtschaftlichen Studiums Eingang gefunden hat.
In Gießen ist von vornherein eine Scheidung Mnsckpn Allgemeiner und Spezieller Privat- wirtschaftslehve vorycnommen worden: sür die erstere hat der auf diesem Gebiete wohl bemnberte Pros. Dr. Bruck einen Lehrauftrag erhalten, >väh- rend für den Unterricht der Speziellen Privatwirt- schastslehre Heroen gewonnen sind, die in der Praxis stehen und die Praxis in leitender Stellung betreiben, lieber die „Technik des Bankgeschäfts" wii-d ber Bankvrokurist Dönne, über „Wesen unb und Zweck kaufmännischer Buchführung unb BUan- zierung" ber Prokurist Will nortraAen.
Versicherungs - Wissenichaft wirb besonbers gründlich in mehreren Vorlesungen behandelt werden, weil Gießen seit dem vorigen Semester zu den wenigen Universitäten gehört, an denen dte Diplomprüfung für Ver- sicherungstechniker abgelegt werden kann. Die Aufnahme gerade dieses Wissenszweiges empfahl sich, weil dieser Beruf noch verhältnismäßig gute Aussichten bietet.
Es sei noch erwähnt, daß während ber Ferien die Räume des ftaatswissenschastlichen Seminars neu ausgebaut worden sind, so daß bie Hebungen fortan zum größten Teil im Seminar selber abgehalten werden können, was bei ben früheren unzulänglich geworbenen Raurncerhältnissen nicht möglich war.
Warnung vor der Fremdenlegion.
Wir sind hr der Lage, die Abschrift des Briefes eines jungen Hessen mitzuteilen, der jetzt in Marokko Fvembentegionär ist. Der Brief spricht eine eindringlichere Sprache, als bie bestgemeinte Warnung.
Abschrift.
Ain-Leuh, den 23. 9.1920 (Afrika). Lieb' Eitern unb Geschwister.
Heute komme ich dazu. Euch über meinen Aufenthalt Auskunft zu geben. Hoffentlich geht es Euch zu Hause noch gut, bei mir auch, unb was machni beim meine itebm Geschwister, Ernstchen unb Elieschen? Sie sollen nur ihren lieben Eltern gehorchen und nicht so machen wie ich, so ungehorsam, denn ba kommen fte nicht weit mit. Heute bin ich im Innern Afrikas imb muß hier in ber heißen Gegend mein junges Leben verbummeln. Liebe Eltern! Wie ich auf Afrika gekommen bin werde ich auch schreiben, oder vielleicht bald erzählen, wenn Ihr Eurem Sohn seinen letzten Wunsch erfüllt. Wenn Ihr den Bries erhaltet, laßt Euch sofort ein Gesuch machen, baß ich erst 16 Jahre alt bin, denn in ber Legion darf niemand unter 18 Jahren sein. Ihr müßt aber den Taufschein, Impfschein, Leumundszeugnis, Bild und poliUnliche Ausweise dabei hm, bim sonst geht bas Gesuch nicht durch. Also 'wenn Ihr wollt, daß wir und je wieder sehen sollen, barm aber schnell, beim sonst ist es zu spät. In btei Monaten werden wir in die Front auf Kolonne kommen, denn- ba geht es schlimm zu. Vorige Woche hatte eine Kompagnie (500 Mann stark) 250 Benvundete und 70 Tote, die Toten hatten alle den Hals abgeschnitten unb bie Araber schießen nicht wie bie Fca :zo en; mit Nagel, Ei en, Steinen schieudern sie auf 100 Meter und machen keine Gefangene. Darum liebe Ellern erfüllt Eurem unglückli,ck)en Sohn seinen letzten Wunsch. Sollte ich 'je wieder nach Deutschland kommen Tag und Nacht will ich arbeiten, aber inrr nicht länger in Afrika sein. Ich rate jedem ab. Wenn nicht, dann lebt wohl für immer und seid glücklich: denket Ihr habt mal einen ungehorsamen Sohn gehabt, beim das eine w«ß ich, daß ich in fünf Jahren nicht mehr bin. Ich danke, danke Euch meine lieben El ein für die Mühe Euren Sohn zu erziehen und bad raus Ihr mir getan iyüxt. Liebe Eltern! Solltet Ihr meinen Wunsch erfüllen, bann werde ich mich noch dankbar erzeigen und meine lieben Eltern unb liebes Brüderchen und Schwesterchen bis zu meinem Tobe nicht vergessen.
Ich nÄnsche Euch ein gutes Wohlergehen und viel Glück!
Euer unglücklicher Sohn Fitebrich.
trag ber C-Moll- ßtuny. Wundervoll Klaviers im ersten 'ur.'Tonleitern im


