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Erstes Blatt

ttO. Jahrgang

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Die Stellung derZreiftaater Danzig

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auf würdigen.j ntot ewe Lehrte em- bS5x ^a'rtden geroätit herben. Kirfer Ausschuß' strttger vartetpolrtücher Anschauungen lern, W

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bevorstehender Umschwung in Uustland?

Helsingf«ors, 24. C*Tt S'a^xrä Tten nre - bet <ni5 haft in brn (yMivernewen^

Sserm, Jekaterinburg imb Wiotka emste Erhebungen gegen die Bolschewisten wcrttgefunLen haben.

Der Strohhalm von Armenien.

. Konstantinopel, 23. Ott. ^WTB.) Nach­richten miZ amerikanischer Quelle zufolge hat die C o w j e t r e g i e r u n g der a r rn e n i s ch e n R e - Gerung einen Waffenstillstand und die Zurückziehung der Truppen von der armenischen, grenze vorgefchlagen unter der Bringung, baß »rmenien mit Sowjetrnßland in enge Be­gehungen trete.

Eröffnung der deutschen Hochschule für politit.

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Rohstoftn

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Berlin, ,24. Ott. (WTB." Die deutsche Hochschule für Politik n-urde Sonntag vor­mittag in Gegenwart des Reichspräsidenten E b e rt im großen Hörsaal der Bauakademie feierlich er­öffnet. Staatsminister a. D. Trews vom Vor­stände der Hochschule hielt die Eröffnungsrede. Tie Hochschule solle eine neue Schüp ung sein, aber nicht in chauvinistischem Sinne. Vielmehr werde sie alles, was daS AuÄaiw an geistigen Werten zu bieten habe, im Geis« ernster Wissenschaft

T a n z i g , 23. Okt. (WTB l Durch Beschluß tfcr Botschafterkonferenz vom 20 Oktober wurde die Un!eiz:ichnung der Konvention -wichen dem Freistaat Tanzig und Polen ans Sonnabmd 4 Ubr nachmittags anAesetzt. Zugleich 'oll zur Un- terznchnun e einer Besnrnmnna geschci ten werden, nvlche die Stadt Danzig als f eien Staat konsti­tuiert. Aus der Konvvirtion zwischen Polen und der Frien Stadt Danzig, deren endgültiger Text am 19. Oktober festgelegt wurde, seien svlg^d- Ein­zelheiten entnommen: Die po ln i s che Regie­rung, die einen diplomatischen Vertreter mit dem Sitz in Danzig bestimmt, erhält die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten der Freien Stadt Danzig sowie den Schutt der Staatsangehörigen Danzigs in ken fremden Lan­dern. Ter Freien Stadt Danzig wird das Recht erteilt, zu dem Personal der' polnischen Konsulare im Ausland? an Sellen wo wichtig wirttchaft'i ne iFntere'sen der Freien S'adt Danzig in Frage ,kom­men, Sachverständige beiznordnen. Polen datt tei> reit internationalen Vertrag, der die Freie Stadt Danzig in'eressiert, schließen, ohne vorher mit der Freien Stadt Danzig darüber beraten zu haben. Tmizig darf nur nach vorheriger Beratung nur trr polnisckien Regiernn r anslandi'ch' A rtnen anr- n?(:imi. Danzig e läit das si>ch der Füy ung eu er eigenen Handelsflagge für Schiffe, deren Eigentum Danziger Staatsangehörigen zutteht. -Me zyrete Stadt Danzig wird in das Gebiet der Zo lgr-rn^e «Polens aufv:nornmen und bildet mrt Polen em einziges Zollceb.ei, das der polnischem Zoll- »>l'etzgebimg unterworfen ist. Der Tanzwer Freibafm wird aufrecht erhaltm. jt-te Freizone wird unter die Kontrolle ernes besonderen Rates gestellt, der den Nomen ^an zig er Ausschuß für .Hufen und Wasserwege luhrt und zu gleichen Teilen aus Tanziwr uiti) ^lmsryen Kommissaren zusammengesetzt rst. Präsident

Montag, 25. Ostober 1920

KncüitRic von für t> i Tagernummer bis zum 9.cd:mittag vorher ohm j< de Lerbir.dlichkeit.

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dern Bertveter aller politischer Parter­richtungen seien berufen an i u -u (dyrcn und zu lernen. Nach wsterrn Revm der Reirl smintfter Simons, Koch und Scholz überbrachte Mmi- sterialrat Richter in Vertretung des erkrankten Ministers für Vollst il düng. Hänisch, namens bor preufischen Unter richtsverwaltung die ivärmstrn Wünsche für die neue Hociffchule. Pv^esfoc Gruft Iäckh. der ebenfalls dem Vorstand der Hoclischn'.e angehört, sprach im SchluMort allen F.rderern der neuen Anstalt den wärmsten Tank aus. Die Vorlesungen in bor deutschem Hochschule Tür Politik beginnen am 1. November.

Bochum, 24. Oki. (WTB) Nach einer heule im Bochumer Hof abgeyrrl eenen Nevierkon- erenz des Alten Bergarbeiterver­bandes führe der Berbandsse?oetär Hufe- manit aus, dotz, wenn voit den englischen Berg arbci em ein Svmpat hie streik der deutschen Bergarbei er»erbangt würde, es noch zu überlegen sei, ob nicht andere Mi tel und» Wege zur Ver­fügung ständen Die den scheu Bergarbei er wil­den aber ntrt allen Mitteln verhindern, daß bcutfdx RuhrLohle, die cm die Entente abgelicffett wersen nmst, rach England komme. Aber auch in diesem Falle iiriirben |ie sich Mnäch't an die Trans Port - arbci.er wendeno Di? Kdnfeveuz erhob ferner schärf­sten Wider pruch g git bie wal-nnntzige Forderung der Venrichung der Dieselmotoren, die auch im Bergbau Berwendmvg findeir. In einer Emtschliehtmig wurde die Annahme des Scheds- pruckis, f.nxii die Lohnerliöhung in Frag? llvnrmt, ausgesprochen. Der übrige Teil des Schiedsspruchs, der sich über eine andettvei ige Regelung des UeberschichtonalEominsrs auslätzt, wurde durch die Konferenz abgelehnt. Ferner wurde die Tvllsc^ialv- sierung des Bergbaues nach dem VorsrAc^ Lederers verlangt.

Der Oxforder Vries.

London, 22. Okt. (Holl. Nieutvs Bur.) DieT i ni e s" setzt ihre Polemik gegen die Oxforder lProfessoren fort, die den Versöh- rmngsbrief an ihre deutschen Kollegen rich­teten. Ihre Behauptung, daß die deutsche Mehrheit der früheren Schüler Oxfords ihre Verurteilung billige, hat ihr einen Brief von dem berühmten Archäologen D. H. Hogarth eingetragen, der feststellt, das gelte jeden­falls nicht für die Sohne der Universität, die wirklich gegen die Deutschen gekämpft hätten. Ansichten wie die derTimes" habe er nur bei Leuten an getroffen, die den be­quemen Armstuhl nicht verlassen hätten. Der Brief schließt:Unser bisheriger Feind ist nicht ein Volk, das bisher in der Zivilisation zurückstand oder künftig nicht in einer Front­reihe mit der Zivilisation stehen wird. Je langer die Aussöhnung mit ihm verzögert wird, um so mehr wird die Menschheit ver­lieren." Der Pariser Vertreter der antideut­schenKRorning Post" meldet, der Oxforder Brief sei wie eine Dusche eiskalten Wassers auf die öffentliche Mei­nung Frankreichs gefallen. Diese Tis- kussion hätte in keinem ungünstigeren Augen­blick erfolgen können und müsse die englrsch- französlschm Beziehungen in bedauerlichster Weise schädigen Aber auch auf dem JahreS- kongreß der englikanischen Kirche in Sout- hend ist das Themadie Heilung der mora­lischen Wunden des Krieges" von Männern, wie dem Dekan von St. Paul, von Lord Ro­bert Cecil, von dem Abgeordneten Barnes ganz im Sinne des Oxforder Briefes disku­tiert worden.

Der Stand der Wiedcrgutmachungsfrage.

Berlin, 23. Okt. Heber den französisch­englischen Notenaustausch in Sachen der Wie­dergutmachungsfrage erfährt der Pariser Vertreter derBoss. Ztg." an unterrichteter Pariser Stelle, daß in der Frage der Sach - verständiaenkonferenz jetzt eine end­gültige Einigung erzielt worden sei Eng­land sei damit eirrverstanden, daß die Kon­ferenz in Brüssel stattfinde. Frankreich habe sein Verlangen, daß die Sachverständigen mit den Delegierten im Wiedergutmachungsaus­schuß identisch sein sollten, aufgogeben und sich damit einverstanden erklärt, daß die Machte andere Sachverständige, deren Er­nennung vom Wiedergutmachungsausschuß gutgeheißen würde, nach Brüssel entsendeten. Man nehme an, daß auch über die noch schwe­benden Fragen bald eine Einigung erzielt werde, so daß die Brüsseler Konferenz vor­aussichtlich in der ersten Hälfte des No- veml»er stattfinden könne. Die fra izL'ische Re­gierung habe endgültig beschlossen, deut­sche Vorschläge für Wiederauf­bauarbeiten unter deutscher Lei­tung crnzunehmen, aber die Zulassung deut­scher Arbeitskräfte, wie sie früher in Aus­sicht'genommen geloesen, sei nach'Auffassung der französischen ^Regierung aus Gefühls­gründen und mit Rücksicht auf die Stimmung der Bevölkerung im verwüsteten Gebiet un­möglich. Dagegen würde Frankreich gegen deutsche Zahlungen in Gestalt von Mate­riallieferungen und Waren irichts eirHuwenden haben.

I bat die Leitung, Verwaltung und Ausnutzung des Hafens, der Wasserwege und der geamten Schie-

I nenwege, die den Zwecken des Hafens dienen Es sollen, fotoeit mög ich, die gegenwärtigen Be­amten weiter beschönigt werden. Alle Schie­nenwege des Freistaates w.rden von den Polen verwaltet au-jer den Straßenbahnen und den Schienenwegen, bie hauptsächlich ben Be­dürfnissen der 5Deien Stadt bienen. Der Ausschuß erhcht sämtliche Gebühren, die sich aus der Ver­waltung des Hafens und der Schienenwege er­geben. Die Gewinne und Verluste werden zwi-

Nr. 251

Der «le&eaer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags.

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Monatlich Mark 3.60 uodMk - 65Trägerlohn, pieri- IichMaek 10 80 unb3Jlh.l.95TrägerIohn; durch die Post viertel­jährlich Marli 12. ausschliehuch Bes-ellgelb. Fernjprech'Anschiüsse: sürdieSchrifrleiIungll2,- Verlag,EeschäftssteLe 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Liehe».

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Die Lage in England.

London, 24. Okt (WTB.l Die vier Füh­rer der Bergleute, die sich heute vormittag nach der Towning Street begeben hatten, verließen um 1 Uhr nach zweistündiger Unterhandlung mit der Regierung das Regiermtgsgebäuve. Aut Aw- rage erklärten sie nur, daß die Verhandlungen wetterdauern werden.

Deutscher Sympathiestreik für die criglischen Bergarbeiter?

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chen Polen und der Freien Stadt Dantig yjelt. Diesem Ausschuß untersteht auch die Regelung des Ausnurtderer- und Rückw^ndercr- neieus. Es dar? keine Sck?iifahr!sgefellschaft M- gela'sen wer.-en vhive Ernrach iguttg der pi.lnischen Regierung Polen erhält von tem Anschuß den freien Gebrauch des Hafens. Fnner erhalt es das Recht, im Hafen von Danzig einen eige- nenPvst'UndTelegraphenverkehr mit Polen ein8>urid).en. Btrrne^t sech' Mona en soll eine Konven von über eine ernhestliche Festsetzung der Postatife erftoloen. Die Freie S tr' t Danzig gewährt P- len ti dien Bestimmungen zum Schutz der Mrndcrh i en b-üglich Rrl gi vn unü> Sprache, die von den Polen auf p.lnischent Gebiet «ir-cwcmdt neiden. Danzig behält die deutsche Währung. ^Polen übernimmt die Versorgung Danzigs mit Lebensrnitteln und Brennmaterial, ©treitigfeiten zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig, die die BezichunUm der beiden Parteien berühren, unterließen der Entscheidung des Ober- Voimnissars, der die Angelesmheit au den Rat des Völkerbundes verweisen wird, wenn er es für m^wendig erachtet.

Paris, 23. Okt. (WTB.) Die Botschafter- konserenz hielt heute vormittag unter dem Vorsitz von JuleS Cambon eine Sitzung ab, in der mit- geteilt wurde, daß die polnische Regierung sich toetgere, dem Vertrag zujustim- men, der zwischen dem Freistaat Tanzig und Polen auf Grund des Aäikels 104 des Frie­densvertrages abgeschlossen toerben sollte uni) der die Genehmigung des Botschasterrates gefunden hatte. Infolgedessen hat die Bvtschasterkonferenzj beschlossen, noch heute vormittag eine rntevalli­ierte Kommission zusammenzuberufen, die unter dem Vorsitz von Minister Laroche steht und der je drei Bertreter von Danzig und Polen arrgehören sollen. Man will versuchen, eine Lösung Über das zukünftige Statut von Danzig zu finben.

Paris, 24. Okt. (WB.) LautJournal" lesbehen die Hauptschwierrgkeiten des Abkommens zwischeti Polen und Danzig darin, daß die Polen eine e genr Handelsflotte schaffen wosten imid den Einschutt Danzigs in das Z»l. gebiet Polens verlangen. Tec von Polen ab- gelchnbe Vertrag sprach Danzig die Zollautonomie zu. Ferner wendet sich die polnische Regierung dagegen, daß ein Ausschuß den Hafen von Don-ig nermolkt imb eine Kontrolle über die Weichsel ausübt.

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Parteigezänk.

Die allerwichtigsten Vorgänge im Reiche : und im Ausland halten uns in Atem, und i man sollte glauben, daß diese große und i furchtbare Zeit in der Führung der Politik auch entsprechend große Menscl)en erwecken und an die Bildfläche bringen müßte. Wir sehen aber keine großen Führernaturen. Die Leitungen müssen, mehr als ihnen lieb ist, ihre Spalten mit häßlichen Streitereien über Aeamtenverfehlungen füllen, an denen zwar manches wirklich zur Beseiligltng reif ist, an denen aber auch vielfach von kleinlicher Par­teitaktik diktierter Sensationswille und Ueber- treibungen mitspielen. Ganz besonders öde erklingen die Parteiauseinandersetzungen der Sußersten Linken. Hier ist überhaupt kein Ernst mehr zu finden, und derVorwärts", der der Mittwochsihung des Reichstags, bei der es sich bekanntlich um die Ausweisung der russischen Bolschewisteitführer handelte, einen scharf satirischen Leitartikel widmet, pricht mit Recht von einem reinen Pos­enspiel, das im Reichstag nur Lach- alven hervorgerufen hätte. Die schmeichel- jaften Zurufe, mit denen diewirklichen" Unabhängigen und die neuen Anhänger der Moskauer Internationale sich bewarfen, waren, wie das sozialdemokratische Blatt fest­stellen stbonnte, geeignet, die sämtlichen Bänke von der Rechten bis an den Acheron des Reiches der radikaleii Umstürzler mit Gelach­ter zn erschüttern. DerVorwärts" wendet viel Künste an, um den Tiefstand dieserAr­beiterbewegung" zu geißeln, und er gesteht es mit dürren Worten zu, daß der Teil der deutschen Arbeiterschaft, die sich solch? Ver­treter zur Verfechtung seiner Interessen er­wählte, damit seine Unreife bekundet habe.

Dieses Herabsinken des politischen Niveaus macht aber auch denen keine rechte Freude, die das genannte Possenspiel mit dem Behagen des lachenden Dritten genießen könn­ten. Schließlich schaden diese Zänkereien und Skandalgerichte dem deutschen Ansehen ganz gewaltig. Wir brauchen alle den Ernst itnd oic Mitarbeit gerade auch der Arbeiterschaft. Nachdem falsche Götzen in den Staub gesun­ken sind, sollte endlich der Weg freigemacht werden für die positive Arbeit zur Rettung des deutschen Volkes. Das alte kommunistische Manifest von Marx und Engels begann mit den Worten: ..Ein Gespenst geht um, in Eu­ropa, das Gespenst des Kommunismus." Dieses Gespenst hatte bisher eine unheim­liche, bedrohliche Wirkung. Es ist nun aber, wie dieKöln. Ztg." mit heiterem Spott be­merkt, plötzlich alt geworden: es ist ihm er­gangen, wie allen Gespenstern: man ergriff es, zog es ans Tageslicht und entlarvt» es als ein harmloses Knochengerippe mit Toten­schädel, dem die Schelme, die das Gespenst haben tanzen lassen, allerhand tollen Plun­der umgehängt hatten. Möchte sich die Hoff­nung des genormten Blattes recht bald be- kahrbeiten, daß diese Puppe nunmehr neben alte Ritterrüsttmgen ins Museum gestellt werde! Der Ruf zur Vernnnft, zur Rückkehr in Ernst und Sachlichkeit, zur Abwendung ton reiner Parteidoktrin muß immer lauter erschallen itnd auch die bürgerlichen Parteien zu neuer Ordnung aufrufen.

Berliner Konttw.inisteuverfammlungen.

Berlin, 24. Okt. (WTB.) Die Neu- I 'ommunisten und Komm uni sten ver- | mstalteten heute vormittag in der Neuen Welt nmb in den Pharus-Salen Versammlungen, die nur schwach besucht waren. Es wurde ge­gen die Ausweisung der beiden Bolsche- iviftenführer Sinowjew und Losowski oro testiert, wobei Däumig und Stöcker von den Neukommunisten, und Beyer und W a l ch e r von den Kommunisten dem Bürgertum einschließlich der S.P D. ! und U S P.D. den Kampf bis aufs Messer ansagten. Richard Müller forderte mberNeuen Welt" zu tatkräftigem Handeln auf. Nachher kam es noch zu erregten Ausern- i lmdersetzungen zwischen den Kommunisten und Mitgliedern der K. A.-P. D.

Der Zall Augustin.

Berlin, 23. Ott. (Wolff.) Zum Fall Augustin wird uns fo. g-mxes m statt ult: Im Mac 1920 wurden tem Reichsminntettum für Er­nährung und Landwirtscliast von zui eriäbiger©eite folgende Mitteilungen gemacht: Ein Geicköfts- führer der Ackervaugesellscha t habe Dr. Aüiausttn airlätzlich der Tauie von dess n jüngstem Kinde ein Geschmk von tausend Matt gentod)t; außer­dem sei aus Mitteln der Ackerbangesestschast an Dr. Augustin ein Bettag von 6000 Mk. über­wiesen worden. Diese Zun^endungen seien im Hin­blick daraus erfolgt, daß Dr. Augustin in seiner amtlichen Stiftung Augiu.ften der Ackerbangesetl- schast für die BewÜli^nnig ein s von dieser ge­stellten Antrages auf Einfuhr von Bindegarn für die Landwittschait e:nges-:tzt habe und dadurch bie Ertti.ung der Emfuhrerlcrul'iiis herbtt ührte. Dr. Augusttn befand sich zur Zeit dieser Mitteilungen im Erbo.'ungsurlaul) «ruheri.-alb Berlins. Aks Dr. Augusttn im Juni 1920 von d'in Urlaub zurück- fctjrte, wurde er sofort über die Anschitldigung! verhört. Ten Emplmtg des Geschenkes von 1000 Mark gab er ohne weiteres »u, bezeichnete aber die Annahme dieses Geschenkes als völlig harmlos, da ber betreffende Gelchästsführer ber Ackerbaugesellschaft, Dr. Glock, dn alter Fveund seiner Familie s-i und daS Geschenk als Pate seines jüngsten Ki?ü>es bei bcf'en Tauf feier in Form eines Sparbrsseilbuches aus eigenen Mitteln und ohne Bejiehung airf die amtliche Tätigkeit machte. Bon der west-ren Zuwendung von 6000 Matt gab er an, nichts zu wissen. Zu der Ein­fuhr von Bindegarn bemerkte er, daß er aller­dings für eine solche Einfuhr durch

die Ackerbaug-eseU schaff eingetreten sei,, txt damit der Befriedigung eines dringen­

den Bedürfnisses der Landwirtschaft gebient ge» wesen sei. Seine amtliche Stellungnahme in dieser Angttogenhttt sei lediglich durch sachlich^ Er- niänamgen b stimmt gerne en. Ain folgenden Morgen ^machte er jedoch unaufgcsvrdert die dienstlick-e Mit^ ieilung, er habe jetzt vonseinerFrauerfah- ren, daß diesier oljne fein Wissen auf ihr. Konto bei ihrer Bank tatsächlich ein Betr agvon 6 0 0 0 Markaus Mtt ein der Acke.baugesellschast von Dr. Glock überwiesen worben sei War die Dar- itethmg Dr. AugnstinS richtig, so war der Fall wesentlich anders zu benrteüen. Nach ihr lag ein Tatbestanb der Beamteubesteck>unq fi erfxrunt nicht vor und es blieb nur eine mit der Stellung eines Beamten kaum zu vereinbarendc Annahme größerer Geschenke von einer Seite übrig, mit der der Be­amte Mich im dienstlichen Verkehr stand. Auch tn diesem Fa'le ersvrbette das Ansehen, der Behörde, auf das gerade unter den gcgeiuvärtigen Verhält- hriifen nrit besonderer Srngsalt zu sehen ist^ das; das Ausscheiden des Deam eu noch zu prü­fen war. Auch mutze inner nebt werden, ob gegen Dr. Augusttn ein förmliches Diszipli­narverfahren einqeler'et weiten sollte. Die Entschttdimg bi<rübrr lag entsp e 'eib bn Besirnv» nnmgcn le NciJ7$beimtci-^f tjeS in pslichtmüßcM gen Ermessen des Reickrsmrm e rums für Ernäh­rung iriib Lundwi t djaft als d r;e igen u-berften Rdcktsbehövde, ter te. Bewmle an ge­

hört.. Eine Rochtspstickit zur Einleitung emrS Tiffiplrnarversahnens bestand für das Mini,le- rium cbenforoe.iig, nne die Plitü zur Erstattung einer strarechtliö«i Anzeige. Nah r islicher Er- roägnng aller Ums! ant e acfidHbß sich das Mi­nisterium, von der Anordnung e rneS sörm- iidseu Trz plr ar e «ts arufe e tei beschuldigten Boaniten tage-ei s/ort zu brurtanbm, und ih.n ausz t agen, se bst au5 dem ReichA'ncn's'^e aru-usclrei en Dies ist dann auch nad) SCXaiit des 30. Sep ember ae'djeben, an w?lck?em Tage Dr. Augiusein vorn Rcich'p^äffdeuten tic Tiatt/ge'uche Entlassung ms bem RrickkLnenste ohne Genoä! rimg eines Ruh g-hal es er eilt wor­den ist. Die in einigen 3ei:ini» n err-haltenr Mit- teiluicg, Dr Augrisrn sei ttotz M DeÄnntwerbens seiner Veff hlungen Yv-m R VA rnäh?nmgttnmister Tr Henne? mi der Lei mrg einer 9E;.cifimg des Rcichsnttniscerrums für En älr.mg und La .dwitt- sckoft oe.rmst worden und für den Po'lrn eines Mii'itter'aldirekct's tn Ansicht genommen gerne- im, ist frei erfunden. Ar'gi in. der ur'prüng'ich aur Privatdim brrrrag (-ngefel: und in Te-em­ber 1919 zum Vortragenden Ra: im Reichswirl- schaflsministerium ernannt tv-rden war, erhielt mit der GttttLung es Reick-smiTÜHms für Ernährung und Landwir s^«?: im Avr l 1920 die Lei ung einer Ao ei lang bie eS Mn ''ri.nrt? über­tragen, ohne jetvch zum Minist-ittrldivck or oder Dirigenten be'tdlt zu werten Als das Ministe­rium von der Vetteblung Kenntnis erhielt, wurde er, wie oben evixihw, beurlaub:. Ebenfo rst es frei erftnüen, daß Staats*? T. rtär Huber bererts vor Awri t des Erl?' lungsurlaubs A' gs.nrns rnt Mai 1920 von ter diesem zur Lat geb gen Ve^ fehlung Kenumis erl^f eu lyat Dann fallt auch die rocitrcc Belurup.unp in '.ich 5 ' mwrnat, daß öer St«r S-cko4är damals --m.eg ren habe, der Mi- ister habe schon vor Sütirit des Erholungs­urlaubs Augustins dessen VettehLung gewinnt.

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General-Anzeiger für Gberhefsen MA

vni^xnd Derlag: Vrschl'sch- Unw.-vHch- und Steifiömtierei R. Sauge. Schnjileilun«. ®efd)äftsfteBe und Druderei: Schuiftratze r. lamu.e.) in Bi-d-»