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Die stäbtischo

bemittelte Bevölkerung.

1.

2.

3.

mit

wir

in

fällig

Die Kartoffelsperre nicht aufgehoben?

DieFranks. Volksstimme" schreibt ihrer Nummer vom 23. Sept.:

der Preis der Vertragskartoffeln bleibt un­berührt:

als Richtpreis für die freien Kar­toffeln gilt der seinerzeit garantierte Mindestpreis von 25 Mk.;

für Minderbemittelte verpflichten sich bie Dauernschaftsorganisationen für Aufbrin­gung in Form einer freiwilligen Umlage,

gesetzt kleinere Felsmasfen abbröckeln und Tonnergepolter in die Tiefe sausen.

Hessen-Nassau.

Die Neuregelung der Polizei.

fd. Frankfurt a. M., 23 Sept. Wie

Kirche und Schule.

Einen Jnstruktionskursus zm Einführung in grundsätz.iche und praktische Fragen des kirchlichen und gemeindlichen Lebens der Gegenwart veranstaltet die hessische Landesver­einigung des D.-utschen evonge.ischen Gemeinde-

Das Wolff-Bureau läßt folgende Mel­dung hinausgehen:Die Reichskartoffel­stelle erklärt, daß die Sperre der Eisenbahner in Hessen über die Kartoffeltransporte als bei­gelegt angesehen werden könne. Das Eisen«- bahnbetriebsamt in Minden teilt mit, daß dort keine Kartoffeltransporte anyehaltew wurden." Diese Nachricht ist irrig: zum mindesten verfrüht. Am Sams­tag vormittag 10 Uhr wird wie an an*-

Gerichtrsaal.

Eine politische Hochstaplerin.

rmk. Darmstadt, 22. Sept. Recht betont* liche Folgen hatten eine Reihe ebenso haltloser, wie niederträchtiger Beschuldigungen, wegen deren sich heute die Ehefrau I. Witters st ätter gen. Sixt v. Arnim hier, 39 Jahre alt, beute vor dem Schöf­fengericht zu verantworten hatte. Sie entstammt

tages zu Darmstadt am 27., 28. und 29. Sept, evangelischm Gemeindehause.

zebäude erbaut, aber beim Bauen zu- : Brandmauern vergessen. N in w.i- söin.(üfx Feunnxrsicherungsqesellidyiften, äude zu versichern. Der Justtzffskus läßt

Der Pranger.

mc. Hanau (Main), 23. Sept. Der Landrat und der Pvliseidrrek or machen in einer Verfügung bekannt, daß sie künftighin jeden, der W ucher- preisefürObstunoGemüse fordert, öfsÄt- lich in den Zeitungen bekanntmachen mit Namen, Stand und Wohnung Um aber auch den Kon­sumenten ein heilsames Mi.Ul zu verabfolgen, wird gleichzeitig bekaimtgemacht, daß auch der Käu­fer, der Wucherpreise bietet, gleicherweise an den Pranger gestellt werden sioll.

Vie Nartoffelversorgung.

Die Antwort der Bauernschaft auf das Ulti­matum der Gewerkschaften.

Wie uns aus Marburg berichtet wird, hat die Bauernschaft auf das Ultimatum der Gewerk­schaften wie folgt geantwortet:

Wir sind auf keinen Fall gewillt, uns dem Ultimatum und damit der Diktatur der Gewerk­schaft zu beugen. Wir können den Gewerkschaften nicht das Recht zugestehen, willkürlich über die Preisbildung der Erzeugnisse unserer Hände Arbeit ru bestimmen. Wir können wei er obigen Organ sationen nicht die Befugnis zubilligen, durch Sperre der Eisenbahntransporte usw. über Verkehrsmittel, die der Allgemeinheit gehören, zu verfügen. W i r lehnen die N e ben re g ie rung der Ge­werkschaften auf daS allerentschie- denste ab.

Zu der Kartoffelpreisgestaltung lxrben wir folgendes der Allgemeinheit bekanntzu­geben: Es war der damalige sozialistische Reichs- wirtschastsminister Schmidt, der im Anfang die­ses Jahres der Landwirtschaft den Kardoffelpveis in Höhe von 25 Mk. in Aussicht stellte, der dann durch Verordnung vom 13. März 1920 al ^®in* de st preis gesetzlich garantiert worden ist. Auf Grund dessen sind unter entsprechmd höben Auf­wendungen von Düngemittel, Saatkartoffeln usw. die Aecker vorbereitet und mehr Karcoffeln als im Vorjahre angebaut worden. Auch die Preisfesd- setzuugen der Jndexünnmisswn (25 Mk) beruhen nicht auf Willkür, sondern auf sorgfältigen Berechnungen, an denen die Verbrauchcr- schaft nritgennr?t hat. Verhandlungen am 4. ds. Mts. unter dem Vorsitz des .Herrn Oberpräsidenten, unter Mitwirkung der Hessischen Regierung, des Gcwertfchiaf.skartells, der Lebensmittelämter von Kassel, Franlfurt, Wiesbaden und des Wir.schafts- verlxrndes der Kvmmunakverbände und Städte Hessens und Hessen Nassaus, sowie der unterzeich­neten Bauernschaftsorgauijationen haben zu fol­gendem Ergebnisse geführt:

Zusammenprall wohl tüchtig durcheinander­geschüttelt, kamen aber meist mit dem Schrecken davon. Nur 5 Personen erlitten' leichtere Ver­letzungen, meist durch herabfallende Gepäckstücke. Ern Teil dieser Verletzten fetzte feine Reise werter fort, die übrigen wurden ebenfalls in die Klinik gebracht. Am schwersten wurde wohl die Loko­motive des Personenzuges beschädigt. Sie wurde samt Dender aus dem Geleise gehoben, ihre Kopf- wand ist vollständig zerstört. Auch der Packwagen, betten Kopsteil ganz zersplittert wurde, ist schlimm mitgenommen. Einige Personenwagen wurden leichter bffchädigt, meist sind nur die Puffer ver­bogen. Die zweite Maschine kam ziemlich glimpf­lich weg, wie überhaupt der Schaden nicht über­groß ist: in etwa vier Stunden soll die Strecke wieder befahrbar sein, lieber die Ursache des Zu­sammenstoßes ist eine Untersuchung eingeleitet.

** Kartoffelverteilung an Schwer­kriegsbeschädigte und Kriegshinter­bliebene. Schwerkriegsbeschädigten und Kriegs­hinterbliebenen, die infolge ihres Gesundheitszu­standes oder häuslicher Verhältnisse halber die ihnen zugewiesenen Kartoffeln nicht am Lager ab­holen können, werden diese auf Verlangen ans Haus gefahren. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Der astronomische Herbst hat gestern seinen Anfang genommen. Die Sonne überschreitet jetzt oen südlichen Aeguator.

** Die t echn ischen Beamten und Angestellten bei S.'adt, Kreis und Staat ver­anstalten am Sonntag vormittag 10 Uhr im Hotel Köhler hier eine öffentliche Versammlung. Siehe Anzeige.

** Volkskran kheiten und Volks­seuchen. Unter den Nachwehen des Weltkrieges ist der wirffchaftliche und finanzielle Zusammen­bruch des deutschen Volkes nicht das schlimmste. Weit ernster ist der Gesundheitszustand unseres Vol- fee. lieber 50 Proz. stieg die Zahl der Tuber­kulösen und Geschlechtskranken und durch die feind­liche Besetzung wird die Gefahr immer größer. Erfahrene Acrzte und weltkluge Gelehrte sehen mit Dangen in die Zukunft, weil sie nicht wissen, was da werden soll. Jeder Volksgenosse müßte die ent­sprechende Aufklärung und Belehrung bekommen oder suchen, um sich und seine Familie vor un­nötiger Ansteckung und falschen Vorstellungen zu hüten. Ucber eins dieser Uebel, nämltch Lungen s ch w i n d s u ch t, hält Dr. med. Erwin Silber aus Frankfurt a. M. am Montag, 27. d. M., in der

bereit Preis 20 Mk. nicht übersteigen soll.

Wir betrachten uns an diese Beschlüsse ge­bunden und wollen damit erreichen, daß im näch­sten Jahr der Kartoffelanbau nicht zurückgeht.

Was bedeutet das Gewerkschaftsultimatum? Terror und Diktatur, Verneinung der Staats­autorität, Vergewaltigung der Landwirtschaft und damit eine schwere Gefahr für die nächstjährige Kartoffelversorgung. Es bezweckt unter Ausnutzung der augenblicklichen gespannten Lage die Erregung von Unruhen, 2$orbereitung und damit Errichtung der Gewerkschaftsoiktatur. Verbraucher! Erkennt die furchtbare Gefahr, die in dem Gewerkschasts- ultimatum auch für euch, für das ganze Staats- gefüge liegt. Ter brutale Geirerkschaftsterror wird in sich selbst zusammenbrechen.

Bezirksbauernschaft für Nassau und den Kreis Wetzlar. Bezirksverband der Bauernschasten Kur­hessens. Hessischer Bauernbund.

** Zugzusammenstoß. Der Personen­zug 552, von Fulda kommend, stieß heute früh gegen 8 Uhr _yn hiesigen Bahnhof kurz vor .dem Halten auf eine fahrende Lokomotive. Glücklicherweise fuhren beide Maschinen nicht sehr schnell, so daß kein allzugroher Schaden an Ma­terial und Menschenleben entstand. Vom Zug­personal wurden 5 Mann verletzt und in die Klinik verbracht. Die Reisenden wurden bei dem

derer Stelle unseres Blattes bekanntgegeben

wird in einer Konferenz im Gewerffchafts- w |lu, Ul IV3V,UV .... _____

haus zum Angebot der Landwirte Stellung | in ter angegebenen Richtung ergab. Dafür muri

I genommen werden. nun die Angeklagte am

Kehrichtabfuhr, Straßenreinigung und Pla- Inierung erfordert einen jährlichen Zuschuß von 160 000 Mk.: die Kehrichtabfuhr soll vom 1. Ok­tober an voll bezahlt werden. Es steht den Haus­eigentümern frei, zu kündigen Die Kosten für die Strahenreinigung sollen vom 1. April bis 1. No­vember restlos nachgefordert werden, vom 1. No­vember soll die Straßenreinigung versuchsweise bis auf weiteres ausgehoben werden und den Haus­eigentümern übertragen werden. Die Kosten für die Sammelvormundschaft werden aus Antrag des Amtsgerichts von 5 Mk. auf 15 Mk. erhöht.

Starkenburg und Nheinhessen.

rm. Darm stadt, 22. Sept. Durch ein Auto entführt tourbe gestern aus der Schule ein 6 Jahre alter Junge, ber vor längerer Zeit von einer hiesigen Familie an Kindes statt wige­nommen ivorden war. Tas Kind wurde aus dem Unterridyt herausgerufen und ist seitdem verschwun­den. Ansck'-einend hat feine rechte Mutter die Hand im Spiele.

mc. Lorch (Rhein), 23. Sept. Der wan­dernde Hollingberg ist in den letzten Wochen etwas zur Ruhe gekommen, so daß die an seinem Fuße stehenden Häuser noch nicht zerstört wurden. Dennoch ist das Weiterschreiten des Ein­sturzes nur noch eine Frage von Tagen, ba fort-

undWesenderLungenschwindsucht wie Über Verhütung un d Behandlung der- eiben sprechen. Wer nur irgend sich für diesen Abend frei machen tarn, sollte nidji unterlaßen, |ta> über dieses Thema unterrichten zu lassen.

** Der Evang. Arbeiterverein hält am Samstag im Gowerbehaus, Kirchftratze lb, nicht bei .Gastwirt eauer, eine au^renOMt- Iid)e Hauptversammlung ab, in der Dr. Hans Werner, Geschäftsführer der hiesigen Voltv- hochschule, überBolksbildungsarbcit" referieren

wird.

Kreis Büdingen.

rm. Büdingen, 23. Sept. Eme Volks­hochschule wurde hier durch Werner aus Gießen eröffnet, die neben einer grünblidjen Fachausbildung den Teilnehmern eine oertiefte Allgemeinbildung auf allen Gebieten bringen soll.

Kreis Schotten.

B. Kaulstos, 21. Sept. Der hiesige Ge­sangverein, der mit Kriegsbeginn seine Tätig­kit eingestellt hatte, begann jetzt wieder mit den Hebungen. Dem gemischten Chor, der unter Lei­tung von Lehrer Mengel steht, haben sich 30 Ge­meindeglieder angeschlossen.

B. Burkhards, 22. Sept. Der, hiesige Förster Hans ©auertoein tritt nach 21jährigcr Tätigkeit in Burkhards in ben wohlverdienten Ruhest and. Sauerwein kann auf eine 52jährige Laufbahn im Forstberufe zurücksehen.

Lj Vorn vorderen Vogelsberg, 22. Sept. Eine auffallende Frühreif: 'hoben in diesem Herbste die ZWetschen. Während sie gewöhn- lich bis in den Oktober hinein hingen, so daß Zwetschenküchen zum Gallusmarkt keine Selten­heit waren, schrumpfen jetzt dieZwetschen an den Bäumen, faulen und fallen ab, so daß die Zwet- schenernte als beendigt angesehen loerben muß. Die Zwelschenernte war hier nur mäßig, der Be­hang der Bäume nur dünn, dagegen weiter nach der Wetterau besser und reicher.

Kreis Friedberg.

S Friedberg, 23. Sept. Die heutige tverordnet en Versammlung fand unter dem Vorsitze des Beigeordneten Kühn statt. Zu Punkt 1 nimmt der Vorsitzende des Lebens­mittelamtes, Stadtv. Langsdorf Stellung gegen ein Eingesandt des hiesigen Bürgervereins, in welchem Vorwürfe wegen Ankaufs verdorbener Le­bensrnittel usw. gemacht werden und weiter­hin behauptet wurde, daß die Abrechnungen hinter verschlossenen Türen gemacht würden und wider­legte sämtliche Vorwürfe in treffender Weise. Stadt­verordneter Leuchtgens bestätigte im Namen des Finanzausschusses die lade, lose Finanzwirtschaft des Lebensmittelamtes und betätigt, batz die Ab­rechnung vierteljährlich in öffentlicher Sitzung statt- and. Die Stadlverordnetenversamm ung erhebt ein- timmig Probest gegen die Anschuldigungen des Bürgervereins und spricht dem Lebensmittelamt sein Vertrauen aus. Der stellvertretende Vor­sitzende des Ausschusses des Gas - und Elek­trizitätswerkes legt die Voranschläge des Betriebes vor, die genehmigt werden. Die Ver­ätzung eines Brunnens in der Vorstadt jaim Garben wird genehmigt. Die Stadt zeichnet eine Aktie von 1000 Mk. bei der Rohbeerverwertungs- gesellschast unter dem Vorbehalt, daß der Teer, der hier gebraucht wird, zur freien Verfügung des Gas­werkes bleibt. Das Aufziehen der Uhr auf ber Stadtkirche wird dem Museumsdiener Noack gegen eine monatliche Vergütung von 15 Mk. übertragen. Die Kosten für Herstellung von Räumen zur Aufstellung einer größeren sehr wertvoll.n Maf­ien s am ml ung als Leihgabe für das hiesige Museum erfordern einen Aufwand von ürfa 23 000 Mark; es soll versucht werden, den Geber ixe,er Leihgabe zu veranlassen, diese für zwei Jahre ber Stadt zur Verfügung zu halten, andernfalls er­neut Stellung dazu genommen werden soll. Die Brückenwagc soll vom Rathause nach dem städtr- cfen Lagerp atz in der Bismarckstraffe verlegt wer- oen. Stadtverordneter Leucht rens wird zum Mitgltede der Preisprüfungsstelle für Oberhessen gewählt. Auf Antrag des ärztlichen Kreisvereins wird die Errichtung einer Milch- k ü che für Säuglinge beschloßen zur Abgabe einwandfreier und billiger Milch für die minder-

Arrr Stadt unb Land.

Gießen, den 24. Sept. 1920.

Eine Kundgebung für Oberfchlesien!

Deutsches Land in Gefahr! Oberfchlesien soll vergewalttgt werden. Die Willkür der Pol­len kennt keine Grenzen mehr, sucht Hilfe von Gewalt die Abstimmung zu hinter­treiben und Oberschlesien unter Umgehung der Abstimmungsbeoing ungeu an sich zu reißen. Die Franzosen sind bei diesem Bestreben will­fährige Helfer.

Gegen diese Machenschaften muß das deutsche Volk einmütigen und wirkungsvollen Protest erheben. Deshalb ist auch für Gießen eine große öffentliche Kund­gebung geplant, die auf heute abend 8l\ Uhr im Stadttheater anberaumt ist. Prof. Dr. Horneffer, ein geborener Schlesier, wird den Gefühlen, die jeden Deutschen ange­sichts der Gefahr für Oberschlesien beseelen, beredten Ausdruck geben.

Niemand, dem noch an dem Schicksal sei­nes Vaterlandes gelegen ist, verabsäume es, dieser Kundgebung beizuwohnen. Alle Par­teien müssen darin einig sein, bei dieser uns alle bewegenden Frage zusammenzuwirken.

Die Prcisüberwachungskommisfion.

Das Hessische Ministerium hat angeordnet, daß 3ur Prüfung der Preisbildung und ber Möglich­keit eines Preisabbaues besondere Preis­überwachungskommissionen gebildet werden. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurden die Mitglieder dieser Kommission gewählt. Es ist je eine Kommission für Lebens- und Futtermittel, für Bekleidung und für Wirtschaftsgegenstände ein­gesetzt worden. Diese Kommissionen nehmen jetzt ihre Tätigkeit auf. Sie tverden sich in ein­zelnen Geschäften durch Einsichtnahme in die Ge­schäftsbücher und Rechnungen Ein­blick in die Frage ber P reisbildung verschaffen. Die Kommissionen sind verpflichtet, sich durch Vorlage eines von der Stöbt. Preis- Prüfungs stelle Gießen ausgestellten Ausweises auszuweisen. Die Mitglieder der Kommissionen amb Pvrisprüfnngsstelle sind nach gesetzlicher Vor­schrift bei M-eibnng von Strafe verpflichtet, hin­sichtlich der durch ihre Tätigkeit zu ihrer Kenntnis gelangenden geschäftlichen Einrichtungen und Ver­hältnisse die Amtsverschwiegenheit zu beachten und ~ sich ber Mitteilung und Verwertung der Ge­schäfts- und Betriebsgeheimnisse zu enthalten.

Braunkohle für die Industrie.

Nach Mitteilung des Reichskohlenkommissars wird sich ht ber Kohlenbeli'ferung das Abkommen tn Spa spätestens Ende Oktober b. I. fühlbar machen. Außerdem wird sich die Kohlenbeförderung infolge der durch die Getreide- und Kartoffelernte bedingten Lebensmitteltransporte in den nächsten Wochen ungünstiger gestalten. Um zu verhüten, daß während ber Wintermonate noch größere Arbeits- üüigfeit und mehr Ausgaben für Erwerbslosigkeit entstehen, wird den Betrieben der rechtzeitige Bezug von Braunkohlen empfohlen. Die Gru­benFriedrich" bei Hunten,Wölfersbeim", Prinz von Hessen" undJägerthal" bei Alsfeld sind in ber Lage, sofort größere Lieferungen auszu- führen. Etwaige Aufträge tarnen unmittelbar an die Gruben gerichtet werden.

Bern nftn i hingen.

Freitag: Stadttheater, 8Uhr, öffentliche Kundgebung für Oberfchlesien. Oswaldsgarten, Vergnügungspark. Cas6 Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. Hotel Einhorn, 8Vi Uhr, Gastspiel Buchwald. Licht­spielhaus,Seine Majestät der Reisende" und Tie letzte Galavorstellung des Zirkus Wolfson". Lichtspiele, Seltersweg,J. N. R. I."

Die Vettmgskattoffeln.

rm. Ta rmst.adt, 23. Scptz Die Handels­kammer Darmstadt hatte sich zwecks Sicherstellung des einheimischen Bedarfs von Kartoffeln zu an­gemessenen Preisen mit der Hessischen Landes­kartoffel stelle in Verbindung gesetzt. Sie er* hielt den Bescheid, daß die auf Grund der Reichs­verordnung vom M. d. I. abgeschloffenen Lre- erungsverträge nicht au;gehoben wetten, es sollen aber die in Helfen vertraglich gebun­denen Kartoffeln auf die Reick>sreserve übernommen und deshalb erst zu einer Zeit in Anspruch genom­men werden, zu der ein Rückgriff auf solche greif­baren Bestände nach Maßgabe der Versorgung der Bevölkerung mög.ich und vielleicht ertvunscht erscheint. So dürften der Karvosfelversorgung des Landes keinerlei Schwierigkeiten im Wege stehen. Es muß sich aber auch der Handtt in den nächstem Wochen eifrigst die Kartosfellieserung aus Ueber- chaißgebieten angelegen sein lassen. Durch ein reges Angebot fiann der Preis auch für die Jn- bandskar löffeln eine natürliche sackrgemLße Reg> lung erfahren.

Festsetzung der KartoffeHreise in Frankfurt a. M.

fd. Frankfurt a. M., 23. Sept. Um eine Uebersicht über die jeweilige Lage auf deut Kartoffelmarkt zu schaffen und dadurch aus­gleichend auf die Preise zu wirken, tra­ten heute vormittag in der Handelskammer Vertreter der Landwirtschaft, des Handels und der Verbraucher zusammen. Es ist die Bil­dung einer Kommission in die Wege geleitet, die sich aus Mitgliedern der Landwirtschasts- kcnnmern Wiesbaden und Darmstadt, der Or­ganisationen und drei Vertretern des Handels zusammensetzt. Dieser Ausschuß sott künftig" für Hessen und Hessen-Nassau die Großhandelspreise für Kartoffeln fest­setzen.

Die Kattoffclversorgung in Marhurg.

)( Marburg, 21. Sept. In der gestern abend abgehaltenen Stadtverordneten­sitzung, zu ber sich eine Menge Zuhörer em* gefunben hatte, von denen einige wegen anbau» er über Störungen und Zwischenrufe zur Ruhe ver­wiesen werden mußten, kam es zu einer erregten Auseinandersetzung wegen ber Kartoffelver­so r g u n g unb ben Preisen, die als noch nie Dagen^en bezeichnet wuttten. Es wurde auch der befannte Beschluß der Gewerkschaften Derlei en und schließlich der Antrag gestellt, von den Behörden zu verlangen, daß der Kartoffelpreis all­gemein auf 20 M k. festgesetzt> Die Ausfuhr aus dem Kreise so lange gesperrt nnro, bis die Kreisbewohner versorgt feien. In ber Aus­sprache wurde auf andere Kreise verwiegen, wo Die Landwirte mehr Entgegenkommen zeigten und zugleich bemerk, daß mau hier 45 mal so viel wie im Vorjahre verlange. Tie Verttags- preise der Regierung feien durch die Drohung ber Anbauunter.'a।fung erzwungen worden, solck-e Ver­sprechen dürsten niemals gellen. Ter Antrag murre schließlich einstimmig angenommen.

einer altadeligm armen Familie, war lange im Ausland, im Kriege Ro e-Kreuzschwester und Dob metscherin in Berlin. Nach dem Kriege geriet sie in das politische Fahrwasser. Mit ihrem Mann, der als Fliegeroffizier in Gefangenschaft geraten war, lebte sie nach dessen Rückkehr nicht sehr glücklich Sie kaufte nun im letzten Winter mit einem Ka­pitänleutnant Dorsch, hier, ben sie als Agitatorin ber Hessischen Volkspartei kennen gelernt hatte, für 400 000 Mk. Möbel, konnte aber bie in bem Ver­trag festgelegten Zahlungsbedingungen in feinet Weise einhalttn. Sie erschien nun im März, kurz nach dem Kapp-Puffch bei bem hiesigen Führer der 11. S. P., Kollmann, teilte biefem mit, baß in bei nächsten Nacht verschiebene Jubenpogrome beabsichttgt feien, sie habe bie Listen ber Führer unb Teilnehmer gesehen, an erster Stelle stehe Kapi­tänleutnant Dorsch, ein Herr v. Geyer aus Bens­heim u. a. Sie sei bereit, weiteres Material zr beschaffen, könne bies aber nur mit Hilfe nennens­werter Mittel und stellte sie für Entgelt bereu, Einzelhetten mitzuteilerr. K. wies sie ab Sie gM4 bann in bie Wohnung bes Ministers Dr. <y u 1 bc unb machte biefem bie gleichen Angaben über dic bevorstehenden Jubenprvgrome in glaubwürdigei Form, so daß dieser alsbald weitere Schritte Mer die genannten Herren veranlaßte. Am anderen Tagc fuhr die Angeklagte nach Frankfurt. Aus dem IParteibureau der U.S.P. machte sie DK gleichen Angaben, man schenkte ihr hier aber ebenw wenig Glauben, worauf sie dem Polizeipräsidentcr die Änzei« von dem beabsichtigten Judenpwgroir mit der Aligabe erstattete, daß Major v. Grün e- lius und andere Herren in Friedberg und Minder die Führer seien. Auch sei die Bildung einer Rhei' Nischen Republik mit Hessen an ber Spitz beabsichttgt unb bie Minister unb andere hohe söulichkeiten träten für das Unternehmen ein. Ds Folge war die Verhaftung der erwähnten Herren u Darmstadt, Bensheim unb Frankfurt, die allerdings in 8- bis 20fHhti)iger Dauer wieder aufgehober wurde, da sich in feiner Weise irgend ein Verdach ung ergab. Dafür wurd

Hun die Angeflagte am 31. März in Hast

krankt oarnieder.

sd. Gelnhausen, 23. Sept. Iw hefigen Güterbahsthof wurden nächtlicherweile d r e.i Eisenbahnwagen erbrochen und aus- geplündert. Es fehlen große Mengen Lebens­rnittel, Zucker und Seife. Als im Rathaus von Amts und Rechts wegen billige Schuhe verkauft werden sollten und man bie Schuhschachteln öffnete, fand man in zahlreichen Kartons statt der «schnten Schuhe HolKÜücke. So ist es richtig!

)( Gladenbach, 22. Sept. Das uralte KupferbergwerkGlückstern" ber Hol z- hausen wurde während der Kriegsjahre wieder tn Betrieb genommen. Jetzt hat eine Kölner Gesell­schaft die Anlage unter ber BezeichnungChar- lottenwerl" übernommen, um aus dem dort ge­wonnenen Rohkaolin Feinkaolin herMi^llen.

mc. Hanau, 23 Sept. Das vierjährige Töchterchen eines hiesigen Einwohners tränt zu heißen Kaffee und verbrannte sich inner­lich betört, baß es bald gestorben ist.

( ) M a r b u r g , 23. Sept. Mit ttingen- dem Spiel rückte heute die neue Marbur- gerGarnison, zwei Kompagnien des Jn- fant.-Regts. Nr. 22 aus Wetzlar, hier ein. Die 3. Kompagnie der Jäger, die noch hier ist, wird ihnen zugeteilt, und die ganze Truppe bildet dann das Ergänzungsbataillon des Jn- fant.-Regts. Nr. 15.

van zuverlässiaer Seite erfahren, tritt die Ein­weisung der Beamten in die neuen Bcsoldungs- klasfen erst dann ein, wenn bie Organisa­tionsfragen zwischen der grünen und der blauen Polizei geregelt sind. Tie blaue Polizei verlangt touft&nbige Gleichstellung mit der Sicher­heitspolizei. In diesen Tagen finden in Berlin abermals Verhandlungen statt, die sich mit der Frage beschäftigen werden, ob die Polizei dem Regierungspräsidenten oder dem Oberpräsidenten unterstellt werden soll. Im übttgen hängt die destnitive Regelung der Polizeiftage von den Ent­scheidungen der Endente ab.

*

mc. F rankfurt a. M., 22. Sept. Mit einem Kostenaufwand ton mehreren Mil.tonen 'tat man bekanntlich in Frankfurt ein neues Ge-

Tnrnyalle am Oswaldsgarten einen öffentlichen I altz jetzt noch wotgArungM 11 ^D^mEM auf- Vorttag. Herr Dr. Silber wird über Ursachen' führen, was bie Kletmgkett von IV- Nttttvvnen ' " ' - ' ' ' ' Ibften bürfte. _

mc. Frankfurt a. M., 22. Septt. Die Wälder in der Umgebung Frankfurts »eigen ut diesen Tagen einen sabclhaf en Pilzreichtum. Fast alle edlen Speiftpil-e itnb in gwffen Mengm zu stnden und werden natürlich auch mall en ha ft gesucht. Trotzdem bleiben noch viele, namentlvy in den entfernteren Walddisttikten stehcn.

ft>. Frankfurt a. M., 23. Sept. Bor einigen Wochen wurde das Schwinblerpaar Borisch und Borol verhaftet. B' *y \ r;\* Borisch verschluckte bei feiner Fest­nahme mehrere Bleifedern, die aber entfernt werden konnten. Jetzt hat er im Gerichtsgs- fängnis die ihm zur Verfügung gestellten Löffel verschluckt. Die Folge war die Ueberführung dieses Schluckers in das Kran­kenhaus. Der seltsame Mensch liegt schwer er-

86 Kutscher!t (19.-25. §

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