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Erstes Blatt

t70. Jahrgang

einer

Vie Neuordnung der Gütertarife.

Die Der"

Vie Spaltung in der U.S.P.

fb. Fran kfurt a. M., 23. Sept. USP. ®ro6tr<mfi2irt§ hat in ihrer heutigen

Eine neue gemeinsame Aktion England» und Frankreich»

London, 23. Sept. (Wolff) DieWest­minster Gazette" schreibt: Tie Pariser Be­ratungen zwischen Churchill und dem fran­zösischen Kriegsminister führten xu wich­tigen Beschlüssen bezüglich einer gemeinsamen Aktion im mittleren Osten.

sammlung mit 620 Stimmen die Unterwer­fung unter die Moskauer Bedingun­gen erklärt. 475 Stimmen entschieden sich gegen Moskau. Die Zerrissenheit in der Partei charak­terisierte der Abgeordnete Säumig, der sich osten für eine Parteispaltung aussprach, mit fol­gendem Satz:In unserer Partei wohnen zwei Anschauungen unter einem t/q,-, die nicht länger zusammen sein können."

fd. Wiesbaden, 23. Sept. Die hiesigen Unabhängigen beschlossen die Annahme der Moskauer Bedingungen.

fd. Langen, 23. Sept. Hier. wie auch in Sprendlingen, erklärten sich die Unabhängi­gen mit großer Mehrheit für Moskau.

fd. Doch st a. M., 23. Sept. Die USP. des Reichstagswahlkreiffs Höchst - Homburg - Usingen nahm in einer besonderen Versammlung die Mos­kauer Bedingungm cm.

fd. Wetzlar, 23. Sept. Die Mitglieder der USP. der Orte Launsbach, Wißmar, Krofdorf und Gleiberg er tonnten die Notwendigkeit des Zusammensch'u'ses der sozialrevolutionären Par^ teien aller Länder an, lehnten jedoch die Aufnahmebedingungen ab. Gegen Moskau sprachen sich auch die Organi ation-n von Löhnberg und Niedernhausen sowie von Kelster­bach a. M. aus.

passen. Der Kaiser von Oesterreich verlieh ihm das Großkrruz des Ordens der Eisernen Krone und der damalige deutsche Bvtschafer schlug ebenfalls den französischen Handelsministrr zur Dekoration vor. Ter cinitige Sozialist kann als der charakteristischne Repräsentant des heute maßgebenden Teils des

Eupen und Malmedy.

Berlin, 23. Sept. (Wolsf.i In der pre ri ­tz ische n Landesversammlung teilte Prä­sident Leine r t vor Eintritt in die Tagesord­nung den Wortlaut des Protestes der preußi­schen ^Regierung gegen die Uebereignung von Eupen und M a I m e d y an Belgien mit, worin die Reichsregierung gebeten wird, dem Völker­bundsrat zum Ausdruck zu bringen, daß feine end­gültige Entscheidung der Rechtsgrundlage entbehre, und daß das Rechtsempfinden des ganzen Volkes die Entscheidung niemals als bindend anerkennen werde. Tie Landes Versammlung schloß sich dem Protest der Staatsregierung einjnütig an. Ter Präsident stellte dies fest und bat die Bevölke­rung von Eupen unb Malmedy, versichert zu sein, daß die Teutschen im Reiche mit ihr erwarteten, daß der Beschluß des Völkefbundsrates bald eine Acnderung erfahre, die sich aus die der Recht und Gerechtigkeit entsprechende Selbstbestimmung der Völker gründe.

Brüssel, 23. Sept. (WTB.) Wie die Blätter melden, forderte der ch>he Kommissar für Eupen und Malmedy, Baron Baltia, die Einwohner von Eupen und Malmedy auf, hm er» ljalb von 14 Tagen den Bürgermeistern die Gegen­stände antzugeben, die aus Belgien oder aus dem früheren besetz en französischen Gebiet stammen und während des Krieges in ihren Besitz übergingen. Nicbttneldungen werden mit Geld mtb Freiheits­strafen bedroht. In einem zweiten Erlaß werden die Bewohner, bei denen während des Krieges durch die deutschen Behörden Requisitionen vor- genonrrnen wurden, aufgefvrdert, sich gleichfalls zu melden.

Ein Zwischenfall in Straßburg.

Stuttgart, 23. Sept. (WTB.) Wie derJntransigeant" meldet, kam es in Straß­burg zu einem Zwischenfall zwischen dem! früheren preußischen Offizier Baron von Bulach und einigen Pariser Anwälten. Der Baron von Bulach machte Bemerkungen, über die die Anwälte Aufklärung verlangten. Er verweigerte sie jedoch und erklärte: Wir sind hier nicht in Frankreich, sondern bei uns. Es kcsm darauf zu einer Pöbelei, bei der ein An­walt am Kopfe verletzt wurde.

Berlin, 23. Sept. (Wolfs), Amtlich. Heute früh begann im Festsaal des preußischen Abgeord­netenhauses unter Vorsitz des Reichsver­kehrsministers eine Besprechung über die systematische Neuordnung der Güter­tarife. Ta der in der Reichsverfassung vorge­sehene Rcichstte balmrat nob nicht gebildet ist, lind als Sachverständige die Mitglieder der Eisen­bahnräte der bisherigen Staatseisenbahnverwal- tungen geladen, deren Kreis durch Vertreter der verschiedensten Erzeuger- und Verbcaucherveibände verstärkt ist. Ter Reichsverkehrsminister wies in seiner Begrüßungsrede auf den ungeheuren Ernst der Wirtschaftslage hin, zu deren

* 1 VI t H |l U c L UllBlUMt. HUI, vvtv.t

- Gesundung in erster Linie der Wiederainbau der -1 TLci< .bahne i und Ordnung in '. .re; sli wn.en -: iioiiveu. ig jeu Tazn gehöre vor a.lent di. An-

Giue Rechtsschwenkung bei den Reich»- tagswahlen in Schweden.

Stockholm, 23. Sept. (WTB.) Bisher wurden 182Reichstagsabgeordnetege- wählt, davon sind 68 Sozialdemokraten, 57 Kon­servative, 34 Liberale und 20 von den beiden Bauernorganisattonen sowie 3 Linkssozialisten. Tie Rechtssozialisten verloren 7 Sitze, die Linkssozia- liften 5 und die Liberalen 11: die Konservativen gewannen 12 und die Baucrnorganisationen 9 Sitze. Tie Stimmenzahl der Rechtssozialisten beträgt 170000 mit einem Rückgang von 28 682, der Konservativen 146 627 mit einem Zuwachs von 64 441, der Liberalen 108 644 mit einem Rück­gang von 46 230, der beiden Bauernorganisationen 71 193 mit einem Zuwachs von 15 752 Stimmen. Tie Stimmenzahl der Linkssozialisten beträgt 30 844 mit einem Rückgang von 8850 Stimmen.

französischen Bürgertums selten.

' ImBer l. Tageblatt" kommt Viktor Aubnrttn darauf zu spvechm wie sich 1911 nach dem Sturze von Eaillaux und dem Eintritt Mille- rands als Kriegsministrr in das Ministerium Poin- care das große SSeticc zusammemog ind Mi lerand an einer der wichtigsten Stellen Europas nichts tat, um die Gefahr zu bannen. Im Gegenteil, seit die­sem Ministerium, das die abendlichen militärischen Aufzüge erfand, herrscht in Frankreich jener >ol- datische Paroxismus, der den Stiel zwar nicht, ge­radezu verichuldet hat, aber die Möglichkeit ' Verständigunz schwächte.

. DieM o r g e n p o st" erinnert daran, wie Miller and, als er sich von Longuct dem Schwieger- 'ohn von.Karl Marr zum Sozialismus bitte be» «bren lassen, der Anwalt der wildesten Stürmer Dränger wurde. Aber ihm sei der Sozialis­mus, lediglich Mittel pim Zweck, das Sprungbrett, ihm zu gegebener Zeit den Weg in ein Minists- «um bereiter. foipe, gewesen Als er das Handels- jiW'-ir.ni< rnom re ' statte, verstand e- ei an

|ii.j veränderet Berhäftniisen a-ku-

grettag, 2September 1920 Lnnahme von 2iii,i..uen |ür d-e lagesnummer bis zum Tiacbmittag vorher ohne jrbe l>cibmt>hd)heü. preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Dreste örthd) 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame' Anzeigen uon 70 mir «Breite 150 «Pt Bei Platz,

Millerand zum Präsidenten gewählt.

Paris, 23. Sept. (WTB.) Bei ver heutigen Präsidentenwahl wurde Mille- randmit695von892Stimmen zum PrÄidenten der Republik gewählt.

Ministerpräsident Millerand wird Präsi­dent der französischen Republik! Was Deutsch­land davon zu erwarten hat, ist klar; denn seine Taten und Absichten liegen ja offen vor uns. Er ist nicht minder ein hartnäckiger Blutsauger am Körper des deutschen Volkes wie es Clemenceau gewesen ist; nur versteht er eS noch besser, seine Praxis in moralische und juristische Gewänder zu hüllen. Auch seine gestrige Rede auf die Glückwünsche, die ihm entgegengebracht wurden, verrät ein Programm der Rücksichtslosigkeit. Mit keinem Worte spricht er seinen Franzosen von der Notwendigkeit, die Eintracht der Völker wie- berher,zustellen.

Millerand war der Gründer der fran­zösischen Sozialistenpartei, die heute seine Gegnerin ist. Er erwies sich als ein prak­tischer Politiker, der sich nicht in Theorien verbiß, sondern nach Erfolg gierte. Seine Laufbahn ist unseren Lesern wohl noch be­kannt, da wir sie. als er an Stelle Clemen- ceaus Ministerpräsident wurde, skizzierten. ,Der ehemalige Advokat war Handelsminister im Kabinett Waldeck-Rousseau, später unter Briand Verkehrsminister mtb schließlich unter Poincar4 Kriegsminister. In dieser Stellung als Kriegsminister hat er weidlich mitge­holfen an der Vorbereitung des Krieges gegen .Deutschland, und so erklärt es sich ganz na­türlich, daß er heute so selbstgefällig von FrankreichsSiegen", von der Treue für die aufgebrachten Opfer, für die Toten spricht. .Es wird sich bald zeigen ,ob er die Macht­befugnisse des Präsidenten attders auffaßt, als sein Vorgänger, und mit einiger Span- tzmng sehen wir der Neubildung des Kabi­netts entgegen.

Versailles, 23. Sept. (WB.f Havas. Ten flanym Vormittag über herrscht in der Umgebung

Schlosses lebhafte Bewegung. Bon 11 U'hr an beginnen hie Parlamentarier an.ui'bmmer. Mi- letanb trifft gegen 2 Uhr ein. Briand und Pom- tarfc finb sehr umringt. Als Leon B>urgeois gegen 2 Uhr die Sitzung eröffnet, sind über 300 Parlamentarier anwesend, deren Zahl bet der Vor­nahme der Abstimmung noch weiter wächst. Wäy- Tenb der Zählung wird die Sitzung intterbrwfxm und um 4.56 Uhr fortgesetzt. Bourgeois gibt las Resultat bekannt: abgegebene Stimmen 892, leere und ungül iqe Stimtmtz-ttt'Z 106, gültige Stim­men 786. Tie absolute Mehrheit beträgt allo 394. Es haben erhalten: Millerand 695, Delory »iali'"isckrer Deputierter des Departements du Nord) 69 Stimmen. Ter Präsident verkündet, daß Millerand für die Da uer von sieben Jahren zum Präsidenten der Repu­blik gewählt ist. Tie Versammlung erhebt ich mit Ausnahme der Sozialisten, mit Hnh- ruten auf das neue Staatsoberhaupt dm ihren Sitzen.

Eine Rede de» neuen Präsidenten.

Versailles, 23. Sept. (WTB) Havas. Pack, Beendigung der Sitzung der Na rimalder- fammtuna begab sich Leon Bourgeois mit dem 3*idh»nrnnfter L'HoProcru, dem Karnmerorösiden- ten Peret und einigen anderen Senatoren und deputierten in den Salon des Präsidenten der Nationalversammlung, wo Millerand auf die ihm mtgegengcbrach'en Glückwünsche mit einer Re^e «ntnxm'ete, in der er u. a. sagte: Das siegreiche Famsrick mutz seine Ruinen wieder aufhnien. es muß ferne Wunden verbi iden, rief* widerh rstellen, tmb um dies zu erreitfen, muß es die vollstän­dige Durchführung aller auf der Grund­lage des Versailler Friedensvertrages ihm gegenüber eingegangenen Verpflich- tun g en erlangen Eine neue Parole ist ins Leben gerufen worden. Die fvanzösffckie Demokratie wird im Einverständnis mit ihren Alliierten über ihr Fortbestehen und ihre mei'e-e Entwickeltmg machen. Ter Präsident hat die besondere Aufgabe, unter Mitwirkung der Minister, der Präsidenten ber Sommern die Fortsetzung einer Außen- vvlitik zu sichern, die unseren Siegen und unseren Toten würdig ist.

Tie Rede Millerands mürbe durch einstim- uiiqen lang anhaltenden Beifall imterbrrxfrn.

Deutsche Pressestimmen.

Berlin, 24. Sept. Zur Wahl Millerands «lßert die ,,Kr eu z ze i tun g": Was Deutsch­land von ihm als Präsident der Republik Frankreich iu erwarten hat, darüber gibt man sich wohl kaum einer Täuschung hin. Das ihm von Clemenceau vermachte Testament, die Bemrichttmg Deutschlands, lvird er wohl weiter mit Nachdruck zu vollstrecken Tuben.

«r. 225

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Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: tz. Deck, sämtlich in (Biegen.

Preussische tanderversammluny.

Berlin, 23. Sept. (WB.) Ans der lagcd* orbmmg steht di« Anfrage des Abg. Dr. Fatz- bender (Ztr.) belrefeiw die

Entfilt.ichung des Volkes

durch Nacktvorstellungen in Verbindung mit einem Antrag Mentzel -.Dtsäpttl.) gegen bic unsittliche Literatur.

Abg. Tr. Faßbender (Ztr) verweist auf btt seit ftrieg und Revolution bedenklich zinchmend« Entsittlichung des beuticben Bo k.s. Turchsclam- lose Schausteckungen nackter Körper würden bv<i:e Volksnia ) n aus schmutzige Abivege gebracht. sZilr di. Vernxrhrlosung des heutigen Geschmackes in bi: Aufführung eines natura istischen Ba lets in einer B r iner , Tannhäu er"-Vo.ste4ung b zeich­nend. Gegen Kinoauswüchse gebe es ein Gesetz. Ein Theatergesetz fehl: aber noch.

Abg. Mentzel (Dtschntl.) begründet seinen Antrag, durch di: freclren unb gern, inen Anprei­sungen gew.sienloser Buchhäuder, die in der 3u- g:nt> furckstlare sittliche Verhee^u/g n lelworriefen. Woh:r beziel^en trotz der große» Pamernot die V.rleger solck>er schmutzigen Drucke z ugräffc diS Papi-:r? Die Regierung habe bie Pflicht, ihre Machtmittel zur Be.ämpfung der Schmutzliteratur auszunühm.

Minister laldirektvr Meister erwidert: Gegen unsittliche Rek.ame würde sckwn jetzt eingeschrit- ten. Man könne aber von der PKizei nicht ver­langen, daß sie auf Geschur. cksrickchungen erziel)crtsch wirk:. Die Berliner Nacktaufsuhangen seien be- rrits Gegenstand gerich liä«: Ve.l-aiid ug:n.

Abg. Meyer-Herford (D. Vp.) hält die Aus­führungen des Regieruugsvertreters nicht für be­friedigend. Er verweist auf das ungeheure Aw- fbeigen der Kriminalfälle, die aus der Zerstörung der Jngmd durch unsittliche Sckmustellungen her- vorgegangen sind und appelliert an Familie, Kirche, Schule und Presse, dazu mitzuhelscn, der Ver­seuchung unserer Jirgend entgegenzuwirken. Alle diese Besttelmngen müßten in den Jug.ndämtern ihre Zenttale finden.

Frau Dr. Wegscheider (Soz.) erklärt stch^ gegen die AusdehTnrng der Zensur auf da5 ganze Theater. Die Erfahrungen mit der polizeilichen Zensur seien zu übler Natur gewesen. Dagegen könnten die Vorschrif en der Kinozensur auch auf die Krnorek ame ausgedelpit werden.

Abg. Kimpel (Dem.) ist gegen alle gewalt­samen Eingriffe in das Kunst- und Lite aturiebm. Die ersordcr'ichen Schutzgesetze seien be.erts vorhMi- den. Es hapere nur mit der Ausführung. Sein« Partei werde im Ausschuß daran mitarbeiten, die vorhandenen Schutzmittel besser auszunüten.

Abg. Kilian (U. S.) meint, wer sich über nackte ^inberarm« und Beine entrüste, gehöre in eine Heilanstatt. Seine Partei fernere sich ent­schieden, der Polizei neue Machtmittel zum Ein­greifen in di: Literatur und Kunst zu geben. Daß diese Vorstellungen auf die breiten Massen ent­sittlichend wirken, sei eine grobe Uebertreibimg. Nur die Lebemänner sehnen sich nach Nacktvor- fMIimgen.

Die Anfrage und der Eintrag gehen an den Ausschuß für Bevölkerungspolitik.

Es folgt ein Besprechung über das Ehe­verbot der Lehrerinnen und Staatsbeamtinnen. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt.

2Iu$ dem besetzten Gebier.

Verstärkung der amerikanischen Besatzungs- truvpen.

fd. Koblenz, 23. Sept. Für das amv» rikcnri'sche Befatzungsgebiet steht eine Ver­st ä r k u ng der Truppen bevor. Neuwied, das schon seit Monaten gänzlich ohne 23fr satzungstruppen war, bekommt am ersten Ok­tober ein ganzes Regiment, 2000 Mann, als Einquartierung. Die ohnehin schon starke Gar­nison Andernmh erhält weitere 600 Mann. Mayen, in dem bisher ein Regiment lag, er­hält ebenfalls eine stärkere Garnison. Da triefe Orte auch mit Offiziersfamilien belegt werden müssen, wird der Wohnungsmangel in den genannten Orten katastrophal.

fd. Koblenz, 23. Sept. Die interalli­ierte Rheinlandkommission hat den Vertrieb? des BuchesZum Tode verurteilt", von dem bekannten Fremdenlegionär K i r sch^ in den besetzten Gebieten des Rheinlandes ver­boten.

Mainz, 22. Sept. (Wvlff - Tas ffanzö- sische Kriegsgericht, das gestern g-gen dver algrischc Schützen ivcgen Sittlichtertsver- b rechen, begangen an einem fangen Deutschen unter Anwendung von Gewalt, yi verhandeln hatte, verurteilte zwei Der Angeklagten zu 10 bzw. 8 Jahrm Zuchthaus und Tegradatton. Ter dritte Angeklagte formte der Mittäterschatt nichtt überführt werden unb mußte fv-rgesprochen werden.

mc. M v n t a b a u r, 19. Sept. Die ameri­kanische Besatzungsbehörde kontrolliert in den letzten Tagen wieder außerordentlich scharf die Beobachtung ihrer Anordnungen über die Bekämpfung der Fließenpläge Wo die­ses Ungeziefer in größeren Mengen ange­troffen wird, müssen die Hauseinwohner recht hübsche Geldstrafen zahlen. Auch gegen put­sche Mädchen, die sich ohne Herratsabttchten mit amerikanischen Soldaten einlassen, wird mit scharfen Strafen vorgegangen So wur­den in einem Orte bei Westerburg nicht weni­ger wie 11 Schöne mit Geldstr rseu von/)') M dazu noch einigen Tagen Hast bestraft

Passung des Tarifsystems an die heutigen Wirt- -astsoerhältnisse. Mit den durch bte Kriegsver- hältnisse erzwungenen rohen prozentualen Zu­schlägen zu den alten Friedenstarifen müsse auf geräumt werden. Tie Tarne müßten wieder organi ,atorisch gestaltet werden. Aber nicht nur um die Wiederherstellung technischer Einrichtungen und die Neuordnung zur Organisation der jungen Reichs- eisenbahnvenvaltung dürfe es sich handeln, sondern vor allem fei die Gesundung von innen heraus notwendig. Tas Personal der Eisenbahnen, vom obersten Beamten bis zum letzten Arbeiter, müsse wieder mit freudiger Hingabe die Arbeit verrichten. Seine (des Ministers) Aufgabe werde es sein, mit fester Hand einen Tiaren .üurs hu schaffen und für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin zu sorgen. Er wisse, daß die große Masse des Per­sonals durchaus auf dem Boden eines gesunden Ordnungsgedankens stände und bereit sei, an der Gesundung mitzuarbeiten. Von außen werde aber immer noch Unruhe und Unzufriedenheit in die Eisenbahner btnetngetragen. Er werde es nicht dulden, daß die Eisenbahnen zum Tummelplatz politischer und wirtscbgftlicter Hän­del gemacht werden und bitte auch an dieser Stelle die Versammlung *uni) durch sie die öffentliche Meinung um Unterstützung seiner Bemühungen, die Ordnung und damit die Gesundung der Eisen­bahnen wieder zu erreichen. Tie Versammlung trat bann in die sachliche Beratung der Tages­ordnung em, die die Neuregelung der deutschen Eisenbahngüter- unb Tiertarife zum Gegenstände hatte.-

In der Besprechimg über die Neuordnung des Tariffystems entschieden sich die Sachverständigen mit allen gegen zwei Stimmen für den Vorschlag der ständig n Tarifkommission der deutschen Eisen­bahnen und der ihr beigeordneten Ausschusses der Berkehrsintevessenten, zukünfttg bei den Güter­tarifen zum Staffeltarifsystem überzugehen «und hierbei die teuren Güter stärker zu belasten unb die geringwertigen zu schonen. Ein weiterer Vorschlag, die Frachtberechnung nach den Hauptwagenladungsklassen im Gvund atze von ber Ausnutzung bes Lab^ewichtes der.ifzehntomien- toagen abhängig zu madyen, fand einstimmige An­nahme, desgleichen ein Vorschlag über die Neu­regelung der normalen Beförderungsgebühren im Tierverkehr. Vom Reichsverkehrsministerium wurde zugesagt, daß die ständige Tarifkommission und her Ausschuß der DerkehrsinteressQiten alsbald in die Prüfung ein treten würben, wie bei der Neuordnung der Tarife elwa eintretenbe Härten (remittiert ober beseitigt werden Formten.

Aus öcm Reiche.

T>'T Steuerabzug.

Berlin, 23. Sept tWolfs.) Dom Reicks- finaniminiftcruim wird mit geteilt: Zn er er Be- fonntmatfamg Dom 1. S p ember betreffend die Erbitterungen bei der Ausführung des Steuer­abzuges vom Arbeitslohn wurde die'.ttgllcit des § 1 b ber vorläufigen Bestimmungcn Dom 28. Juli betreffend die Freilassung von Turchsckp-ittsb.trä­gen bei dem Steuerabzug: bis Ende September verlängert. Es muß davon abgesehen werden, auch narb dem 30. September die Frrilaffu ig von Turchsckrttttsbeträgen zuzula'sen. Bei den nach dcm 30. September fja tfini e :c«n Loh za limg<n ist daher in allen Fällen nach der Vorschrift des § 1 der vorläufigen Bestimmungen zu verfahren. Re«hSarbkitSminifter Dr. Brauns im Ruhr- bezirk.

Bochum, 23. Sept. (WB.) ReiÄsarbeits­minister Tr. Brauns reiste in Begleitung bs B.rgbaureferTnde.l Mirriste ial als Dr.Bodcnsttmrn den Ruhrdezirk, um sich aus eigener Anschauung über die Lage des Bergbaues zu informieren. Wie aus Bochum brichtet wird, weilte der Minister heute nachmittag im Hause bes Alten 58er gar beiter» Verbundes, wo die Vertreter sämtlicher Organi­sationen der Arbeiter und Angestellten des rhein.- wesffäl. Bergbaues versamme.t roaren. In den etwa 5'Stunden dauernden Verhand­lungen ließ sich der Minister über bte SBünfdy und Lage der Bergarbeiter unterricht-m. Morgen wirf La?: Minister zum gleichen Zweck den Brrg» iikifsvercLi U Cfi'e.i be);ul)eii.