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Zweites Blatt
tir. 222
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fiert zu ve.a ischl.igc", der füc
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Fortsetzung 35
Nachdruck verboten.)
iuß rung des ga .^m Geschäftes von et cm Ec. v rber, der die Fo t übnmg des Betriebs ba -
ne Besä Xile et i'5 gern rb t ',-en Letnebsrermö- pid bil <n, nach dcn befa-KCon Ve.ixitang:» »rschrift n sür dos Grmtdvermögen zu veranlag.".
wird bteu-r betreffenden Lx-rüeters, äl inbän> auch itwni
Blinder Hatz.
Roman von Alfred Sassen.
ßchtigt, b za! It w.,rde Demgemäß ^erl verschieden sein, ,e na i)bent die Kegen stände sich in der Hand des Kwtzliänd . .s, Zw sck;eichänd:crs o?er ! rs beii . Grundstücke sind.
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mcinfammitöer tr 6iienbof)netl 1 nur im Suhnsten Fä »ftbilfe, um juotr^tnbet! Hebungen der flartofe Imä|)rung5liri|e einhc ■ von der gefamten & khalwng im Ankauf n enoartenben und tutzt ioRelerote sollte grui । nf gcbtdd werden, ratt burd)gt^rt und k uqer btt in berfionftrq grsttztt Prä; von 20 v. iftation nicht üderdotn. Preise vtrhindutirttdkn. idustriellen Wirk wttbii itn bet kartosfkk sm b« hten haben, dch mr di werden.
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Sie tastete plötzlich nach feinen Schultern und Ättelre ihn daran. „Tu törichtes Kind, das nichts »m Leben tvciß, vermiß dich nicht, einer Frau, He soviel erduldet hat wie ich, Barschristen zu nachen!"
„Tas will ich ia gar nicht, Tante! Gewrtz richt," riet der Sck-üler in ergreifenbem Ton. .Ich bitte dich ja nur, du sollst gut sein mit unserer -Eben armen Rena! . . Ach, Tante, ich nx:iB * doch, (mctnel du hast leiden müssen un Leben 7* — aber wenn du trotzdem gut sein und Mitleid ?ticn möchtest mit den Leiden anderer — das .oare 'o schön, wie ich's gar nicht Jagen kann! Tante, Ni, ru's! Ich lasse nicht ab mit Bitten — netn — ne® — nein!" , __
Und er glitt in seiner stürmischen Ervegnng ® förer hohen Gestalt nieder und umfaßte ihre fctiejnit seinen zuckenden Armen.
. Sie berührte mit einem scheuen ertretcKin ^nen Kopf S) sehr sie sich auch dagegen wehrte, btlnte sie eine gewisfe Ergriffenheit nicht verbergen ,chve Stimme klang unsicher, als sie nach einem ^rzen Schweigen sagte: „Sieb’ aus, SVinb! Später, **nn das Leben dir selbst erst einmal von seinen Bitternissen zu kosten gegeben hat, wirst du heute Drglücklichc Tante verstehen. Ich kann deine Bitte ruht erfüllen! Wir, die nur hier aus der Erde Aushalten müssen, find Menschen — feine Engel! Ab' aus und geh! Und nie mehr ein Wort van Äsen Tingen! Tu bereifest dir und mir nutzlose Dualen! jc^rit ix-?"
Die Wertermittlung für da; Heidjsnotopfer.
Tie vom Reichsfinan zrn m ist erium nach langer Verzögerung jetzt endlich veröffentlichten Grundsätze für Die Wertecmittelung nach dem Reichsnotopsergesetze enthalten die Richtlinien, nach denen die Finanzämter bei der Veranlagung d?s der Abgabe unterworfenen Vermcg.-ns zu verfahren haben. Sie verweisen einleitend aus den gründ- >ätzllchen Unterschied zwischen der Kriegs- abgabc ovm Vermögen szuwachs und oem ReichSnotopfer. Tie Kricgrabgabe sollte nur die während des Krieges entstandene Vermögen»* mehrung erfassen. Bei ihrer Veranlagung tonnte deshalb im allgemeinen von einer neuen Bewertung des schon vor dem Kriege vorhandenen, in seinem Bestände nicht verändenen Vermögens ab- gesehew werden, und es mußte aus der anderen Lette den Erschütterungen des gesamten Wirt- schastslcbens, wie sie durch die Nachwirkungen des Krieges und ganz besonders durch die fortschret- tende Geldentwertung eingetreten waren, in .veit- yhalbem Maße Rechnung getragen werden. Trotz tiefer Rücksickftnahrne hat es sich nicht vermeiden lassen, daß neben dem ivirklichen V rmögenszuwack^s vielfach auch der nur stktive von der Abgabe erfasst wird. Tos Reichsnotopfer dagegen wird von dem ysamten Vermögen nach dem Stande, den es am 31. Dezember 1919 gehabt Hal, erhoben, gleichgültig ob cs gegenüber der Vorkriegszeit eine Zunahme oder eine Verminderung auszuweiscu hat Von den Verschiebungen, die das Vermögen in seinem inneren Wert erfahren hat, tvird deshalb diese Abgabe nicht in dem Maße berührt, nne die- jenige vom Vermögenszuwachs, und die Gruno- sätze, die den Finanzbehärden für die Weiterermitte- lung bei der Kriegsabgabe an die Hand gegeben würben, lassen sich nicht ohne weiteres aus das Reicksnot pfer übertragen. Neben t-en besonderen Newertungsvorschristen, die dasReichsnotopfergietz selbst enthält, sind hier vielmehr die allgemeinen Grundsätze, die die Reichsabgabenordnung für die Wertermittelung der einzelnen Vermögens- beftandteile ausgestellt hat, maßgebend. Die vom Reickssinanzmmisterium herausgegedne Anw.t- sung an die Finanzbehörden beschränkt sich jedoch nickst aus eine Zusammenstellung der einschlägigen Bestimmungen, sondern sie enthält darüber hinaus die Richtlinien, wie diese Vorschriften im einzelnen »uszulegen sind.
Nach § 138 Abs. 1 der RAO. wird der gemeine Wert eines Gegenstandes durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Gegenstandes und unter Berücksichtigung aller den Preis becrnflusfenoen Umftäntk bei einer Veräußerung zu erzielen wäre: ungcwlchnlickse oder ledig i 1i persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen. Tie Ziveifcls- frage, ob zu den unge.vvhnlichen Verhälttnsfen dieser Art auch die durch die Nachwirkungen des Kriege» verursachten Konjunkturschwankungen der Wirtsck-aft zu reckmen sind, wird vom Finanzministertum ausdrücklich bejaht mit her Begründung, daß als gemeiner Wert nur der Wert in Betracht kommen könne, den der steuerlickie Gegenstand am Stichtage selbst als einen dauernden gehabt hat. Ta beim Reickrsnokopier der Stick>- tag in einer Zeit der erheblichsten Geldwertscliwan- htngcn liege, könne der Preis, der an diesem Tage für ein Objekt zu erzielen gewesen wäre, trr Besteuerung nicht zu Grunde g.legt werden; es sei beim, daß es sich um Gegenstände handle, die zur Veräußerung in der auf "ben Stickstag un» nittelbar folgen>en Zeit bestimmt waren 'liefet Auffassung e-spricht es, wenn in den speziellen Bewcriunasvorschriften auSge peockru wird, daß die Gegenstände des Anlagekapitals, d. h bi. einem Vctiicbe der Land- aber Fonstwirtscha't, ds Berg.aues oder eines Gew rbes dauernd ge- rnbmcfen Gegenstände mit Ausnahme der Gruno- fiüde mit dem Ansckaf ungs- ober Äcrsellungs- pr.s, die Gegensiiride des umlaufenden Betriebs- llpitals (War n, Rohstoffe, Swlbfabri atc usw kag gen nach dem gemdi1 n Werfe L zu setzen sind. Äei der Bewertung des Anlag Lrpita.s sind autz r- fem an gemessene Äbsckrreibungen für die or.nungs- gemäße Abnutzung w berüchichtigen. Ist der wirtliche Wert zur Zeit der Bila'^aufstcllung nr- feiger als der Ansch-affui gspreis, so tmn de <5teueipflistetige Dcr.angcii, ban der gemeine Wert ju Gru b gelegt wirb. Tie zum umlaufender Betriebs a i.sl zählenden Vorräte sind mit d.m
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Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 2f. September 1920
Eine Bewertung jum Anschaffungspreis i)i mithin ausgeschlossen Das gleiche gilt für Wertpapiere, die zum Betriebsvermögen g:hören, sie sind mit dem zum 31. Tezember 191b sestgesctzfen Steuer- kurs bzw. Steuerwert zu berechnen, gleichviel ob sie zum Anlagekapital oder zum umlaufenden Be- lriebskapi.al gehören.
Aus den Bewertungsvorschriften für das Äa- kitaloermögen ist hervorzuheben, taß F o r d e r u n- gen und Schulden, soiern nicht besondere Umstände einen höheven ober geringeren Wert begründen, mit dem Nennwert einzusetzen sind. Un- beiträbbare Forderungen bleiben außer Ansatz. Ter Wert unverzins.icher, befristeter Forderungen- ober Schulden ist gleich einem Betrage, der mit angemessenen Jahreszinsen bis zur Fällig-keit die Forderung ober Schuld ergibt Bei Valuten« torberungen ist der Nennwert der Hemden ValuM zum Kurswert am Stichtag umzurechnen. Las gilt besonders auch für die im Ausgleichsbesfeu- erungsgesetz vom 12. Juni 1920 angeführten Forderungen und Ansprüche. Für die Velxrnblinig noch nickst fälliger Ansprüche aus Lebens-, Ka vital- oder Rentenversickxrungen.ist eine verschiedene Bewertung vorgeschrieben, je nackrdem bt- Ansprüch: aus Versickerungen herrühren, die vor dem 1. August 1914 ober nach diesem Beitpunkfe abgeschlossen werden finb. Im ersteren Falle sind die Ansprüche entweder mit ihrem Rückkaufswerie oder mit zwei Tritteln, im anderen Hille mit der vollen Summe der cingezahlfen Prämien- ober Kapitalbetrage anzujetzeu, deutsche Gold- und Silbermünzen sind mit ihrem Medallwert zu veranschlagen.
Bei der Bewertung von Grundvermögen spielt eine besondeve Ralle der Ertragswert, der an Stelle des gemeinen Wertes zu Grunde zu Legen ist bei Grundstücken, die dauernd land- ober forstwirtschaftlichen ober gärtnerischen Zwecken zu bienen bestimmt sind, sowie bei bebauten Grundstücken, die gewerblichen oder Wohnzwecken dienen. Auch bet der Ermittlung des Ertragswerts sollen lediglich vorübergehende Ertragssleifferungen ober Ertvagsminderungen außer Betracht bleiben, da als Eriragsw^ri das Zwanzigsache des Reinertrages anzusehen ist, den die Grundstücke „nach ihrer wirtsck-a'tlichen Bestimmung bet ordnungsmäßiger oder gemeinüblicher Bewi.tsckastung imicr gewöhnlick^n Verba.tnifien mit entlohnfen Arl^ertZ- h:äffen im Durchschnitt nachhaltig gewähren können" (8 152 Abs. 3 der Reicktsa^gabenordnung) Tie Rickst.'inieii des Finanzn.r i emums te i n» men, daß, wenn auf der einen Seite die vorübergehenden Preissfeig rungen ztrar unberücksick.ttgt zu lassen finb, so müsse doch damit geredjetet .oer- den, daß die Preise für die Dauer weentlich er- hölst bleiben. Die Einstellung der Fnedenspreise fei ebenso ausgeschlossen wie es sich verbiet.-, die Veranlagung zum Wehrbeilrag a s maßgebend an» zuerkennen. Als Ertragswett kömie nicht ohm- weiteres das Zmanzigfack>q des Reii:erirag>es irgend eines bestimmten Jahves angesetzt werden, vielmehr bedürfe es stets der Festsfel.ung ei.-es Tucch- schnitlserlrags. Die Voranlammgr-behörden werden demgemäß angewies-.n, Nonnalsätz!' für d n Ertrag tx r Grundstücke ihres Bezirks festzustellen. Zu diesem Zwecke sol en bcstimmfe (ßrund 'ücke oder wirtsck'astückn' Einheiteiz, deren Bevirtschas- tung in ordnungsmäßiger und gemetnüb td'er Beist- erfolgt, unter Zuziehung von Sackwemändigen au* ihren im Durchschiitt der Ja^rre 1914 bis 1919 erzielten Ertrag sorg ä trg gep.ü t werden. Vfi der Berechnung des ironna e i R i-ert.ags sn.b vom Rolxrteag al.e Kosten abju ie e i, die aui» gewendet rocrien müssen, um mit en lohnten pem» den Arbeitskräften Den Rolxrtrag zu erzielen. Wenn sich Elrnndstücke nach ihrer Lage irtb Ve- friwf fenbeit von den E>rundstückcn, biv bi d r Feit- fetzung ron Norma! ätzen mgrund ge e t wiro n. wesentlich unterfdeiben. >o l ein ^ui.tz a i bzro. ein Abzug von den 9ä)rnialsätzen gemacht iverbcn.
Besondere Bestimmungen g Uen rür die Er - werbsgescl scka'te -, zu :«e en in erster Li ie dr i läi d s.i> n ft enge elf a :e , 1 om m it e e - schaffen aus Aktien, Ko o-.'.ia g sells »a" e , G el • schafti-n m b. £), Verii> »eru. gsvevein- an Grg- n festig feit, gewisse eingetragne &e:to"femicxil.n un. strebtlanstalten, Berg^.ngese lschaft^i u. a geböten. Tiefe Gesel sck-a fen si d mi t rem g - amten beweg ickten und un en g i e*. Ge ell- cka twermögev abgabepllickr tg Das a b n Vo - schrisfen des Reichs- 05 Pfe.ge tzes e ge el tc Rei - • mögen ist mit seinem ool.eu Wcr.e anzusetzen. Insbesondere sind die stillen Reserven zu> Besteuerung heran zu ie'<n, mögen sie d rch die Mind.r eiuvrtir g e n el er Ver.rög- s egen st st n c, durch bi Nick^einstrllung von Ve m. gniSo r e;i ober durch die Einstellung tun Sckiu d o c;i, denen kein Forderungsreckst gu-genüber steht, a- ei auf andere Weise geschaffen fein. Bei der Berausch' agung des getarnt n B-ermöfens finb auch b:e i sogenairn en immateneKcn Werte (Pafentreck te Verlagsrecht, Nutzu-gereckste ufm ' zn be'-ückfich i tigen, gleichviel ob sie Dom Steucrpflickstrgen ent»!
gettlid) erworben werden oder nickst. Abschreibungen sind nur insoweit zugcüassen, als fte eine angemessene Ausgleickmng von 23ertoerringenm«yn bar- stellen.
Ans 5taM und Land.
Gießen, ben 21. Sept. 1920.
Tie Kreditierung der Fernsprccha,«leihe.
Die Tatsache, daß die am 1. Oktober fällige Fernsprechanleihe nicht nur in bar, sonb.rii auch mit Lilfc einer Versicherungsgesellschaft, nämlich der Deutschen Volksversicherung, einbezahlt werden darf, hat den Anlaß zu dem immer wieder auftnetenben Mißverständnis gegeben, daß der Fernsprechteilnehmer hierbei eine Versicherung eingeht. Das ist nicht der Fall: es handelt sich um einen Kredit- austrag.
Ter Fernsprechteilnehmer, der die Aufhebung seines Anschlusses verneiden möchfe-, den Jern- sprechbeitrag aber auch nicht in bar zahlen will ober kann, erteilt den Auftrag, den g:setzlick>cn Beitrag von 1OOO Mk. sür bat .Hauptanschluß und von 200 Mk. für ben Nebenanschluß aus die Tauer von 10 Jahren für ihn bei der Post ein» zuzahl-en Ter Teilnehmer verpstichtek sich als Gegenleistung hierfür eine viertellährlicke Vergütung z. Zt. von 8,75 Mk. feit ie 100 Mk. zu zahlen sowie eine einmalige Einschreibcgebühr von 20 Mk. Hat der Fernsprechteilnehmer diefen Kreditauftvag bei der Post gestellt, so kann er das wfttere abwarten. Tfe Post zieht die einmalige Einschreibegcbühr ein, ebn so die Diert l ä rit.lim, postnumcva do zahlbaren Vergütungen g eid^citig mit den Fernspreck-gebühren.
Wenn ter Femspreck-feilnohrner teil Anschluß vor Ablauf 'der zehnjährigen Frist aufgibt, so zahlt die Post den Beitrag an die Deutsche Boll's- versicherung zurück und der Fernspi-echfeilnehmer ist für die Eünftige Zeit von jeder weiteren Verpflichtung b'sreit. Er kann seinerseits auch zu jedem Quartalsersten den Beitrag bei der Poft selbst ein^ahlen und daurch das Veriragsvethältnis mit der Deutschen Bolksversiclstrung beenden.
Ter bequeme Weg und die in heutiger Zeil für die Gescksti'tswelt günstigen St.ebitbeOingungen haben, wie wir hören, zu einer starken Inanspruchnahme ge"ü rt; auch Großunternch- mungen, die jedes K'reoitbcdürfnis in beliebiger Äöhe anderweit würden decken können, haben sich bei der Regelung der Fernsprechanleihe der Deutschen Volksversichermi-e bedient. WTB.
** Amtliche Personalnachrichten. Ter Mini^terialsel.'retär bei der Registratur deS Stoa smiinsteriums Ernst Prinz wurde am 15 September 1920 mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 ab zum Borland der Rcg.stratur des Staats- Ministeriums ernannt. — llebertragen wurde am 9 September dem Lehrer Wilhelm Geiß zu Gelnhaar eine Lchrcrfe.lle an der Volksschule zu Ufentom, Kreis Bü ingen. — Der Vor.janb ter Regi ratur d s Stgatsministerrums Reckmungs/at Viril vv Spamer wurde am 15. Sep.ember 1920 auf sein Nachsuchen un er Linerkennung feiner dem Staate gst- isteten Dienste mit Wirkung vom 1 Oktober 1920 an in den Ruhestand versetzt — Er- le.'igt ist eine mit einem evouigelischei'. Lehrer zu bei tzende Schulieelle zu Daubnngen, Kreis Gießen.
i:* Vriefmarfcnnertoirrung ohne End e. Die Briefmarken der Pfennigmerte der Reichspost sind jetzt bekanntlich mit demselben Bilde in zwei verschiedenen Farben im Verkehr. Die Marken zu 7y2 und zu 10 Pf- sind beide orange, die zu 5 und zu 20 Pf. saftgrün, die zu 10 und zu 40 Pf karminrot, die zu 50 Pf. hellviolett, die zu 20 und 80 Pf beide dunkelblau. Da die Zahl auf der Germaniamarke verhältnismäßig klein ist, so wird sie naturgemäß nicht immer beachtet und die Werte verwechselt, nicht bloß vom "Publikum, sondern auch oon den Postbeamten. Es ist bereits dazu gekommen, daß Sendungen zu Unrecht mit Nack>gebühr belegt wurden, weil der neue Wert der Farbe nicht beachtet wurde Das Reichspostministerium mußte deshalb schon den Postanstalten die größte Sorgfalt bei der Prüfung der Frei- gcbühr und der Wertzeichen zur Pflicht ma- d)cn, auch um Schmälerungen der Reichscin- nahmen zu vermeiden. Der Wechsel der Farben wird mu der Bestimmung des Weltpostvertrages begründet, daß die Werte zu 5, 10 und 25 Rappen grün, rot und blau sein müssen. Man hätte trotzd^in für diese drei Farben für die augenblicklichen Gegenwerte neue Farben tone wählen können, ebenso auch für die übrigen Werte.
Sie schob ihn om sich and griff wieder nach ihrer Arbeit.
Er sprang aur 'und rief: „Da sollst mich |o nicht fvrts cknckckn, Tante! Ich gehe auch nicht — nein! Ich bin Renas Bruder — und ich trete für sie ein!"
„Schweig jetzt —"
Die Tante sagte nichts mehr, sondern fchritt nach der Tür ihres Schlafzimmers, als wolle sie durch ihre Entfernung dem Gespräch ein Ende machen.
Ter Schüler nxrrr sich ihr aber in den Weg. „Geh nicht fort," flehte er. In tTJfriyr Sfcr- yociflung richtete er sich bann aur einmal kerzengerade aut. Seine Äugen sprü trn. „Ich laste dich gar nicht fort!" ries er mit einer Stimme, die in ihrer wilden Entschlossenheit ganz öertr.i* bett klang, tief 'und stark. „Siehst du, Tante, roemt du nicht in Renas Glück willigst, dann, tu ich etwas —"
„Was — ?z ,
„Ich schwöre, tafe ich's tue! Am unteren Turm geh ich hinauf und stürze mich herunter: Wenn ich bann tot bin, wirst du schon barmherzig sein gegen die arme Rena!"
Ein dumpfes Schweigen entstand.
Endlich sagte die B.inde mühsam: „Ter Respekt vor meinem weißen Lxrupt, du Küidskovf, sollte dir berbiden, faldje Schirze auszuiprechen."
,feZch scherze nicht! Du wirst ja sehen." Er packte nrit seinen zitternden Diab?ichch'.den den Arm der alten Frau. „Tante, willst du gut mit Rena fein? Willst du ihr das Wort zurückgeben, das sie so unglücklich macht?"
Die Minde befreite ihren Arm. Ihre Strmme
groLfe: „Wie darfst du dich so gegen mich betragen? Komm zu dir!"
„laute, wirst du tun, um was ich dich bitte?" taugte der iriiabe noch besch.vövenfe-r — wie ein Schvri voll unsäglicher Seelenoual Lang die Frage.
„Nein!"
„Tann tu ich's! Ich tu's! Ich Kinn nicht anders! Ich stürze mich von unserem Turm yei> unter! Denn es geschehen ist, Tarte, dann ivird drin hartes L>erz —" er konnte nicht aussprechen, ein trockenes Ausschluchzen der Verzweiflung erstickte seine Stimme.
Er eilte jur Tür. Bon bart aus würgte er noch hervor: „Grüße mir Rena — sage chr, daß ich's tat, nx.nl ich sie über alles lieb habe —"
Nun war der arme June am Ene mit seiner Selbstbeherrschung. Er riß bie Tür auf und stürzte hinaus.
Einen Augenblick stand die Blrnde regungslos. Aber in ihrem sonst so starren, weißen Gesicht spiegelte sich der furchtbare Kampf wider, den der davonstürzende Knabe mit seiner Todesdrohung in ihrer Seele aufgewühlt hatte. Wie ein Ritz ging es durch die marmornen Züge. Wenn die großen Augen darin auch tut waren — erschütternden Ausdruck, gemischt aus Zorn, Schmerz und Entsetzen, mochte selten ein Menfchenanllitz gezeigt haben.
Jetzt taumelte die große Frau zu der affen* gebliebenen Tür, fiel über die Schwelle, raffte suh wieder auf, suchte einen foult an der Wand und rief währenddessen zu der Turmtreppe hin: „Mar komm zurück — ich habe dir etwas zu sagen —'*
Tie emporstürmenden Schritte am den Stern» stufen hielten inne. Zögernd kam der Schüler zurück. Sein keuchender Atem flog j>rau5. Noch
AreiS Schotten.
ed. Eschenrod, 19. sept Tiefer T-chv fand im sehr geräumigen Saale der 1. Schul klaffe eine musikalische Äbenbfeier statt. Konzertmeister ctumpi von der Komischen Oper m Essen, der hier im Vfaribaulc zu Besuch weilte, stellte seine Kunst in tvn Dienst edelster Volte* Unterhaltung. Von unserm Pfr. Stumpf wurde er aus dem Klavier begleitet. Gedichtoorträge, von ben Schülern gesungene und gcmrinlanw Valls- lieber umrahmten die musitalffckvn Darbietungen. In seiner Aniprackte teilte Pfr. Stumpf mit, daß im kommenden Winter öfters Mustk- und Vortragsabende veranstaltet würden, Mmal im abgelegenen Vogelsberg ein sehr großes Bedürfnis nach edler Unterhaltung rorbaaben fet.
en. AuS dem Vogelsbergs 20. Sept. Die nun soweit abgeschlossene Vr om beer* e r n t e gewährte der geringeren heimischen Bevölkerung gute Nebenverdienste. Die Beeren waren in diesem Herbste so gut geraten, daß geschickte Sammler täglich bis zu 40 Pfd. pflückten, die zu 1 Mark ba$ Pfund in die kleinen Städtchen aebracht wurden. Einzelne Familien sammelten insgesamt einige Zentner.
Starkenburg und Rheinhessen.
un. Darmstadt, 19. Sept. Ein sonderbarer Heiliger scheint der dahier in guten Verhältnissen lebende, ein Konfektionshaus betreibende Peter H ö r t in der Grasenstraße. Er hat unter großen Unkosten ein Buch herausgegebm, in welchem er die Rettung der Menschen in die wahre Freiheit versucht und bie volle Wahrheit übet bi e SchuId am Weltkriege mitteilen will. Mit einem Aufwand von mehreren Tausend Mark für Saalmiete, Annoncen in hiesigen und auswärtigen Blättern veranstaltete er nun im großen Saalbausaal einen Lichtbildervortrag, in welchem er alletei verworrenes Zeug übet den wahren Geist der Liebe, über das Planetensystem usw. aus verschiedenen Büchern vorlas, den er aber nach einstündiger Tauer infolge der Unruhe abbrechen und das Eintrittsgeld zurückzahlen mußte. Die Zahl der Gäste batte nur wenig über 50 betragen, die aber trotz aller ernsten Worte des Wahrheitsapostels vom bösen Geist besessen blieben.
Hessen Nassau.
Differenzen bei drr Fransfiirter Stroßenbnhn.
st». Frankfurt a. M, Freitag abend farch eine Versammlung der Strafe-nbah.ier statt, in der Kenn.nis von den Verhandlungen ihrer Vertreter mit dem Oberbütgetmei er wegen b r an* geordneten Derkü zung b:r Ardci szeil, durch die Gmlafüngen vermiede > ne den s l m, genommen wurde. Noch dem Bericht der Vent.ter, die mit- tciltni, daß die Verhandlungen k in Ergebnis gezeitigt hätten, wurde eine Entschließung angenommen, in der schärfster Protest gegen'bie Maßnahme der Arbeitsstteckung er« b.iben wird. Mft dem Verband der Gemeinde- und Siaatsarbeiter soll sofort in Verbindung getreten wer!en, um mit ihm über geeignete Mastnahmen zur Jperb/ifülnimg der Auslobung bet tKTtiirjten Arbei szeit zu beraten. Auch die Stadtverordneten- uerfammlung wird aufgcfoibert, zu der (frage bet Arbeussrreckung Stellung zu nehmen.
*
mc. Frankfurt a. M., 19. &cpt. Ein« socvm. „S t a b t m i f i i o n" nn bi tz! bei er Ad- trilung f.'T G«sck»le d s. ante des Wohl a rt.amtet gegründet. Aelle re Tarnen und .Sxrren sollen aut ben Straßen an Jugendliche beiderlei Geschlechts h-rantreieu inib sie auf die Gefahren der straffe aufmerk am machen. Man ver p i rt sich ixni der Ncueinrichtuiig eine wesenlliche V-rbcflfrang des sittlich e Lebet:s
mc. Frankfurt a. M, 19. S^pt. JJlit einem Vor trag des Vürgerin-riterd Gräf wurde heute abend der Kongreß zur Ausbüdung und Forderung der Wohlfahrtsämter un Bürgersaal des Rath, ui es erdferet. Aus grnz Teutsch a rd sind zah rei e le Ine ne, nameiullch Bürgermeister und Magi.tvaism.t^ltrier der Städte, Gingetrofieit.
mc. Kassel, 17. Sept Der Landes- ausschuß hat 90 000 Mark zur Verteilung an bie leistungsschwachen StTcifc des Regierungsbezirkes bewilligt Es erhalten davon G^wsfeld ^053 Mk, Efckjwege 2949 Mk, Fran- kenberg 5<81 Mk., Grafschaft Schaumburg 6249 Mk, Wolshagen 5161 Mk., Melsungen 5431 Mk , Hünfeld 5069 Mk, Kirchhain 4888 Mark, Schlüchtern 4662 Mk, Schmalkalden 4424 Mk., Rotenburg 4326 Mk, Homberg 4296 Mk, Gelnhausen 4261 Mk., Fritzlar 3705 Mark, Hofgeismar 3584 Mk, Fulda 3415 Mk., Witzenhausen 3411 Mk, Marburg 3377 Mk., Landkreis Kassel 3050 Mk.
ehe der Knabe ganz herunterg^sti:gen war, fragte er in scheuem Unglauben: , Ta te willst du — ?" Tie Blinde gebot: „Geh hinunter in die Wohnstube Warte dort auf mich. Ich habe eingefeben, du bist fein Kind mehr. Ich mutz mit dir fpredfen wie mit einem Erwachsenen. Latz mich mit drr zu Rate gehen, wie alles werden soll. Ich fe-mme dann hinunter und bringe dir meine Antwort."
„Ich — baute dir — Tante —"
Tie Blinde gmg in ihr Zimmer zurüa und verriegelte Die Tür hinter sich.
Ter Schüler stieg langsam treppab.
Wie tn halbem Traum ging er. lieber fern Gesicht, das in der fürchterlichen Spannung vorher hart und eckig geworben war, lagerte sich ein weicher Glanz hin. Tas Leben war ihm gcfdxmlt — er fühlte es — ach, und bas Leben ist so schön, wenn man jung ist und das Herz voll blühender, glühender Wünsche hat!
XV.
Lange mußte Max Bodenbach in der großen, stillen Wohnstube warten.
Ter Abend war hereingebrochen, als die Blinde endlich herunterkam.
Sie fragte: „Wir sind doch aHetn?"
„3n, Tante," gab der Schüler zur Antwort „Gut, dann setze dich an das Schreibpult.
Es ist wahrschrinlich, daß Rena mehrere Tage fortbleibt. Sie soll aber van dem sie betreffenden Entschluß, den ich gefaßt habe, möglichst bald tn Kenntnis gesetzt werden. Darum wirst du ihr m meinem Namen schreiben und ben Brief gleich zur Post besorgen."
(Fortsetzung folgt)


