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England und dar fran;ölifche Vorgehen in Syrien.
Der Minister für öffentliche Arbeiten, Le T r e c g u e r, bezweifelt die Richtigkeit der Zahlen, Die Loucheur vorgebracht hat. ES kommt dcslxilb zu einer AuSeinanderfeSirng zwischen bcibeiu Schließlich wird nach einer kurzen Erklärung des Finanzministers Marsal dem Minrtterrum das Vertrauen mit 420 gegen 152 stimmen ausgesprochen. T v? einfache Tagesordnung wurde vorher, nachdem sie die Regierung zurückgewresen hatte, mit 437 gegen 152.^--------—-v—,
Stamen abg-lehM. Um 8 Uhr war ine StBung — btmW
bc£nfaeL 1 t wn eia volles ginoetftönhnö berb-uafü-ren. Auch
Die Abrechnung in der ftanzösischen Kamm«
Paris, 20. Juli. (WTB.) In der heutigen Nachinittagsntzung der französisckren Kammer ergriff Ministerpräsident Millerand das Wort, um Mitteilungen zu machen über die Art, wie cie französische Regierung die Interessen Frankreick?s in Splva verteidig 'fxxbe. Aber nicht nur?irfe Interessen habe die Regierung vertteten, sowern auch die Interessen der Staaten, deren WiederNburt sie begünstigt habe, und die neu erstanden sind, nämlich Polens und der T s chc cho-S la wa ke i. Die Alliierten seien der Ansicht, daß die türkische Negierung die Regierungen, di-e die Türkei seit einem halben Jahrhundert unterstützt hätten, verraten habe. In Anbetracht der v e r a b s ch e n - ungswürdigen Massakers sei es nicht mehr möglich gewesen, unter der ottomani- schen Herrschaft Millionen von Menschen zu belassen. Ter Friedens.-ertrag mit der Türkei ttvrde deshalb aufrechte-tt-alten. Was Syrien anbetreffe, fo habe die englische Regierung mit vollkommener Loyalität erklärt, t«B es Frankreich allein zufalle, das Mamxtt über Syrien aus^uarbeiten. Millcrand besprach alsdann die polnische Frage und crk.ätt, die Konferenz von Spao habe sich bemüht, die Frage von Teschen und Dan- zig zu regeln. Sie habe sich aber auch eingehend mit den Nachwirkungen der Lage beschä tigt, die in Polen durch den Krieg mit Sowietrustland geschaffen wurde. Die französisch: Regierung habe erklärt, daß sie mit der Sowjetregierung erst dann in Verbindung treten walle, wenn sie die wesentlichen Grundsätze einer Regierung angenommen l>abe. Die französiich: Regierung verfolge mit Sympathie die van Lloyo George zwecks Mschlusses eines Waffcnsti.l'tandes angeknüpf'L Verballungen ime> wünsche ihnen Erfolg. Aber 'heute vormittag habe der fvanzösi-'che Botschafter in Landon mitre eilt, drß ihren Gejvechnh-'i^cn entsprechend die Sowjetregierung mit Im pertinenz auf die Mitteilungen g dntiLurtet habe, die Lloyd George an sie rich e y Lloyd George habe den Sawjets mitge'eilt, d öß, n>enn sie nicht cinen Waffenstillstand, mmehmen würden, Graßbrttamnen und seine Alliierten Polst
Anrecht auf IV2 Mi lionen Tvn- Mouat. Bon Polen können 1 130 000 Timmen Kolben und
Teer. Tas Frankreich der alten Greirzen kann also mit dem, was wir von Amerika, England und Belgien erhalten, au: 4 200000 Toimen monatlich rec<m<m, also aus 80 Prozent seines normten Be- da:is. Auck> hierbei sei-m Strafmaßnahmen bestimmt nnkiren. Mckle.-and sagte dann, er könne die Krittk, die geübt wuro., verstehen. Niemand mehr als er sei überzeugt, daß öiejemgen, die die FriedmsverHandlungen geführt hätten mit we niger Anstr.ngung h tten Zs-xmgsn-.aßnah-nen in den Ve. trag einiügen lassn können, bevor er unterzeichnet worden sei. Er habe durch seine Beharrlichkeit und durch die Beredsamkit 6er Tatsachen erzielt, daß die Alliirten sich verpflichtet hätten, das Ruhrgebiet zu besetzen, wenn zu einem bestimmten Zirpunkte die, übernommenen Veeplichungen n.cht erfüllt s.ien. (Starker Beifall. Widerspruch links.)
Andre T a r d i e u erklärt, er sei mit mehreren seiner Freunde der Ansickä daß man in Spaa mit der Reiision de^s Fried.nc''ett.ages b gomren habe, wäh end der Min.ste.p > s dmi ang k.n igt hätte, er wolle dessen Ausführung sichrstellen. Man hätte von Deutsck-taud die lückeu os. Ausführung verlangen müssen, wenn man gebandelt hätte wie die Regierung, der er angehört l-abe. Eine Revision drs Vettrages f i nur erwünscht, wenn sie für Frankreich vorteil Haff sei. Tarvieu veriieft sodann S.'attstiken um seftzustellen, daß die industrielle Produktion Deutschauds durch den Krieg saft nicht gelitten habe. &
Tie Sozialisten reichten eine fofertige Jnte^ pellation ein, die Millerand muiimmt. Nach kurzer Unterbrechung er 1 reift sodann der Sozia.ist Murn das Wort. Er erklärte ebenso wie Dateien, daß man in Spaa den Fr:elxnsv-ttrag revidiert halre. Man hätte von Deutschland 20 Millionen Tonnen ve. Fugen sollen als Eratz für Die Kühlen, die die znlörten Mffre.i nicht liefern könnten, aber zum Preise der französischen Koh.e. Jetzt aber müssen wir für die Tonne anstatt 90 Francs 180 Francs bezahlen. Das sei ein schlechtes Mittel, Deutschland zu helfen, ivenn man den sranzösisckfen Koiuumenten dec billigen Kohle beraube und den französischen Steuerzahler der demselben Zahlungen beraube. Die Zustimmung Eng ands habe man zu teuer erkauft.
Ministerpräsident Millerand antwort tc Tar- dieu und Blum, er hab', niemals die Ur eber des Vertrages getadelt, weder Tacdieu noch den großen Franzosen, der, nachdem er das Land gerettet habe, auch den Defaitismus aufs Haupt g'sch'agen und mit jugend'.ich-»m (Hier die Last schwerer Verhandlungen getragen hätte. (Starker Beifalls (Abg. Baron rüst: Das ist eine Grabrede.) Mille- r and fährt fort: Er werfe den Versa'fern des Bettrages nicht vor, ihren Nachfolgern ein diplomatisches Instrument hinterlassen zu laben, in dem alles sestgelegt, aber in dem nichts geregelt sei, einen Ertrag, den man nicht revidieren dürfe, aber interpretieren müsse, um aus ihm eine Realität zu machen. Frankreich verlange nur bie Mittel zum Arbeiten. D shalb hab? man geglaubt, man müsse vor allen Dingen die Kohlenlieferungen srel^rstellen. Wenn es einen Menschen gäbe, der den heißen Wunsch hätte, daß die Okkupation des Ruhrgebiets niemals notwendig fei, s0 fei er es. Er arbeit; aber auch daran, aus dem Vertrag ein wirkliches Instrument zu madyn und aus dem Frieden eine Sache, die ihrer Definition entspreche. Die von ihm in Spaa erzielten Ergebnisse seien hinter seinen Hoffnungen zurückgebire- ben. Aber er möchte wissen, wie man zu einem besseren Ergebnis hätte kommen sollen! Weim die Verfasser des Friedensvettrages be fere Methoden wüßten, dann sei er bereit, ihnen seine Stelle abzutreten. In dem Kampf, den man tagtäglich führen muß, verlange er das Vertrauen des Parlaments.
Loucheur erklärt, er sei sehr beunruhigt von 1 per Wendung, die die Verhandlungen in Spaa genommen Hattern Er sähe darin einem Vorgang, aer ju einer Finanzkrins führen könne. Es sei nicht möglich, ine Entschädigungssumme, die Deutsch and zahlen müsse für die Pensionen und Wiedergutmachungen, herabzufetzen. Wenn Frankreich nicht 2 10 Milliarden erhalte, müsse der französische Steuerzahler sie bezahlen.
Simons übrr die neuen Abmachungen.
Berlin, 20. Juli. (Wolfs.) Vor Vertretern der beuti'cfm Pres e wies heute ReichS- mmifter Simons Meldungen übvr Demissionsabsichten einzelner Minister zurück.
Gewiß, die Minister waren in Spaa nicht sämtlich einer Meinung. Wmn über BefehlIttsl gefaßt wurden, so stellten sich iamtliche Minister auf den Standpunkt, daß alles, was vor den Feindckn beschlosien woroen fei, in der £>eimat auch mit al er Kraft durchgesührt werden müsse. Es liegt fein Anlaß vor, von Ersolgen in Spaa zu sprechen, aber wir Innen setzt die ungeheuren Lasten, die der Friedensve.t.ag uns auferlegt, und wir haben nur die unmittelbaren für die Nichterfüllung der uns auferiegten Bedingungen abgcw hrt. Wir haben nie das -stecht der Entente bestritten, Maßregeln aller Art zu ergreifen, wenn wir hinter den auferlegten Pflichten zurückbleiben, abr wir ‘haben die es Recht immer nur bezogen auf die Bestimmungen über die Wiedergutmachung. Frankreichs Stand- 0 u n ! t geht weiter.- Es hat immer das Recht des sofortigen (£inmarfd)e5 bert/eten und die Alliierten haben sich diffem Standpunkt allmählich an genährt. Bei der Besetzung von Franffntt holte sich Frankreich noch eilte Abfuhr: aber setzt scliein-n England mrd Italien tiefes Einmarsch- recht anerkannt zu haben, denn die Verhandlungen in Spaa gingen von dieser Voraussetzung aus. Gras ©for^ hat uns geg nüber trotz allem Wo hl wo len, das er uns cntgegew- brachte keinen Zw'ifel darüber gelassen, daß die Einmarschmöglich'eit bestand und von ihr Gebrauch gemacht werden würde, ivenn wir nicht die zwei Millionen Tonnen Kohlen renbrächen. Man nruß sich dabei daran erimicm, in welcher Not sich Italien selber b.'ftnbct; es ner'angt cl'en and) seinen Anteil an der Deute. Tic Zin>n1-is ig- Peit und Richtigkeit unseres Zahlenmaterials ist mir nachträglich zweffelhatt geworden. Tas Kabi-, nett hat denn auch bereits eine Neuorganisation der Kohlenabteilungen bex
iie rn ilitarische Fra g e wrr so versag ren, daß wir auf eine fterre Rechtsbasis nicht mehr örnnmen konnten. Wir müssen mit aller Energie darauf hinwirkon, in Verbindung mit den Alliierten die Entwaffnung bu r ch' u* setzen. Wi r allein können es nicht mehr, und müssen uns durch Annahme guten Rats der Unteri.ßmmg der Alliierten versichern.
In der wirtschaftlichen Frage i die Lage «ähnlich. Lloyd George hat sich schließlich gesagt, daß er lieber Deutschland als Fran-krrich pumpe, weil eine Forderung Teutschemd gegenüber leichter ein^uteeiben ist und in diesem Falle aude eine gute Basis hat.
Ich be.1'6?, in vier bis fünf 2Btxfuen wertden trnt unsere Pläne so weit aus gebaut haben, daß wir sie vorleg<n können, und bis 0>rhin auch dis tech- nifebe Vorbsveitung besser geftat'ei und mich für die Presse und ihre Berichterstattung besser sorgen können, als es diesmal leider gete^ en ist. Ter Minister erklärte zum Schluß auÄrnück.ich, daß die ehrlid)e Durchführung des Frieoensverttages sein Programm sei.
Frankreich und das Kohlenabkommcn.
Paris, 20. Juli. (Wolfs.) Der Ab- georbnete Peyr 0 ux richtete an den Ministerpräsidenten Millecand einen Brief, worin er erklärt, nach seiner Ansicht werde nach dem KohlenabkommenvonSpaa Frankreich für die Tonne Kohlen wenigstens 225 Francs bezahlen, Deutschland jeooch nur 80 Francs, England sogar nur 75 Francs. England werde also den ganzen Weltmarkt an sich reißen können. Deutschland werde sich viel leichter und rascher wieder erheben fön» nen als Frankreich. Der Abgeordnete forderte den Min'.sterpräsidenten auf, eine Besprechung darüber bei dec Beratung des Gesetzes über die Ausgleichung der Kohlenpreise anzunehmen.
London, 20. Juli. Starter. Bei der Besprechung der Lage in Syrien sagte Bona r La w, daß das f r a n z ö s i s che U l t i m a t u m an Emre 7(-essal dem Obersten Rat nicht unterbreitet worden sei. Die englische Regierung habe Emir Fessal bereits vor einiger Zeit aufgefordert, pack Europa zu kommen, doch habe Emir Fessal diesem Wunsche nicht Folge geleistet. Es wäre der Wunsch der englischen Regierung, zusammen mit Emir Fessal beim Obersten Rate die schwebenden Fragen zu beraten. Die englische Regierung sei nicht der Ansicht, daß es zweckmätzig wäre, auf Grund der zur Verfügung stehenden Nachrichten zu handeln. Tie englische Regierung werde sich aber in ftärtinger Berührung mit der französischen Regierung in dieserFrage ^tten.
London, 20. 3ult. (Wolff.) Aul verschiedene Anfragen über Syrien erklärte Sonar 10 ro im Unterbaute, daß Großbritannien berat fet, die llnabhängi gkeit der Araber m den von ihnen verlangten Gebieten zu gewährleisten. England werde sich jedoch zurückziehen, soterii dadurch die Interessen seiner Verbündeten aetahrdet würden. Tie Forderung der Araber let bereit« vor der Friedenskonferenz erörtert worden und per diesen Besprechungen fei ber G m 1 r <y t 11« immer zugegen gewesen. Zu dleierFrage ha te es auck schon Vorverhandlungen.gWeben zw, ckun menccau uno dem sranzön wen Mimiter d^
nommen. Immerhin sind die im Friedensverttag enthaltenen Fristen zu unteren Gunsten erheblich, wenn mich nicht genügend, verlängert toorben. Bei den tztesalwen, die der Einm-aesch in das Ruhrgebte: im Gefolge hätte, konnte der Abbruch der Berhaud- lungai wegen der militärischen Fragen nickst verantwortet werden. Aus diesem Gesichtspunkte heraus erfolgte die UnterteidT.urig des Protokolls Bei' der Behandlung dr Kohlenfrage wurde zu< nächst die Beratung zwischeii den Sacknverstandigen abgelehnt, dann aber nach Anhörung der Vertreter der Bergarbeiter und der Bergwerk^unteniehmer eine Verl-a^tdlungsbm'is geschaffen. Unsere augenblicklich sehr ernste Lage ist erst durch Eingreifen des Generals LeRonde in der erteil u n g der 0 berschles. Kohle herbeigeführt toorben,ber eiue Ve minderung der bisherigen Lieferungen an die Entente und ehren beschvverde-' Mreiideii Bericht an den Ober en Rat zur Folge hatte. Ten Alliierten üxrrtecn nach dem Frtedeus- Vertrage 39,5 Millionen Toimen zu, bereu Wert einfach auf des WiederAffmachmgsstonte guige- schrieben toerH-en sollte. Tie Wiwihme bieser Forderung hätte die Veririchtneiq des demsckstu Wirtschaftslebens zur Folge gehabt. Unter Angelwt einer sukzessiven Steigerung, anfangeab mit 1,1 Millionen T-vir. en mm- tlich bis 1,8 Millivm-n., murre abgelehiit. Notwendig war aber vor allem eine Besserung der Lelxv s.i-.ffttmg der ®cr(yrrl*'tes im Zusammenlxrng mit der Kohlen frage herbei; umführen. Tie Alliierten gingen dann von 2.4 Millionen auf 2 Millionen Tonneu pro 9J&m«it herunter. Es luurt« schließlich das Pvotoföll unterzeichnet, durch das sich Teutsckrbmd zur Liff-rung von 2 Mill ionen Tonnen mumatlich Verpffichtete. Ter Julanl-spreis der .Kv'hle, die auf dem Lauvwrg gcklst, wird dem Wiedergiittnachinysoonw gulge- idnieben. Teutsckstand erteilt eine Prämie von 5 Goldmar? pro Tonne, und die Differenz Misckstm dem Inlands- und Weltmarttspreis wird Teutlch» land als Vorschuß angerechnet. Deutschland hat die Möglichkeit, aus ren Prämien und den Bcnffchilssen Summen tzur B-e feremg ter i.ebe s »lfmg-l er Bergarbeiter zu verwrnden. Das in der Kohlenfrage zur Verfügung stehende Zahlenmaterial konnte nicht in allen Punkten als stickchattig angesehen werden, weil eine größere Ausnutzung der Braun- kohte möglich ersch int und außerdem ein Teil der Steinkohle durch Verschiebungen dem eigentlichen Zwecke entzog-m wurde. Der Reichsminister lre- tonte ausdrücklich, daß nicht die Drohung ber (Gegner durch das Erchnnm Fochs und Wilsons ihn eingeschüchtert hab?, daß vie mehr die Ueber- zeugung, daß der Einmarch schm vor der Konferenz von Spaa befinitio b sch offen war, ihn zu feiner Halttrng veranlaßt hab-:. Am Schluß weist der Reichsministr noch einmal darauf hin, daß die Konferenz von Spar Sein Erfolg für Deutschland gewes n, sondern daß uns eine schwere Last auferteejt worden ist, an ber wir noch schnrer tragen müllen.
Es folgt eine Aussprache.
Berlin, 20. Juli. (WTB.) Amttich. Das Reickskabiuett setzte heute in Anwesenheit des Öteick/spräsidenten die Besprechungen über die Be- sckstüsse.von Spaa fort, vauptpunkt der Erörterungen ' war die Frage der Entwaffnung, deren technisckie Durchfülwimg schr effrgehend aus Grund des vorn Reichsrninister deS Innern vorgelegten Gesetzentwurfs besprochen inunre.
Vie parlamenterifchen NachNittüNZeri von Spaa.
Gleichzeitig haben in der französische: jKammer und im deutschen Reichstagsausschuß für Auswärtige Angclegenh.i.en die großer^ Auseinandersetzungen über die in Spaa erreichten Abmachungen begonnen. In Deutschland hat es keinerlei Ueberraschungen mehr bei dieser Angelegenheit gegeben. Herr Dr. Simons referierte üver die hinlänglich bekannten Einzelheiten, und bei der Aussprache ickgte sichs, daß auch die Unabl)üngigen in dieser Sache keine Oppositto-n gegen die Regierung unternehmen. 9hir fordern sie die Sozialisierung der Bergwerfsb-ttriebe. Und aus dieser Forderung sHunen im kommenden Winter, wenn es sich l>erausstellen sollte, daß die Abmachungen nicht oder unzulänglich zu verwirklichen sind, allerdings die schwierig- ften Verwicklungen erg. ben, wobei schwer in die Wagschale falten wird, daß die Negierung keine ausreichenden Machtmittel besitzt, um d<rs übertriebene und unmi^liche Äkäions- Pwgramm der Unab-^ibgigen mffchüdlich zu machen.
Was Herr Millecand seinen Franzosen |ut Rechtfertigung erklärte, war, nebst allem verabredeten Drum und Dran, eine für die Veite Welt berechnete Demonstration. Frankreich will dartun, daß es schon jetzt Opfer gebracht habe, und es will verhindern, daß an dem Frie^tensnrerk von Be-sai.les auch nur das Geringste noch geändert würde. In diesem * 6inne redeten die Diskussionsredner, darun- rr auch der Vertreter ber Sozialisten. Nationaler Egoismus in schrankenlosem Maße niocht sich bei unseren westlichen Nachbarn gellend, und die ganze Kammerverhandlung war daraus angelegt, Herrn Lloyd George zu über» jeugen, daß der Bogen eines Entgegenkommens gegenüber Deutschland nicht weiter gc- (pannt werden dürfe. Im stillen wird es mit der Unzufriedenheit des französii'ckien Volkes, trenn man die Ziffern des auswärtigen Kohlenbezugs, die 5)err Millerand initgetcilt hat, betrachtet, durchaus nicht so weit h-ec sein. Dem Ninisteriuin ist denn auch mit großer Majorität Vertrauen ausgesprochen worden.
vie vejprechung im Reich; agraurschuh für Kusmärtige A'ieelegenheiten.
Berlin, 20. Juli. (WTB.) Nach Eröffnung kr Sitzung durch den Vorsitzenden Strese- m c 11 n und noch Annahme von zwei Anträgen, tott denen der eine Vie möglichst soforttge Ein- terufung des Reichstags, der auberc die Oef- 'eiLtlichkeit der Si mng mit Ausnahme von beson- beren als vertraulich zu bezeichnenden Punkten ioebert, ergriff Reichsminister des Auswärtigen, 1t. S i m o n s, das Wort zur Berickstersteütung über die Verhandlungen in Spaa. Er führte etwa nt4:
Tie Lage der deutschen Delegation in Spaa tor Von r«’>nt6eretn ungünstig schon durch die Art ki Unterbringung und der Schbvierigieiten der -?ockirichtenübermittelung und der Pressebericht- erföttung gewesen. Tie Behandlung der deutschm Bertreter irwr anfangs nicht die, die gleichberoch- H«ten Vertretern zu gekommen lväre. Ein ansän^- lickrs Schweigegebot wurde am zweiten Tage auf- 9<Mpben, sv daß bald ein reger Verkehr zwischen ki Mitgliedern der Delegationen von beidm Seh' t® einsetzte. Ter ReichSminister gab foixnut an ;)*nb einzelner Beispiele ein Bild ber f - ind- lefipen Stimmung der Bevölkerung, bis zur Verweigerung von Arznei- m.itteln für kranke T e l e g a t i 0 n s m i t- 9^eder durch einen Apotheker ging. Ter Gang iher Verhandlungen rn den ersten Tagen lvar derart, Äm strengem 'Änu ytechei, schaff über die mangel- ' Ausführung des Friedensvettrages verlangt imtb die bedingungÄose Unterwerfung unter das 1 itiat der Gegner erwartet wurde Die jHreÜste Erledigwig fand Piinic 2, nachten durch Eingreifen Llvist» Georges die Sachvcr- iLvdigen von beiden Seiten zusammen>rebrichi Deren. Bei Behandlung der Militär- und Kohl^n- hege mir auf gegnettscher Seite die Grundlage bi« Androhimg der Besetzung des Ruhr- r«biets. Es war Frmereich schon in San Remo, njuiogne imo Brüssel gelungen, von England und fstcckten die Zusttmmmrg zu der Besetzung zu er- kmgen. Rechttich chrt die veutsche Delegation immer ter. Standpunkt vertreten, daß ßtz 17 unb 18, Lrnex 2, Teil 8 sich nur auf ein wrsfentlicheS Ver- ^«hläsffven und Zurücföleiben in der Erfüllung ba Bettragspffichten im Zusammenhang mit den Kedergutmnchun^siffickten stehen. Diesen Stand- tun ft hat die d-cntsche Delegation auch in Spaa tertreten und ist von ihm auch nicht durch die Un» lazeichnmig der Vereinbarung abgewicken. _ Sie . bäte sick auch zu einer Abweickstmg ohne Zustim- Mng des Reichstages nicht für bereckstigt gehalten. 55e den tsche Unterschrift deckt die so» genannte Drohklau sel nicht, eine Tat- «che, die von Lloyd Gorrge ausdrücklich anerfarait vuöde. Tentschlan.-' nimmt mir K-rnntnis und verpflichtet sich zur loyalen Durchführung ber Bedingungen. In ber militärisckptn Frage tüte die deutsche Negierung nach bem »nmgegangenen 4Notenwechsel eine mündliche Vcr- ffrdlung nicht erwarten können und hat daher erst )ie noöuenbigen Unterhändler, Reichswehrminister feßler, General Seeckt und den preußischen Mi- lifter des Innern, imchkommen lassen, nachdem
sich die Möglii^eit zu Verhandlungen ergeben I mit allen ihren Kräften und in allen Formen verhakte. Die von deittscher Seite vorgeschlogenen leidigen imirüen. (Starker Beifall. Widerspruch auf Fristen zur Verminderung der Reiwswehr und | ber äußersten Linken.)
Mini erpräsüent Millerand fährt fort: Teutsckianb stell die Möglichkeit gegeben werden, sich von seiner Schuld zu befreien, tnoem man Anleihen begünstige die berechnet Uten sowohl für ie Fe ’.ellung feiner Sch ld wie für seine wirt- l'djafiüdK W e er.teebung NackSem Mil. le ernte so- «•oiiit das PvowKoll, das in Bezug auf Cie Kohlcn- lieferungen unterzeichaiet wurle, trerk ,en hüt e, legte er: Deutschland hat uns im Jairuar 497 000 To. Kohlen geli.'fcm, im Februar 604 000 To. im Vöärz 583 000 Donnen, im April 660 000 Tonnen, im Mai 912 000 Tonnen und im Juni 855 000 Tonnen. Nach der neuen Verpflichtung
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Dec Siebener X*3eifer >scheint täglich, archer denn- und Feiettags. vezvgspreise.
Monatlich • ?i-60 >^-MK.-.8öTrc.gctt.5n, i»ierleljihrhci Ma rd 10 80 '»irdMk.l.sSTrägettechn; Urd) die Post »ierteb ährlich Mark 12.- > LLfchlichüch
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vMcheäanto:
Mittwoch, 2’. Zu'.i 1920
170. Jahrgang
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