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Der Hietzener Mujeiiet erscheint täglich, nutzer Sonn, und feiertags.
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postf^e^onto:
Sranffwrt o.. Hl. N6S>
170. Jahrgang
Dienstag, 20. Zull 1920
General-Anzeiger für Gberheffen
-nut u«ö verleg: VrShl'fche UrNV.-Such- wi Lteiv-Nttterei R. Lange, ächnfü^rtmrg. Sejchästrsielle uab Druckerei: Zchttlstrstze 7.
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sämtlich in Dießen.
Aeichsminister Simons über die Lage.
Nun hat oud) der deutsche Minister des Auswärtigen noch einmal zu den Vorgängen von Spaa das Wort genommen und man tann daran nicht schweigend vorübergchen. Kor allem ist wichtig das Bekenntnis, wir Hätten damit zu red)neu, daß der Friedens- Vertrag auch fernerhin von seinen Urhebern „furchtbar ernst" genommen würde. Dr. Simons warnt also ganz richtig vor Illusionen; er fügt hinzu, daß ec eine Völkerversöhnung für absehbare Zeit als unwahrsä-emlich ansehe. Eine weitere wichtige Feststellung fügt der Minister damit hinzu, daß er erklärte, das Fernbleiben der Mehrheilssozialisten von der Regierung werde auf die Dauer im Auslande falsch und für Deutschland schädlich beurteilt werden. Das bedeutet eine tadelnde Jtritif an dem Verhalten der größten deutschen Partei, die sich von der Mitverantwortung gedrückt hat.
Berlin, 19. Juli. (WTB.) Dem .Herausgeber des „Ächtuhr-Abendblattss" sagte Reichs- Minister Dr. Simons über Spaa auf Befragen: Ich hätte die Bedingungen nicht angenommen, wenn ich nicht in der Haltung der Sachverständigen gewisse Schwankungen bemerkt hätte, die meine ursprüngliche Stellungnahme, in.-besondere in der Kohlenfrage, erschüt- lerten. Die Entwaffnung ist natürlich eher inner» hdb 6 Monaten durchznführen als in 3 Tagen. Bezüglich 'der Kohlenlreserung fragt es sich vor allem, wie weit neue Möglichkeiten vorhanden sind imb aus genutzt werden können. Es kann vielleicht noch manches geschehe i, um zu einer stärkeren Kohlenförderung zu gelangen. Auch die Erklärung Lloyd Georges in bezug auf die Verteilung der oberschl'si ch-n Kohle hat mitgenrrft, mich — schweren Herzens — zur Untcn schrist zu tvanlass.-n. Die Entwaffn ungsfragej flernt mir übrigens noch schwieriger und, noch hriker a's die Kohl.nttage yt sein Wiri dürfen nicht übersehen, daß ganz ungeheure ■ beengen von Waffen in unbwuferien und gmrz gewiß nicht un^'ährttch'n Händen sind. Ich be-s (rrüfte es im übrigen, daß di- Konferenz in Genfs besser vorlvv it»l werden sann, als es bezüglich der! ^vnftrrnz in Spaa möglich war. in die man höchst ungenüg"wd vo>ch>r'it'5t getan nm ist. Wir haben eben den F-hl-r begangen, den Frie^ensvertrag $it unterfrär-iben in der i-rgm Annahm», er würbe von feinen Urhbnm Hr>er nicht ernst genommen nrrVn: das war Hn llrtt.nm. Der ffriedensvertr-'g wird furchtbar ernst ^genommen, unddamit werden wir immer zu rechnen haben. Jb machte nicht gm bie (Mrc ”.mt mein--s R ei'orts ürer'dh’c!ten, a'er ich rnrf bivch 'agen b-aß n'. n anf Sie De er -m» Fern- bl e i b e n der Me hrhe i ts so z i a li st en von her Regicruna als -ftc Däl'ch.'ng der öffenttirfvn S-iifimrSe in De tschland b trackrte"' w "'rV — Auf die Fraae: ,.Kmm an eine wir^-rlft Völkett'e-- fMnnmn in ob ez'f'-r*er Zeit geglaubt n> r^cn, nno halte'i Sie di' Ausnahme Deutschsartt's in den V?l- kerlnmd n-ch - n Sv a gelrxmTnr’Ct Em- bvückea für wal:r»ch'i''lich?" meinte Simons: „Ter H»oß b-e;nt noch zu tief, und o-r Wn'tVn s'nd noch
fri'ch. als drß ich eine so'ch' Völkerver'öhnung hör ab'edbare Zett als wa'dr 'Änn ich an'eben kann. Mfnl'C es ob-r für die Pficht eines e e~> Stzrats- ntmrc?, ins dieses Ziel binzuirbetten. Te- Weg b55 zur Aufwrhme Deutschlands in den Vö kerbund idttint mir je-xmfalls noch reichlich wüt zu sein.
Line imtsraMtafe Ua^psorganisation.
Ter „Berliner Lokvl-Anzeiger" veröffentlicht eini<rhei‘en ü!-er die Bildung ei''er l i n k s r a d i - filen Ka m pfo rgg n i sa t ion in Berün. Mater ber Maske eines Arbeitersvortklubs hielten ^laben^lich militärische Arbeiterkvm- »a g n i e n Sclararmbewegungrn und Handgra- wa te n Übung en ob. Vor kurzem habe eine flirofa bielänbeübung in der Sr«rw>auer Gegend s'-ttgefnn <m der sich 1750 P-rsonen beteiligte. DaS Blatt berict^et wmt-r üb-.-r Beziehungen txr LinlsraÜ -len zu dem Revublikoniichen Mhi-erblind. Es seien alle Barch-reittlnqen für den K^mps g»dmff(m. Zur militänisch-n Letnng Hobe man Wien Ausländer mit Namen Li mack, der schon aaf Seiten der Bolsck^vi en gedämpft haben srll. An Sonnten l^be ei ’t Si .n"g der Komporgani- sokion in Berlin stattgefuw'ien, die sich mit einer intensiven Werbearbeit in der NeichÄoehr befchäf- ti gtc.
Her SelMmarö der Prinzen Joachim.
Berlin, 19 Juü N-ch der ,.B Z." hmter- vr orb-u PrinzJoach mkineDiefe Jt?er anker' Äufzeichmnnvm. nwvrus man aus lei e AeweggrüiL»? zum Selbstmord schließen fiönnte Wan t^-nriitet s-elischen Zu ommenbruch Es nur in den letzt n Togen von fcer Umgebung des Drin- wü-rgenommen nxndeat, daß sein Gemüts- x üaird sich we'entlich verschleck^erte. De-' $rnu jegte sich 'ehr erregt und war 'elbst ^<m Zureden itrnes Bruders, des Prinzen Eitel Frerich, nicht st-yängig.
Die „Köln. Ztg." erfährt noch: Der Prinz Mr im Kriege mehrfach r<rwuw)et worden. Er ^tke eilt- schwächliche Konstittition, unv seine im Dne.'.' 1016 mit vcr Priruiessin Marie Auguste von »"tiMlt, 'e- einzigen Tochter des Hcr-ogs Edaird voa An.. l t'^ein^eg rngcne Ehe, r.i5 der ein letzt ei trjälyrio'c Sohn herix>rgin i, gestaltete sich f? unglücklich . d'ß . le Prinzessin ihn vor Jahresfrist Mliet; ■■ ■ - r Prinz banaufCin die Sch i icrg er» imrten wollte. Von gan- büouders schlmunevl Ein
fluß auf seinen geschwächten Nervenrrrstand sollen die schweb wen Aus^iw nx-r er ynt^irnge-n zwischen sPrjne und St iat gewel-en sein. So «itslo.-o in dem Prinzen die mi begründete Furckn, er solle aus einer Villa, an der ihm ein Nießbrauchsreck>i zustand, vertrieben werden.
Prinz Joachim war geboren am 17. Dezember 1890 icnd W.e sich am 11 März 1916 mit Marie Aususte, Prinzef in von Anl-olt vermählt. Ter Ehe ist ein Sohn enispvoffen, Prlnz K-.rt Franz Joseph, der <un 15. Dezember 1916 geboren wur.e.
Die prob te der Marburger 5tuden eus chaft.
Marburg, 19. Juli. (Wotsf.) Auf dem Marltplai'L fand heute vormittag 11 Uhr ein«, studentische Protestversammlung ge gen den Knlti sini i er L ä n i s ch w gen der Thüringer Pwzesse statt. Es wurde fo.gande Eut- schiließung angeuommen: „Ter allffemeine Stu-- dentenausickMÜ i>er Marbuigr Univ rs.bäk ef..<bL ohne Rücksicht auf Parterzugehörigf tt, Einspruch gegen Die £)ani4inr^t> i;e des Mini, ers für W.s seiischoft und Bel 'solldung. Um diesem Einspruch größeren Nach>ruck zu ncrfetlKU. hat sich die getarnte Marburger Studentensch:f auf dem Marktplätze versammelt und ptuL'itiert aus das schL'.lüe ragegen, ixiig der Minister mtoegcii seiner Pfttcht, die Ävchfckmle und ifyre Mi gl^eder zu ichltzen, selbst deutsche Sttrdrn.cn mit sä^mren Beleidigungen angreift. In i»cin von so holzor Stelle ar:s- gespvocl.eneu Urteil erblicken wir glcir.'-zeitig ein gesetzwidriges Eingreifen in ein schwebem-es Verfahren, wogegen wir und aus das schärfive verwahren. Aut uem allgemeinen Sttudertentag, Z>er in btei Tagen f.’artfinbct, werden wir nxi ere Schritte unternehmen. Wir rufen die deutsche Sruden'.cn- schoft auf Delst uns in imfercr guten Sache, die auch die Euere ist."
Berlin, 19. Juli. (WTB.i Von zuständiger Seite wird mitgeteift: Tor Rektor un>> eine DeputationderMorburgerPhiliPps- Universität rour en beim Mini, er für Wisc:.- schaft, Kmtst und Bolksbillung ne.e'i seiner Aeu- i^rung über die Marburger Sttr,>nten vorfe ig.
Ein Kr-eistas Kveifes ^i.'-L-enburg.
Breslau. 19. Juli (WB) Den Abendblättern zufolge lehnte der Kreistag des Kttei- fes Hindenburg das Ersuchen der Kreiskon- crolleure der interalliierten Komntt sion auf Umbenennung in Zabrze ab. Der Kreistab und der Kceisausschuß tei ten di fm Beschluß dem Generalseldmarschall Hiiidenburg mit und gaben der Freude darüber Ausdruck, daß der (Keneraheldmarschall der großen Lebensgefahr glücklich entgangen sei.
Bctri bs.Lt wahen in Kattonritz.
Breslau, 19. Juli. (WTV.) Das „Achtuhr-Abendblatt" berichtet aus Katto- w i tz : Bei der Wahi des W e r k st ä t t e n b e - triebscates im Eisenbahndirek- iionsbezirk Kattowitz wurden 6811 gültige Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen auf Polen 1334 Stimmen, so daß von LO Betriebsräten zwei auf die polnifche Vereinigung entfalten. Bei der Wahi der Bezirksbetriebsräte entfielen von 12 541 gültigen Stimmen aus die Polen 2400 Stimmen. Die Polen erhallen somit zwei Sitze, während dec Deutsche Ei.enbah.'ierverband acht bekommt. Ein Verbot des Lotterieipiels in Sachen.
Dresden, 19. Juli (WB.) Die dritte Volkskammer nahm in der heuttgen Sitzung einen Anttag ans Erlaß ci:ie§ Verbotes jeglichen Lotceriespiels gen die Stimmen der Rechten an.
Ein Schu streik.
Wie dem „Berlin-r LolÄ^anz." aus Buer in Westfalen gern.Ibct w rd, ist öort ein Schu l- streik ber sozialistischen Eltern auSge- brofben, der sich geg^m die AAtzung edles sozia- listn'chen Lehrers richtet und die Gtn\id>tung von freirdifiidfen Schulllassen in Burr fordett. Im ganzen streiken etwa 4O.X) Schn.linder.
die in einem Berliner AbendbiLtt vom l. Juli stand. N.lch em auch von Sctt.n der S.uden^.r- sck>:ft mestchich die B'reicht iaung der Ansck-auung ees Mirn.iers über die Schild der bc e' igten Marburger Stiroenttm «mge^xchbcn ist, ersuch e der Minister nm die Bescheun^MNlg («er schon sett langn cr Zett ange-ordneten Einsendung der Gericht s a l t e n. Die R )l!e, die t« Marburger Studvllien bi den bebrnnten E.eignissen in Thal spielte,!, wird a:tf Grünt.» d r Ern-iöe der Mac- tnrr<^r UniversitLtsbchSrde einer erneuten Prüfung im Minisiecinm im crli g n F lis rte rrochwati e Prüfung ein rerön-.v rtrs B.ll- ergebei sollte, wird ber Minister selb.werstä'.ü>lich bereit iein, diesem Umstande Rechnung zu tragen.
2ht» fiefiett»
rm. Darm stavt, 19 Juli. Die Vereini- g-ung hessischer Lehrer und Lehrerinnen a u r Pflege vaterl ändische n Geistes birst .rm 16. Juli i'hre erste Verlamm'- fmxg unter Vorsitz von Lebvr Born (Darrnstcr-t) ab, ber als £w.u^5iel« die Bttämpfung aller Be stvebung'-n, die darauf hinausbmf'n. itt? Moderich- tim.-e- ber G ge-nw- rt, dem wütt>lo'e Pazifismus " e -t''-i i'che ^-rvT ••<’»<«'> l SntiL" Gtncing in de S -ul' z: ch ff u b > i.fri te Ao Ber i v . ... .e uv cn ( . t.o.e-.. ._-u rap.triokrsti-.u,'
i'b, ba für sie Patrio:iSnnr? bo > u'e: „WAle zum Ce5m e.ls $.»ff i" Prof. Dr. Künzel, ter be- Ginnte Historiker an ter Fvac'.kmrter Universität dielt einen lehconchen Borir-'g, in le er täe Räte- Rep'.'blik unb ^vasenfmn krili yre und die
Zur Präfidcutc^wabl in dimcrika.
Washington, 19. Juli. (Wolff.) Nach einer ein. ihtbigm llnberrrtmig mit dem demokratischen Prost entfch)of s a!:ttidat<m Etouvernenr Gor erhärte Wilson er flyc, t«ß er und Gor bezüglich des Bölkerbundes die gleick-en Ansichten bäten und die Partti iverde Dor in oollor Ginigteii bei seinem Kampfe für die Ehr^' der Nation »mterstützen. '
Amerikanische Kohlen tn Frankreich.
Paris, 19. Juli (Wolff.) Nach einer Meldung aus Marseille sind in den letzten zwei Tagen in Marseille rund 16 000 Tonnen amerikanischer Kohlen ein- getroffen. 18 amerikanische Koh enscl» se liegen gegenwärtig in franzö.iscl-en Häsen.
71 u * öem lUid>e.
Die fran «jfische Gesanrt'chatt in München.
München, 19. Juli, lieber ui- F»rm und die näheren Unr'ä'cke, unter denen sich die Berufung des französischen Gesandten fürDavern abgespielt habm stttl, Verb'eitet die ,,Sütdeutscl>e Demokratische Kvrrel'tt'mbel^" eine Tarsellung. die bazm angetan n,cr’, die p-in- lich en Emt-siw-ungei! ai^nlösen Tie Kvrr-spon- d-enz, her h?ir die volle Bevantworttmg für die Richtigkeit ü/rer JnßrrmalVN überfaifcn müssen will wissen, laß auf die Nachrickst Inn. Frcmkrttck) beabsichtige, sich in Mü-nche-i durch einen be anderen Gesandten vertreten zu lassen, die frantzäli'che Botschaft in Berlin in durchaus totaler Weift dcmon in Kennttris gesetzt sei, daß die mlswättigm Bezielnmgen in er xr Linie eine Amg^eger-heil des Reiches fern. Die französische Regierung habe (ich je'-od) um ixi feit ’-ßroVt herzlich wenig, grähmnert. Sie 'habe es fr*inr oer- schmSlst. für ihren Gr^mbten, ttne es eine sahr- Ifunitettlange diplomatische Ucbtr g ist, das A.->r4- ment zu erbitten. Herr Emll Tard sei errtfic^A nach München geschsttt n>?r>en. H-rr Tard habe dann bei Herrn van W?/r eine Audfterz erteten' unter Lern Bonvand, ilym eine MttdeÄung yu unterbreiten, imd er habe sie dazu berufst fcrra bayerischen Mini HerpiE -e.tten kur^chand sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen.
Kabinet'ssitznng.
Berlin, 19. Juli (WB.) Amtlich. Das Reichskabinett naym rrachimittags in Gegenwart des Reichspräsidertten die Berichte des Mrnifters des Auswärttgen, des Reichswirtschaftsministers und Reichs ern ährungs- Ministers über die auf die wirtschaftlichen Fragen bezüglichen Beschlüsse der Kvaferenz v-on Spaa entgegen. An diese Berichte schloß sich eine mehrstündige eine ^nde Aussprache an.
fchwr en 'M ichtt isterr p)li i chi Frag n aller Art tn twfiS Be es ,) Kiner ott schrrftn Äett?Lch.irngen zog. Er ue -itrtcilb: noch Schevichen un'- rer Ide - lodert unfe erhofft nur - urch Ikberrtxnou ig des ver- letzenLen unL> vett. ^-9:^21 Marxismus eine Gesnn- inmg unserer SScri^Ötmie.
DauernkuuZs./bun^n xe^en die Zwal gs- tvi'-tt ''ft.
R. M. K. T a r m s t 19 Juli. Sechs stmkbefuchte Baue .ikundgebungen gegen die Zwangswirtschastzfanden am Sonntag in der Provinz Starke bürg, u:ib zwar in Darmsta'tt Zell Kttchbrombachi, Gr- Nmstadt Jügesh'im und Ho h- i n statt. In Darmstadt sprachen Abg. Dehlinger. Abg. Dorsch, Generals, k^etär des Bauernbundes u. a. An den übrigen Plätzen der Abg Fenchel und die (rf rnnfcen Führer Bürgermeister Diehl Hochwri el, Sch ö-irr-Elpsn od, Hauck-Schaafheim u. a In allen Versammlungen wurde energisch gegen die landw Grunr steun:. gegen die Frühdrusch'Prämie, g^gen die Wiegemeister-Kontrolle, wie gegen die ganze Zwangst irtsci a t ttin'p uch erhoben und eine entsprecl^ende Entsclrließung angenommen. tn der sofortige Abhilfe verlangt wird. Nach der Darmstädter Versammlung in der Turnhalle, an der sich etwa 2000 Landwirte beteiligten, fand ein mächttger De- monstrationszu g durch die Rhein- und Reckarsttaße, am Ministerhotel des Staatsministers vorbei, statt. — Wie wir erfahren, fand inzwischen eine Besprechrmg der Abg Dorsch, Fenchel, Dr. Dehlinger u. a. mit dem Präsidenten des Lcrnt-e.sernährungs- amtes Neumann, statt; die Kontrolle der Wiegemeister an den Treschmasck)i nen ist alsbald telegraphisch au ■ gelben worden. Damit erledigt sich auch eine dringliche Anfrage des Abg. Dtttgeldey in der Hess. Volkskammer.
Uns dem ir-setztm
Ein fran^sisch;s Lob der deutschen Stadt- t^NNkl'UNg'N.
Mainz, 19. Juli. (Wolff.) Die französische Kolonie von Mainz und Wiesbaden veranstaltete gestern auf dem hiesigen Friedhof eine Gedächtnisfeier für die für ihr, Vaterland gefallenen und hier beerdigten französischen und deutschen Krieger. Dabei hielt der französische Oberst Menier die Gedächtnisrede, in der er nach dem „Echo du Rhin" zum Schluß sagte: „Ich möchte nicht schließen, ohne nicht in Hochachtung der Pterät zu
gedenken, mit der die deutschen Stadtverwaltungen die (Sräber unserer franzüiischen Soldaten instandhalten. Ueberall, wo ich weilte, habe ich dieselbe Pflege und den gleichen Ro spett vorgefunden."
Brut.le Behandlung einer Studentin.
Die Blätter berichten Einzelbeiten über die brutale Beli-andlung einer Studentin namens Dethloffsek in Ludwig?ha en, die wegen eines Berichtes über die Abstinunungstagc in Flensburg verhaftet worden war, der durchaus sachich gehalten war. Sie wurde unter Bewachung eines Schwarzen in einen schmutzigen Raum eingesperrt. Für ihr Lager erhielt fte zwei Decken des schwarzen Wächters, die ihre Erkranlung an Krätze verursachten. Als die Vereiterung ihres Körpers schon weit fortgeschritten war, wurde sie endlich in das Krankenhaus in Lu>wigs->afen gebracht. Von dort gelang cs ihr zu entstiehen.
l£h Exploswnsuil ,liick.
Ludwigshafen, 19. Juli. (Wolff.) Dü „Pfälzische Post" meldet: Im 3aaralbmci Wald inden sich 300 Baracken mit Fll g rbomitu, Granaten, Gasbomben, Arttllerr munit on uiw. aus deutschen He.resbeständen. Durch die unge- Ijeure Hitze der letzten Tage rourxn Leuchtkugeln und andere entzündbare Körper, roe.d>c durch Diebe aus beit Schuppen entw.noet und im Wallte verloren worden waren, zur EittzÜTUeung g bracht. Tas Fe-ner griff auf die Da racken über, die mit ungeheurer Detonation in die Luft flogen. Bis Saargemünd, Forbach und St. Avokd wude die Explosion gehört. Ganz l>'sond-.rs schwer war die Detonat.on in Saar alben hörbar, wo unzählige Fensterscherb'n zettrümniett und Han c tc von Dächern abgedeclt worden sind. Pafan.tm wurden zu Boden gescheudett. Es entäano eine allgemeine Panik, ro.i. die Gefahr der .Hernnnähermng der giftigen Gase bestand. Tie Bewohner der der L^efahr am meisten ausg setzten V.crttl Ixiben ihre Wol-nungen verla s n. Frmiw'istbe So'.dat m mit Gasma.ken und Löick-apparaten au geru ht, rückten von Saargemünd an. Der Wals rour-e in w:ttm Umkreise abgelwlzt und ein acht Meter breitet .Gcaben rings um die Brandsteile au>g hoben. Man lwstt so das Feuer locaitsreren zu idimeit Das Fruer wütet noch wttter. SonderzÜge mä •200 Wagen stehen bereit, um die Bevörlerung sott- transportievcn zu köitnen.
£ebcn$mittelfeuenii3.
Herabsttzung dcs Fieischp rifts in Th " ringen.
In einer ganzen Reihe von Thüriitger Bezirken, die vornehmlich als Wurstiie-eran- ten in Betracht kommen, wurden nach der Meldung eines Frankfurter Blalces mit Genehmigung der Landesfleifchstelle die Preis« für Fleisch und Wurst durchrveg um ein Fünftel ermäßigt. Im Kleinhandel kostet jetzt das Kal'oflestch 6,50 Mk., das Rind- und yam» melfleisch 7,50 Mk., das Schwein«fleisch 12 Mark und die Wurst je nach der Sorte 6 bis 9 Mark das Pfund.
hreresvermluderuttg und CrfüHuno Srkveisoertraces.
Tie bestimmungsgemäß'.' Er ü mng des Versailler Vertrages in B.zug auf: ui? Be<m n.-erung des 5>ecres, die Abgabe der Waffen und Muuitio«. deren Vernichtung, die Abgabe und Ber> ichtung des Gerätes, die Aullö.rmg der Fabr ken, die Schleifung der Festungen und die Arrrnttlrenng der Luftstreitkräste ist im folg-nden durch Zah:eir darge.cgt. Entsprcchnd den Vestimmmrgen des Fr.edensvertrag.s war am 26 F.bm.r 1920 der Befehl g arxit, das Heer zum 1. April 1929 — 3 Monate nach Unter^ichn^mg — ans 27) 000 Mann zu »erring m. Tie März Ec ig.lisft unter- track-eil zeittveisc die Möglich/eü der Turcbsüh.ung dieses Bef hls. Die Zeit der .Hcraommdernng wurde dahrr auf 15. Akai ver cho> n. Bei der Ausführung der Vcrmrnderung war n jedoch die TcnvpTn der neu ral- n Zone— 1-ioO » Ma:m —, d.e auf Grund einer besonderen vom Frie eusder- trag unabhängigen Vereinbarung mit Marschall Foch ton bebalfen waren, hi die Sdärte von 200 000 Mann nicht einbegri fen. Die DeercS- ytäfte betrug am 5. April 1930 231 543 Mann einichlleb.ich neutraltr Zone). Aus eine Forde- nmg der Entente aber wurde die Einichme ztiug auch dieser Truppen in den 200 090 Mann-Etat an geordnet. Tie Heeresstärke wurde nun bis 5. Mai 1920 aus 213 065 Mann herabgesetzt (ein
schließlich neutraler Zone).
Die letzten Meldungen der Wchrkr^iSlornman- dos ergeben, daß die Herabsetzung des Leeres am 31. Mai 1920 auf 200000 Mann — einschließlich der in der nent alen Zone befindlichen Truppn — durchgeführt ist. Ferner: Am 20. April 1920 hatte br deutsche Regierung in San Remo den Antrag gestellt, das 200 000 Mann-Leer dauernd b ibeha t?n zu dürfen. Der Lohe Rat behielt die 6nt d>eibung dteftr Frage der Konferenz von Svaa vor. Die Konferenz 'ol V. ursprünglich am 21 3uni 1920 statt.finden. Ta die Lerabrnindertmg des Leeres auf 100 000 Mann aber bereits am 10. Zu'i 1920 durchgeführt sein wollte, an>-rseits die .Konterenz in Spaa auf den 5. Juli 192) verschoben wurde >0 stellte die R-cichäregiernng am 3. Zum 1320 den Antrag, die am 10. Juli 192) abaultnbe Frist der Herabminderung der Heeres starten zu
T?e Reichswehr g'i dert sich jejt m iraet Gruppenkommondos mit zu ammen / on5- stciben W hrkrris n). Tie vorgeschriebene Ltt^e- zifftr der Einh it n und stabe ist Tur da- 200 000 Mann-Äeer nicht überschritten.


