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Stuvenvenpanamcnt in Berlin.

für

6

Äom hessischkil Bolksbuud.

14.

(3. £eil), letzter Tag.

sicht c den

an jede Bühne grofec Anforderung stellen. I hessischen Untversität-stadt, ferne Anstellung und Walküre" bat gezeigt, daß das lhiesige Stadt, sein Wirken baselbst bilden einen int."rasanten Teil

L.M.

Ge­

ber wenig dekannden Lebensg.'schicht.' dieses ver­dienstvollen .NrchenmusiVers und geben wttto-oll^ Einblicke in die 2lnstellungsverhältnrsse der Or- g-anisteri imd Lehrer imb in den Stand der Musik- Pflege in .Kirche und Schule vor mehr als 100 Jahren.

darüber entschieden werden soll, ob das zur Zeil noch zu P r e u ße ii ^hörige hessen-nassau­ische (Gebiet sich von Preußen lösen und dem Freistaat anschließen werde.

*

Christian Heinrich Rinck als Stadtorganist in Gießen.

Art» Ststvt Nttö Land.

Gi e ßen, den 20. Februar 1920.

Veranstaltungen.

Freita g. Stadtthoater. Orchestertonzert.

Uhr. Gießener M lederner ein. 8 Uhr, Felsen­keller. Vortrag über Mieterschutz. Ltchttpiel- haus.Das Kcrviarmäuschen", letzter Tag. Lichtspiele Seltersweg.Die Herrin der Welt"

Maffei, 19. Febr. <Wolfi.) Ter am unb 15. Februar in Kassel tagende Les fische V o l k s b u n d l)at ein politisches Programm auf- gestellt, nach dem in Zukunft in verstärktem Maße dahin gewirkt werden soll, den hessischen Boden für die Schicksalsstunde vorzubereiten, in der durch Bolksabstimmung gemäß der deutschen Verfassung

Berlin, 19. Febr. (Wolff.) Die Wahlen der

Ein Erinnerungsblatt zu des Meisters 150. _ burtstag. 1770 18. Februar 1920.

tHeater auch derartige Schwierigkeiten zu überwin- den weiß. DaS Möglichste dazu beigetragen haben der Spielleiter Jan Heydthekker im Verein mit Hofrat Steingoetter, Professor Kurt Kempin, Ernst Schwerdtseger und Adolf Weil. ' ""

la. Wallenrod, 18. Fribr. Gestern abend waren d e beiden Gendarnleriewachtminster Bausch intb Biebrich hier am Bahnhof, um das Gepäck der Abreisenden zu residieren. Es g.'lang ihnen, bei zwei jungen Leuten aus Mlmenrod üb*r innen halben Zentner frisch geschla chtetes Ka l b- fleisch zu beschlagnahmen. Das Fleisch sollte angeblich nach Frankfurt verschoben werden.

Kreis Schotten.

ed. W i n g e r s h a u s e n, 18. Febr. Die hie­sige Gemeindejagd wurde auf weitere 6 Jahre für 3100 Mk. verpachtet. Ter bisherige Pacht- Preis betrug 600 Mk.

Kreis Friedberg.

oa. Friedberg, 19. Febr. Bon der Schutz- Mannschaft wurde am Freitag morgen eine Person angehalkm, die sünfimdzwanztg Pfund Fleisch im Rucksack batte. An) dem Wege zum Rathaus ergriff nach Abwerfen des Rucksackes .der Arrestant di.' Flucht. Da er auf warnenden Zuruf des Schutz­manns nicht achtete, mochte dieser von feinrr Schuß- roaftc Gebrauch. Von zwei Kugeln getrof­fen, stürzte der Flüchtling zusammen und mufjte in das Äral'kenhaus überführt werden.

mc. Friedberg, 19. Febr. Die hiesige Molkerei hat im Monat Januar 10 000 Liter Milch zu wenig an die Stadt Frankfurt abge- licfert.

Starkenburg und Rheinhessen. Schadenfeuer in Der Heil- und Pflegeanstalt.

Heppenheim a. d. Bergstraße, 20. Febr. Ein große« Schadenfeuer ist am Dienstrg über her Mche der Heil -und Pflegranstalt aus^ gebrochen, das derartige Ausdehnung annahm, daß zahlrnche Feu-erw^l/ren aus dm Nachbarortm, so­gar aus Darmstadt, zur Hilfe herbeieilten, so daß der Brand, der das ganze Wirtschaftsgebäude' trt Hufeisen form in rasender Schnelligkeit umfaßt', auf seinen Herd beschränkt werden könnt:. Di dos Gebäude an der Front von den Wohnungen der Leitung und der An-gestellten, an den Sntm von den Männer-- und Frauen-?lbteilungen der Mtm- ken umgeben ist, war die Gefahr weit'vn Aus- breitmig sehr groß. Das Dack>werk und her vlvrste Stock des Gebäudes ist ringe stürzt, durch das Wasser hat der unterste Stock sehr gelitten. Mmfchmleben

Wer um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in eine hessische evangelische Dorf oder Stadt­kirche ging, der hörte die Choräle in der Be- arbcitung von C^istian Heinrich Rinck, und in den Bor- inti> stäackrsvielen nur Kvmpofitivnen dieses Meisters: denn das OberVonsistornim hatte im Jahre 1842 angeordnet, daß nur Rincksckx Kom­positionen in den YVotteSdiensten verwendet wer­den sollten. Rincks Choral- und Präludienbuch ffcllörten dem Inventar einer jebcn Kirche an, ja sic bildeten in vielen Orten lange Zeit den ein­zigen Besitzstand an Musifa'ien. Seine Bor- und Nachspiele finden wir noch in den neuen und neuesten Präludicnbüchern, und der Name Rinck bat bei den Organisten noch heute einen guten

Rinck stammte aus Thüringen. Er war 1770 N? Elgersburg im Herzogtum (Motto, wo sein war, geboren und erhielt einen vor- ^Nl»ck:en Unterricht bei dem Organisten Kittel rn Erfurt, -inem Schüler Job Sebastian Bockst!. lMpikalischc Täiigttkit begann er

Im Sommer 1789 sollte dievakante Stelle eines dritten Schullehrers und Organisten bn d?r Stadtsckwle" in Gießen wieder besetzt w.wtxnl Für diese Neubesetzung warvon höchsten Orim ver­ordnet worden, daß. ein Subjekt, welches nicht allein die Orgel spielen, sondern auch die Jugend in der Vokal-Musik nach Noten unterrich­ten könne, in Vorschlag gebracht werden solle, do- mtt auch dem äußerst uerfalkmen Gesang..' in b*r Stadtkirche wieder aufgelwlfen werd.'." Nach man­chen Schimerigkriben Umrbc Rinck Organrst Er trat seine Stelle sofort an, die er 15 Jahr.' lang bekleidete, die ilnn aber nti eine volle Befriedi- ginifl gewährteDa sein geringer (Yehalt zu Gi ßen nicht hinreichte, die nöttgsten Bedürfniss' zu befriedigen, so mup.te das Fehlende durch Privat­unterricht und Abschreiben für RechiKg^-lehrf tvr- öient werden. Doch mehr als diese ökonomischm Beschränkungen schm-erzten ihm manche ander' Hin- d^nisfc. Während ßstnes 15jährigen Auf'nthalts zu Gießen wurde ihm nur chtmal daS Glück zu- wil, einet Partitur habhaft zu nxtben Es war E die uon dein Wwrtidwn Requim Im Jahre zugleich die F Stadtschullehv-r- Itdle, im Jälwc 1793 noch die Stelle nir.-S Schreib- lehrers und 1805 die eines Musiklehrws am Päda- gogio zu Gießen übertragen. Hierdurch wurde Kn- ökonomisch' Lage verbessert.

-r-^?^.?^^§E-ellung entfaltete er eine fruchtbare ^ätigkett als Komponchl. @t gab eine vortreffliche

Ueberschtchten in der rlohienförderung

Berlin, 19. Febr. (Wolff.) Wie bekannt, fanden kürzlich in Gegenwart des R e i ch S f a n v lers in Essen Besprechungen ^wischeu den Zecheuvribänden und 'Organifalionen der Berg arbeitet über die Steigerung der Kohlenförde­rung statt.

Im lveiteven Verlaufe der Verhandlungen wurde solgeiches Mllommen getroffen: Es sollen wöchentlich z we i ha l be U c b e r s chi ch t e n ge­fahren werden. Ms Entgelt hierfür erhält der UntertagSarbeiter 100 Prozent, der Uebertagsar- bciter 50 Prozent Zuschlag zu den bestehenden Löhnen. Außerdem wird den Bergarbeitern, die Ueberschichlen leisten, eine Zulage an Lebens­rnittel n gewälht. Sie erhalten pro Mann und Monat 12 Shuograinm Brot und 4 Kilogramm Fett, und zwar zu den Preisen der rationierten Lebensmittel. Tas Abkommen tritt am 23. Febr. in Kraft und gilt vorläufig drei Wochen bis zum, 14. März. In etwa vierzehn Tagen sollen neue Verhandlnng.m Über die Verlängerung des Ab- Hammens cinsetzen.

Tiefe Vercitwilligileit, die Kohlenprvdicktiion durch Leistung von Ueberstunden M steigern, sichett den Bergarbeitern den Dank des ganzen Volkes. Ein Teil der mehr geförderten Kohlen wird zur Erfüllung unserer Beipflichtungen aus dem Frie- ben stier trag benutzt. Tie übrige Menge wird so­wohl der Industrie wie der Landwirtschaft zugute kommen.

Aus Hessen.

Ein Erlaß und feine Folgen.

Erbach, 18. Febr. Auf alten auch unter dem jetzigen System noch nicht aufgehobenen Bestim- toungen fußend, hatte das hiesse Kreisamt, gez. Muhl, folgende Verfügung erlassen:

,,WeAen des Ablebens Seiner Erlaucht des Grasen Evasmus zu Erbach-Erbach und von War­tenberg-Roth 'bat auf Grund des Art. 5 des Ge­setzes vom 18. Juli 1858 bett, die Rechtsverhält­nisse der Standesherrn während der Dauer von 14 Tagen T ra uergel ä u te stattzufinden, und sind während dieser Trauerzeit alle öffentlichen lstustbarleiten einzustellen. Sie wollen hier­nach das Weitere veranlassen."

Der Darmstädter VolkEfieund war über diesen Erlaß sehr unzufrieden, was man durchaus begrei­fen kann. Er v.rstieg sich zu folgender Anrede an bat Minister des Innern:

,,Genosse Dr. Fulda, kramen Sie doch einmal in dieser alten Kehrichtecke mit aller Ihnen zu Ge- l bote stehenden Energie, nehmen Sie den ruppigsten Besen, über den Sie verfügen, erinnern Sie y sich dabei der vielen, vielen diesbezüg­lichen Forderungen, Anregungen und ' persönlichen Belehrungen unserer Or- aanisationsvertteter in Parteiversammlungen und Kreiskonferenzen. Sorgen Sie vor allem dafür, daß die Ihnen unterstellten Kreisdirektoren den sog. Freistaat Hessen in der Wett nicht so arg blamieren."

Herr Dr. Fulda, der gegen bürgerliche Zei- - tungen sehr rasch mit Beleidigungsklagen vorzu- Gcben pflegt, konnte dieser eindringlichen Mahnung nicht widerstehen. Am folgenden Tage war dann auch imVolksfreund" zu lesen:Zum Kreis- trauer-Ukas des Erbacher KreisdirektorS über das Ableben des Grafen Erasmus wird uns von offi­ziöser Seite mitgeteilt, daß die sofortige A u f- hebung des Erlasses der Kreisdircktion Er­bach pom 12. Februar 1920 verfügt wurde. Ferner stehen wohl im Zusammenhang damit Per­son a l ä n d e r u n ge n bevor." Es wäre Sache der Regierung gewesen, die alten Bestimmungen zu Gunsten ehemals reich^unmittelbarer Häuser rechtzeitig auf »u beben. Daß mm ihretwegen ein Be­amter cmS feiner Stellung geschickt werden soll, vermögen wir nicht einzusehen. Oder braucht man einen Sünden bock, der in die Wüste geschickt >ver. den muß ?

** Maßregelung von Eisen- bahnern? Bon feiten der Deutschen V o l k s p a r t e i wird uns geschrieben: 3n einem ; hiesigem Partei blatt wird am 14. d. Mts. unter der Ux*berfdKift:Maßregelung von Eisenbahnern im Bahnhof Gießen" der Deutschen Bolkspartet der Vorwurf gemacht, daß diese Maßregelung auf einer haltlosen Denunziation" dernationalliberalen« ! Partei" erfolgt wäre. Es trirb dabei auch von müßiger Angeberei" gesprochen und betont, daß an der ganzen Sachenicht das Geringste" sei. Dem­gegenüber soll nur festgestellt fein, daß die deutsche Bolkspartei lediglich Beschwerden, die bei ihr seitens verschiedener Mttglieder aus dem Eisen bahn dien st über einen ivegen ihrer Parteizugehörigkeit gegen sie geübten Terrorismus vorgebracht wurden, als Referat an die Eisenbahndirektion mit der Bitte iveitergeqeben hat, die Sache zu untersuchen und nötigenfalls für Abhilfe besorgt zu jein. Schon die Feststellungen des envähnten Artikels lassen un­zweideutig erkennen, daß von einerhaltlosen" Denunziation nicht die Rede sein kann, sonst hätte man sich wohl nicht überMaßregelungen" zu be­schweren Aber auch die amtliche Antwort der Eiscn-- bahndirektion an den Vorstand der Deutschen Volks­partei läßt erfenneu, daß die Beschwerden unserer Parteimitglieder nickst unbegründet waren.

* * H ühner -Ticbstä hle. In den letzten Nächten wurden m den äußere« Stadtteilen Hüh­ner gestohlen und abaeschlachtet.

* * Bei der ft 6bt. Obst- und Gemüse- Verkaufsstelle, Marktlanben, kommen zum Verlauf Gelberüben, Roterüben, .'gvhlrab.'N, Tafrl- äpfel und Dörrobst, Aepsel und Zwetschen. Törrgcmüse, Weißkraut und Gelb»'rüben. Ferner kommen nvck>, zu Imtterzwecken g>ngnet. Gelberüben nist» Stobtrabai in größeren Mmgm zum Verkauf.

* * F r c i b a n k. Samstag, 21. Februar, wer­den tron 1 bis 3 Ulyr nachmttbass die Nrn. 991 bis 1040 beliefert.

* Ter Landes verband der hessi­schen Hausbesitzervereine hielt kürzlich in Frankfurt a. M. eine Versammlung ab. Zur Behandlung standen unter anderem die Frage der Miethöchstpreise und die Sozialisierung. Zur Frage der Sozialisierung wurde nachstehende Entschlie­ßung angenommen:Tie Vertreter der hessiscku'n Hausbesitzervereine lvenden sich mit größter Nach­drücklichkeit und Entschlos'enheih gegen alle Bestre­bungen, die darauf hinausgelien. den privaten, selb­ständigen .tzausbesitz ziu vernichten und zu unter­drücken und die Befriedigung des Wohnungsbedürf­nisses ösfentlick>-recht.icheu Körper,cha'ten zu über­antworten. In dieser Zeit der höckisten Sckiwierigkcit für die Beschaffung und Berettstellung der not­wendigen Wohnungen darf das Wohimngswesen weder zur Berwirklichund eines unklaren Schlag- wvttes noch zur Befriedigung parteipolitisck)er Sonderbestrebungen ausgenützt werden. Tas Wol)- nungswcsen widerspricht begrifflich und nach aller Erfahrung der öffentlich-rechtlichen Bewirtschaf­tung. Tie letzten Reste von persönlicher Freiheit der Mieter würden durch eine öff<mtlich-rechtlick>e Bewirtschaftung des Wohnungswesens vernichtet werden. Jede öffentlich-rechtlick)e Bewirtschaftung des Wohnungswesens wäre ferner mit einer uner­träglichen Beamtenherrfchaft und Beamtemvillkür verbunden. Sie würde entweder die Wohnungen in bobem Maße verteuern oder Reich, Staat und Ge­meinde mit Aufwendungen belasten. Wenn und solange aus dem tatsächlichen Mangel au verfüg­baren Wohnungen eine unbillige Verteuerung der Mieten oder eine ungerechtfertigte Vergünstigung der Vermieter zu erwarten ist, bietet die Mieter- schutzgesetzgebung den Weg, auf dem volkswirtschaft­liche Schäden vermieden werden können. Aber auch innerhalb jeder Mieterschutzgesetzgebmig muß das Gebot der Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Billig­keit zur Geltung kommen. Soweit die Mietsteige­rungen den Notwendigketten der wirtschaftlichen Entwickelung entsprechen, dürfen ihnen keine ge­waltsamen Widerstänoe entgegengesetzt werden. Ter Gedanke, auf gesetzlichem Wege ein heil'iche Höchst­mieten oder HöcksttsteigeruNgen ein zu führen, wieder- spricht jeder wirtschaftfichen Vernunft und jedem Gerechtigkeitsgefühl. Tie deutschen Hausbesitzer haben die ständig gesteigei-te Beeinträchtigung ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Freiheit hingenom­men in dem Gedanken, die Ruhe und die Ordnung im deutschen Volke nach Möglichkeit zu schützen und den Wiederaufbau unseres zerrütteten Staats- und Wirtschastsletons z!u erleichtern. Die deutschen Hausbesitzer sind die letzten, die sich einer unabweis­baren wirtsck>aftlichen und sozialen Entwicklung

turn Studentenparlament ergaben an Berliner Universität eine gewaltige Mehrheit bic nationale Studentenschaft.

Siebener Dpern- und ttonzertwochc.

Gießen, den 20. Febr.

Die Walküre.

Mtt einer derFidelio"-Aufführung nicht nachstehenden Aufführung von WagnersWal- k ü r e", jener durch Zerstörung imd Aufruhr aller Elemente, durch Leiden und Sckmerz charakteri- sierten, gewaltigen und ergreifenden Komposition desRingü der Nibelungen", verabschiedeten sich vestern die Opernkräfte des Hessischen Lan-

des t Heaters in Darmstadt, um heute abend die GrehenerOpern- und Kvnzertwoche" in einem vrchefterkonzert unter Generalmusikdirektor ®al- ar 1cc®t£.*eitun®' man tim Schluß der gestrigen Auffühi'ung vergeblich wr die Rampe rief, ans- llutgen zu laffen. Die musikalisch wie mimisch her­vorragenden Qualitäten der mitwirkenden Künstler Je»te. mSLfclttin LvrtzingsZar", vor allem aber m BeethovensFidelio" erfemien. Es er­übrigt sich daher, heute auf eine nochnialige Bür- öigung ihrer Leistungen cmyugclxm. Zwei Dar. fhlkr anertnng«, dw man vmi dm beiden letzten Äufführungen her noch nicht kannte, verdienen be- «ondere Ertväbnung: die Sieglinde von Else Wühler, beren Berpflic^ung an haS Fcankfiltter Opernhaus für die Darmstädter Bühne einen fein fchmerzlichm Verlust bedeuten würde, intö die ^rida von Aima Jacobs Elfe Wühlers Sieglinde ver­rät dramatische Gestaltungshkraft, die durch eine »ovhlgebildete, feine Stimme, hei1 sie innere Wärme au nerieiben weiß, besondere Vornehmheit geivinnt. Anna Jacobs gab die, Ehe und Familie ickn'»tzt-7'^' Fricka mit großer, im Gesang und Spiel znn- .'lus- *xn< druck Vommeirder, Leidenschaft.Man batte dr. auf,er | treff' dem im meisterI>aft gelungenrn Wolkürenr .....bi Q 3. Auszuges die Rolle der Waltraute am- -aut. I

Die gestrige Aufführung der in szenischer Hin ! a.

entgegen stemmen. Wer sie aber mtt Gewalt zum Untergang treiben will, dem soll gesagt jein, daß die deutschen Hausbesitzer i1yr Hab und Gut, ihre Würde und chre Ehre zu vetteidigen wissen werden. Mögen die maßgebenden Stellen diese Warnung mit dem tiefen Ernste vernehmen, von dem sie ein« gegeben ist. Mögen sie reiflich überlegen, welche Folgen für das deutsche Volk entstehen könnten, wenn den Hausbesitzern dieser letzte Stambf um Tod und Leben aufgezwungen würde."

* Akademikerbund Oberhessen. Der bereits angekündigte Vortrag des Verbanos« dirckwrs Dr. Pinkerneil (Berlin) über Ent- tvickelung der berufsständigen Akademikerbewegung findet nunmehr am Samstag, 21. Februar, abends 8 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums, Ludwrg- ftraße statt. Außer Mitgliedern sind alle Maoe- mifer mit abgeschlossener Hochschulbildung ein- geloben. _

** Tie Deutsche Bo l kS par tei gibt im Anzeigenteil unseres Blattes bekannt, daß seit dem 1. Februar in Gießen, Bergstraße 21II., Telephon 2195, ihre ProvinzialgeschäftSstellc für Oberalsen errichtet worden ist, die alle Privat- ange logen beiten erledigt imb für jede Auskunft jur Verfügung steht.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 19. Febr. Wegen Verhinderung des Vorttagenden muß die Vorlesung überPrak­tische und künstlerische Baufragen" am Montag den 23. Februar in unserer Volkshochs chu le aus­fallen. Näheres wird Herr Senßfelder noch mit seinen Hörern verabreden.

5lreis Lauterbach.

Zur Ernährungsfraae.

--Lauterbach, 17. Febr. In einer fozitt- demokvatisckien Versammlung berichtete b't bis­herige Präsident des EmArrungsnxsens, H'rr Neumann, das zwangsweise (Stilb rin gen von Emährungsprvdukten sei zur Zeit weit schwerer als während des Kriegs, da man noch den ge­fürchteten roten Zettel hatte, brr den Säumigen in den Schützengraben beorderte. Schl'chte Erfah­rungen habe man gemacht beim Einbringen von Kartoffeln im Kreise Darmstadt durch die Reichswehr, was in den ersten 14 Tagen gut ging, dann aber an dem guten Willen der jungen Leute scheiterte. Auch die Kosten stiegen täglich höher als der Wert der erngebvachtrn Kartoffttmen- gen. Neumann berichtet, dafi man im Ätieife Frisd- berg 2700 Lieferungspflichtige für treibe hab:, die aber nicht soviel lieferten, um bt? Stadt Offm- bach mit Brot versorgen zu können. Man sei be­strebt, die bestehenden Verhältniss: yu bessern durch gemeinschaftliches Zusammenarbeiten mit b.m länd­lichen Organisationen, dies scheitere ab?r immn am Entgegenbommen derselben. Dadurch ivürd.' unsere mißliche Lage noch verschllechtert.

ftnd nicht zu beklagen, doch ist ber Sck-aden an Ma­terial, Wäsche, Kleidern usw. außerordentlich groß unb wird unter den jetzigen Verhältnissen aus etwa 1 Million M ar t geschätzt. Die ken verhielten sich verhälttiismäßig ruhig.

Kreis Wetzlar.

Ein Knabe erschossen.

Mo. Wetzlar, 19. Febr. Ein Posten deS Durchgangslagers bemerkte, wie zwei Jungen, von denen einer einen Rucksack auf dem Rücken trug, den Zaun des Lagers überkletterden. Er rief die beiden, die nach der Richtung des L-agerfriedhofes davonliefen, fünf- bis sechsmal an, um sie zum (Stehenbleiben zu bewegen. Vergeblich: auch ein Schreckschuß nützte nichts. Ein zweiter Schreib' schuß hatte nicht die boabsichttgte Wirkung, dast einer von den Jungen von einer Kugel in den Kops getroffen wurde. Er war svgelich tot. Ter andere Knabe setzte seine Flucht unbe­helligt weiter fort. Ter Junge ist als der 12- jährige Sohn Karl des Arbeiters Bvoggi ermittelt Der Rucksack war leer: dagegen trug der Knabe einige Fähnchen in der Hand, die scheinbar vom Lager Ijcrftammten. Wie die beiden- Jungen in das Lager gekommen sind, zu dessen Betreten sie keine Berechtigung besaßen, steht noch nicht fest. Tas WachVommando wird von Gießen gestellt Der Soldat beteuerte bei seiner Vernehmung, daß er nicht die Wsicht gehabt habe, auf oie Junges zu schießen. Lediglich Schreckschüsse tobe er ab-i geben wollen. Bei Beurterumg des iVvrftllllS inü^sen gerechterweise die zahllosen TiebsdäUe beachtet wer­den, denen das Läger feit längerer Zett ausgesetzt war und noch ist.

Hessen-Nassau.

Ein rabiater Hausbesitzer.

X Hanau, 18. Febr. In dem mtterfrän- kischen Dorfe Stetten halbe lein Ortseinwohner .gegenüber feinem Mieter eine erhebliche Steige­rung der Miete vorgenommen, worüber es z» Streitigkeiten kam. In Abwesenheit des Mieters riefen Frau und Kinder desselben um Hilfe, Orts* j einwohner erschienen vor dem Hause und be*. | gehrten Einlaß. Als ihnen dieser verwehtt wurde, die Hilferufe aber immer stärker wurden, drückten : Burschen und Männer das Hoftor mit Gewalt ein. Im gleichen Augenblick gab der Hauseigen­tümer zwei Schüsse in den Volkshaufen ab, von denen der eine den Lehrer traf, der sofort tot war. Die Aufvsgung in dem Orte ist ungeheuer. *

---Frankfurta. M., 19. Febr. Bei derge­strigen Razzia auf Schieber in der Altstadt smd man in dem Zimmer eines Galiziers deutsch' Silbermünzen im Gewicht von mehr als 1 2 0 P f b. vor, die der Mensch schon sorgsam zur Etnihme nach Antwerpen verpackt hatte.

= Frankfürta. M., 19. Febr. Während der Straßenbahn fahrt nach dem O st ba lm hos ent­fiel Mittwoch abend einem Bankbeamten aus Grof-- Auheim aus ber Brieftafcto ein Brief mtt 2000 österreichischen Kronen und 400 holländischen Gul­den. Bevor er den Umschlag aufheben ta.mtp. bückte sich ein anderer Herr danach, griff den Bri'f auf unb sprang in voller Fahrt .aus dem Wag« imb verschwand in ber Menge.

X. Hanau, 18. Febr. Tie Polizeibehörde mutmaßte feit längerer Zeit, daß in einem hiesigen Cafs in den Morgenstunden H andel Sge- schäfte, namentlich mit Tiamanten, vorgeMiw- men wurden. Gestern früh erschienen einige Be­amte in dem Caf6 und sistierten eine Anza'Ä Per­sonen. Tie meisten von il-ren waren im Besitze 1 orschriftsmäßiger Handelspapiere, während ein ge» toiffer Maliniak aus Frankfurt a. M., der sieben Päckchen Welsteine im Werte von 80 000 bis 100000 Mark bei sich trug, verhaftet wurde.

oa. Marburg, 19. Febr Aus dem heutigen Schweine markt standen etwa 320 Ferkel und Läufer zum Verkauf. Der Handel aing anfangs flott, später matt. Verlangt wurden für 6 Wochen alte Ferkel 200 bis 250 Mk., für 12 Wochen alte Ferkel 350 bis 380 Mk. und für Läufer 500 bis 600 Mk..das Stück.

Kriegsgesangenen-Heimkehr.

** Lich, 18. Febr. Ms erster Kriegsge­fangener kehrte Reinhardt Dann nach achtzebn- inonatiger Gefangenschaft wohlerhalten in seine Seimat zurück. Der Sängerverein Männerguattett brachte ihm abends um 12 Uhr ein Ständchen.

up. Ruppertenrod, 18. Febr. Von den Kriegsgefangenen, die in französischer Gefangen- fdrift waren, sind jetzt die beiden ersten aus linieret Gemeinde heimgekehri; es sind Johann Sttehler und Heinrich Tichl. Jetzt fehlen aus unserer Ge­meinde noch drei Mami, von denen zwei letzthin schrieben, während vom dritten, Karl Finkernogel, noch keine Nachricht vorliegt.

K Steinbach, 17. Febr. Aus der Kriegs­gefangenschaft sind zurückgekehri und zwar au3 englischer: Georg Schäfer, Sohn des Poli'eidienerS Sckstifer unb Wilhelm Balser, Sohn des Spengler- Balser; aus französischer Gefangenschaft kehrten

Orgelschule beraud, verfaßte das Choralbuch für das preußische Westfalen, das neue Choralbuch für das Großherzogtum Hessen (1815), eine prak« iilchc Ausweichungsschule, denChoralfreund" (mehrere Jahrgänge) und eine große Zahl von Vor- und Nachspielen. So weite Verbreitung seine' Orgel ko mpositio neu fanden, so wenig bekannt wur­den feine Chorkomposttionen, von denen erwähnt fcten:Deutsch. Messe" undMissa solemnis für 4 Männerstimmen und Orgel, MotettenBe­fiehl dem Herrn deine SEßege" undGott sei un­gnädig" für Sovr., Alt, Tenor und Baß und Orgel, Weihnachts- und Karfreitagskantate, Hymnen und Chorgesänge mit und ohne Begleitung.

Wie sehr man Rinck äu seinen Lebzeiten schätzte, geht aus den vielen Ehrungen hervor, die dem Meister zuteil wurden von feinem Landesfürsten. Tvnkünstler- und Musikvereinen u. dgl.. auch kreierte ihn die Landesuniversttät Gießen honoris causa zum Doktor.

Rinck starb am 7. August 1846. Um sein An­denken z».l lehren, veranstalteten seine Schüler, Verehrer und Freunde eine Sammlung, welche im Betrage von 800 fl im Jahre 1851 dem Großh. Schullehrer-Seminar zu Friedberg mit der Ver­bindlichkeit überwiesen wurde, jährlich die Zinsen hiervon in der geeignetsten Weise, insbesondere durch Ankauf gediegener, namentlich von Rinck komponierter Orgelmufikalien, an einen oder einige der besten Orgelspieler unter den Seminaristen nach der pflichtmätzigen Beurteilung der Seminardirek- twn als Prämien zu verteilen. 1917 regte der Verein ev. Organisten und Ehordirigenten in Hessen anläßlich des hundertjährigen Bestehens des Friedberger Lehrerseminars eine neue Sammlung an, wodurch der Rinckstiftung wettere 1100 'M überwiesen werden konnten.