Die Fk ischpmmgswirtschaft.
Karlsruhe, 15. Juni. Eine Haupt- ausschußfitzung des badischen Bauernverbandes beschloß, die Mitglieder des' Verbandes aufzusordern, zum Protest gegen die Beibehaltung der Fleischzwangswirtschaft die Abgabe jeglicher Art Schlachtvieh an die Kommunalverbände im ganzen Lande zu v e r w e i g e r n.
Nürnberg, 15. Juni. Der Stadtrat hat heute beschlossen, die von der bayerischen Landesviehstelle neuerdings geforderten hohen Preise für Schlachtvieh abzulehnen, da der durch die abermalige Preissteige-- rung bedingte Preis von 10 Mb. für.das Pfund Fleisch von der Bevölkerung nicht gezahlt werden könne. Entsprechend diesen Be-- fchlüssen werden die im Schlachthof Nürnberg zu den erhöhten Preisen angerechneten und bereits eingetroffenen 300 Stück Großvieh wieder zurückgegeben werden. Der bayerische Städtetag soll angegangen werden, sich dieser Aktion anzuschließen. Ferner wurde beschlossen, vom 1. August an das Fleisch kar- tensyftem aufzuheben.
Landarbeiterstreik in Pommern.
Köslin, 17. Juni. (Wolff.) Nach dem Scheitern der Tarifverhandl ungen, die für die Landarbeiter im ganzen Regierungsbezirk Köslin eingeleitet sind, sind heute früh auf über 20 Gütern des Kreises Köslin die Landarbeiter in den A u s st a n d getreten. Die Beauftragten des Landarbeiter-Berbandes haben gedroht, ab morgen auch die Schweizer zur Arbeitsniederlegung zu zwingen.
Verkauf der Frankfurter Nachrichten.
fm. Frankfurt, 18. Juni. Der Verlag der „Frankfurter Nachrichten", des früheren „Jntelligenzblatts" und „Frankfurter Journals" (Verlag I. G. Holzwarths Nachfolger, G. hn. b. H.) ist um einen das Ge- sellschaftskapital von IV2 Mill. Mk. nahezu erreichenden Betrag in den Besitz einer Gruppe von Frankfurter Großkapitalisten übergegangen, die das Blatt in der politischen Richtung der Deutschen Volkspartei weiterführen wollen. An dem Kauf sind unter anderen beteiligt:'Kommerzienrat Häffner von der Firma Voigt und Häffner, Direktor Stenr- pel von der Schriftgießerei D. Stempel, Baw- rat Dr. Köster, Generaldirektor der Maschinenfabrik vorm. Pokorny und Wittekind, Richard Merton von der Metallgesellschaft, und Freiherr von Bethmann vom Bankhaus Gebrüder Bethmann.
Warnung vor der Fremdenlegion.
Das badische Unterrichtsministerium hat an alle badischen Schulen einen Erlaß gerichtet, in dem unter Hinweis auf die neuerdings sehr rege Werbetätigkeit für die französische Fremdenlegion die jungen Leute in nachdrücklichster Weise gewarnt werden. Dabei wird mit Recht darauf -hingewiesen, daß es vom vaterländischen Standpunkt aus als Ausdruck einer niedrigen Denkungsart angesehen werden muß, wenn . nach all dem Vorhergegangenen heute Söhne 1 deutscher Eltern sich bereit finden, in franV Mischen Militärdienst einzutreten.
Hhs dem besetzten Gebiet.
Eine Machtprobe der Franzosen in der Pfalz.
M ü n cb e n , 17. Juni. lWTB.) Halbamtlich. Die Lage in der Pfalz droht sich zu einer Katastrophe auszuwachsen. Alle Anzeichen deuten darauf bin, daß die französische Besatzungsbehörde die jüngst vollzogene Verhaftung sozialistischer Arbeiterführer zu einer Machtprobe aus- nützen will. In Ludwigshafen sind Trup- penverstärkungcn eingctroffen: starke Patrouillen mit Maschinengewehren durchziehen die Stadt. Harmlose Passanten werden auf Ausweise geprüft. Bekanntmachungen verlangen die Ablieferung versteckter Waffen. Die Verhängung des Belagerungszustandes über die Pfal- wird befürchtet. Am 18. Juni mittags 12 Uhr erwartet die Arbeiterschaft der Pfalz die Antwort auf ihren Protest wegen der Verhaftungen. Dann wird es sich zeigen, ob in der Pfalz der französische Militarismus neue, vielleicht blutige Triumphe feiert, wie seinerzeit in dem Ludwigshafener Postamt, oder ob doch noch die Vernunft und Menschlichkeit den Sieg davontragen.
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ma. Koblenz, 17. Juni. Ein hiesiges Ladengeschäft verkauft von jetzt abechteh 0 l- ländische Süßrahmbutter, das Pfund zu 22 M art. Tags zuvor kostete sie noch 33 Mark. Andere Lebensmittelgeschäfte, in denen die Butter twch 33 Mark kostete, gingen dann ebenfalls schnell mit dem Preis herunter auf 22 Mark. Damit haben nun die Hamfterfahrten für Butter wohl endgültig aufgehört.
Saarbrücken, 16. Juni. (Wolff.) Die gestern statt ^eiundenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Bergarbeiterorganisatto uen einerseits und der französischen Bergverwaltung andererseits haben bis heute dahin geführt, daß vom 1. Juli ab die F r a n ken en tl öh- nung im Prinzip eingeführt wird und Abschlagszahlungen sowohl wie die Hauptzahlungen des Lohnes zum 1. August in Franken erfolgen. Die Letansmittelliescrungen werden aufgehoben. Die chryiiichen Gewerkschaften hab.m gegen die Franken- entlölmung Protest eingelegt. Die Verhandlun- geil über die Höhe der Löhne und anderes sollen heute mittag fortgesetzt werden.
... S. 16. Juni. Die französische Mi-
lttarbeborde tat über zahlreiche Geschäfte für die Truppen den Boykott verhängt. lieber die Gründe Verlautet rnchts — Wie irrere es, wenn das deutsäie Volk in ferner Gesamtheit einmal den BcMÜott über sämtlicta Waren französischen Ursprungs üertartfli'.c? Tas wäre vielleicht ein heilsames Gegenmittel gegen die fortgesetzte Nadel- fticfajulitit der Franzosen
wz. Kaiserslautern, 17. Juni. Der mehrheitssozialistische Abgeordnete, frühere bayerische Ministerpräsident, Hoffmann hat, nachdem er bei der Bürgermeisterwahl in Ludwigshafen ldurchgefallen ist, nm 1. Juni eine Stelle als Voltsschullehrer in Kaisers lautern angenommen, ist alfo wieder zu se teilt ursprünglichen Beruf zurückgekehct.
Art» Stadt und Land.
Gießen, den 18. Juni 1920.
Veranstaltungen.
Freitag, 18. Juni: Hotel Einhorn, 8V2U.br, Gastspiel Paul Buchwald neues Programm). — Lichtspielhaus, „Verschleppt" und „Die Liebe der Sklavin". — Lichtspiele, Seltersweg, wie gestern.
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LU. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, den 20. Juni, vorm. 11 Vt Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts- Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Es sind keinerlei Plätze Vorbehalten; die Stühle trhen jedem Besucher gleichmäßig zur Verfügung. Die Predigt hält Professor Dr. Schi an.
** Einspruchsfrist für Abstimmungsberechtigte. Der Deutsche Schutzbund teilt mit, daß die Einspruchsfrist für Abstimmungsberechtigte in Ostpreußen bis zum 20. Juni verlängert worden ist. Stimmberechtigte, die den Wahlausweis bis zum 15. Juni noch nicht erhalten haben, tun daher gut, unverzüglich bei der Abstimmungskommission
** Elektrizitätsversorg u n g. Nach einer Bekanntmachung im Anzeigenteil verloren am 31. Mai sämtliche den Stromversorgungsunternehmen von den ehemaligen Kriegsamtsstellen, jetzigen Kohlenwirtschaftsstellen, oder dem Rcichs- Üommissar für die Kohlenverteilung erteilten Befreiungen von der Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Arbeit ihre Gültigkeit. Anträge aus Weitere Befreiung sind mit eingehender Begründung über die zuständige Kohlenwirtschastsstello beim Reichskommissar für die Kohlenverteilung> Abteilung Elektrizität, einzureichen.
** Fahrraddieb ft ah l. Am 17. Juni wurde hier ein in der Bahnhofstraße aufgestelltes Fahrrad Marke „Presto" mit chwarzem Rcchmenbau und gelben Felgen, ohne Schutzbleche, entwendet. Als Täter kommt ein etwa 26 Jahre alter Mensch mit eldgrauer Hose, grünlicher Joppe und Hut in Betracht; vor Ankauf wird gewarnt.
Bor einem Schwindler, der feit einiger Zeit in unserer Stadt und auch leider zum Teil mit Erfolg sein Handwerk betreibt, wird hiermit gewarnt. Er gibt sich als Beauftragter des Elektrizitätswerkes aus, der die Zähler nachzusehen habe. Nachdem er die Plomben geöffnet und sich «einige Zeit am Zähler zu schassen gemacht hat, präsentiert er eine Rechnung, die sofort zu b.'glei- cheu sei. Der von dem Schwindler mitgeführte Ausweis ist gefälscht; die Einwohnerschaft wolle nur ölche Ausweise des Elektrizitätswerkes anerkennen, die die Unterschrift des Direktors Stolte tragen.
** B e i der st ä d t. Obst- und Gemüse st e l l e, Macktlauben, kommen morgen Spargel, an Frischgemüse Weißkraut, Wirsing, Blumenkohl, Gelberüben und Gurken, ferner noch Erbsen und Bohnen zum Verkauf.
** Freibank. Samstag, 19. Juni, werden von 1—3 Uhr die Nr. 3651—3700 beliefert.
** Galeotto. „Der große Kuppler", Wie der Untertitel des Films lautet, der zur Zeit in den Lichtspielen, Seltersweg, läuft, ist nicht ein Held im gewöhnlichen Sinne. Der «große Kuppler ist nächt mehr und nicht weniger als die sogenannte öffentliche Meinung mit ihrem Klatsch und Tratsch, die Lästerzungen der es ja ach so gut meinenden lieben Mitmenschen, di: es fertig bringen, zwei Menschenkinder, ursprünglich Vein und ohne FÄt, in fündiger Liebe zu vereinten. Dieser Film ist schon um deswillen besonders sehenswert, weil er sich in seinm Haupt- zügen mit dem gleichnamigen Schauspiel des Spaniers Jose Echegaray deckt, das diesen Winter auch im hiesigen Stadttheater aufgeführt wurde. Ein nataliegrnder und auch sehr interessand:r Vergleich fällt, soweit das „sehen" in Frage kommt, natürlich zugunsten des Frlms aus, während anderseits nicht zu verkennen ist, um wieviel tiefer das g:- f pro ebene Wort das hier behandelte Problem auszuschürfen vermag.
Kreis Scholten.
nt. Laubach, .18. Juni. Das Gymnasium, welches Graf Friedrich unter großen Opfern gegründet hat, und für welches das gräfliche Haus jährlich einen großen Zuschuß gibt, ist in Gefahr seinen Charakter als Bollgymnasium zu verlieren. Tie drei obersten Klassen sollen eingehen und die Schule wird mit nter-Sekunda abschließen. Der Grund, wesl)alb die Schulbehörde solch eingreifenbe Maßnahmen erwägt, ist die geringe Schülerzahl (noch nicht 80 Schülers und der babuixf) bedingte zu hohe Staatszuschuß.
Kreis Friedberg.
nt. F r i e dbe rg, 18. Juni. Am Mtttwoch vormittag wurde der Bahnwärter Wilhelm Nei- sel mit einer schweren Kopfverletzung in bewußtlosem Zustande in das hiesige Hospital eingetiefert. Diese Verletzung war ihm von dem Bahnwärter .Hermann Jan ich, der mit ihm zusammen in einem Bahnwärterhaus wohnt, nach einem Wortwechsel mit einer Sense beigebrrabt worden. Neisel, dem die Hirnschale zertrümmert ist, ist Vater von fünf Kindern. Sern Zustand ist lebensgefährlich. Janich wurde in Haft genommen.
Starkenburg und Rheinhessen. Brotpreisermätzigung.
hl. Darmstadt, 18. Juni Nach schwierigen Verhandlungen des Kommunal Verbandes mit der Reichsgetreidestelle ist es gelungen, Zusage auf eine Verbilligung des für die Brotstreckung noch zu verwendenden Hafermehls zu erlangen. Dadurch würde es möglich, den Brotpreis für gewöhnliches Brot auf dem Lande und in der Stadt sofort um 60 Pf. für den großen Laib zu ermäßigen. Gleichzeitig tounim auch die Preise für Krankenbrot, für gemischtes Mehl und für das an Kranke abzugebende Weizenauszugsmehl herabgesetzt werden. Das I600-Gr.-Brot kostet jetzt 3.60 Mk., das 800-Gr. Brot 1.80 Mk. und 750 Gr. Krankenbrot 2.10 Mk.
Ein Kampf mit Einbrechern.
— Offenbach a. M., 17. Juni. In der vergangenen Nacht versuchten Einbrecher einen Einbruch in das K r e i s a m t. Sie wurden hierbei von zwei Polizeibeamten überrascht. Als sie flüchteten, gaben sie auf die Beamten mehrere Schüsse ab, die aber nicht trafen. Die Beamten erwiderten das Feuer, wodurch ein gewisser Tobert aus Offenbach 'chwer verletzt wurde. Ein zweiter Täter ent- • tarn. Der dritte Täter, Karl i^raulitz, ver- r“14
hk. Darmstadt, 17. Juni. Die Aussichten der diesjährigen Spätobsternte in Starkenburg lassen sich jetzt überall klar überblicken. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß uns der Herbst, wenn auch eine gute Mittel - ernte, so doch nicht die reiche Fülle der diesjährigen Frühobsternte bringen wird. Die Zwetschen ver- prechen noch den besten Ertrag. Tie Bäume zeigen hier einen sehr guten Behang, und wenn infolge der Trockenheit nicht allzuviele Früchte vorzeitig ab- fallen, io dürften Zwetsck-enkuchen und Zwetschen- mus.im Herbst nicht aljzuteuer zu stehen kommen. Recht verschiedenartig stehen dagegen die Birnbäume. Biele von ihnen zeigen trotz herrlichster Blütenfülle im Frühjahr jetzt einen recht spärlichen Behang. Sie haben „falsch" geblüht, wie sich der Bauersmann ausdrückt. Andere Bäume beugenjict? schon jetzt unter einer überreichen Fruchtfülle. Für die Aepfel geht das allgemeine Urteil dahin, daß wir auf eine schwache Mittelernte rechnen dürfen. Bei frühblühenden Sorten fiel die Blütezeit in regnerische, falte Tage, so daß die Blüte infolge langsamen Verlaufs den Insekten vielfach Zeit zu ihrem Zerstörungswerk bot. Später blühende Sorten, wie die bekannten Schafnasen, stehen meist sehr gut.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 16. Juni. Der neugewählte Bürgermeister Gräf erhielt h:ute seine ministerielle Genehmigung. — Zur vorzugsweisen Der so r gung Frankfurts mit Kohlen hatten sich verschiedene Zechendklegschaften des Ruhrgebietes zu Ueberschichten bereit erklärt. Die Zechenbesitzer lehnten das Angebot ab. Nunmchr laten sich Vertreter der Stadt in das Ruhrgebiet 'begeben, um mit den Zechenverwaltungm durch persönliche Verhandlungen günstige Abmachungen für Frankfurt zu erzielen. — Eine gemeinsame Sitzung des Arbeitsamtes mit den Fachausschüssen behandelte heute das Problem der Ar b ' its- los igkeit. Man einigte sich dahin, die Unterstützungen in produktive Arbeit umzuivandeln. Es soll vorzugsweise die Bautätigkeit in Frage kommen. Die Lage auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wurde noch als günftig bezeichnet.
mc. Fr ankfur t a. M., 17. Juni. In dem neuen Steuerbukett, das die Bürgerschaft überreicht erhält, befindet sich auch das Unikum einer Dien st boten st euer. Es ist rwrgesehen, daß die Herrschaft für ein Dienstmädchen 100, für zwei 200, für die dritte 500, die vierte und folgende je 1000 Mark Steuer bezahlen soll.
ma. Flörsheim, 17. Juni. Billige Kartoffeln gibt es jetzt in unserem Orte. Am Bahnhof wurden Kartoffeln in beliebiger Menge an jedermann, den Zentner zu sechs Mark, abgegeben.
Turnen, Spiel und Sport.
Turnbund „Lahn-Dünsberg".
Zur 10. Bundesturnfahrt waren 625 Turner aus den 3 Bezirken erschienen, um ihre Kräfte im volkstümlichen Wetturnen zu messen. Bundestum- wart Schmidt hatte die ganze Veranstaltung trotz des nicht allzu großen Turnplatzes trefflich organisiert. Das Wetturnen (Freiweit, Freiweit- hoch, Stemmen und 100-Meter-Lauf) lockte viele Turnfreunde herbei. Es beteiligten sich 274 aktive Turner, 147 Zöglinge der Oberstufe und 204 Zöglinge der Unterstuse an dem Weltkampf. Wegen Platzmangel könenn wir nur die Namen der zehn ersten Preisträger jeder Stufe bringen.
Aktive Stufe:
1. Preis Ernst Schwalm, Lollar, 2. Karl Scherer, Wieseck und Heinrich Olmotz, Kesselbach, 3. Wilhelm Wehn, Mainzlar, 4. Kgrl Agel, Lollar, 5. Heinrich Frank, Wieseck, 6. Philipp Höchst, Londorf, 7. Karl Häuser, Watzenborn, Karl Gissel, Waldgirmes und Theodor Hirtz, Steinberg, 8. Heinrich Walter, Reiskirchen, August Best, Waldgirmes und August Schmidt, Waldgirmes, 9. Wilhelm Best III., Waldgirmes, Friedrich Weimer, Roth, Heinrich Größer, Großen-Buseck, Wilhelm Von der Heit, Hausen und Heinrich Ruppenthal, Hausen, 10. Wilhelm Hofmann, Alten-Buseck und Wilhelm
Bernhard, Wieseck.
Zögling-Oberstufe:
1. Preis Gg. Deuker, Garbenteich, 2. Ldw. Wagner, Lollar imd Wilh. Bepler, Kinzenbach, 3. Ldw. Bringe!, Garbenteich, 4. Hrch. Mohr und Hrch. Wagner, Daubringen, 5. Adolf Kolb, Wieseck, Gottfried Speicr, Odenhausen und Leonhard Neidel, Kinzenbach, 6. Otto Keller, Wieseck, 7. Ehr. Amend, Allendorf a. d. Lda., F. Mandler, Kinzenbach und K. Wolf-Argenstein, 8. Richard Winnemann, Lollar, 9. R. Preuschen, Hausen, E. Göbel, Nordeck, Wilh. Hainbach, Kesselbach und Hrch. Orb, Daubringen, 10. Wilh. Leib, Burkhardsfelden.
Zögling-Unterstufe.
1. Preis Karl Sommer, Garbenteich, Ludwig Möbus, Burkhardsfelden und Heinrich Walter, Lollar, 2. Ludwig HaaS, Annerod und Ludwig Fabel I., Atzbach, 3. Karl Schneider, Steinberg, Will). Jonas, Londorf, Karl Winter, Launsbach und Heinrich Kalesch, Wenkbach, 4. Willi Christ, Bieber und Wilh. Hahn, Großen-Buseck, 5. Karl Knott, Wenkbach, 6. Otto Kreiling, Wieseck, 7. Karl Bremer, Bieber, 8. Fr. Weller, Atzbach und Karl Hoß, .Kinzenbach, 9. Wilh. Bügel, Garbenteich und Martin Lowenbach, Reiskirchen, 10. Wilh. Bolz, Alten-Buseck.
— Fußball. Für kommenden Sonntag, 20. Juni, ist es dem V. s. R. 1900 Gießen gelungen, die beiden ersten Mannschaften des V. f. B. Friedberg zu Freundschaftsspielen zu gewinnen ls. Anzeigenteil. Da die Gäste in ihrem Bezirk an führender Stelle stehen, dürften sehr spannende Spiele zu erwarten sein. — Am 6. Juni spielte in Worms die Ligamannschaft 1900 gegen die gleiche Mannschaft des Fußballvereins Alemania Worms. Nach flottem Spiele mußten sich die hie- figen Elf mit 0:1 geschlagen bekennen. Die Reiul- tate der Jungmannschaften am gleichen Tage sind folgende: V. f. R. 1900 V gegen V. j. B. Gießen V 1: Ö (gewonnen!; B. f. R. 1900 IV gegen V. f. B Gießen IV 0:0 .unentschieden»; B. f. R. 1900 II gegen Wetzlarer Turnverein I 0:0 (unentschieden); V. f. R. 1900 III gegen Wetzlarer Turnverein II 1:0 gewonnen.
O Marburg 15. Juni. Ter Turn verein 1860 hat sich mit dem hiesigen Fußball0'rein- 1917 unter dem Namen! „Turn- und Sport- verein von 1860 Marburg" zusam ineng-schbos- fen. Turch den Zusammenschluß ist der neue Verein in Bezug auf seine Mkity'tederzahl an die Spitze des Turugaues Hessen sowie des Bezirks I Ober heften des M. S. V. getreten.
Friedb e r g , 15. Juni. Gtt sämtlich der I 75101" igen Jubelfeier der ‘■ie’ie.cn Turnge - Imcinbc wurden mit tem El enbrics des Mittel'.: . 1 .v.-.-P ;v • 1 Turnet
D. A. Muller, Aug. Valentin. Tie beiden erstgenannten waren als junge Männer einst an einer Musterriege auf einem Turnfest in Paris beteiligt, Gg. Falck ist außerdem einer der wenigen iroch lebenden Mitbegründer der Deutschen Turnerschaft in Kvburg. Tie Turngemeinde ehrte außerdem eine Reihe verdienstvoller Mitglieder, indem sie sie zu Ehrenmitgliedern ernannte und ihnen entsprechende Urkunden überreichte. Es sind dies die Turner Gg. Gönner, Johs. Hertel, Hrch. Lang, Alb. Stark, Gg. Mate, Fr. Roßbach, Willy Trapp.
Gictzcner Strafkammer.
Gießen, den 15. Juni.
Der Besenbinder August Schtv. von Gonterskirchen wurde wegen Diebstahls eines Beiles zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt.
Wenig Glück hatte der Arbeiter Otto W. von Mainzlar mit seiner Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, das ihn wegen Hehlerei von Heeresgut zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt hatte. Mit Rücksicht auf dir, ertebliche Menge der gehehlten Gegenstände (es handelt sich um die Plünderung der Eifetrbahnwagen auf der Strecke Lollar—Londorf) und die Vorstrafen des W. wurde die «Strafe auf 3 Monate Gelängnis erhöht.
Die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein schöffengerichtliches Urteil, das den Architekten Hermann B., den Kaufmann Eduard K. und den Kaufmann Theodor B., sämtlich in Bad-Nauheim, von der Anklage des Sa)leichhandels mit Salvarsan freigesprochen hatte, wurde zurück- gewiesen. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angeklagten einen Handel nicht getrieben haben, Architekt B. vielmehr das Salvarsair im Auftrag und mit Zustimmung dos Militärfiskus an K. ohne Gewinn verkauft hat, der es seinerseits an den noch jugendlichen Kaufmann B. veräußerte.
Bon Erfolg war eine weitere Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Schöffengerichts Ortenberg. Dieses hatte den Müller Johann Adam M. von Ortenberg ipegen Tauschmüllerei zu der geringen ©träte von 500 Mk. verurteilt. Die Strafkammer hielt Gewerbsmaßig- keit für gegeben und erkannte wegen des gemeingefährlichen Treibens des Müllers auf 5000 Mk. Geldstrafe.
Ter Fuhrmann Johann W. aus Friedberg hatte dort auS einer Russenhütte 52 Pfund Alteisen gestohlen und erhielt dafür als rückfälliger Dieb 4 Monate Gefängnis.
Ter Handelsmann Julius Gr. von Vilbel war zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil er eine im Juni 1919 gekaufte Kuh nicht zum Viehkataster angemeldet haben sollte. Aus seine Berufung sprach ihn die Strafkammer frei, weil er heute die Bescheinigung über die Anmeldung vorzulegen in der Lage war.
Wegen Tiebstalsts eines Geldbetrages von 250 Mark, V2 Sacks Zwiebeln und Apfelsinen im Gesamtwert von 300—400 Mk. wurde der jugendliche Arbeiter Gottlieb E. von Friedberg zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.
Ter Schmied Karl Gr. von Brauerschwend war wegen Jagdvergehens vom S<Ä>ffengericht zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er war beobachtet worden, wie er mit einem Rehbock auf dem Rücken aus dem Felde kam«, diesen kurz vor dem Ortseingang niederwarf und mit Laub und Reisig zudeckte. Zwei Mitangeklagte, die dies beobachtet hatten, nahmen Den Rehbock weg und stellten zusammen mit einem Zeugen fest, daß das Wild stark schweißte, mithin erst frisch geschossen war. Gr. behauptete ftüher und heute, er habe einen verendeten Rehbock im Felde gefunden, wurde aber durch die Beweisaufnahme des Wilderns überführt und auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
Gegen den Aushilfsschaffner Karl P., den Schlosser Gg. Sch. und den Eisendreher K., fämt« lich von Gießen, nxtr Anklage wegen Dieb sta hls und Hehl er ei erhoben. P. hatte Mttbewohnern seines Hauses eine Hose aus ihrer Bodenkammer, die er mit Nachschlüssel ober Dieterich geöffnet hatte, gestohlen. Ende Januar l. I. toaren aus dem hiesigen EiseTÜrehnmagazin mehrere Ballen Tuch und Hemdenstoff sowie etwa 8 Paar Schnürschuhe entwendet worden. Sie fanden sich später größtenteils im Besitze des P., soweit er sie nicht an die Mitangeklagten Sch und K. verkauft hatte. Strafen: Gegen P. 1 Jahr Gefängnis, gegen Sch 2 Monate Gefängnis. K. wurde mangels Beweises freigesprochen.
Wegen Wilderns und tällichen Angriffs auf einen Forstschutzbeamten standen die Brüder Heinrich und Ernst Ludwig H. von Espa vor Gericht. Sie hatten ftn Somnrer vorigen Jahres mehrfach in den Gemarkungen Ober- und Nieder-Mörlen gejagt. .waren dabei von einem Fvrstanfseher aus Nauheim überrascht worden und hatten mehrfach auf ihn geschossen, ohne ifpt zu treffen. Die Strafkammer ging über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte wegen der Gemeingefährlich- leit der Angeklagten auf Strafen von 3 Jahren 6 Monaten und 3 Jahren Gefängnis.
Wuchergericht.
Gießen Den 13. Juni-
Tas Wuchergericht verhanoelte gegen den Kaufmann Heinrich Gr. von Rendel wegen Schleichhandels. Dieser war in Vilbel mit einem Wagen angehalten worden, auf dem mehrere Zentner Fleisch verladen waren, die er nach Frankfurt a. M. verbringen wollte. Wegen unberechtigter Fleischausfuhr erhielt er 5000 Mark Geldstrafe.
<£eri cbtMaaL
Ein Scheidemannprozeß.
Berlin, 17. Juni. Sonnenfeld fen., der behauptet hatte, auch ihm gegenüber sei f in?neit von Scheidemann nahestehender Sei^' erflärt worben, daß für die Tö t u n g L ie b k n c ch t S und Rosa Luxemburgs 100000 Mk. von Scheid - mann Sklarz bereitgestellt wurden, wurde mm Landgericht Berlin wegen Beleidigung S:b id- manns zu zwei Monaten Gefängnis und Pnl li': tionsbesugnis im „Vorwärts", der „Freitait", n „Täglichen Rundschau" und der „Deutschm 3n tung" verurteilt.
Aus dem Amtsvcrkündigungsblnti.
*♦ Das Amtsverkündigungsblalt Nr. 82 vom 17. Ium enthält: Maßnabrnm gegen Wohnungsmangel. — Forderung der Volksbii lw ttaten. — Turnunterricht. — Verkam von Rerchs leite. — Viehseuchen: Maul- und Klauenseuch: in Watzenborn-Steinberg und Obersteinberger-Hof: Schweinerotlauf; Sch^tankatarrh.
Berkans " ''erfe. Nach Mitteilung ta- ~b V-rdrtebs-


