Arrs Stttdr itnö Caitfc.
Gießen, den 17. Tez. 1920.
Die öffentliche Versammlung der Dcutfchcu Volkspartei,
die gejtern abenb im großen Einhorn-2aa.be ver- anftailct urucoe, war trotz der ungewöhnlichen Zeit kurz vor dem Feste recht gut besucht. Ter Redner des Abends, Laiu-tag^aogcordneter Dingeldey, sprach zunächlt aber die Aenderung der polllisdjen Ätachtverhältnijse, die die letzten Reichstags- wählen nut sich brachte und die eine langsame Wiedergesundung des nationalen und Wirtscljafts- lebens Dcutlchlands erkennen lasse. Bedcntlich sei es aber, daß «ich in verschiedenen Einzelstaaten noch immer nicht die Konsequenz aus den neuen Verhältnissen im Reiche auswirke, daß in den Einzel- staaten gegen die Prinzipien der Reichsvegierung regiert werde und gerade von den Parteien, die in der von ihnen geschaffenen Verfassung den E:u- heitsgedanl'en nicht gunug Überspannen konnten. An demselben Tage, als die Reichsregierung die Zwangswirtschaft aufgehoben habe, sei diese Maßnahme von dem hessischen Staatspräsidenten in öffentlicher Versammlung als Katastrophe bezeichnet worden, von demselben Staatspräsidenten, der vorher den hessischen Vertreter int Reichs rat instruiert habe, sich für die Aufhebung der Zwangs- wirtscha't einzusetzen. Im Reich' habe sich die demokratisch,' Partei den neuen Verbältnis'en anzuvassen verstanden; nach dem letzten Parteitag sei es sogar gestattet, g'eichzeitig Demokrat und Monarchist zu sein. In Lies en werde aber noch immer die alte Politik getrieben, als sei int Reich' nichts geschehen, und alles, was foerr Dr. Strecker öffentlich rede ober schreibe, to-*rte keineswegs von seinen Partü- sreunden im Reiche angenehm empfunden. Der Kampf gegen den hessischen Bildungs- Präsidenten sei nicht ein Kamps gegen die Re- publik, auch nickt gegen die demokratische Part-n an sich, von der sich .Herr Dr. Strecke^ lehr unterscheid', sondern ein Kampf gegen die Art. wie Derr Dr. Strecker demokratische Politik mache, und b:efrr Kampf w-nde auch wjt geführt, weil die Verhältnisse in freien geradezu nach einer Aendenmg schreien. Aitch die Leiber W Ernäbrnngsamtes, des Finanz- und Justizministeriums hätten Fehler irib Mißgriffe begangen, aber, die^e seien lmtge rrich^ so verhängnisvoll wie bi" siebter und M'ßgrifse des Amtes, daS über di" Errieh'm^ irtf-*rcr Ina-nd imd den Geilt dieser Erzieh'ma yi wachen habe. D^e Etniehnnn unserer Zurrend bedürfe bente tnehr dnrn ie er "er pflegsgmen nnd garten fVttb 'md nicht weltfremder Dbeorie imb Wfjantaberri Richt die Fülle üb-r- sti'lrzter Erlasse und AuSfck^eib'rnaen sei das Kennzeichen einer guten Schulverwaltung, sondern das Dert"crnen unb die Achtung, di- d-r oberste Leiter bn alle»i ilMt unterstellten Dehördm ge- rnpfie So habe es in Prnihen der fozicildemv- kratische Kiiltu^Mmister Häkmifch verstanden, sich auch in andersdenkenden Kreisen ein Hohes Maß von Vertrauen imd Achtung« ^t erwerben, weil er trotz aller sotz-'alistischen Theorie dmh so viel Verständnis für die he"tige Zeit besitze, mit gelin- nunastüchtigen Erlassen nicht immer wieder Be- unrnh-gung in Eltern-, Lehrer- und Schülerkreise hineinzutragen. Aber durch dielen mrrubiaen Geist, der sich in immer neuen Erlassen, Einrichtungen, Anr'girnaen und Karlen äußere, zeichne sich gerade das hessisch' BilbimasaMt aus. das auf der anderen Seite positiv und gesetzgeberisch aus eigener Kraft bis heute ''ichts geleistet habe Dieser wirklichkeitsfremde Geist, der in enter Zeit der größten Rot in den Schulen Esverarrto-Akten anlegen lasse, sei w'ge nseines Einflusses auf die Jugend für die Zukunft höchst gefährlich und werbe erst unerträglich. wenn er sich mit Fanatismus paare und nicht vor Eingriffen in daS Geistesleben zurüch- sckrecke, wie man sie im alten Staate nicht gekannt habe Selbst wenn alles wahr wäre, was Derr Strecker über die Gießener UniversitSt gesagt Hat — und es lei'sehr wenig davon wahr —, selbst wenn die Gießener Studentenschaft sich zu Unüberlegtheiten hätte Hinreisen lassen, selbst dann Müsse ein Minister eine stolzere, eine geistigere Sprache fahren und nicht die wegwerfende und mit dem Worte so schnell fertige Art des Derrn Streckers, die sich so wenig vereine mit der Achtung des Demokraten vor der Entschlust- freihcit anderer in geistigen Dingen. Dies sei vor allem auch nicht die Sprache eines Erziehers, und Derr Strecker habe sich sogar als Erzieher der Universitätsprofessoren bezeichnet. Die Anklagen Dr. Streckers gegen die Gießener Universität ließen sich nach seiner mildesten Formulierung dahin -asemmenfassen, daß es bei der Wahl des Rektors einer Persönlichkeit zum mindestens nichts genützt habe, daß sie der demokratischen Pa/tei angehöre. Wo bleibe aber bei solchen Gedankengängen der freie, der unpolitische, der rein von Wissenschaftlichkeit geleitete Geist eines Kultusministers. Wenn Derr Strecker der Universität Vorwerse, daß sie nicht die Brücke zum Volke finde, so gebe es aber kein besseres Mittel, die etwa im Bau befindlichen Brücken wieder zu zerstören, als solche unbedachte Reden, die nur geeignet seien, die Entfremdung zwisclien Universität und Volk zu verstärken. DerrStrecker habe weiter der Gießener Universität vvrgeworfen, daß sie einen bedeutenden Philosophen wegen seiner pazifistischen Ge- sinn n ng nicht berufen habe. Ohne einer sorgfältigen und sachlichen Erörterung dieser Frage borgreifen zu wollen, erklärte Derr Tingeldey, daß eine Persönlichkeit auf dem Lehrstuhl der Philosophie allerdings keinen Platz habe, die von sich selbst bekannt habe, daß sie dem inneren Erlebnis unseres Volkes, das der 4. August 1914 umschließe, vollkommen fremd gegenüberstehe. Gerade in unserer zerbröckelnden Zeit, in der Zeit der nötigsten Wiederaufbauarbeiten müßten nicht einzig fackwissem'chastlicke Dualitäten, sondern vor allem auch die persönlichen Qualitäten für die Erziehung und Führung unserer Jugend beachtet werden. Wenn die Universität Gießen geglaubt habe, ei', ci in Bezug auf pazifistische iuter- nationale amb (sow it die Haltung ziun Kriege in Frage komme) geradezu nndeutsche Gedanken sehr roeitgefienben Mann ben Ruf ans den Lehrstuhl der Philosophie zu versagen dann gebühre der Universität Tank dafür, baß sie bie erzieherischen GenchtSpunkte über die rein fachwissenscljaft- lichen gestellt habe. Tie erste Aufgabe des Politikers sei darin §u selten, über Standes- und Klassemchranken hmweg die nationalen Gemein- schaftswerte immer stärker zu entwickeln, bis Deutschland in allen auswärtigen Fragen einen einheitlichen Vvlkskötper bilde. Tie furchtbare Lage Deutschlands, auf dem bie rücksichtslose Faust des Siegers laste, könne gar nicht ernst genug cm- geschätzt werden. In einer solchen Zeit dürsten wir uns nicht den LnxuS pazifistischer und inte nationalistischer Experimente gestatten und müßt..
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'chrift „Reichsschuldenverwaltung", im reck! Seitenheibe der Trockenstemvel in gleicher Ai
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einzig daran denken, das Unsere zu fördern, das deutsche Volk vorwärts zu bringen.
Einschränkung dcS Expreßgutverkehrs.
unb Ausgabe mit 48 100 000 Mk. vesstn Naffan. Eisenbrchndie-e.
sb. FUlda, 16. Tez. Die eine organisierte Diebesbande von _____ . .
fest. Tie Gesellschaft hatte in den letzten D»
insbesondere Textilwaren, deren Verpackung nur Papier und Bindsadenurnschnürung besteht.
Aussperrung trornimmt. Weiten durch eine Aussperrung ober Arbeitsniederlegung Betriebe der genannten Art ganz ober teilweise stillgelegt, so ist der Reichsminifler des Innern berechtigt, Rot- ftanbsarbeiten und Notstanbsversorgung zu sichern, sowie alle VerwaltungsrnaßnalMen zu tressen, bie zur Versorgung der Bevölkerung oder zur «Beiter» lührung des Betriebes geeignet fntb. Dierzu gehört auch die Herbeiführung der Befriedigung berechtigter Ansprüche bet Arbeitnehmer. Die durch derartige Anordnungen entstehenden Kosten fallen dem Betriebsunternehmer zur Last.
*♦ Oberhessischer G e scki ckts v erein. Der Beifall einer trotz vieler gleid^t-ijen Veranstaltungen äußerst zahlreichen Zichörersdjoft bewies, daß Professor Dr. Rodenwalbt durch leinen Vortrag Wandmalereien aus Palästen der griechischen Vorzeit reiche, feinsinnige Belehrung über eine vielen noch un- betairnte prunkvolle Kultur in edelster Form übermittelt 'hat. Anschauliche Worte und eindrucksvolle Lichtbilder führten vor allem durch dm Palast von Knoslos auf der Blumeumset Zkreta, zum Teil ganz neues, noch unveröff^tliäücs Material bietend, das eigenen Forschungen des Vortragenden verdankt wirb. — Unter rätselhafter Triebkrait
• Berthen. 16, Tez. (Wolff.) Um Geliebte heiraten ju können, vc rgiftrst:^ Arbeiter Kirchner aus Hnbertushüttk feine unb seine beiden Kinder im Alter von i 8 Jahren, indem er in bie Speisen immer tt gewisse Menge Arsenik mischte. Vor etwa VMS- Tagen starb plötzlich das jüngste ftinb; bas entging bem Tobe dadurch, baß der GroßvaM^' in Pflege nahm, als es erkrankte. Die die sich in ärztlicher Behandlung befand, ist VergiftungserM'mungen gestorben. Der War», und seine Geliebte wurden verhaftet.
Saargcmünb, 16. Tez. (Wolst.) lllc«- das Eisenbahnunglück bei Kreuz wird noch betid^et: Ter Personeuzug hatb unbekannter Urfttd)e das den Mterzug anzeMh Signal überfthren. Beim ZusammenColi drei Wagen zertrümmert und un er d.'N mern wurden 9 Tote und etwa 50 Verwnr'^ hervorgezogen, bie meist Beinvecletzungen Aerzte aus Saargemünd und Forbach leistete«^ erste Hilfe. Tie Verletzten wurden nach dem itrJ* kenhaus m Kreuzwald gebracht. Von Forbaü«^ wurde em Hilfszug gesandt. Die Maschine w” Wagen deä Güterzuges sind umgestürzt.
straft. Ebenso wird bestraft, wer eine unzulässige I mein herrscht ber Wunsch, nach Ablauf, der Melden ------- -----—* K..rA -'N«» ' frist bie evqelnen Bewerber in einer Bürgerver. cmrmlung kennen ^u lernen, wobei |te dann id Programm zu entwickeln hätten.
Kreis Alsfeld.
, va. Alsfeld, 16. Dez. Ern Fruulfurtei Rnrnmalbeamtcr nahm am Montag vormittag in ber Behausung eines hiesigen Bahubeamten em? Haussuchung vor ES wurden dort große Memc>- Warenvorräte (Services, Bestecke und äljnlidi Winschaftsgeräte> im GesarntschätzungSwcrt tt. etwa 25—30 000 Mark vorgeftmden, die sämtlii einem Frankfurter Warenl-ause entstammen, it dem eine Tod-ter des erwähnten Beamten angr stellt ist. Rur ein versd)wmdend geringer Tej der Sachen soll nach Angabe eines Vertreters Warenhauses auf rechtmößiigem Wege erworEir sein.
va. Alsfeld, 16. D«^. Erfroren in Elbenröder Graben (auf dem Wege von Elbem? hierher) ist der aus Berfa gebürtige Taglöhne Joh. Jost Kurz.
la. Alsfeld, 16. Dez. Der aus der Giesse ner Mordasfare Maus b- Lmute. Wilfelm Walde aus Alsfeld, der sich bisher hier aiifhielt, soll! zur Aufklärung von Diebsbählen, die in letzte Zeit hier und in ber Umgegend vorgekomine sind, auf ber Bürgermeisterei oentommen werbe Auf bem Marktplatz entsprang er plötzlich feine beiden Begleitern, muri» aber in der obere Fuldergasse von Sickerheitswächber Prange g- stellt. Waldeck zog seinen Armee-Revolver mi rief dem Beamten zu, er möge zirrstckbleide Schon hatte aber auch letztever seinen Revolve gezogen und auf den gefährlichen Flüchtling an gelegt. Da sank diesem der Mut un) er ließ sjj von dem hinzukommenden Wachtmeister Gerbon unb Sicherheitswächter Prange sestnohmen. D: entsicherte Revolver wurde ihm abgenommen im der ganze Vorgang kurz daraus vor dem Ihrto suchungsrichter protokolliert.
Kreis Schotten.
Q Wetterfeld, 1». D<^. Der Artikel den wir unter dem 29. November über die geplan« Errichtung des Ehrcndenkmals der gefaileitti Söhne unserer Gemeinde auf bem sog. Birgelbaj brachten, ist wortgetreu im „Grünberger Anzeizci Rr. 143 nachgedruckt worden. Was aber)neu hinzi, gefügt ist, ist ganz unrichtig. Es heistt, bas Doi Birgeln. auf dessen einstiger Stätte das Ehrcv- denkmal aufgestellt toerben soll, fei im drcißi-- jährigen Krieg untergegangen. Längst vorher i| Birgeln zu einer Wüstung geworben, etwa 140 In ber f,®etterfelber Chronik", versaßt vci Pfarrer Hirsch (genannt Cervinus) aus Gründ rv, hercmsgegeben vorn Grafen Friedrich zu ©olm:- Laubach und Dr. W. Matthäi. Hier werden url die Drangsale des Dorfes Wetterseld im ganyi 30jährigen Kriege erzählt. Bon einer Bernichtmi des etwa einen Kilometer entfernten Dorfes $irg- aber lesen wir kein Wörtclien in diesem Werk«.
Starkenburg und Rheinhessen.
5ro. Tarrn stadt, 16. Ttz. 14 Million en Mark Fehlbetrag. In der «he? tigen Stadtvevordnetensitznmg nmrtx der städtist Voranschlag für 1920 angenommen. Die Eina hm en sind zurückhaltend eingesetzt, während te Ausgaben in voller Höhe in Anrechnung fomr. Einschließlich des verfügbaren Vermögens detch das Gesamwermögrn der Stadt 175V3 Million« die Schulden betragen 126V- Millionen, so btj ein Reinvermögen von 50 Millionen noch vv bleibt: die Schiildenaufnahme steht im selben & HÄtnis, wie sich früher Schulden zum Beruöca verhielten. Ter Voranschlag schließt in Estmchü
erwuchsen auf Kreta bescheidene KUlturkeime, zurückzuverfolgen bis ras 5. vorchristliche Jahrtausend, gegen Ende d.'s 3. Jahttauwuds plötzlich zu prächtiger Blüte. Während im vorgesdncl-tlid-en Norden nur der Toten Behausung monumentalere Formen annimmt, >hat fid) hier etn lebensfrohes Geschlecht weiträumige Wohnung geschaffen, aus- geftattet mit allem, was grotzzügrge, vornehme Kultur nützlickres, bequemes und sdpnes tu jener Zeit nur wünschen tonnte. Wir überblickten die eirdlosen Vornatsdammern, wanderten durch die freskengeschmstckten Gänge, erstiegen die bequemen, durch mehrere Swcktmrke fülirenden Treppen, irrten durch Las kckyrrnthisd^e Gewirr der Gemächer, sanden uns durch und) dem Dhrvnfaal, dessen Reste noch es der Phantasie leicht machen, ein Bild der vergangenen Pia-tch sich ans'udenken. Unb geleitet wurden wir aus der Wcr.ideruug von ben Wandmalereien, aus deren Bruchstücken mühsame Arbeit die ci rstiigtz Darstellung weder erschlossen. Einzig dastehend unter den Denkmälern ber alten Kulturen sind die MDer aus dem Naturleben im T-reiklang der Fa den gelb, b'au unb rot: ^leickjenbe Katzen auf der Vogelsagb, säugende Gazellen, ststmiinde Stiere, und alles, was an Gräsern Blumen und Bäumen Kretas Fluren bieten, harmonisch vereint mit reinem Ornament Und mitten hinein gestellt die Bewohner der Paläste m ihrer kapriziösen Tracht, Feste feiernd, den gefährli'dMi Stiersp-img übend. Kaum etwas, was auf Kriegszetöse schieben läßt, w auch die Deresch'-rsitze selost unbrfeingt sich erheben. Ergänzt wird das, was die Malern uns bietet, durch be» nunderungswstrdige Werke der Klernkimst, vor allem in Metall, Stern, Ton und Fapence. Reizvoll. ist die kretisch-mykenische Kunst, besonders auch in der Darstellung der Bewegung, trotz ihrer weichen, wenig sdairbsesten Art, die der Erziehung durch die Großplaftik nttbchren mußte, und sie birgt malerische Werte in sich, die erstaunlich sind. Rasch, wie die Kultur erblühte, verfällt sie der Erstarrung. Die 6—7 Jahrhmiderte ihres Lebens kennen wir nach Art und Zeit so genau, wie kaum einen anderen Abschnitt alter Kulturen. Die go- schidülichen Zusammenhänge jedoch sind uns noch ganz verschlossen. Wir besitzen zwar etn Archiv besonderer Art: Ungezählte Tontäfelchen sind mit eingeritten Schriftzeichen bedeckt: aber kern Wort von ihnen hat bisher für uns Klang bekommen. Unb fo bleibt es der Zukunft überlanen, ob diefes leibhaftig vor unseren Augen fid) enthüllende Märchen von Kreta vielleicht doch noch einmal Geschichte wird.
** Der deutsche Jugendbund veranstaltet morgen Abend 8 Uhr in der neuen Aula ber Universität seine WnhnacAsjerer. Als Redner ist Prosesjor D. Dr. Schian gewonnen. Außerdem stehen musikalische und rezitatorische Tarbie- tirngen auf bem Programm.
** D ic Amtsräume des Hauptzollamts sind am 25. d. M., dem ersten Wcihnachtsfeiertage, von vormittags 10 bis 11 Uhr zur Abfertigung von aus dem Auslande eingehenden Weihnachts-Postpaketen geöffnet.
** Zollabfertigung von Postsendungen. Am 1. Wevhnachtsfcnertage ist das Dauptsteueramt von 10 bis 11 Uhr vormittags für die Abfertigung von Weihuachtspostfendungen geöffnet.
** Verkaufspreis für Petroleum.. Ter Preis für das im Dezember zur Verteilung gelangenbe Petroleum ist derselbe, wie der für die Novemberverteilung, und zwar für den Käufer: ab Laden des Kleinhändlers 7,25 Mk. pro Liter, frei Dans durch den KleinhäMer 7,40 Mk. pro Liter.
** Der eöang. Arbeiterverein veranstaltete am Sonntag im Johannessaal einen Kammermusikabend, zu dein sich namhafte musikalische Kräfte zur Verfügung gestellt hitten. Zum Vottrag gelangten zwei Werke von Mozart, die sowohl burd> die Art der Besetzung (2 Violinen, 2 Bratschen und Cello), wie auch durch die Vortragsweise. nülü zuletzt aber auch durch die Auswahl der Stücke die Zuhörer bis *uw letzten Augenblick gefesselt hielten. Reicher Beifall belohnte daher die Darbietungen. An Stelle der durch Krankheit verhinderten Frau Mcnbelsohn Bartholdy bot Mitglied Frau L. Scho lz in fd>!id)ler, ober eindrucksvoller Me se, ernste und heilere Deklamationen, die ebenfalls sehr beifällig ausgenommen wurden.
Landkreis ließen.
i Li ch, 14. Dez. Nadchem unser tm Juli 1919 ohne Gegenkandidat mit großer Stirn mm- zahl gewiihlter ehrenamtlicheMrgermeister Fuhr . vor cmtrjr.i Monaten dem fttctäamt sei' \ RÄcktritts- gcslich vorgelegt hat, ist ber Stabtvorstanb schlüssig geworden, einen Berufsbürgermeister an- Sen, des'en WM schon in nächster Zeit er- soll. Da imfere Stadt nur.2700 Einwohner ‘eine Stäbteordmmg hat, kmrn diese Wahl nicht durch den Gemeinderat erfolgen: sie muß burd) die Bügersckuift vorgenommen werden. Da ber besoldete Büi^germeister in die Besoldungsgruppe 8 emgereiht loird. werden sich wohl mehrere Bewerber für die Stvlle ftndm. Es werden schon mehrere, Namen genannt, darunter außer Lichern auch ein Stodtsekretär einer oberhessischm Kreisstadt. In der MontagSnurnmer deS „GÜch Anz.^ enthält die betreffende Stellenausschveibung nähere De.rrnimuugen über die Bewerbung und Austellung. In roeiten Kreisen der Bürgerschaft wird der Rücktritt deö Bürgermieisrers Fuhr, der in der kurzen Zeit seiner 9£ntt5tätig5eit stets bemüht war, auSgleiäMmd zwischen ben einzelnen Dolksschidüen zu loiden, sehr bedauert. Allge-i
Mit sofortiger Wirkung treten Einschränkungen des Expreßgutverkehrs in Kraft. Danach werden als zur Beförderung im Packwagen ungeeignet insbesondere znrückgewieien: Stücke im Einzelgewicht von mehr als 50 Kg., besonders schwierig zu verladende, sehr umfangreiche und solche Güter, die ' "tniä »um einen un*
gewö hulich großen Labe raum ein ne h - in e n, wie Korbwaren, Möbel (Tisckje, Schränke, Stühle, Drahtmatratzen), Feber-, Wolteballen, Stäbe, Röhren von über 4 Meter Länge usw. Ebenso werden kleinere Stücke bis zu 6 Kg. sowie solche Stücke auch mit größerem Gewicht, die infolge ihres kleinen Umfangs in erhöhtem Maße ber Gefahr bes AbhandenstnnmenS ausgesetzt sinb, z. B. in der Größe von Feldpostschachtcln, Zigarrenkisten, zurückgewiesen. Ten Aufgebern wird die Versendung mit der Post anheimgegeben. Weiter sind die Annahmestellen angewiesen, die Verpackung der Expreßgutstücke genau zu prüfen. Mangelhaft verpackte Gegenstände sollen zurückgewiesen werden, so
ühiimg. Zwischen den beiden Seitenseldern be- inbet sich in ber Mitte deS Scheines ein rechteckiges Feld in rotbrauner Farbe, die Fläche zeigt in leichter Andeutwig ein etwas bunkler getöntes blumenartiges Guillochenmuster. ES enthält hell cruSgesparl bie Wertzijfer „2", darunter blaugrau , schraffiert das Wort Mark, das Ausfertigungsdatum 1. März 1920 und das Wort „Reichs- chuldenverwaltung". Rechts und links neben der Wertziffer „2" sind rankenartige Zierlinien in blaugrauer Farbe vorhanden. Unten befinden sich aui guillochierter Zeile die Unterschriften „Halle Vieregge Müller Dickhuth Springer Lottner, v. Drenkmanu Mücke Moll Schultz Fischer." Die Rückseite enthält eine bis zum Beschnitt red- chende graubraune Guilloche, einen wem roten, ebenfalls bis zum Beschiiitt rerchenden Schutzdruck, der in der Fläche ein auS kleinen Wertziffern „2" zusammengesetztes Panwgraphenmuster zeigt, im übrigen aber mit bem in rotbrauner Farbe hergestellten Aufdruck oerarbeitet ist. Der Aufdruck teilt ein Zi-erstück von annähernd rhombischer Begrenzung bar. In ben vier Ecken des Scheines steht die Wertziffer „2" m offenem Zierdruck. In ber Mitte deS Zierstücks befindet sich eine säst quadratische Fläche in iveinroter Farbe mit zart angebcu'eter Guillochierung, darin stehen dieWorte „Darlelmskasseuscheiu Zwei fülarf" in deutschen Lettern in rotbrauner Farbe, rechts unb links neben den Worten Zwei Mark die Wertziffer 2 in Heller Tönung. Zu beiden Seiten des rechteckigen Feldes befindet sich recksts und links in runoen Feldern der ReichScürler m rotbrauner Farbe.
Veranstaltungen.
Freitag: Stadttheater, 7 Uhr, „Ter Wi- derfpenstigen Zähmung". — Großer Hörsaal der Universität, SV* Uhr, Vorttag über Ceylon. — Hotel Einhorn, SV* Uhr, ösftnllicher Vortrag über die Treigliedevung des sozialen Organismus. — Postkeller, 8V2 Uhr, Aussclmßsitzmig ber allge- mcinen Ottskravkenkasse. — Cats Leib, 8 Uhr, Konzert unb Vorst llung der Chiemfeer. — Lichtspielhaus, „Anna Bvleyn". — Lichtspiele SellerS- weg, „Die Jagd nach bem Tob, 1. Teil",
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** A m tl iche Personalnachrichten. Ter zum Königlich Ungarischen Gknenaltonlul 1. Klasse ernannte Herr Geza von Gaspardy in Slöin ist zur Ausübung konsularischer Berriä>- tnngen im besetzten Gebiet des Volksi'.aates Hesjen zugelasfen worden. Ter Urug!ayisd>e anß.'rorbent- liche Ges-aiidte und beDofimädüigte Minister in Berlin T«r. Federico Dusviela Guarch, dem zugleich bie Leitung des Urugiiayisciieu Genemtkonfu- lats in Teutsä^la'id chreuaintiich übertragen worden ist, ist zur Ausübmig konsu vr ischer Verrid>- tungen im Volksstaat Hesien Milanen .norden. — Turch Entschließmig des Landesamts für das Bil- dungswcsm wurde der Lehrer Lelwamtsrefereudar Gg. Reimherr zu Lollar ^um Lehuamtsasiessor ernannt. — Erledigt ist die mit einem eran- gelifdxm Lehrer zu besetzende Sdmlstelle zu Wahlen, Kreis Alsfeld; die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Sdmlstelle zu Seibelsdorf, Kreis Als eL: die mit einem erangcltfdxn Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Ober-Sorg, Kreis Alsfeld: bie mit einem evangelischen Lehrer zn besetzende Sclmlstelle zu Lehuheim, Kreis Alsfeld und eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Flensungen, K'reis '
** Stillegung von lebenswichtigen Betrieben. Aus Wunsch des Kreisamts machen wir nochmals auf die Verordnung des Reichspräsidenten vom 10. November aufmerksam, wonach in Bettieben,, die die Bevölkerung mit Gas, Wasser und Elektrizität versorgen, Aussperrungen und Arbeitsniederlegungen (Streiks) erst zulässig sind, wenn der zuständige Sdjlich- tungsauSschuß einen Schiedsspruch gefällt hat und leit der Verkündigung des Schiedsspruches winde- ’ stens 3 Tage vergangen find. Wer zu einer hier-- ! nam unzulässigen Aussperrung ober Arbeitsniederlegung aussorbert ober zur Durchführung eines foldjen Streiks an Maschinen, Anlagen ober Einrichtungen Hanoiungen oornimmt, burch die ; b’f o- dnunqsmä^ge Forlsührung des Werkes un» möglich noa? crsduvcrl wird, iv-iöd mit Hteiänguts I oder Geldstrafe bis zu fünfzehntausend Mark bc-
Der neue DarlehnStassenschein zu 2 Mart.
Der neue Darl ehu s ka ssen s chein Über 2 Mark vom 1. März 1920 hat eine Größe von 9,9 x 6,6 Zentimeter unb ist auf Wasserzeichenpapier (Vierpaßmuster) gedruckt. Er Hot auf ber Vorderseite einen bis zum Beschnitt reichenden Guillochenunterdruck in graubrauner Farbe, einen graublauen Schutzdruck, einen Textdruck m rotbrauner Farbe, den Kalitrollstempel und die Nummer in bläulich-roter Farbe, sowie ernen Trockenstempel. Der graublaue Druck ist mit den ornamentalen Teilen des Textdrucks verarbeitet. Im Zierrande deS Textdrucks verteilt befindet sich der Strafsatz in lateinischen Buch- taben, ooen steht aus guillochiertem Grunde die Zeile „DarlehnSkassenfcheiu Zwei Mark" in deut- cher Schrift. Mitten barunter befindet sich auf blaugrauem Grunde bie Nummer. In zwei rechteckigen Seiteufeldern links und rechte erscheint ein Blatt- unb Blumenzierstück in Heller Farbe aus blaugrauem Grunde. Die im Zierstück verteilten einzelnen Blumen sind in rotbrauner Farbe gedruckt. Im Seitonstück links steht der runde Kontrollstempel mit bem ReichZabler unb ber Um»
naten zahlreiche Bevaubungen von Eisenbcchnjüüe auf bem hiesigen Bahnhof porgenommen und bek Gebrauchsgegenstände und Lebensmittel im Du von 200 000 Mk. geraubt. Bei einem FuLdc: Geschäftsmann wurden für etwa 50 000 Mk. S tot beschlagnahmt, die er auf bem Wege des Kcktv Handels geprüft hatte.
Von der Edertalsperre.
ft». Kassel, 16. Tez. Ter Vettvouen-im« bes Rei-chskohlenvommissars aibt bekannt, datz. b- folge des niedrigen Wasserstandes der EdcMv sperre elektrischer Stvom in ortngertbtn M!a nur von 12—1 Uhr mittags, für BeleuchyniK' ziwecke nur an neun Stunden des Tages »ur 5k- fügung steht. Tie StWmbelieferung an da- M werk m Hann.-Mmiden ist bereits feit ettigs Tagen eingetreten.
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mc. Frankf'n'rta. M., 16. De» $te* ordentlich strenge Kälte behindett den bahn verkehr sehr, so daß bie Züge teilnoö mit bedeutender Werspütung cmkommen.
Berlin, 16. Dez. (Wolff.) Heute tritt he vor bem Zivilgericht ber außerordentliche 3»1 fessor Dr. Nicolai als Kläger gegen bi 13 Professoren, den Rektor und die glichet des Senats der Universität aus, die ft®* zeit erklärt hatten, daß Nicolai daS Amt eii= LehxerS an ein« Hochschule nicht mehr betttibi könne. Die Klage fordert die Feststellimg, do^ vom Senat gefällte Entscheidung fern rtro-' gültiges Disziplinarurteil batftdle, ba tiefem Disziplinargewalt gegen einen außerordeW»» Prosessor nicht znstehe.


