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Lichtspieltheater

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Frankfurt a. M., 15. $uni. (Wvlff.) Re­dakteur Alexander Gießen beging heute die Feier seiner 2 5jährigen Zugehörigkeit zum Redaktionsverbande derFrankfurter Zeitung".

Veranstaltungen.

Mittwoch, 15. Juni: Cafe Amend,

wirtsclxlftlichcn Entwicklung gewesen und haben gerade in dieser Beziehung m engster Verbindung mit den rechtsrheinischm Gebieten gestunden. Namen wie Erwin v. Steinbach und Mathias Grünewald beweisen, in welcher Blüte die Kunst dieser Länder im Mittrialter stand. Aber der Abfall der Schweiz unb die Oeffnung des Belforter Bölkertores sowie die Abtretung der Testung MeV schlugen riesige Breschen in die natürliche Mauer, die von dem Meere bis zu den Alpen durch die

Armee besetzten Zone infolge von Zwischen-- fallen, und um Anlaß von Unruhen zu ver­meiden, verboten, daß in der Oeffentlichkett oder unter Verhältnissen, die der Oeffentlich- keit gleichkommen, deutsche Hymnen oder Lieder, die einen feindlichen oder provozierenden Charakter gegen Frankreich tragen, gesungen werden. Verboten sind u. a. die Wacht am Rhein, Deutschland, Deutschland über alles, Heil dir im Siegerkranz, Siegreich wollen wir Frankreich schlagen, . . . Haß- gesang usw. Ferner wird in der französi­schen besetzten Zone das Flaggen in Rational- farben, sei es in den alten oder neuen Far«- ben, verboten. Jede Uebertretung wird als Ungehorsam gegen einen von den französischen Militärbehörden gegebenen Befehl betrachtet und als solcher bestraft.*

-- ch st a. M., 14. Juni. An Aufwen­dungen für die Besatzunastruppen stellte dec Kreisousschuß für 1920 die Summe von 70000 Mk. in den Haushaltsplan ein.

so entstand bald die Doppelkultur, das Kennzeichen eines Landes, das sich aus Weltbürgertums- bestrebungen heraus berufen fühlte, die Brücke zwischen zwei Nationen, zu schlagen. Aber der Partikularismus in Deutschland, der Dreißig­jährige Krieg mit seinen schiinmen wirtschaftlichen Folgen ermöglichten es Frankreich, bald ganz von den beiden Ländern Besch zu ergreifen. .Damit ging die eigentliche Verbindung mit den schöpfe­rischen Kräften der Nation allmählich unter der Fremdherrschaft verloren. Und in den Tagen der jungen französischen Republik und des ruhm- gekrönten Kaisers Napoleon fühlten Elsaß und Lothringen den Geist einer siegreichen großen Na­tion. So war es verständlich, daß die beiden Länder der Erneuerung Preußens kühl und nüchtern gegenüberstanden und erst Leipzig brachte das ungeheure Erlebnis einer Umwandlung und Um­wertung der Gefühle. Srofctem forderte Arndt vergeblich den Anschluß Elsaß-Lothringens: ver­gebens war der Versuch, daß Oesterreich die Lmrder übernehmen sollte. Noch blieben sie in Feindes Hand. Immer aufs neue wurde in den folgenden Jahren ihr Anschluß, nicht zuletzt von dem Sozial­demokraten Engels, gefordert. Selbst der Revo­lution von 1848 gelang es nicht, eine Aenderung zu schaffen. So wurde Elsaß-Lothrmgen erst nach dem siegreichen Kriege von 1870 dem Reiche wiedergewonnen und als Reichsland in den deut­schen Bundesstaat ausgenommen. Damit war der Weißenburger Keil, wie ihn Bismarck nannte, be­seitigt, der Nord- und Süddeutschland schärfer getrennt hatte als die Mainlinie. Welch unge­heuren wirtschaftlichen Aufschwung das Reichs­land vor dem Kriege genommen hat, beweist unter anderem, daß es 75 Prozent der gesamten beul schen Eisenerzeugung bestritt, daß es das größte Weinbaugebiet Deutschlands war und die größten Kalilager besaß, die uns das Weltkalimonopol ermöglichten. All diese ungeheuren Werte sind nun durch die Abtretung an Frankreich verloren. Aber damit nicht genug. Auch int Saargebiet und in den Rteinlanten wird gearbeitet, um diese Gebiete, wie früher Elsaß-Lothringen, zu einem Ueliergangsstaate mit einer Doppelkultur zu machen. Wieder ist. eine französische Liga mit weitverzweig­ter Organisation am Werk, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Abbröckelung die Wege zu ebnen. Und so bleibt uns denn als einzige Hoffnung, daß neue lebenspendende Kräfte ganz Deutsch­land durchziehen werden und daß auch Elsaß-Loth- cingen, wie schon einmal in der Geschichte, sich nach einer Zeit der Fremdherrschaft nicht mehr mit dieser zufriedengeben wird.

Landkreis Gießen.

O Gründer g, 14. Juni. Hier hat sich eine Beamtenvereinigung gebildet. Vorsitzen­der ist Gerichtsvollzieher König. Der Hauptzweck ist die Einreihung Grünbergs in eine andere Orts­klasse des Besoldungstarifs zu erreichen. Während beispielsweise benachbarte Landstädtchen, wie Schot­ten und Lich, die wohl dieselben Lebensverhältnisse aufzuweisen haben wie hier, in der OrtsÜasse D zu finden sind, ist für Grünberg Ortsklasse E fest­gesetzt, in der auch alle Landorte eingereiht sind. Man will daher eine Eingabe an Regierung und Volkskammer richten, daß bei der im Herbst statt - findendcn endgültigen Festsetzung der Besoldungs­ordnung die Einreihung Grünbergs in Ortsklasse D erfolgen soll. Die Vereinigung will auch ge« gebenenfalls wirtschaftliche Zwecke verfolgen, fofent ie abnormen Teuerungsverhältnisse lnerzn Anlaß bieten.

Kreis Alsfeld.

x Mücke, 15. Juni. Ein sehr schweres Eisenbahnunglück ereignete sich heute nach-, mittag auf der Strecke LaubachMücke kurz vor der Endstation. Der um 4 Uhr von Laubach kom­mende gemischte Zug passierte den Bahnübergang auf der Straße MückeRuppertenrod vor der Wirtschaft Konrad Bräuning. Ein von Grünberg wmmendes leeres Fuhrwerk, mit einem Pferde bespannt, war eben an diesen Bahnübergang ge­kommen. Der Bäume wegen, die die Straße hier umrahmen, ist die Bahnsttecke nicht zu übersehen. Der Eigentümer des Fuhrwerks Landwirt Dir- lam, Ober-Ohmen wollte den drohenden Zu­sammenstoß verhindern. Doch das störrisch gewor­dene Pferd war nicht vom Platze zu bringen. Die Maschine erfaßte den Wagen und schleuderte ihn zur Seite. Landwirt Dirlam und sein bei ihm sitzendes sechsjährige Söhnchen sielen unter den fahrenden Zug. Während der Vater sich an den Puffern festhalten konnte unb etwa 100 Meter weit geschleift wurde, wurde das Kind von den Rädern zermalmt. Nachdem der Zug endlich zum Stehen gebracht wurde, sprang der Vater fast un­verletzt von der Maschine. Sein Kind zog er noch huckend gräßlich verstümmelt unter den Rädern hervor. Die am Unglücksorte weilende Polizei und die später eint reff enbe Gerichtsbehörde stellte den Tatbestand fest. Dem Urteil über die Schuld an dem Unglücksfalle soll nicht vorgegriffen wer­den. Die öffentliche Meinung geht jedoch dahin, daß an dieser gefährlichen Stelle, die stets äußerst belebt ist, schon längst eine Schranke hätte sein müssen, auch bann, wenn das Gesetz über die Nebenbahnen eine solche nicht vorschreibt. Der be­dauernswerten Familie, besonders der Mutter, die ihr einziges Kind frohgemut mit dem Vater nach Grünberg fahren ließ und die es jetzt als verstüm­melte Leiche wiedersicht, wendet sich das allgemeine Mitgefühl zu.

Kreis Büdingen.

da. Altenstadt, 15. Juni. %n Sonntag morgen geriet auf dem hiesigen Bahnhof Heinrich Vetter von hier unter den abfahrenden Per­sonenzug, derihm einen Fußam Knö - ch e l a b f u h r. Der Verletzte hat Aufnahme im Krankenhaus Friedberg gefunden. Dies ist bet zweite Unfall, ber sich innerhalb weniger Tage aut dem hiesigen Bahnhof ereignet hat.

h. Bad Salzhausen, 16. Juni. Ein schweres Unglück geschah am Montag nachmittaa. Die Pferde vor einem Wagen, auf dem Die Frau eines Steigers und ihr Kind saß, gingen durch. Während das Kind bei dem Absturz unbeschädigt blieb, brach die Frau das Genick und war alsbald tot. Der Fall ist um so trauriger, als der Mann im Feldzug einen Arm verloren hat.

Kreis Lauterbach.

la. Altenschlirf, 15. Juni. In der Nacht vom Sonntag zum Montag entstand im Distrikt Steinecke, nahe bei Altenschlirf am Fußwege nach Schlechtenwegen ein Waldbrand. Dabei wurde eine Fläche von etwa 3 Morgen beschädigt, auf welcher bereits aufgearbeitetes Fichtenstamm -

erhalten bleiben sollte, war es nicht immer leicht ie Museumszwecken dienstbar zu machen, ohne gegen die beiderseitigen Verpflichtungen den Räu­men und den Sammlungen gegenüber zu ver- toßen. Jedenfalls wurde nichts unversucht ge- asfen, was unter den gegebenen Verhältnissen ge- chehen konnte, um ben Sammlungen eine ihrer '.bebautung entsprechende Ausstellung zu gewäh­ren. Daß die Erweiterung des Altertumsmuseums in dieser schweren Zeit möglich wurde, ist einzig bei W. Gail-Stiftung zu verdanken. Hoffentlich erfährt das Werk, das doch für jeden, der unserer teirnischen Vergangenheit Interesse entgegen bringt eine Stätte ber Bildung und Anregung sein will, die verdiente Anerkennung durch zahlreichen Besuch aus allen Bevötterungsschichten, nicht zuletzt aber auch dankbare Unterstützung durch geschenkweise Vermehrung der Sammlungen.

Das Al'.ertumsmuseum im Alten SckFoß, das Völker- unb das Kriegsmuseum im Landgraf- Philipps-Schlößchen sind am ersten Sonntag im Monat von 111 Uhr unentgeltlich zugänglich, an den anderen Sonntagen gegen eine Gri»ühr von 50 Ps. die Person in jeoeni Gebäude. Für Mitglieder des Oberhcssischen GZchichtsvereins und ihre engere Familie ist der Eintritt gegen Vor­zeigung der Mitgliedskarte frei. Wochentags 1 Mk. ür eine, 50 Pf. für jede weitere Person. (Mete )ung bei der Beschließerin Frau Ochs, Sonnen- traße 2, II.) Vereine und Schulen wenden sich drei Tage vor dem Besuch mit Angabe der Teil- nehmerzähl an Die Direktion, die auf Wunsch nach Möglichkeit für fachmännische Führung sorgen wird.

Kartoffelversorgung 1920*

Das Reichsgesetzblatt Nr. 113 vom 26. Mai enthält eine Verordnung der Reichs­regierung über die Versorgung der Be­völkerung mit Herbstkartoffeln aus der Ernte 19 2 0. Die wesentlichsten Grundsätze sind folgende:

Die Sicherstellung der Kartoffeln, welche )ie Bedarfsgemeinden notwendig haben, soll 'hiernach durch privatrechtliche Liefe­rung sverträgc mit den Erzeugern 'tattfinden. Zum Abschluß dieser Verträge sind aber nur von der Reichsregierung zugelassene Vereinigungen der Landwirtschaft (Genossen- chaften) und Vereinigungen des Großhandels berechtigt. Es sollen auf diese Weise 120 Millionen Zentner vertragsmäßig sicherge- 'tellt werden. Genaue Bestimmungen sind dar­über getroffen, welche Kartoffelmengen hier­nach bei den einzelnen Erzeugern durch Liefe­rungsverträge erfaßt werden dürfen. Es rich­tet sich dies nach der Betriebsgröße.

Kartoffelerzeugec, die einen Lieferungs­vertrag nicht abschließen, sind verpflichtet, die Mengen, welche bei den Landwirten durch Lie­ferungsverträge sichergestellt werden kön­nen, für den Kommunalverband zurückzuhal­ten und an diesen zu liefern.

Der Bedarf der Bevölkerung soll durch die zuständigen Versorgungsorgane (Kommu­nalverband bzw. Gemeinden) noch im Laujss des Juni angemeldet werden, wobei jedoch die Bestimmung getroffen ist, daß die angemelde­ten Mengen auch von den Gemeinden und Kcmmunalverbänden abgenommen werden müssen.

Im übrigen würde nach diesen Bestim­mungen, falls nicht von der Landeszentral­behörde weilergehende Bestimmungen getrof­fen würden, oder die Versorgung der Bedarfs­gemeinden auf Lieferungsverträge sich als undurchführbar erweisen würde (§ 1 und §8 der Verordnung), die Kartoffelversorgung freigegebeu sein. Es könnte sich also jeder Ver­braucher selbst eindecken. Ein Bezugsscheinver­fahren wird, soweit sich aus den bis jetzt ge­troffenen Bestimmungen entnehmen läßt, nicht mehr stattfinden.

Lebensmittel.

** Ans nahe von Käse. Donnerstag, den 17. Juni 1920 wirb in ben Verkaufsstellen ber Molkerei Grieb. Schanzenstraße unb Bismarck­straße, an die Bezirke 4, 5 unb 11 Käse aus ge­geben. Auf einen Anteil entfallen etwa 100 Gr. (Preis 6,40 Mk. bas Pfund).

** Städtischer Seefischmarkt. Mor- S Donnerstag früh treffen lebenbfrische eljau, Schellfische, Seelachs, Seehecht unb Rot­barsche ein, welche am Vormittag unb nötigenfalls am Nachmittag in ben Marktlauben zum Verkauf kommen.

bei der Beigeordnetenwahl $u entkräften. Wir haben bas nicht anbers erwartet unb halten eine weitere öffentliche Auseinanbersetzung über diese Frage für aussichtslos, solange die Stadtverwaltung ben Vertreter berOberhessischen Volkszeitung" nicht nochmals darüber belehrt hat, daß ebenso wie die nichtöffentlichen Verhandlungen, auch deren Ergeb­nisse ber Schweigepflicht unterliegen. Wir erwar­ten, baß diese Belehrung, die im Interesse der Stabt selbst liegt, nochmals erfolgt, wie sie bereits bei mehrfachen Notizen über nicht mrblikationsrrife Angelegenheiten in berOberhessischen Volkszei­tung" durch Herrn Oberbürgermeister Keller er­folgt ist. Die llnterftellung ber Unwahrheit müssen wir daher auf das entschiedenste zurückweisen.

** Die vorläufige Entrichtung ber Einkommensteuer für bas Rechnungsjahr 1920. Die enbgültige Veranlagung der Einkom­mensteuer für das Rechnungsjahr 1920 findet erst im Anfang des Kalenderjahres 1921 statt. Bis dahin ist Einkommensteuer zunächst vorläuftg (§ 58 Abs. 2 unb 7 des Einkommensteuergesetzes vom 29. März 1920) zu entrichten. Wir verweisen lsterzu auf eine wichtige Bekanntmachung im An­zeigenteil unseres Blattes.

** Einsprüche gegen Erhebung des 7. und 8. Gemeinde st euerziels können zur Ver­meidung allzugroßen Andrangs auch noch in ber kommenden Woche erhoben werden.

** Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt nachträglich Heinrich Fe r s ch , ein Gießener, ber zuletzt beim früheren Husaren-Negiment 14 stand.

* Das 2. Abonnementskonzert der Negimentskapelle unter Leitung von Obermusik­meister Löber am Donnerstag, 17. b. M., auf ber Schönen Aussicht" verspricht wieder einen guten Erfolg. Erwähnt sei noch, baß die Konzerte von jetzt ab um 8 Uhr beginnen. Der Spielplan ist wieder sorgfältig zusammengestellt, so baß ein jeher Besucher auf seine Rechnung kommen wirb.

** Das Gastspieltheater Paul Buchwalb, das gestern abend im Einhornsaal; eine erste Vorstellung gab, hatte Leiber einen sehr chlechten Besuch. Dies war um so bedauerlicher, als die mitwirkenden Kräfte wirklich Gutes bieten unb besonders Paul Buchwalb ein vorzüglicher Humorist ist, ber allein schon burch seine Er­scheinung Lachsalven auslöst. Zwei Schwänke war­ben sehr flott gespielt unb burch Gesangs- unb Tanzbeigaben bereichert. Dem Unternehmen ist ein besserer Besuch ehrlich zu wünschen.

** Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. Dre iwch rüdftänbigen Beiträge zur Kranknkasse unb Jnvalidenverftcherung für den Monat April 1920 können noch bis zum 30. b. M. ohne Kosten bezahlt werden. '

** Das Schulgeld an de r höheren und erweiterten Mädchenschule ist auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 1. April 1920 an erhöht worden. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Der ranzige Geschmack des ame­rikanischen Specks. Von fachmännischer Seite wird uns geschrieben: Der von ben Kvmmu- nalbehörden in letzter Zeit zur Verteilung gebrachte amerikanische Speck besitzt vielfach einen unange­nehmen ranzigen Geschmack. Zu Hessen Beseitigung empfiehlt sich folgenbes Verfahren: Da ber ranzige Geschmack besonbers in ber äußeren Schicht bes Speckes auftritt, wirb die Oberfläche des Speckes, die vielfach weich ist, mit einem Messer abgekratzt unb ber Speck 23 Tage lang in eine starke Salz­lösung so eingelegt, baß er von ber Salzlösung vollständig bedeckt ist. Nach dem Herausnehmen wird ber Speck an der Oberfläche nochmals ab- gekratzt unb bann stark geräuchert. Der unange­nehme Geschmack ist bann vollständig verschwunden.

** Besitzwechsel. Der Rvhproduktenhänd- ler Johannes Schneller, Walltorstraße 24, mit In­haber ber Firma Johannes Schneller & Co., Roh- probukten en gros, hier, hat Wohnhaus unb Gast­wirtschaft Hammstraße 14 von der Brauerei Den-- uinghoff, Gießen, käuflich erworben unb wirb die Gastwirtschaft vom 1. Juli 1920 übernehmen.

** Reklame im V-Zug. Für bie Reklame werden auch die Abteile in V-Zug- wagen nutzbar gemacht. Die amtlichen Be­kanntmachungen, Aushänge und Schilder an den Zwischenwänden der Wagen werden des­halb nach einer Anordnung des Ministers der öffentlichen Arbeiten auf die eine Abteilsseite gesetzt, während die gegenüberliegende Wand- seite grundsätzlich für Reklamezwecke freigehal-- ten wird. Das Eisenbahnzentralamt hat des­halb jetzt die Eisenbahndirektionen ersucht, alle amtlichen Anschläge in den V-Zugwagen- abteilen an der Wandseite anbringen zu lassen, an der sich die Heizungsstellvorrtchtung befin­det. Die Platznummerschilder befinden sich jetzt auf ibett Wandflächen zwischen der 9Ite schlußleiste der Rücklehne. Sie sind allgemein auf die -Rahmenleiste über der Rücklehne zu setzen. Wenn «diese zu schmal sein sollte, so kann es unmittelbar darüber.

** Für Geschenkpostsendungen «amerikanische Liebesgaben usw.) sind nach einer Bekanntmachung des Ministeriums des Innern bei ber Behandlung durch bie Pvstzollstellen eine Reihe von Erleichterungen zugelassen. Insbesondere wer­den Fleischwaren aus solchen Sendungen ber amri sichen Fleischbeschau in "der Regel nicht zugeführt. Den Empfängern wird deshalb mit Rücksicht au die Trichinengefahr empfohlen, Speck und Schweine ­fleisch aus solchen Sendungen in gar gekochtem ober gebratenem Zustand zu genießen ober diese Waren auf Trichinen untersuchen zu lassen. Reiner Sveck ohne anhaftendes Muskelfleisch enthüll keine Tri­chinen.

** Elsaß, Rheinland und Reichs Bor nicht sehr stark besuchter Versammlung sprach gestern abend in ber neuen Aula auf Einladung des Oberhessischen Geschichtsvereins unb bes Allg. Stab. Ausschusses Archivdivektor Dr. Wentzckeüter das ThemaElsaß, Rheinland, Reich". Die Aus- fübnmgen beschäftigten sich in ber Hauptsache mit einem geschichtlichen Rückblick, ter bie Angelpunkte der politischen Entwicklung hervorhob. Schon seit der Gründung des Frankenreiches, das in der Hauptsache ja Elsaß unb Lothringen umfaßte, sind diese Länder stets Horte der kulturellen und

Aus Oetn Reiche.

Preußische LandeSversammlurig.

Berlin, 15. Juni. (WTB.) Der Ver­fassungsausschuß ber Preußischen Lanbesver- sammlnng beschloß entgegen dem Antrag der Unabhängigen, wegen des Ergebnisses der Reichstagswahten nicht in die Beratung der Verfassung eir^utreten, sondern die Aus' lösung der Landesversammlung herbeizuführen, mit der Beratung der Verfas­sung morgen zu beginnen.

Dr. Rietzer inti) der Hansabund.

Berlin, 15. Juni. (WTB.) Der Hanfa- bund gibt bekannt: Gemäß der schon vor einem Jahr erfolgten Ankündigung ist am 12. Juni, am 11. Stiftungstage des Hanfa- bundes, der bisherige Vorsitzende Geheimrat Dr. Rieß er ausgeschieben. Der Ausschei­bende wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Generaldirektor Dr. Endemann-Hannover wurde mit der Wahrnehmung der Geschäfte bes Vorsitzenden des Präsidiums betraut.

A!ux Weber f.

München, 15. Juni. Professor Max Weber ist gestern abend einer Lungenentzündung erlegen.

Max Weber wurhe am 21. April 1864 inEr - furt als Sohn des späteren Reichstagsabgeord­neten gleichen Namens geboren. Er studierte Rechtswissenschaft, bestand 1886 das erste juristische Examen. 1889 promovierte er mit einer Arbeit überDie Geschichte der Handelsgesellsck>asten im Mittelaller". Nack kurzem Gerichtsassessordienst habilitierte er sich 1892 al5 Privatdozent inBer - l i n, ito er nach knapp einem Jahre außerordent­licher Professor wurde. 1894 folgte er einem Ruf als Ordinarius für Nationalökonomie nach Frei­burg, 1897 als Nachfolger v. Kries' nach Heidel­berg. Doch mußte er 1903 aus Gesundheitsrücksichten^ das Ordinariat auf geben; er lehrte als Honorar­professor an der gleichen Universität, bis er im März 1919 als Nachfolger Brentanos nach Mün­chen berufen wurde. Weber war mit Marianne Schnitzer, der Tochter des auf ten Gebieten ter Philosophie und Rechtsgeschichte ter Ehe bekannten Philosophen, verheiratet, ter bekannten Führerin in ter Frauenbewegung und demokratischen Ab­geordneten in ter badischen Volkskammer.

** Amtliche Perfonalnachrichten. Der zum Großbritannischen Generalkonsul in Frankfurt a. M. bestellte Herr Cecil William Gustaf G 0 s l i n g, iu dessen Amtsbezirk das Gebiet des Volksstaates Hessen gehört und dem Namens des Reichs das Exeguatur erteilt wurde, ist zur Aus­übung konsularischer Verrichtungen im Volksstaat Hessen zugelassen worden. In den Ruhestand versetzt wurde am 7. Juni der Oberamtsrichter bei dem Oberamtsgericht Büdingen Geh. Justizrat Ferdftrand Rabenau auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Bös-Gesäß, Kreis Friedberg.

** Teile des hiesigen Reichs­wehrbataillons, die Kompagnie von Eisenhardt unb eine Maschinengewehrkom- pagnie sind heute nacht von Uebungen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf in ihre hiesige Garnison zurückgekehrt. Ob eine solche Rückkehr, wenn sie nachts gegen 2 Uhr stattfindet, auch heute noch unter den Klän­gen der Regimentskapelle vor sich gehen muß, darüber ist man unter den ans dem Schlaf gestörten Ermv-ohnern sehr geteilter Ansicht, sicher ging es auch ohne dies.

** Zugeinschränkung Vorn Montag, 21. Juni 1920, an werden wegen unzureichender Besetzung die Per soncn z üge m . G.-B 3109 W) Wetzlar P ab 4.12, Lollar an 5 01 nachm unb 3110 W) Lollar ab 3 52, Wetzlar P an 4.40 nachm. auj gehoben. Die Züge werden letzt­malig am Samstag, 19. Ium, gefahren

Aus Staöt und Land.

Gießen, den 16. Juni 1920.

Erweiterung des obcrhcssischen Museums und der Gailscheu Sammlungen.

DaS Oberhessische Museum uno bie Gailscheu Sammlungen konnten infolge lleberlaffung ter Räume tes ehemaligen großherzoglichen Absteige­quartiers im linken Flügel bes Alten Schlosses zu Sammlungszivecken bie Bestände tes Alter­tumsmuseums wesentlich anstehnen und Übersicht- lieber aufstellen als das bei ten beschränkten Raum- verl>ältnissen vorher ter Fall war. Die infolge ter ungeheuren Vermehrung ber BZtäilde seit Jahren immer drückender gewordene Enge erhellt beson­ders daraus, daß trotz tes Zuwachses an Sälen unb Zimmern nirgenbs Raumüterfluß herrscht. Die Neuaufstellung ber Sammlung hat vor drei Wocte'n begonnen unb ist infolge tes Fleißes ber beteiligten Handwerker und brr eifrigen Mit­hilfe mehrerer Gießener Herren schon soweit ge­bieten, daß bas 4Nuseunt von Sonntag an wieder geöffnet wird.

Als temerkenswerte Neuerungen seien folgende erwähnt: Tie ganze untere Flucht des linken Flügels wird von ter Porzellan , Fayence-, Steftr- gut, Sinn und Glassammlung eingenommen. Ter Gang davor enthält die reichhaltige Samm­lung ter Beleuckitungskörper. Der an das £>aubt treppenhaus an schießende Flur ist wie biohrr Waffenhalle. Eine neu Gebrochene Tür führt zum linken Flügel tes Gebätttes Der erste Raum zeigt Bilder aus ber Stadtgeschichte, sowie Waffen ter 1848er Bürgerwehr. Der anf(f)Iieficnbe Flnr briet Altertümer, besonders Bilder, der Unioerfi tät unb enbtgt im Ikarzer, ter Erinnerungsstücke ans ter Gescknchte ter Studentenschaft vereinigt.. Von ten brei benachbarten groben Räumen hat E erste Zimmer neben Kirinaltertümern. ver- fchretenster Art vor allem die Texttlsammlung auf genommen. Im folgenden Saale stehen die Trachtenschränke, ter letzte Raum ist als Bauen: rimmer eingerichtet. Von den Sälen im rechten ^ugri .enthält das frühere Pvrzellanzimmer bie Trotze ^ammhmg von .\hibferftidrn des auf ter Otennüblc bei Rodhetm an ter Bieter geborenen Künstlers I. G. Wille, ter zweite Raum ist dem zunfttgen Handwerk und ter otertessischen Hau- inbultne gewidmet. Der früher ten alten Maschinen tevnente Raum zu ebener Erde Hal die firdjlichcn Altertümer ausgenommen, deren Gtanzstücke erst letzt recht zur Geltung kommen. Der obere Stock wird jetzt in seiner ganzen Ausdehnung van der so teteutungsvollen TOrgeschtchtlutt.il Abteiluno erfüllt. 9

Bei der durchaus modernen künstlerischen Siir* stattung ter neu gewonnenen Raume, deren tShu vakter für die Nachwelt unter allen Umständen

teil, lag Bon diesen Fichtenstämmen sind 300 Stück verbrannt, außerdem iwch Brennholz. Es

. ..... ... ......._ .... mag sich um einen Schaden von 100000 Mark

nzgedirge gebildet wird. Nun konnte von Frank- hanteln Auf welche Weise der Walbbranb cnt- misses! reich aus auf diese Gebiete emgewirkt werden, unb ftanten ift konnte bis jetzt noch nicht ermittelt