die
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Der Klostermüller.
Eine Erzählung vvn Karl Neurath.
stumm. In iumt Stufet schrie ein hchßes W'st „Laß, bie Sette in Ruh!" vermies ihn der Vater. r.
lieber Pebers gebräunte Mnngm huschte en mattcÄ Stet; vor bent Blick des Mädchens mar ibn das Lächeln auf den Lippen crstvrben.
„Ja, in!" fafltc er, und es sollte leichchcr klingen. „Ter Steg ändert vieles. T-a muß. mm sich hüll hr eirf-nben!"
Die Müllerin. mürbe mifmerfom intb lies ihre Blicke mirbcm ztmick^n ben beiden.
„£xiR du etwas mit 'der Seide?" fragte sie, als Mädchen die <3tirbe verlassen hatte.
„Was soll ich denn mit der Haden? Nit mehr, als mit rcber anderen."
Dis mär' auch noch einmal schöner!" brauste der Müller auf. „Ein Wehrum und eine Dienst- inagb1''
„Tas will ich meinen!" bekräftigte Peter mit tedtr Stirn.
Christus fach ihn vorwurfsvoll an, aber Peter
>merkte es nicht. Er hatte die Hände in dm -osentaschen vergraben und psiss lei e vor sich *ai,
Ter Vater unterdrückte seinen Zorn, er wollte ■i diesen Tagen, die vielleicht die lebten ihres Beisammenseins rvareu, Renten Stellt mehr an- mgett, aber betrübt fühlte er ymt erstnrmal gern- Tat, daß etmrs Fremdes beftoub Mschen ihm und einem Jüngsten.
Als das Mittagessen ausgetragen wurde, langte er Peter herzigst zu, die übrigen ab?r saßen stumm ei einander mü) asten Baum. Auch die ftVedjb: u d »ie Mägde rnürgtei an uyren Bi sen, denn allen lag der fttieg schwer ans bent Herzen, manch.m mch irr nal^ Abschied. Jtktum da st ieinand aus dis geschwätzige OttiXcufer der G-vstmutter ach- .pab, die schon die Bstveiungstege -nri-llst !?altc imb :un mviuchärlich aus iV ec sechzig älrigen Enn- -erung erzäÄte. Nur der Peter, brr es ängstlich vermiÄ), der Sette in das verstört' Ee ickst zu sehen, ermunterte sie, dm ande>en zum Trotz, manchmal durch ein fn'gerades Mort zu immer lveiterem Rachen, bis der Mülhrr ei.beid) ung» i/uDig das Tisct-gebet sprach und danach bas ermahnte, den am Morgen ^rri iumltn StNrcbgang am Nachmittag nxb txuu8U'.x){en.
In Sorge und Unruhe vergingen die Stunben ; Peter aber gab sich, als ginge ihn der graue Vn'fl nichts an imb hockte mit gleickmiütiger Riche rrch brr Ofenbank, kcheinbrr nur mit seiner Tabarpseise b*»
scl)äschgt. Aber es mar ihm gar nicht so behaglich, iure es den Anschein ch te.
Die schnrerzv.-liai B ick des Mädchens gingen ichm nicht aus dem Suvi, und wenn er bedachte, ch.-s sie üvm alles ge (heute 'hatte in he sti n Somm-rr- n.ächten, ixvrai feixen es ü/m doch bedauerlich, tost tos nun ter Abschied, baß das mm das Ende dieser helleren Lwbschast ein sollte. Umso bbaElick>cr, als er noch tags zuvor arg mit ihr chrntereinnntor- qefomme.i iwir, n>.*i( sie sich geweigert l-atte, sei- -.cem Baler ben Tvnst auzu'ngen, um dadurch die nun un,lusbleibliche En beetemg des Bernallni ses nach Mö^ichleit zu totli «beim. Noch am ybergen bitte er gewünscht, daß irgend ettW gefdjete, was ihm leine Freich-ll axber^ben, iwd ihn von dem McLu>eu lös en möge — \mb nwe ein Wunder d's Himmels war irun ber Stieg gekommen und mackste ihn plltziich und imcntK-rtet frei. Wenn nur das Mlch<ednÄnnen ni'st g^uveer tttlr?. Am liebsten Mtte__er sich heimlich b Longe chllcken, denn im' dce Sette sich anstelle» (Uikbe, bad Boomt* er sich schon denken, dazu in dem Zustrard . . . Sich um -rtr nix mehr zu kLnrnern und einfach alles dem Mädck^n und dem Zufall zu Übtdaften, das n>ar vielleicht au/b nit bas» richtige 'Lb.ni was tu»? —
Es imr zum aus her Hont fahren.
W<s txrr Christoph da vorhin gemeint hatte, — dost er einfach alles dem Aldrn f<tgen sollt, — dis war ia ganz ausgeschlossen; da hxtr m mt nit dran zu darSen . . . Und der Mutter? Das
„... ergebenste Mitteilung, daß uns soeben der uns an die Adresse unseres ehemaligen L^orsitzcn-
Au» 5t«, t uttfc Land.
Gießen, den 15. Juli 1920.
Die Rot unserer Gelungenen in Avignon
Dr. H. Schneider, der sich um die Gefangenen- fürsorge fehl' rerbient gemacht hat, schreibt uns:
(&3 mar hohe Zeit, bist die Ocffcntüdifeit sich einmal mit ber allen Mensckiemechten hohnsprechen- den «iotläge mtfener Gefangenen in Avignon beschäftigte, nachdem aus Rücksicht auf den Frie- DenSucrtTag „amtlich" von ihr geschwiegen wurde. Jeder, der dem vorgestern hier veröffentlichten Hilferuf Herz und Hand öffnet, wird eine wahrhafte Samariter tat tun an unseren „unter die Mörder grsallenTN" Brüder. Daß aber nicht nur das Rote Kren; in Freiburg und in Köln diese Aermsten nicht vergessen hat und inzwischen trotz des Einstcltens seines Hilfsdienstes aus den toe* nigen Mitt ln, die ihm Übrig geblirbim sind, auch das Rote Kreuz in Gtesten sie zu erfreuen sucht, baren soll unten stellender Brief ein Zeugnis ab- legen. (5g war ursprünglich nicht lieabsichtigt, ihn der Oeffentlichsill zu übergeben, jetzt mag er Viele anspornen, ein Glciästs zu tun.
Der Brief lautet:
Avignon, den 30. Juni 1920.
Dem
werten Komitee vom Roten Kreuz
in Gießen
nxrr auch fo eine Sache! Am beiten wär's viel! llä noch, rer dem Abrücken von Mainz aus zu fehret den. Ob er dazu aber Zeit hatte? Ob der Bat.'i nit am Ende in seiner Wut dos Mädchen zuv Tempel hinauswarf? Und was war daun geiren« nen? — Am aescheitesden war es doch Westlich er hielt das Maul und liest olles kommen wie "3 kam.
Er überlegte noch eine Weil:, aber er rnj immer wieder zu bcmieHien Ent chluß> und so gat er denn endlich das Nacktvnten auf, soll noch ein Weile den an ton Fensterschllben wnsselnben gen zu und schlummerte lang am ein. ‘
Er hatte noch nicht lan?e geschlafen, als bei Christof, de. seine heimliche Brant besuchen wollt! in die Stube trat unb ihn weckte.
„Du könntest ein Stück nn'gehen, Mter! Jt hab mir die Sache noch einnnal überlegt."
Peter nahm feine Mütze vom Nagel und M wortlos neben dem Lteuder her.
„Wie loar's, Peer, wenn du kur?e fünW machtest und einfach die Sette heiratest?"
Der Jüngere blieb überrascht stechen und I» den Christof veitmtzt an.
„.Heiraten? Du bist ja verrückt!"
„Das nit! Aber ich wüstt' in der Zage kern^ anderen Ausw-m."
„Ihtb der Vater?"
„Mit dem wollt ich fd^rn reden." «J-onietzung folgt?
(Nachdruck verboten.) Fortsetzung
„Na, Sette, du hast ja geflennt?" bemcrFi Peter mit gekün'xltem lkd)en. „Muß d:in Scha auch in den Krieg?" , _ ,
T<s ^ä^^^e)i verfärbte srch und maß tUi
unfern herzlichen Dank für Ihre hochherzrge Spende zu übermitteln.
Der Betrag wird unter Bececkmung ber Kopfzahl auch den auf Kommando arbeitenden Kameraden zugewiesen. Die Anzahl der bebürftigen Kameraden ist hier ein kolossal hohe, da mindestens 80 Proz. seit 5—6 Monaten unb länger nichts reit ihren Angehörigen erhalten haben. Sonst erhielten wir in den letzten 6 Monaten zwei Unterstützungen von 11 Francs und von 9 Francs pro Kopf.
Namentlich wird es unser hauptsächlichstes Bestreben sein, unter Bezugnahme auf das Allgemeinwohl, den größten materiellen und moralischen Nutzen bei Verwendung Ihrer gütigen Spende zur Wertung zu bringen und sind wir gern bereit, Ihnen mit Aufklärungen über Situation und Verwendung zu überfenben.
Indem wir hoffen, damit kn Ihrem hochherzigen Sinne zu wirken, verbleiben wir in steter Dankbarkeit mit treudeutschem Grüßen an die liebe deutsche Heimat
Ihnen ganz ergebenste.
Ter Hilssausschuß des Depot special des Prisomners de Guecre in Avignon (Baucluse).
BeranstaLtungen.
Donnerstag, 15. Juli: Schöne Aussicht, 8 Uhr, Militärkinz-ert der Reick-Sivel-rkopeNe. — O^-ewerb^l-aus, SVt Uhr, au^rirdentliche Müglio- der-persammlung des Ortsgewe-.'bevereins. — H-tel Einhorn, 83/4 Uhr, Gastspiel. BuckMxUd. — Lichtspieltheater wie gestern.
Kus frem GrWt
Verbot drr deutschen Flagge.
fb. K>o blenz, 14. Juli. Ter Lonrrnandierende arneri^rnische General bat e.'.tschtedcn, daß innerhalb des besetzten anreriLanischeu Gebietes weder die alte deutsche Flagge noch die Flagge der Deutschen Republik bei irgendeiner Gelegenheit gch.ßt roetben darf und daß diefes Verfahren ft r eng ein gehalten werden soll.
fb. Mainz, 14. Juli. Tie interalliierte Rheinlandllommissiion verbot auf Ine Tauer eines M'onatcs die Einfuhr unb den Vertrieb der Münchener Zeitschrift „Jugend" und der ,^Jllu,.rrerten
sihende verlas dann ein ans London eingegangenes Ltelegramni von E. D. More'., in dem der englische Pazifist bi: 3<sctznrg b?5 oeutscheu Gebiets durch di: afrikanisihe^t Trupp n als einen Verstoß ge-;cn jebx' anstänc <g' m nschliÄ- Einpsinden bezeichnet. Das fra.izässt..e Seugv.cn ,ei voli kommen ungraub- würdig, da ci-,e Menge tatsäcl/ttches Beweis- material reri.ge. Zum Schluß^der Ve sammlung wurde ein Fu.tkspruch in alle T il' der Welt ge fanbt, in dem gegen die Schcnrdung brutschet Frareu protestiert wird.
Die Einschränkung drr ErwrrbSlosen- unterstützung.
Berlin, 14. Juli. (MTV.) Nach einer Vc ^rdnung vvn 6. Mai wird vom 1. August a bi1 ErrverbSlosnrrnt rstützung grundsätzlich nii . für 2 o Wochen gewährt Die Durchführung dieses Gr-n satz.'s b-ge'.n.'t bc; de' g gnttv irt g n wirtlcl-a.t ick^en Krisis größeren Schwierig-! iten, als b i dem Er:aß der Verordnun.i erwartet w r-> n tonnte. Ter Reichsarleitsministei wies drsha b durch Erlaß vom 9. Juli di' Regie- ruuiTen dcr Lüntxr besonders auf die Befugnis der Gemeind'n hin, Ausnahmen von dem be Kelchneten Grundsätze zu b. toil igen. Insbesondere werden Ausnahmen nach Lag: dec ört ichen 93er» hä.t'.ifse unter Umständen auch für ganz- Gruppen von Erwerb losen g-macht wrden müf en.
Doendigung dcr B-eri;arbeiterausständr.
Leipzig. 15 Juli. (WTB.f Wie die Abend- Rätter m\f e t bcs^iloß bxe Betriebsrat konferenz des Meuselwitz-Rosiher Braunkohlenreviers geg'n nur 3 Stimmen den Mbnrch des Streiks. Die Arbeit soll b-utc früh in allen Detr'-ebTN wick>er auf genommen werden. Auch im Zeitzer Revier b schloß die Betei b.-'r^t'-Konterenz mit 138 g"gen 38 Stimmen, die Arbeit nneber aitfyin- frnen. Es streikt jetzt nur noch das Bornaer Revier, das gestern ein Ultimatum an die sächsisch? Neuerung g-richtet Hai von dessen Annahme.es abbängen folt. ob in birfem Revier die Arbeit wieder aufgenommen wird oder nickst. Wie aus Bitterfeld g-.nneldet wird nötigten die ausständisck'en Arbeit-r der l§l-kt-iz't^ts'.vrke in Zornewitz die ß^schäfts- lcuie die Preise für alle LebensmittÄ um 50 Proz. zu ermäßigen.
Aus Mecklenburg
Neustrelitz, 13. Juli. (WTB.) Wie die „Laudeszeitung für bnbe Mecklenburg" meldet, wählte ber mecklenburg-strelitzsche Landtag, der aus 19 Bürgerlichen unb 16 Sozialdemokraten besteht, heute infolge ber Einigung der Fraktionen ben bislreriaen Staats mim st er Dr. Freiherr v. R e i b n i tz (S ) und den Führer ber Demokraten La: dgerichtsrat Dr. Hustädt als StaatS- mmister. Ferner würbe b?l Stimmenthaltung der So-ialdemokraten .Hofrat Frick aud Fürstenberg, Mitglied ber Rechten, zum Präschenten des Landtages gewählt.
tedcmm'tteNeuerung.
Eilte Kuu^g bung trd d-mtschrn Einzelhandels.
Existenz verlieven. r . t
Der weist 3teuerbcgement muß daher ernzrg und al ein die Fra<ge erwägen: Wie mache ich rmr das Stnrn auf ixe Dauer M einer ergiebt-ten Steuer- crudie? Da wird er dann ganz von selbst darauf kommen, daß er zu allererst ein vitales In bereise da an haben muß, dem Kino feire Besucher zu erhalten, damit es selbst steuerfähig blerot. Und da T>'.eüoieriel aller Ki,rabesuch?r Ich aus den ar lei .enden .Vilatfen zuiamurenfinde,,, so wird er von selbst darauf kommen, daß eine zu hohe Besteuerung der unle.en Klasstn mmx'ßreclich eine Kinostricht unb infolgedessen einen Zusammenbruch des ganzen Experiments l)ett?arrusm müßte. Sein Grund,atz soltte be*5iL>egen fein: 4! i ch t zu hohe, aber viel Steuerbeträge von zahlreichen Kinobesuchern, nicht etwa hohe Steuern von relativ weniger Besuche r n. Eine Argumentation^ seinerseits, der Kinobesucher ließ sich auch höbe Steirern gefallen, nstire ranz vcrsthlt. Eine sozial gerechte, der heutigen Znt unt> bet Umstanden angep.rßte Steuer kann unter keine i Umständen, bei einem Biltett- preise bis zu 3 Mk. über 2.) Proz., bis zu 6 Mk. über 25 ober 30 Prozent hinausMchen. Tut sie des, ist sie unse-oecht, unsozial und verfehlt chven Itveck.
Wie uns von Gießeirer Kinobesitzen, mitgcteut n*irt>. ist i>rr N na besuch je t EinfM-runi der crlnö^ten Biltettfteitec le.eits erbcbiich zurückgegangen, so daß ber SierZeoertrag sich laut ntebriget stellte, wie vorher.
den, Herrn Leutnant Fünventsster von Jheten so gütig überwiesene Betrag von 320 Franken soeben zur Beifügung gestellt wurde, worauf wir uns beeilen, Ihnen umgehend im Namen Aller
Gerichtszeitung". ,
Ar»» dessen.
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Aus dem FinaniauSsthuß.
rmk. D a r m sta dt, 14. J,üi. Der Fi - ! nanzausschuß ber Kammer genehmigte in 1 seiner gestern fortgesetzten Be-atung zunächst .Ka- . piiel 13 Auswärtige und Reichs Verhältnisse ohne j nteseniliche Aussprache. In Kap. 14 Ober rech- \ nungskammer wird mitgeteilt, daß dem Wunsche ' auf möglichste Beseitigung der fremdartig ■ klingenden Bezeichnungen, nne Diri- ' gent, Kollekte, in der neuen B^ioldun.AardtruM zum Teil schon Rechnung getragen sti. Sollte ein entsprechender Kammerbeschluß vor ie.ten, dann sollen auch die noch vorhandeive:! Ausdrücke verschnstn- ' den. Zur Frage der B e r e i n f a ch n n g wird darauf hingetvie^en, daß dst Personalfrage sich schon dadurch sthr vereiirstrckst hat, daß trotz ber in ben letzten Jah.ieil et folgten großen Arbeit- Vermehrung schon seit langen Jahren feine Per- sonalvergrößeruna fballgefunben hat, wodurch sich ton selbst eint Bereinfachmrg der Rechnungsprüfung ergab. In Kap. 12, StaatSministerium, kommt zunächst die Absicht der Franzosen zur Sprache, das Heffendenkmal bei Gravelotte zu beseitigen, und es wird gewünscht, daß geeignete [ Schritte geschehen, so daß, trenn die Absicht nicht verhindert Irerbrn kann, wenigstens eine sachgemäß Behandlung unb Ueberfübvitng in die Heimat erfolgen kann. Staatspräsident Ulrich erFtart, daß man bestrebt fei, in diesem Sinne zu wirken, auch feien txni Sellen des Reiches Berhanbluu^nj eingefeitet. Der angtfotberte Betrag von 30 000 Mark als Disposi ivnsscmds wirb bewilligt. Nach weiteuec Aussprach.' über die angeforberte Stellung eines Pressebirektors wirb ber Antrag, den Posten zu streichen, gegen drei Stimmen angenommen u: t> beschlo-'te!, da ß ber Jnlxck^r ber Stelle in dem seitherigen Äertragsvcrhältnis bleiben soll.
Heute wurde zunächst das aus bem Vertrag mit dem früheren Großhcrzog vorhandene Angebot der Uebernahme der Reste ber früheren Kabinettsbibliothek, die in einem Gartensaale des alten Palais untergcbrackst ist, bespro- dpen. ES Ibmmoi etwa 40 000 Bänd-e in Frage, für welck-e die Stimme von 60 OtK) Mk. angesetzt ist. Es wurde anheimgestellt, die besseren Werke auszusuchen, doch wurde man d-rhin sckjlüssig, die sämtlichen Bück>er, die teilweise bedeutenden Wert haben, zu übernehmen. Die Summe von 60 000 Mark soll in Kap. 60, Landesbibliothek, eingestellt werden, so daß dort anstelle des angeforderten Betrages von 50 000 Mk. für Vermehrung der Bücherbestände nunmehr 110000 Mk. angefordert werden. Man hvfst, durch Verwectung ber Tappel- stücke die vermehrte Ausgabe decken zu können.
In Kap. 3, Siedel ungswesen, werden statt der mt^forderten zwei, nimm'.Hr vier Scckro- tärstellen genehmigt und die Regierung ermächtigt, das beschäftigte Personal zur Anstellung zu bringen. In Kap. 39, Jnvalidenversorgung, tver- den die Verhältnisse des Staatsverlages besprochen. Der Staatspräsidettt erllärt, daß demnächst durch eine Vorlage die Neuregelung des Staatsverlags, wie des ganzen Zeitungs- und Kreisblatt- wesen S unb bierb-.n auch die Besol-urng und die
AnflrllungSverhältnisse des bisherigen Personals auf Grund der neuen ^fottanigSoDnung erfolgen werde. Nächge Sitzmrg Tomdcrstag.
Das neue Bittet steucrgesetz im Freistaats Hessen. .
Dom Vorsitzetiden des Reichsverbandes deutscher Lichtip.elllteate^-bcsiver werden wir um Ausnahme folgenden Hinweises ersucht :
Am MtM'vck), - em 17. März, wurde von der Volkskammer ein Ge>etz vevabschiedet, das ben em» seinen Stadtvenvaltungen bas Recht emraiimt, irct allen Unterhaltungen, Festen, Schaustellungen, Theater, Kino, Barietö usw. eine Bckletsteuer bis zur Höhe von 50 Proz. (gegen bisher 10 Proz.), mindestens aber 20 Proz. des Eintrittspretsts zu erheben. Wll bei allen in ber letzten Zett im Reiche gemachten berartigim Steuer gesehen zielt ber Gesetzgeber mit dieser Steuer vor allen Gingen nach Dem Kino. Destvegen sei es einem Fachmanne auch einmal gestattet, s-rine Meinung über bie neu geplante Besteuerung zn äustern. .
Ich bedauere an diesem (Gesetz nicht das Maximum von 50 Prozent (denn ei mag ja Beran- staltungen gäben, tne bie Hälfte ihrer Einnahmen abgebcii können', fonbem das vorgeschneben-e Minimum von 20 Proz. Meses bringt ohne tveiteres eine in weben re Belastzmg ber schwächsten schultern. Schlägt nun ber städtische Steuerdezernent für die Billette unter 3 Mk. höhere <satze wie 20 Pwz. vor ober überhaupt höljeve Lwtz- 'wc bei einem anderen Theater oder Volksvergnügen, bann ist das me!tätige Volk, das auchchiiestlich brefe Plätze im Kino besucht, ffcafbefteuert imb cne unsoziale Ungerechtigkeit in dec sozialen Republik ist
^öcnii durch vermin derben unregelm äst igen Söe* such, besonders in den fteineven Volks km os, ein schlechter Gesckjäftsgang sich einstellte, stünde ber Besitzer in ganz absehbarer Zeit unerbittlich vor der Frage: Entweder die Stadt betrügen, bie hohe Billettstener mir zum Dell abführen, oder die
** Eine Sitzung des Kreisausschusses findet am Montag den 19. dS. Mts. vormittags 9Vi Uhr int Reg.erung^ge^iL be statt. Auf der TageÄ-rtm img stehen: 1. ül- g- des Kreis- direklors tes Kreises Greven gegen ute Gemeinde Grüningen auf Bewllligiang einer Teuerungszulage für den Bürgermeister ber Gemeinde Grüningen.^ 2. Einwendungen gegen teil Voranschlag der Gemeinde Treis a. d. Äba. für das R.-J. 1920.
♦* Anfragen über Kriegsgefangene. Nachdem zu erwarten ist, dast bie in russischer unb sibirisck>er Qtefangenfdyaft befinblichen Deutschen im Laufe des Sommers zurückkehren werden, hat sich die Lanbesgruppe Oberhessen und die Ortsgruppe Gießen des Ao'.ksbundes zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgesangeneq aufgelöst. Ter Vor,:and war sich ivvhl bewußt, daß die Ausgabe des Bolksbundes nicht restlos erfüllt ist, da bie französische Regierung noch immer einige, Hunbert Deutsche zurückhält. Doch ist die ans dem Volk^himde hervorgegangene Rcick)svereinigung einmaliger Kriegsgefangener so erstarkt, bnß sie bie Aufgabe, für bie in der Fremde noch schmachtenden oeutschen Kriegsgefangenen zu sorgen und einzutreten, voll und ganz erfüllen kann. Es nflrb daher gebeten, von jetzt ab alle diesbezüglichen Anfragen an den 1. Vorsitzenden dieser Vereinigung, Herrn Hans Horst, Marburger Straße 27, zu richten.
** Ausgabe von K-ä f e. Freitzta ben 16. Juli wirr- in ber VerbausS'telle ber Molkerei C’Vneb, Fr;Uilsur! er Straße, an ben Be^rk 13 Küse ausgegcbcn. Gi b- Arteigen teil.
** Neber bie derzeitige politische Lage Deutschland? sprach tte'fdrn ab'nd im (S.af6 Le.b der USPeich:tag.a g. Beckmann, wobei er zunächst bc.tg. Angriffe geum das neue Stewergestch riebt.tc. Es drücke durch stincn zehn- proze tig. n Lohnab ug in erst-er Linie bie Minderbemittelten. Das Prch'.istnsystem in ber Landwirt-l schall rni'.se abgefchafll »verben: d-adurch werde eine Erhöhung ber Lebens mittel irreife bewirft, während man für ber^n H rabsetzun; mit allen Mitteln eintrt'tt müsse. Gegen bie in letzter Zeit einsetzend!.'n Versuche, bie Arlreit:lo e.'Unterstützung zu beseitigen, müsste angelämvft werden. In die Regierung hätte die USP. nach sen Wahlen nicht eintreten Iim neu, da sie sich nicht zusammen mit Männern, die durch die Kri g ^Politik belastet wären, mit Scheinfozialisten und Bürg r ichen an
Berlin. 13. Juli. (Wckff.l Die Haupt- gemein schäft b e 6 deutschen Einzelhandels gibt beginnt: Obwohl ber Einzel- ba-M aller Geschäftszweige der veränderten Konjunktur b?rrit3 von sich aus in iveitem llmfang-c Rechnung getragen und seine Preise zum Teil weit unter die eigenen Gestehungskosten abgebaut hat, sind gleichem)hl in mah-ercn Städtnr Beitrebun- gen hervor telreten. folchem Prei abhau mit Maß- ualvne des Z w a n g e s, stell nweise unterIwvhun- gen zu verstärken und zu besÄ nmigen. So haben Ui As la'> bn:g KÄrlZruhr, Biehnch, OsckM und anberen Plär.en die Etemem^ebedtzrden uut-r bem Druck ber Massen und insbesondere bet organisierten Arl>ellerstchaft bie bortigen Einzelhandels- grfcb'ifte aller Art genötigt große prozentuale Prei'-ermaß^gungen odw Rücklicht darauf, wie weit die b-ftetjeuben Preise bereits abgolmut waren. vorznn< hnr-cn. — Dieses Bor^ch-n bedroht aufS Sck>n)erste stele Geschälte, aber bie gtfdjUberten Maßregeln hrben eine weit allgemeinere Bedeuten'g. die über den Einzelhandll hinaus Folge- wi kau gen von un ös hbar-r Tragweite befürchten läßt Ter Einzelhandel kann auf bie Dauer die Last nicht tragen, die einseitig ihm auferlcgt werden soll. Es ist desha b unvermerdlich, datz er durch die oef.fnlbertm Zumutungen in seiner gefrM'tlidjen Betätigung lahmgelegt wird. Es bleibt ihn nur bann übrig, seine Einkäufe zu sistieren und die Verantwortung für die wertere Be stncnam ber Bevölkerung bmen:gcn Stellen -u überl-assm. bie mit ber Verhängung einer in hohem Mast- bebenklichm und viel ach auch reckst- licb angrei baren Znxmges Wirtsckv t^itik zu treiben glaul-en. Die verantwortlichen Amts- stelle , im Reiche, wie bie Zentralresiierungen ber Lä- der müssen hier iinserzügllch i-ingrct:en, um solchem Umvesen zu steu.n-n und für ungesetzlich? Ak e mrte geordnet r Instanten Remedur zu schaffen Die H- - utckacmeinsch.i f t ds deutschen Einzel- hcrndel^ hat nach dieser Richtung hin bereits alle notwendigen Schritte unternommen.
ein mißglückter Milchli ftrungsllreik.
D u S Rheinhessen, 12 Juli. Ein m i ß- glückter Milchlieserungsstreik in
Rheinhessen hat die so nrü^Manr ^ustaru< gekommene ArbeilSgemeinschaft und Einigkeit bei lant>wirkschaf'lichen Organisatim en anseinaicher- gesprengt. Tie freie Bauerirschall. l>rr landNnrt- schiftliche Verein der Pvovnrz Nhernh'eistn, der Kreis-verein Meiirz und der He,fische Bauernbund cLten ber 'hessllck>en Regierung ein Ultimatum ,ur Annahme ll-rer Forderungen. Ti>: Regierung >.mntc bie Forderungen nicht bediugungs^os an» neljmen und davaushin sollte bie g.famte Bauern- idgaft in den Aiilchtteferunos- reif eintreien. .^n ber Zell bcc allgemeinen DruerungSunruhen Lnin- ten sich aber bie landwillsckiaftliche'i OrgaJiia.B> neu nicht zu bem gefährlichen Kamtpfmittel des illefernngssireiks cntsch« testen, zu bem ine freie öauemfdaft drängte. Tamufhin hat bie freie Bauernschist bie Arbeitsgemeinschaft in einer Massen Versammlung in Alzey geEünbigt.
Wie dem „LoValanzeiger^' aus D r es de n gemeldet wird, kam es dort gestern erneut zu Le- oenSmittelunruhen. Tie Cafös unb 2c= bensmittrigefdjiafte nrnstten Zucker, Mehl unb Eiei zu sehr bitt gen Preisen an bie Eriverbslvsen ab» gc(>en. Zahlreich»' Lebensmi telgeschäfie hiben g-e- ichl^ssen. Tie ] ädtifchen Lebensmit ei stellen mit 50 Prozent Nachlaß an die Erwcr.-Ächen und Minderbemittelten bis zu 12 000 Ma ick EinLourmen verteilt werden.
den Regierung t tisch sitzen lö inte. Dec Niederlage des polnischen Jw.p.riai mus müsie großes» Gewicht bcigcl-^t werden, da daourch bie Besei-» tigung des Puffers!anteS zwisck^en Rußland und Deutschland, bie Annäherung zwi'chn b isen Ländern und schließlich die W itrevolullon näher- ^'kckten. Bei tatkräftiger Sufamm naf ung aller ixtoiuttonären Kraft- in einer dritten Internationale werde di? Stunde der Er ö'iing vielleicht el)er Wagen als manch r denke. Die recht lang dauernde, mit häufigen und unbeherrschten Zwi- sclienrnfen burd^-tt/ Debatte stand unter dem Zeichen des Streites zwi'chen Mehrheit-sozialisteit und Unabhängigen. Bei dem g>g m eitigen Borwurf, nickst genügend positive BoZch äst ' zum Abbau der LebenSmittelprstse unb zur St uerpollli' gebracht zu haben, gingen bie Wogen ber Leiden schäft hoch.
** Schleichhandel mit gestohlener Kohlen. Dieser Handel nimmt einen immer größeren Umfang an. Junge ha l bwü chsigt Burschen machen em vollständiges ©croerbt daraus, am Bahnhofe, von Fuhrwerken ober an sonstigen dazu geeigneten Stellen Kohlen zu stehlen und wieder zu verkaufen, wofür sie auch stets Ab nehmer fitiben. Nicht allein, daß bie jungen Leutr wegen ber guten Bezahlung, die sie dafür erhalten,
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