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Zrantsurt n. M. ! 168,
170. Jahrgang
Donnerstag, 15. ZuU 1920
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Die Spannung in Spaa.
Noch feine Entscheidung! Die Alliierten beraten mit dem französischen Leecesführer, und es heißt, daß sie in der Kohlenfrage nicht nachgedcn würden. Ein llitimatunt an Deutschland stehe bevor ober sei bereits überreicht worden. Dem steht eine Meldung gegenüber, worin es hxißt, eine endgültige Entscheidung sei von den Häuptern der Entente noch nicht gesällt worden, weil man den englischen Generalstabschef, Marchall Wilson, noch hören wolle. Ob es sich um Bluff oder ernste Drohung handelt, das ist die Frage! Die Mitglieder der deutschen Regierung haben gestern in Spaa ebenfalls lange Konferenzen gehabt, und der Minister Dr. Simons hat sich auch einige Zeit mit Lloyd George über, die Spannung unterhalten. Wir müssen hoffen, daß irgend ein Ausweg, der freilich von dem deutschen Standpunkt kaum in nennenswerter Mise abzurvcick-en hätte, sich noch finden läßt. Denn es ist durchaus falsch, das deutsche Unternehmertum in der Person des Herrn Stinnes in den Vordergrund der Polemik zu rücken, wie die französische und englische Presse dies versucht. Es sind vielmehr die deutschen Bergarbeiter, die ein weiteres Entgegenkommen der deutMn Regierung in der Kohlenfrage bekämpfen und wertlos machen würden. Das kommt in einer Entschließung ihrer Vertrauensleute und Betriebsräte neuerdings zum Ausdruck. Auch der Gewerkvercin christlicher Bergarbeiter erklärt im „Bergknappen":
„Es ist gänzlich ausgeschlossen, daß die Bergarbeiter Deurschlaitds über ihre Kräfte hinaus arbeiten, ihre Gesundheit Übermaß g auss Spiel setzen intb ihr Leben unverantwortlich verkürzen sollen int Dienste kapital,' ischer Interessen des Auslautes, nxi.-renb gleichzeitig die deutsche Arl>eiterschast durch .K Ihlen mangel brotlos gemacht wird. Von dieser Stellungnahme werden sich die deutschen Bergarlxnter auch nicht durch das dargercichte Zuckerbrot erhöhter Lebensmittelliejierungen ab» bringen lassen."
Die Entscheidung wird wohl heute fallen.
Ein Ultimatum?
Berlin, 15. Juli. Verschiedene Blätter melden von einem Ultimatum, brr deutschen Delegation beute von den Alliierten m Spaa mi'geteilt worden sei mrd in dem die deutsche Enticheioung aus den letzten Vorschlag der Entente in der Kolstensrage innerhalb 24 Grunben bei zwei'kündig r Lldfa hrts sri > aus Spaa ui geben sei. Tie Mitteilung sei voa der Dnohung ter Bee aing des Ruhrgebiets begleitet.
Säm liche Bliit er nv. ld n aus .-em gtüfyr gebiet, daß die Verhandlungen in Spea übet d-as .Gchlen- idämmen unter der Bergarbeiterfckiasl lebl-aftc Beunruhigung bcrrvrgerufen t-aoe. Ter Abg. £>ue sandte an den ReickiSmini er Dr. Simons ein Sdcgranrm, in dem er die zunehmende Unlust der Beigarbei ec. n-*uc Nelder ckuichtcn üu verführen, be- grinbft mit der sckckechten Ernülxrung und besvn- bciS auf die Nachrichten aus Spaa. baß Zwongs- -naß-tahmen gegen das Ruhrgebiet erörtert würben.
Spaa. 14. Juli. (WB.) Wie hier verlautet, tmjrbe (iei der heutigen Zusammenkunft -Aschen dem ReickSmntister Dr. Simons mrd Lloyd George die Kohleafrage besprochen. Aoyb George bestand mit Na-Bruck auf einer hrltnoen Entscheidung der deutschn ^Regierung. IParis , 14. Juli. (Wolff.) Tie Par ser Blätter lieben zum Teil hervor, daß Minister Dr. Simons gestern in der Sitzung zum ersten Male ft-mzösisch gesprochen k>abe.
Spaa. 14. Juli. (WTB.) Das Reuterfckie SBureau verbreitet folgende Mellamg: Tic Alliierten kamen (yeutc vornri Mg 11»/, Uhr zu- Nauuen. Tic Gm rate Fo ch und Ma g l i n s e - flaiteten Berictst übt d e milibäx fdx Late. Daraus wurde die 3ar;anmtm*imtt bis 6 Uhr abends vecsckvbcn^ In der Ziixschnieft hat kein Bertehr nrit den Teutichen srat^getmroen, und cs sch-iirt, bflB der Abbruch .der Berhandung n unmittelbar knwr .eht und oaß die Alliierten oas Ruhrgebiet leicvcn wer'en. Tie italienischer und die eng- jisck-en Gcnrerale werden heute abend ein treffen.
Der rlngrifs aus den Vertreter des rSolff-Bure«us
Spaa, 14. Juli. (Wrck'f.) Auf das von der deutschen Delegaticm fr züglich des Angriffes tui den Vertreter des Wolfs scheu Te- legraphcnbureaus an den Gn»:vcckse^etär tex Kv.tjercnz in Spaa geririyMe Schreiben ist noch am fefiien Saje ein Antwortschreiben ein- 8ma.--.g-ni worin der Gen wals-.'kretär die brutale iLißhmchlnng des trutfdfn J-ru nal.ften verur- Iteilt mrd im Au.t.age des belgischn Mimslers be»5 Aeu^:m bcfkit Bedauern über bet Vor- sall zum Ausdruck Inürgt. Qkjeu d e Schtildiaen iit _ fofort eine Untersuchung erugdeitet worden, Hier Ergeb-ris itixb nicht fest -jef/t Dr. Simons ha: sich Vorbehalte t. über das Ergebnis der Unter- sulhnng unterrichtet zu werden.
Köln, 14. Juki. (Prin.'Tel.) Die „Kölnische Zeichng" meldet ans Spaa vom 13. d. M.: Der to/i n i si e r p r ä ) i O e n t und der Minister des Ichswärtigcn haben bereits mündlich ihr Bedauern wegen des Ueberfalles auf den Korre- ioondenten des Wolffbureaus ausaedrückt. Heute traf bei Minister Simons ein besonderes Entschuldigungsschreiben ein, das nochmals fern Bedauern Ausdruck gibt und strenge Ünter- uepntg und Ahndung zusagt.
V nbt w.rd n iollen.
aus russisck-en Tepots bei kanatnsck-en Banken entnommen werden.
be immte kanadi che Gü( r g f- nbt w-rd n iollen. Tos Gold soll enhve.-er nach Reval verschisst oder
Rotterdam, 14. Juli. (WDB) Der Korrespondent de r „Westminster Ga zette" in Spaa bexiebtet seinem Blatte, das er zusammen mit zwei anderen eitchischeu Journa listen Augenzeuge der Mißhandlung be- Vertreters des Wo^ssickxm Butans durch einen be( giiche-a i?ffi in- e>*j.ie<-,t s i Da i or eJoud.m! l-evi hervor, baß der tätliche Angriff ohne leoen Guind erfolgt sei und schreibt: Ich Ivciß nicht, ob dei l»elgische Osft^ier uitäer dem Einfluß dts WeinM stand. Aber sicher ist, daß niemals ein salsck>erer, vollerer und unQnftäiibi.ieoer A -griff aut eine Per fon, die sich nicht vergingen foitite, erfolgt iit Von den an bereu OffizieoLi protestierte kein an üger. Als dem Offizier gesagt rouib?, Die anwesen ben englischen Journa isven verurteilten seine Handlungsiveise a.s roh und lauje^rfiLfertigt, lief er ans, er werde bie Engländer eben jo behandeln. Der englifdje Koiwe p.md7Nt verlangt zum Schluß, baß bie belgischen Behörden für b-f.e.en Schutz ber anwesenden Delegierten und der Pressevertreter sorgen.
Vöe.'duns?n unseres Sord^-ieuftes.
Spaa, 14. Juli. Ütu' ig liegt Annet’ et Lubin im Abendsamienschein. Es ist iriller und kvrer \.t> warten. Tie Berg- rb it rv-. r.rc e: sind sckvn grien; abgereift, und auch l-euti haben wieder verschQ-ens Telegierb' die Stadt verfassen. Rickrts ist im übrir-ea Niederdrücke'.cker als die große Hitze. Nach dem sck)werat Gewitter am Montag Abend, bas alle Telephon-- unb Telegraplienverbinbungen unterbrach, ist es wieder heiß geworben, und die Luft ist mit Spannung geladen, auch bie Pali i;d,e. Schon wetterleuchtet es am palitischen Dimmel. Dr. Simons 'hatte 'heute eine längere Unterredung mit einem (5ntentcmitgHcf>, die keinerlei Entspannmig brachte. Im Speisesaal d s Hotels Annette e Lubin saßen heute nachnitbag zwischm 5 und 6 Uhr die Mitglieder des Kabinetts mit den Sack^>erflänt>igen zn»a-ks Beratungen. Unterdessen kam der Shire.- aus Berlin. Es gab Zeitungen, die dach ein Stücken Heimat mitbnachten. Tritz der -ans;)ezeichn^ten Be.-- pfleguiiA, die wir hier haben, haben wir doch alle ein wenig Dtimweh, L> imweh nach unserer L«m,at zuhause. Nach der Vespo-chnng mit den Sachverständigen begaben sich bie M itglisder des Kiabmc-ts sofort nach der Villa Sorbier, wo zur Zeit ein Ministerrat tagt.
Spaa, 14. Juli. Die Ergebnisse be3 gestrigen Tages, vor altem bie Vertagung ber Konferenz auf unbestimmte Zeit, sowie bie öerbeti rufung be5 Marsck)alls Foch unb des Marsckralls Wilson geben Anlaß ^u äußerst skeptischer Beurteilung der Lage. Die .tzerbeirufung ber beiden Marschälle ist zrveifellos bazu bestimmt, einen Druck auf bie beutschen Delegierten auszuübon, wie auch in der Kolstaifrage zu einer Entscheidung bzw. Unterzeichnung des Abkommens durch die Deutschen zu kommen. Man will die Deutschen zwingen, ein Kohlenabkommen zu unterzeichnen, dessen Unausführbarkeit von vornherein sest ieht. Viele Blätter sprechen bereits von einem bevorstehenden Abbruch ber Verhängungen unb stellen den sofortigen Einmarsch In bas Ruhrgebiet in Aussicht. Immerhin scheint dieses ultima ratio nicht überall Entzücken hervorzu.u'en. Der „Soir" weißt auf die großen Vorteile hin, die Deutschland in der Kohlenfrage erlangt hat, unb sagt, es wäre besser, mit Deutschland zu einem Abkommon zu gelangen, als bas Ruhrgebiet zu besetzen. Tie militärische Besetzung eines Derartigen Gebietes ist immerhin nicht nur sehr gefährlich, sondern auch sehr kostspielig. Die militärischen Kontingente, die man zu diesem Zwecke brauchen würde, würden so und so viele Arme meitiger für die Industrie bedeuten. Ueb'tigens könne man schön unb gut bas Ruhrgebiet besetzen. Man könne aber ben deutschen Arbeiter noch lange nickst dadurch
polniscch-'it. uiick-en ®ebXrc i irle brn «ollen erb* TÜItig wtil-rick-einlichi in einer Kvn tevniz i i Lou m: escksti: »et meaVit, monui bte V.Nreer Polens, Citai.e.iß unb Estbrnds tritiezymen werben.
Ter Sieg des Teuifchtnm- im Osten und die deuis^e fresse.
Berlin, 14. In i (WTB.l Der deutsche Zchutzbund richeie an ben Skiein Deu!ick)c. Zeitungs-Verleger unb an ben Reich s- uerbanb Der den tschen Presse folgende Telegiamme:
„An ben Verein deutscher Zeitungsverleger Magdeburg. Ter deutschen Presse ohne Un terfchied der Partei, gebührt ein wesentlicher Teil Des Dankes für den glänzenden S.eg des Deutsch tilms in der Ostma k Diesen Dank auch dem Verein Deutsck)er Z.'itungsverle-er abnistatten, ist dem deutschen Schutzbund, dem die Vorbeieitunsi für b-.e Abstimmung unb tzeimbesörderung der Veimaitreuen nach West unb Ostpreußen oblag, dtingliche Pflicht. Jnsbesonbe-e dmuken wir für bas Verstänbnis, das bie beutsck^en Zeittmgsver eger ber Gv n.yfpen e ent .jegc ;g- b achteri, aus Denen Mitteln bie (jeioaitijen Stofbm für Die Avstim- mungsoorberettungen unb Abstimmungstraiisporte gedeckt werben mußten, unb für die Hilfe, di« sie bei der Werbung, für oiefe Grenzsfxmde uns jirteil lverden ließ. Die zweite, noch idjnxn’erc Aufgabe, die Abstimmung in Obe r fdjlejien, st ht uns bevor, auch sie kann unb barf nicht anders enden, als mit einem beutschen Sieg. Wir finb überzeugt, daß wir auch in den kommenden Wochen unb Monaden nicht vergeblich an die Mitarbeit der beutschen Poes« unb ber dcntsck^en Zeitungsverleger uns wenden werden." Deutfcher Sch: tzour.b.
An ben Michsverband der deutschen Presse, zu Händen des Cl-esre^-akteurs R i p p l e r , Berlin.
In dem Auge, blick, ba in Ost- unb West- Preußen bie beutschen Flaggen hock)gehen unb die Abstimmungsberechtigten aus dem Reiche in Stolz und Zuverlicht bie Heimkehr antreten, brängt es ben Deutschen Schutz!» mb, dessen Aufgabe die Vorbereitung ber Abstimmung unb die Leitung der deutschen Werbung war, vor allem der deutschen Presse ohne Unterschied ber Partei Dank zu sagen für bie unermüdliche, verständnisvolle und opferwillige Mitarbeit an dem großen Werk. Ihr gebührt ber Haupftrnteil am errungenen Sieg der für büi Vaterland wiedergewonnenen Provinzen, und alle bie, di an der Abstimmung Mitarbeiten durften, sind in diesem Dank einig. Noch steht uns freilich eine andere schwere Ausgabe bevor, nämlich die Erl)altung Oberschttiiens. Ter Schutzbund und seine Grenzspende rechnen auch fernerhin auf die Hilfe ber deutschen Presse." Deutscher Schutzbund.
Aus Rußland.
Amsterdam, 15. Juli. (WTB.) Tie „Times" schreibt: Es verlautet, baß unter den neuen Vorschlägen, die Krassin der btitisch-m Regierung unterbreiten wird, sich <s Angebot, beiinixt, bie beschlagnahmten Fa briken in R u land den gesetzmäßigen Eigent ntern wieder zurückzngeb-'n. Tie So^tie r- gi'- rung ist bereit, den Fabrikb si ern je er Natwr a i- Lät zu gestalten, nach Ru.ch'.nd zur-«^l.kti/ren, um ihre Werke wieder in Betiieb zu setzen. Der Gesandte irer S wjetr giernng für VCmcri'ßa, Luiivig Warten, teilt nach ber „Times' mit, '-aß die kanadiscklen Bankiers einen Vertrag atzges'chlossan haben, wvnach 2'/2 M l irnen P'und Sterl.ng in nach Kana -a als Zasiung f jr nach Russtanb
hindern, zu streiken.
Es steht jedenfalls fest, daß die nächsten Tage sehr wichtige Entscheidungen b.ingen müssen.
Sie Haltung der deutschen Bergarbeiter.
Bochum, 14. Juli. (WTB.) Tie von den Obteuen ber im Söergarbeiteroerbanb rrganifierten Betriebsräte, ferner von ben Bezir soer re ungen des Be gar'.ei ervrr si f e? und ben Mitglie ern seines O-^famtixr andes besuchte Konferenz erklärte fick» nach e;rem R-ferat! Hurs über die Vorgänge in Strn vollstärnv' mit dec Haltl.iug der W'r a b it r e egi-'rten in Sian einver anoen. Tiee M-inung iu >t< durch eine ein inunig angcicommeiie CrÄärung a.sdrücktich bekundet.
Tas Programm der Entente in den Ostsra 'en.
Warschau, 14. Juli. (WTB.) lDeistsch- polnischer Prti'e ienst.) Der „Kurier Por.nrnp" mdM: Die Bedingungen imter b?]<e, England und J-ran kreich die Vermittlung zw i sche it Po l e n n nd R u ß l > n d üdemehm-m , wollen, sind sollende: D'.s potzn ch- Heer geht zurück auf die Linie Bu-^-Sbru.-z und gibt gltich- zeitig des Wilnaer Lrrd ans, das mit Wi.na tvn litauische«! Truppen beeist wird. In bi'em Ml.gen- blick tritt Was eisti lslnnd ein Dcr-'-uf io'gen t-k J-rU?Ä'ertz'.indlnn> n, wovon freier < Ver- ständimmgsm xfye tnlr--elmwn. Heber X>cS Schck- sal des Teschetrer G.n-itts cntsckie'det der B'tsck-.if- te -r.it, wobei ein,' Bol Sabstimmtma und ein Schie-^gerickst aus-wsrÄo'en wich. De ober» schleiischeFrage soll i ' ki gelöst ne tte-, d-rß l^-rs Cf ch'is der Bol'sabsümmwtg richt als e-td-.tzüitig bttwrch^et wird, sonder i eru-r später einyjberufeuixm speziellen Kon e enz als Unterl-a'-e für die Eittscheirnrng gelten S l. O st g a I i j i c n soll pvrlmrfig bei Polen bleiben, aber über das Schicksal die es Gebiets soll tyie Äd-innng i'«er ört» lick« i Bckoöl ierung durch di- Berstistr -i gw'asm ächte im LstspfchQ^'on Augenbsick eingcholt n^chen. Die
Wilsous Gesu dsteitsznstand.
Paris, 14. Juli. (Wolff.) Ter „Matin" frfreib*: Der Gesu b -eitszustond Wilsons hat sich noch nicht gebese.t Er hütet immer noch das Zimmer oh e Berbiubung mit der Außenwelt. Jeder Empfang ist ihm untersagt worden.
Eine neue Arbeiterpartei in Nmcrika.
Chicago, 13. Juli. (Wolff.) Havas. Die Arbeitervertreter tiaten zu einem Kongreß zusammen, um eine neuePartei zu bilden unb einen Kandidaten für die Präsident- ! schastskampagne aus.ustellen. Der Kongreß hat beschlossen, an bie Arbeiter heranzutteten^ gleickxrahl ob die sogenannte 48er Kommission dem Kongreß ihre Mitwirkung leiht oder nicht. Mit dieser A'. bei ter kom Mission find Verhandrungen über die Ausstellung eines gemeinsamen Präsi- deiktschattskanbidaten und über eine Parteifusion im Gange.
DaS Rationalfeft in Frankreich.
Paris, 14. Juli. (WTB, Bei prächtigem W'tt r nahm Sri- g m mi er Lef > vre in ^-gen» n>irt Ee» K-mm-nprä i e i:en ser Minister und des diplonuLtische-t KorpS in Viwmnes bv. Truppenschau ab. Tir Menz<' war begeistert, le-o^'- le- s als der Ktie^smi -ister acht senegalei len Regim.mtern imtt den Stur-.n-Ar il.'er>.--Regin >e'.- teni die Jnhrten ülvrreickne. Die Triip'^c Logen an den v) u Trutsch'crnd gemäß dem Friedens- bertrag zurückgegebeuen Trophäen vorbei.
Der Anfch'uß VcfterreichS an daS Deutichc Reich.
Wien, 14. Ju'i -WTB) In ber heutigen Si ur.g d r Grast -e ftst en <>.e niA w: wurde an» ger x? ben Bert eter .er Gvotzd u sroen Verein i- : gum) im Versts mr^s.rus chuß zu beaun gr'U. bei : der Bera ung i»rr Wchlord,r.w.g zu v-rltin/en, daß ; gleichrcitia mst ber Bornahule ter auch
bie Volksabstimmung über bie Frage des Anschlusses an das T e n I s ch r Reich verbunden we de Roch crng<cubn: Tcdi t - wurde der '21 ntrag einstimmig zum Vest4uß erlzobm.
Innsbruck, 14. Juli. tWTB.) Ter Tiroler Landesrat hat e ne feierliche Protestkundgebung gegen die un srai^önschen 2cnat gef. llen" Aiust-rwrg erl< s en, datz ö. er- eeickniche .^at.uLfcn ben Ansck>lutz an leatid^nb xßäinpfen. Mit übemn-genber Mel.nl/ i , ans tn- botifdje.i Al^g ordm^ttm b.sle end, füllte er sich berufen, bat A schl. ß-n llen Twols an ein i^nuiu- sames deutsches Vaterland nachdrücklich zu bekunden.
DaS Recht in unseren früheren Kolonien.
93er (in, 13. Juli. (Wolff.) Die De u t- sche Kolonialgesellschaft rich.eie an Reichskanzler Frh.endach unb Reichs Minister Stmons folgendes Telegramm: „D:e Deutsche Kolonialgesellschaft unterstützt die Forderung ihres kolonialmictschait.tcl-en Komitees auf sofortige Einstellung der L i a u i b i e - rung des deutschen Eigentums in ben Kolonien und Herausgabe bes bereits liquidierten deutschen Eigentums nachdrücklichst. Sie bittet ferner die Rückkeh'genthmigung Deutscher aus ihr Besitztum in den Kolonien und das Verbot der Austp. i'ung Teut'cher aus den bisherigen Kolonien durchäusetzeit."
Au» dein Neiche.
Ein Zwischenfall in Berlin.
Berlin, 14. Juli. (Wolff) Tie Sicherhtits- polizei tritt mit: Heute vormittag fand auf dem Pariser Platz zur Feier d-^s franko i Hm Ratio- nalfesttages cm Festalt vor de. französischen Botschaft statt, an dem :,;e D rtrevr der hiesigen Entimteoommisstolteil teiln.-h'.'e.i. DaS deutsche Publikum stimmte bei dem Histen ber Trioolore das Deutschland-Lieb an. Beamte der SickierlxttSpolizei geleiictcn fransöji.dje Offiziere und Mutrosen, roddy: durch ihr Beuehn r.i das Publikum reizten, in bic Botschaft. Aus tzv.se Weife gelang es, Ausschreitungen vorftweu,en. 92aay€m die Fettr vorüber wir und dos PutiiLim den Platz verlassen hatte, kletterten bi-o'.e Unbekannte auf dos Dach der französisch n Botschaft und ^holten die Trico.>)re ^rtuuer, worauf sic »ich mit i'I/r entferntm. Eine polizei.ick>e Untersuchung ist eingeleitet.
Berlin, 14. Juli. (WTB) Zu dem Vorfall vor der französ!sck-eu Bolul-ait wirb uns von anitlidjer Se.te nckgmdos mitgetcilt: Ter Staat s- sckretär des Auswärtigen drückte dem sranzöf sck)en Geschä.tstrüger pettmüich stin und b.-r Re icrung Bebauern übv-r ben gegen bie französische Dotsckxrst revübten groben U n f u g ans Dre Poliznboamten, durch deren Fahrlässigkeit bie Demonst.a.ivn möglich gaoovbrii ist, werden auf AnordNlMg ds preuHisch n Ministers des Innern vom Dienste susp'iro.ert. Die französische Flagge wurde von einrnr SDianne nicLergeholt unb entfernt, der über das Dach bes dkackLargebälides auf bas Dach der Botsckxift gelangte. Der Täter wurde noch nicht ermittelt, b>>ch würbe die Flagge im Rachbirl-ause g-tirui- don und der französtschLil Bot,ck-ajt durch die Polizei nrivber zugestellt.
Di-e Umoiganlsation der Si>cherl< t5poli.^t.
Berlin, 14. Juli. (WTB.) In ber heutigen Sitzung der Oberpräsip-nten im p.eußnchkn Ministerium des Innern rourx mit Bebauern sestgest l t, daß bie Reichsregierung bie Inte.ewn der Sickierheilspolizei in Spaa .nicht mit dem Nachdruck vertreten hat, der ihr nach ihrer Bedeutung für bie Ruhe, Ordnung unb Sicherheit in Preußen zukommt. Die Au r cht r a t mg einer sestgefügten unb gut bisziplini-rtm Po i ci wurde e.itfrimmig als eine zwing uoe Rotwen.-ig c t an» ge ch.m. Ohne tine starke Pol^z- ittuost»' lö me b e Rul)e und Ordnung unmöglich autrechterhalten werben. Die von dr Entente verantt- E.'.tivaif irung ber Bevö 'erung ka-m nur bu drg uott werben, werm bie Sich rhtitsvolizei so stark ein^esetzi roirb, daß der einzelne wieder an den Lchntz irnb bie Macht des Staates g auben kann unb sich baher nicht mehr gezwungen glaubt, zum Selbstschutz schreiten zu mü Jen. An eine Umorganisation ber Sich-rhe tsvoliz i kann erst nach der vollstänbigei, Entwa.fnung a ler vl'erungs- freife g'backst w roen, bie aber felbstre siänblich inne ha.b ber gesiel ten Frist eciolgen muß Dagegen bestehen gegen die Abgabe der schweren Waffen wie Geschütze unb Flammenwerfer kerne Bedenken Die Organlsation ber Berva fn.mg ber Polizei für die neutral.- Zone bedarf wegen ber Zurückziehung des Militärs aus dftstm Geb^t ganz be'anderer Aufmerlsamkeit und einer bepuderen Regelung.
Ge-en die Anwe^th-it farbiger Truppen in Dcurstlckind.
Berlin, 15. Juli. Gestern fand in der Universität eine von der rheinischen Liga veranstaltete Verfammlung statt, in der mebrere -Amerikaner gegen die Besetzung ber R^rn- Lairbe durch die farbigen Truvpen Stellung nahmen Tie Amerikanerin Mitz Rau Bc- reribge, die sich um die hung'rnoen beutimen Kinder bereits große Verdienste mrodxit hat, forderte in ihrer Rede bie Frauen ber ^gnnjen Welt zur Zusammmarbeit aus. um dre iJrauen im besetzten Gebiet zu befreim von b-er sckrn-arzen Pest, wegen irr sich ton
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wagen dürfe. Der am rttamschc ^v UtuCt Sck-ifauer protestierte gegen d/e P^^gabe ter beutidxm Frauen an bu Farbigen, -per Bor


