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Nährmittel und Zucker

Lnckner, über seine aberttennlich-u Fahrten und Erlebnisse sprechen. Bei dem brannten patriott- )dm Sinn unserer Bevölkerung, besonders unserer Jnyend, ist mit Bestimmtheit daraus zu rechnen, das. rr hier ebenso rote in Gießm ern volles

Ter Preußischen Landes Versammlung ist, nne _____ parlamentarische Korrespondenz mitteilt, ein Entwurf über die Erl)ebung neuer Zuschläge zu

14 Febr. rücfge fahrt.

llus Stadt und Land.

Gießen, den 14. Febr. 1920.

Erhöhung der Eisenbahntarife.

f , Sohn der Witwe RuU, aus iegsgefangenschast zurückgekehtt.

arend kurz nacyetnander ein und wurden durch! ein Ständchen des gemischten Chors begrüßt. Der Bor sitzende hieß die beiden herzlich willkommen und sprach bie Hoffnung aus, daß bald nach rhnen auch die anderen noch nicht Zurückgekehrten folgen möchten.

b. Hirzen ha in, 14. Febr. Tie Kriegs teilnehmer ÄrnoÜ> und Tietz sind aus Frankreich in die Heimat zurückgLfahrt. Ebenso hat Lehrer Wall, unser zweiter Lehrer, der letzte in franzö­sischer Gefangenschaft befindliche Krieger aus un­serer Gemeinde, mi^geteilt, daß er sich auf dem Weg in die Heimat befindet.

Veranstaltungen.

Samstag, 14. Febr.: StadttHeater 7 Uhr, Tatterich". Lichtspielhaus,Der Trompeter von Sääingen",Tie Meester Woche". Licht picle Seltersweg,Maske Nr. 74",Tie Braut­nacht im Walde".

Sonntag, 15. Febr.: Generalversammlung des Ziegenzuchwereins 3 Uhr Stadt Kassel. Jahresversammlung des Vereins für Sterbeunter- lützung Gießen 3 Uhr Gewerkschaftsbaus. Gie­ßener Konzertverein 5 Uhr 9teue Aula, Konzert. Stad-ttpeater 3 Uhr ,-Schwarzwaldmädel", 7 UhrRose Bernd"". Uferini Zauberverstel- lungm Hotel Einhorn nachm, 4 Uhr und abends 8 Uhr. Lichtspielhäuser wie Samstag.

züge eingelegt:

1. D 179 Frankfurt H. ab 9,46 abds., FriÄberg 10,32, Bad-Nauheim 10,41, Gießen 11,24, Marburg 11,59, Berlin Friedrichstr. an 9,19 vorm. (Erstmalige Abfahrt von Frankfurt am 16. Februar.)

D 180 Berlin Friedrichstr. ab 9,10 abds., Marburg ab 7,21 vorm., Gießen 8,04, Bad- Nauhrim 8,43, Friedberg 8,51, Frankfurt D. an 9,30 vorm. (Erstmalige Ankunft in Frant- urt am 17. Februar.)

2. O 125 Kv blenz ab 8,40 abds., N.-Lähn- stein 8,53, Bad-Ems 9,12, Diez 9,49, Limburg 9,50, Wetzlar 10,59, Gießen an 11,15 abds. (Erstmalige Abfahrt am 17. Februar.)

D 126 Gie ßen ab 8,19 vorm., Wetzlar 8,36, Limburg 9,40, Tiez 9,53, Bad-Ems 10,25, N- LaHirstein 10,47, Ko blenz an 10,55 vorm. (Ersd- malige Abfahrt am 17. Februar.)

Fastnacht 1920.

Fast unbeachtet sind die Faschingswochen vorübergeHcmgen und man muß von der Würde unseres Volkes verlangen, daß es sich auch an den eigentlichen Fastnachtstagcn, die morgen ihren Anfang nehmen, ieglichen Mas- entreibens enthalte. Es ist nicht an der Zeit, übermäßige Lustigkeit an den Tag zu legen, die das Gefühl weitester Volkskreise verletzen würde.

In dieser Erkenntnis hat das Polizeiamt )as Maskentreiben verboten und erwartet, daß die Bevölkerung das Verbot verständnis­voll beachtet.

Gültige Lebensmittelmarken

für die Zeit vvm 16. bis 22. Februar 1920.

Brot: 1850 Gr. Brot oder 1370 Gr. Mehl. Brot Kg. 1,18 Mk. Wizeubvotmeh! Kg. 1,44 Mk.

Butter: Marke 7. 125 Gr. Margarine zu 1,43 Mk.

Fleisch: Wochen«»schnitt 7. Metzger für Fremde SV K>mz, Bl ichstraße.

Zucker: für Februar 1920. 750 Gr. Zucker. hr mittel: für Februar 1920 noch nicht

Kriegsgefangene in Turkestan.

Berlin, 13. F-ebr. (Wolff.) Wie uns der Volksbnnd zum Schutze der deutschen Kriegs- imb Zivilgcfangenen mitteilt, ent­spricht die Nachricht derWestminster Ga­zette", daß in Turkestan 60 000 Gefangene bereits an Hunger und Kraittheit zugrunde gegangen seien, nicht den Tatsachen. Der nach Deutschland zurückgekehrte Leiter der 23. deutschen Fürsorgekommission, Lt. Brendel, der in der Bundesleitung des Volksbundes tätig sind, gibt bekannt, daß in Turkestan im ganzen 26 000 österreichische und 2800 reichsdeutscke Kriegsgefangene sich befänden, deren Lage allerdings sehr schlecht sei. Eine Schilderung der dortigen Verhältnisse enthalten die Mitteilungen des Volksbundes.

Die Frage des Saarbeckens.

Amsterdam, 13. Febr. (Wolff.) Der Telegraas" meldet aus London: Der Völ­kerbundsrat befaßte sich heute mit der Regelung der Frage des Saarbeckens. Er verwarf das Ersuchen von vier deut­schen Gemeinden, in dieses Gebiet aus­genommen zu werden.

Der internationale Bergarbeiterkongreß gegen Frankreich.

Brüssel, 13. Febr. (Wolfs.) Havas- Reuter. Der internationale Berg­arbeiter-Kongreß nahm eine Tages­ordnung an, welche besagt: Angesichts der wiederholten Weigerung der französi­schen Regierung, die gemäßigten For­derungen der Bergarbeiter nach Revision des Pensionsgesetzes anzunehmen, macht der Kon­greß allen Bergleuten der Kohle erzeugen- ben Lander zur Pflicht, sich jeder Mehr­lieferung an Frankreich gegenüber der jetzigen Lieferung zu widersetzen. Im Falle eines Streiks der französischen Berg­leute solle man sich weigern, Ueberstunden zur Kohlenförderung für den französischen Verbrauch zu verfahren.

gelte: Gebr. Derdux, Bah.-ihofstr. 27, Hch. Reuter, Ludwigsp'atz 4, Ernst Rad.'fa, Walltorstraße 34, K. Klingelmeyer, Ludwigslraße 57, Zoh. Reinhardt, Kvofdorfer Straße 10.

Zucker für Kranke: E. Radtke, Walltorstr. 34.

Nährmittel für Kranke: Emmeeicher Waren-Expeditium, Seltersweg 59.

Mehl für Kranke: Kg. 1,70 Mk. K. Duill, Asterweg 43.

Nährmittel und Zucker für Fremde: H. Becker, Löwengasse 25.

Seife: Marke für Februar. Anteil 125 Gr. K.-A.-Seifenpulver, das Pfund zu 2,10 Mk.

** Milchversorgung. Vom Städt. Lebensmittelamt wird uns geschrieben: Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß in letzter Zeit der verbotene Ankauf von Milch und Butter aus den umliegenden Ortschaften überhand nimmt. Hierdurch wird die Milchablieferung an die Stadt empfindlich beeinträchtigt. Die Städt. Lebensmittel-Deputation hat daher beschlos­sen, im Interesse der Milchversorgungsbe­rechtigten der Stadt Gießen dem verbotenen Milchhandel in geeigneter Weise ent­gegenzutreten. Es wird eine Ueber- wachung der Straßen eingerichtet wer­den. Bei unbefugten Ankauf von Milch sind Beschlagnahme der Milch und Straf­anzeige zu gewärtigen.

** Die Herabsetzung der Brot­ration. Laut Verfügung der Reichsgetreidestelle ist ab 9. Febru-rr 1920 die Mehlration für die versorgungsberechtigte Beoölkerung auf 200Gramm für den Tag und Kopf festgesetzt. Die Städtische Lebensmitteldeputation hat beschlossen, daß ab Montag den 16. d. Mts. drei Woclien 1850 Gramm und die vierte Woche zum Ausgleich 2000 Gramm Backware ausgogeben werden.

** Die Wochenkartoffelmarken 1^40 der 6. Woche werden beliefert. Wo, siehe Anzeigenteil.

Kriegsgesanqenen-Heimkehr.

** D e r Empfangsausschuß für 'heim- kehrende Kriegs- und Zivilgefangeite veranstaltete unederum vier Unterhaltungsabende. Tie Ansprachen hielten Prüf. Schi an, Prof. Kaiser, Pmf. Laqueur und Tr. HorNef­fe r. Tie Redner verstanden durch ihre Worte die Zuhörer zu fesseln. Die GesangvereineB ü r- gerderein"Liedertafel" Gießen und Harmonie" Gvoßen-Linden trugen durch den Vortrag ihrer Lieder viel zur Unterhaltung bei. Vom lAesigen Stadtthaater hatten sich auch Frl. Winner, Frl. Werner und Frl. Sprenger Mtigst zur Berftbrung gestellt. Alle txret Tarnen fanden bei den Hermwlnern viel Anerkennung und ihre Vorträge wurden mit verdientem Beifall ge­lohnt. Fron vvn Zwy ck trug einige Lieder unter Klavierbegleitung des Pianisten 5) ahn vor, die ebenfalls von den Zuhörern mit Beifall aufgenom­men narrten. Tie Lagerkapelle füllte tae Pausen mit ihren munteren Weisen aus. Tarnen des Roten Kreuzes, Bolksbundes und die Lager­schwestern v-rteilten wie immer cm die Heim ge­kehrten Liebesgaben. Auf jeden Fall haben die veranstalteten Abende den Heimkehrern einige an­genehme Stunden in der Stadt Gießen gebracht.

z. Grebenhain, 12. Febr Gestern nach­mittag ist der erste Manu aus dem diesigen Ort,

** Elsaß-Lothringer Hilfe. Außer den bei der Laussammlung, über die besondere Rechenschaft gegeben wird, eingegangenen Beträgen ind folgende größere Spenden bei der,Mitteldeut­schen Cveditbank, Filiale Gießen, eingegangen: Firma Heyftgenstädt 1000 Mk., Ungenannt 1000 Mark, Ernst Niemann 500 Mk., Firma F. L. Bender u. Co. 500 Mk., Mitteldeutsche Creditbank- Gießen 100 Mk., Frau Tirektor Spamer 100 Mk., Firma Benner u. Krumm 100 Mk., Ludwig Klrng- ler 50 Mk., Kommerzienrat Arnold Müller 50 Geh. Kommerzienrat Em melius 50 Mk., Ju,tiz- rat Tr. Rosenberg 100 Mk.; zus. 3550 Mk.

** Oberhessischer Äunftberei n. Die Drei-Städte-Bund-Ausstellung der Künst­lerin nen-Vereiniguug Darmstadt-Frankfurt- Mainz ist von morgen Sonntag an täglich, mit Ausnahme Samstags, von 11 bis 1, und am Mittwoch nachmittag von 3 bis 5 Uhr ge­öffnet.

** Gemeindesteuerzahlung. Un­ter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadl Gießen befindet sich auch die Mahl- nung des 5. Zieles Gemeindesteuern und Ka­nalgebühren für das Rj. 1919. Die Zahlung kann noch bis einschl. 2. März in der bekanm- ten Weise ohne Kosten bei der Stadtkasse er­folgen. Am 3. März beginnt die Beitrei­bung, wodurch Pfändungskosten entstehen und erhoben werden.

** Kriegsabgaben. Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung zu den Kriegsabgaben wurde vom Reichsfinanzmi- nisterium bis zum 29. Februar üerlängert, da wider Erwarten die Banken trotz Anspannung aller Kräfte bisher allenthalben nicht in der Lage waren, die Berechnungen des Kapitalvermögens der .idunden nach dem Stande vom 30. Juni festzustellen.

** Betriebsrätegesetz. Dieses für die Gewerbetreibenden so überaus wichtige Ge­setz ist in Nr. 26 des Reichsgesetzblattes ver­öffentlicht. Die Betriebsinhaber tun gut, sich diese Nummer in einer Buchhandlung zu be­stellen.

** Hvlzausgabe. Auf die int Monat Januar und Februar ds. Js. ausgegebenen Bezug­scheine für Brennholz von gelber Farbe wird Holz auögegeben an Bezugsberechtigte des 7., 13, 6., 12. Bezirks. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Eine Wirts chaftsbei hilf« für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene soll nach den Grundsätzen ausgegeben werden, bie1 aus dem Anzeigenteil dieses Blattes ersichtlich sind.

** Oberrealschule undVorschule desRealgymnasiums und der Ober­realschule. Die Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Montag den 16. Februar, vorm. von 91 Uhr, ferner Dienstag und Mittwoch den 17. und 18. Februar, nachm. von 36 Uhr, auf deni Amtszimmer des Direktors entgegcngenommen. (Siehe Anzei­genteil.)

* Der Zauberkün stler Uferini, der als Hexenmeister die Geschwindigkeit be­herrscht, die keine Hexerei fein soll, wird am Sonntag im Einhorn nochmals Zwei Vor- sührunaen ßebeu. Wir können jedermann empfehlen, sich davon zu überzeugen, daß Ge­schwindigkeit doch Hexerei ist, denn was Uferini bietet, ist staunenswert.

Landkreis Gießen.

* Nord eck, 12. Febr. In den hiesigen Stein- l rächen der Firma Hessische Steinorüche Londorf verunglückte der Steinbruchsarbeiter Johs. Menget von hier durch herunterrutschende Erd­massen und Steine, wobei ihm ein schwerer Stein den linken Arm am Oberarm säst ckbguetschte. Die sogleich herbeigeholten Aerzte Dr. Kunz und Dr. Götz von Allendors mußten den Arm amputieren. Mengel wurde in die Klinik nach Marburg ge­bracht. Er hatte den Krieg mitaemacht und war zweimal schwer verwundet, so daß sein Bein kürzer geworden war. Vor kurzer Zeit hatte er sich ver­heiratet.

* Wotzenbvrn-Steinberg, 14. Febr. Morgen wird hier im Auftrage derLiga zum Schutze der deutschen Kultur" Dr. Schlarb aus Meßen über seine Erlebnisse im bolschewistischen Rußland sprechen. Am Abend desselben Tages wird Dr. Schlarb über dasselbe Thema in Steinbach reden.

Kreis Friedberg.

n Friedberg, 13. Jebr. Heute starb hier der älteste Einwohner Friedbergs, Buchdruckereibesitzer Wilh. Lang tm 89. Lebens- jchve. Er ist ein Bruder des in Frankfurt a. M tm Ruhestand lebenden, in weiten Streifen als Dichter und Bvlksschriftsteller bekannten Rektor Georg Lang, der ebenfalls schon ein Alter von 84 Jähven erreicht hat. In einer von der Dm!-- schen Vollsportei veranstalteten Versammlung wird am nächsten Freitag, den 21. Zebr., auch hier der bekannte Kommandant desSeeadlw", Graf

Die Polen nub der Eisenbahnverkehr.

Danzig, 13. Febr. (Wolff.) Wie die Eisenbahndirektion Danzig mitteilt, erklärten die Vertreter der polnischen Eisenbahn-, Zolb- und Militärverwaltung gestern, den Verkehr auf der Strecke LauenburgDanzig nicht zu sperren, sie find ferner bereit, falls die zu erwartende Zustimmung von Warschau eine- trifft, vom 15. Februar bis zur Beendigung der Danziger Messe alltäglich einen Sonder­zug von Berlin über Konitz-Dirschau nach, Danzig und zurück durchzulassen.

Aus. dem Ueiche.

Die Milchversorgung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes.

Rotterdam, 13. Febr. (Wolff.) Der Nienwe Rotterdamsche Courant" meldet: Mit bcn niederländischen Molkereivereinigun­gen fanden Verhandlungen über die zwei­jährige Milchvecsorgung des rheinisch- westfalischen Industriegebietes statt. Im Sommer sollen täglich 50 000 und im Win­ter 30000 Liter Milch geliefert werden.

Der prozeh Lrzberger-Helfferlch.

S8erlin,13. F-br. (Wolff.) In der Heu- tigen Sitzung oes Erzberger-Prozesses wurde der Fall K o w a t s ch angeschnitten. Es han- delt sich dabei um ein Verfahren, bei dem aus flüssiger Luft ein Sprengmittel herge­stellt wird. Nach der Darstellung Helfferichs hat Erzberger sich an diesem Unterneh­men finanziell beteiligt und dann den Sprengstoff mit allen Mitteln bei den Behördenzufö rdern gesucht. Rechtsan­walt Friedländer, der Vertreter Erzber­gers, erklärt, daß die Darstellung Helfferichs falsch sei, denn Erzberger habe die Förderung! der ganzen Sache aus vaterländischen und all­gemeinen Interessen betrieben, nicht aus Ei­gennutz. Ministerialdirektor Neuhaus be­kundet, daß die Interessenten sich ge- gendie Einführung des erwähnten Ver­fahrens aus technischen und finap- ziellenGründen gewehrt hätten. Erz­berger gibt an, 1914 habe sich Kowatsch, de Erfinder des Verfahrens, an ihn gewandt, un er habe, da der Erfinder arm War, selbst den Betrag gezeichnet und dann das Handelsmini­sterium dafür zu interessieren versucht, wobei er aber von vornherein erklärte, daß er selbst die Sache finanziell unterstütze. Er hätte nur das allgemeine Interesse, insbesondere den Schutz der Bergarbeiter gegen Schlagwettev- explosionen im Auge gehabt. Die Sache habe das Handelsministerium nicht einen Pfennig gekostet.

Berlin, 13. Febr. (WTB.) Im wei­teren Verlauf des Prozesses Erzberger-Helffe- rich gibt Erzberger im Falle Kowatsch seine finanzielle Beteiligung an dem Unter­nehmen mit 2200 Mk. an. Auf die Feststel­lung, Helfferichs, daß das betreffende Patent während des Kriegesan das Ausland verkauft nrorben sei, er­klärt Erzberger, daß er zur Zeit des Verkaufs der Gesellschaft nicht mehr angehört habe. In bezng auf den Fall Achydat-Leder weist Helfferich darauf hin, daß Erzberger auch nach seiner Ernennung zum Staatssekretär und Reichsminister die Beteiligung beibehak- teu habe. Diesen Vorhaltungen gegenüber macht Eiberger geltend, daß es in fast allen Staaten Europas Minister gäbe, bie an in­dustriellen Unternehmungen beteiligt seien.

Kurz vor Beenbigung der Mittagspause kam es zu einem Zwischenfall. Ein junger Mcnm, ber sich Zugang zum ZErerraüm verschaffen wollte, nnirbc vorläufig fei-ge­nommen, weil man bei der üblichen Tur,-l>- suchung in seiner Aktentasche einen Revol er fand

ben Tarifen ber Staatseisenbahnen zugegangen. Tanach soll ab 1. März zu den Frachtsätzen ein Zuschlag von 100 Prozent erhoben werden. Tie Erhöhung der Personen- t a r i f e kann ohne Gesetz erfolgen. Sie beträgt ebenfalls 100 Prozent mit Ausnahme des Nahverkehrs in den Großstädten. Vom 1. März ab werden die Personenfahrpreise ver­doppelt.

Neue Schnellzüge.

Vvn morgen an werden nachstehende Schnell-

Hessen-Nassau.

Die Fahne der Her Jäger.

( ) M a r 6 u r g , 13. Febr. In Beglei­tung einer Fahttenkompagnte, der Vorstände ber hiesigen Kriegervereine mit Fahnen, und unter Vorantritt der Jägerkapelle wurde heute nachmittag die Fahne des Jägerbataillons Nr. 11 zum Bahnhof überführt, um nach Cassel zum Abwicklungsamt und von da nach dem Zeughaus in Berlin verbracht zu werden. In den Straßen der Stabt wie auf bem Bahn­hof hatten sich große Menschenmengen einge-- funden.

Hochschulnachr^chten.

( ) M a r b u r g, 13. Febr. In der philo­sophischen Fakultät ber hiesigen Universität habilitiert sich am Montag Dr. phil. Georg Wiarda mit einer Antrittsvorlesung über das Thema:Der Wert der geometrischen An­schauung." -

GirigesaiidL.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt dre^ Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Antwort aus den offenen Bries des Herrn

Prof. Dr. Karl Ebel vom 8. 2. 20.

Sehr geehrter Herr Professor!

Ob ich auf dem hessischen Parteitag der Deut­schen Bolkspartei dem Wortlaut nach von der demokratischen Partei als einer Partei gesprochen >habe,der es an nationalem Bewußtsein fehle", vermag ich heute mii Sicherheit nicht mehr zu sagen. Dem Sinne nach ist die Wiedergabe meiner Ausführungen zweifellos richtig.

Zu meinem leblMten Bedauern, bin ich nicht in der Lage, diese Aeußerungen zu widerrufen. Auch das Maß von Entrüstrmg und die etwas unvor­sichtige Bezeichnung meiner Aeußerungen als ver­leumderisch und ehrabschneiderisch vernrag mich in diesem Entschluß nicket zu beirren. Es fällt mir selbstverständlich nicht ein, der demokratischen Par­tei zu bcstteften, daß ihre Mitglieder genau so gut wie die Mitglieder der anderen Parteien

Gut, Gesundheit und Leben für ihr Vaterland eingesetzt, Väter und Söhne geopfert haben", noch viel weniger bin ich so töricht, zu behaupten, daß die Führer der demokratiichen Partei das Unglück des Vaterlandes bezweckten". Solche Be­hauptungen sind in meinem Borwurfe nicht ent­halten. Es ist aber das übliche Manöver, den Män­nern, hie den Linksparteien Mangel an nationalem Bewußtsein und an nationaler Würde vorwerfen, 1 Behauptungen imterjulegen, die sie gar nicht aus­gesprochen haben, um sich dann über diese sinnlos« Behauptungen tn sittlicher Entrüstung ergehen zu können. Was ich behaupte und was ich aufrecht erhalte ist das:

Das deuftche Volk besitzt nach dem ganzen Laus seiner Geschichte, die eine Kette von Ni^ergang und Aufstteg, von Zusammenbruch und Wieder­aufrichtung, von nationaler Zerrissenheit und Größe ist, unter allen großen Kulturvölkern ber Erbe leider das geringste Maß an nationalem Selbstbewußtsein und Stolz, an staatlichem Pflicht­gefühl und an Bewußtsein der unbedingten Zu­sammengehörigkeit gegenüber äußeren Gsvalken.

Durch die Geistesentwicklung des deutschen! Volkes zieht sich wie ein roter Faden/ das jeder starken, zielsicheren und entschlossenen nationalen Entwicklung abträgliche Streben nachObjek­tivität"^ in Lebensfragen staatlicher und völkischer Existenz! Weltbürgertum, aus idealisttsckien (manchmal aber auch aus mate» riellew Erwägungen entsprungen, dcutscheir In­teressen schädlick>er Versöhnungssanattsmus verbin­det sich .in vielen Persönlichkeften, die im heu­tigen politischen Seben an führender Stelle stellen, mit mangelndem Sinn für natio­nale Würde und völkischen Stolz, den gerade ber Geschlageide besonders pflegen und züchten sollte.

Alles dies, was ich vorstehend gekennzeichnet habe, findet seinen vollkommensten konkreten Aus­druck in der gwßen, im Auslande leider viel zu sehr verbreiteten demokratischen Presse und den heute noch immer s ü h r e n de n-Persön­lichkeiten der demokratischen Partei.

Von ihnen gilt der Vorwurf, daß ihnen das nationale Beimißtsein mangele. Täten Sie, ge­ehrter Herr Professor, nicht viel besser daran, in Ihren eigenen Reihen mit Ihrer ganzen Kraft gegen solche Geistesrichtungeu und Persönlichkei­ten, deren verhängnisvollen Einfluß wir (zumal in Hessen) bekämpfen, auszutreten und Ihr« Partei von solchen, dem Wohle des Volkes schäd­lichen Mächten zu befreien, als daß Sie in so gänzlich obmläcksticher, unbegründeter und dem tiefen Ernst der Tinge völlig verkennender sitt­licher Entrüstung gegen Andere, die den Fing« in diese offene Wmrde legen, sich ergehen?!

Darmstadt, den 12. Februar 1920.

Dingeldey, Mitglied des Hessischen Landtags.

*

In Erwiderung des ArttkelsErhaltet die Al­leen"" sei folgendes erwähnt: Wmn Schrnber dies« Zeilen über die wirtschaftliche Notlage unfn.Ä fast hungerrchen Ttolkes recht orientiert wär;, müßte er gerade das Gegenteil schvnv.m, denn was uns neben der notwendigsten Nahrung fehlt, ist 'bnt daS Obst. Vvn dem ^Brennstvftmangel imb 0er Beschattung der A-ecker ganz aögejehm, müßte man schon in Anbetracht ix'fc Obstmangels und dem außerordentlich lwhen Wert das Obstes unser' Be­hörden bitten, ihren ganzen Einfluß geltens zn machen und zu sagen, fort mit den Wildholz- Alleen, wir müssen Obstbäume pflanzen, um un­seren Mitmenschen das unbedingt notwenbig? Lelensmtttel zugänglich zu machen. Zumal ixt Obstbaum gedeiht gerade an der Straße miiioiHtf eben so gut, wie in dem besten hittioiTt-m Ackerland, man hat doch hierfür gerade in un­serer Gegend die scAagendstm Beweise am Leih- geftemer Weg, Großen-LmdenLang-Göns, Wi*° seckAlten-Bufeck bzw. Twhe, die ganze R ab mau, von Ort zu Ort. Und von welch hohen Obstein­nahmen kann alljährlich berichtet werden. Schließ­lich sei noch erwähnt, daß man in fast jeder Ge­meinde Obstbaumwarte hat und -auch jeder Straßen-- wart in der Pflege des Obstbaarmcs kundig ist, so sollte man doch denken, daß eine gut gepfl'gt^ llühvnde, oder mit Obst behangene Anlage dr» Naturfreund ebenso befriedigen, roe eine Wild» Holz-Allee. Darum fort mit den Linden-Lllleen und Pappeln, imb an der Stelle den Apfel-, Birn-M« und Zwetschenbaum; jetzt ist gerade noch Bett, zumal es auch an Arbeitsgelegenheit mangdta J

Bieran, Wiefeck.