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Eine neue Entente-Zorderung.

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neutralen Gerichtshof zu bringen. Kor ein solches Gericht gehören bann auch bie Schulbigen ber Entente-Heere. Deutsch- lanb toürbe es nicht nötig haben, nun etwa bie Generäle Joffre, Foch, Petain usw. anzuklagen. Für beut)d)e Anklagen könnten stichhaltigere Grundlagen benutzt werben. Vielleicht ist es zweckmäßig, baß bie Reichs­regierung mit ber Uebcrreichung einer Schul­bigenliste noch wartet. Die grunbsätzliche Be­rechtigung bazu sollte sie aber nicht ver­schweigen unb verbergen, fonbem sie sollte ganz offen bavon reben.

91 m ft e r b a m , 13. Febr. (Wolff.) LautTe- kgraaf" erklärte bei ber Debatte ühn Oaä liberale Am.ndement wegen ber 9lbänbmntg t>as Friedens- ttrhoges Lord Robert Cecil, seiner Ansicht nach fei bie Abänderung bes Versailler Br- ttagts augenblicklich undurchführbar Watrichernlich wüsten ater früher oter »Väter ernine Besttmmungen des Vertrags alg'änoert wrrben. Cecil fordert, baß eine Zuiammmkunst b^ r zur Besprechung der russischen Frag;

ttntttmte, wobei zu gleich an die Parteien, bi- noch jett ftrietf führen, die energisch- Mapmmg glich »et Morden solle, baß jetzt mit ber Kriegsichrimg Schluß macht werben müsse, ba es Sache d-s Böltec- bunbes sei, internationale Streitigkeit-n ans b*m Wege zu räumen. Balfour schloß bie Te'xrtte, mrem er erklärte, der Friebtnsvertrag setze Deutsch" lanb in die Lage, selbst die getarnte Entfchä- digungssumm e, die es zahlen solle, zu nen­nen, und baß die Alliierten einen solch-n S3or- Irtilig getedenenf ills erwägen n-ürbni. Niemand rönne jedoch sagen, was Deutschland Kühlen tonne, lieber die Auslieferungsfrag? sagte Balivnr, die englische Regierung hal>e irneefyr be­schränkte Lifte ausgestellt und die Liste b-r ntonen Länder nicht gesehen. Er habe die Ausli^.-runas- srage mit Clemenceau bespro chen. Die­ser habe es für wünschenswen grlmltm, bve Liste so sehr wie möglich einzuschränl'en, jedoch hin­zugefügt, dies fei wegen der zahlreiche non ,ran- zösischen Zivilper'onen beschuldigten Teirfd>m un­möglich. Das Amendement wurde schltesltch mit 254 gegen 60 Stimmen verworfen.

Berlin, 14. Febr. Wie bieVossische Zeitung" hört, traf int Laufe bes gestrigen Tages in Berlin eine Ententenote ein, in ber auf gründ bes Friebensvertrages bie

Nr. 38

Ter Gtefotner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

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Monatlich Alk. 2.30, vierteljährlich Mt. 6.90 einschließlich des Bestell­geld«; durch die Post vierteljährlich Mk. 6. ausschließlichBestellgeld. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 P erlag,GeschäflsstelleSl AnschristfürDrahtiiach- nchten: Anzeiger riehen.

poftschecklollto:

5r<mksutt a. M. U686

Die Londoner Konferenz.

| London, 13. Febr. (Wolfs.) Reuter. Der oberste alliierte Rat trat heute in ber Downingstreet zusammen. Zugegen waren Lloyb George, Milleranb, Nitti und Curzon. Die Beratungen hatten einen all­gemeinen vorläufigen Charakter. Sie galten ben hauptsächlichsten beutschen unb türkischen Fragen und bauerten 6 Stunben. In gut un­terrichteten Kreisen verlautet, baß bie Zu-, I a m m e n f u n f t i n Lonbon zwe i Wo­chen bauert. Die Berhanblungen gehen langsamer vonstatten als in Paris. Der Gruno hierfür liegt in ber schwierigen Ver­ständigung, ba Weber Nitti noch Millerand englisch sprechen, während es Clemenceau go läufig sprach. Marschall Foch wohnte der Mtttagssitzung bei. Ein amerikanischer Vertreter nahm an den Verhandlungen nicht teil. Einer weiteren Reutermelbung zufolge befaßte sich ber oberste Rat mit ber Frage ber Auslieferung ber Kriegsverbrecher. Hin- s^Mch ber weiteren Vorstellungen Deutsch­land gegenüber wurde volle Uebereinstirn- mung erzielt. Die Finanzminister ber Alli­ierten werben in Kürze zusammenkommen, um über bie Finanzpläne für Europa zu be­raten.

Ans £orö durjons Rede.

Amsterdam, 13. Febr. (WTB.) Wie die englischen Blätter melden, sagte Lord Curzon in seiner Rede noch:

nnnahme von Anzeigen s. die ingc-Muimtnet bid zum Nachunilag vorher ohne jed.'K'rbindlichseit. Dreh für \ mm höhe für Anzeigen v.34mm Breile örtlich 25 Pf, außioärtS 30 Pt.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm vreile SO Ps. Bei Platz- Dorl(t)rifi20e/,.y ulscblag. Hauotschri'tleiter: Aug. Äoen. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzeigenteil: p. Beck, säinllich «n Gießen.

über das ganze türkische Reich übernommen hätten. Bezüglich Belgrads äußrte Curzon: Er glaube, es sei jetzt zu spät für England, feine Tätigkeit aus das Vitajet Basra zu beschränken. Er fei davon überzeugt, daß die Ankündigung der beabsichtigten Räumung von der Bevölkerung mit BefkürLung ausgenommen werden würde. Curzon sagte weiter, er beteilige sich fest 20 bis 30 Mähren mit dem Problem des Ostens und wolle freimütig bekennen, daß er mit großer Besorgnis auf die gegenwärtige Lage blicke, gleich­viel ob man den Zustand in Aegypten, Armenien, Palästina oder Afgl-rniffan betrachte. Weiterhin bemerkte Curzon eine ganze Reihe von Schwierig­keiten hätten sich aus den in der erftm Znt des Krieges mit Frankreich, Italien und anderen Mäch- ten abgeschlossenen Verträgen ergeben. Tie Ver­träge hätten bezweckt, entweder die erwähnte Macht zum Eingreifen in den Krieg zu veranlassen, oder etwa für den Fall des Sieges der Alliierten Dis­positionen über gewisse Territorien zu treffen. Er wolle kein Wort des Tadels aussprechen, meine nur, daß diese Verträge eine Warnung für die Sufanft darstellen.

Bern, 13. Febr. (Wolfs.) Wie derBasler Nationalzeitung" aus Paris gemeldet wird, ist nicht mehr daran zu zweifeln, datz nach der Erklärung Lord Curzons England, Amerika und Italien in der Anwendung des Versailler Vertrages den bestehenden Verhälttrissen Rechnung tragen nollen, und daß Frankreich dieser Strömung wird eigen müssen.

Bern, 13. Febr. (Wolfs.) DieZüricher Post" sagt in ihrem Kommentar über die gegen- nartige Lage: Zwischen London unb Paris wird jetzt eine kleine Kraftprobe versucht, bereu Ausgang allerdings nicht zweifelhaft sein kann, roeim England wirklich will. Man darf ruhig lagen, baß man vor einer Revision ber Dokumente von Versailles unb St. Germain steht: damit stcht mau I auch vor dem Frieden mit Rußland, und damit *

Rotterdam, 13. Febr. (WB.) Wie der Nreuwe Couvant" aus London meldet, sagte Lord Roben Cecil in seiner Rede tm Unterfang noch, derZu st andin Mitteleuropa sei, urcht- bar ernst. Tie englische Regierung hab' ibi, obwohl sie schon vor einem Jahr über bie Lage unterrichtet wird, nur sehr wenig getan, um den Zustand zu verbessern. Die Sentnmg von Le­bensmitteln an die notleidenden Mmsthrn fei allein Bein Heilmittel. Man müsse auch das wirtschaftliche Leben organisieren. Die Blockade fei viel länger aufrecht erhalten wor­den als nötig war. Tie Bestimmungen itm Friedensvertrag mit Deutschland über die Wiedergutmachungen ertö­teten die Hoffnung und vernichteten die Arbeitslust. Während die F o roe t u n- genanTeutschlandunerträgliche feien, seien die Oesterreich auterlegten Bedrngimgen ein» Phrase, lieber die Forderung der Ausli^- ferungber Kriegsverbrecher sagte Ceril, sie weroe im Fall edes Befolgens eine Revolution t*n Deutschland zustande bringen und tm Falle eines NichtbeiolgTns das Ansehen bix drutichen Milttärpartei erhöhen.

,,-ter Bries zeugt von staatsmännischer Ein- icht unb Mut. Er hat in Amerika tiefer Ein­druck gemacht. Er (Curzon) wisse Grey nur Tank für biese Tat." lieber den Friedensvertrag äußerte Curzon: Tie Zeit würbe beweisen, ob eine Urheber recht ober falsch gehandelt hätten, feiner seiner Urheber wird sich ein bil­den, bas; er ein unverletzliches tz-eilig- t u m darstelle. Ich erwarte, fährt Curzon fort, baß ein febr großer Teil davon im Laufe der Zeit geändert werden muß. Ter Vertrag mit Deutschland ist jetzt ratifiziert. Wir haben bie biplomatischeu unb L-anbelsbezie- hungen mit biefern Lande roieber aufgenommen Wenn Teutschlanb seine Bereit chaft zur redlichen Erfüllung der Bedingungen beweist, so werben wir unser bestes tun, ihm bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen beivustehen. Curzon gab zu, baß bie Verzögerungen in ben Friedensver- banblungen mit ber Türkei Englanb unb ber ganzen Welt großen Schaben zugefügt habe Diese Verzögerung, sagt er ist aber auf keinen Fehler uns rers it.' Zirrü tj,u ühre.i sondern an' ben Wunsch, ten Vereinig.eu Staaten Gelcg<ml-cit zu g-.ben, bei ter künftigen Neuordnung ber Tinge die führende Nolle zu übernehmen. Wir würden es begrüßt lpben, wenn die Vereinigten Staaten das Mandat

Stimmen aus Italien.

t Köln, 14. Febr Die Kölnische Zeitung meldet aus R o m: Tie Auslieserungssorberung deS Verbandes wird in der gesamten öffentlichen Mei­nung von den Sozialisten bis zu den Nationa­listen einmütig abgelehnt. DieJdea Natia- n a l e", bie am heftigsten gegen Deutschland agi> Uert hat, fchreibt, indem sie sich m schärfsten Ausdrucken gegen das Mitgehen Italiens in der englischen unb französischen Politik wendet, das ttalunische Volk habe ein Recht darauf, zu wissen, ob bie ttalienische Regierung sich an den FvrDe- rungen des Verbandes im £aag und Berlin be= teihgt habe. Das italienische Volk habe fein Fn- terelfe daran, sich an einer Politik zu beteiligen, die ben besiegten Lterrscher an ihren Triumph­wagen Bette unb den Friedensoer trag zu einem wahren und roirfiieben Kriegsvettrag mache Ter ebenfalls deutschfeindlicheCorriere della Sera" erklärt die Forderung für politisch ver­fehlt, da sie die Ordnung in Teutschlono zerstöre, dies in die Arme Rußlands treibe unb ben Kriegs- zustanb verewige.

wochenrückdlick.

Ueber den ungünfti^en Ausgang der Volksabstimmung in der nördlichen Zone Noroschlcsmigs hört man wenig Aeu- herungen der Ueberraschung und der Trauer Es war vorauszusehen, daß das Ergebnis für Deutschland ungünstig sein würde. Die dä­nisch sprechende Bevölkerung überwiegt in diesem Grenzstrich. Und doch hat uns der Aus­gang dieser Wahlen wieder etwas Erfreu-

Datz das deutsche Nationab- tefühl sich nicht verkrochen hat, sondern frei und offen hervortritt, wo es ein Bekenntnis ibflulegen gilt. Dies zeigt sich ja auch in den besetzten Gebieten, wo von preußischen Minis- stern die Feststellung gemacht worden ist, daß die Dortenschen Bestrebungen immer mehr an Boden verlieren und unsere Landsleute als reichst«u fid) bewähreri. Auch wo im Osten ^e Polen und Tschechen von Teilen des Rerchsgeblets Besitz ergriffen haben, erklang noch zu ihrem Empfang das LiedDeutsche land über alles", und wenn auch das Unglück xs Vaterlandes naturgemäß niederdrückend wirkt, so wird es den kleineren Grenzvölkcrn, die bisher von der Sonne deutscher Kultur bestrahlt wurden, doch schwer fallen, dieses stolze Bewußtsein, mehr zu sein und zu können, in deutschen Herzen zu ertöten^ Die kleinen, nordschleswigschen Städte haben über die Fährnisse hinweg ihren deutschen Charakter behalten und ausgesprock>en. Da^ Ergebnis der Abstimmung wäre für Dcutsch- lanb "och günstiger Fewesen, wenn eine ge­rechte Wahlmethode angewendet Wochen Ware, wenn nicht allen den Deutschen, die J.a ch dem Jahre 1900 in den strittigen Ge­bieten seßhaft geworden sind und zum kub- turellen Fortschritt dort beigetragen hoben, Wahlrecht verweigert worden wäre. Die land IrcherrBezirke sind überwiegend dänäsch be» It&t. Es kommt die Willkür hinzu, mit der die Entente in der ersten Zone Nordschleswigs der deutschen Minderheit die Vergünstigung verweigert, die sie der dänischen Minderheit in der zweiten Zone einräumt: nämlich die bezi rksweise Wüchigung und Berech­nung des Wahlergebnisses, um danach die S'renzlniien zu finden. Wir sollten eben un­ter allen Umständen eine Reichsverkürzung erfahren.Was gilt denn auch der Bettel Von Deutschlands Ehr' und Ruhm, Glückt nur der Küchenzettel Für's dän'sche Königtum'"

Unsere Reichsregierung hat die Pflicht, nicht unter allen Umständen am Amte zu kleben, sondern mit Nachdruck die nationalen Mindestforderungen und Rücksichten zu ver­treten. Der BerlinerLokal-Anzeiger" hat in einer seiner letzten Nummern wissen wol­len, von amtlicher deutscher Seite werde den Gegnern ebenfalls eine Lifte von Schuldigen zur Strafverfolgung über­geben iverden. Ern anderes Blatt hat danach dementiert, daß eine solche Liste bereits vor­bereitet werde. Wir meinen, einer Politik maßvoller Erwägung braucht es durchaus nicht zu widerstreben, zur Gestendmachung ehrlicher, selbstverständlicher Rechtsüber-

i. ft oIn, 14. Febr. DieKöln. Beitimg" mel­det von der Schwe.'z.'r Grenze: Dkr Stand ö?r bÄheii^en Londoner Verhrndlungen ist nack dem Pariier Berichterstatter berBasler National- zeitting" folgender: Der Dreierrat läßt für di> Aburteilung der Beschuldigten einen gern ischten Gerichtshof Vorschlägen, der von dem Verband und von Deutschland zu beleben wäre Auf der Auslieferung des frühe­ren Kaisers solle bestanden roerb.m. Praktisch bürste es Ki ber ganzen Ausliefearnasfrage auf Seststellun gsprozesse hinausiau?Ln, die im Abweienheitsversalwen durchgeführt ro'rom oürten. Frankreich werde aber trotzdem ben Ver­sailler Vertrag als nicht erfüllt ansehen und sich an L.en befetten Rheinlanden | chadlos ' " Hal ten suchen.

toarc der Weg betreten, auf dem Europa zum dmi- ernden Frieden kommen könnte. Rußland unb ^ier Revision des Pariser Friedens allein kann Europa gejunben. Die Frage ist nur die, ob Eng. land auf diesem Weg vorangehe« werde.

Eine Debatte im Unterhaus

N 112 Febr. (Wolff.) Ri-Uker. ,^m Unterbau« erklärte C ho m be r l a i n mil Rücksicht auf. he Dringlichkeit der Äilfeleistung für fn die britiidx Regierung be- reit, nehm ben bereits bewilligten 12*« Millicmen Plund Sterling einen weiteren Betrag beizusteuern, cer nicht mehr als bie tzälste ber von den Vereinige Maaten beigesteuerten Summe ausmache und 10 Millumm Pfund nicht übersteigt. Er vertraue üarauf, daß die anderen Alliierten und neutralere Regierungen zusammen stehen würden, um ber ver­zweifelten Notlage Milteleuwpas abzuhelfen. Tie bewilligten Mittel würden dazu verwendet werden, die Gütererzeugung und den Güle ran stau sch zwi­lchen ben verschiedenen europäischm Staaten zu beleben, um sie in den Stand zu setzen, sich selbst am Leben zu erhalten.

Bei ber Debatte über ben librralm Abändc- ^?kl?v>orschlag zur Antwvrtadresse, in ber bie Un­möglichkeit zur Ausführung verschiedener Bestim­mungen des Friedensvertrages ("rturgo* rrllarte Maclean, die Bedingungen ces Vertrages müßten dem gegenwärtigen Zu stand per Weltangclegenhttten angepaßt werden. Für die von Teutschland zu leistende Wiedergutmockung wllc eure endgültige Summe festgesetzt werven Tie Länge der Liste ber Kriegsver­brecher mache das ganze Verfahren prak- tilch undurchführbar. Wenn das Versaht reir ui anständiger Weise durchgeführt werten sollte, wurcen langjährige internationale Gerichtshöfe die Folge sein.

zeugung gegenüber offenkundiger Willkür und Rechtsbeugung alle verfügbaren Mittel unb Geisteswaffen zur Anwendung zu brin­gen. Deutschland hat den Vorschlag gemachst, oie irgend eines Kriegsvergehens Beschul­digten vor einen deutschen oder einen

ä ^0- Jahrgang Samstag, 14. Februar (920

Gletzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

SwiMngrrmMnlck n. vrrlag: vrähl'sche Univ.-Such, u. SUinOrutferei «.Lange. S^riftleitung, Seschäftrftelle u. ÖrudtrtL St^nlfh. 7.

. Wir können diese Worte Geibels von einer anderen Londoner Konferenz, als sie fid« lebt wieder abspielt, nur mit Wehmut lesen. Ätr sind noch tief unter der Machtlosigkeit jeiter Fünfziger Jahre, und der ermunternde Liang nationaler Dichtung und Aneiferung begleitet uns gegenwärtig nicht. Wir bürfeni . ans jetzt nicht in großen Hoffnungen und lau- n i o n a I e r Propaganda berau- k Derjenige ist heute noch nicht der beste Md klügste Deutsche, der ein nationales L-mpsgeton entfesselt, als hätten wir nicht Wien großen Krieg verloren und keine Revo.- Mion gehabt. Unser deutsches Empfinden kann «W mutz sich anders ausdrücken. Wir sind ;nnÄ weniger Jahre von stolzer Höhe in neu Abgrund gestürzt worden, befinden uns Vl11 falteten Welt und siud doch -selben Menschen, die wir waren. Da <3.^.c®. wanchem schwer werden, sein früheres iu ^ern, andere Gewohnheiten wehr und inniger wir aber wih aTünbi?* ^^w^insamen Unglück, je tiefer »vlr uns fühlen als Glieder ^troffenen Volkskörpers, beftioi hwr*Sr9er ^Erden wir von der Notwendigkeit L^ungen reine Mieitz abgetaner ^LiL?^" ^Schan zu tragen Es ist nsuen^fi!1 9eLa9t/ baß wrr nach> einem nationalen Ausdrucks zu suchen S t« wenig Geschmack unb Takt ^och davor bewahren, in alte ^^^Mrchkett zurückzufallen. Es bedarf ixJiu Berernsorganisatron und Massenunter- nsammlung zum Ausdruck unseres ent» »Z ^^erspruchs gegen das Ausliefe- nrrigsbebehren unserer Feinde. Das wäre nur kme paprerne Mache; auch die Versammlungs- ,r^te|te sollten nur so weit geführt werden, M sie Eindruck machen, daß die Woge der .s tsbewegung nicht in Schaum zerstiebt. Es « letzt auch durchaus nicht einfach, und leicht, gieren unbarmherzigen Gegnern gegenüber rechten Ton der Abwehr, die rechte dprache ber Würde zu finden. Das ieLgms nationaler Leidenschaft ist ge- schön und nützlich, unentbehrlÄ), wer wir brauchen auch klare Vernunft und « te^nnenheit, die, wie ein schönes Wort im etycuft" sagt, die fließend immer gleiche Reihe Büebenb abteilt, daß sie sich rhythmijch regt, nes erfordert, daß nrir das Ausland genau ^ge behalten, die Wirkungen studieren, d.e die Ereignisse in Deutschland und die Ul uui gtuno oes ,yrieoen Jolitif ber Entente Hervorrufen. Das heißt Auslieferung bes Restes vecoe Irlich nicht, uns fremder Auffassung schenHandelsflotte verlangt wird.

beugen unb fügen, sondern es gilt, die deutsche Saat mit ruhiger Vorsicht auszu­streuen, mehr mit selbstbewußtem Vertrauen als mit ohnmächtigem Zorn. Schwerlich, wirb uns viel mehr entgeaengebracht werden, als wir burch kluge Politik, Beharrlichkeit unb Konsequenz den Gegnern abringen. So muß auch bie neueste anmaßenbe Note bes französischen Ministerpräsiben- t en in ber Kohlenlieferungsfrage mit Ruhe unb Kraft zurückgewiesen werden. Wer bas Recht auf seiner Seite hat, findet auch bie rechte Würbe ber Antwort. Unb die Krisis, in ber gegenwärtig die bisherige Poli­tik ber Entente steht, mahnt uns zu beson- berer Vorsicht und Bekundung unserer loya­len Absichten, unserer Zuverlässigkeit eben­sowohl als unseres ungebrochenen Willens zur friedlichen nationalen Wiedererhebung.

Meinungsverschiedenheiten sind im Rate unserer Hauptaegner entstanden, aber wir Lönnen sie noch nicht genau absckähen, ihre Tragweite und Enlwicklungsniög.ich.eit nicht ermessen. Mehrere politische Führer in Eng­land sind offen für eine Revision der bisher uns gegenüber angewendeten brutalen Tak­tik eingetreten. Desto eifriger bemüht sich das französische amtliche Nachrichtenbureau, die Agence Havas, bie Öffentlichkeit zu- pieren. Bon Lonbon datierte Havas- ni.eldungen sind von vornherein tenden­ziös gefärbt. So wurde berichtet, Balfour habe auf eine Interpellation wegen Aende- rung des Versailler Vertrages im Parlament abweisend geantwortet und das Beharren bei ber Auslieferung bes Kaisers sowohl als auch ber anberen sogenanntenSchuldigen" ausgedrückt. Mit diesem Bericht sollte zweifel­los der starke Eindruck wieder verwischt wer­den, den der englische Minister des Auswär­tigen, Lord Curzon, vor einigen Tagen ba- mit hervorgeruien hat, baß er, ebenfalls im Parlament, erklärte, der Friedensvertrag be­dürfe einiger Abänderungen, unb Europa folle ber Ruhe unb wahrem Frieden wieder entgegengesührt werden. Leider ist, wie so vieles, auch unsere Nachrick,-tenübermittelung aus dem Auslande äußerst mangelhaft; von der bedeutsamen Rede Curzons sind bisher nur einige Sätze wiedergegeben worben. Auch Lloyb George soll sich erheblich gewanbelt haben Es ist unwahrscheinlich, baß aus der gegenwärtig in London stattfindenden Ko n- erenz der Entente Häupter ein Um- chwung ber Lage laut hervortönen wirb. Gnglaub unb Frankreich werben sich nicht trennen, unb bie Engländer werden schließ­lich das laufe Geständnis zu vermeiden wis­sen, daß ihre bisherige Politik unsinnig ge­wesen sei. Die Franzosen bringen offenbar weitschweifende Pläne mit nach London. Herr Millerand dürstet für etwaige Einschränkung des Auslieferungsbegehrens nach Kompen­sationen, und Marschall Foch ersckeint wahr­scheinlich alsSachverständiger" für gewisse Maßnahmen gegenüber dem etwaigen Er­starken Deutschlands.