Dänemark
und die nordfchlr-wigjche Frage.
Kopenhagen, 12. Juni. (WTB.) Der n»rdschlesnngsche Ausschuß des Reichstages n>irb heute zu einer Sitzung zufammentreten. Der Ministerpräsident und der Minister des Aeußern loerben bei dieser Gelegenheit die sozialdemokratische Anfrage über die gegenwärtige Lage in der n o r d s ch l e S w i g s ch en Frage und die Absichten der Regierung in dieser Frage beantworten.
Sonderburg, 11. Juni. (Wolff.) Die Stadtvertreter lehnten mit 13 gegen 8 Stimmen den Antrag von dänischer Seite auf Bewilligung von 20 000 Kronen für die Ausschmückung der Stadt anläßlich des Besuchs des dänischen Königs ab. — Der Generalausstand dehnte sich in der ersten Zone auch auf die Zeitungsbetriebe aus, so daß die Zeitungen nicht mehr erscl-einen. Die internationale Kommission wies neuerdings zehn Streikende aus Sonderburg aus und schaffte sie nach Flensburg, ihre Familien erhielten Befehl, bis Sonntag das Gebiet der ersten Zone ebenfalls zu verlassen.
Berlin, 12. Juni. Wie verschiedenen Blättern aus Flensburg gemeldet wird, steht die Abreise der internationalen Kommission und ihrer Truppen in den allernächsten Tagen bevor.
Die Abstimmung in Ostpreußen.
Berlin, 11. Juni. ^WB.) Ter Deutsche Schuhbund feit mit, daß die Einspruchsfrist für die Abstimmungsberechtigten in Ost- Preußen bis zum 20. Ium verlängert ist. Stimm- bcrcrhtigte, welche bis zum 15 Ium den Wahl- auSweis noch nicht erhalten haben, tuen gut, un- rerzug.ich uei b r Ab ünmu, gs.'^mmstrou foks (Geburtsortes Einspruch zu erheben.
Die Temisfisn des österreichischen Kabinetts.
Wien, 11. Juni. (Wolff.) Staatskanzler R e n n e r überreichte heute mittag dem Präsidenten Seitz die Demission des Gesamt- labinetts. Der Präsident nahm die Demission entgegen und beauftragte die scheidende Regierung unter dem Vorsitz des bisherigen Staatstanzlers Renner mit der einstweiligen Fortführung der Geschäfte.
Das -Lnschlußbegchren Salzburgs.
Wien, 11. Juni. (WB.) Wie die „Neue Freie Pr s>" meldet, faßte der Salzburger Landtag ct ern l'v g n'en Beschluß: Ter Landesrat wird beauftragt, den Anschluß an Deut sch- l a nb bzw. an Bayern nach wie vor energisch we.ler zu verfolgen. Es wurde getrennt abgestimmt Die Worte „bzw. an Bayern" bildeten den zweiten Antrag, der ohne die Stimmen per Sozialdemokmten angenommen tourte. Tie iiaTtemofrütifdje Partei Oemryicfpietc i ten Stan - punkt dsihin, faß sie nur für den Anschluß ter «mnzen Republik an das Teulscke Reich unD nicht für läntertoeikn Anschluß cüitrete.
Güt Kabinett Giolitti.
Rom, 11. Juni. (Wolff.) Zu der Mini fterkrise schreibt „Giornale d'Jtalia", es herrsche die Meinung vor, daß Giolitti mit der Bildung des Kabinetts betraut werde und dieser ein Kabinett auf bpj breiten Grundlage einer demokratischen Koalition bilden werde.
Rom, 11 .Juni. (WTB.) Laut „Gior- uale d'Jtalia" hat der König Giolitti offiziell mit der Kabinettsbildung beauftragt. — Dem „Messagero" zufolge hat Giolitti die Kabinettsbildung angenommen.
Gin LebenSmittelabtommcn mit Amerika.
Berlin, 12. Juni. Das Handelsministerium der Vereinigten Staaten benachrichtigte laut „Vossischcr Zeitung" die deutsche Regierung, daß ein Kredit von 45 Millionen Dollars mit Fleischexportfirmen vereinbart worden sei und daß die sofortige Verschiffung von Lebensmitteln nach Deutschland erfolgen Pbnne.
Berlin, 12. Juni Wie tem „Perl. Tageblatt" auS Halle gemeldet toirb, hat Ich tn den 53er einigt, n Staaten ein amerikanisches Hilfskomitee für Sachsen imb Thürtn - g e n geb ld t, um Sachleit ur.ö Thüringen mit LebenSutitteln und Geld zu versorgen.
Hu» dem Reiche.
Eröffnung der Rkichssdnilkonfereu;.
Berlin, 11. Juni, s Wolfs.) Die Reichs- s ch.Olkonferenz wurde Hane Vormittag im großen Sitzungssaal des Rerchstagsgebäudes vom Rcichsmmister des Innern Koch mit einer Will- kommensansprache eröffnet. Der Minister wies darauf hin, daß die Konteren; der Auftakt zu der großen Gefetzgebung des kommenden Jahres für das Schulwesen fein so.le. Tie Bahn sei frei zu ruhigem, besonnenem Fortschritt. Unter dem Beifall des ganzen Hauses führte er aus, daß es jetzt nach dem leidenschaftlichen Wahlkampf Zeit fei, sich zu besinnen auf die (Stentciniamteit kultureller Arbeit.
Märchktt.
Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Der „Daily Mail" in Neuyork zuso g- mürbe der größte Teil der Möbel aus den kaiscr ichen Palästen in Berlin und Potsdam verkauft. Für teil Er.ös sollten Lebensmittel für Deutsch and lxschatft rv.rcen. An^ gebsich soll sich unter den zum Verkauf gelangten Gegenständen der kaiserliche Thron be sinben. Leider sind dies.' un innigen Meldungen auch in bte deutsche Presic üb.rgegangen, obwohl nicht ein wahres Wort daran ist. Aus eine Anträge wird uns mitjet.’i t, daß die Zeitungsnachricht.n über die Berste.g.rung kaiser ichen Inventars in Neuyork frei erfunden sind.
Ans ber Berliner Ltadlverordnctcnvcrsamnilmlg.
Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Bei der Magistratsvorlage über die Entlohnung der M a g i st r a t s h i l f s k r ä f t e kam es zu einer überaus stürmischen Aussprache und andauernden lärmenden Kundgebungen der Tribünen- besucher, so baß Sdadlvorodneter Öd.fd einen größeren Schutz gegen diese planmäßigen Ruhestörungen verlangte. Während dec Versammlung verharrten mehrere tausend Hilfskräfte vor dem Rathausc; nach Sitzungsschluß verkündete ihre Verhandlungs- kommission vom Balkon des Rathauses die Annahme ihrer Forderungen.
Berlin, 11. Junt. (Wolff.) Die Bureau- hifskräfte des Magistrats versuchten gestern abend gewaltsam in das Berliner Rathaus einzudringen. Obwohl eine Abordnung der Hilfskräfte im Rathaus? mit den Stadtverordneten verhandelte, mürben aufreizende Ansprachen gehalten, so daß die Menge immer unruhiger wurde, bis schließlich ^erkundet wurde, daß die Stadtverordneten ihre Forderungen angenommen hätten.
Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Der preuß. Versassungsaus schuß nimmt unbeirrt durch die politische Lage die Beratungen am Dienstag wieder aus.
Aus Stadt rind Land.
G i e tz e n, oen 12. Juni 1920.
Der Steuerabzug vonr Lohn.
Das Molsfschc Bureau teilt mit: Um irrigen Auffassungen zu begegnen, sei darauf hingenneten, daß jeder Arbeitslohn, der am 25. Juni 1920 zur Auszahlung gelangt, dem lOprozentigett Abzug zur Einkommensteuer unterliegt und zwar auch bann, wenn er auf einen vor dem 25. Juni liegenden Zeitpunkt entfällt. Wenn alfo beispielsweise für die Lohnwochk vom 21. bis 26. Juni 250 Mark Arbeitslohn ausgezahlt wurden, so sind 10 Prozent von den ganzen 250 Mark zu kürzen. Wenn am 30. Juui 1920 1000 Mark Arbeitslohn für den Juni ausgezahlt wurden, so unterliegen die ganzen 1000 Mark dem Abzug.
ftübait der Lebensmittelpreife.
Tic sich Häufenden Kund geb ungm der gewerkschaftlichen Organisationen im gesamten Reiche aus einen sofortigen Abbau der Lebensmittelpreifa haben die „Zentrale des Gewerkschafts-' bundes" beroegen, tn dveser Angelegenheit an) die Regierung eine Eingabe zu richten.
Es toüb in dieser Kun gelmng ba auf hinge - wiesen, daß schwere Erschütterungen unseres gesamten wirtscfaftlichcn und politifdjen Lebens bc- vorstehen, wenn nicht unverzüglich ein sehr tat« kr/ifliges und sichtbares^ Eingreifen der zu- ftinbigen Reichs behöchen in dieser Richtung erfolge. Tic Gefahr sei nicht abzidwenten, daß bei einer weiteren Verschärfung der Notlage sich Elemente der Bewegung bemächtigten, die diese z u politischen Zwecken benützten, was zum Verfangnis werden könnte. Bis jetzt sprech noch die Erkenntnis aus allen Kundgebungen, daß m i t weiteren Lohnerhöhungen eine dauernde und wirksame Abhilfe in der Lebensmittelfrage nicht mehr zu erreichen sei, sondern ein sofortiger und scharfen Abbau der Preise die einzige Lösung, sei. Werde diesen Forderungen Glicht statt gegeben, dann beftv-'b? bie (Ma'Ijr, daß die Verzweiflung sich in noch weiteren Lvhnsvrterimgen geltend madx, die in An betrach t der steigenden Teifoenz eine bisher nicht dagewefene Höh? erretdxm dürften. Tic Gesundung und Wiedei^l-erstellung normaler Wirtsichaftsvcr" hältnisse könnte nur durch den Abbau der Lebens- Mittelpreise erveicht werden.
Zu der Meldung, daß an amtlicher Stelle an eine gesetzliche Regelung der Preisfrage und an eine neue Verschärfung der Gesetze gegen das Wuchertum gedacht wird, erfährt die „Tena" von unterrichteter Seite: Eine Senkung der LebensmiNelprcife wird eines der erfönv Gesetze sein, das von allen Parteien unterstützi dem neuen Reichstag zugehen wird. Man denkt an normierte Friedenspreise, die vom Produzenten nicht über 15, vvm Kleinh ändler nicht über 30 Prozent überschritten werden bürfen. L e - bensmittelschieberundWucherer, aben auch Sclfteber in anderen Warrn sollen außer mit hohen Strafen durch vollkommene Vermögen s- beschlagnahme und .^bassierung des Geschäfts, fowic 53erbot des Weiterfandrins gestraft werden. Wohnungswucher wird durch Ernziefaig der Mieten für den Hauswirt und durch zwangsweise Verwaltung der Häuser bestraft.
Verbilligung der Schnhwaren.
ma. Mainz, 12,. Irma Tie Adamzer Blrätter veröffentlichen eine Zuschrift des SkreinS der Schu l nva r en Händler von Mainz und Umgebung über die Herabsetzung der SchuHw a ren- preise, in der es u. a. heißt: Nachdem die Sage im SchulA-andel sich in einer Art verschärft hat, die zu außerordentlichen Maßnahmen zwattg, hat der Verein der Scl-uhvavetch-ändler von Mainz und Umgebung E. D. seine hiesigen Mitglieder zusarn- menberufen. Es ist nun eine Tatsache geworden, daß die Schul/, ändler von Mainz ab Montag der lommenden S&ixfce die Preise für ihre sämtlichen Waten g e w a l t i g 'h e r u n t e r s e tze n , wobei bei ber größeren Anzahl Artikel nicht nur ber bisherige ganze Verdienst geopfert, sondern auch noch roeit unter den Ernkftufspreis gegangen wird. Tiefe ganze öerunterfeMmg ber Ware auf Verlustpreise hat aber nur bann handelstechnifch einen Wert, wenn bas Publikum 'hierdurch toieter z u Käu - fen ermuntert und dadurch der Schuhl-Lndler mit seinen Mitteln fo ftüFig wird, daß er imstande ist, wieder Aufträge zu erteilen, in den Fabriken Waren zu übernehmen und dadurch die Produktion wieder in Gang zu bringen! Es liegt also im Interesse svwv'hl des Handels wie auch Ides Publikums selbst, wenn ber Käuferstreik nunmehr zu Ende gefa.
Veranstaltungen.
Samstag, 12. Juni: Hotel Einhorn, 7'/r Uhr, öffentlicher Vortrag über „Tic Schuld ber Kirchensysteme am Weltkriege im Lichte der Bibel". — Lichtspieltheater wie gestern. —
Sonntag, 13. Juni: Restaurant Sauer, Oswaldsgarten, 10 Uhr, Mitgltoerversammluwg des Verbandes der Bureauboamten und Angestellten bei den Reichs- und Staa.stehörten. — Lichtspieltheater wie SamStag.
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** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 4. Junr ber Fabrikant Philipp Heim in Offenbad) zum Ergänrungsrichter an der Kammer für Handelssachen in Offenbach für die Zeit bis zum 31. Dezember' 1921. — Uebcrtrare.i wurde am 3. Juni dem Schulamtsamvärtcr Rich. Bechtold aus Eckartsbvm eine Lchrersbellc an der Volksschule zu Ober-Lais (Kreis Schotten), dem Schulam.sanwärtcr Friede. Heimburg aus Friedberg eine Lehverstelle an der Volksschule zu Schlitz.
** Aus dem Militar-Wo chenblatt. Den Charakter als Hauptmmrn erhielt Oberleutnant a. D. v. Specht, zuletzt im Inf.-Regt. 116, mit der Erlaubnis zum Tragen der Regiments- unifvrm.
** Ausze i chnun g. Dem von Straßburg i. Els. nach hier verzogenen Rechnungsrat Kaul ist für seine Verdienste um die'Sache des Roten Kreuzes in Elsaß-Lothringen die Rotr-Kreuz-Me- baille 2. Klasse verliehen wvrd.n.
** Tie beiden hessischen Reichswehr - Jnfaitterie - Regimenter Nr. 36 in Gießen und Nr. 35 in Darmstadt wurden am 1. Juni infolge der Verminderung des deutschen Heeres auf 203 000 Mann zu "bem hessischen Reichswehr- Schütze n R e g i m e n t Nr 2/ verschmolzen. Regimentskommandeur ist Oberst Kumme in Gießen. Starrdort des ersten Bataillons ist Babenhausen, des zweiten Wetzlar und des dritten Bataillons Gießen. Außer diesem Scl;ützenregiment besitzt Reffen keine weitere Jnfanterieformation.
** Ober hessischer Kun st verein. Tic Ausstellung bleibt w.gen vollständigen Wechte S ber Gemälde einige Tage geschloßen. Tie Kunstsammlung im neuen Schwg ist von 11—1 Ulir unentgeldlich geölfret.
** E i n raffinierter Paketsch wind- l e r. Gestern gelang es in hiesiger Stabt ben Karl Statthalter aus Köln als P a k e t s ch w i n d l e r sestzunehmen. Er hatte sich bei ber Hanbgcpäckstellc Gießen in ben Besitz eines wertvollen Koffers zu setzen gewußt, indem er einen Hinterlcgungsschem in sehr geschickter Weise fälschte. Zu diesem Zweck hatte er sich in der Nähe der Stelle ausgestellt und beobachtet, wie der Herr den Koffer aufgab
und battorhabet gesehen, welche Nummer er erhieN, lieferte bann selbst zwer Kartons, die er mit Steinen gefüllt hatte, ab, um in Besitz von Hinterlegungsscheinen zu kommen, wovon er den einen fälschte und dann den Sbüer damit durch einen Dienstmann abtoten ließ. Er konnte bann in einer diesigen Wirtschaft, wo er sich einlogiert und ben Koffer schon mit einem Nachschlüssel geöffnet hatte, festgenommen werden. Der Mann muß auf diesem Gebiete schon mehr gearbeitet haben, denn er hat die Tat in fein raffinierter Weife ausgesuhrt.
** Tie Ledens Mitteltabelle für die Woche vom 14.—20. Juni ist im Anzeigenlell der heutigen Nummer veröffetrllicht.
** Äohlenbezugskarten für die Be zirkc 12 und 2 roerben im Laufe der nächsten Woche ansgegeben. Näheres siehe Anzeigenteil.
** A n der Kaffe des Städtischen LebensmittelamtswerdenBargeldza'tz- l u n g c n nicht mehr angenommen. NAferrS siehe Anzeigenteil.
** Bankneubau der Disc^>nto-Ge- sellschast. Tic Tirection der Diseonto Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, bezieht am 14. d. Mts. die lilimnehr für ihre Zweck neueingerichteten Gc- schäfisräume Plockftraße 13 (Eck Johannesstraße>, oic voll und ganz den Anforderungen eines moder neu Vrnnllokais entsprechen. Sie sind äuiterft praktisch und geschmackvoll eingerichtet. Neben den üblichen Kassen- und Schalteranlagen enthält das Lokal eine doppelgcschoifige Stahlkammer- und Silberkammeran:age, die ben neuzeitlich technischen Errungenschaften gemäß feuer-, dieltes- und ein bruchsicher hergcstellt ist und einen besonderen 53au iNTTCdhalb des Hauses darstellt, ber mit einem S’on* * troLfganj umgeben ist. Die für die Kundschaft bienbe Stahlkammer Daseanlagei ist mit allen Begnem- lichkeüen für bas benutzenbe Pub.ikum ausgestattet und enthält eine Anzahl geräumiger Ko en in denen die Ermicter ben Inhalt ihrer Schrankfächer unbehinbert prüfen und bearbeiten können. Ter Neubau, der die Raume des früheren Cafä Astvria fo verändert hat, daß man sie nicht mehr nneber- erkeniit hat im Juli 1919 begonnen. Die bislserigen Räume der Bonk wareii Aliecstraße 2.
** Noch nicht heim gekehrte Kriegsgefangene. Wie uns das Kveisamt mitteilt, müssen die Anmeldungen der aus England, Frankreich, Amerika, Belgien, Italien und Serbien noch nicht zurückgekehrten Kriegsgefangenen bis spätestens 15. Juni 19 20 bei der genannten Behörde erfolgen. Für ordnungsmäßige Erledigung der Meldungen, die nach dem 15. Juni einlaufen, kann eine G.währ nicht übernommen werden. Das Kreisamt weist darauf hin, daß es sich bei diesen Meldungen nur um einwandfrei festgestellte Kriegsgefangene, nicht aber um Vermißte handelt.
** Tic diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gieß<n wird am Mittwoch ben 16. Juni, den 23. unb 30. Juni b. Js., nachmittags 3 Uhr, im Jmptloka e — Turnhalle der Stadtmädd'C'schule, Schillerstrafte 8 — ob- g shalten. Im pflichtig im lauf-ndcu Kalendcriahre fiitb die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückständigen aus fritieren Jähren.
** Bundesspielkursus Vom 12.—14. Juni findet in Gießen auf der Rennbahn an der Hardt ein vvm 9(rbeitcrtum» und Sportbund Der anstalteter SpielkursuL der Kreff« 6, 9 unM 13 statt. Ter Kursus beginnt am Sams^rg nachmittags 21 /♦ llhc unter der Leitung des Bundt's spielwartS K o ppi s ch - Leipzig. Abends 8 Uln findet im Gewcrffdxistshaus cm b f f c n 11 i d) e r Vortrag statt über „Ziveck unb Ziele des Arbeiter turn- und Sportbundes mit bc,i>iiderer Be» rücksichtigung ber Spieltowegrmg". — Sonntag vorm. 7 Uhr ist Fortsetzung des Unterrichts in den einzelnen Spi-larten bis 6 Uhr abends. — Ter Montag ist besonders btnt Fußballsport gewidmet.
Landkreis Gießen.
sk. Hungen, 12. Juni. Eine hiesige Mülle r s w i t w e wurde auf einer Reise nach Frankfurt unterwegs unwohl, mußte in ein Krankenhaus aufgenommen werden und starb kurz darauf. Tie betagte, aber arbeitsame Fran lebte mit ihren Angehörigen in guten Verhältnissen. Wte man erzählt, soll die Frctza auf ihrer Reise in Frankfurt eine amerikanische Erbschaft über 60 000 Mark abgehoben haben.
Kreis Büdingen.
na. Nidda, 12. Juni.. Im Dachstvck des slarl Orthschen Hauses am Marktplatz in Nidda entstand gestern nachmittag vom Kamin aus ein Brand, der glücklicherweise bald bemerkt und von der Feuerwehr im Entstehen erstickt wurde.
Kreis Schotten.
sk. Schotten, 11. Juni. Kteisdircktor Dr. Merck wurde vom Berwattungsches in Polen, Abwicklungsbehörde 53erlin, als Anerk nnung seiner Verdienste bei ber Verwaltung in Polen bas 53er- bienstkrruz für Kriegshllse verliehen.
Kreis Friedberg.
n Friedberg, 10. Juni. In ber heutigen Sladtverordnetensitzutig tmir e beschlossen, in den Selteitstraßen her Stadt bte Gasbe-
Die Grskin.
Roman von G. W. Apple ton. sRachdruck verboten.) Fortsetzung 56.
Wantm soll ich länger tobet verweilen ? Es nm einer rran blitzirtigen Augenblick tm Leben, nh< ihn jeb?r einmal er ebt, wo ein Mann den Kopf verliert unb cnttoe.er feine Arme der G - tegenbrit gegenüber audanntet unb, wenn et sie schießt, bis Glück an seinrnt Derzett hält, oder — ein k.ineSnx'gs seltener Fall — entb.'ckt, totz er sich unsterblich b am tert tot und alle Mackste auruft, ihn unb seine Tumnch.it vor ton Blicken einer un^mtoUi chen Welt zu verbergen.
Ich nxir mir ttttod nicht bewußt, fcfxM bei nncr foldx.n ßtelegcntoit an^langt zu sein, als tos Blut tn meinem 3nneiK* einen 2lnlauf nahm ur.b mir bur^ bte «beni galoppierte. Dir Gelegentoit wäre al^o nubl bigctoe.en, ?Iber mit einer ilbcrmädv- tigci Anstrengung raffte ich mich zusammen und blickte aus meine Ulst.
1Hlt ^>.'iF"-svät !ries ich rnis. Ich muß 'lnrknch fort Gut alp, hne Sie sagen, nnr müren toe alte lerne den Stellten Jlwev verehr- hdc.t Schwagers entreißen Ein hübscher Erbgvif
Reden Sie mir nicht mehr von Graten und tprairnite n vier v i vereis ans Mi ii nL das herzlich zuwider. Früher Ickß'ich Man R"- bertS Ich nxrfltc, mich würbe trut nod» icmaith fo nennen.
3d) Wh’ riren Moment, baut icfyiuic ich ihr voll ins Auge Was ich bart erblickte, ermutig' • mich, unb ich streckte die Hrurd auv.
Wohlan tonn. Gute Nacht, May Roberts! sagte ich kühn.
Sic brach toraufhin in ein fröhliches Gelächter aus, unb ihre Leine weiße Hand stähl sich ui meine große Tato.
Guten Abend, ToEtur, sagte sie. Es ist mir, als ahne ich mietet die gesunde Luft Neuenglands. Es ist so hübsch, einen Freund zu besitzen, Oer es gut mit einem meint.
Din ich toS'? fragte ich gespannt.
Natürlich sind Sie es. Nochmals gute Nacht r
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Ms ich an jenem Abend zu Hause anlangte, wat ich nickst genügend gesammelt, um gleich etwas le,en, feien ober b ur eilen zu rönnen. 9.1t.nä> lid) aber wurde mir ter Sinn und bfc 53e\ utung eines Zettels dar, ter in meinen Brieskrst«, gciwrfen morfc n wat. Et trug weder Auf- noch Unterfchrift, und wat in it Heni cb r Sprache al- gefaßt Ich entjifferte torauf b.e cinadje Mitteilung :
„Tic alte Tarne wird nach Rom gebracht. Patezzo Frangipani."
F ü n s u n d z w a n z i g st e s Kapitel.
hatte sich mit .iriem Schlage tos Feld mciucr Tätigt, ü bettäckstlidä e'weitert. Bvn Lan'- lte.h nach Rom war es ein uri.er Weg. Ich hatte inde> feit Jahren ten leitensdos idxni Wnn ch fletegt, den Tchaurlatz m.i ec 5E dH V. :riete - R c -®r tdiitf'e d r letzten ;Jeit b ttrn
been Wun d» noch ixr ärfl Srinet Erfüllung la>!b *Cvl r W schwurigleit mefrr im Wege, I ut‘ ,-Y|ntlc nteid z. itig das Nützliche mit tarn
Aber formte ich auch ter Mitteilung Glauben schenken, die mir auf so geheimnisvoll Weise üterbracht worben war'? Kam >ie rctrUid) von ter Frau, der ich die zehn Pfund bevtlylt Hutt-, oder war es rin Schack^ug von selten meines Feindes, um mich von neuem matt zu setzen'? b* saß der Erbgraf witLich den Mut, ein so gewagtes Experiment anzustcl.'en, tos eine lange See- und Landreise in sich schloß, ter doch sicherlich b:e alte Gräfin einen entich os enm Widerstand entgegengesetzt haben würde ? Offen gestanden, tarn mir bte er Getonke unglaub ich vor. Auf,erd m stand dem auch ihr Mangel an Kleidern, von dem sie in ihrem Brief ge p ochen hatte, im Wege In jeder B z elmng tt-aitg es ung au'lich. Ab r trotzdem war d e bloße Mög ichlli, sie aus dem Paläste zu befreien, worin sie frü'ler gewohnt falle unb wo sie nun vi-lleicht eingekerkert war, tot verführerisch für mich, unb so beschloß ich doch, mich so bald wie irgend möglich nach Rom zu begeben.
Tarnt erst ließ ich meine Gedanken befriedigt, memt auch einigermaßen verleaen zu den Efig- nisen ds Atends zurückschw^i'en. Aut welches Ziel steuerten diese Ereignisse so stürmisch zu? Ich versuchte, mir tos ganz kühl auszutenlen. W<it ich — so fragte ich mich — ungehörig kühn, ober war die Grä in erstaunlich cn gegvn» tennmenb gew en? Sie late mir gestattet, ja, wich toju teemu.igt, sie bei i-jrem 5Son:amcn zu nennen. Sorr l war gew^ß. Daß zwischen nvs teioen sympathijck« Ge'üblc te,landen, war v sickxtr, als toß .etzt rin Feuer in meinem Kamin brannte, I unb an meiner eigenen sinnlo en Leiten chast für die Frau war nicht ber Id tote Zw i el möglich.
1 Aber es war auch die tollste Anmaßung, ja.
eine brifpxllose Kühnheit von mir, einem bescheidenen Vorsadtarzte, der versältniSmä. tg wenig zu erwarten batte, auch nur biran zu tonten, zu solch schwindesigen Höhen des Glückes ton Blick zu erheben.
Außerdem war ter Gedanke, daß ein Mann eine Frau wegen ihres Ge.tes heiratet, von je ter empörend für mich grtvesen. und to unter gcimTcn Umständen ein solcher Beweggrund mir in di-. Schuhe gesckoben werten könnte, hegte ich nur b n heißen, wnn auch rebt egoistischen W n ch, bte Gräftn möchte ihr gesamt s Vermögen in irg- nb- tine Chicagos DKizenspelsiilation ober eine ä?n- lidje Unternehmung stecken und es tobet ixt iercu. Tas würde die Vethältnisse ebnen, und das übrige würde sich dann finden.
Schließlich gab ich meine Bctrodrungen aur. „Was nützt es denn'?" sagte ich mir. ,,FH'weiß nur, daß ich diese Frau glüb nd <rehr , bau sie mir gegenüter nid>t ganz gleichgültig ist, unb daß die Tinge sich in Elle entwickln. Sie inüs.'cn sich aber auch entwickln, und ich muß mich a i mein gutes Glück verlassen. Tie ganze Ang.leg. - beit ruht jetzt noch in des Schicksals Schoße. Wc..., sie mir freundlich gesinnt ist, nnrd sich altes jm.i lauten wenden. Und nun muß ich, nn* idenk., dem elwcnwerten Herrn Simpkins in B Ifam ten verfp.ochenen Sckeck iitenv.t en."
Ich füllte tos Formular aus, trug es zur Post, speise zu Atend und te.bradjtc den Rest des Abends mit mri.iem Amtsnachfolger Dr. Perkins.
sFortsetzung folgt)


