Erstes Blatt
170. Jahrgang
Der Streif in Berlin.
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Berlin, 11. Nov In einer Unterredung! einem Mitarl»eiter des „LokalanzeigerS" gab preußisckie Minister Severing seiner Be-
Die „freie Stadt Danzig".
Danzig, 10. Nov. (Wolfs.) Die Vertrete« freien Stadt Danzig unterzeichneten
friediguug über das lUu.iia*iim des Berliner Magistrats an die streikenden Elektrizckätsarbckler Ausdruck. (Tarin werden die Arbeiter und Angestellten aufgefordert, bis svätestens Donnerstag die Arbeit aufzunehmen, widrigenfalls sie entlassen werden ) Es enthebe vorläufig die Reichs- regierung wie die preußische Staatsregierung der unangenehmen Aufgabe, in die Selbstverwaltung der Städte durch die Verordnung des Reichspräsidenten einzugreifen. Sollte jedoch trüber Erwarten die erneute Urabstimmung der Streikenden ■für die Fortführung des Streiks aussallen, so wsirde die von der Reichs- und der preußischen Staa^sregierung vorbereitete Aktion unrerziiglich ins Werk treten. Zu diesem Zwecke würde sofort ein Reichskommissar- ernannt toerVn, der mit der Ausführung der V^" dnuna des Reich^vro identen! beaustraot wiir^e Für Grostberlin rolrhc ihm her Polizeipräsident.Richer zur Seite gegeben werden.
ci'jer tödlich. Hinte- Madera gingen 3jv. Mit- g'i der des Veckandos f ei n<attr uer Obe-sch"e'rn7, l''ren anscheinend d e Sckcklste g gölten haben, nach, dem sie bereits längere Zeit oerfo.'gt worden waren.
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§2. Werden durch Aussperrung oder Arbeitsniederlegung Betriebe der genannten Art ganz oocri ieikvci.e stillgelegt, fo ist i<r Reü1^mrnrster> des Innern berechtigt, N o t st a n d s a r b e i t e n» und Notstandsversorgung zu sickwrn, sowie alle VerwaltungtSmastnahmen zu treffen, die zur Versorgung ber Bevöckerung oder zur Weiterführung des Betriebs geeignet sind. Hierzu gehört auch die Herbeiführung ter Befriedigung becchttater Ansprüche der Arbeitnehmer. Die durch derartige Anordnungen entstehenden Kosten fallen dem Betriebsunternehmer *ur Last.
§ 3. Arbeiter, Angestellte unb Beamte, welche in Beachlnng der Bestimmungen des § 1 die Arbeit in den genannten Betrieben weiterführen oder gemäß §2 citgii?r -nete No slands-rbten aber Arbeiten zur 3id>criing der Nolstandsverivrgung leisten, dürfen dieierhalb in keiner Weise wirtschaftlich benachteiligt iverxn.
§ 4. Diese Bewrvnung tritt mit dem 10. November in Kraft.
Berlin, den 10. November 1920.
Ebert. Fehrenbach.
Donnerstag, fl. November 1920 riunahmc von Anzeigen für d.e lagcsnummtr bis zum Naciimillag vorher ohne j.de ‘Hcrbinölid)hcit Dreis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtl d) 35 Pf., aufwärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Treue 150 Pf Bei Platz»
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Material. J icher
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fernen, so daß jetzt das Werk wieder vollständig Betrieb ist.
erklärt. Tie Soz'aldenwkrat e Ballerns sei für ei' c gesckrlossene feste Reiäzsciuheit unb ver e e unter Unilarismus lediglich, daß die grobe Politik ein- bitlid;- vom Reigenuicist nnrb. ®e.iu B .ie.u die Entwasfttung nickst durhühe. wer e te. Entente für die Besetzung des Ruh g?biets ein Recksts titel trieben. Tie Verantwortung treffe bann jene, bi: der Entente die Mögltchkeit zu Sie p«sfalten gegeben hatten.
igunS ssZ erforderl.trsatt ,att am hiesig3 iier 2S- isfnei8ter'
München, 10 Nov. (WTBck Om Anschluß an die Erklärung des Mrnistervräii entert von Kahr erklärte Äbg. Speck Bayr. Volkspartei) bei der Besvrechung des Bantberger Programms, daß seine Partei stch gegen alle Verdächtigungen wegen dieses Programms verwahre. Frankreich werde an seinem Bestrichen, das Ruhrgebiet zu besetzen, festhalten, ohne Rücksicht darauf, ob wir in Canern entwaffnen oder nicht. Dir können aus die Einwohnerwehren als Selbstschutz nicht verzichten, solange eine Putschgefahr von links besteht und das Reich uns nicht zu schützen vermag. Abg. Till (Soz.) wendet sich gegen das Tas l Bamberger Programm, das er wegen feiner v« Jtuqe oes MOD^usuEicnes «kwi. Si Forderung Rechts de- e z lnen Landey i rre 6 ^besondere auch E e i n e fii i l i t ä r i sch e Em-1 Staat£>pcm selbÜ iu bejuuuueii, für seiäfycad)
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Berlin, 10. Nov. (Wolss.) Aufrufe Kommunistischen Arbeit n Partei unb de. A feite
gestern nachmittag 6'/° Uhr, wie bi? „Dan;. Ztg." aus Paris meldet, den Vertrag mit Polen sowie d-'e Konstituierungsakt? uno daS Zickatzvroto- koll. D^rbürgermciiter Sahm, Abg. Schuemmev und Stadtrat Schwarz, di? sich nach dem Quai d'Orsay begeben hattm, wurden im Uhrrnsaal, in dem die scierlich? Unterzeichnung der Staatsverträge statt'-nnn^n pflegt, von dem Gesandten La Dlodj* als Vertreter des verhinderten Vorsitzenden her Botscha ttkon'erenz Jules Eambon empfangen. Der Unterzeichnung wohnt.n auß-r La Roch- der srantö'isch? Sekretär der Bot'chnfterckonferen» Massigny und der eng'ird)" Botscha't s Frrtär Corr, bi* als Urh'ber des Bertragsentwur's wederholk ernannt wurden, sowie der italienisch' Vertreten Gras Vanutelli und der japanisch' Boticha'tssekre- tär Afhiga bei. Der Vertrag zwischm Danzig und Pockrn wurde vor der hmtigen Zeremonie von den Mitgliedern der Botscha't-rkonferenz Iu^es Eam- bon, Lord Derbv, dem Grafen Bonin-Longarä und Fürst Jlhii unterz-eichnet. Die Konstit ii-rungsakt« wurde nur von den T mittler D legie-ten unter* - ichnet. Sie enthält vier Artikel und bestimmt, daß di? freie Stadt Tanna vom 15. Nov'mber an konstituiert ist. Die Konstituierung crfofat am 15. November durch einen feier'ichrnt Akt, vermutlich glttch-eckig in Genf und Danttg. Das Zu^atzproto- köll, das gckichfa'ls nur von den Danziger Dcke- gierten unterzeichnet wurde, setzt fest, daß die freia Staeck Tan'ii berechtigt ist, sich in aller Artikel V 8 des 2^rsailler V rt-aaes b-treffm^n F-a^en unmittelbar mit ter Botscha't-rkonfn-enr in V-rbin- tung zu s»tzen. Ein Artikel betrifft den Umfang, ter finanzieren Lasten, die die freie Stadt vom Deutschen Reich und Preußen zu übernehmen hat. Ob'rbürgermeister Sähm reist mit e-nern Teil der Delegation <ur Teilnahme an den Verhandlungen des VöVerbundes über die Danziger Verfassung nach Genf ab.
ur.iv.j_ fordern die Arb ite.fcl.a t zur U. te stütz.nn d.s Ltv.nls, ter au? e.ue n g :o rtf-ia t.i..€a -u ciiicm großeti p litischen cka.npe ge.orten fet, unb zum Generalstreik an . Ebenso ivie b e M'thvl.eitssozialifteu sind auch ter re: te unb 'tvf S-Iüsel der Unabhängigem ge .eit de r G neialslrcif. Ter linke Fl. g.l de U abbäirg e i er .ißt so> c niX'j,, von Ernst D-äuinig u.:b s.':b tph Lvossmauu unter;/ itl; -eien Ausruf : cg-.-.i den Genoralnreik: Zu den Maucra ischlägeit, die a leckhalbe> ong biarht wurden und in denen zum Geue.al .eik anigcsor- bert wird, erkläre.! wir, da'; nn: u is mit dte'e- Parrb? im gegenwärti en Augenb i t nickt i e m» si zieren, uno da st ebenso w:e d'e Unberschrist der K. P. D. auch die unsrige fälschsick-erive.'ie n.ite; diese Plakate gesetzt wurde.
Berlin, 10. Nov. (Priv.-Te^.) Kommunistische Arbcitergruch.en verfucliten, an r - schiedenen Stel.en der Stadt in die Bcliiebe ein* zudringen und die Ar b i er an der Arl-eit zu verhindern, um die Betrie e stillzulegen.
Berlin, 10. Nov. (Wrlss.i Wie de laute', erging srdon vor Ausbnich des Elelt izi ätZstic.k.^ g gen bef eu Nn'li ter. den Kvmmu i en Snlt, <in. §>a>t befehl h« ei ieri< ieb-ne. stvasbar.. Handlungen. Tie Elektrizitätr-arbeiter tcrixirixn dorläufig weiter im Streik u:ib le.:, en las Er- gelv.js der gestrig-.m Urab imntung ah für sie nirlst verbi.tdl ich ab. Sie besch o^len, leie über die durch die Stneitgegitcrfr'a t ber Nöehrznll b:r stchtisck^n Arbeiter rescka' e e Lag- zu berct n Ter Straßenbalpiverkelir tonnte muß nickst wie er aufgenommen wevden. Tie Doch- unb die Ibrtcr* grunblahil Dtrfcl/ren xxrie.ee.
Berlin, 10. Nov. (Wolff.) Eine größere Anzahl fremder Arbeiter drang zwisr.'en 12 und 1 Uhr in die Gasanstalt 4 (Tanztgtw Stiust?) ein unb verlamzte, das; d'e Gasmista t - (..j-, it?r noch einmal über den Stni' abstnmwen sollten. Tem Drwtgen biei'er Leute s< lgend. wurde auf B.'r'angen des Betriebsrates diese ?lbsckn- mung sofort vorgeuommen mit dem ErgebniL, das; ber Streik erneut abgelehnt wnrd. Nack einiger Zeit b van gen e twa 1000 Ar e hlo fc in die Gasanstalt, setzte?« g'wa t arn bei Betriebsrat ab unb verlangten die Einsetzung etnes poli t'.- schen Ar be i t er ra te s , der von de:i Arb'itk- losen sofort gemäb't nmrbe. Da auslin wurde der Streik in ber Gasanstalt 4 vor.'amte t. T.e Staatsbehörden wurden in A'e / t i5 ge etzt.
Be rlin, 10. Nov. (Wolff.) Fast zu glcickrer Zeit mit der Stillegung der Ga.>a««stalt 4 in ber Danziger Straße drangen etwn 150 Personen in das CH arlottenburger Elektrizitätswerk ein und verlinderlen die Arb?ihr an der Weiterarbeit. Als Sick>erheitspolizei e-ckcht'n, f iidp teten de Demonst anten. Vor dem G-rbäud? des Metallarbeiterverbandes in der Linienstraß? sammelten sich ebenfalls um die Mittagsstunde etwa 1000 Personen an und versttchlen in die Räume des Veibandes einzudringon Es gelang, noch recht- zeilig die To e tu schließen, so das; die Demonstranten wieder abziehen mußten. D r Sichnlteitspolizei gelang es. e'nen der foeßer f'stztmehmen. In dis Rosenfha'er Werk der Bermnann Elek rizitlltswr'ble draife:« etwa 400 bis 500 Arbcklslofe ein, 3trän ton die Arbci'er zum Feiern unb vrmanlaßt.n si.' zum Verlassen ber Werke. Auch die W.nkz Zugmaschinen- und Wei kzeuafabrlk Ak ien-Gese l (faxt Ludwig Loewe & Co. in der «öuttenjrrafr? erhielt hmt? Mittag dm Be'uch von e m 200 Demonst an en, die das Kraftwerk stilhgien und so den Betrieb im er» ibanhen. Als die in den Werkstätten beschäftigten Arbeiter, über die Ursache des Sti lst.'hms der Maschinen b iinruhigt, auf die Höfe Famen, wurden sie von den D tnonstran en ous'efordert, in den Gen'-- ra.stre k rinzu reten. Schlietz ich erschien di' Sicher- heitsvolizei, der es gelang, die Nuhestörw zu ent»
Tas französisch-belgische Militärabkommen.
Paris, 11. Nov Tie Ag«mwr Havas ver- öfsen'licht heute Abend ein Brief, den bn Genera 'ekretär beim Ministerium des Auswärtigen Pli ippe Berthelot c'emein'chaftlich mit dem b?l- gii'chm Ministerg^äfilenten Delaeroix an dm Gen?- ra fef-stär te:- Völkerbundes gerichtet hat In tv> l?m Briefe wird mi'oeteilt, baß ber belgische unb der französische General st ab gemein* am ein.' Anzahl rnilitäri'cher Mamahmen verab- red?t haben im Fa'le eines nmm Anwines gegen ?Vrien und Frankreich. Gemäß Artikel 18 des Sö^ lerbundsstauUs wird alsdann der zwischen der
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*;lnder betten ^önegedi^
Bunte Spannstoffe für öctlbcklddu^a N im Hilm ralionen 1WL uxt
We^reben, den Friede,tsvertrag zu er» Müllen, soweit es nur irgend möglich [ \(i Mit allem Nachdruck bringt der Minist.rvräsi- Mtv zum Ausdruck, daß Bayern mit 3äß; ;f it an Einheitlichkeit uno Unze r reißbar- Mit des Deuts chen Reiches sestba t?. Nichts t ;'trc Bayern hierin irre machen. Stein Mittel I" L^tte stark genug fein, die Bande der Liebe uitb L-»iangIid)E.'it -u zerreißm, die Bayern mit seinen Wtemmesbrudem im geeinigten Reiche verbinde.
einem Liebäug.ln mit fremden Mächten könne W>» Rede fein. Internationale und natronalc W-tteitsgcmeinschast, Versöhv.ung der Gegen'ätze miß?ii und im Innern, sei das Litmotw. Tas »Äste Unglück sei die Zerklüftung des Volkes Klassenhaß. Ihn zu bekämpfen,, ob er . *1 rechts ober links gepredigt werde, mülse das ' A sein, wenn der Bürgerkrieg vermieden wer» ** solle. Kahr wmdet sich dann gegen bie, Revo- Drtimsroinantik. Ti? Staatsregierung dürs? nicht W^ms verzichten, die Ntachtmittei fest in der SMinb ■•i >°halten, deren sie bedürfe, um die staats- und W^sellschaitsfcindlich'n Tendenzen mit Erfolg ab;u ■Men. Tie Bebaiststung, baß von Bayern eine H »iterrcDolutionäre Bewegung zu er- > taten sei, bedeute eine Lüge.
||v 2ann nenbet sich ber Ministerpräsident ber *der bayrischen Einwohnerwehren ML Er geht auf die Entwick'ung der Einwohner- 1 ^en vor und nach ber Rätezeit zirrück. Der ein- [1 ZE Ztoeck der Einwohnerwehren war unb ift ber J der eigenen Person und des Eigmrums und der staatlichn Rule und Orvnuni. Tie Eriche Einwohnerwehr habe sich bereits als^das lwerk gegen jeden Umsturz erwi ''en. Tage des Kapp-Putsches gezngt.
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Ein neuer Mord in Oberschtesien!
Beuthen (Ober'chl.), 10. Nov. (WB.l Auf dem Wcae zu einer Ve^arnrnlimg d-s Verbandes fjetmattrever Oberschlesier in Fm^- dmshüt e zvure Astern abend d r Arbeiter Ma- aiera durch Schüsse Mis einem Hanse getönt Zu b*r Ermordung wird folgrmd<?Z mit'-etei't: befand sich ccr-en 8 Uhr auf dem Nachhau'ewege mis einer G " l sckaft, als plötzlich hrste- i'm acht Schü's? /i len. die von drei Per rrn abgegeben hnirtxir. Magiern erhi-lt zwei Sckü'se davon war
richtung weder nach ihrer Aveckbestirnrnilng, noch nach chver änderen Organi aiion und Zusarnmeit- leßung. Sie sei auch kein Saat im Staate, fon- ixrn eine aus dein Vo,ke her<msg.gi'ach>ne frei» willige L>ilfr^für den Saat und in llntcrorbming '"'Oer den ojaat zur Erfüllung des Sicherheitszweckes, dem ber Staat ans eigener Kraft noch nicht gewachsen so.. Nach Erfüllung deS Si.tK-rßeito» stvcckes neide sie mit zunehmend r Shräfiigung des «siaate» von selbst üle flüssig 1 erben. Vorher aber fönne der Staat auf b ec Hi fe nicht Verzicht n, st'enn er nicht sich selbst auf leben tvoile, west 's zum Wesen jeden Staates gehö e, daß >r Sicherest geivähie für den eigenen B>'stand und für feine Angehörigen. Tie Eimvol^reiwehr sei G.g'nsra'b des Hasses für alle, die es stch znm Ziele g'setzt, die staatliche Ordnung zu stürzen. Kahr oeviceift auf d.e letz en Parteitage der U. S. P. uns der K. P. D. Die Staats fein de rüsten mit tatkräftiger Unter st ü tz u 11 g der fremden B 0 l s ch e w i st e n unablässig zur neuen Revolution. Ter Minlsterpräsid.'nt erinnert an bie Enthü lungen der letzten Tage über einen gemeinsamkn Opeeations''a 1 Mosk-nw mit den deulsck/en Ra. ikalen. Angesichs der Ria '.tmittel und der Waffen, üller dle die Revolutionäre v.'r- fügten, könne fein Mensch mit bciiiü. itigen Sinnen dazu raten, die Eimv-ohnerivehr a^ifzuheben. Unb wenn sich eine Regle ung fmben so l.e, bi i > sclcl-er Lage auf ein de^ ar.iges Hi fsmittel gegen.:b.'r dem inneren Umsturz verzichten u-o.le und be i Mut auf» b ächte, zu in 23trrä.ei an der'eigenen gnschvorenen Pflicht zu nietben, — „g l atu be n S i e, daßsich in Bayern ein W e h r in a n n findet, ber auf ba§ Recht verzichten würde, seinen Hof, seine Angehörigen unb dm S aat ge^en bi? drolxmde Gefahr mit der Waffe z u schirmen?" — Und nun b ginne ber rurch tie Note N 0 llets g.kennzeichnete t agische Konflikt. Kahr untersucht bi? Rechts.age, lui? sie durch Verlail! is unb Span gegeben sei. Danach fielen bie bayist.ch'it Einwohnerwehren überhaupt nicht unter die nach *oem Friebens vertrag au fju» lö (en ben Formationen, nxstl sie keine mili arischen Forma'ionen darstellen Gegen d e von ber deutschen Delegation unter,ch.i?b ne Verpflichtung zur Entwaffnung iabc bie bayrische Regierung Gimvcnbimgen erhoben und eindringlich, aber leider vergeblich gelt en b g-macht, baß die Ent- ivaffnung der Einwoln nveh^en solang«' nicht möglich sei, als jene 23affenträger ihre Waff.m nicht ausgeliefert hätten, die sie geg.m d?n B stand ber staatlickren Ordnung auMKnlen entschlossen seien. Sie hab? mit ackern 9lachd.u:k auf das Notivehrrech-t des Staates hin etviesen, das ein nrtürliches unb fittlickies Gesetz sei unb al5 solch?s allen Verträgen und Diktaten vorgele. Aus diesem Standpunkte müsse bie Staatsregierung pflichtgemäß auch heute noch fest halten. Tas Entwaffnungsgefetz habe bie Durchführung ber Entwaffnung in bie Hänb' eines Reich: kommissars gelegt. Tie Einwohnerwehr l>abe auf Grund dies's Gesetzes ihren Waffenbesitz vor-schriftsmaßig an» gern ei del. Slc hab? sich im Ralirnen d?s Mö,glichn an der Waffenabstesernng beteiligt. Reginimg unb Landesleitung der Einwohnerwehr seien ab'r der Ueberzeugung, baß, was die Einwohnenvehr noch besitze, im Hinblick auf die gegebenen Verhältnisse zur Zeit nicht entbehrt merben könne. In biei’er Beziehung müsse bie bayrisch? R'gierung für sich gegenüber ber interalliierten U'benvachungs- Lommission das kompetentere Urteil in Anspruch nehmen.
Tie Entwafstiung der (Staat’treuen und die Auflösung ihrer Se.bstschutzorgani at:o:i würde las Signal zur Erhebung der auf diesen Ze.t punkt lauernden r a 0 i fa 1 e 11 Elemente b.lLen und ber Umsturz ber staatlich n Ordnung würde das Versin'eil des ganzu d?utsch?n Boterlanbes in den Fluten des Bo.sch wismus bedeuten. ES würde aber nicht allein v.rsinlen, sein Untergang würde den Untergang Europas und der europäischen Kdiltur ei nickten. Man könne es daher nur einer Vrrk nnung der tat ächlichen Verl äcknisle unseres Vat. rlandes zuschr ilxnr, wenn d e alliierten Mächte trot; ihrer E.kläruni, daß sie es nicht auf die Vernichtung D?ut ch ands ang?Iegt hätten, zur Forderung ber sofortigen Entwaffnung d?r Einwohnerwehr gelangt n. In bi.- lUxtriommcne 93er» pflichtung ,ur Griü'lirug der Ve.träge s i nicht die Vervf.ichtnng der Selbüau'gab' eingstchlos et!. Tie Eutioaffuung, fom ii si? auf Abrüstung und Entmilitarisierung Teut'ch ands ab'iel-, soll restlos auch nach dem Willen ber bayerischen Regierung durch^eführt roeroen. Di: bap'rifch? Staatsregierung fei bereit, nach dieser Richtung jede Garantie zu übernehmen, und es fei bei Aufrichtigkeit auf feiten ber Vrrbandsmächte auch anzunoh neu, daß sich der Weg finden lasse, der den beberfeitigcii Interessen gerecht w?rde. Nimmermehr könne er glauben, daß ettoi bi? französisch- Nation g-nvillt sti, die schwer? Vermrtwo-ckimz in ber Gefch chte ’-u tragen, baß ihr Seg den Unt.-rgang Europa-Z herbeigeführt hast'. Der Schuß der Re> ist ein Appell an die sittlich? Ern n?rung des Vockes, die sich auch auf b*? Verhä.cnisie des Wirtschafts- lebens crftr.cfen müsse.
Mün chen, 10. Nov. Ministerpräsident von -ah r leitete h?ute morgen die große politische il»s spräche i m bayrischen Landtag mit riwt urogrammatifdjen Rede ein, in der er für 8Hern das Recht auf eigene Staatspersönlichkrit trnerbaW des Reich?s in Anspruch nahm und »gmüber all.n unitari" ischen unb separatistischen t«denzen glvi(farmaßen verteidigte. An der auswärtigen Politik mülse sich Bayern Hute irtriligen, ob es wolle ober nicht, und zwar im iZivevess? d:s Reiches. Das Pendel schlage heute onler nach Süden aus als in ber Vergangenheit, löelbstverständ.ich halte man sich dabei im Rahmen
versassun gsmätzigen Zuständigk iten. Was Einern aus dem G?bi?te der auswärckigen Politik gesch h- im Einvernehmen mit den zuständigen Keichs stellen und im Gefühle der Verantwortung, ßi?es dem Reich? gegenüber trage. Air cnicSonber» prCiti! denke Bayerrr nicht und weise diesen 0)e» Mrstn in dieser Richtung von sich. Die Drientic» pmg, von der es sich bei seinem außerpolitischen lstrhalten (qten lass?, sei bie der Ver öhnung unb Mr Verständigung, roic im Jimern so im Aeußern. giir betont, wir müßten heute alle die in ber Derean^enh it in imperialifrischer Verblendung be» fcnyne.i Fehler durch einen harten unb grausamen grüben büßen. Gleichwohl sei die bayerische Rc» |?Tung mit ber Reichsregierung einig in dem
Nr. 266
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postscheakomo:
Jranffwrt a. M. U68>
Oer bayerische Ministerpräsident über die Einwohnerwehren.
Im bayerischen Landtag hat es gestern eine lochvolituche Tebatte gegeben, die über den Nährten ber bayerischen Interessen hinaus für das <anze Reich die größte Bedenlung hat. Ter Ministerpräsident von Kahr rechtfertigte bie Weiterung, die bayerischen Einwohnerwehren auf» yilSseti oder auch nur zu entwaffnen. Er tit dies mit durchschlagenden Gründen, irtbem er sagte, die innerpolilischen Gefahren, bie besonder) von links her sich noch sehr stark «merkbar machten, gestatteten es nicht, daß Vayenl sich des einzig unb allein ausreichenden Satzes entäußere, welcher schon in den ersten lagen nach der Revolution von sozialdemokrati- c<m Führern je bst gebildet nwrdei'. sei. Hur iroat labr berief sich darauf, bie Auftttsmrg der Ein- «obnern>ehreu sti keineswegs im Beitrag ron Vcr- mlle-5 festgelegt; er scheint es aber zu ioiffen, baß An ber Elitwafsuungssrage ein n.’itcr We 1 zu Ber- bcnblimgen b?schritten werden müsse. Nach der ent liegen l'omnienb'r. Rede Lloyd Georges, der int U ickerhause erklärt hat, gerade die tSntwassnungsfrage werde im Deutschen Reiche zur Zufriedenheit erledigt, und es besteh? Ein< Gefahr mehr, das; Deutschland cggirfiib v>?rben könne, ist zu erwarten, baß Frank- ieid) keineswegs mehr ben Mitt finbet, in di'se innere Lebensfrage Bayerns unb des Ruches n?ei» tetbin mit Gewalt einzugreifeil Es besteht übrig ns Zeranlassuna, auf bie llnlerschiede zwischen der layeckschrn Einwohnerwehr und den Organi ationen löscherich hinzuweisen. Beides sind gern; versc ied.ne lLirichlungcn. Die bayerische Einwohner- !»kh r ist eine st aa t l i che Einrichtung, die Organisation Escherich ein Privat- b<rein. Die Satzungen ter Or-gesch cickialten rrn Austxruprogvamm, das zwar feire parterpolt- 'W Grundlage, wohl aber eine allgeiwrn p?- ltckisthe und vaberlätbisch? Richnmg lesitzt. Tie Ctgar. i'ct öncn Escherckch sind nicht wi? d e bay- aisck/e Einw. hnerwoi-r e ne reute Mwelchgrünbrnig.
bezwecken feen Zusammenschluß alkr roter» Ilindisch Gesinnten aus der (tzrund'a 'e eines Mtn- dkstprognamms unb terbürgeu so einen roi": k amen öustunmenschlus; gegen alle Putfchge ahrei, di' von mchtS ober luiks kommen können. Es muß daran aftgearbeitet werdLi, bamrt bec loyale Geist des ilanbesl-aupttnanns Esckeckch. der auch von den Gegnern der Orgesch anerkannt wird, füfneub und mchtungg beNd bleibt oder wi b und 0)esetzwidrtn- ikck'n irg.mdwelcker Art tioliomn en aussckvi' eu. tarnt wird keine Regierung bagejet einschreiten pJmtcn.
(Sin Verbot der Stillegung von Betrieben.
Berlin, 10 Nov? (Wolff) Der Reichspräsident hat folgende Verordnung betr. dieStill- legu ng von Betrieben, ivelche tie Bevölkerung mit Gas, Wasser und Elektrizität versorgen, erlassen: Aus Grund des Art. 48, l?ck>f. 2 der Reichsvenassung verordne ich zur Wiederherstellung der össentlichen Sicherheit für das Reichsgebiet folgendes:
§ 1. Betrieben, we'che die Bevölkerung mit Gas, Wasser und E.ettrizität versorgen, sind Dus- l'rerrungen und Arbeitsniederlegungen < Streiks) erst zulässig, wenn der zuständige Schlichtut'.gs- ausschuß einen Schiedsspruch gefällt hat und bei der Verkündigung des Schiedsspruchs mindestens drei Tage vergangen sind.
Wer zu einer nach Abs. 1 unzulässigen Aussperrung ober Arbeitsniederlegung auffordert oder zur Durchführung eines solche!'. Strelks an Maschinen, Anlagen oder Einrichtt'.ngen Handlungen vornimmt, durch bie die ordnungsmäßige Fortführung des Werkes unmöglich gemacht oder erschwert wird, wird mit Gcsäng - n i s oder Geldstrafe bis 15 030 Mark bestraft Ebenv wird bestraft, wer ene nach 9Lxf. 1 unzulässige Lllssperruus ivraünntt, .
vorschritt 20" Aufi^tag.
General-Anzeiger für Gberhefsen WW
Dnid unb Verlag: Yrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Zchristleitung, Gefchaftrfteüe und Druckerei: Schulstrahe 7. S'inTin ließen’


