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Ter allgemeine Eindruck der Delegation sei der, baß der Grundsatz der R ä te re g ie ru n g für ein dem o kratisches we Enga. d n i ch t s t a u g e Es liege sicher viel gutes ui tem ©treten der Boifck^ivisteii, ater sie berücksichtigten de menschlich.' Natur nicht, und so viel schü'. es der Kommunismus in vielen Dez.eliungen amu einschlietzc, so l'ömie ec doch erst'm einigen G.- neratiouen verwirk,icht nxrten. Ter Delegation siel aut, bi6*unter der bolscheivistisck-en Regierung feine industrielle Freiheit te eht, u d teß d e Artel s i der egimg nicht ge atet wir . Turnei sge jum Schluß: Tie Be.ökerung ds tlad/en Landes fief.e dem Bolschewismus nicht so­wohl freu dich als vielmehr g ci lgül ig geg.m-- üter, dagegen sei die große Mehrheit der Bevöl­kerung oon Petersburg, wo am meisten gehungert werd', unftr ütg auf Seiten der Boljchewisten.

Rotterdam, 10. Juni. (WTB.) Wie der Nieiiwe Rvtterdamsche Courant" aus Lond.m mel­det, sagte der Füteer ter englischen Arteitcrad- ordnung, die die russischen Zustande mrtersucht, u. a. noch, die Bolscliewisten hätten zug'geten, daß wchheeud ter Schrecken szrit ungfül/r 8 5 00 Men­schen hingerichtet tvorden seien. Tiefe Sckreckens'teristtest sei jetzt zu Ente. Ater die Todesstrafe sei für Spionagefälle wieder eingefülwt. Rußland leite Mangel an Lebensmitteln, K.ei- düng, Roh.tofsen und Transpor'Mitteln. Fünfzig. Prozent ter EinwolMer hungerten. Gegen die epidemischen 5k rank heilen, tesomers ge- ge nten Typhus und die Pocken, werte ein Ber- rweiflungskanipf geführt.

Aus dem Reiche.

Au.fchrkitungkn bci KiApp.

Essen, .11. Juni. (WTB.) Am 9. Juni, nachmittags, zogen ire'.r re Hu tert Arteiter vor d-.s De wnl.u, g. gebaute ter Ztzruppsckieil Friedrich- Alf rete 5). tie in Rhi /h u en und ter.uMni ton ter Werk, t uiig di. sv ortige Zusag-? von Lshai- erhichung n zu et-zwingen. Die B ru> l ung er- klärie, A'.'rüter nur mit dem Betriebsrat als ter ge ermäßigen Dertretnng ter Arteiterschaft, ver­handeln zu müsten. Tie vor dem Gebäude ternon- sirerente Menge wir izwisck-eu stark angewach en und legte nach einigen Roten ihrer Führer fosort das g e s ia m t e W e r k st i l l. Tie Arteitswillig^ n wurden aus den Dterkllätten vertriuten und te- Ai'siülirung ter Not st andsar beiten mit Gewalt verhindert. Es flam zu Aus- lchreitu ngen u d M i st b a n d l u n ge n. D e Friedrich-?llftes-Hütte mit 8500 Mann Beleg­schaft liegt völ'ig still. K inerte- NotsandSirbeg.en werten m-rrichel. Der Betnel'srat der Hütte war von ter ?lktion nicht verständigt Worten mid ver­mocht bisher wenig Einfluß auf die Tumultonten auszuüben. Der Schrtern wird schon setzt auf mehr als eine halbe Million teredpuet.

Ein Dementi Scheidrmnnns.

Berlin, 10. Jmii. (Priv.-Tel.) Der frühere Reichskanzler und jetzige Oberbürgermeister von Kassel Scheidemann, sollte in der Stadt­verordnetenversammlung eine Erörterung über die mutmaßliche Biidung der neuen Regierung mit der Bemerkung abgeschnitten haben, dass Deutschland spätestens in zwei Monaten eine neue Revolution haben würde. Dem gegenüber stellt Scheidemann in derB. 3 " fest, daß er von einer Revolution nicht gesprochen, sondern lediglich in einer streng vertraulichen Sitzung dem Optimismus eines Deutschnationalcn gegenüber bemerkt habe, die Lage sei trostlos und wir könnten in kurzer Zeit wieder den Bürgerkrieg haben.

Die Kohlenförderung Oberschlcfien».

Beuthen, 10. Juni. (Wolff.) Nach ter Obe richtest.chm Morgenpost'" b trug die Koh­lenförderung Oberschlesiens im Mai 2 238 320 Tonnen, ter Hauptbahnversand 1510 301, ter Kohlenbestand 236 359 Tonnen. Die Wagenstellung war gut, es fehlten nur 0,1 Prozent. Nach polnischen Blättern hat die Kohlen­kommission des Obersten Rates di' bisherige Zu­teilung von oberschlesisch n Kohlen an Polen um 150 000 Tonnen monatlich auf 400 000 Ton­nen erhöht. Die Erhöhung soll dem Wiederaufbau ter polnischen Industrie, besonders ter Export­industrie, dienen.

Berlin, 10. Juni. (Wolff.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat der StaatSsekrelär im Reichsmehrministerium, Stock, am 8. Juni dem Reichspräsidenten seinen Rücktritt angcboten. Der Reichspräsi­dent hat das Rücktrittsgesuch angenommen, aber Stock gebeten, das Amt fortzufühccn, bis eine neue Regierung gebildet wird.

Vie Londtagrwahlen.

Berlin, 10. Juni. (Priv.-Tel.) Wie bv Abendblätter vielten, eririden Bei ten Weh'-m zum O'-eamtlanbtage in O lden bu r a die Teutsckie Vollspartei 15, das Zentrum 11, die Demokraten 7, de Mel r.-i s ozialisen 10, bte Un.bl irgizen 5 und ter Landbuud und die Teutschncftivnalen je einen Sitz.

Bei den Rrick^stagSmahlen sind im Wachskreis 3 (Po sd m 121 >6 i te t ch nt onale S inunen a » teteb.-u Worten . Demnach ist auch Gnu Westnrn, ber Fülwer ter aLen Vouservati'v'n Reichstags» frattion, gestvählt.

Brauns chw eig, 10. Juni. (WTB.) In der Sitzung ter Landes Versammlung, in der die Bildung ter neuen Regierung aus ter Tagesord nnng stand, tourte ein Antrag ter Rechten die Wahl ber Landesregierung solange onszusetzen, bis die Bildung ter neuen Reick^regierung «ge­klärt sei, abgelehnt. Die ^lbstimmung über den Antrag ter Unabhängigen, chu? Regierung aus drei Unabhängigen und zivri Mebrheitssozialisten zu bilden, ergab die Besäjlustunsähigkeit des Hau ses. Es fehlte ter größte Teil ter Fvaktion des Landeswalil verbautes Die Wahl ber Regierung wurde aus morgen vertagt.

Dresden, 10. Juni. iWTB.) Die beiden sächsischen Regierungsparteien Sozialtemokrattm und Demokraten veröfseiitlichrn folgente (rrflfi­nnig: Die briben sächsischen Re^rierimg sparten find aewillt. die Folgeimgen aus dem Ergebnis ter Reicl<S '.gs.valilen zu -.ie.en Man w rd te<- halb die Regierungsbildung im Reiche o b z u to a r t e n haben. Tie jetzige Klammer- tneti.ltcit ist ber Meinung, daß tw Wal l zum neuen Landtag immchiumt vorzunedmen ili. s»teld die bringendem Borlagen, die im Interesse des Landes ließen, erledigt sind. In->tesoi-> e en die Verfassung, zu dwen Erledgrung bi. > >nm . gewühlt toorbiii ist, die ifiJübern achter Wort, zu erwartende Wahlgesetz vorbag^ohrt (Vante steuergesetz für die t^cmetndefi > vc vadfa^n'te'. tocn>w.

Au- Stabt und Land.

Gießen, dm 11. Juni 1920.

Veranstaltungen.

Freitag 11. Juni: Llck.spielhaus:Nero" undDie neueste Wochenschau". Lichtspiele Seltersweg:Das rollende Hotel",Er, ter Herr­lichste" undBonaparte, das Kindermädchen".

** Amtliche Per sonal Nachrichten. Am 4. Juni wurde dem Hv'tekai Heinrich Sckü» 1 e r zu Bad-Nau hei in t«i? Stelle -ri.es Amts­gehilfen (Timers) bei ter Bote- iuü> Kurveriva l- tung BadMcMlteim mit Wirkung vom 1. April ab übertragen. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu teieBeute Sckjulslelle zu Vilbel.

** Wahl eines neuen Beigeord­neten. TieOberhess. Volkszeitung bringt in ihrer gestrigen Ohimmct solgente OUckiz:

Tie Ltadtverordnetenversammlung nahm in der nichtöffentlichen Sitzung am Dienstag die Wahl eines iveileren besoldeten Beigeordneten vor. Bon 34 abgegebenen Stimmen sielen 20 Stimmen aus den Stadtamtmann Tr. Frey in Dresden, 11 aus den Magistratsassessor Kel­ler in Stettin 3 Zettel waren unbeschrieben. Dr. Frey ist somit gcivählt. Die Unabhängigen erklärten, sich an ter Wahl nicht beteiligen zu wollen, weil sie einen Techniker als Beigeordne­ten gewünscht hätten.

Wir send es unseren Lesern gegenüber schuldig, estzustellen, warum terGießener Anzeiger" die gleiche Nachricht bisher noch nicht gebracht hat. Die Wahl fanb tu einer nichtöffentlichen Sitzung tatt, über deren Verhandlungen das Amtsgchcim- nis gewahrt loerben must. Die Nachricht war von ter Stadtverwaltung für die Oejfeutlichkeft noch nicht frei gegeben, tveil man erst abtoorten wollte, ob der neu gewählte Beigeordnete die Wahl annimmt. Wenn dieObeich. Bztg." die Nacl/rickte dennoch brache, so ist dies unter Verletzung des Amtsgeheimnisses g sch den, an das auch öerr Vettersin seiner gleichzeitigen Eigen- chait als Redakteur des Blattes und Sbu-tvevorte tetcr gebunden ist. Wir ergreifen mit dieser Fest- "teUinig die Flucht in die Oessentlichkeit, weil es nicht der erste Fall ist, baß unter Perletzmig des Amtsgeheimnisses in derOberhess. Volks­zeitung" voreilig über noch nicht publikationsreife Angelegenl-eiten berichtet wurde und weil wir uns versck-icteiitlich vergeblich an die Stadtverwaltung mir ter Bitte gewandt haben, diesem Miststaute abzutelsen.

** I n der letzten Stadtverord­net e n s i tz u n g wurde von Frau Stadtverord­nete Kramer vor Eintritt in die Tagesordnung olgende Erklärung abgegeben aus derer nachträg­liche Wiedergabe Frau Kramer Werl .egt: In der Protestvcrsanimlirng der USP. am 28. April 1920 wurde das Säuglingsheim in einer Weise erwähnt, die mich zwingt, als ste lv. Vorsitzende das Wort zu ergreifen. Ein Körnchen Wahrheit war Grund eine Schmntzwelle über das Säuglingsheim gehen zu lassen. M. H. u. D., es hat in jedem Betrieb schon ungetreue Diener gegeben inrb wird immer wieder Vorkommen, das wissen wir alle. Nach Kenntnisnahme einer Untreue (die Sache spielte vor zirka 1 Jahr) timrben bie mißliebigen Kräfte ausgeschieten. Sie können sich denken, m. H. u. D., dost cd beit Vorstanb peinlich berührt, in einer öffentlichen Versammlung biese Anstalt, bie so segensreich wirkt, herabgesetzt zu sehen unb wäre es jebenfalls von Ihren Parteigeitos'en angemesse­ner gewesen, bem Vorstanb biese Melbung zu machen. Der Vorstanb konnte bies Verlangen, denn für welche Gesellichaftsklasst besteht dieses Säug­lingsheim? Doch nur für die ärmsten Ihrer Par­teigenossinnen denen niemand Tur und Tor öfsnet, wenn s.c verhärmt mit ihren Kinderchen ank opsen. Ohne Frage nach <5taub iutf> Pa. t i tix rc-i Ci; Kinder aufgenommen, gepflegt und für sie ge­bangt und das ist der Dank dafür. Ick hoffe, m. H. u. D., Sie werten Ihre Partei jenosstn be­lehren unb in Zukunft anbere Mittel unb Woge finben ihre Kritik ausziiübeu. 2. Pimkt. Gefahr ber Weiterausgabe ter sterilisierten Milck. wegen Slrommangels. 3. Besck eunigjng ber Herstel'uug tes zukünftigen Hosci a s, bcssen sackjgemüste Ein­richtung unb Anstel.ung einer Schwester.

** Ein ungeratener Sohn. Am verflossenen Samstag entwendete ein Sohn seinem Vater 8700 Mk., die er innerhalb zwei Tagen mit noch einem Freunde bis auf 300 Mark verjubelte, die man bei seiner Festnahme noch bet ihm vorfand.

** Vom Schieber zum Ein­brecher. Der vor einigen Tagen erfolgte Eiubruchsdiebstahl, dem Wurstkonscrven zum Opfer sielen, sow.e die vorgekomme­nen Kellereinbruche haben ihre Auf­klärung gefunden. Zwei hiesige Personen konnten durch die Kriminalpolizei als Täter und drei als Hehler festgenommen werben. Die Hehler hatten die Konserven an eine Fabrik verkauft, wodurch man dem Diebstahl auf die Spur kam. Bei der Vornahme von Durchsuch­ungen beiden Hehlern fand man Gegenstände, die auf die Kellereinbrüche schließen ließen, wodurch man diese auch ausklären konnte unb die Diebe ihrer wohlverdienten Strafe ent­gegensehen. Als Diebe kommen hiesige unb eine auswärtige Person in Frage, die erst vor kurzem aus dem Gefängnis wegen ähnlicher Straftaten entlassen worden war. Die hier wohnenden Täter haben sich bisher mit Schiebergeschäften befaßt; da diese nun nicht mehr gehen, wird zu Diebstählen gegriffen, ein Fall, der nicht einzig bastehen wird.

_ @ i n amerikani scher Freund des deutschen Volkes ljatde in Reclawd Uni­versum Erkundlgirngeii nach einer in Olerl essen letenten Fami.ic mit Flamen Kv rell ein je. en lassen. Daranflnn mosteten sich 12 Personen, denen dann je 270 Mk. ans Amerika üb.rsandt tourten. In seinem B^'eitsckweiteu sagte ter Wohltäter, der noch nicht einmal in Deutschland, fjittem in Rußland aeboren ist, baß man sein Geschenk uidtt a's Almosen betrachten möge. Er habe tes geeinte, w"il er mit bem teut äten Bo ke fühle, und glaule, dte» am bester dadurch zum Au.- brurf zu bringen, teß er An-cchörigen einer Fa- I milie, die feinen Namen tca<>? und mit der feine '?Hnten vor Hunbcrien von Ialwen vielleicht hrr- | iwinbr n*.ire i, eine f ei e Freude lernt. M^r I zu geben fei er als G2jähriger Arb iter leitet

**DieBahntarifebleibenhin- Itcrbcn Ausgaben zurück. Die Taris- | crwuiuiflCi' ter Eisenbahnen erreichen noch lang', nicht die Steigerungen der 'Ausgaben.

Gegen den Friedenszustand sind die Tarife I bis jetzt um 490,64 Prozent gesteigert wordcn; die Ausgaben sind dagegen um etwa 600 Pro­zent gestiegen. An sich läge schon jetzt Grund genug vor, die Tarife abermals zu erhöhen. Es ist bereits persichert worden, baß derartige Ab­sichten augenblicklich bei den zuständigen Stel­len nicht bestehen. Das schließt nicht au^ baß die Weiterentwicklung bet Dinge schließlich doch wiederum zu einer Erhöhung der Fahr­preise und der Frachten führen werden. Ob eine Steigerung der Sätze in Wirklichkeit höhere Einnahmen bringen wird, ist aller­dings eine offene Frage. Es ist mehr als zwei­felhaft, ob die deutsche Wirtschaft noch größere Lasten in koieser Beziehung zu tragen fähig sein wird.

** B e si tzw e ch se l. Frau Maria Berhge ver­kaufte ihr Anwesen Rügelpfad Nr. 37 an Julius Wohl mann für 29 000 Mk.

** Milch von maul- und klauen- seuchen kranken Tieren. Nach einer Zei tungsnotiz soll in Rhriirhessen ein 2jähriges SViub am Genüsse von Arilch von maul- und klauen seuchekranken Tieren erkrankt und sogar gestorben sein, obwohl angeblich diese Milch gekocht genialen sein soll. Diese Angaten sind insosern unrichtig, als die Milch tatsächlich nicht getodjit, sondern lediglich erhitzt war. Wirtlich durchgekochte Milch eiith .lt keine lebenden Bakt.rnen noch Gijtstoffe von solchen mehr, sie ist vielmehr unschädlich und für den mcnMichen Genuß durchaus zulässig.

* * Cef feu 11 i dj < Büche r hall e. Im Mai wurden 2143 Vante ausgegeben. Da on kommen auf: Erzä.lente Li.eratnr 1376, Zeit­schriften 127, Iugenbschriften 130, Liicrutur- ge^.'üch te 15, Gebi hte und Dramen 37, Länd r- unb.keteirnb' 74 L'rirlturg^schichte 28, Ge chickie unb Biogreip .te.i 63, Kuus.geschi.' c 26, Natur Wissenschaft unb Techi-o'ogie 87, Heer- und S.o- ne en 2, Haus- und Lanbwiri cha t 16, Gesui d h-eitslechte 19, Rcti iion und Pi i a orchie 41, St at - wisstnschFt 28, -Lprachmgmschaft 20, Fremd sprachliches 31 Bände. Nach auswärts kamen 28 Bande.

* * Anträge auf Befreiung vorn 7. unb 8. Gemeindesteuerziel sind im Siadt- >iiid, Zimmer 2, Mcnitags bis Freitegs jdxr Lteck/C von 812 U'hr v-ormitte.gs zu stzl en.

* * D i e Schuld der K i r ch e n s y st e m e am Weltkriege im Lichte der Bibel, lieber dieses Thema wird am Samstag, 12. Juni, 71/2 Uhr, im Saale des HotelsEinhorn" Dr. Karl Kiel sprechen.

* * Lichtspielhaus, Bahnhosstr. Nero, der große historische Film, der von Hute ab gegeben wird, spielt zur Zeit ter Ehristenver- fo.'gung in Rom. Auf einem stotz-düsteren Hinter­grund entrollt sich das Schicksal eines Narren und Verbrech'rs auf bem Kaiserthron. Es ist ein Aus­stattungsstück im vollsten Sinne tes Wortes, nach historischen Quellen tearb itet unb mit a lern Prunk der dama.igen Zeit erfüllt. Der Film dürfte auch wegen ter prachtvollen italienischen Landschaften großes Interesse erwecken.

Landkreis Gießen.

- m. Hungen, 11. Juni. Ter in ben 60er Jahren steh arte, über 40 Jahre bei ter Firma Slug. Schäler, Hol^hardung, als Fülmnann be­schäftigte HrinriM Würz von hi-r, verun­glückte geä-ern im Walde. Beim Ausladen von schweren Stammen tuaf ihn ein zurückrolleud r Stamm so unglücklich im Rücken unb an den Deinen, baß <1 schwere B r etzungen teiontrug.

- m. Ste in heim, 11. Juni. Beim Ein­fahren von Heu | (teilte das Pferd eines hvchbe- lateitcn Wagens und ging mit diesem durch. An einer Wegkrümmung stürzte der Wagen um und begrub eine ältere Frau, die auf bem Heu saß, unter sich .Sie würbe mit Müte hervorgeljolt unb in ihre Wohnung gebracht. Ihre Verletzungen l'iirb jebod) anscheinenb nicht ernster Natur. Sie dürste mit dem Schrecken davongekommen sein.

Kreis Büdingen.

* * Hirzenhain, 10. Juni. Vom Deut­schen Metal arbei.er-Bcrlanb, Verwaltungsj e.'e Hirzenhain, wird zu unserer Notiz in ter letzten Samslagmimmer berichtigend mitiet.'ilt,daß die Geschäftsführung von Herrn I. Scheibe! über­nommen wurde. Derr Scheitel war bisher Mit­glied des Vorstandes ter Ortsverwa tung imd hat sich durch seine E.ierzie und umsichtige Tätigkeit das Vertrauen ter Ärbeit,rjchast erworben. Der Unabhängige Dißmann kann für diese Stelle nicht in Betracht kommen."

h. Nidda, 11. Juni. Lehrer Wolf, ter fünf Jahre in russischer Gesangens ckaft in Sibirien weilte, Kehrte am Mitnvoch bm 9 in seine Heimat »urück. Mit ihm ist ber ll.tztc ber Kriegs- gesangenen aus Nidter zurück.gekehrt.

Starkenburg und Rheinhessen.

mc. Langen, 10. Juni. Auf entern Grund­stück in ter Nähe von Langen in Hessen tourte Muttererde gefunden, bie nach Untersuchungen im chemischen Institut ter technischen Hochschule in Darmstadt und ter Universität Frankfurt sta r k rabiumhaltig fein soll. Es schtveben noch Unterhandlungen, ob die Gewinnung tes in ter Erde enthaltenen Radiums rationell sein würde.

s.to. Mend7)ausen, 9. Jir.ii. Z.vci Männer überfielen einen mij dun Felde arhitenbm LandwiN imb beraubten ihn seiner sämtlichen K eiter, die er auf bem Leite trug. Darauf ver- schnxlfide'i sie im Wald, woher sie gekommen waren, ahne erRumt ju werten.

ma. Aus Rheinhessen, 8. Juni. Die Tatsache, daß jede größere Massenan­sammlung von Menschen der weiteren Aus­breitung der verheerend auftretenden M a u l- 11 n b Klauenseuche noch weiteren Vor­schub leistet, hat die Landwirte in den verseuch­ten Gebieten veranlaßt, in der Abhaltung von Festlichkeiten die größte Zurückhaltung zu be­obachten. Aus diesem Grunde werden auch die da und dort schon fälligen Kirchweihfeste mei­stens auf eine spätere Zeit verschoben.

Kreis Wetzlar.

ra. Braunfels, 10. Juni. Gemeinde­vorsteher Jakob Gaul in Oberbiel wurde durch Erlaß des Oberpräsidenten zum Bei- gcorDr.etcn ter Landbürgermeisterei bestätigt.

ra. Wetzlar, 10. Juni. Die ungeheuren Preisschwankungen lasen die Ausfüh­rung von Aufträgen, die vor der Revolutions­zeit hiesigen Firmen erteilt worden sind, zur Unmöglichkeit werden. Infolgedessen sind auf hiesigen großen Werken viele Arbeiter anderen Betrieben überwiesen worben.

Hessen-Nassau.

ge. (51 d) io ege, 9 Juni, -lurcb Groß­feuer wnrten gci.cm in bem ten idjb.irtcn To Je Großburschla Waguhäu ec uns Wirt es s cbdute ter Landwirte Sch-nck^t uns Ho^ach vollüLckig emgeäfchen.

X Bad Orb, 8. Juni. Ter Kreistag des Kreises Gelnhausen bitte sich u. a. auch nut Der Wieder besiedeln ng ter frülc.en Ge>- meinteu Ikttgeiibrunn und Vil bach zu leschästigen Ve.de Lrtschasten sind beiiamit.ich bei ter Errich­tung des Truppenübungsplatz s für d.iS 18. Armee­korps abgeb.oche.i, tec An een uns 6/rui.b ü.e g.ößteiile..s inteig et rtorteu. Das Reichs schätz- iiiini,.tiium hat nun enidn-ten, daß eine Ber- äu[>e«iing tes Trupp.nübuags, l'tzes rickl flutt» finben soll. Tie ten Gemeinten Oternterf, Pfas­se.rhause.i ur.i> Lohrhaupten ftüter gehörigen Län- .ereien sol e.i an diese buigsrilig verpacktet Den, ebcm 0 de früheren Or.szem^rkui.gen Lettgm- urumi unb Bill buch. Es sol.e.r dabei in erster Linie berücksichtigt to.rbcn die VorLeitzer, bann einzelne wm Reick-sn>ehrmini ijerium ans gewühlte ehemalige Heeu sau gehörig, irnö schiß.i^i el äs- sische öLidytringe. Ter Kreistag be ckjlivß, an das Ministerium b.refi eine E..tschliegung ciiizure.- chen, in dec b r Reickskonz er er ucht wi.d, un» bringt dafür eftrz itr.te.l, daß nach nunmehr te» schlossener Austebung der n i i.ärifu en B.rwen- cur.g >.es Truppe.iubung vle.tz s de für lanUtnr.- schaftliche Dei.utzung lut ter fie.fiKrtei bcn, Cem Reche ^böenbeii Gru. d ücke ter frühe en G-- niej.tegcntarf.ingen Lerigenbrunn unb Villlach in erster Linie den bei Einrichtung b.s Truppen­übungsplatzes vxm ihrer h.imagicken Schalle ge­waltsam leitrietenen Ben>SlM:rn li: er Olt chch- ien, soweit sie sich noch nid)1, anderweitig augr siegelt haben, zum Eigentum üiertragen w ra und biß nui b.c_ fr.mad) nb igbleitenlen Grundstücke jür anle;e Sietelungszne^c Benvendung ftn en.

Frankfurt a. M., 10. Juni. Weshalb in Frank urt die L ebens mittel preise sich fortgesetzt auf beträchtlicher Hötze ha ten, erfährt man aus dem neuen stä^tisckM Hausha tlpan, d.r für das Lebensmittelamt an Au: gaben a l in runb 11 Millionen Mark vorsieht. A lein an Gehältern sind 8 Millionen Mark za zahlen. Die vorjährigen Unkosten beliesen sich auf 4 Mcklion n Mark. Ob überhaupt das Leteusmit.clamt in si.sem gewal­tigen Umsange 2000 Angestellte bei ter allmählichen Fi-eigabe ter Lebensmittel noch nölig ist, wird in Stadtverordnetenkreis n ernst ist be­zweifelt. Denn seit cintgin Tagen sind auch u. a. Kartosfeln zu 40 Pf. das Psund überall im freien Hantel zu haben. Der wirklichen Zwangs­bewirtschaftung ituterlicgcn nur noch Milch und Fleisck Auch die Rhein-Mainische Lebcns- mittelsielle ist vollständig überflüssig geworden, da alle angeschlos enen Orte sich dieser Körper­schaft kaum noch bedienen. Trotzdem verfügt diese Stelle noch über 20 eingerickstete Amtszimmer, mehrere Direktoren und einen Schwarm von An­gestellten. die alle, alle nichts zu tun haben. Die Vurcauräume ter Stelle befinden sich im ehe­maligen HotelUnion", das wiederum Eigentum des Direktors der LebenSmittelstelle ist.

mc. Frankfurt a. M., 8. Juni. Zu einem eigenartigen Streit ist es zwischen den Frank- fur.er militärischen Abwicklungsstel- l e n unb bem Magistrat gekommen Während ber französischen Besetzung mußten bic Militär- betörten bic Kaserne in ber Gutleutstraße räumen. Sie würben in ber Schwanthalerschule unter- gebracht. 9hm sollen sie lüieber aus bem Schul­gebäude heraus. Sie erklären aber, daß es ihnen gar nicht einfalle, zumal die Schule viel schöner fei, wie die alte abgenutzte Kaserne. Der Magistrat wüt nun bie Schule zwangsweise räumen lassen, wenn sie nicht bis zum Anfang nächster Woche voll­kommen gesäubert ist.

ge. Gun tershau seit, 9. Juni. Aus ter Eisenbilirstvecke KastelDebra stürzte der Ciftr- bahich l'sb.e nser Schnriber a s Me uugen oon einem Güd.rziisse ab, wurde üb rä.,rcn u.ib ge­tötet. Bei b:m Aus.ateu von Gto eiToigen auf de.n Bckhi 1> f M l uugen schug de Sliulcl einer Winte plötz ich zurück unb traf ten Arbeiter Reinecke aus Kassel-Wolf, eiten mit einer ssl'chcn Wucht an den .Kopf, baß Reinecke sofort getötet wurde.

[1 Marburg, 9. Juni. Die Stadtver­ordneten beschäftigten sich gestern abend in mehrstündiger Sitzung vor üterfü.ricm Zuhöoer- raum mit ber Vorlage betreffend bic Zahlung von Vorschüsen auf die neue Vesoldungs- orbnung der städtischen Beamtem, die Gleich­stellung mit ten Staatsbeamten u r on en, sowie den Sondervergütungen an die stästischen Ange­stellten. Der Stadtverordnck nvorsteher erinnerte an ben Fehlbetrag von 3 238 600 Ml., den ter Haushaltungsvoransch ag zeige und wovon 2 058 600 Mk. auf de neue Besolsu.igsorb.iung zurückzuiübren [ein würden. Hiervon kamen aller­dings 1 400 000 Mk auf die Gehalt.'erböl,uugen an ben höheren Schulen, bie nicht zu umgehen seien. Nack reger Auseinantersetzuni über bie Declungsmöglichk iten mürbe ter Magistrat antrag, 100 000 Mk. für bie Peamten unb 73 000 Mk. als Vorschub ohne Verbmblichkeit üuszuzahlcn, an­genommen.

0 »Marburg, 9. Juni. Seit 6 SB orten hat es in unserer Gegenb wenig ober gar nicht g c regnet. Die Fluren sinb völli, ausg.trocknet unb bie Aussichten für eine gute Obsternte werben in manchen Lagen immer schlechter. In ben letzten Nächten sinb strichuHeise Bohnen unb Gurken er froren. Ein burtteringenter Regen wäre sehr in.

ge. Treysa, 9. Juni. In ci icc Lehmgrube wurden bie beiden Sähne tes Lan"toirts Keller aus dem Torfe Mrzhaucu durch herab stürzende Eibmasien verschüttet Liner tx>n i nen tourtzc kherbei » tötet, ber andere lebensgesächr ich verletzt.

--AusdemTaunus, 10. Juni. In den Tagen ivom 7. bis 9. Juni sank bic Nacht­temperatur so tief, baß überall schwere F r 0 st- schäben in Gärten und Feldern entstanden sind. An vielen Stellen sind bie Kartoffeln, Bohnen unb Gurken erfroren. Das Thermo­meter zeigte an den ungeschützten und dem Nordostwind ausgesetzten S.ellen bis zu 5 Gr. unter Null. Auch aus dem benachbarten Westerwald werten erhebliche Frostschäden ge­meldet.

0 Wetter, 10. Juni. In Roda im Burgwald begingen die Eheleute Lai.dwirt Heinrich Nau- ntarm und Frau, geb. Waßmurh, goldene Hoch­zeit. In isachlenberg tourten einem Kaufmann für 10 000 Mk. Stoffe gesteckten.

ge. Aus Waldeck, 9. Juni. Tfct' Guts» l'esttzer Tli te aus Horgut Dielüein te-. Men gering» teru'en ttmxb? b i einem Jagdansckng ton dem Fleisckermriüer Marioch aus Meng'ringhau'en aus airö Unvorsichtigkeit durch einen Schr^lckuß g » tötet