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Berlin, 10. $u?i. Sinn erstenmal Hörle man gestern in Span, mie intBerl. Dageb'att" lte-

Melduttg unseres SonderdienfteS.

:tIL Am Abend des 8. Juli fanben

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richtet wird, einen Frsnzoten in osffziecker Ber.^td-

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zugsLU-sschuß der s-ozialistischen Partei for- oert in einem Manifest die Regierung auf,

ausgegcben hat, itfnri insgesamt 725 000 $Dlt

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von auf 300 Stücke hier die Summe von ausgezahlt werden.

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1,75

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Wortung für Werden müsse.

von denen eine auch in dec Geschäftsstelle Gießener Anzeigers" aufliegt, und bitten reichliche Zuwendungen.

Richtpreise für Frühobst.

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Arir Stabt und Land.

Gießen, den 10. Juli 1920.

Gießener Kinderhilfetage.

Zum Vesten unserer K!nd:r finden am 17. und 18. Jwi Kinocrlstlsetage statt, der^m P o- gramm aus dem Anzeigenteil unseres heuttgen' Blattes zu ersehen ist. B^i dem Volksfest am Sonntag nachmittag im Phi.osophenwald wird eine Tombolavcr-osung veranstalt-t, für die Zu­wendungen bei den im Anz.igmteil angegebenen. Stellen angenommen werden. Gleichzeitig machen wir nochmals auf die Gabenlisten aufmerksam,

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en der Entente übeÄassen wohung der Besetzung des Ruhrgebiets nennt dasBerliner Tage­blatt" eine Politik mit dem Revolver in der H<rnd. die d?e Erbitterung in Deutschland noch vermehrt. DerVorwärts" sucht die Ertt wasf-xungsbedinaungen für ein Zeickxm des noch in den Ententeländeim h-rrschewden militaristi­sch?! r Geistes an, drr in Dnrtschland den Mui- tarismus in allen Schlupfwinkeln suche. Das Birtt fragt mit Bezmy auf die Anbvchung der Besetzung des Ruh. geltet s. wo der Volkerbrmd sei, der zum Schutze des Friedens und zur Bei- Icgirng iritern-.tionolec Streitigkttten ohne rnitt- tärifche G-waltanwendrmg dienen solle.

ich mit der Sowjetregierung wegen Frie- >ensverhandlungenrn Bewindung zu etzen.

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Vie ketzenrmiüelteuerung.

fd. Schlücktern, 8. Juli. Die Mager­milch, die im Kreise bisher 8) Pf. ab Hos und 90 Pf. in den Verkaufsstellen kostete, ist, wie der

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Au» dem Reiche.

Die Steuererhebung.

Berlin, 9. Juli. (WTB.« Bei der Be­ratung des Etats des Neichsfinanzministe- riums im Haushaltsausfchuß des Reichstags erklärte Staatssekretär Wsle, es werde mit aller nur denWaren Energie gearbeitet, um die Steuererhebung vorwärts zu bringen. Beim Reichsnotopfer habe die Frist zur Deklaration jetzt begonnen. Es sei an­zunehmen, daß diese Angelegenheit noch im Laufe des Jahres erledigt sein wird.

Hus dem besetzten Kebiet.

Streik im SaargebKt.

S a a r b r ü ck e n, 6. Juli. (WTB.) Die gfamte Hütten- und Metallindustrie des aargebiets steht jetzt im Streik, mit Aus­nahme der Halbergec Hütte. Die im Deut­schen Metallarbeiterve cband organisierten Ar­beiter haben ge^ern allerorts in geheimer Ab­stimmung sich für die Fortsetzung des Streiks erklärt.

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Kreise W herein be^te neu, die Nah Bammmnsc vllse Sieblir Der Lmin i w.itg in £

Kreisausschuß mitteVt, nach dem Urteil Sach­verständiger und einsichtiger Landwirt? zu hoch. Als Richtpreis setzte der KrttS inso'gedes.en den Preis für das Liter auf 6 0 Pf. Welcher Kreis folgt nach?

sn. Fulda, 9. Juli. Eier 8 5 Pfennig. Die hiesiye Stadtverwaltung geht beim Festsetzen der Preise immer in nachahmenswerter Weise voran. Als die ersten Eier in den freien Handel kamen, stellte sich der Preis für Eier auf 1.20 Mk. gegen ander' Städte aus 1.80 bis 2 Mk. Nun ist dec Ei.rvreis auf 85 Pf. festg setzt worden. Auch annehmbare Obstpreise sind hier erzielt worden, z. B. Kirschen 1 Mk. bis 1.50 Mk., Stachelbeeren

Warschau, 9. Juli. (WTB.) Der Auf­ruf des General Halter an die Gesamtheit des polnischen Volkes fordert zur Bikmng von Freiwilligenarmeen aus.

Die amerikauifch-rnsfischen Wirtschafts­beziehungen.

Washington, 9. Juli. (WTB.) Das Staatsdepartement hat bte Beschränkungen im Handelsverkehr mit Svwjetrnßlandl aufgehoben: eine Ausnahme besteht nur für Ma- terialten, die sofort zu Kriegszwecken verwendet werden können, für deren Ausfuhr nach Rußland von Fall zu Fall eine Sonderbewilligung erforder­lich ist, die nur ausnahmsweise erteilt werden soll. Wechsel in der belgischen Gesandtschaft.

B e r l i n, 9. Iuü. (WTB.) 3» der gemeldeten voraussichtlichen Abreise des belgischen Geschäfts-- trägers Grafen d? KerkHove de Dentorg'hem er­fahren wir, daß es sich nidjit um seine Abberufung handelt, sondern daß der Geschäftsträger nach dem in Kürze zu erwartenden Eintreffen des neuen del-- gischen Gesandten Bavon de la Faille de Leverghem Berlin verlassen nnib.

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Kirscheir . . . Mk. 1,80 vis 2,00 - ~ -- 1,20

Der Zusammenbruch der polen.

London, 9. Juli. (Wolff.) Reuter. Der Firnes" wird aus Warschau gedrahtet: Am Ö Juli erhielt die politische Armee den Be­fehl zum Rückzug auf der ganzen Front. Dieser rasche Rückzug bedingte die Aufaabe von Minsk und R o w n o , die in die Hände der roten Truppen fielen.

Kopenhagen, 10. Juli. (WTB.) Die Nationalttdende meldet aus Helsingfors: Alls Polen in Helsingfors einlaufende Nachrichten bestätigen, daß die militärische Lage Polens verzweifelt ist. Der russische Durchbruch am Pripet wird mit ungeheurer Kraft durchgeführt. Südlich davon bei Prvs- kurow erfolgte am letzten Dienstag ein neuer Durchbruch. Auf der ganzen Front befinden sich die Polen in panikartiger Flucht. Bon den Karpathen bis an die Beresina ist die polnische Front in Auflösung. Die Polen haben ein Heer von 300 000 Mairn aufstellen Ginnen, das jetzt gegen eine mehrfache Ueber- macht kämpfen muß. Die russische Offensive nimmt folgende drei Hsuptrichtungerl.: von Preskurow und Tarwvpol gegen Lemberg, von Saslaw gegen Lemberg und südlich von Lublin und die dritte wichtigste von Mosyr gegen Pinsk, Brest-Litowsk und Warschau. Letztere bedeutet für die Polen die größte Gefahr, da sie den polnischen Lebensmittel- matlt bedroht und den Feldzug mit Polens Untergang entscheiden kann.

W a r s ch a u, 9. Juli. (WTB.) Der Boll-

noch mehrfach xte"t>re&ju'-'gen der Minister und Sachveri äobigen über b;e Forderungen der Entente statt. Unaufhörlich spielten Telegraph und Tele­phon, um die Verbindung mit den in Berlin weilertden Mitgliedern der Regierung- aufzuneh-- men und den Reichspräsidenten, die Führer der politischen Parteien und den Reiä>srat von dem Ercht der Ereignisse zu benachrichtigen. Ein banger Druck lastete auf uns allen. Was würde werden, toemt wir alle die Strafbestimmungen, welche die Besetzung der Ruhrgebiete in Auslicht stellen, unterschreiben? Handelt es sich doch um eine ganz neue Forde iingi der Entente, da der Frie­densvertrag von Besetzungen im Falle nichterfüll­ter Bedingungen nichts weiß. ES war klar, daß die nächs.en Stunde:: die Entscheidung bringen mußten, daß Beschlüsse von ungeheurer Trag­weite uns bevorstehen. Wir wußten, daß starke Truppenmassen, Franzosen und Belgier, an der Grenze bereit standen und nach den Geschehnissen der letzten Tage konnte kein Zweifel sein, daß die Entente sofort einmarschieren würde, läuft doch morgen, wenn es zu keiner Verständigung kommt, die Frist, die für die Herabsetzung des Heeres auf 100000 Mann gestellt wurde, ab und muß doch bis zum 10. Juli die völlige Räumung des Ruhr­gebiets durchgeführt sein. Die in Berlin weileiwen fünf Mitglieder des Kabinetts (sieben Minister sind in Spaa anwesend) teilten mit, daß sie den in Spaa nteilenden Ministern völlig freie Hand lassen, da sie sich in Spaa einen besseren Ein­blick in die Erfordernisse des Augenblicks hätten. Der Vormittag brachte immer neue Beratungen in der Villa des Corbiers. Nach lOV^Uhr, kurz vor Beginn der Sitzung, verließen die Minister die Villa, um sich nach dem Schloß de la Frcneuse äu begeben. Es wurde bald bekannt, daß bet den schweren Folgen, die bei Nichtannahme der For­derungen der Alliierten eintreten würde, die Re­gierung einstimmig ihre Annahme beschlossen habe, daß jedoch ebenso einstimmig die Auffassung ver­treten wurde, daß es sich bei den vorgesehenen Strafbestimmungen klar unb deutlich um eine Ab­änderung des Versailler Vertrages handle, zu deren Unterzeichnung die Regierung vorher die Zustimmung des Reichstags und des Reichsrats hätte einholen müssen. Es besteht jedoch die größte Hoffnung, daß ihre Bedenken seitens der EnteMe nicht unberücksichtigt bleiben werden.

12 Uhr mittags. Tie militärischen Sachver­ständigen, an ilyrer Spitze Genenrl von Soeckt, sind mieber zw.-ück. Im Sckch>ß de la Freuense bespricht man bereits die Frage der Bestrasnng^-n.

^n Gntcntcfreifen spricht man davon, daß die militarisäten Sackrr-erstänoiaen formte Vorschläge für die Herabetzung der Reichswe'hr im Obersten Rat Vorgelege hiben: Herabfetz:mg auf 150 000 Mann bis 1. August 1920, Herabsetzung« auf 100 000 Mann bis 1. September 1920. Bei den Besprechungen des Obersten Rates mackste Mille- vand starke Bedenken gegen diese Lösung geltend und bestand auf einer Längeren Frist. Man einigte sich schließ ich auf die bereits bekannten Vorschläge. In den Borsckstägen war die Besetzung, weiterer deutscher Gebiete bei NichterfMung der Beding­ungen vorgesehen, jebod) das Ruhrgebiet nicht namentlich genannt Tre Ruhr^bietsklansel ist auf Anregung Lloyd Gavrges in die endgültigen SBebingungeit ausgenommen worden.

S Paa. 10. Juli. Nach Erledigung der mili- türisckk-n Jr-^gm war ein gl-tt.er Be lauf der wei­teren Verl^nvlungim gesichert. Es trat eine Ent­spannung ein. Im Anschluß an die Verhand­lungen bezüglich der Entwaffnung Teutsr^ands unb der Herabsetzung der HeeresstzLrcke trat man in die Ve^h?n'>lungen über die Bestrafung der deutschen Kriegsverbrecher ein. Justiymtt-rister Tr. Heinze erklärte, daß gegen alle 45 m dem letzten Ententebericht an geführten Personen das Verfah­ren eingeleitet worden sei. Lloyd George ries hier dazwischen: Sind sie alle verhaftet? Tr. Heinze erklärte darauf, eine Verhaftung habe bisher nach dem deutschen Gesetze nicht stattfinden können, da die vorliegenden Beweise d^rzu nicht ausreichend seien. Lloyd George ries 'frier wie­der dazwischen: Kennt man ihren Wohnsitz? Bon den meisten ist er bekannt, erklärte Tr. Heinze. Günstigen Eindruck macksten die Ertlärungen des Ministers Tr. Simons, daß die Gerechttgkeil gegen alle Verletzer der internationalen Gesetz? mit aller Strenge Walen werde. Weiter erflärte er, daft er tmrdr*.<5 Zutrauen zu der Gerichtsbarkeit Teutschlands 'habe und davon überzeugt sei, daß diese gerecht in dieser Angelegenheit urteilen werde. Tie Erklärungen der däitschen Ver-tveter wurden darauf in einer Sonderberatung einstimmig an­genommen.

Dm Nachmittage verhandelte man dann über die Koblenfr^ ge. ©'artslefretir Berg­mann schilder e die schwierig Kohl-ml'^ Teutsch­lands. Seit 9kvril seien täglich 40000 Donnen Koblen abg-ttiesnt w>tten trotz Streiks und innerer Unruhen Teutstsstemd hoffe, die es Qvaeitum auch für die Zukunst liefern zu können. Voraussetzung dafür fei, aber, daß O b e r s chl e s ie n bei Deutsch­land bleibe. Millerand warf Teutschland be­sonders die MMterenrngen nach der Schweiz und Hrllmd vor, während die Alliierten nicht einmal ^as versr- Dchene Qu-rntnm erhalten hätten Tie Alliierten hätten daher die bereits beklrnnten Maßnahmen ergriffen. Tr. Simons verlangte davauf eine Frist für die Beratungen mit den Sach- ver-änte'gen n^'vauf die Sitzmg auf Samstag Vormittag 11 Uhr vertagt wurde. Die deutsck>cn delegieren tt-sten turnt zu einer Besprechung zu- fammen. Später fanden Verhandlungen mit den Sachvec önoigen steckt, die bis gtgen Mitternacht andauerten.

Deil<sche Bläiferifimmeti.

.Berlin, 9. Juli. , (WB.) Die Abend­blätter billigen die Unterzeichnung der Entwaffnungsbedinaungen durch die Deutschen in ©frui, inhem fte b-torum, daß ein anbe'.'cc Ausweg nicht möglich war. Di>'Ger­mania" W hervor, daß sich die Deutschen nur dem Zl«rn?e hätten und daß die Verant-

** D i e Mietgeldschwindlerin, über die vor einigen Tagen berichtet wurde, konnte gestern in dem Moment festgenommen werden, als sie Gießen mit der Bahn ver­lasst wollte. Es ist die aus Buschhütten stammende Dienstmagd Paula Künz^ Sie ist nicht allein auf dem Gebiete als Mietgeld­schwindlerin aufgetreten, sondern hat sich auch noch an zwei Stellen 70 Mk. erschwiw delt, indem sie für den Betrag Zucker zu besorgen versprach. Auch in Krofdorf ist sie als Diebin aufgetreten. Dort mietete sie srch ein und verschwand nach zwei Tagen, nach­dem sie sich vollständig neu aus dem Kleider­bestand der Herrschaft gekleidet und ihre alten Kleider zurückgelassen hatte. Bei ihrer Fest­nahme trug sie die schönen gestohlenen Sachen, die ihr wieder abgenommen wurden.

** Fahrraddieb stahl. Gestern wurde in Gießen aus der Fahrradhalle des Gymnasiums ein Fahrrad, - MarkeOpel" (Rennmaschine), mit schwarzem Rahmenbau, gelben Felgen und roter Bereifung, im Werte von 2000 Mk .gesbohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.

** Hasendiebstahl. In der verflossenen Nacht wurde eine Person tm Besitz eines Stall­hasen (Deutscher Riesenscheck) betroffen, über dessen Erwerb er sich nicht genügend ausweisen konnte und zweifellos auf eine strafbare Handlung zurüchuführen ist. Der Eigentümer wird ersucht, sich dieserhalb mit der Kriminalpolizei ins Be­nehmen zu setzen.

** Sicherheitsdienst in der Stadt Gießen. Nackchem die vorläufig hier imter- gebrächte Abteilung der Hessischen Sicherheits­polizei im Sicherheitsdienste ausgebildet ist, wird diese im Zusammenarbeiten mit dem Polizeiamt Gießen zu dem nächtlichen Sicherheitsdienst herangezogen. Die Pattouillen der Srcherheits« Polizei sind an weißer Armbinde kenntlich und führen Dienstausweise mit sich

** Aufbringung des einmali» genFernsprechbeitrags. Es sind Kla­gen darüber laut geworden, daß zahlreiche Fernsprechteilnehmer Schwierigkeiten haben, den einmaligen Beitrag zum Ausbau des Fernsprechnetzes (1000 Mk. für einen Haupt­anschluß und 200 Mk. für jeden Nebenan­schluß) aufzubringen. Die Schwierigkeiten lassen sich beheben. Dem Vernehmen nach schweben bereits beim Reichspostministerium Verhandlungen mit gemeinnützigen Unterneh­mungen, die bereit sind, das Geld auf Antrag zu einem mäßigen Ueberzins von etwa 3v. H. der Telegraphenverwaltung für die Teil­nehmer zur Verfügung zu stellen. Sobald die Verhandlungen zum Abschluß gekommen sind, wird weiteres sogleich bekanntgegeben werden.

** Poln ische Briefzensur. Die polnische Regierung ordnet: rom 1. Juli ab die milttärische Zensur für alle von Delttsch- land nach Polen gerichteten sowie aller von dort nach Deutschtond ausgegebenen Briefsendungen. In Westpolen smd Zensurstellen eingettchtel in Pofen, Bromberg und Thorn. Der Briesverkehr mit Polen hat demnach mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen.

** D ie Lebensmitteltabelle für die Woche vom 12. bis 21. Juli ist im Anzeigenteil der beatmen Nummer veröffentlicht.

** Ausgabe von Brennh-olz. Tic Nummer 2 der an»gegr6enen Holzbezugs- karte wird mit 5 Zentner Hartholz beliefert. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Betriebsratswahlen. Bei der am 6. Juli bei den hiesigen EismbahudiLnststellen borgenommene Arbeiter-Betriebswahlen wurden für die Listen des Deutschen Eisc^rbal)iner-Verb<ln- des 1886 unb für die Listen des Allgemeinen Eisenbahner-Verbandes 133 Stimmen abgegeben. Der D. E.-B. erhielt 68 und der A. E.-Vi. 2 Mit­glieder.

** In der Stadtverordneten- sistznng vom Donnerstag Hut Stadtv. Grode darauf aufmeriksam gemacht, daß ge-pentoärtig Forderungen auf Erhöhung des Mtetpreises bis zu 66 Prozent vorlägen Und i gebeten, daß diesen Forderrmgierr vom Miet­einigungsamt nicht stattgegeben iverde.

** Ei n Wohltätigleitskonzert für Kriegsblinde wird von W i l b e l m S chä 11- lers Schule für höheres Vi-olinspiel am Tienstag den 20. Juli, abends 8 Uhr, im Saale der neuen Aula veranstaltet. Es wirken mit: Fväulcin Hanna Riugcmi>.rld und Herr Friedrich Habenicht (Klavier) und Cellist Herr Kürt EcsS>e.

** DerWartburg-Berein veranstaltet morgen, Sonn Lag abmd 8 Uhr, in Verbindung mit dem Markus-Fraueir- und Männer-Berei» im Gemeindehaus, Kirchstt. 9, einen Familien Abend. Näheres s. Anzeige.

Landkreis Gießen.

X W i e s e ck, 8. Juli. Auf der letzten Leb-, rerkonferenz hier sprach Lehrer Westphal! über die Tonwortmethode von Karl Eitz.D Eine vorausgegangeue Probelektion mit seiner N Schulklasse zeigte eine überrasck>erche Sicherheit der» Kinder und hinterließ bei vielen den Munich, dah' weitere Kreise, besonders auch unsere Gesangver­eine, für eine Sache gewonnen werden, die aus dem Gel-örsingen zum sei ständigen Notensingen hinaufführt.

Kreis Lauterbach.

O Aus dem Scblitzerland, 8. Juli 1 Eine würdige Kriegerheimtefrrteter wurde rnQuec veranstaltet. In Frau-Rombach ftarb der älteste Einwohner Schmiedemeister Hch. Güidnei im 84. Lebensjahr.

Kreis Friedberg. ,

200 Sparp. Smiertanbrihe-G^winne. 1

4 Bad-Nauheim, 8. Juli. Bei der Bad-Naubeimer BoWbank siird nahezu 21k) Die Stücke kommen mit 2050 Mk. zur AuL' leihe Nr. 86 ausgegeben worden, die hei d« wf.ten Ziehung am 1. Juli alle mit ein,ent Bons von je 1000 Mark gezogen toorden fijnb. Stücke kommen mit 2050 Mark zur 2h as- zahlung. Da außerdem aus allen Reil,.)en und Gruppen n-ock) die Nummer 73 o, yne Bons gezogen wurde und die Volksbank i'dlp

lung mit einem Deutschen. Zum ersten mal hatte M i l l e r a n d den Worjitz üb,rnomtnen. Tie 2ll- mosphäre änderte sich mit einem Schlage. Die Kohlen frage würd' verhandelt. Ein schwarzer Dag! In der KoUenfrage wavae d.rs scharfe Er- Wessungsverfahren fortgesetzt. Ursprünglich beab­sichtigte Frankreich im Nuhrgebiet Kontrollkammii- fiionen eiii^uie&en, und zLvar jechs Hauplladcstellen und zwei Hafenumlalx stellen, insbesondere in Ruhrort, also eine Art wirtschaftliche Besetzung. Die Engländer rth'.rm l'<rgi:gen. Nunmehr Unmut die UeberwachungsDmmission imch Berlin.

Schon die Art, wie die biohtenfrage an­geschnitten wird, so 'heißt es in betKrenz- jeitung", zeigt, daß auch hier dre Blut­sauger zugreifen, gleichviel ob liniere Industrie zu Grunde geht, ob Arbttrswsigteit mit allen ihren Folgen cntitefrt und schließlich die letzten Kohlen aus dem Schacht adholt werten.

Tas deutsche Volk hat in weiden Schichten, so schreibt dieDeutsche All gern. Zeitung", bisher noch immer nicht recht erkannt, ivas es bedeutet, einen großm Krieg gegenüber einer Welt­lich allmählich die Folgen bemerkbar zu mack-rn. Koalition verloren zu haben. Jetzt erst beginnen sich allmählich die Folgen bemerkbar zu machen. Wer heute dem deutsckien Volke nützen will, kann nichts ^anderes tun, als diese Tatsache möglichst oft auszusprechen und daran den Wunsch zu knüpfen, daß 'sich Teutschland sein größtes Gitt erhalten möge, das allein es vor dem völligen Untergang bewähren tknrn: dm inneren Frieden.

Auf alle Fälle wird die deutsche Regierung, wie dieDeutsche Tageszeitung" ^aus- führt, um das Mögliche für die Aufrechterhaltung, der inneren, Sicherheit tun, mit der durchgreifen­den Entwaffnung der radikalen ($Demente mtzusan­gen und sie rücrjichtslos bis zum Erfolge fortzu-- setzen haben.

Veranstaltungen.

Samstag, 10. Juli: Lswaldsaarten, Gau- turnfest, Kaufmännisches Vereinsyaus, 4 Uhr, Hauptversamnüung der Vereinigung der Angestell­ten im Tabakaewerbe. Hot'l Einhorn, 8Vr Uhr, Gastspiel Buchvald. Lichtspielhaus wie gestern. Lichtspiele, Selterswcg,Dämon der Welt, 2. Teil".

Sonntag, 11. Juli: Oswaldsgarten, Gau- tum fest. Großer Höesaal der Universität, 11 Uhr, ordentliche Hauptversammlung der Gieße­ner Hochschulgesellschast. Philosophenwald, 4 Uhr, Sommerfest des Verbandes deutscher Hand­lungsgehilfen, Leipzig. Hotel Einhorn, 8l/j Uhr, Gastspiel. Buchwald. Lichtspieltheater wie Samst«g. '

L.U. Von der Landes-Universitckt. Am Mittwoch den 14. Juli, abends 8 Uhr, findet im großen Hörsaal der Universität ein Vortrag des Herrn Tr. Friedrich He Her, a. 0. Pwfesfor der allgemeinen Relchsonsaeschichte an der Uni­versität Marburg über das Tfretna:Tie Stellung der allgemeinen Religionsgesckpckste im Rahmen der thttlogischen Wisselffchast" statt. Der Besuch des Vortrags des rte ter nannten, im Katholizismus groß genwÄenen unb zum Protestantismus über» getretenen Gelehrten ist für alle Dozenten und iwegen Atttdemiker sehr zu empfahlen.

** AuS dem ©tabttfrea ter Bureau. Es ist von vielen «Seiten, auch gelegentlich bn Gieß. Anzeiger der Wunsch auSgedrückt worden, es möch­ten auch im Sommer ab unb zu Aufführungen im Stadttheoter stattfinden. Diesen Wünschen will die Leitung des Stadttlteoters nach Möglichkeit Rech­nung tragen. So ist für «Samstag dm 17. Juli ein Gesamtgastspiel des nassauischen Staatstheaters zu Wiesbaden (früheres Hoftheater) vereinbart worden, das die wirkungs­volle, in Gießen noch nicht gegebene OperetteT i c Cs ardasfürstin" von Kälmän bringen wird. Die Aufführung wird mit ben ersten Kräften des lMesbadmer Steotstheaters gegeben und 'hat in derselben Besetzung vor kurzem bei einer Anffür^ nmug, die im großen Konzerthaus in Bad-Nruheim das für derartige Gastspüle eingerichtet worden ist, g auße»ordentlich-n Erfolg erzielt. Das Or-

rc zur hiesigen Aufführung wird ebenfalls vom Ibadn^w «Sta.ttsthcater gestellt. Die >rußer- -ewäfrnlichm Kosten bedingen selbstverständlich eine Erhöhung der Preise, dich dürfte das Interesse für eine Ausführung der Csardasfürstin, wohl der ein­zigen neuen Operette, die sich in der Musik den Kafsischim an die «Seite stellen Bann, ein so großes sein, daß ein ausverkruftes Haus zu envarten ist imtb Inter es senten werden gut tun, sich durch schriftliche Vorbestellungenan die Kasse" d?s «SdaÄtheaters Mätze zu sichern.

** Volkshochschule. Ter erste musi­kalische Äbei:d, der im vorigen «Semester unter liebenswü:d''ger Mitwirkung freiutr Musikfremrde stattfand, wird wohl frei allen Teilnehmern noch in guter Erinnerrmg stehen. Für den zlveiten, der am Samstag, 17. Juli fein wird, haben sich die glerciten Kräfte zur Verfügung gestellt, so daß wieder gemifa:erdyr Stund« zu erwarten sind. Das genaue Progrannn wird im .Laufe der nächsten Gock>e in unferm Blatte bekannt gegeben werden. (Siehe Anzeige.)

** Gauturnfest. Zur Eröffnung des Gau- turnfestes findet, wie trreitd bekannt geaäxm, freute abend ein Umzug statt, der am Wall­tor feinen Anfang nimmt, durch die Walltor­straße mrt> Neustadt nach dem Festplatz führt. Der Fest-ug am Sonntag nachmittag geht vom Stadttfreater aus, nimmt seinen Weg durch Neuen Bäue, Scnnenstraße, «SelterÄveg, West- Anlage, Baluch-osstraße unb NeuK-adt. während am Montag nachmittag bte Zugteilnehmer sich am Jalm-Gedenksttin versammeln und durch die Ost Anlage, 2Ba4l1orftrxr6e. L^nverq»latz, Kanzlei- berg, «Somicnst-raß-, Kopl.rnsgasse unb Neuöadt nach dem Festplatz marschierter.

** Gießener Turnerschaft. Für die Mitglieder des T.-V. sind die Dauerkarten bei R. Vuchacker, Neuen B«ue, für die Mitglieder des M.-T.-V. frei G g. Todt, Plocksttaße, er­hältlich (s. Anzeige).

Zn den vom städt. .Lebensmittelamt am 7. Juli festgesetzten und auch am gleichen Tage im Gießener Anzeiger veröffentlichten Richtpreisen für den Kleinhandel mit Frühobst gcht das Polizeiamt nunmehr eine Bekanntmachung ber- ans, wonach, Ueberfdfrreitungen dieser Richtpreise als übermäßige Preis­steigerung tm Sinne des 8 1 der Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918 geahndet werden. Die Polizeibarnten sind zur lieber» wachung angewiesen, unb es werden die zu Ge­bote stehenden gesetzlichen Maßnahmen mit aller Strenge gehandhabt werden. Die geltenden Richt­preise seien nachstel-end nochmals befamitgegeben 2 per Pfund

Jol-annisbeeren 0,80

Swdjelbeeren . 0,60

Himbeeren . . 1,50

Heidelbeeren . 2,00