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Donnerstag, 10. Juni 1920

170. Jahrgang

der

wir

Bewirtschaftung von Getreide und Gerste.

:cn Kreisver'amm-tln-,en,

tandtagrwahlen.

Tie

Kurse imb die ve die in Höchst i.

serenz von Spaa. ftelTt sogar die

ob man überhaupt noch Spaa gehen solle, t

Vie ZchWierigteiten der Regierungsbildung

Einverständnis weit Realität zu werden.

Sus dem besetzten Gebiet.

Französische Gewalttaten.

mc. Wiesbaden, 9. Juni. Am Dienstag abend wurden zwei junge Mädchen unter­halb des Neroberges von Franzosen überfallen! und auf die schamloseste Art vergewaltigt. Die Täter enttarnen unerkannt. Eines der Mädchen mußte in das KrankenlMus auf.jeirommen werden.

Berlin, 9. Juni. (WB.) Nach einer Mel­dung der Abendblätter aus Landau in der Pfalz ist der Fiuanzcat Tr. Rode aui Anordnung dcr alliierten Komuii'i'ion unter Ai dro! ung einer & * iäugnisstr.-e voi einem Ja r u d 10 0.0 Mk. Eedsre.se aus dun leseht-'.i Leoie: ausgewic^nr inorixn. Die Ausw.isuug erfolgte, Iveil Rode einer Bc^mteilversammlung prä idicrte, i der eine Ent- scl l e;jung gegen die Wi.lkürste richasr. der Vr« zöfifcheu Be.ördn gegenüber der LeamtewcheiiL

Demission des Kabinett» Nitti.

Rom, 9. Juni. (Wolff.) Die Kammer wurde unter dem Borsitz von Rossi eröffnet. Nachdem Ministerpräsident Nitti der Kammer die Neubil­dung des Kabinetts und die Zurückziehung des De­krets über die Erhöhung oes Brotpreises mitgeteilt hatte, überreichte er angesichts der gegen­wärtigen parlamentarischen Lage die D e m i s s i o n des Kabinetts. Die Mitteilung wurde bei den Sozialisten mit Beifall ausgenommen. Präsident Rossi teilte hierauf mit, daß Orlando seine Demission als Präsident der Kammer ge­geben habe.

R v m, 9. Juni. (WB.) Nitti fyrt im Senat bic Demission des Kabinetts mitgeteilt.

M a i l a n d , 9. Juni. (Wolsf.) Wie derCor- riere della Sera" berichtet, haben die Arbeiter und Angestellten von Rom am Dienstag nachmittag die Arbeit eingestellt als P r o t e st gegen die Er­höhung des Brotpreises.

Italienische Seeleute von Bolschewisten gefangen.

London, 10. Juni. (WTB.) Reuter. Die Blätter melden aus Rom: Die Bolsche-- wisten haben-eine Anzahl italienischer Seeleute vom KreuzerA e t n a" , die in Datum statio­niert waren, gefangen genommen.

morgen vertagt.

Stuttgart, 9. Juni. (Wolfs. 1 Ter neu- gewählte Canb'ag wird voraussichtlich auf den 2 2. Juni einberufen werden, wenn nicht beson­dere Ereignisse eine ft-ühere oder spätere Einbe­rufung notwendig madjen.

Braunschweig, 9. Juni. (WE.) heutigen Vcwhandlimgen in der Land es Ver­sammlung ülxw die Bildung einer nnien Re­gierung führten noch zu keinerlei Er^bnipen Die Sitzung wurde zu weiteren Bedl/mdlungen auf

, Friedberg, Gießen. Nidda, Lauterbach, Äls'eld, Bischofsheim, Ben h im, Bär- stadt, Reichenbach i. O., NEder Ingelheim. Al'eg, Neiüheim und Mai. z stattfinLxn, und ler.chte^

rlus Liessen.

Zusammeufchlutz Der Gstmeir.debeamten.

Die Vorarbeiten für die Gründung des Bundes hessischer Gemeindebcamten stehen vor dem Ab­schluß. Für den Gedanken des Zusammen, dstusses hat der 1. Schriftführer des Hess. Städt.beamten- Verl-andas, Sradt ek tt'äx Hille- 2arm, odt, -n

tag mittag (3. Juni 1920) durch eine von au­ßen abgefeuerte Fl in Enk. gel t ö d l i d) getroffen worden und sofort t<T,d>ie;-en. Ich habe ti< Konsulat sgesd-äfte überrwrnmen."

Ans Ocm Ueict-e.

Dom Reichöwirt chasttsrat.

Berlin, 10. Juni. Ter Zulammen tritt des vorläufigen R ei ch s w i r t scha f t s r a t e s wird nad' verschiedenen Blättern noch im Monat Junt statt finden.

Hannover, 9. Juni. (WTB.) Die holländische Ambulanz, die sich hier in der Kriegszeit durch ihre Tätigkeit in der Ver- wundetenpflege große Sympathie erworben hat, beschloß auf Anregung von Konsul Tie- fers und Gemahlin, die dem holländischen Komitee angehören, tausend unterer­nährte Kinder aus den Volksschu­len Hannovers zunächst vier Wochen lang mittags zu speisen. Die Rohmaterialien wer­den aus Holland geliefert.

nne gleich-

ige Verteilung des gesamten zur Verfügung stehenden Getreides Bedacht genommen werden.- Unter diesen Umstanden konnte den aus den Kreisen der Landwirtsdwtt hervorattrtt n-.m Wünicheti, 'an Stelle b.r allgemeinen Be,dMg: >ä.,me des

Unter dem 21. Mai 1920 hat die Reichs- regierung mit Zustimmung des Reichsrats und des zuständigen Ausschus es der Nationalversammlung die Reich sgetceideordnung sür die Ernte 19 20 erlassen. Diese geht davon aus, daß die Bewirtschaftung von Brotgetreide und Gerste im kommenden Ernttjahr in derselben Weise wie bisher zu erfolgen hat.-Es mußte auch für das neue Erntejahr auf eine möglichst vollständige Erfassung der heimischen Ernte und eine gleich­mäßige Verteilung des gesamten zur <nc'i----

Nochmalige verschiebüng von Spaa?

Paris. 9. Juni. (Wolff.) Sowo'hlJour­nal" wiePetit Parisien" sprechen iritte von der Möglichkeit einer n o chm a l i g en Ve r s chie- bung dcr nun auf den 5. Juli fesVesetztcu Kiow,

dann über Neugründ ngen und Ertveit.nmngen ans dem Gebiete des Vofk-stüchereiwesen.', über Vol.s unterhattuiigsabende, über die Vortragstätigkit, wobei über den geistlichm und sittlichen Ausbau Deutschlands in allen Lan esteil n durch den Vor fitenben Verträge gehalten nrntixni. Ter Redner geht dann auf die n ä ch st e n Aufgaben im neuen Jahre näher ein, in welchem wieder Versammlungen, Vorträge, Erhebung.n über die Organisation, ein neuer wütttemb rg.-hcssisd)er Füh.erkurs, stattfinden sollen, ein b soliderer Volks- bochschu tag und Bott.bilbunattag wird erwown, das volkstümlid)e Bückieceiwistn soll mit, allen Mitteln gefördert, Heimatmuren, Mimdartdichtun gen, Dialekt und Bereinsbü,n-m gefördert, sowie eine Landeswanderbü n* g-.ckchaffen werden. And) Wanderkunst imd Wanoeransst^l!ungen fo len be­sondere Beachtung finden imd alst's geschehen, was zur Förderung ter gesamten Volksbildung nn Jugendpflege notwmdig ist, damit die inneres' Kräne sich eitfali.-it ur. b am An Iran Mit­arbeiten können. In der sich ansch.ießendeu Aussprache wurden die Serienbilder des Verkehrs­vereins an der Bergstraße, die Tätigkeit des Vogels­berger Höhenklubs besprochen und die Schaffung von Jugendherbergen für alle Stände warm empfohlen, auch die Beseitigung der noch bestehm den Gegensätze, Förderung der Dilettantenbühnen usw. wird angeregt. In seinem Schlußwort wüntch Direktor Hassinger, daß ein neuer Geist in das Volk hineingetragen wird, durch den es wieder zu neuer Kraft emporsteige, denn er glaubt an die Zu fünft des deutschen Volkes, trotz aller Müssigkeit. Einen sehr lehrreichen Vortrag über: DieVolks« bild ung im deutschen Ausbau hält dann auf Grund seiner erfebtennt-m Schrift über das gleiche Thema Prof. E. Ritter vom Volksvermn sür das katb. Deutschland in M.-Gladbach. Von dem Grundsatz ausgehend, daß Volksbildung keine Massenbildung fein könne, eine Sozialisierung ober Demokratisierung hier nicht angebracht fei. stellt er vi.-r Thesen auf: 1. Star k-.mg des Dolldheumßtetns. 2. Gei re Gmist- egunn des Bolksstaates. 3. Wegbcr-itung für ein-m neuen V-ckksstulms. 4. Gt'ixiltirr.g oirr Erneuerung der sittlichen Volksgemeinschaft In äußerst ver­ständlicher und überywenixT Weise behandelt der gewandte Redner die fd)iüierijen imb he-klm Ans jaben trrfenifen, die doS benticbe Vo^k zu neuer Kultur durch das Schul- und Volk'bilttingS- nue'en zu neuer Höhe leiten sollen Die Zu'ammen- iaisung der Vottsbildimg nach he'sischem Muster betrachtet er hierin als vorbildlich. Nach kurzer

Aussprache und Dankesworten für die shc bei- äliig aufgenommenen Ausführungen schli ßt Prä- ideitt Dr. Strecker die anr- genö üer'.auien? Ber- 'ommlung mit dem Hinwis, daß wir wieder M e n s ch werden muffen, d nn der teut ck>eIdealist mus.fe zu unerer Rettung betragen, wenn uns belierrsch.m und uns selbst wiederimden.

Der deutsche Konsul in Täbris ermordet.

Berlin, 9. Juni. Tie Deutsch-Persische Ge­sellschaft t-lat folgende Tepefchr er!alten:

T eheran, 4. Juni. Sastsarzt Dr. S chü tz Arzt des de. t scheu SiIctt, ulats in Täbris, meide..

Deutscher Konsul Wustzrow ist am

etwa die Lage, die durch die deut selben Reichs- trgslvack-len geschaffen fei, otyue von auberen Hin­dernissen zu fpwck-en, teil A>'g nadj Sp.ia ver­sperre. Nach demPetit Parisien" müife man ohne falschen Pessimismus festdellen, daß die Alli- ieiten unter fid) nicht einig seien, ja, daß das zu einer

Zustimmung gefunden. In den Kreisen, in denen Kreisverbände noch nicht bestehm, soften sie sosort gebildet werden. Die Ausschußsttung, in der and; der Termin der Gründungov-.r.amm.ung b.stimnu loird, sindet am Samstag in Frankfurt a. M. statt. Zu dieser Sitzung sind der Vorstand des Hess. Städtebearnten-Verbandes und die Ver­treter der einzelnen Kceisverbande eingeladen.

zur Annahme gelangte.

Landau, 9. Juni. (WTB.) Von dem französischen Polizeigericht wurde der Sekre­tär der hiesigen Deutschen Volkspar­tei, Tornow, der in einer Wahlversammlung beleidigende Bemerkungen gegen die französi- ! scheu Besatzungstruppen gemacht haben soll, ! zu einem Monat Gefängnis und 3000 Mark

RMK. Darmstadt, 8. Juni. Der Haupt­ausschuß der Zentrale zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege hielt heute im SitzungSsaale des Landtags eine Tagung ab, zu der die Mitglieder aus ganz Hessen erschienen waren. Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten des Landesbildungsamtes Dr. Strecker gab Direktor Hassinger den Ar­beitsbericht der Zentralst-lle, in welchem er unter Hinweis auf die erschienme Brosch ire sich cim gel;end aus die bis jetzt aus den verschiedensien Ge­bieten geleistete Tätigkeit und den jetzigen Stand der Bolksbichungsarbeit eingeh nd verbreitete. Dem Haiip/anSschuß gehören z. Z. 85 Organisationen wus dem garzm La..de an. Er beeid) etair.t w iter über die Arbeit der vorhandmen 11 Sonnr-Aus- schüsse aus den verschied nsten Gebietm und ver­bleitet sich dann üb-cr die Bolkstzochschularb it, über die in fc^n verschiedenen Städten abgehattenen

Die Cntscheiduna über Montschau.

B r ü s s e t, 10. Juni .(WTB.) Zum Be­schluß der Botschaftertonferenz über die Eisen­bahn von Montjoi ist zu bemerken, daß nach einer Entscheidung des Rates die Bewohner von Montjoi bei Deutschland ver­bleiben und daß die Kritik der Deutschen hin­sichtlich der Volksabstimmung in Eupen und Malmedy abgelehnt wurde.

ttnmöglichtcit der Hcereövcrminderung.

Paris, 9. Juni. (Wolfs.) Die deutsche Re­gierung richtete bereits vor fünf Tagen an die alliierten Mächte eine Note, in der erklärt wird, daß Deutschland sick vor der Unmöglichkeit befinde^ am 10. Juli d. I. die Bestünde der Reichswehr auf die im Friedensvertrag von Versa i Ile s vorgesehene Stärke zu reduzieren. Die Note verlangt, daß der gegenwärtige Stand von 200 000 Mann ständig gehalten werden könne.

Die AuSiiefernttg von L 71.

London,.10. Juni. (WTB.),Jm Unterhause sagte Churdnll in Erwidernng auf eine Anfrage, die Aus.ieserung des deutschen Luftschiffs L 71 sei in beit nächsten Wochen zu erwarten. Das Luftschiff werde zunächst in Fulham statio­niert. Man hoffe, durch Probefalnlen wertvolle Erfahrungen zu machen. Em zweites Luttchiff werde in den Besitz der Vereinigten Staaten über­gehen. Ucber drei weitere Luttschiffe die noch im Bau seien, stehe ein Abkommen bevor, durch das sie für Handelszwecke nutzbar gemacht würden. Aus die weitere Frage, warum L 71 noch nicht aus­geliefert sei, erwiderte Churchill: W'.r sind nicht unbefriedigt über die Art, mit der die Deut­schen ihre Verpflichtungen erfüllen.

Amsterdam, 9. Juni. <WTB.) Im eng­lischen Unterlaufe fragte ein Mi glied, ob auf der Konferenz von Hythe besdstossen foarbeii sei, daß, wenn Deutschland es unterlasse, die Bestimmungen des Versailler Vertrages -u erfüllen, die Besetz­ung burdi die Alliierten auf weiteres deut­sches Gebiet an5geb -i)ht rocrtxr. Lloyd George ernnberte, diese Fvige sei in Hythe nicht erörtert worden. Tie Politik der Wttierten, wie sie in der Erklärung von San Remo sestgelegt imorben fei, habe sich nicht gcLndert.

Eine Feststellung v. Bvockdorff-Rantzauv.

Berlin, 9. Juni. (Wolsf.) Der Reichs­minister des Auswärtigen a. D. Gras v. Brock­dor s s - R a n tz a u stellt gegenüber dem Artikel derBoss. Ztg." vom 6. MaiWeisheit nichl Harnisch" in einer Erklärung fest, es sei nicht wahr, daß er jemals auch nur entfernt angc- bcutet habe, es bestehe ein zweiter _ Vertrags­entwurf der Entente, der, wenn Deutschland fidi weigere, zu unterschreiben, sofort aus der Tasd^ der feindlichen Unterhändler h> rooriezogen werde, ferner, daß er in Köln mit den Engländern ver­handelt habe und schließlich, daß er sich in ferner Haltung bei der feierlichen Eröfswmissitzung der Friedenskonferenz von dem amerikanischen Obersten beeinflussen ließ.

Preissenkung in Frankreich.

Berlin, 10. Juni. TerLvralanzeiger" meldet, daß die Preissenkung in Frank­reich sich auch auf den Bidttdandel ausdehmt. Tie Fleisd>p.eiie sind um Vj> bis 1 FranLm pcr Kilo gram m gesunken. Ebenso smd Gemüse und Früchte bedeutend billiger genoßen.

Berlin, 10. Ium. Tie bcidcn Patteum Rechnen sowie die Te.nokre.ten hieldm gestern Be­sprechungen ob. die heute svrtgeetzt werden. Tie Sozialdemokraten haben sich ebenfalls bera­ten, dock) wird ihre Sbllungnähme erst in den nächsten Togen g klärt inerben. Das Zentrum wird sich ebenfalls in den nächsten Tagen zu einer Beftwediung zu'ammenfinden.

Z - der Aeust'rung dcs Reichsrvstministms Gies i 15 in derGermLnia", ihm erschme eine Koalition von Scheide mann bis Stresemonn als d.mchaus nützlich aber als wenig wckhrsch-einlid^ M'd es beide nur übrin, den oeg-nw. r igen K»'litü' s o.rteien solange he Führung der Regstrungsgeschäs e zu ülx-rla<sen, lis zum Herbst d's Volk erneut Ge>?eNheit erholte, mit etwas ruhigeren Nerven irii> geftärterem Ur­teil über feine politischen Geschicke zu entscheiden, meint derVorwärts": Ob fick) di? alte Koalition bis zum Herbst halten foulte,. wollen wir nicht untersuchen. Es b'rr't' ff-.ir sein, baß de Sozialdemo kvatt'e t re Re gung hat, weiter den Prügelknaben zu spielen für Dinge, br sich tn den letzten andett^ach Jahren abgespielt fjabm, ohne daß die Sozioldmnvkn.itie sie verhindern fiomre Aber biß bi? er Reichstag ahne Mehr­heit feine l'Nge Lebensdauer hoben kann, wird

iedermann nnlenchten.

DieG e r m a n t a" hebt hervor, daß die Sozialdemokratie als ganzes durckwus auf der Höhe des Vorjahres geblieben ist. Sie hat nicht einen Rückgang, sondern eine k eine Zunahme an Reichstageschen zu ver'eichn-'N. Die Verschiebungen auf der Linken vollzogen sich ledig'ich imnerlalb der Sozialdemokratie. Vom Zentrum sagt das Blatt, es habe zwar auch heute noch eine aus­schlaggebende Stellung, aber es habe sie nicht mehr allein. Es müsse dem entscheidenden Druck Rechnung tragen, den das überragende Stimmen­gewicht der Mehrheitssozialdemokratie auf die Wagschale ans zu üben vermöge. Die Zukunft un­seres Vaterlandes sei nach wie vor in entscheiden­dem Ma^ in die Hand dieser Partei gegeben.

ImLokalanzeiger" heißt es: Falls das schwierige Werk der Kabinettsbildung keinem der bis jetzt genannten Männer gelänge, werde der Reichspräsident die Führer der Parteien zu einer Besprechung einladen und sie ermahnen niüssen. daß das Wohl des Ganzen ^über dem an sich wohl begründeten Parteiinteresse stehe.

Der deutsche Geschättsträger in Paris, Dr. Mäher, der gegenwärtig in Münchm weilt, sprach fein Bedauern aus, daß im Wall kämpf davon gesprochen wurde, daß eine Partei mit einer anderen in keine Regierungskoalition gehe. Er gebe die Hoffnung nicht auf, daß die Notwmdig- keit einer Regierungsbildung auf brei­teste r Grundlage als zwingend an -rkannt und daß dieser vaterländischen Notwndiak-tt Parteirücksichten und Part-eirneinungen untergeori^ net würden.

Englische Stimmen zur ReichStanSwahl.

Amsterdam. 9 Juni. (WTB ) DieWest­minster Gazette" bespricht in einem Leitartikel über das Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen den doppelten Ruck nach links und nach rechts und sagt: Die deutsche Regierung war bei den Wahlen in ferner Weise in einer be­neidenswerten Laae Sie hatte die unmögliche Aus­gabe. das eiaene Volk und die bisherigen Gegner zufriedenzustellen. Ihre Aufgabe ist durch die Härte der Alliiertenlwtttik noch erschwert worden^ Die Alliierten haben dem Herrn Ebert und dem Herrn Müller nicht die Möglichkeit gegeben, mit irgend­einem kleinen Erfolg vor die Wähler zu treten. Sie haben sich bisher einer Revision auch der unmöglichen Bestimmungen des Friedensvertrags widersetzt. Inzwischen haben die reaktionären Par­teien die Regierung nicht nur für die von ihr be- ganaenen Fehler. sondern auch für die eigenen Verbrechen imb TüWen vcr-ntworf'ich gemacht, während die Arbeiterschaft angesichts v-s herrschen­den Elends und der H-offnimgslofigkeit der Lage mehr und meTyr versucht wurde, in einer gewalt­samen Umwälzung das Rettungsmittel zu felfat. Die Alliierten müssen sich jetzt überlegen, ob sie nicht selbst die sehr ernste Verantwortimg für die gefährliche Verwirrung tragen, die sich aus dem Wahlausfall für die deutsche Politik ergibt. Diese Verwirrung ist eine Gefahr für die garue SScU. Wir haben die Pflicht, sie zu Verbindern. Mit einer folgerichtigen konzilianten Politik kann noch etvws getan werden, um einer gemäßigten deutschen Re- gierrms eine Lebensmöglichkeit zu geben.

treides ein Umlageverfahren treten zu la Jen, nicht entsprochen werden.

Hält daher die neue Reichsgttreideordnung für Brot letveide und Gerste an dem bis origen Bewirte schaftungssystem fest, so ist andererseits hinsidstlich des Hase cs die Rückkehr zu dem früh-.ren Be- wirtschaftungssystem des Hafers erforderlich gc* wesen. Die Herausnahme des Hafers aus dem System der Bewirtschajtung der übrigen Körncr- fiüd)te und die Rege ung der Haferwirtsdwit, wie sie im lausenden Wirtschatsjahre b'steht, hat sich nickst bewähtt. Der Hafer der Ernte 1920 rnußtedaherwiederumindieBeschlag« nähme einbezogen werden. Datei ist es dem Reichs Minister für Ernährung und Landwirt- schatt vorbehatten worden, mit Zustimmung des Re'.chsrats, ebenso wie für Gerste so and,- für Hafer bestimmte Versütterungsmengen sestzusetzen. Die Festsetzung soll nach näherer Verhandlung mit den Beteiligten erfolgen. Für den men.ch.ichen Ver­brauch ist in der Verordnung selbst ein Kopäatz von 5 Kilogramm Haser für ben Monat freigegeben! worden. Ter bei Beginn des neuen Erntejahres vorhandene Hafer wird zugunsten des Kommu­nalverbandes beschlagnahmt, in dem er rdj befindet. In Aussicht genommm ist, den Verbrauch von Hafer alter Ernte vocbeha t'ich bestimmter Koutroll- und Einsdn in 'ung bestimmun -en in der Zeit'bis zum 15. Oktober 192J frei zu lassen. Eine Versorgung mit Haier neuer Erute seitens der Reichsgetreidesttlle wird erst nad) dem 15. Oktober einse'-'<u fönn ii. Während die Festsetzung der zur meusdstichen Ernährung bestimmteiiSübftversor er- men-en bei Brotgetreide und Geeste dw Regelung im l-mse den Wirtsd-osts a re eetzpricht, i, als Neuerung die Freigabe der Deputate hecvorzu- heben, die wiederholten Entsdsti-euun en der ver- 'assnnggebendcn Deutdvn Nationalversammlung entspridst. Ferner ist die Mög! ichk.it einer Neu­regelung der Belieferung der Gerste und Hafer verarbeitenden Betriebe ge- schassem ber Hülsenfrü chte

war bereit im abgdau'ere.t Wirtschafts astr auf b e Ausschreibung einer Umf-ige b'sdwm-.k getixien. Ts-irr d s komme ide Wirtsck«ftsickhr 11 die Wie er» lwlung einer Umlage nickst vorge eh n. Berttls in der Vevordnmig rum 14. April 1920 rar auceoitxuct wo d n, daß b e selbst bewitt chi tte den Kommnnolverbände auf tm DopbLlzemn r bc5 non ffyrei verbrauchten Getreid s einen bestimmtm stlbgabesatz an b e R ickSg-eire de ellc ab ufü r n (ytben. In der gleichen Wei'e tvird auf Grund dec neuen Borsdwif: auch im im komnuwden Witt» >ch<istsi<dre rerstthren werden. Da sich z rz ist n och nicht überftfrn läßt, wie cho^ der Z st hlag nur den Mdblvris bee Reick>sgtt reibe steck' b-m's'n 're­den muß, ist bi' Fest'etznng des von d.m f (- unrt'chiste den K mmu al'vrbänte: zu :a end n Beitrags in die Häiide der Reid^smmi'er für uäTynntg und Landwirt schatt und ter Finozen g- eit worden. AlS Maßstab für be Ben e mm des Mgabe'atzes hat sein Zweck zu bienen; der B-tt-ag soll doller so bemc'scn werden, biß eine gbim* mäßige Heranziehung bet ge amten oer vr in näs­ste editigten Bevölkerung zu den Mehroo,.en M Emstchr ersolgt.

Ur. 154

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beim, Erbach und Of.eabach gesprod-e.a uno üurva.l ^ldstrafe verurteilt.