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Fortsetzung 19.
^Nachdruck verboten.)
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Roman von S. W. A - pleton.
Ein Streik in Chicago.
Amsterdam. 9. April. (Wolff)Die,.Times" meldet aus Newhork: Wegen Entlassung nnes Beamten in Chicago ist aus 25 Eifenbalm- lrmen, die in Chicago enden, ein Str-'ik der Heizer und Maschinisten cmsgebwchen. 50 000 Mann sind ausständig. Durch den Streik ist die Lebensmittel- und Brermstvffvwforgung Chicagos ernstlich gefährdet.^
Die Japaner in Wladiwostok.
Amsterdam, 9. Avril. (Wolff.) Das Reu- tersckte Bureau meldet aus W l a d i wo stör, daß die Japaner die revolutionären Streitkräfte in dieser Stadt fast vollständig entwaffnet haben.
Strecke Gelnhausen:
Vvrm. hier an, 1.18 nachm. hier
Strecke Fulda: vvrm. hier an, 8.13 vorm. hier
Auslandskartoffeln.
So! Msv würden Sie bet der Gefchicht: gar nicht so schlecht wegkommen, Herr Mimms.
Meiner Seel. Herr Doktor, das is nachgerade auch meine Ansicht.
Neuntes Kapitel.
An diesem Abeich schrieb ich an einen memer Freunde, der stets bevnt war. mich zu vertreten, wenn die Pflicht oder das Vergnügen mich zu nner Reise veranlagen. Ich bat ihn um sein: Dienste für morgen. Um vier Uhr am folgenden Tag klingelte ich an der Tür der teiltm Bill-i, dre meine Mutter in Tunbridge Wells bewohnte.
Ich wurde sofort zu ihr geführt. Sie lag auf einem Diwan im Wvfri-mmer. l'lus den ersten Blick gewann ich den Eindruck, daß, sie sehr unwohl lein mußte Ich hatte sie mehrnx Atonate nicht gesehen, und es entging mtt nicht, haß, sie nt der Zwischenzeit ehr gealbert war. Als rch mich ihr näl-erte, streckte sie mir di: Hand — eine sehr .veiße, leidend: Hand — entgegen; ich nahm sie in die meinige und zog einm Stuhl an ihre Seite.
Du fühlst dich nicht wohl, liebe Mutter? sagte ich.
Richt sehr, Julius, erwiderte sie, ab:r das tut nichts. Es freut mich, daß du gekommen bist, trotzdem mich dein Bries ein wemg erschreckt hat.
Aus Statt «nd Land.
Gießen, den 10. April 1920.
Das Schicksal -er alten Klinik.
Das Schmerzenskind der Stadt Gießen in der Liebigstratze war nahe daran, einen anderen Vater zu erhalten. Die mancherleis Erwägungen, die man im Laufe der letzten Jahre über sein Schicksal angestellt hatte — Stadthaus, Gemäldeausstellung, Lebensmit- telckmt —, hatten sich alle als undurchführbar erwiesen, und so war man zu dem einzig ver- ttünstigen Entschluß gekommen, das Gebäude zu verkaufen. Mehrere nichtöffentliche Stadb- verordnetenversammlungen fanden statt, ins denen der Verkauf beraten und prinzipiell
Auf Beschluß der Lebensmittel-Deputation wird der Kleinverkaufspreis für die ab 9. April 1920 zum Berkaus kommenden ausländischen Kar- tvffeln auf 30 Ps. für ein Pfund festgesetzt. Der Gestchungspreis dieser Kartoffeln, die aus den an Polen abgetretenen Gebietsteilen geliefert werden, stellt sich höher als 30 Pf. Die Stadt muß daher erhebliche Zuschüsse leisten.
Erhöhung de» Schulgelde».
DaS Landesamt für das Bildungswelesr hat unter dem Zwange der ungünstigen Fruanztag: des Staates das Schulgeld für die Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und Rnlschulen des Landes vom Schuljahr 1920 an verdop- pelt. Gleichzeitig wurde aber auch die Fret- stell en zahl erhöht. Außerdem si:ht der Hauptvoranschlag 1920 größere Mittel Vvr, um ganz ^hervorragend begabten Schülern gelbliche Unterstützungen zuwenden zu können.
Iirng der Geschäfte Bietet und nicht zuletzt die soziale Frage, an der zirka 200 kaufmännische Angestellte partizipieren, sprechen gegen die Verlegung der HaupLvetwalfung. Zudem 'flamt klärt iverden, daß ein Um- bzw. Neubau der Haiupt- verwaltung in Wetzlar zu geringeren Kosten erstellt werden kann als der geplante Erwerb mib Aüsbau des Gießener Anwesens. Tie An gestellt en- und Arbeiterausschüsse bitten dringend bte Herren Mitglieder des Aufsichtsrates der Buderusschen Eiseniverke, dafür einzutreten, daß die Hauptverwaltung tn Wetzlar verbleibt, da keine Gründe sozialer oder wirt,chafllich:r Art aufgtroogcn werden können, die eine Verlegung nach Gießen be-
Privataudieitz vom Sönlg empfangen. Der König gab seine lebhafte Sympathie für den jungen demokratischen Staat zu erkennen, dessen freiheitliche EmEungen er besonders hervor- hvb. Er erklärte, Italien habe triemals feindselige Gefühle gegen das deutsche Volk in Oesterreich gehabt, noch werde es solche hegen. Er hoffe, daß in Zukunft immer freundschaflltche und friedliche Beziehungen zmiüben beiden Staaten herrschen rnöchten. StaaW^zler Renner dankte namens des österreichisch Volkes für die wiederholten NahrungsmittelaMtlsen Italiens und begrüßte dte gute Absicht Italiens als Gewähr für die Erholung Oesterreichs. Die politischen Verhandlungen zwischen Renner -und Nitti werden am Samstag fortgefuhrt.
Die innere Lage Italien».
Mailand. 9. Aprll. (Wolff.) Dem „Cor- riete della Sera" zufolge ist die innere Lage in ganz Italien besser geworden. Dte sozialistische Parteileitung Jtaltens. die einem Generalstreik abgeneigt war, hat den Sieg über die Anarchisten davongetragen.
füinrorten. -
Die Frage der Verlegung der Buderus schon Hauptverwaltung ist daraufhin einstweilen auch fallen gelassen worden. Das geht and nachstehendem Schreiben hervor, welches der Aufsichtsrat der Gesellschaft am gestrigen Tage von Frankfurt a. M. «cm die Angestellten- und Arbeiterausschüsse der Werke hat gelangen lassen, und das wie folgt lautet:
„Wir bestätigen den Eingang Ihres Telegramms von gestern, worin Sie Protest erheben gegen die Verlegung der Hauptverwaltung unserer Gesellschaft von Wetzlar nach Gießen, und teilen Ihnen mtt, daß ein „Protest" Ihrerseits nicht angebracht erscheint insofern, als es der freien Entschließung des Vorstandes der Buderus scheu Eisenwerke überlassen bleiben muß, ihre Hanptvenval- tung dahin zu legen, wo ihr eine möglichst ungelstn- derte Tätigkeit gewährleistet erscheint. Diese Tätigkeit umfaßt das Gesamtinteresse der unserer Ge- sellschast ange'ch'osserEn Werk:. Wenn die Verlegung der Hauptverwaltung nach Gießen vor! än- fig noch einmal zurückgestellt wurde, so geschah das lediglich bMZalb. well man sich den zahlreichen, aus der Bürgerschaft Wetzlars an ihn betau getretenen Wünschen nicht verschließen tarn und das wahre oder unvenneMiche Ind res e des einzelnen Merkes zurücktv'ten muß. Äe Ereignisse der allerletzten Zeit hab'n benxejen, daß w dieser Beziehung jedenfalls die Hauptverwaltung, die für unsere sämtlichen Werk in ungestörtem Betrieb zu erhalten ist, nicht an der richtigen Stelle "liegt.
Wenn heute der Vorstand trotz schwerster Bedenken auf Anregung des Herrn Generaldirektors Bergrat Groebter die Absicht einer Schädigung der Stadt, die seit mehr als -zwei Jahrzehnten Sitz unserer Gesellschaft war, nadu Möglichkeit vermeiden wollte,s o wird er aber nicht zögern, die Absicht ro-ieber aufzug-reifen, falls — abgesehen von etwaigen sonstigen Gründen — eine regelmäßige Tätigkeit der Hauptverwaltung durch VÄederlw'ung von Störungen seitens der Arbeiter der Sophtenhütte und eines Teiles der Angestellten ihm nicht mchr möglich erscheint.
Der Aufsichtsrat der Buderus scheu Eisenwerke."
V-Züge im Sommersahrplan.
Der Sommersahrplan wird tn seinem Entwurf auch im Westen eine Reihe von Schnellzügen bringen, die bisher nicht verkehrten. Ob sie wirklich ausgenommen werden können, hängt jedoch auch hier von der Kohlen Versorgung und sonstigen Umständen ab. Zwischen Änllrn unb Köln sind wieder die ehemaligen sogenannten Spa-Züge vorgesehen, das heißt Nachtschmellzüse, die vom Potsdamer Bahnhof in Berlin 8.47 Uhr, von Köln 8.43 Uhr abgehen. Ein V-Zugspaar ist ferner vorgesehen zwischen Berlin imö Kreiensen über Magdeburg, ab Potsdamer Bahnhof 8.20 Uhr vorm., ab Kreten- sen 4.33 Uhr nachm. Sie haben Anschluß nach Frankfurt a. M. Aber nicht nur Verbindungen mit der Reichs Hauptstadt sollen eingerichtet iverden, sondern auch ivveder Querverbindungen zwischen den anderen großen Städten. So sollen dte Tages-V-Züge zwischen Kassel intb Düsseldorf über Altenbeken, Soest und Elberfeld wieder ausgenommen werden, ab Kassel 2.32 Uhr nachm., zurück nach Kassel 3.45 Uhr nachm. Unter den Bäderzügen zur Norosee befindet sich auch ein Zugpaar von Erfurt über Kassel, Altenbeken und Soest'nach Norddeich. Sie sollen vom 15. Juni bis 15. Sep- tentber laufen. x
Zuaeinschrünknng.
Folgende Züge fallen ab heute, 10. April, aus:
(Ein neuer Reichrminister des Auswärtigen.
Berlin, 9. April. (WB.) Zum Reichs- winister des Auswärtigen ist Reichs- kmmnifsar Dr. Adolf Köster in Aussicht genommen. Köster ent "tont mt einer Fischerfamllie in der Nordmark, wurde am 8. März 1883 als Svhn eines Zollbeamten tn Verdm an der Aller geboren >rnd besuchte nacheinandw dte Volksschule, die Realschule und das Gymnasium tn Hamburg. Köster widmete sich dann dem Studium ter Philologie und bezog nach-inanter die Umv"rfi- täten Hamburg, Halle, Marburg mid Zürich. In der wissenschaftlichen Welt bekannt macht * sich K. mit einem Werk über die Ethik Pasoals, nner Schrift über den jungen Kant sowie einer Darstellung der Entstehwig ter mobernen PÄragvg k. Daneben machte sich Kös'er auch mit einnn Novellenband „Dte zehn Schornstein-" und einem Roman „Tie bange Nacht", der 1913 erschien, emeh guten Namen. AuSgedchnte Studienreisen, die Köster durch ganz Europa, nach Asten, Afrika unb Amerika führten, gaben ihm Hinreichente Gelegenheit. sich mit fremden Völk.-rn und fremden Derhältnissen vertraut zu maxten. Pvfttt'ch schloß sich Köster schon tn früher Jugend ter sozial- demv kraiif chen Partei an. Nack), ter Revolution mir er zuerst in ter Reichskanzlei tätig. Danach wurde er z-um Reichskommisar für die Abstimmungsgebiete in Schleswig-Holltern «w- namrt. Auf diesem wichtigen Posten erwarb sich Köster durch sein entschloßenes, gßchicktes Eintreten für die deutsche Sach; das Vertrauen der gesamten Bevölkerung. Es ist ihm und feiner organisatorischen Tätigtest nnttnverdcmten, daß bte Mtimmung in der zweiten Zone für Deutschland ein so überaus günstiges Ergebnis hatte. Durch die Verhandlungen mit dem i-iternattvnakm Ausschuß in Schleslvg-Holstein konnte Köster den Beweis di somatischer B fähigung erbringen. Zur Zeit befindet sich Köster in Kiel, um dl: durch den Kapp-Putsch geschafst-nen Zustände wieder in geordnete verfassungsmäßige Bahnen zu lenken.
Don dem neuen Minister des Auswärtigen Adolf Köster berichtet der „Vorwärts", teß er fein Mitarbeiter gewesen sei. Nach der „Vosf. Ztg." ist er Kriegsberichterstatter wesen, hat dann als Sekretär bei dem Chef der Reiä>skanzlet Kürt Aake gearbeitet und in Weimar enge Beziehungen zu dem Grafen Bvockdorff-Rantzau gehabt.
genehmigt wurde. Die Stadt hätte fich dadurch! zwar eines Teiles ihres Bodenbesitzes bege-, ben und in dem Bahnhofsviertel an Bewegungsfreiheit verloren, aber die Vorteile, die sie dafür eintauschen konnte, waren zwingend.' Als Käufer des Grundstückes kam nämlich Die Firma Buderus in Wetzlar in Betracht, die dort ihr Hauptverwaltungsgebäude einrichten wollte. Schon der Kaust- preis — es wurden l1/» Millionen Mark genannt — mußte den Verkauf als günstig erscheinen lassen. Von größter Bedeutung wäre aber die Uebersiedlung der Buberus- schen Hauptverwaltung nach. Gießen geworden, was man aus den nachstehend wiedergegbenen Protesten Wetzlars ersehen kann. Der schöne Plan ist zu schänden geworden. Der Aufsichtscat der Puderusschen Eisenwerke hat ange-- sichts der Stimmung der Wetzlarer Bevölkd- rung von dem Kauf Ab st and genommen. Gießen trägt den Schaden davon. Wer aber hat die Schuld daran, daß der Verkauf von Wetzlar aus hintertrieben werden konnte?« Ohne Zweifel die Gießener Stadtvater selbst, die über die Verhandlungen in nichtöffentlicher Sitzung so wenig dicht gehalten haben, daß die Verhandlungen mit BuderuL bereits am nächsten Tage ein öffentliches Geheimnis, nein öffentlichet Gesprächsstoff für Gießen waren. Unter diesen Umständen mußte man in Wetzlar Wind von der Angelegenheit bekommen ünd daß Wetzlar alles aufbieten würde, die Hauptverwaltung des Werkes zu behalten, war vorauszusehen.
Eine Hoffnung bleibt, daß man durch Schaden Thig geworden, die Absichten der Stadtverwaltung nicht mehr voreilig ausplaudert. Demi sonst konnte es solveit kommen, daß auch die übrigen Interessenten an der alten Klinik "—es sind noch verschiedene vorhanden, aber gerade Buderus wäre für die Zukunft Gießens am bedeutsamsten gewesen 1— von einem Kaufe abgeschreckt werden. Und damit wären auch andere Pläne der Stadt, die mit dem Verkauf in Zusammenhang stehen, wie z. B. die Unterbringung des städtischen Lebensmittelamtes hinfällig. Wir geben nachstehend einige Anzüge des „Wetzl. Anzeigers", die ein Bild davon geben, wie in Wetzlar gegen die Verlegung der Buderus- schen Hauptverwaltung Stimmung gemacht wurde.
Erne am Mittwoch vormittag abgehaltene Stadtverordnetensitzung, die im übrigen mit nichtöffentlichen Angelegenheiten befaßt war, beschäftigte sich aus eine Anfrage des Stadtverordneten Michaeli auch mit den Gerüchten über bte Verlegung der Buderusschen Hauptverwaltung von Wetzlar noch Gießen. Tie Besprschmg über diese Mdgelegen- beit endete mit der Annahme folgenden Beschlusses, welcher dem Auffichtsrat der Buderusschen Eisenwerke übermsttelt werden soll:
„Die am 7. Aprll 1920 tagende Stadtvewrd- neten-Verfammlnng nimmt mit Bedauern und Befremden Kenntnis von.der Absicht der Direktion der Buderusschen Eisenwerke, die Hauptvettoaltung nach Gießen zu verlegen. Sie ist einsttmmig der Ansicht, daß diese Verlegung eine schwere Schädigung der Stadt Wetzlar bedeutet. Die Sdadwer- ordneten-Versammluns bittet unbedingt, von dieser Verlegung Abstand zu nehmen. Ueberdies ’fcnn bie Stadtvevordneten-Bersammlimg nicht einsehen, daß durch die Verlegung der Hauptverwall'ung ben Buderusschen Eisenwerken derartige Vorteile erwachsen sollen, die die erheblichen Nachteile auf- roiegen könnten, die der Verwaltung zweifellos durch die Zerschneidung der engsten Fühlungnahme üon Hauptverwaltung und ihres wichtigsten Betriebes entstehen."
.Auch Angestellte und Arbeiter des Werkes haben zu der Angelegeicheit Stellung genommen und sich gegen die Verlegung nach Gießen ausgesprochen. Die vereinigten Angestellten- und Arbeiterausschüsse der Hauptverwaltung und Hüttenverwaltung haben diesen Beschleuß, in nachstehendem Telegramm an den Aufsichtsrat nach Fvcm'kfurt gemeldet:
„Unterzeichnete Angestellten- und Arbeiteraus- schüsse der Buderusschen Eisenwerte protestieren entschieden gegen Verlegung bei Hauptverwaltung nach Gießen. Begründung unterwegs."
Tie Begründung wurde durch ein daM bestimmtes Mitglied des Ausschusses per önlich dem Vorsitzenden beS Aufsichtsrates überreicht. Tos Schriftstück hat folgenden Wortlaut:
„Tie 'beute in Wetzlar versammelten Angestellten- und Arbeiterausschüssc der Sophienhütte, Hauptverwaltung und Gevrosfütte erklären sich einmütig im Interesse eines harmonische unb gebetMickten Zusammenarbeitens zum Wohle der Buderusschen Eisenwerke gegen die Verlegung der Hauptverwaltung nach Gießen. Die Arbeitnehmer- Ausschüsse erblicken vielmehr in dieser Handlung nur Nachteile für den Geschäftsgang und evhebliihe fmonzielle Belastung des Wertes. Tie riesigen Vortelle, die die jetzige zentrale Lage der Hauptverwaltung für eine rasche und bequeme Äbwick-
S pater hat bann der Jnspetkvr einen Mann in Zivll zu mir noch Nummer 19 gesandt, nm den Platz zu beaugenscheinigen — ein fiprr Kerl nur's. wahrhaMg, em Detektiv natürlich, und em en ri:sig gescheiten Kopf hat er! Das können Si: mit Äauben! Ter hat eine Meng: Fragen gestellt, stchr freundlich und leutselig, und hat mit meiner Mten ein paar Witze gerissen. „Da is ein Don Juan drin gewesen," sagte er, „und her hat sich im Gegenstand seiner Zuneigung gillrrt und tm Dvnkel die Unrechte erwischt. Sie können von Glück reden, Frau Mimms, daß Sie so gut weg- aekommen sind!" Daraufhin is meine Alle vvr Lachen fast geborsten, urtb ich, meiner Sxl', auch. Der Gedmfle, daß jemand versucht hat, m:ine Me zu stehlen, war doch zu totl!
Na, sagte ich, und dann?
O, dann sah er sich die Sachen der Oteäftn an, und ich zeigte rhin Ihr Jntentor un." lls er Ihren Nomen darunter sah. sagt' er: „Ho! Ter Name ds Doktor Perigvrr> biet'4 mir gv jritgerb Garantie. Er is xa überall beflannt,' -r. „Tun Sie alte biete Sachm «Mxrr «>i ett paffer unb bewahren S« sie an ixnem sicheren
Orte auf, damit sie nicht nod? gestohlen werdm," sagt' er. „Bewahren Sie sie auf, bis jmnand sie holen will: aber rtehmen Sie sich in acht, daß ©t* sie nid? bei der unrechten Adv'se abgeben, sonst fimnten Ihnen SchwterigXteu b raus -erwachten."
Gerade das wollte ich Ihnen ebm sayen, Herr Mimms, bemerkte ich. Nur die Gräftn felbn: hat ein Anrecht darauf. Lassen Sie die Sachen nicht aus bet Hand, ehe bte Gräfin nicht felbn: kommt, um sie zurückzufordem.
Ganz red)t, Herr Toktor. Dte Koffer und Sadten stehen mm hinter meinem Bett, und es würde die Umxdtten schwer: Arbeit kosten, sie mir apszuspannen.
Gut! Und die Polizei wlll sich auf Beuten Foll mit der Sackte befassen?
Sie kann's nich, Herr Doktor — '.venigstens hat mir das ber Detektiv gesagt.
Msv ist Ihnen jetzt wieder behaglich zu Mut?
Jawohl — wenn auch „behaglich" mch gerade der richtige Ausdruck dafür is. Mir ist's heute abend, als sei ich im Himmel.
Die Aufregung ist üI;O vorüber?
Jawohl. Herr Doktor. Ich —
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♦* Amtliche Personalnächrichten. Ernannt wurde am 1. April der Oberlehrer am Lehrerstminar zu Friedberg Wilhelm Philipp» zum Trrettor ber Schillerschule in Friedberg - Durch Entschließung des Landesam's für dos Bildung swesen wurde dte Lekiramtsreflerendarm Else Schlicht zu Gießen mit Wirkung vom 31. MÄ> 1920 ab zur Lehramtsaßessorin ernannt.
** Seinen 70. Geburtstag friert mor» gen Wiegemeister Wittich.
** Die Aussichten des Tabakgewerbes. Das Reichsivirtschaftsminifterium -TO nach Verhandlungen mit dem Finanzressoll ben Tabakgewerbe über die Einfuhr ausländischen Tobaks gewisse Zusicherungen für bte Zeit vom 1. Jul, bis 31. Oktober 1920 gemacht. Dte Einfuhrmen» ist für biese Zeit so bemessen worden, daß mit Wirkung vom 1. März 1920 ab ein Verarbeitung- kontingent sichergestellt werden kann, das für bte Zig-arrernndnsttte 40 Protz., für dir Rauchtabv- inbuflrie 60 Proz. unb für die Kau- und Schnups- tabakinbustrie 75 Proz. ber im Jahve 1913 verarbeiteten Menge entspricht.
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Bei diesen Worten schaute sie mich mit einem ängstlichen, gedarrklenvollen Micke an, der mich viv Erstaunen erfüllte. Denn, wie ich bereits gtW habe, war mir meine Mutter bei Gelegenheit u»> (erer seltenen Begegnungen mürrisch und vmchte'l' sen vorgekommen, und f-o sd-ien nur dyr plöte lichcs Interesse für meine bevorstehende Mittel!MW deren Natur sie bis jetzt noch nicht konnte, auffallend. Daher formte ich mich nicht entschireßM, mit der Tür ms Haus zu fallen.
Es ist allerdings etwas Sonderbares borg^ fallen, sagte ich, aber in meinem Bwufc ist ferne Seltenheit, und biswnlen werd bte Leidig gläubigkell stark auf die Probe gestellt. Man wi S nicht recht, was man glauben soll.
Sie richtete sich nunmehr ans dem Diwan u sitzende Stellung auf und sagte:
Keine Ausflüchte, mein Junge! Worum handelt es sich?
Ich dachte einen Augenblick nach, bevor iab antwortete, und erwiderte sodann:
Seit langen, langen Jahren, ja, fett dir Tagen meiner Kindheit, hast du nie von Mt^r aespoochen.
(Fortsetzung folgt)
** Einen guten Fang machten in bc? verflossenen Nacht zwei Holizeipattwuillen., T«- eine fonnte einen Hühnerdiebin einem vxrttc. auf frischer Tat abfassen und die andere nahna^ hiesigen Bahnhof einen Mann fest, der im. W-h von 2 Hafen, einem Hahn und 4 Hühnerl.' war, die zweifellos in 'hiesiger Stabt gestohlen firv. Er war un Besitz eines geladenen Revolvers urvo führte noch ein Fcchcrad mit sich, bad er offenbar auch mi!gehen Hal hnßen lassen. Die EigerllünM ber Hühner, Hasen und des Fahrrades wollen liai mrt t>er Kriminalpolizei in Verbindung fetzen.
** Gefaßte Treibriemendiebe. Tte in der hiesigen Siechenanstalt gestohlenen Treibriemen konnten wieder beigi,brad>t und ter Eigentümerin zurückgegeben 'werden. Als Titte kommen drei stellenlose junge Leute in Frage, tte die Riemen für 600 Mk. an einen hiesigen Schub- machcr meitetb-erfauft hatten. Ter Wert der men beträgt 4000 Mk. Als Hehler kommt etn x ber Siech enanslalt imterg-e bracht er Pfleglina Frage, ber einige Tage zuvor einem ber Dicke die Riemen verraten und ihnen auch mitgeteut auf ivelche Weise sie am leichtesten in die Anstalr gelangen floimten. Selbstverständlich wollte er auä« seinen Anteil beim Verkauf davon haben, bat ate' nickfts bdfontmen, weshalb er sich sehr mißbllligvs bei entern ber Beteiligten aus^spvochen unb » vclage veibun äußert hat, sie wären keine Kerle und er wück < liefert 1 II Wn nur f>e |B Kigers
Volkshochschule.
Die Volkshochschule hat nun ihre zwei ersten Semester hinter sich. Ein Vergleich zwisch?n beiden ist wohl für weitere Kreise von Interesse. Die Teilnehmer zahl war in beiden Semestern genau die gleiche: 430 (ohne die Besucher der Elementarkurse) im ersten, 431 tm zweiten Semester. Bon den Hörern des ersten Seinesters kamen im zweiten etwa 150 wieder. Ein Teilnehmer hatte bereits eine auswärtige Volkshochschule besucht (Berlin). Die Zahl der auswärtigen Besucher, bte zum Teil längere Wege bei Wind unb Wetter nicht scheuten, ist im ztveiten Semester gestiegen. Die Hörer gehörten allen Kreisen unb Berufen an, wenn auch, was bei dem Charakter Gießens natürlich ist, bte Kaufleute unb Beamten üb erwogen. Etwa die Hälfte b?r Teilnehmer waren Frauen, ein erfreuliches Zeichen.^lnter ihnen standen die Hausfrauen an erster Stelle. Tie einzelnen Veranstaltungen waren naturgemäß verschieden stark besucht. Hierauf näher einzugehen wäre nur an Haich von ZaUen möglich, da sich sonst leichä ein falsches Bild ergeben könnte. Verhältnismäßig gering ist leibet bas geschichtliche Jnteresje, bas es noch zu wecken gibt. Tas Zu^ ammcttarbeilen an ben verschiedenen Kursen war ebhaft und anregend, w baß nwhl von einem Gell A ber Zusammengehörigkeit gesprochen werde» kann, das die Hörer unb Lehrer einander naher brachte. Gute und schöne Gedanflkn. und vieles Wissenswerte haben sicherlich alle Teilnehmer mit nach Hanse genommen. So ist die Volkshochschule für viele zu einer Quelle edler Freude geworden, eine Tatsache, bte doppelt wertvoll unb verheißungsvoll ist in unserer unerfreulichen trüben Zett. Das empfindet unb weiß auch ber siHea Stamm von Hörern, mit bem die Bvlkshvchschuk heute schon rechnen kann, baß er größer wich Das neue Semester beginnt am 3. Mai. (Sich An-eige.)
Beranstaltungen.
Samstag, 10. April: Stadttheater, 6 Uhr, „Faust", 1. Teil. — Großer Hörsaal der Univer- sttät, 8 Uhr, Mttgliederabend der Literarischen Gesellschaft. — Eisenbahnhotel, 4 Uhr, Versammlung per Außenbeamten ber Versicherungsbranche. - Zirkus Rudolfo, nadnmttags 4 Ukü, Kindervov ffleöung; abends 8 Uhr, Große Vorstellung. — Lichtspielhaus, wie gestern. — Lichtspiele, <5elte&- weg, „Dr. Hvmsons Lebenswerk".
Sonntag, 11. April: Stadttheater, 3 Ufr, „Ein Walzertraum"; 7 ,Ul>r, Famllte Hannemann ~ -Oberhessischer Kunstverein, Gemäldeattsstelltmo - von 11—1 Uhr geöffnet. — Westdeutscher Spiel- verband, Bezirk Oberhessen, 10 Uhr vormittags, Frühjaluswaldlauf, Start und Ziel SchützenhmtS. — Lichtspieltheater wie gestern.


