Wenigs: USP. 39 (0), SP. 140 (109\ Dem. 129 f!77), TV. 39 (8), Hess. Vp 176 (40)
Wippe nbach: USP. 12 (1), DV- 1 (0 ficff. Vp 40.
Gedern: USP. 60, SP. 150, Dem. 146, DB. 129 M. Vp. 308. .
Kreis Büdingen (bis jcyt): Korn. 188 USP 2937. S3 4466, Dem. 1271, TV. 151.1, Hess. Vp 4532, Z. 174. „
Büdingen (Stadl): Komm. 5, UsP. 1,3, SD. 542, Dem. 292 TV. 387, Hess. Vp. 151, Z. 52.
Kreis Laute rback (vorläufig): USP. 759, SD. 3195, Dem. 980, DB. 2144, Hess. Vp. 4929. Z. 596.
Wc/.-l e ei.'igun0 durchslünittlich 75 Prez^n, bei den linksstehrndrn Part-im sehr stark, bei dm bürgerlichen Parteien weniger stark.
Vevorftelsender Rücktritt der Neichrtabrneltz.
Berlin, 7. Juni. Das R e i ch s k a b i - nett dürfte, wie wir hören. morgen ode übermorgen bcmifftor.i r.n. Es 1r> gt dabei der b.i seiner Bildung getroffenen Vereinbarung Rechnung, nach den Neuwahlen dem Reich p--.' sid.nten i sg samt li P rtcfeui^les zur Verfügung zu stellen. Der Reichs-Präsident wird, parlamentarischem. 0)ebräuck>?u entsprechend, die M ni er bitten s lange i n Amte zu bleiben, bis ein neues Kabinett auf der durch die Wahlen geschaffenen neuen Grundlage gebildet sein kann. Selbstverständlich werden bis dahin di' Mi nister die laufenden und dringend irotlven- digen Geschäfte erl'd'gt'n. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Ein- b e r u f u n g d e S Reichstags so rasch erfolgen wird, wie es technisch möglich ist; denn die zur Zeit bestehende Unklarheit drängt nach rascher Lösung. Deshalb w?rden auch in den nächsten Tagen di' leitenden Instanzen der Part'ien in B"rä i zusammenkonnncn. Der sozialdemokratische Parteivorstand hi lt bereit' heute B'sprechnn'gen ab u>rd auch die so^ialdem k a isch' Fraktion dürst' sehr b l' zusammenberusen werden. Das gleiche gilt von den anderen Parteien.
Sozialdemokratie u. deutsche Dolkspartec.
Die „Frankfurter Zeitung" läßt sich aus Berlin m Iden: Während des Wahlkampfes hat der Nüchskanzler Müller mit nicht mißz lvcrsteh nder Deutlichkeit wieder oV die Erklärung abgegeben, daß für die Sozial- dmkaieenZ s^mmenar beiten mit der D u schm Bo k p rt i u n m ö gl i ch sein werde. Wir glauben zu wissen, oaß diese Auffassung auch von anderen maßgebender! Persönlichkeiten. der Sozialdemokratie geteilt wird.
Landtagrwahleir
Bayern.
München. Landtagswahlen. Im Staatsminisleri'im des Innern wurde bis heute abend 5 Uhr folgendes Ergebnis der Landtags- Wahlen bekannt: Danach entfielen auf die SP. 301265, mit die USP. 216 215, Komm. 42 161, Bayr. Vp. 839 962, Dem. 145 200, Bauernbund 163 439, Mittetpartei und DV. 207 585 Stimmen.
Württemberg.
Stuttgart, 7. Juni. (Wol'fd Die Znsam- mensetzimi ds neuen Land ags geltet sich wie folgt: Die S zi i'.en erholten 10 Kstte's- w d 7 Lande'ab-ea dnr e die Unabängign 8 ^"tei * und 6 L''ul eS-tb!^w dn'et«, die Büra»'rpartei 6 ,rb 4, der Bau nmlmnd 12 und 6, hte Deutsche Vo.ks- t>Tr:c; 2 und 2, Eie Tem -'f titel 9 wid 6, das Zentrum 18 und 5. Die KommuniOrn ce-en leer aus. Die lis'e-'g'n K-ali rmsta t.nen r-erü'i.gen somit üle' '5 Sitz, di? bis e 1 c.i Op'D i i>'n- parieen f b r 46 Stimmen. Die n'ten Fülwer befinden sich unter txri Wiedwgewäs Iten.
Anhalt.
Tessa u. Die MehA'-erts>zialisten erl'iüten 13, die Uimd'A^gigen 6, die Tem-'kratm 6. die Deutsch-N'ti-'nalcn 6 und die Deutsch' Violksvartei 5 Sitze. Die Möbäheitss-oMallsten v<vckieren 9, die Demo waten 6. Die Una'-llängigen gNri men 5, die Dentsch-Nationalen 4 und die Deutsche V-olkspartei 5 Sitze.
Birkenfclb.
Birkenfeld, 7. Juni. (WTB.) Gestern haben hier auch die L-andtagswahlen für die Provinz B i r. k e n f e l d stattgeiunden, nach deren vorläufigem Ausfall als gewählt anzusehen sein dürsten: Wepand (Bauernbund), Dörr (Dem.). Zipp (Dem.), Hartung (Z.), Zchntmayer (Soz.).
Verschiebung der Konferenz von $paa?
Mailand,?. Juni. (WTB.) Ein Londoner Telegramm des „Eorriere della Sera" besagt, daß M i l l e r a n d auf die energischen Vorstellungen Nittis hin schließlich der Verschiebung der Konferenz von Spaa zu gestimmt habe. Es seien gegenwärtig zwi cken Lloyd O)eorge, Milleran'd und Nitti Verhandlungen im Gange zur Festsetz ung eines neuen Zeitvunktes für diele Konferenz, die dann wahrscheinlich gegen Mitte Juli stattfinden würde.
Tie Brüsseler Finanzkonferenz.
Rotterdam, 8. Juni. (WTB) Lmtt „Daüv Ehronicle" werden die Ministerpräsidenten Englands, Frankreichs, Belgiens und Italiens au der Brüsseler Besprechung teil- nehmen, die der Spaaer Konferenz voraus- gehen soll.
TentschkandryieblieferunganFraitkreiü,.
Daris 7. Juni. (Europapwß) Bon dem von Dm Ischl and an Frankreich zu liefernden Vieh sind, .wie die Blätter melden, bis 1 J-ini abie- liefert worden: 42 453 Ri-w.-r. 67 475 Schaf» 7875 Ziegen sowie 7146 jung: Pferde und Znch' stuten.
Die türkische Antwort ans -en FricdenSvertra Scntwurf.
Paris, 8. Juni. (WTB.) Nach einer Ha- vasmeldung aus Konstantinopel vom 3. Onni wird der Großwcsir im Lause dieser Woche na
Paris reifen, um die Antwort auf den Frie- densverlragsentwur! zu überbringen. Er wird auch .ne Zusammenkunft mit Veniselo. ^aben.
Die irischen Gcmeinderatswahlen.
Rotterdam, 8. Juni. (WTB.) Dem „Observer" zufolge sind die Gemeinderats wählen in Irland so gut wie beendet. SL achten außer in Nordostulster und in der Gro ei,mit London-Terry einen überwältigen oen Erfolg der Sinnfeiner.
Die Aala dsinscln.
Kopenhagens. Juni. (WTB.) 9c cd, einem Tetegramm aus Mar a' an auf den.Ac.- landsinfelii trafen dort der fiNi ische Mitlistei- Präsident, der KriegSmin st.r, der .handel-,- Minister und zwei finni che Generale auf zwe Vereuzern ein. In einer Au.prccl>c an 15 Ver irauensmänner aus fast allen Gemeinden be: Insel forderte der Miuistervrä.'ident dir Aaländer auf, F.rxr.mg au, Wiede r, Vereinigung m i. Schweden cndg l i aufzngcbeit und dir neu n S.Iböverwal.uag - gesetze durchzuführen. Nam.n .er aata-.oi scheu Verirauen-, männer erJätte dag: ge:: Landlageabg. R-dakienr Siirdblom, bau die Bevölkerung der Aalandm^selu sich weder durch Drohungen twch Versprechungen bewegen lassen w rde, von ihrer aus Recht und berechtig e t der h ndeu Ford rung nach einer Volk, abst.mm^ng abzuwci.,en. Dt. Rede wurde mit stürmischem B ifall begrüßt. Die Versammlung we.g ree sich, das Selöst- verwaltuugsgesetz zu erörtern und verließ den Saal, in dem nur die Beamten und die Geistlichen zurückbliebcn.
2Iuo -ein Reiche« Widersttzlichc Ncst^nxlpc.
Berlin, 7 Juni. (Wolff.) Am Somstag sollte in Soest das -'weite Bataillon des Jn- fanleriere.gimeirts i 2 mit dem ersten Bataillon der Reichsmehrinfanterie 13 verschmolzen werden. Die Menchineng we>-rkompaguie dieses Bataillons (frühere Maschi e'-gewehr- kompagnie Libciu) widersetzte sich gewaltsam der Auflösung und k.hrte ihre Maschinengewehre g gen die ihre Auflösung fordernden Borge, ctzten. Da Verhandlungen nicht zum Ziel führten, wurde die Auslösung gewaltsam erzwungen. Die mit der Durch- sührung der En w ffru:g beantragten Reichew hr r ppen h.lt ii bedauerlich rueise d re i Tote und sechs Verwundete zu beklagen. Das zw ite Batailbon des Infanterieregiments 62 gehörte bisher zur Besatzung der neutralen Zone. Da nack den Forderrtn- aen der Entente die dort stehenden Truppen vis ^um 10. Junr auf die Hälfte vermindert werden müssen, mußte in Ausführung der Bestimmungen des Friedensver ragcs die Auflösung erzwungen werden.. Dieser übrigens rein.militärische Vorgang zeigt einerseits, wie sehr die deutsche Regierung bestrebt ist, die Bestimmungen des Frudetrsvertrages loyal auszuführeit, andererseits aber auch, welche Schwierigkeiten die Verminderung des 5>eeres auf den von der Entente vorgeschriebenen Statrd mit sich bringt.
Die Frontbuickbewegung.
Münster, 7. Juni. (WTB.) Wie wir von amtlicher Seite erfahren, ist die Front- bundb'w gung von den zuständigen Regie- rungsstellett seit ihrem Bestehen scharf überwacht worden. Auf Grund amtlich eiugezo-ge- nen Materials w irre g'gen den ehemaligen Hanptin-ann v>cm P f e f s e r, der in der Frotct- bundb w.gung rührig tätig war, vom Regie- rungskommisiar ein Schutzhaftbesehl erlassen. Die rege Propogartdadigi'cit Pfef- sers und 'seine hiermit in Zusavumenhang stehenden häufigen Reisen verzögcrtett ein schnelles Znfajseit und den Versuch, ibn zu verhaften, weil er, durch b sondere Umstände begünstigt und dicrch eine b.nx:ffnete Beglei- tunq unterstützt, die Flucht ergreifen lvunte. Es wird nach ihm g^fahndei:. Auherdetn sind die Llklen dem Kuste.nLiaen Staat a w lt zur strafrecht licl)en Verfolgung au,-g.händigt worden.
Frairen im Mimslitri'.'m.
Berlin, 7. März. (WTB.) Der „Reichs- anzeiger" veröffentlicht bL Ernennung ber ßcticnit bes Sialpä.mg-ogischeii Instituts in Hamburg. Fräul.in Tr p il Bäumer, zum Ministerralrat int Reichsministerium bes Innern, sowie der Referentin im Reichs- acboitsministcrium Frl. Dorothea .Hirsch- f c l b zum Regierungsrat und ständigen 5^ilssarb.iterin im R.ichsorbÜtsn.iitist^rium.
.Die Reichssä4llfonft'rkn;.
Berlin, 7. Juni. (WTB.) Die Reich s- s ch u l k o n f e r e n z w rd mo gm v mi t ag pünktlick um 10 Uhr im Plenorsitzue:assaal" bes Reichstages eröffnet. Den Teilnehmern gehr eine besondere Einladung außer den ihnen b'reits z'.ig'st'ilten Miiteilungen und Druckschriften nicht zu. Die Verhan'dlungem der Konferenz dauern bis zum 19. Juni.
Krirssgkfangrncn-Hkimkehr.
Berlin, 7. Juni. (WTB.) Die Reichszentrale für und 5 vilgefangnre t i't mit: Der bisherige Referent der ReichS- zentralst lte G. Hilg'rt würd' zum Leiter der deutschen Fürsorge efle für Krieg - und Zivil- gefangene in Moskau ernannt und i i heute zur Aufnahme der amtliclseu Tätigt it ab» gereist. Die Transporte au§ Sowj trußland über Harva tr s e.i j d n zweiten Tag pla:
I nräßig j den nve.t. n Tag ei ', was nur durch ein großes En g g nlvmmen der e'.hnisehe. Regierung ermög.ich werde:: ist Di> Fee
i gab? von br. i Dampserii für ä> fangenen , 'rat, Porte durch die c gl sch' Regi ru g er» tnöfl ick; nimm hr al i äzeitig bett B g n i de.
‘ genenaustausches auch über Frnniand.
Die Laze unterer Wirtschaft.
Zu einer Aussprache über die inst l^e be tum .e ee.mg eince. e Jte Ge chiä tsstiockung uni : ixiinird) gefaxt.jene Wir, jä-aftotage, sowie zm cÖLtmuig CCu znr Beheb-ing der Krise zu ergrei- c den Mm.rul.lme.l .ate der Wir.su^ritsrat^bcLii eichswirtschafl-omüti.L.ium e.wa hundert Sach rchtzändige auf t-en 3. Juni nach Ber.i i gel^ -.n.
Tie vyms aujeic •bentlinx Lag? un'crec W:.t >.fc seit etnxi cr.che.r.t .lo Aäouüten i. belau. .. nntrtU begann die Bes erung der "&il i .-a, d.r i ü djir.ticfie. in den er,? n Woä>eu dieses Jähr? .olleydete tnttivertuitg wir nut Recht.) ülo em . .amstvnsthe empnmden 1;<i£cil Ti 12 Bessern. 2 ber eaö das Signal zu neuem Uu^Lil: la,- er;:.
rncl-en sarke.teer Preise verscheuchte tu yr.-", ■eiten Teilen der Wirtschaft di. Kiäufer über « upt vom Markte. An die Stelle des bisherigen W'. eähnngerö trat plötzlich in großen Bezi i'e .'uftragerra gcl und L-ag.r auuug. Die Aroei s nigfeit 1uäci,iL mit 2k;riebdeinid)vunfti 1 ifl:ti mb -Stillegungen und nnt Horizo t erijeb: s:ä, drohe:
ie Gesähc it;cl schworen ilr.fe am ArbcitsmarU.
Welche Weiterentwicklung der Valuta ist zu erwarten? Hier gingen die Mei nagen miSeinander. Nach einer im Reichswirt schchtsministerium bearbeiteten Untersuchung ist in Se.4fchl tnb das Preisniv au im g.r y 1 anf ct-rc das sechs- bis achtfache deS Vorkriegsstandes gestiegen, im Ausla:d aber gleichfalls um etwa bas ' dreifache. Und wo m daraus auch selbstverständlich nid/t einfach geschlossen werden darf, drs; wir jetzt i-'.-jn in gerader Linie einem Valutakurse von 50 oder 40 Prozent zusteuern, so ergibt sich doch daraus ohne Zweifel, daß die Bewertung der Mark im Auslande auch heute nod> erheblich unter ihrer tatsächlick-eu inneren Kaufkraft in Deutschland steht. Wie dem auch sei: liebereinftimm'un3 herrscht darüber, daß wir die B e m ü h u n g e u um Besserung der Valuta, deren Tiefstand uns dauernd verhängnisvoll ist, trotz der jetzigen Folgeerscheinungen mit aller Straft fortzuietzeu haben. T x 1 cc ört, biIJ t-ie bxr'dyi'ebe cn Pro ekt , die im Auslattde sd)wimmenden großen /Beträge an Marknoten und Forderungen an Deutschla.ib durch Umwandlung in langfristige Jndustriekredite zu binden, mit größtem Nackchruck gefördert werden müssen. Es ergibt sich daraus weiter, daß das Fiuanzmiuistcrium endlich die Entschlußkraft und die Verwaltungsfühigeeit finden muß, die schon seit ganz langer Zeit besästosienen großen direkten Steuern zur Erhebung zu bringen.
Ter Gedanke, die Valuta vor allem nach Möglichkeit zu stab ili sie reu, drängt sich auf. Gewisse Maßnahmen in dieser Richtung hat das Reicktswirt.chaftsministerium ber.itS seit einiger Zeit eingeleitet und mit gewissem Erfolge auch angewandt, so eine De v i s 1 n b e s ch a f f u u asst e l l e zu gern iniamem Deoiseneinkauf em ;c ächtet. Verschiedene industrielle Se.bswerma tuug .körter, auchK'ommunalvereände, haben sich cmg'schlosstm, Tie Frage, ob für eine weitergdhende Stabili ie- rung die Be.'lälmisse schon reif und die in Betracht fvmmeiü>en Fak o en stark geintg seien, stieß auf Skepsis. Dagegen fand der HiMveis B;aä>- iitng, daß die Ino u st r i e selbst in einer ganz anderen Weise als bisher Mittel zur Abirälzung des Volutarisilvs 't)aben oder bcllommen föraic. Tie Gefahren von Aussd/reitungen beim Devisen- terminhandel sind güviß nicht zu übersehen, zumal bei so außerv-rdentlick-en Kursdifftwcirz-en wie gegenwärtig. Unter allen Umständm aber wurden M- ß ahmen getroffen werd.m, um die unmöglichen Veäistilmiste, wie sie bis zur Schli'ßung b>5 Locles im Westen bestanden staban, nid)t noch einmal tuii* treten zu las en. Tag-u ist die R?ick-s egienntg ent» schloßen, und sie hat dabri, wie die Vedhrnidbungen zeigten, die Zustimmung aller. Wietschasiskrcific.
Die Gefahren aus der jetzigen Geschäftsswckung sind trotzdem im höchsten Grade ernst. Sie sind es jetzt in erster Linie für den Handel, Groß- und Kleinhandel, der seine Lager in Papiermark hock) bezahlt hat; daß auf einem dieser Tage in Hamburg angekommenen Schiff mit Reis nach Mitteilung eines Hamburger Händlers durch den Rückgang der Preise (von denen der Käufer im Binnenlande freilich erst wenig merkt) ein Verlust von 45 Millionen Mark ruht, ist bezeichnend. Die Gefahren sind auch groß für die Industrie, insbesondere für die Fertigin-dustrie. Daß aber die Industrie in Solchem Umfange, wie es vielfach behauptet .wird, jetzt bereits durch die Valutabesserung auf dem Weltmärkte konkurrenzitnsähig geworden sei, wurde mit sehr ernsthaften Gründen bezweifelt. Die A u s su h r a b g a b e n-Verordnung, über die das Urteil von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern vielfach weit auseinander- geht, wird gleich:vohl in Zusammenarbeit mit der Industrie bereits iiachgeprüft, so daß zu erwarten ist. daß hier ein den tatsächlichen Verhältnissen besser angepaßtes und jeweiligen Veränderungen fid) lewer anstlxniegmd's System g-runden werde. Und üud) ein anderes Ausfuhrhindernis wird hoffentlich beseitigt werden, wofür es freilick) der Initiative der Industrie selbst bedarf. Das ist die Vertragsu/ntreue, mit der viele deutsche Industrielle in der Zeit der steigenden Preise leider den ausländisd>en Abnehmer burtf> übertriebene Nachforderungen ober durch Nichterfüllung verärgert haben und auf die sie jetzt in einer häufigen gleichen Vertragsverlel-aing der aus^ ländisd)en Käufer die ebenso bedauerliche Antwort erhalten.
Das aber muß immer wieder betont werden, es handele sich bei dir jetzigen Stockum n’rty allein um ein Ver men d r heimischen Sau.lud. Es Han beit sich außerdem, und das ist so wichtig, auch um ein Sinken der heimischen Kaufkraft. Die h.ümisckte Kauterast muß to'iter zurückgehen, wenn endlich die Steuern ein .ezogen werden, noch weiter, w nn die bevorsteh-nde machst .e Erhöhung der LBensmitt'lpreise wirksam wird. Verbilligung der Lebensmittel durch die Vec'e's?- ruiig der Valuta kann nur die ausländisch n, allenfalls die unbewistsckast teil inländischen Le l'ensmittel treffen, nicht bi1 für ben Konsumenten etat ausschlaigcbenben tote Brot, Mehl, Kar- toifeln uito., für bie bte R ichsregerung sck>on vor Monaten, um bie Produktion an eure 3*11, der Lanb- wirtschast außerordent id> e hö st- Mindestpreise ga rantiert hat, nraran sie jetzt g Hunden ist. Senkung er Preise, iro si durch i i Va emb-es c ung geböte.: ist, Senkung der Preise durch Bereicht auf über ohe G.'toinne, wi' sie in Fabrikation und Hande', unter ocm durch den WareNlstenger, geschaffenen ä.vst>uzentenmonop st Ins 10 • kurzem im Schwan c m-ren, kann zur 2:ü u.'g der Sia if?raft manctee-: t l’en. Eine dauernd' Ca'.<il intg der Kaufk.a'st u' dem durch eine schlechte Fin«rzwi tschon al'cii ! ü'.s.lick ixdg schraubten Niveau gibt es ist-s/ Wes ade: 0 i ee'chälpn, wenn da aus di' Kri'e ine Arbeite-l.?H T?ci: g osten Stils, enväckst? Es i ü e ein Bc ängnis, nicht nur wir.sckei-stich, 'on dem auch pvlitrsch. Die Psoche des Arbsttere würeo I es nickt ertragen. Umgruppierung der Arbeiter
und der Industrie ist das eine Wort, das eme gewisse Hilfe verspricht. Umgruppi.rung v n Ar- . c.teni aus ber^ Industrie in Die Landtoirlschaft durch ein stickte Jnangst^. a.'nne des Sied.lungs- loe.kes, Umg.uppierung tun Arbeitern aus Nld/ai Industrien, Die m alrie^a.er Zeit keine Beucrnng zu erwar.en haben, in a.idere, die, iuie der Bergbau oder Die d;emifd>e Industrie n-oä) bctrrchtlidx: Vüheitcimci.g.'u aufz n h neu im Sta. d. s.nd; kvmucllu..g der In. u .r.e.i selb: von Lurussabr.. b.ti'jn zur ö^btiteulün von Lebensuopr-enoigem. .and in Hand damit muß, wenn es not tut, ein Zweites gehen: bie Sorge für Die arbeitßlob Wer- enden. Aber Ginmü.ijteit h rrschte da.über, baß s ie konrimp.erence und d.'mo.al s erende eiufadx 'Auszahlung vor: Erwerbs.oseniuilerstützung das mterfreutichste Mittel dafür ist, daß an deren Stel e das treten muß, was ba5 Wort von der v.obuk.iven Erwerb^lo st: für sorge kennzeichnete: Beriuenbung der Arbeli-sles.n zur Herste.luug nütz- Lid>rr Aniagen und Gäter, Als-,ahlnng d.r MÜ- liacden für Arbeits.oseuunte stützung nicht als de- . ütigenbe Armenbeihilf.-, soii.ern cp.s anständig oeroien.'en Arbeitslohn f.ir nü ; ich geleistete Arbeit.
Schwere Sorgen und Opfer sind auch bann ben arbeitslos Werbenden nicht zu ersparen. Und mit logischer .Üonsequenz ergibt sich daraus die Frage: wer soll darüber entsdxibeii, ob Menschen arbeitslos weiden dürfen, ob ein Betrieb mit Recht eiugesdiränkt ober stillgelegt werbe? Von Unteruchrnerseite wirb bagegen cingcnxmbt, daß kein Unternehmer ohne Not zu solck)en Maßnahmen idyreite. Umso besser. Aber bie Frage bleibt trohbem bringend, was gesdzchen solle, wenn es ein träte. Soll Der Unternehmer Dann zur Arbeit gezwungen werben, soll bie Gesamtheit bann seinen Betrieb fortsühren bürten? Ter Staatssekretär Tr. Hirsd) hat bic Frage aufgeworfen, unb sie ist mehrfad) sehr ernst behanbelt worben. Ein Analogen gab es für bie Landwirtschaft im Kriege in der VerordnunA, daß Boden, den der Besitzer brack) liegen laifc, anderen Bestellern zugewiesen werden dürfe. Das Problem b'i der Fabrik ist nur, daß auch die gemeinwirtsd-aftlich erzeugten Waren ebenso wie bie privatwirtschaftlich berge» stellten, Absatz finben müssen. Ter gemeiuwirt- schoft ich'n Er-eugung müßt: d shalb eine gemein» wirtsd>aftliche Absatzorganisation zur Seite treten. 5tonsum-Genossensd)aften iömiten hier gut mit» helfen, wenn ber konsumgenossenschastlickv Otebantc in Deutschland überh 11 Pt le endiger und talk, ästiger wäre. Aber ein Experiment zur Durchprüfung der ganzen Ide: soll, wie der Slaatsfekretär mit» teilte, jetzt wahr schein, ich unternomman werden. Man will mit einigen stilliegnrdim Schulüabrikeu ein Abkommen dahin treffen, daß sie, unter Ausschaltung jedes eigenen Unternehmer-Ri.ikoS, aber auch mit energischster Beschränkung des Unter* nehnterlohnes, ihre Arb-stter weiter arbeiten lassen, wobei bie Kosten zunächst aus dem Arbeitslosen- Unterstützuiig-sfonbs gedeckt, das erz'.-ugte Fabrikat aber nämlich die Schuhe, für die DchnhiwtstaudS» velsorgung verwendet würde. Einer Arbritslostgkeit in der Möbelinbustire, im B.ki- i)ungse,ewerbe und mand)en anderen könnte in der gleichen Weist wohl begegnet werden.
- - . Die Tagung be* Wirächaftsrates, von ber Ist er bic wichtigsten Gebaakengänge kurz skizziert mürben, ist ein Vorläufer des vorläufigen Reichs Wirtschaftsrat cs; denn dieser soll ja nun in zwei Wochni etwa zusammen- treten.
Aus Stcifct und Land.
Gießen, b n 8. Juni 1920.
Veranstaltungen.
Dienst ag 8. Juni: Stadtkirche, 6 Uhr: öffentlickte Hauptprobe des „Messias" von Händel. — Lichtspielhaus: „Iudex", 3. Teil und „Tas Mädchen vom Kaufhaus st'.". — Lichtspiele S?l tersweg: „Evimonbe" und „Das rosa Trikot".
** In ber gestrigen St adtver ord nctensitzung wurde di? sehr umfangiyid)e Ta gvsorbnung, wie vorauszuseh?n '.var, nicht voll- ftä. big erledig. Nach fast vierstündig r Beratung rourDc bie Sttzang vertagt, und zwar -auf bitte nachmittag, da ber Oberbürgermeist r am Mitt woch in Urlaub gehen wirb. Von den B.-schilüsien ser gestrigen Sitzung wirb in erster Linie bie Fahrpreiserhöhung ber Straßenbahn auf 30 Pf. nach außen fühlbar werden. Weiter eine erhebliche Erhöhung des SckmlgeldeS an der höheren unb cno/itertai Mä.-d)eusd)ule.^- Raumnot zwingt imS zur 3urü Ffb?l ung bes Sil zungsberichtes für bie morgig-.’ Nummer.
** 21 usgabe von K.'i s c Mi.tworh, 9. Juni wirb in ber B. r kau'S stelle ber Mol.'er i Gr ieb, Lindenplatz, an d n Bezirk 3 Käse auSge?,eben. Aus einen Anteil entf Ten efiva 100 Gramm (Preis 6.40 Mk. das Pfund).
** Freibank. Mittwoch, 9. Fnni werben von 1—3 Uhr bic Nm. 3251—3350 beliefert.
** Kartoffeln eindeckcn. Da zur zeit genügend Kartoffeln in hiesiger Stabe zu haben sind, wird dringend empfohlen,'sich bis zur neuen Ernte -c,inzudecken. Ein Anspruch auf Belieferung her ausgegebenen Kartoffel- marken besteht nicht mehr.
**DieDeutschedemokratischcPai- te i veranstalt t a n Sa uita , vor d?r Wahl im Hotel Einhorn ein' s hr zah'r iy be üchteVerfarnnn lung. Nach Begrüßung durch d.n Vorsitzenden Herrn Fischer sprach fruer.t der bishc.ige Ab» geordnete Justizrat Grünewald. Er ging auf mehrere p r ö ilichc Vorwürfe ein, bie ihm von gegnerischer S.'ite über seine Tätigkeit als Ad- gtorbneter gemadjt ro.irbcn, unb vermochte über e igenb barzutegm, bag fein Verha tm immer von bem Geist t>cr Fraktten g trag?n gnoe'en fei. Wo er, wie bei b r Beratuni bes Bet i:b:rätetete';e), eine per önlichm Beben kn g: .en bie Stellung Der Fraktion nicht unterdrück n könnt', habe er durch Stimmenthaltikng seinen abro ick)cnden Stanbvunk: zur ("'teitum gebracht. Er gab dann einen Ueberblick über seine tätig? Beteilinmg an ber Gesetzgrbmrg, die ooji ben Gegnern gcslis enttick totgeschwiegen w rde, obwohl sich Die.e babei sogar manchmal an seiner Seite fanden. Dann über» b ickte cc in groben Zügen bie Politik der letzten IV» Jahve Die Geg nwart sah Der Rebnec nicht offnungsvoll an W'NN auch nicht zu erwarten fte'te, baß die Rechtsparteien trotz alt ihrer Au Hvengung unb ber unversiegbaren Gelbmittel der für sie interefji rten iVreiie, eoensowenii wie bie icl-ertich in verstärkter Menge au3 bem Wahlkampf hervorg hend n LinkSrabual n bic Koalition ',a' lenmäßig übertoinben würd n, so w rde bock) burch ihre numerisch? Zuuahm? die Fortsetzung ' ncr besonn n.m bemokratische-i Politik sehr erschwert to.roen. Auf di' mit leb'öfter Zustimmung Qiitgcnommenen Ausführungen.schloß sich die An» spräcke dos zweilen Redners, des dritten Kandr»


