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Vie irmerpoMlsche tage.

TonVorwärts" zufolge haben die SSertr-ter tzer Gewerkschaften und der bsiten sozialbemo- kra tischen Parteien der Regierung gestern nachmittag m der ReichsS-rnzlci die b e k a n n t e n Forderungen unterbreitet. RnchSmÄ/Nnrnister Geiler erklärte ihnen, er. de unverzüg ich die Zurückzichnrng aller Truppenteile »nfligi-n, die irgendwelche Ausichreitun^n b'gangen hatten. Die Ruhrlmien würten nicht überschritten. Tie Znl- sreiwilligenkorps'ten aufgelöst und d.e Em- i«vhnern>'hren reor<vnisiech w-rten. Die Erklärung des Reichskvchrmn isders wurde als rin Zeichen des guten Willens aufgcfaßt, der den berechtigten Wün­schen der Arbeiterschaft entg.'genkomme.

Die Negierung hat sich derBoss. Ztg." zu­folge mit der Einberufung dcrNational- versammlung für kommenden Samstag ein- verstanden erklärt. Präsident Fehrmbach hat da- nmkfhin die Einberufung an geordnet . Gestmn nach­mittag und abend waren die Parteiführer zu -riner neuerlichen Besprecknmg mit dw Regierung über die Kundgebung der am Generalstrrik beteiligten Organisationen beteiligt. Em Beschluß, wurde noch nicht gefaßt. Insbesondre haben sich bi» Sozial- demokrate-' ihre enbaülrige Entsck>ridung für ihre Fraktionssitzung Vorbehalten. Nach demBerl. Tagebl." werden die Reichsr?gierung und die preu­ßische Staatsregierung heute vormittag in b'son- Leven Beratungen zu den Forderungen der Gewerk­schaften Stellung nehmen.

Reichrwehrminister Dr. Getzler über die Laoe.

Berlin, 7. April. lWTB.) Reichswehr-' Minister Gehler äußerte sich heute Vertretern der Presse gegenüber in längeren Ausführungen über die Lage und führte u. a. folgendes aus: Als mehre Hauptaufgabe sehe ich es nach wie vir an, di« Truppen in Garnisonen zu bringen, damit der Kleinkrieg, der sich hier und da int Reiche ent­wickelt, aufhört. Mein Bestreben ist zunächst darauf gerichtet, das; der Belagerungszustand, soweit es trgend möglich ist, vollständig auf gehoben wird. So steht demt auch für den größten Teil Deutsch­lands die Aufhebung in den allernächsten Tagen bevor. Außerdem muß m. E. dafür gesorgt werden, daß die vollziehende Ge­walt auf besondere Zivilkommisfäve übergeht. Was die augenblickliche Lage anbelangt, so muß Mischen foeer und Marine unterschieden werden. |Bvi der Marine ist die Lage so, daß weder in Kiel noch in WilhÄmshaven irgendwelche Offiziere Dienst tun. In Wilhelmshaven sind die Offiziere in Schutzhaft genommen worden. Sie haben sich an das Reichsmilitärgericht gewandt und dieses Reichs Militärgericht hat die Aufhebung der Schutz- Haft verfügt. Im Reichswehrmmisterium ist zur Beschleunigung der Untersuchungen eine besondere Kommission gebildet worden, und der in den nächsten Tagen ein besondere r parlamentarischer Unterstützunqssekvetär beigegeven wird. In seinen Ausführungen kam der Reichswehrmrnster auch auf die Marinebrigade Ehrhardt zu sprechen und er­klärte, er habe bestimmten Befehl gegeben, diese Truppen nach einem isolierten Uebungsfüatz ab­zutransportieren.

Die Lage im Rvhroebiet.

Berlin, 7. April. (WB.) In Hamm ist die Ordnung 'Meder voll bergest»llt. Die Tele­phon sperre ist wieder aufgehoben. Die Lebens- mittelversorgtrng, die erst Schwierigkeiten machte, .gestaltet sich dadurch, daß der Ankauf holländischer Lebensmittel c^staf et wurde, günstiger. InE (sen fetzte morgens die Arbeit in normaler Weise wieder ein In den nächsten Stunden wird auch der Eisenbahnverkehr wieder aufgarwrnrnen werben können.

Spartafiöengrend.

RecklingHausen, 6. April. Grauen und Eirtsetzen kennzeichnen die Schilderungen, die die Recklinghäuser Volkszeitung von der durch das Einrücken der Truppen beendeten Gewaltherr­schaft der Spartakiden entwirft.

An allen Ecken und Enden toutbe geplün­dert und geraubt. Die Spartakiden hausten wie die Wilden. Bauern und Geschäftsleuten wur­den Pferde und Wagen mit Gewalt weggenom­men, und die Besitzer der Fuhrwerke wurden viel­fach gezwungen, diese selbst in die Kampfzone zu fahren. An diesen Gesetzwidrigkeiten haben sich die Mitglieder des Vollzugsrats mit­schuldig gemacht. Die Seele der aufrührerischen Büvegung war im Recklinghäuser Bezirk der Münchner Geiselmörder Marc use, ein Russe, der sich verschworen hatte, in Reckling­hausen keinen Stern aus dem andern zu lassen. Eine .Kugel hat dem Treiben dieses Scheusals in Men­schengestalt ein Ende bereitet. Als von Sinsen her die Regierungstruppen ftn Anmarsch waren, wurde der Vollzugsrat mit seinem Führer Bünte festgesetzt, bald nachher von Rotgardisten wieder befreit. Der Bollzugsrat zwang denWirtMeck- l i n g h o f f, ihn auf seinem Gesähtt nach Sxrne zu fahren. Aus der Rückfahrt wurde Mecklinghofs erschossen, wie man entnimmt in der Absicht, die Spur der Flüchtenden zu verwischen. Am Amtshause kam es zu einem erbitterten Kamps zwischen den empörten Bürgern und Rotgardisten, wobei sieben Rotgardisten erschossen wurden. Vom Kuniberge mt5 wurde das völlig unbewaffnete Posthaus mit Maschinengewehrfeuer beschossen. Auch ein Angriff mit Handgranaten wurde gegen das Postgckäude unternommen. Als am Karfrei­tag ein Spartakidenauto von Sveckhorn nach Reck­linghausen kam, wurde es von der Bürgerwebr angehalten. Der Führer der Spartakiden wurde sofort erschossen. Seine Genossen wurden bdld dar­auf durch Standgericht gleichfalls zum Tode ver­urteilt, doch wurde die Vollstreckung des Todes­urteils vorläufig ausgesetzt. Die einziehende Reichswehr wurde in Recklinghausen mit Ju­bel empfangen, und dem General v. Matter wurde ein Danktelegramm gesgndt. Dem Ausruf zur Bildung einer Bürgwwchr leisteten die Bürger in Scharm Folge, Geradezu grauenvoll haben die Spartakiden a u Schlosse des Gra- <ce n von West erholt gehaust. Nachdem sie schon vorher die Bauernhcöfe in der ganzen llrn- aegend ausgep! ändert, daL Vieh abaeschLachtet, die Besitzer g brandschatzt und» zu Dienstleistungen ge­preßt hatten, drangen sie Ijnit einem Troß verkom­mener Frauenzimmer in 'das Schloß ein. Dort zwangen sie die allein aßtwesende Gräfin, ihnen das Essen zu kochen, ihnen- persönlich aufzuwarten und Zeugin der grmeinftat Nuss chwe i i u n g e n und V öllereien zu stein Sämtliche Möbel und Kunstgegenstände wurdesn von den Horden bis auf das letzte Stuck zerstört: Die Kruzis'r- wur> den von den mitgebrachten Weibern zerschlagen und verunstaltet. Unter den causaegriffenen Spa' takiden befindet sich auch einj löjähriger Bursche,

der mit Waffen in der Hand ergriffen wurde Man | fand bei ihm 15 000 Mark tn Papiergeld, dte wahrscheinlich irgendwo geraubt worden sind.

Essen, 6. April. Im Eisenbahnwesen des engern Ruhrkshlenbezirks sind durch die Rote Armee eine ganze Anzahl wilde Eingriffe erfolgt, die jetzt erst hier bekannt werben. In einer Erklärung der auf dem Boden der Ordnung lebenden Eisenbahnerverbände wird unter anbetm folgendes miteteüt:

Die Eisenbahner Essens wurden gewaltsam an der Ausübung des Dienstes gehindert, und keine Lebensmittclzüge fionnLn eilt au fett. 3 m Bahnhof Duisburg-Beek befinden sich Bcschlag- nahmekvmmissionen der Roten Armee, dte "uber= wiegend aus Russen zusammengesetzt sind. Am Montag wurde dort ein Waggon Eier beschag- nahmt, und es konnte ebenfalls einwandstet sest- gestellt werden, daß alle Posten ihre Taschen und Taschentücher vorerst füllten und dann ab mar­schierten. In Wedau wurden vier Wagen Kognak beschlagnahmt, bei der Gepäckabfertigung Duis­burg" 17 Autoschlauche und vier Pakete sonstige Schläuche. Am Abladesttang des Güterichuvpens Duisburg erschienen größere Trupps der Roten Garde und suchten nach Lebensmitteln. Es wurden dabei alle dort stehenden Wagen geöffnet. Am Dienstag morgen wurden am Bahnhof Duisburg- Beck 25 Wagen Lebensrnittel beschlag­nah in t u n d von der Roten Armee ent­leert. In Oberhausen-Hauptdahnhos wurden alle dort ankommenden Lebensmittel beid> ognahmt und verteilt. Am Dienstag wurden dort sreben Wagen Schellfische öffentlich verkauft, das Pfund zu 1.30 Mark. Jeder konnte so viel erhalten wie er wünschte. Aehnliches geschah mit verschiedenen Wagen Eiern. Größere Mengen, das Stück zu einer Mark, , wurden von der Roten Armee verkauft. Ferner konnte tert fest- gestellt werden, daß Angc-tzöri-ge der Ruten Arm« bei Oefftrung eines Eierwagens mit ernem D and- wägelchen erschienen, eine Kiste aufluden, und dann verschwanden. Am Bähnhus Hamborn hatte man das Bahnhofsgebälche derart mit Maschinen­gewehren besetzt, daß es den Bediensteten unmög­lich war, tert Dienst zu verrichten, ^m Bateys, Duisburg-Hafen wurden in größeren Mengen Kar­toffeln, SpasiSernseife und sonstige Sachen de- 'cksiagnckhmt und verteilt. Automvbilwet.e wurden die genannten Prodükte fortgeschafft. Im Bahn­hof Rn Hoort-Hasen, alt und neu, fawve in SDcev« derich farch eine förmliche Plunderungund R äuberei statt. Verschiedene Wagen Gorned Bees winden in diesen Tagen verteilt, usw. Em Unterteil'!ent Rusche, Wedau, wurde des^halb ver­haftet, weil er keine Angaben über den Aufbe­wahrungsraum einzelner Gewehre macken konnte. Ter Terror und die Vergewaltigung der Eisen­bahner mach'en eisten geregelten Verkehr unmög­lich. T« Versetzung des Eienbcchtipvakrikanten Tolle (Erster Borfitzender des G. d. D. E. V.), der Lokomotivführer Grone und Lenz in Wedau sowie noch anderer Beamten und Arbeiter sollte er­zwungen werden. So sollten Mitglieder der Ge­werkschaft deutscher Ersenba'hnec in Kettwig und Tortmund, nur weil sie sich dem Terror verschie­dener Mitglieder des Teutschm Eisenbähnerder- Handes nicht fügen wollten, entlassen bztunach anderen Tienststellen versetzt werden. Der, Drenst- stellenvvrsbeher von Walsum wurde ckbgeietzt, die Sta tions kasse beschlagnahmt. In Duisburg wurden vom Evekutivüomitee am Mon­tagnachmittag 800000 Mark, die für die Ent­lohnung ter Eisenbahner bestimmt waren, auf dem Wege zur Güterabfertigung beschlagna'tett. Erst später wurde dieser Betrag wieder sreigegeban. Ter Arbeitervat und Arbeitevbeirat bei der Direk­tion Essen wurden ihres Amtes enthoben. In Oberhausen-West wurden am Montag fortwährend die Z ü ge b e s cho s se n und zum Halten gebracht. Züge, die trotz der .Haltesignale weit er fuhren, !vur- den durch andere LoÄomo. iven überholt, von welchen barm durch Schießerei die Züge zum Halten ge­bracht wurden.

Ferner wird ter Zentvalstreikbtttung von Mül­heim-Eppinghoven mitgeteilt, daß tn der Nacht zum 4. April die StreckentelephE, Fahrkartenausgabe und die fonftigen Kassen demoliert wurvm. Weiter Mrd am 5. April vom Bahnhof Horl be­richtet, daß von Angelhörigen ter Roten Armee 23 Lebensmittelwagen erbrochen und beraubt wor­den sind. Aus der Strecke WanneRecklrnghauien smd am Stellwerks- und Leitungsween größere Zerstörungen durch wilde Dnden vorgervomiw-n worden. Tie Zentralstreikleitung hat dm R ichs- und Staatsmiuisterian ine Bedtngungen der Eisen­bahner mitgeteilt.

Ter Fachverband der Fcchrteamten und An­wärter ter Gewerkschaft deutscher Eisenbahner bitte für Montag, den 5. April, morgens 10 Uhr, tn Essen eine Mitgliedern?rsammliatg anbeviumt. Tie Versammlung wurde durch Mitglieder ter Roten Armee gesprengt und du Vcrsammlungs- leiter sestgenommen. Nach Behandlungen auf dem Rathause wurde er freigelassen. Eine Konferenz der örtlichen Streikleitungen, welche nach Essen einberufen war, müße vorzeitig ausg^oben wer­den, te ter Ort ter Versammlung bereits verraten unb von Angehörigen ter Roten Arme» gesucht wurde.

Gewalttaten der Kommunisten in Tangermünde.

Berlin, 8. April. DemLok.-Anz." zufolge ist in der Nacht zum Mittwoch der sozialdemo­kratische Landtagsabgeordnete Brandenburg in Stendal verhaftet worden. Es handelt sich anscheinend um einen Gewaltakt der Kommunisten, die in Tangermünde die Herrschaft an sich ge­rissen haben. Auch der Landrat befindet sich in der Gewalt der Kommunisten. Militärische Maß­nahmen zur Herstellung ter Ruhe und Ordnung in Tangermünde sind angeordnet worden.

Generalstreik in Flensburg.

Ber l i n, 8. April. Wie demLok.-Anz." aus Flensburg gemeldet wird, herrscht in Habers­leben Generalstreik in sämtlichen Betrieben. Die Arbeiter verlangen die Einführung der Kronenwähnmg, da sie bei ter jetzigen Methode, in Kronen zu bezahlen und Mark zu verdienen, nicht existieren könnten.

Au» Hessen.

Der Kampf um öit Schule.

In Frankfurt a. M. fand eine Berfa mm- g dec sozialdemokratischen Lehrer im Freistaat fen statt Es wurde bitter über den Einfluß des itrums beftagt, das Herrn Schorn in die ►ulabtnlung te£ LandeSamtes für bas Bildungs^ en bringen wolle. Einpolit scher ShiMxinbel"

rer Jahr^hntt. Die hessische Mmultanschule f«, mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Bett chlep- pung der Schulgesetz-Novelle sei zu bekämpfen. Es wird ferner die ^Beseitigung reaktionärer Be­amten" aus dem Landesamt für das Bildun^- wesen gefordert, ebenso die Berufung sozialdemo­kratischer Lehi>er und Oberlehrer in das Landes- amt. Schließlich forderte die Versammlung von ihrer Partei für die nächsten Landtagswahlen die Aufstellung mindestens eines sozialdemokratischen Lehrers an aussicÄsreicher Stelle.

Neuwahlen in Hessen.

DieHess. Volkszeitung meldet, daß die hes­sische Regierung sich mit der Absicht trage, die Land tags wählen im Juni 1920, also bald nach der Reichstagswahl ftattfinben zu lassen. In der Verfassung sind entgegen dem Widerspruch bei nationalen Parteien die NeuwaUen für den No­vember 1921 festgesetzt. Frühere Wahlen erfordern eine Abänberung der Verfassung. Es muß daher wohl ein Fragezeichen hinter die Meldung geiefct werden. Ist die Nachricht von dem früheren Wcrhl- termtn zutreffend, so wirb dies begrüßt werden können.

Art» Kta>t «nd Land.

Gießen, den 8. April 1920.

Eine Mahnung des Staatspräsidenten zut Ruhe.

Staatspräsident Ulrich erlaßt mit Datum vom 6. April nachsktltenbeü Ausruf:

An die Bevölkerung Hessens!

Im Zusammenhang mit den Vorgänge im Rnhrrevier sind heute morgen französische Trup­pen in einem weiteren Gebiete Hessens eingerückt.

Ter unterzeichnete Staatspräsibent hat gegen diese Maßnahme sofort Protest eingelegt.

Es ist uottoenbijj, baß die Bevölkerung die Ruhe bewahrt. Nach ten erfolgten Zusicherungen bleiben Regierung. Behörden und Boomten un­behelligt in Tätiget. Im Interesse des gejamteu Lautes muß sich gerade in dieser Stunde das hessische Volk von dem Gefühl der Zusammenge- böi igfeit beseelen lassen in dem ©etenifen, der B.'lksstaat .Hessen bleibt ein unteilbares Ganzes und als solches ein Glied des Deutschen Reiches.

gez. Ulrich, SSaatspräsitent.

Entbehrliche Poftwertzeiche«.

Die Erhöhung der Postgebühren, wie sie im Berkehrsbeivat besprockoen worden ist, und über kurz ober lang eingesührt werten wirb, macht wieberum eine Reihe von Postwertzeichen über­flüssig. Bei der Briespost beginnen die Sätze mit 10 Pf. für Drucksachen bis zum Gewicht von 50 Gr. Durch fünf teilbar ist. hier überhaupt keine einzige Gebühr mehr. Sie steigen von 10 zu 10 Pf. bis zum Bettage von 60 Pf. Dann gibt es noch Sätze zu 80 Pf. und zu 1 ML Ueb:rflüssig werden somit Brieswarken zu 5 Pf., zu 15 Ps., zu 26 Ps. und zu 75 Ps. Nur im Paketverkehr kommt noch eine durch 5 teilbare Zahl vor : bas Paket bis zum Gewichte von 5 Kg. soll in der Nah­zone 1 ,Mk. 25 Ps. kosten. Psennigbettäge gibt es hier überhaupt nur noch in der Nahzone mit 2 Mk. 50 Pf. Für Pakete von 5 bis 10 Kg. Alle übrigen Pakete kosten volle 2, 4, 5, 8 mtb 12 Mk. Auch die Versicherungsgebühven für Wertsendungen be­tragen 1 oder 2 Mk. Für Postanweisungen braucht man nur noch Briefmarken zu 50 Pf. und zu 1 Mk. Auf eine Post karte wird im inländischen Verkehr eine einzige zu 20 Ps. not­wendig sein, eine andere etwa, zu 30 Pf. lediglich für den Weltverkehr. Der Verkehr von Wert­zeichen am Schalter wird so wesentlich vereinsacht, da die Zahl der b:reitzuhaltenben Sorben beträcht­lich verringert wird.

Veranstaltungen.

Donnerstag, 8. April: Stadtthertter, 7 Uhr, Fidetto. Lichtspieltheater w extern.

** Amtliche Personalnachrichten. Am 30. März 1920 wurde ter ZollsekrttSr Phll. Käge, zur Zeit in Darmstadt unter Zurück­nahme seiner Entlassung aus dem Staatsdienste vom 1. April ds. Js. an zum StaatSüassesekretär ernannt. Ernannt wurde am 1. April der Roal- lehrer am Realgymnasnim zu Darmstadt Heinrich Müller zum MusMehrer am Lehrerseminar zu Friedberg mit Wirkung vom 19. April 1920 ab. Am 1. April 1920 wurde der Regierungsbauführer Rudolf P r e n z e l aus Herborn zum Regierungs­baumeister ernannt Am 1. April 1920 wurde der Zollsekretär Wflfelm Röhler zu Tarmstadt vom Tage seines Dienstantritts an zum Haupt- staatskasiefekretär ernannt. In den Ruhestand versetzt wurden auf ihr Nachsu-chen: am 9. März 1920 der Eisenbahnvbersekretär Rechnungsrat Lud­wig Nullmann zu Gießen vom 1. Mai 1920 an; am 4. März 1920 der Oberbahwassisdent Heinr. Huber zu Mailiz, vom 1. April 1920 an; am 10. März 1920 ter Oberbahnasiistent Ludwig Tiacont zu Wvrms vorn 1. April 1920 an; am 18. März 1920 ter Lokomotivführer JaDb Schneiderzu Bingn:brück vom 1. April 1920 an; am 11. März 1920 ter Zugführer Heinrich Schmid t zu Frmtlfurt a M. vom 1. Jiuli 1920 an; am 9. März 1920 der Rangiermeislier MathäUs Schmitt zu Mainz vom 1. April 1920 an; am 10. März 1920 ter Lademeister Emil Scherrer zu Mainz vom 1. April 1920 an, und am 11. März 1920 der Weichensteller 1. Klasse August Gedul­dig zu Groß-Gerau vom 1. April 1920 an sämtlich in der .Hessisch-Preußischen Eiseubahnge- meinschast.

** Walter Bloem-Abend. Der in An­betracht der äußeren Lage verschobene Vortrags­abend ftnbet am Mittwoch, den 14. April, in der Aula statt. Walter Bloem steht, abgesehen davon, daß er durch seine überall verbreiteten Werke betonnt ist, bei vielen hiesigen Siteraturfreunben durch seinen früheren erfolgreichen Vvrttazsabend in guter Erinnerung. In seinem Programm, bas vollständig neu zusammeng^stellt ist, bringt bet Schriftsteller aus seinen Werken einige Kapitel aus seinem bisher noch nicht verössentlichten Ro­manGottes Feme", sodann ein Kapitel aus seinem KriegstagebuchSturmsignal" und zum Schlüsse Gedichte zum Borttag. Ein Besuch des Abends ist sehr zu empfehlen. (Näheres siehe heu­rige Anzeige.)

** EinenKammermusik-Abend ver­anstaltet auf Veranlassung des Gewerkschaftskar­tells Gießen und Umgegend das Drumm-Quartett (Mitglieder des Landes-Theaters Darmstadt) am Freitag, abends 8 Uhr, in der neuen Aula.

** Wegen ungenügender Milchzu- fu 6 r können für heute die auf 3/< Liter lautenden Milchmarken wicht beliefert werten. Die auf V? Liter lautenden Milchmarken werden dagegen voll beliefert.

** Marke n-AuögaVe. Am Freirag mtb' Samstag, dem 9. und 10. April, gelangen in den Bezirken Brot- und Flrischmarkeu zur Ausgabe.

* Wird das Schmalz billiger? Ein Berichterstatter meldet: In Wiesbadener Blättern! toirb seit einigen Tagen das Pfund Schmalz mit 20 Mk. an geboten. DasHöchster Kreisblatt" schreibt: Wir hatten neulich eine Notiz wiedergö- geben, worin Zurückhaltung im Schmalzankauf an­geraten wurde, da mit einem Sinken der Preise zu rechnen sei. Wenn man jetzt die Leitungen durch­sieht, wo das Pfund bereits mit 20 Mk. angeboteu wird, so scheint in der Tat der Schmalzbereis eben im Rutschen zu sein. Wie lange, ist freilich eine untrere Frage.

** BriefpostbeförderungnachA xne* rika. Jrn April finden Postabgänge nach Amerika außer mit englischen Dampfern (etwa zweimal iwöchentljch) noch mit folgenden Dampfern statt: DampferTomaso di Savoia" nach Rio de Ja- nteco usw., von Genua am 17. Apisil, Postschluß in Frankfurt 14. April: DampferUnited States" nach Neuyork, von Kopenhagen am 22. April, Post­schluß i n Hamburg 19. April, in Emmerich 18. April. Die Postanschlüsse für die nächsten hol­ländischen Dampfer nach Nord- und Südamerika können wegen des noch andauernden Ausstandes der Hafenarbeiter in Holland im voraus nicht an­gegeben werden.

** Sicherung gegen Paketverluste. Die Vorschrift der Postordnung, in die Pakte obenauf eine zweite Aufschrift zu legen,- wird, wie die Erfahrung lehrt, nicht genügend beachtet. Zahlreiche Pakete, deren Ausschrist durch irgendwelche Zufälle während der Postteförderung verloren gegangen ist, können dem Empfänger er Ql nach zeittauben den Ermittlungen, vielsach über­haupt nicht zugeführt werden. Es empfiehlt sich deshalb Beachtung der Vorschrift.

**' Kennzeichnung der Falschstücke von Reichsbanknvten. Nach einer an dir Postanstalten er gang-men Verfügung sind Reichs- banfnrte.t, Reichs.a. lenl<st vie und Darlölms Kostew scheine, die als unzweifelhaft falsch erkannt und angehalten werden, fortan sofort als dalschstückö dadurch zu kmnzcichnen, daß quer über die Bordev> und Rückseite mit blauer oder roter Tinte groß unb aus sollend das WortFalsch" geschrieben unb der Aufgabestempel oder das Dienstsiegel abgebrueft wird. Die Kennzeichnung soll verhüten, daß die Falschstücke beim Abhandenkommen wieder in den Verkehr gebracht weichen

** Ungehörige Beschädigung des Papiergeldes. Bon zuständiger Stelle wird geschrieben: In neuerer Zeit wird umlaufendes Papiergeld vielfach zu Zwecken politischer Pvopw- ganba mit Aufschriften, Ausdrucken oder ausge-. liebten Zetteln vers^l-en, deren Inhalt in weiten. Bevöllerungskreisen Aergemis erregen muß. Es lvstch daraus aufmerksam gemacht, daß die Reichs- ban'kmftalben solche in ungehöriger Weise für den Umlauf untauglich gemachten Scheine nicht ohne weiteres einlösen. Tie Erstattung des Gegenwertes von Banknoten kann erst nach einer nur bei bet Reichshauptbank ht Berlin ausführbaren und daher mit erheblichem Zeitverlust verknüpften Prüfung ber Echtheit der Noten erfolgen. Für Tarlebns- kassenfcherne lehnt die Reichsbank jede Vermittlung des Einzugs überhriipt ab. Derartige Scheine sind vielmehr ter Darlehnskasse in Berlin zur Prüfung und Umwechflung einzusenden. Dem Publikum kann daher nur eindringlich geraten werden, btc Annahme solcher Scheine zu verweigern, um füg seinerseits gegen Schaden zu sichern.

** I m CasS Leib-Saal zogen, wie man uns mitteilt, am Sonntag die Original-Dachaller ein. Die Gesellschaft, welche m der Wintersaison in Stuttgart mit großem Erfolge aufttat, erntete schon bei ihrem ersten Auftteten wohlverdienten Beifall. In jeder Vorstellung werden zwei Ori- ginal-Bauernkomödien zur Aufführung gebracht.

**DerGießenerLesehalle-Vereitt hält seine Mitglieder-Versammlung morgen abend 8Vr Uhr im Hotel Großherzog ab.

Landkreis Gießen.

xWieseck, 7. April. Tie Wirtschaft,,Z u nr kühlen Grund" von Adam Ziegler in der Philosiophensttaße ging durch Kauf mit Wirkung vom 1. Mai l. Js. an Ludwig Krieger II. über. Genannt wird ein Kaufpreis von 42 000 Mark.

x Wieseck, 7. April. Ten Kindern unseres Kindergottesdienstes legte am Oster- dienstag der Oslesthase im Walte nah» bei der Lud« wigsburg. An 500 Kinder, dazu noch viele Eltern und Freunde der Jugend, sammelten sich zu enter schlichten Feier mit Gesang und Ansprache. Evr von einer Helferin verfaßtes Gedicht gab dem Tank unb Gelöbnis der Kinder ttefilichm Aus­druck. Freiwillige Gaben an Geld und NaturalM im Werte von etwa 250 Mark ermöglichten (fr jedes Kind ein gefülltes Osterkörbchen. Gegen bewegte sich der lange Zug bettänzter Mädchen und Fähnchen tragender Buben singend durch «e Hauptstraßen des Torfes zurück Und löste sich cai seinem Ausgangspunkt, ber Kirche, auf nach einem begeisterten Hoch auf die deutsche Heimat.

Meis Lauterbach.

Eisenerz bei Schlitz.

rr. Schlitz, 6. April. In ber Nähe unserer Stadt liegt ber bet Gräsl. Standesherrschaft flw hörige Eisenberg, dessen Name schon aus das Vorhandensein von Eisenerzen hinweist Ansangs ber 80er Jahre würben nun auf diesem Berge Schürfungen vor genommen, bei den»n tn der txn. das Vorkommen von erh?blichen Estenerzmengen festgestellt wurde. Aus mancherlei Gründen bei ort» bers, da die Eisenbahn ziemlich weit entfernt ist, unterblieb damals die Ausbeutung des Lagers. Nunmehr aber werden hier Stimmen laut, Die unter Hinweis auf die heurige hohe Preisla^ des Eisenerzes eine Nachprüfung des Ergebnisses der damaligen Schürfungsarbeiten fordern.

Kreis Friedberg.

-m. Aus der Wetterau, 8. April. 5h Feld unb Garten hat sich ein prächtiges Wachstum entwickelt, namentlich die Wintev faaten zeigen einen äuß.Tst schönen Stand. Auch die Futteraussichten sind sehr günstig. Tte Wtner stehen in saftigem Grün unb ter Klo: ist so fett und hoch, wie selten in früheren Jahrm um die)c Jahreszeit. Tie Obstbäume ber'.chtigen ebenfalls zu den schönsten Host.iungen. Kirch-, M-ume^' Psirsich- und Birnbäume stehen kurz vor ter Bliw, deren Aist'tz sehr gut ist. Soffen wir, daß dm Hundert-'ä'-rige nicht recht behält, bemjufafo? nte) (bätet Kälte ent treten soll, di: alles zunichte mrckM wurde.

Starkenburg und Nheinhessen.

Einstellung der Bergftraßenbaünen.

sw 5G3 ein beim, 6. April. Der Betrieb bet Bergstraßenbahnen .Heidelberg Weinhrim - VirnheimMannheim wirb am 1. Juli emgv stellt. ES sind .Verhandlungen wegen Verstaat«

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