Am
Mittwoch statteten der Frankfurter J-nternatro-
fort- ab-
gegen bestehen. Es komme vor altem auch darauf im, bat Arbeiter für die Kirche xu gewinnen.
Die Aussprache wird noch einige Zeit
gesetzt; hierauf werden die Verhandlungen gebrochen. ---
Die Zrantzurter Messe.
Frankfurt a. M., 6. Mai. (Wolff.)
** Für die Elsaß-Lothringer- Hilfe sind weiter bei der Mitteldeutschen Credtt- bank eingegangen: Prof.' Tr. vonEicken 100 M., I. B. Noll 100 M., Fabrikant Karl Georgi 500 M., H. Zhring-Lich 300 M., Prof. Dr Pop- pert 100 M., Scmitätsrat >schtiephake 100 M., Gg. Koch 100 M., Gewecdebank 100 M., Geh. Kommerzienrat Dr. Gail 300 M., Dr. jur Gau 100 M., Rinn il Cloos-Heuchelheim 1000 M. Zusammar 2800 M. Dazu die bereits bekannt- gegebaien Beträge ergibt insgesamt 18 371 M.,
** Das Schautanzen des Herrn Rose im Einhorn-Sa-ale erfreute sich gestern abend leider keines sonderlichen Zuspruchs. Von dem Tänzerpaar wurden moderne Tänze wie One» Step, Two-Step, Boston, Maxise, Schottisch Chassee usw. äußerst gewandt und durchaus dezent vorgeführt, so daß sich die Tänze sehr vorteilhaft von dem unterschieden, tvas man unter dem Namen „Moderne Tänze" vtelfach zu sehen genwhnt ist. Das Künstlerpaar wird heute abend nochmals mit gleichem Programm auftreten; ein Besuch känn nur empfohlen toerben, zumal da dem Publikum ebenfalls Gelegenheit zum Tanzen geboten ist.
*t Bismarck-Vortrag. Auf den heute abend 8 Uhr im Hotel GrvUerzvg von der Tculsch- natiionalen Vvlk^xrrtei veranstalteten „Bismarck- Vortrag" wird nochmals besonders aufmerksam gemacht. Tas Programm des Redners', Bismarckschriftsteller Max Bewcr, lautet genau „Bismarcks Geist in und nach dem Weltkriege nach persönlichen Gesprächen mit Bismarck in Friedrichsruhe'. Ter Eintritt ist tret. Der akademischen Jugend wird der Besuch des Vortrags besonders ans Herz gelegt.
Landkreis Gietzen.
h. Treis a. d. Lda., 5. Mai. Auf Anregung
Des ReichSwir tfchaftSmtnisterru ms einen Besuch ab, nachdem vorher schon im Auftrage von Reichstvirtfchaf.sMinister Schmidt eine Besichtigung durch den Unterstaats^retar Hirsch stattend. Tie Herren studierten alle Emrichtungen der Messe und sprachen sich sehr anerkennend über das, was sie gesehen hatten, aus.
mc. Frankfurt a. M., 6. Mai. Das Geschäft auf der Frankfurter Messe stellte sich bisher wie folgt: Ledeö- waren schlecht, Bijouterien mittel bis gut, Papierwaren sehr gut, Mode mittel, Textilwaren Inittel, Maschinen sehr gut, Chemikalien sehr gut, Hygienische Artikel und Gummiwaren gut, Spielwaren mittel bis schlecht, Lebensmittel sehr gut, optische Industrie Mittel bis schlecht (ausgenommen Augengläser, diese gut), Haushaltungsgegenstände mittel,'bis gut, Tabak gut, Kunstgewerbe mittel his schlecht, Beleuchtungsgegenstände gut, elektrische Kleinindustrie gut. Die Besucherzahl tsteigt weiterhin, dürfte aber ihren Höhepunkt »heute oder morgen überschritten haben.
cimngeiiwr cansernrchemag.
rm. Darmstadt, 6. Mai.
Es wird der Voranschlag über die Ein- rtabmen und Ausgaben des Evangelischen Zentral- kirchenfonds für 1923 beraten. Die Einnahmen und Aufgaben sind gegen 1914 von 2 92? 000 jetzt aus 7 663 000 Mk. gestiegen. Zum erstenmal wurde cm Ausgleichssvnds in Höhe von 500 000 Mk. geschaffen. Nach kurzer Debatte wird den Dekanats- kibliothcken ein erhöhter Zuschuß von 3000 Mk. bewilligt.
Für Zwecke dec Henrichen Krrcheng Schichte wird der Zuschuß aus 500 Mk. erhöht. Die übrigen Ausgabeposten werden angenommen.
Bei Beratung der Einnahnren führt Geh.Ober- koMistorialcat Bernbeck zu der Rubrik Kirchensteuer aus, daß die Staatssteuern, nach denen sich die Kirchensteuer richt.ck, nach den bisherigen Grundsätzen erhoben werden, da erst im nächsten Jahr durch das Reich eine neue Steuerveranlagung stattiindet. Man habe sich also demnächst an das Reich zu wenden. Da die Vermögenssteuer veclooen geht, muß der Ertrag aus die Einkommensteuer ausgeschlagen werden.
Tie Vorlage über die Errichtung einer „Kriegsstiftung" will nicht nur Kriegsbe- schädigten helfen, sondern Nöte aller Art beseitigen (auch notleidende Handwerker, Missionare usw.). Sie wirrd nach dem Antrag des Krrchen-
Arrs Statt ttttfc Land.
Gießen, den 7. Mai 1920.
Veranstaltungen.
Freitag, 7. Mai: Hotel Großherzog, 8 Uhr, Deutschnationale Volkspartei, Vottragsabcnd Maz Bewer. — Hotel Einhorn, 8 Uhr, Schautanzen. — Lichtspielhaus, „Zwei Menschen" und „Die Herrin bcr Welt, 6. Teil. — Lichtspiele, Seltersweg, „Das Haus der Leidenschaften", „Die Liebcspvobe" und „Ein Lied von Haß und Liebe".
** Amtliche Personal nach richten. Uebertragen wurde am 30. April dem Lehrer Phil Menzer zu Kefenrod Kc. B-duigcn, eine Lchrcrstelle an der Volksschule zu Hain- grün d a u , Kr. Büdingen; dem Schulamts'an- Wärter Hans Gegenwart aus Offenbach d'e Lchrerstelle an der Volksschule zu Uetzhausen, Kr. Lauterbach, und dem SMsirmtSamvärter Hch. Kaus aus Södel, Kr. Friedberg, eine Lehrerstelle an der BolWchule zu M i e de r - M o ck sta dt Kr. Friedberg. — Ministerialamtmamr Dr. Ernst Pabst zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1920 aus dem Staatsdienst entlassen.
L. U. Landes-Universität. Der ordentliche Professor der Archäologie Dr. Gerhart Nodenwaldt hat einen Ruf an die Universität Breslau erhalten.
** Kriegsanlcihesparkacten. Wie uns die Direktion der Bezi r ks sparkas se Gießen mitteilt, beabsichtigt sie mit der Rückzahlung der zur vierten bis neunten Kriegsanleihe gezeichneten kleinen und klrinsten Anleihebeträge der Schulen u. a., die sich aus nahezu eine halbe Million Mark betau feil, mit 5proz. Zinsen ichon jetzt zu beginnen. Die zurückzuza'hlenden Beträge können aber auch bereits bestehende oder neu: Sparbücher, die 33/< Pr <oz. Zinsen bringen, rmr geschrieben werden. Näheres wird noch bekannt- gegeben.
*♦ Gefaßte Diebe. Ein Fährruddieb, welcher am Montag hier ein Fährrad entwendet hatte, wurde in Marburg festgenommen. Zwei weitere Fährrai^-iebe, welche am Mittwoch in Marburg zwei Fahrräder entwendet hatten, konnten hier festgenommen werden. Tie GeschDigten kamen wieder in Besitz ihrer wertvollen Rüder. Infolge der lieber handnckhme von Fährraidilchssählen ivirb erneut gewarnt, Räder ohne anrzufchlietzen, auch nur die kürzesteZ-eit auf der Straße stehen zu lassem
** Grasversteigerung. Die Stadt Gießen läßt Dienstag den 11., Mittwoch den 12. und Freitag den 14. Mai ihre Gvasnutzungen für das ganze Jahr öffentlich mci'tbvriend versteigern. Näheres ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich.
** Freibank. Samsfarg, 8. Mai, werden von 1—3 Uhr die Nrn. 2351—2700 beliefert.
** Das Brennstoffamt macht nochmals darauf aufmerksam, daß alle im Umlauf befindlichen Brennstvffbezugscheine mit Wirkung vom 16. d. Mts. verfallen und es sich daher emp-
Dir Wahlbewegung.
rm. Darmstadt, 6. Mai. In der gestrigen Landesausschußsitzung der Demokratischen Partei mürben, nadjbem die Herren Minister Henrich, Justizrat Grünewald-Gießen und Prä- fibcnt .Dr. Strecker auf das Bestimmteste die Erklärung abgegeben hatten, daß sie kein Mandat mehr übernehmen könnten, da ihre Geschästsüber- bürdung dies nicht gestatte, folgende. Kandidatenliste für die Reichstagswahl aufgestellt: Pfarrer Ko re l l - Ingelheim, Prof. Dr. Herdebroel - Darmstadt, Eisenbahnarbeiter H i l b e r g aus Daubringen bei Büdingen, Frau Alice Dullo-Offenbach, Pfarrer E. Weidner-Ober- Lais, Landwirt Phil. Obenauer VI.-Niederflörs- heim, Bürgermeister Brücher-Gr.-Zimmern, Dr. Thile-Mainz, Angestellter Brambach-Darmstadt für die ehemal. Berufssoldaten, Apotheker Heß- Bad-Naul^im, Fräulein Keller-Darmstadt und Fabrikant Dr. Sauer-Zwingenberg.
regiments angenommen. .
Es wird dann die Vorlage über die B i l d u n g eines Verfassungsausschusses besprochen. Shnod. Pros. D. Schian tritt für die Beibehallung der bisherigen Grund sätze ein. Man wolle eine wirkliche Bolkskirche schaff-n, ine allen Wünschen gerecht werde. Tie neue vom Staate unabhängige Bolkskirche werde es leichter haben zu arbeiten. Mit aller Deutlichkeit müsse aber ausgesprochen werden, daß die Kirche tret von aller Politik sein mü.fe. Ebenso sei es aber nicht richtig, die B eke n n tn is fra ge jetzt zum Gegenstand einer Tebatte zu machen. Es sei zu hoffen, die Grundsätze der Reichsver- sassung bei der Schaffung der 'neuen Kirche an» tzuweiwen, und daß hierbei dm berechtigten Interessen in weitgehendstem Sinne Rechnung getragen wird. Tie freie selbsiändiw Kirch: müsse sich aber in Ruhe und Frieden ohne Feindschaft mit dem Staate entwickeln können. Einem Wunsche nach Schaffung eines Rechtes für die Minderheit werde man nach dem Vorbild Badens nicht widerstreben, zumal auch der Dresdener Kirchentag tn die'em Sinne entschieden bitt. Es müsse emc einheitliche, selbständige, unpolitische Kirche geschaffen IDerben.
Shnod Pfr. Weber stimmt dem Vorredner in jeher Hinsicht zu. Prälat Euler erwidert auf eine Anfrage des Vorredners, daß man die Abend- mahlsfeiern bei besonderen Gelegenheiten gench- migt habe, wenn die Ortsgeisllichcn nicht dagegen sind, daß ein gottesdienstlicher Raum dazu benutzt wird. Man habe in diesem Sinne von Fall zu Fall entschieden und müsse auch daralt festhalten.
Synvd. Dr. W a lge r ist bem Prälaten dankbar für seine Aus'ührnngen. Die Gemrinschasts- freife seien eine nicht zu unterschätzend: Beioegung; die Gegensäte seien nun einmal Dor Manien und lassen sich nicht unterdrücken. Die Gem-einschafts- kreise 'haben ein Anrecht, von der Mutterkirch? gerecht behandelt und entsprechend beachtet zu werden. — Shnod. Pft. Waitz erörtert dann ine wichttge Frage: SEkr demnächst der Tr ä ge r der Obersten Kirchengewalt sein soll? Sollen es die Konsistorien sein? T-amtt werde aber ein Teil der mittelalterlichen Kirche totebet neu übernommen. Es frage sich, ob man die Superintendenten mit mein Macht anssüatten solle. Eigentlich sei die gesamte Gemeinde der Träger der Obersten Kirch ngemalt. Ter SyrodLans'chuff s-:t eine wechselnde Behörde, es müsse deshalb ein ständiges, aut Lebcnszrit gewähltes Organ als Kir- chenbischvf geschaffen werden. Nicht dos ganze Konsistorium solle 'berrfdrn. Er schlägt b.ei Organe vor: den Obersten sog. Obevkirchenvat, das Obe.konsisdorium und den Landes.irchenausichutz. Shnod. Lenz ist der Ansicht, daß das geistliche Amt gestärkt werden müsse durch Persönlich- t eil en, die als Träger des Glaubens mitwirken und Helsen, die stdot der Menschen zu erleichtern. Hierzu gehöre ein Führer und Bwater. Es kommen Konstikte vor, bei benen es sich nicht allem um dos Recht, fonbem um den inneren Glauben und die Ueberzeugung handelt; eine Behörde könne hier nicht helfen, hier fehlten richtige Seelsorger. Bon der Kirche müsse durch ihre Bischöse oder Superintendenten ein neuer Geist kommen.
Synod. Prof. D. Berger meint, eine freie Bolkskirche sei nur möglich, wenn die Gesamtheit der Gemeinde zu den Wahlen herangezogen werde. Man müsse auch die Unzufriedenen wieder zu gewinnen suchen, durch Schaffung eines möglichst freien Wahlrechts, roenn auch manche Bedenken da-
Aus dem AmtsverkündigungsblLtt.
** Das Amtsverkündigungsblatl. Nr. 60 vom 6. Mai enthalt: Reichstagswahl. — Dienst stunden des Chemischen Untersuchungsamts. — Nadelstammholzverkaus. — Baustosfbewirt- schaftung; hier: Zement. — Kreissatzung. — Todesursachenstatistik. — Bestellung von Nährmitteln. — Brennstoffversorgung. — Tcrrermigs- zulagen, l— Erwerbsloserifürsorge. — Gebülwen der Baufchätzer. — Verwendung von Traß als Streckungsmittel von Zement. — Zurückführnng rumänischer Kriegsgefangener. — Russische Kriegsgefangene. — Viehseuchen.
Die Dienststunden des Chemischen Untersuchungsamts der Provinz Oberhessen sind für die Sommermonate (1. Mai bis Ende September) auf die Zeit von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags — Samstags bis 12 Uhr mittags — festgesetzt.
Für W asset- und Tiefbauten, sowie Bergbau und Errichtung von Bergarbeiterwohnungen ist nach Mittcuung des Staatskommissars für wirtschaftliche Demobilmachung ein besonderes Kontingent Zement zur Verfügung gestellt worden. Anträge auf Freigabe des monatlichen Bedarfs sind bis spätestens zum 1. jedes Monats an den Kreisbauinfpektor Cellarius (Negierungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz) zu richten.
Für die baupolizeiliche Tätigkeit der vom Kreis bestellten Techniker haben die Bau berren bestimmte Gebühren an die Kreiskasse zu leisten, die aus dem AmtsverkündigungsblLtt zu ersehen such.
Bestellung von Nährmitteln. Für die Landgemeinden des Kreises sollen au§gegeben werden: 1. für brotgetreideversorgungsbercchtigte Kinder bis zu 12 Jahren (rote Karte): aus die Marke 65 der Nährmittelkarte B Nährmittel, 2. für die übrige bwtgetreideversor,gungsb:rechtigte Bevölkerung (blaue Karte): aus die Marke 75 der Näbrmittelkarte C Nährmittel. Wer die auf ihn entfallende Ware zu beziehen wünscht (Art und Menge wird noch bekanntgegeben), hat unter Bor läge seiner Karte bei einem Kleinhändler seines Wohnortes bis zum 14. Mai d. I. eine Bestellung auszngeben.
Brennstoff Versorgung der Haushaltungen, der Landwirtschaft, des Kleingewerbes in den Landgemeinden des Kreises. In der Bekannt machung vom 23. April 1920 (Amtsverkündigungs blatt Nr. 54) wird infolge der auf Einspruch er höhten Zuteilungsmenge folgendes geändert: §2. In der zweiten Spalte ist statt 5 Zentner 8 Zentner zu setzen, ß 3 Im zweiten Absatz ist in den Spalten 4 und 6 statt 5 Zentner 8 Zentner zu setzen. Für bereits ausgestellte Bezugssch'ino über 5 Zentner sind Nachtragsscheine über 3 Zentner auszustellen. Die angegebene Menge von 8 Zentnern ist zum Bezüge bis 31. Oktober 1920 die Höchstmenge.
Schweinerotlauf ist unter dem Schweinebest ande des Ludw. Schadeck zu Lollar und des Friedrich Hofmann zu Steinheim sestgestellt worden. Die erforderlichen Sperrmaßregeln sind angeordnet.
Hochschulnachrrchten.
Darmstadt, 6. Mai. Dem Tr. Friedrich Rr>ack zu Tarmstedt wurde die venia legendi für Musikwissenschaft und Redekunst cm der Techn. Hochschule dahier verliehen.
Vermischte».
14 Schiffe gesunken.
Amsterda m 6. Mai. (Molff. j Den Diäte tern zufolge meldet drahtlos "ein Moskauer Telegramm, daß 14 Schiffe mit russischen bürgerlichen Flüchtlingen aus Südrußland aus dem Wege nach Kleinasien auf dem Schwarzen Meer im Sturm untergegangen sind.
des Ortsgewerbevereins Ällendorf a. d. Lda. fand am letzten Sonntag hier eine Handwerker- Versammlung statt, bei welcher Sekretär Kirchner-Gießen über Organisations - und Steuerfragen sprach. Ter R.'dner behandelte zunächst die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Gewerbetreibenden zur Beschaffung non Rol>- ftotfen, Regelung von Preisfragen, Arbeitsbeschaffung, um gleichzeitig auch die moralische Pfficht des Handtveikers, sich zu organisieren, dabei auch sein Wissen in sozialen und wirtschaftlichen Fragen zu erweitern, eingehend zu beleuchten. Im zweften! %eil seines Vortrags behandelte der Redner dann die Umsatzsteuer und gab einige Aufklärungen über die Vermögenszuwachs steuer.
x Wies eck, 6. Mai. Ter Volksboch- s ch u l a b e n b über „Politik und Moral" ist auf Samstag den 15. ds. Mts. 9 Uhr bei Braun verlegt worden.
Kreis Friedbn-g.
nt. Friedberg, 6. Mai. Die für ben Kreis Friedberg von der Landeskommission festgesetzte Umlage beträgt:, 1. Kühe in Milch 21 Stück; 2. Kühe, sichtbar tragend 21 Stück; 3. trächtige Rinder 50 Stück; 4^ Jungrinder (8—14 Monate) 18 Stück; sämtlich Simmentaler Rasse; 5. Ziegen 193 Stück; 6. Ziegenböcke 7 Stück: 7. Stuten und Stutfoh.'en 95 Stück; 8. Schafe 182 tüd: 9. Böcke 4 Stück. Hierzu kommt noch eine nachträgliche Anforderung von 12 Stück schwarzbunten Viehes. Ein Teil der Rinder ist beliefert, der Rest kommt am 10. Mai 1920 zur Verladung. Ziegen unb Schafe sind vollständig geliefert. Dagegen waren die Ansprüche an die abzuliefernden Pferde derartig hoch, daß bis jetzt erst 42 Pferde angcliefert werden konnten unb noch 53 .Stück nachzuliefern. sind. Die Ausbringung des Viehes ist wegen der hohen Anforoerungen des Feindbundes, zumal bet Vieh- und Pferdelestand naturgemäß sehr zurück- gegangen ist, mit Schwterigk.'ten verbunden.
Starkenburg und Rheinheffen.
Mainz, 6. Mai. Auf sämtlichen rhein- lh e s s i s ch e n' S p a r g c I m ä r f t e n gehen die Preise für ftischen Spargel von Tag zu Tag zurück. Wahrei^d am 30. April in Jnge.cherm beste Ware noch 3 20 biS 3,80 Mk. im Pfund kostete, wurden sie am 1. Mai bereits zu 3 bis 3,50 Mk. und am 2. Mui zu 250 Mk. verlauft. . Heute ist eine weitere leichte Preissenkung bis zu 2,30 Mark zu verzeichnen. Spargel geringe irr Qualität Losten 1,50 bis 1,80 Mk. Es betätigt sich jetzt, daß diejenigen Spargelzüchter, die vor Beginn der diesjährigen Saison ihren gesamten Spargelertrag aus feste Lieserungsverträge verkauften, ein b beutelte besseres Geschäft nmchm «ls die'anderen, die frei verkauften. Die Lrefrrungs- verträge wurden nämlich meist zu einem Durchschnittspreis von 3 Mk. für Spargel jeder Qua- lität abgeschlossen.
Hessen-Nassau.
ge. Esch Wege (Werra), 5. Mai. Durch Grö ff feuer nnirb: gestern in den benachbarten Dörfern Hundelshausen und BirLnseftie die Wirtschaftsgebäude t°on zwei Bau-erngriiöften eingeäschert. Mitverbrannt ii:b gevtze Futtervorräte, K cinvteh ui.d l mdwirtschaf lirfje Ma'ckrnrn. Ter Gesamtscheden beträgt 250 000 Mk Die Urfadje waren in bdfrm Fällen mit Streichhölzer spr» lende Kinder.
mc. Frankfurt a. M., 6. Mai. Nach dem neuen Sommerfahrplan werden täglich rund 140 Züge im Hauptbahnhof ein- und ebensoviele ausfahren. Die Friedenszahl bö- ; trug 850—400. — In Frankfurt waren am . 1. April 1920 rund 8500 Familien als Woh- ff nungsuchend gemeldet.
-- Franksurta. M., 6. sJJtai Das Lohnendste Gewerbe ist neben dem der edlen Schrebw» zunst d^s Bettlerhandwerk. Am Mittwoch satzte die Polizei die Bettler, bie trotz aller Warnungen nicht von den Straßen versck/m'nden wollten, scharf an und verhaftete mehrere. Sie erlebte bei der Feststellung der Einnähme dieser Herrschaften ihr blaues Wunder. Mala.or war ein jüngerer Mann mit 259 60 Mk. Tageseinnahme .bmn folgte einer mit 146 Mk., ein dritter 'batte 86 Mk. im Besitz. Tages-:innahmen, bitte* Wer möchte da nicht seinen Beruf wechseln?
ge. Fulda, 5. Mai. Tie Ausgaben des Hcrushaltsplanes des Kreises Fulda für das Rech- nungssahr 1920 betragen 2124 800 Mk. g gen 852 000 Mk. im Vorjahr; sie haben sich also mehr als verdoppelt. Di: Deckung muß in der Hauptsache durch direkte Steuern erfolgen, die mii 1 765 000 Mk. eingesetzt sind.
le. Hers seid, 7. Mai. (Telegramm.) Der in Hersfeld tagende hessische Städtetag stellte an die Regierung Anträge, größere Kom munalrerbände aus Staatsmitteln besonders zu botieren, Städten mit höheren Schulen reichliche Zuschüsse zu bewilligen, für die Steuer im Jahre 1920 die Sätze des EinSommenjahres 1919 zu Grunde tzu legen rind die Einwohnerwehren beizubehalten.
----- L i m b u r g 6. Mai. In der Gemarkung Dieben wurd: der Jagdauffeher Adolf Held von einem Wilddiebe erschossen. Als Täter ermittelte man den Bergarbeiter Alois Schmidt aus Herdort.
nalen Mes'e, die auch an diesem Tage einen sehr fiehlt, die Scheine recht bald mit Kvks ober Kohle starken Besuch aufwies, zwei weitere Vertreter beliefern zu lassen.
Die Gräfin.
Roman von G. W. Appleton.
kNachdruck verboten.) Fortsetzung 35.
Genug des Unsrmrs! sagte ich. Ich btn dir eine Wbitte schuldig, älter Junge, und l-nste sie dir in aller Aufrichtiglrit. Ich bxn jeitnrilig ein :twas über rillgrr, ternperammtvol'er Bursche weißt du, und beobachte nicht immer die nötige Vorsicht bn der .Wahl der Ausdrücke, über die wir in uni ‘ter Muttersprache verfügen. Darf ich den Zwrschm- fall als erledigt betrachten?
Gewiß, du alte Schwärmerbvmbe, ertotbTte er. Setz' dich und genehmige 'riroen Whisky mit Sodawasser! Dann will ich dir erzählen, was dich von der Frangipaarigeselllchait intere finzn tarn.
Gut. Ich verspreche, ein dankbarer und auf-- merksamer Zühövcr zu sein, ernxb rt- ick
Als der Kellner die bestellten Getränke gebracht hatte, begann et:
Du hast zweifellos gestern abend btxne guten Grünte für deine Ausflüchte gehabt Ab.c weiß, aus sicherer Quelle, daß täi mchr oder ■ttiger in die Angelegenhüten der merfmnlrbtg-n alten Gräsin in Lambeth verwichrlt bist. Leugne es nicht ab! Ein gewisser Dokwr Perigord ist m dre Geschichte verwickelt, und ich tarn in dem Iterte-
verzeichnis nur einen einz'gm Perrgord ausfindig machen, und das bist du selber.
Gut also, sagte ich. Nehmen wir an, daß du mit deiner Bel>inptung vccht hast.
Gu§, bemerkte er. Wir wollen :s amtehmen. Um nun mit ter alten Dame zu beginnen. Sri ist die Witwe dcs Grafen GiovErr, des ältesten der drei Brüder; er hat ihr gewiss', unveräußerttche Güter vermacht, >aus denen sie 'rin tehr hübsches Einkommen bezieht. Aber anstatt ihr Leben in einer ihrer zaUreichen, prächtigen Dilleri zu gmießen, ist sie feit Jahren von der Manie b dessen, in dunklen Vorort«! nahezu aller Hauptstädte Europas bet Reihe nach zu wohnen. Ter Grund, dm sie für die'es erzentri ch: Benehmen anftrhrt, ist dir wahr schein lich bekannt.
Ich nickte, worauf er fvrtfuhr:
Nach dem Tode des Grafen Giovanni — in | den neunziger Jcrhven — wurde Enrico, dm zwllte Bruder, Erbgraf. Er vermahlte sich mit der lieblichen Omentanerin, die du gestern afemb besucht hast und die sehr bald nad) ihrer Heirat Witive wurde. Er war so sreunbllch, ihr all das Geld, oas sic ihm selber zugebracht batte, aritber zu vermachen Tann erbte Vilto.io - der g-gen- alten Palast in der Via Giulia tn Rom, gewisse vernachlässigte Güter in den Abruzzen und in Wirk
lichkeit — für einen Mann von seinen Ansprüchm wenigstens — eine leere Börse. Er hat entdeckt — .ober glaubt wenig'tenS en.deckt zu habm —, daß seine Schwägerin, die alte Gräfin in Lambtth, den Schlüssel zu irgendwelchen gchrimnisvollen Reichtümern im Besitz hat, von denen rin Dell, eigentlich ihm zukommt.
Wenn sie gegen die Gesetze handelt, bemerkte ich, warum zieht er sie nicht vor Gericht-
Das ist eines der zahlreichen G?hrimnisse des Falles. Sie fordert ihn auf, zu tun, und doch flieht sie vor ihm und verbirgt sich an verstecktm Orten, anstatt polizeilichen Schutz in Anspruch zu nehmen und ein behäbiges und komfortrbtes Leben unter ihren Weinlaubm und Feigenbäumen zu führen.
Ich gestehe, sagte ich, dav ich das für die unverstch dlichste Sie an der gonjnt gel)rimnis- vollen Geschichte halte.
Für meinen Teil, meinte Tavmport, ohne mein stillschweigend Eingeständnis zu beachtm, daß mir die Tat'achen b.veils be.armt warm, sür meinen Tnl h-alte ich d-is ebm für eine für s.e charakteri'-isckte Jorm d s Berftlgimgswahns. Im Oberstübchen der alten Dame muh wirllich :twaö nicht ganz in Ordnung fern.
Vielleicht, erwiderte ich, abu tntoiefem ist bei dieser Geschichte btt andir Gräfin, bic Amen^ kauerin, beteiligt?.
Ach so, sie? Wenn ich meinen Gewährsmann richtig verstanden habe, so bat auch sie ehr: Ahnung von den Dingen, bie die alte Dam-: so eifer- süchttg versteckt hält, und möchte gerne auf ’ngcnc Faust ihre Schwägerin bcarbaiten. Deshalb hat sie dich kommen I-if'en, ohne Zweifll. Sicherllck dachte sie, du möchtest in der Lage srin, sie mii der Erbwitwe — wie man sie nennen könnte — in Verbindung zu setzen. Und sie hoffte, daß, tfr mit Schmeicheleien und Sympathieb!zeignungen gelingen würde, ihr das Geheimnis abzulocken, du' der gegentvärtige Erbgraf durch Gewalt und Tro« Hungen ihr nicht entwinden konnte. Auf lebm Fall ist es eine tolle Geschichte, und ich kann mu fürs Leben nicht trnfen, was die alt' Dame ft ängstlich versteckt hält.
Ich auch nicht, sagte ich, aber ich bin dir ftd diese nützliche Auskunft zu großem Tank verpftich tet. Ich verstehe nunmshr ein p-^ar SinnigBeiten, die ich vorher nicht unterzubringen wußte. Komm, wir wollen noch einen Whiskh trinken!
Kurz darauf trieb unsere Unterhaltung ein# anderen Richtting zu. Um elf Uhr war ich schmi wieder auf dein Heimweg.
(Fortsetzung plgtj
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