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'm. 8.30.

chmg 5.45.

VeS EchSprSsidenten t*m*nfret werden, öd her erften Wahl des Reichspräsidenten sind Kriegsteilnehmer und im Ausland zurück- gehaltene Reichsangehririge, die zu spät zu­ruckgekehrt sind, mit einem Wahlschein zu versehen.

DerminDrnrng der Erwerbslosen- Unterstützung.

Berlin, 3. 9tot>. (Wolff.) Wie untz mrs dem Reichsarbritsministerium mit geteilt wird, ist die Gesamtzahl der zu unterstützeichen Erwerbs­losen im Reiche nach amtlichen Feststellungen vom 1.15. Oktober weiter zurückgegangen. Während sie am 1. Oktober nach endgültigen Fest­stellungen 396 151 betrug, belief sie sich am 15. Ok­tober auf 375983; es ist also ein Rückgang um 21168, und zwar um 14 457 männliche und 6711 weibliche E-Hmrbslose zu verzeichnen. Die Zahl der JamilienangLhörigen, die als Z uschlag semp° n g e r unterstützt werden, ist von 362 380 aus 348 647 l^erabgeganqen. Die Aufwendungen an Ennerbslosenunterstüttlmg, die in der zweiten Hälfte des Monats September für dos Reich, die Länder und die Gemeinden zusammen 45,7 Mill. Mark betragen hatten, verminderten sich in der ersten Hälfte des Oktobers auf 41,2 Mill. Mark.

Der Sachverständigenbeirat für die Reichs- blihnen.

Berlin, 3. Rov. iWTB.) Am 4. November tritt in Dulin unter dem Vorsitze des Rrichsver- kiehrsniininers der gemäß dem Reichstagsbeschluß vom 30. Jnft lAntrag Helf fer ich) gebild.cke Sa ch- verständigenbeirat -usammen. Ihm ge- hören j: 12 Mit-tliedn des Reickritags und des vor­läufigen Reichswirtschastsrates sowie 14 vom Ver­kehrs Minister beruf'ne Sachverständige des Wirt- schaftslebens au. Zn einer Sitzung, in ,der der Rnchsverkehrsminister persönlich den Ausschuß be­grün nl mirb, soll zunächst vom Ministerium Be­richt üb - die allgemeine wirtschaftliche Lage der ? i ch s b ahne n erstattet werden. Ihm wird sich voraussichtlich ein? allgemeine Aussprache an- sch'i'ßrn. in d?r auch die Frage |u erörtern sein luiv<. ob die Steigerung der Einnahmen durch Tarii'rhöhuugen od"r durch andere Maßnahmen nolv-'nrir nrc» angängig ist. Als weitere Punkte steb :an' r?r Tag?5ortaiung die Fragen der Preis- sen'ung t? ' für di- E s nbahnen wichtigsten Roh­stoffe unn der wirtschaftlichen Gestaltung des Wcrk- stättenwescns.

Rach ei ter Bekanntmachung der Reichseisen- bahrrvetwaftnng treten die neuen Eisenba hn- gütertarife tim' 1. Dezember in Kraft. Die neuen Tarife bringen eine Reihe von Fracht- ermüßigu^gen. '»aneben aber auch Tariferhöhungen. Im Tariiverkehr wird mit Ausnahme von leben­dem Geflügel die Fracht nur noch nach Stücksatz berechnet.

Schleick'h'iiidkl in Berlin«,' Hotels.

Berlin 4. Rov. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft sind gestern die Betriebe brr Hotel Betriebs-Aktien-Gesellscha st von der Polizei besetzt worden. Das Hotel Bristol, das Zentralhotel, Hotel und Cas6 Bauer, Ko".ditorei und Restaurant Kranzler und die Be- tri'b- im Zvo'ogischm Garten wurden für jeden Verkehr gesperrt: auch der Telephonverkehr wurde u-nrirmmbm. Die Besetzung erfolgte wegen des Verdachts eines umfangreiche Schleichhandels. Bei dem Hot.cknutem.hmen int Eden-Hotel, das eben­falls von d?r Poltzei geschlossen wurde, wurde bei einer Prü'ung der Büch.r festgestellt, daß in den letzten fünf Monaten l1/* Millionen im Schleich­handel umgesetzt worden sind.

Bus Sem besetzten Gebiet.

fd. V o m M i t t e l r h e i n, 1. Nov. Die Stadt Engers wurde heute mit 700 Mann amerikanischer Besatzungstruppen belegt. Als Quartier nahmen die Truppen die von Pri­vatpersonen bewohnten Gebäude der ehe­maligen Kriegsschule in Beschlag. Die Familien mußten von der Stadtverwaltung in Bard.cken untergebracht werden.

fd. Mündersbach, 1. Nov. Während des ganzen Sommers hielten die amerikani­schen Vesatzungstruppen auf einem befehls­mäßig eingerichteten Schießplatz zwischen Herschbach uird Mündersbach Schießübungen ab. In den letzten Wochen ist der Schießplatz nod) erweitert und ordnungsmäßig hergesteltt worden und wird nun auch von französischen, britischen und belgischen Truppen benutzt werden. Seit dieser Woche haben dort inter­alliierte Offiziere Wcttschießen untereinander. Autokolonnen von 5070 Stück bringen täg­lich die Offiziere vom Rhein herauf. An das Offizierschießen schließt sich dann ein Schießen der Unteroffiziere und Mannschaften an.

verpflichtet, bte von ihnen

Die tkartoffelversorgung.

Gießen, 4. Nov. Dre Landwirtschaft-

>e .Zentralgenvssensckaft, Gesck<fS-

Veranstaltungen.

Donnerstag: JehannesTrrche, 8 Uhr, Konzert des Leipziger Svbogucrrtetts für Kirchen- gefang. Poskkeller, 8 Uhr. Generalversamm­lung der OberftlstZier. Eafe Leib, 8 Uhr, Kon­zert und Vorstellung der Medick-Meidinger. Lichtspieltheater, wie gestern.

stelle Greßwr, schv ibt uns:Die wie'e. holl in der Presse vermentlichte Nachrick)', wmach t* Landw. Zentrabgeno ssenschaft von den Kar tos« feT- Lieferungsverträgen freiwillig zu« rückgetreten sei, entbehrt voll^ändig jeg ick^rGruud« Inge. Vielmehr muß mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß die LieserungsverNäac nach wie vor zu Recht bestehen, wie dies die *nw gebenden Stellen der Reickssrea'erung in Berlin auch stets beftiä igt haben. Tie Er^mgs.r sind somst * 'm ihnen g-zrichne.en Kartoffel- liefern. Für alfe Folgen be

mc. Frankfurt a M., 2. Nrv. Das 2o» bensvrittelamt hat für alle Fälle eine Kartof- felreserve von sechzig'ausend Zentnern tm Dip Hafen emarlag.rt. Die Bejräri.e sollen aus hundert­tausend Zentner erweitert werden.

fz. Frankfurt, 2. Nov. Bei einer Bo sichtigung der Kartoffellager des Leben)' mittelamts hat man die Ucbrrzcugung ge»

Aur StaM und Land.

Gießen, den 4. Noo. 1920.

Herausgabe eines FirmenhandbucheS durch die Handelskammern.

Zu dieser Angelegenheit hatte sich der Kreisverein Hessen des Vereins Deutscher Zeitungsverleger gutachtlich geäußert. Diese Aeußerung hatten wir wie viele andere Zei­tungen veröffentlicht u. a. auch die Frank­furter 9Lachrichten. An den Verlag dieser Zeitung hat die Frankfurter Handelskammer in einer Zuschrift ihre Maßnahme zu recht­fertigen versucht.

In der letzten Kreis Versammlung ist nach eingehender Besprechung dieser Zuschrift eine Entschließung gefaßt, die wir als weitere Aeußerung von Sachverständigen unseren Le- Lesern ebenfalls zur Kenntnis bringen wol­len. Sie lautet folgendermaßen:

Die Versammlung verttitt einstimmig die An­sicht, daß es nicht Sache der Handelskammern ist, ein Firmen Handbuch herauszugeben, wie es nach den vorliegenden Rundschreiben mit Fragebogen und Bestellschein geplant ist. Gewerbliche Unter­nehmungen stchen den Geschäftsleuten zu, nicht aber Handelskammern.

Aehnliche Firmenhandbücher sind auch bereits von Firmen in Frankfurt und anderweitig her­ausgebracht, die als Nachschlagewerk ganz unzu­verlässig sind, daher keinen Wert haben. Firmen, die für solche Unternehmungen zu nicht gleich rechnerisch erias'baren Ausgaben veranlaßt werden, sind sehr enttäuscht und fühlen sich geschädigt, weil diese unbeabsichtigten Ausgaben der wirk­samen notwendigen Reklame verlor'.Ms gehen. Solche Maßnahmen sind in dieser schweren Zeit ganz be­sonders zu verwerfen und dürfen von Handelskam­mern nicht unterstützt werden. Noch viel weniger dürfen Handelskammern sich als. Vorspann für solche Unternehmungen benützen lassen.

Die Versammlung erwartet von den Handels­kammern, daß sie von der Herausgabe des ge­planten Firmenhandbuches Abstand nehmen und jede Unterstützung dieser Unternehmung versagen. Krrisvcvrin für Hessen-Nassau und Hessen des

Vereins Deutscher Zeitungsverleger. *

Die PreiSauszeich« rtrtg im Kleinhandel.

Durch Bekarmtmachung der Preispriftungsstellr der Stadt Gießen ist die Preisauszeichnung für sämtliche Gegenstände des notwendigen Lerims- bedarfs zur Vorschrift gemacht. Nach dieser Be- kanntmacksung ist jedermann, der Gegenstände d.'s iwtwendigen Lebensbedarfs im Kleinhandel feil­hält, verpflichtet, ein Verzeichn is in seinem Verkaufsraum oder an seinem Verkaufsstand anzu­bringen, aus dem der genaue Verkaufspreis dec Waren ersichtlich ist. Es ist gestattet, anstatt der Verzeichnisse die Verkaufspreise an den ein­zelnen Waren oder an den Behältern, in denen sich die Ware befindet, zahlenmäßig in gut les­barer Schrift anzubringen. Diese Art der Preis­auszeichnung wird im allgemeinen als die emp- seh'enswertere anzusehen fein. Die in dem Ver­zeichnis, auf der Ware oder an den Behältern angebrachten Preise dürfen nicht überschritten »ver- den. Auch dari bte Abgabe her Ware nicht ver­weigert werden. Diese Vorschrift gilt auch für die auf dem Wochen markt frilgehalteneir Gegenstände, wie Obst und Gemüse. Die Durchfüh­rung der Preisauszeichnung wird von der Preis- prüsungsstelle und den Polizeibeamten über­wacht werden: Zuwiderhandelnde haben Be­strafung zu gewärtigen. Die genannte Vorschrift bietet für das Publikum den Vorteil, daß es sich von den geforderten Preisen jederzeit überzeugen kann.

mengen auch zu liefern. Für alfe Folgen d« Nichteinhaltung der Verttügie Müssten sie sonach schadeneriatzpflichrig gemacht werden. Keine Be­hörde (Kreiscmrt, Kornmunalverband, Sürgernwv fieret und der gl.) hat das Recht, über Vertrags' kartoffeln zu verfügen. Die Erzeuger bleiben rieb mehr verpflichtet, ihre vertraglich gebu-ckenen Kar­toffeln auch zu liefern, an.':eni falls sie Unannehm­lichkeiten zu gewärtigen haben/'

** Zum Gedächtnis der Gefallenen der Ludovrciana fand gestern abend trt der Aula der Landesuniversität de erste der drei Vcr- atrffralhmgcn statt, die der Allgemeine Stildenten- Ausschufe zu Gunsten einer Ge dächtnis- spcnde in Aussicht genommen hat. Tie Abende sind zugleich eine Ehrung der Ge a lenen, die ernst aus her gleichen Halle bereitet von den bewegten AbschiedSworten des damalige:: Nestors Prof. Dr Eck ausg^z.-'MM ware^i, die deutsche .Billlir aus diesen Räumen mit sich nahmen, um ihr Leben für si? hinzugeben. Ter erste Albend war der tirien Absicht angemessen. Es muß dem Bund y.ir Pflege von Musik und Literatur gedankt tverden für t-en glücklicksen Griffber der Mahl der Darbtetungen und der Mnstler. Karl Rehfufe (Baribon) und Dans Oppenheim (Klavier), beide aus frrtrnl*

jetzt schon Von 40 Mechbesitzern angemrPet wurde. Einige wertvolle Milchkühe sind btreits t- r .Q-.nnk heil erlern, bei einem Landwirt zwei an einem Tage. Bei Jungvieh (Kälbern) tritt sie am schlimmsten aus.

Starkenburg uni) Rheinhessen.

* Jagdschloß Kranichstein.

R. M. K. Darmstadt, 3. Nov.

Nach längerer Pause wird das Jagdschloß iKranichsten, das bekanntlich über 400 Jagd- gemälde und eine einzigartige Geweihsammlung beherbergt, am heutigen Tage in frfyönerer uni) rck- cherer Gestalt wieder eröffnet, nachdem die Samm­lung durch eine ganze Anzahl aus den verichicdenen Jagöschlössern des früheren Gooß e z g_- zu­sammengestellten Gegenständen aller Art ergänzt worden ist.

Im Inneren sind interessante Waffensamm- lungen ausgestellt und auch die Zahl der historischen iAndenken an den Jägerlandgrafen Ludwig VIII. sind beträchtlich vermehrt. Mstn -erblickt feinen schönen Tabaksbeutel, seinen pv' zellanenm Pfcksen- kopf, den von ihm erfundenen Scheinwerfer, in bes­sern Lichte er Fasanen jagte, und endlich ba§ Heine Fernglas, das er in der Hand hielt, als ihn im Theater der Tod ereilte. Eine Riesmpftift er­innert an den Großherzog Ludwig III., der ein begeisterter Raucher und Pfeifensammler war.

Im Parfiorcesalon ist ei'.« statt il.e Py amiri mit javanischen Krisnen, Klewaas wtt>fubaiietüden kunstgewerblich sehr schätzbaren Waffm ausgestellt, darunter eine Sammlung kostbarer Flinten aus .Asien und Afrika. Die größte Neuerung und Be- Ireicherung bildet die rieftge Wagenl-alle mit dm Beständen des bisher wenig bckanntcn M a r st a l [ museums. Hier sehen wir als Prach! stück die golbene Karosse Ludwigs VIII., ferner feinen oti# ginellen Hirschpostwagen, sowie Kirrderschlitten und prächtige, messingbeschlagene Pferdegescyirrr au§ seiner Zeit. Auch Wagen der Großherzö<re Lutz wig I., II. und III. sind vorhanden, eine Sänfte aus der Empirezeit und orientalische Sättel und Geschirre, Geschenke erotischer Fürsten.

Endlich ist ein entzückender Erfrischungsraum in weiß und hellgrün aus historischen Möbeln ge­schaffen worden, in dem den Besuchern Gelegmheit gegeben wird, sich mit einer Tasse guten Kaffes au erwärmen. Der Besuch kann allen Freunden! der Geschichte Darmstadts uird der Jagd warm empfohlen werden. Sch.

mc. Darmstadt, 3. Nov.Ein An­zug gegen möbliertes Zimmer in der Nähe des Ludwigsplatzes zu tauschengesuch t", heißt es in einer hiesi- gen Tageszeitung. Hoffentlich wird dem zim­merbedürftigen Manne geholfen.

Hessen-Nassau.

0 Marbur g, 3. Nov. Trotz der Neuein­richtung von fünf weiteren lanbtoirti'djaftiicfen Winters chulen in Kurhes'en, das jetzt ins­gesamt 18 solcher Anstalten hat, Ertrug die Zahl der Schüler bei Beginn des Unterricksts an der hiesigen landwirtschaftlichen Winterschule, der ältesten in Kurhessen, 87. Davon gehören 45 der Oberklasse und 42 der Unterkla'se an. Eine AnzaU Meldungen konnten nicht mehr berück­sichtigt werden.

[I Frankenberg, 3. Nov. Bei der Wetirv- stelle Schreufa im hiesigen Kreise wurden 10 Grad Kälte gemessen.

ftrrt <r. M., schöpften aus bet Quellen deutscher Musst.Si:. sck-allt, dri Pwoune" aus Hischls Messias, klar und kräftig gelungen, wurde von Brahms'Vier ernsten (siesängen" gef-lgt, die von der Vergänglichkrit alles Irdischen dunkel um­schattet sind. Tie Begleitung war einfüh'end und gut. Schuberts zarte Lidanri und zwei Lieder von Tehmol:Die Verhüllten" undTeutsck>er Liebe Lobgesang" in v. Zilck-ers Bertonimg, schlaffen sich in reiner Mstimtmmg au. Tr. Frdr. Ea stelle airs Münster in Wests, sprach mit guter Stimme deutsche Dichtungen, von denen bZontxrs Erwäh­nung suidm fallen:Grenzen der Mensächeit" von Goethe,Täglich zu fingen" von Claudius,Dret- gespräck" von Münchhausen und derCinrinatus" von Liliencron. Mit Feuer und Einsackcheit zu­gleich zu Gehör gebracht, wirkten fte äußerst warm. Teit Hölsepimkt seiner Darbietung aber machte Der Schavedensturm" ans dem Wehrwolf von H. Löns aus. Tie Erzälstung war von solck)er Le­bendigkeit, daß fte fast atemlos ausgenommen wurde. Tie eckste helle Fveudigkest und Schlicht- hest Caftelles, Die auch aus fernem eigenen Bor- spruchAlma mat -r" kmng, fand ehrliche Aner- ßennung. Ten lu.iteren Wenden ist du ©tim* mung dieses ersten eine gute Vorbedeutung.

** Der Oberh. Schafzüchterver-- ein hält am kommenden Sonntag, vor­mittags 10 Uhr im Cafe Leib in Gießen feine Hauptversammlung ab. Im Vorder­grund der Versammlung steht ein Vortrag oes Herrn Dr. Kretzschmar-Gließkowitz i. Sa. über Bekämpfung der Schafräude durch Behandlung der erkrankten Tiere mit G ä s.

** Holzausgabe. Der Holzlagerplatz in der Äabelsbergerstraße ist von Freitag, 5. November ab wieder geöffnet.

** Deutscher Beamtenbund, Orts­gruppe Gießen. Im heutigen Anzeigenteil befindet sich die Einladung M einer öffentlichen Beamten Versammlung am Samstag, den 6. d. M., abends 8 Uhr, im Kakh. Vereinshaus, Frank­furter Straße 19. In der Ortsgruppe sind sämt­liche in Gießen vorhandenen Beamtenorganisatio­nen vereinigt. Im Hinblick auf die Notwendigkeit des wirksamen Zusammenschlusses der Beamten­schaft und die wichtige Tagesordnung erwartet der Bund das Erscheinen aller dienstfreien Be­amten und Bsamtinnen.

** Der Landesverband Hessischer Tanzlehrer (.E V.) Sitz Darmstadt. Ter Vorstand des L. H. T. beruft für kommenden Sonntag nach Darmstadt eine Hessische Tanzlehrer- Konferenz ein. Den Verhandlungen anschließend folgt die Eröffnung der diesjährigen Berbandshvch- schille für Tanzlehrkunft in Darmstadt, welche ihre Winterarbeit am 7. November l. I. beginnt. In stetiger ernster Arbeit ist dftc L. H. T. bemüht, allen laut werdenden Wünschen und Bri>ürfnissen soweit wie n^gU.ch Rechnung zu tragen. (Stehe Anzeige.)

** DieLichtspiele Selters weg" teilen uns mit, daß in den Vorstellungen um 4 und 6'1-2 Uhr der großen Nachfrage wegen nochmals der mit großem Erfolg gespielte FilmDie von Gottes Gnaden" zur Vorführung gelangt. Zur 8b/>Uhr-Vorstri'ung beibtPrinz Kuckuck" auf dem SpiÄplan. Morgen ist ein gänzlich neuer Spielplan angesetzt. Näheres siehe Anzeige.

Kreis Alsfeld.

Np. Ruppertenrod, 3. Nov. Das in wei­ten Kreisen Bef amt te Ges chäftshaus der Fran Marie Sehrt Ww. hier, das auf ein 90jähriges Bestehen zurückblickt, ging durch Verkauf für 45 000 Mark auj einen Herrn Hofmann über, der das alte Geschäft weiter betreibt.

O Aus dem Ohmtal, 3. Nov. Aus den Orten, an denen das P o st a u t o vorbeifährt, waren von Sauäbuben Steine «schleudert wor­den. Bei einem Ort hatten sich Jungen über die Straße gelegt und sprangen erst auf, als das Auto dicht vor ihnen war. Ändere achteten gleichfalls der großen Lebensgefahr nicht und sprangen vor dem in voller Fahrt befindlichen Wagen hri. Jetzt hat die Rrick)spostbehörde eine Verwarnung ergehen lassen und auch die Lehrer gebeten, die Schüler zu ermahnen.

Kreis Schotten.

K. Ruppertsburg, 3. Nriv. In einer mondhellen Nacht Ende voriger Woche wurden auf dem HofiMte des Henriet'enhofes an der Straße VillingenRuppertsburg e wa IV, Mor­gen S o m m e r s a m e n. welche schon einige Tage in Garben gebunden auf dem Acker standen, von Dieben ausgedroscheu. Die Diebe müssen in aller Gemütsruhe gearbeitet haben, denn mit einem Sieb hatten sie 'anscheinend die Hülsen, n>etd« auf einem: Haufen lagen, von dem Samen ausgeson'^eri. Der Schaden betrüg' für den Päch­ter etwa 1000 M?. Bor 6 Wochen wurde in einem Gehöfte unserer Gemeiwte die Maul- und Klauenseuche festgestellt und hat sich sehr rasch auf andere Gchöste verbreitet, so daß sie

geutneton.

NezntceksRitter Blaubart" in der Berliner Staatsoper.

Man schreibt uns: Nach der im Frühjahr in Darmstadt erfolgten Uraufführung von Rezni- ceks March iroperRitter Blaubart" hot nn.i die Berliner Staatsoper das Werk heraus­gebracht und damit einen beträchtlichen Erfolg erzielt. Das von Herbert Eulenberg stam­mende Buch ''1906 als Drama von Brahm im Lessingtheater aulgeführt und vom PMikum energisch abgelebt- will die Ursache der Frauen­morde des b'aubärtigen fRittermanned aus ein menschliche Gefühlsgleis schieben. Weil die erste Fran dm Mann brirog, ist er mißtrauisch gegen alle Frauen geworden und führt jede in die Ver­suchung, das verbotene Gewölbe zu öffnen, in dem die Häupter der getöteten Frauen lmgen. Alle unterliegen, Blaubart schließt daraus auf ihre Untreue und bringt jede um. Dabei ist er voll Sehllsucht nach der treuen Frau und voll Reue über fein Tun, hängt mit dem Herzen noch nn jeder ocr Getöteten. Eulenberg vermag jedoch bei allem literarischen Können nicht zu überzeugen. Rezniceks Musik allein vermag zu versöhnen. Sie legt sich wie ein lichter, biinner Nebelschleier über das Ganze uito breitet sanfte Verklärung ans. Mit unendlicher Hingabe verfolgt Reznieek alle die feinen psychologischen Verästelungen per Handlung und trifft für sie die einzig richtigen Töne, ohne dadurch von der großen, sich steigernden Linie jeder Szene abzukommen. Er erreicht seinen

Höheprmkt im zweiten Akt, der ein prächtig ge­schlossenes dramatisches Ganzes barftellt. Das Werk hinterläßt den Eindruck ungewöhnlich starken Emp- ftndrns, das dem Komponisten die sichere Hand und den die Qualität streng abwägenden Verstand gegeben hat. Die Verwendung der künstlerischen Ausdrucksmittel fleht auf der Höhe der Vollendung, wie sie nur ein ganz gereifter Meister aufweisen kann. Die Äuffübrrmg unter Leo Blechs musikalischer unb Karl Ho 1 ys szenisch Leitung war ein Ruhmesblatt für die Staatsoper. Solisten Gor allem Karl Braun als Blaubart) und Or­chester überboten die höchsten Erwartungen durch ihre Leistungen. Die von P. Aravanlinos ge­schaffenen Dekorationen und Kostüme sind von wundervoller sttlistischer Einhntlichkett und zweck­mäßiger Phantasie. Der Komponist und die Mit- wirkenden wurden nach dem zweiten unb letzten Akt viele fötale gerufen. H. W. D.

Hess. LandestbeaterDarm stabt. Die erste Opernnovttät des Hessischm Landes­theaters unter der Intendanz Gustav Hartungs ist dieFrau ohne Schatten" vcn Rickmrb St raufe. Die Premiere findet am 5. Notrember statt. Tie musikalische ßciwng bat 0kn<nalmudirektor Michael Valling, die szeirische Leitung Oberregis- seur Harnisch: der Entnmrf der Biihnenbilder stammt von F. K. Delavilla. Die Vorstellung am Freitag, den 5. Nov., beginnt um 6 Uhr, die erste Wiederholung am Sonntag, den 7. Nov, bereits um 5i/, Uhr, und dauert etwa vier Stunden.

Der Kohlensäure^Sprudel von Andernach.

Tie einsttge vul ionische Tätigkeit in Deutsch­land hat hauptsöck)lich in der Eisei ihre Spuren xnrückgelassen und zwar in dem Tale dieses rher- niscken Gebirges, das dem Rhein be^Iackchart ist lmd das man Hute auch als Bulkan-Erfel b-zcichnot. Tie bekannten Eistlmaare, bte Btms- fteinlager, das Tra»Vorkommen usw. sind noch hcubc als Spuren dieser einstigen Etfelvulläne an­zusehen. Ganz brimders gilt dies aber von den dicken K"o hl en ureguellen der Andernacher (Skgcnb. Tiefe Quellen, die Anzeichen für immer noch gävende Vorgänge unter ben Eifelbergen sind, bilden an den Usern des Laacher Sees, des be- (aimtefien der Eiselmaare, sogenannte Mo fetten. Sie stzigen am nördlick-en Ufer des Sces fn Blasen auf. Im Brohltal, b.ck Nieder- und Obermendig, unb an manchen anderen Orten des Eifelgebietes, sind sie durch Bohrmngrn ansgelckckv'ien und für die Industrie und den Mrneralwasserveftand nutz- bar gemacht worden. Solck-e Quecke i rieten auch in der nächsten Nackcharschaft der alten kurkölni- schen Stabt ?lndernack>' auf; in und bei dem idyl­lisch unttriwlb der Stadt gelegenen Meindörfckien Namedy, wo bereits vor 26 Jahren am Bcchn- gleis ter älteste Reifer erbohrt wurde, der sog. Augustinus-Geifer. Zwei Jahre später trat dann der sog. Insel-Geiser in Tätig-keit, der in seiner Gvoßartigkril an die Geiser Islands erinnert. Er erbebt sich auf dem parkartig mit Papkeln und Weiden bewachse en Namedy-Werder, einer zwischen Mdcrnach und Namedy im Rhein gele­genen Insel. Alle 4 Stunden erhebt sich Meter gewaltige Sprudel aus einer Tieft von 34b m

Grol

unter dem Rhein gründe etwa 7 Minuten lang empor. Seine 5060 m holre, sisbe.nri^, jestätische Wassersäule ist weichin sickck a und tn eine der größten SehenSwürdigk iten am R-M. Herrlich ist fein Anblick, wenn die Wassersäule von der Sonne bestrahlt wird und in be,t biencem» sten Farben des Regenbogens buchtet, um lb wie em sprühender, garbenartiger Regen yt «J Becken des Geisers zurückzufallen. Im 1911 stellte dieser seltsame G.i>er plötzlich srrnc ttgftit ein. Er fand sich aber damals zur yreuoe der Andernacher und der Rlwin elenden aus mn Welt, die den Namedy-Spru^ in Schaie' suck4>en und bewunderten, wirier »u f t er tigfeit zurück. In der letzten Zeit sprang ec au« zivischeu Vs2 und 2 Uhr sowie zwischen um 7 Uhr nachmittogs. Seine AuSwursmenge ber.M in den 7 Minuten jedeSmal etwa 40 000 a In der Rackst zum 4. September 1920 ist wn dem Grundstück der St. A u gu st in u s-Gc s eil sch a s t zu Namedy ein neuer kohlensaurer mit großer Gewalt zu Tage getreten Er o a« mit tfe-toaltigem Truck und starker Kohemsturem Wicklung aus und ist der dritte ©euer von Nanirst Bei der Art der geologische:! Berhäwncke <>" Andernacher Gegend ist damit zu re lu e i, oav weitere womöglich noch gröbere K'oh.eu,aur.-^ri bei erbohtt werden.

mc. Frankfurt a. M., 3. Nov. Sämtlich« Frankfurter Vereine, die künstlerische SellrtM verfolgen, haben sich zu einer Zentrale s gemeinnützige Kun st Pf lege zusamm geschlossen.

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