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setzung de? Rulrrgebietes ausstellt'. Die Note setzt für die 'Zurückziehung der deutschen Bataillone keine Frist.

Berlin, 2. April. (Wolft 1 Da die aus dein Ruhrgebiet kommeirden Nachricbten sich ständig verschlechtert«!, ist der d 'u tsche Geschäfts­träger in Paris in der Nacht vom 31. März ffimt 1. ?kpril birrd) brr"gfi-be Jnstrnl i-nr mfta-e- fordert worden, nockm»els bei der frcmzönsck'en R> grerung wegen des Einmarsches tu di: Neu­tra le Zone votibellig zu werden. Dr: Iw- strNkti-on meist Ain ächt'! bir«tt hm. daß, durch das Ei7nn?r>chver^«ot die deutsche Rsginrung in eine überaus schwierige Lag? versetzt worden sei. Es wich sestgestellt, daß nach dem Tel'gvamm de? Geschäststräa^rs vom 30. März über die schriftliche Bestätigimg ieineS Telehiswnats mit d.'m Botschafter Paleologue die briit'rbc R.'gierunc, mit Be' immt- heit mtnetrmx-'t muttoc. daß bte grundsätzlich: Zu- strmmung der Alliierten Ai dem Borgehm erteilt worden sei und es lediglich noch tun Forrnali- täten abgcck>angen hätte, b-'e Ei "z>l heften festzu­sehen. Es wich wtiterHin darauf hi"gewd.''en, daß in Panis eine Aeardernng in der Auftastung der Lage stattgeftmden hoben müsse.

Die Instruktion enthält dann eine genaue Dar­legung all der Umstände, die es der deutschen Regierung zur Pflicht machen, ihr dringliches Ersuchen irm sofortige Einmarscherlaubnis noch­mals zu wiederholen. Im besonderen wich ge­schildert, wie durch die den Führern immer mehr ettinlfitenbcn bwaffnetm Ban en das Industrie­gebiet, von dessen Arbeit-iähigkeit nicht mrr Deutschlands Lebensmöglichkeit abhängt. , aus? äußerste gefährdet sei und daß diesen mawdieren- den Banden durch die Verweigerung des Ein­marsches geradezu Vorschub geleistet und ein Asyl geschaffen werde. Es wird ferner darauf binge- wiesen, daß die Nahrungsmittelnot des gesamten Ruhrgebiets sich ins imerträgliche gesteigert habe, daß aber die Zufuhr von Nahrungsmitteln sich nidjt ermöglicht lasse, wenn nicht ein entsprechen­der militärischer Schutz verhindere, daß die Nah­rungsmittel in die Hande der genannten Banden fallen. Der deutsche Geschäftsträger ist ersucht worden, die französische Regierung ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß das Schicksal des gefährdete^ Gebietes von Stunden abhängig sei. Der Geschäftsträger bat seinen Auftrag Don­nerstag morgen ausgeführt.

Inzwischen haben sich die Nachrichten aus dem Ruhrgebiet noch verschlechtert. Der Auf­lösungsprozeß der roten Banden stei­gert sich von Stunde zu Stunde und ist eine ver­heerende Bedrohung der gesamten Bevö'kerimg. Die Hochöfen stehen vor dem Er'öschen, die Gas­anstalten sind nur noch ctirf wenige Tage versorgt. Ueberfälle und Gewalttaten mehren sich. Aus allen Kreisen der Bevölkerung d»s Ruhrgebiets kommen ständig telegraphische Aufforderungen um Hilfe.

Sine belgische Verletzung der zriedenrvertrager.

»Berlin, 1. Apnl. (WB.) Wie uns aus Aacken mitaet-nll wird, bestätigt ftch btc zu­nächst kaum glaubliche Nachricht, daß diedeutfch- belgische Gren z kom m i ssivn am 23. 3. Belgien tatsächlich die Bahnlinie tm RYefe Mon - stcha u zuae^vnochen 'fatf, obwohl trr deustche B'r- tteter mit größter Entschiedeubeil widersprich und iede Beteiliguna an diesem rechtswidrigen Verfah­ren ablebntn. Mit diesem Beschluß überschritt die 7 Kommission ihre Befugnisse m unerhörter Weife. Das diese beschlossen hat ist keine Grenz- festsehung, sondern eine Gebietsabtre­tung. Mu der Bahnlinie würde außer den Kreisen Eupen und Malmedy noch ein Drittel des rein deutschen Kr.'iseS Monschau mit etwa 2000 Einwohnern, gewalt­sam von Tenttchland losgeti'sen Der Beschluß der Kommission stellt eine gröbliche V'r- letzung von Wortlaut und Sinn des Friedensvertrages dar und deut:t eine neue Vergewaltigung der unglücklichm Bevölkerung, die sich bev'its einmütig tritb in schärstter Form gegen die Abtretung der Dahnlrnr: ausgesprochen hat, an. Tie allgemeine Ansicht geht dahin, daß die Reichsrecrierung den Bstchluß der Kommission, der wegen Ueberschrntung der Zustäntngkeit als ungültig betrachtet urrbrn muß, unter knnen Um­ständen <m-*rHnen w'rd und mit alten Mitbckn auf seine Rückgängigmachung hrnarbeiten muß.

lkammerwatzlen in Amerika.

Sofia, 2. April (WTB.) Kammkrwah- l en. Gewählt sind 113 Agrarier, 48 Kommrmisten, 34 Demokraten, 15 Nationale, 7 Sozialisten. 7 Fortschrittler, 6 Radikale 3 Liberale und drei Genattewisten. Die Agrarier gewinnen 27 Sitze, die Sozialisten verlieren deren 30. Die Blätter sehen eine tiefgehende Umformung des gegenwärtigen Kabinetts voraus die aus der Koalition der Agrarier, der Natio­nalen und der Fortschrittler beruhen würde.

Amerika und der Friede.

Washington, 1. April. (W-osft.) Reuter. Tie von den Part isttlwern im Reprälmtanden- hcms eingebrachtz! Entschlüßung, daß der Kri: g S- zu stand mit Deutschland für beendet erklärt werde, wurde an den Ausschuß verwiesen.

Streik in Ftalien.

Berlin' 3. April. DerBerliner Lok-Anz." meldet aus L uganv; Ter Streik' in den italienischen Staatsbetrieben ist vostständig. Er umfaßt laut ,,Corriere della Sera" 77 000 Mann. Der Verband der italienischen Steuer­beamten aller Kategorien stellte der Regierung ein Ultimatum für den 5. April.

Der Gefangenenaustausch mit Rußland.

Berlin, 1. April. (WTB.) Die Reichs­zentralstelle für Kriegs -und Zivilgefangene teilt mit, daß die Verhandlungen m< den Ver­tretern der Sowietregierung über einen gegenseitigen Gefangenenaustausch zu folgendem Ergebnis führten: Die Berlianb'ungen über daö zu schließende Abkommen sind bem bei and die Ratifizierung steht unmittelbar bevor Eine deutsch-russische Kommission reist birer Tage nod) Reval, um an Ort und Stelle mit der estnischen {Regierung eine Vereinbanmg übn die wsortiae Durchleitung der gegenseitigen Gesangenenti-ans- porte l-erbeizufühven Witv Apru wird ein mit Lebeusrnit eln und K eibimg rstü len naed Reva zur Aeiterlcitimg nach Moskau obDer zweite Transpmt mit deutschen Invo id-n, Fra,»en und Kindern stecht tu Moskau at>,na, schwer n i Er wird sofort noch ersolgtzem Abschluß des S*M . MlÜiucheü Milchen Polen uxb Rußland ist er

nisches Gebiet geleitet, desgleichen ein Gegenzug mit russischen Invaliden.

fDie Entente und die Türkei.

Paris, 2. April. (Wolff.) DerTemps"- Korrei'pondent meldet aus Konstantinopel, die alliierten Regierungen hätten der Pforte eine neue Kollektivnote überreichen lassen, in der sic verlangen, daß das Ministerium offiziell die nationalistische Beioegung v e r l e u g n e. Jn- folgck.'ssen ist die Lage des Kabinetts kritisch ge­worden. Nach dem .^Jntransigecmt" ist das Kabi­nett bertits zurückgetreten. Damad Ferid Pascha soll damit beauftragt sein, das neue Mini­sterium zu bilden.

Nach einer Privatineldung aus Konstantinopel sollen die nationalistische Streitkräfte Adabazar besetzt haben und eine Front gegenüber den eng» tisck-en Streitkräften im Bezirk von J^mid bilden. Nach der gleichen Meldung soll die Bewegung gegen Kemal Pascha im Bezirk von Bibha einen größeren Umfang amrehmen. Die Anhänger dieser Bewegung hätten Paderma besetzt und wollten ein Kabinett gegen Kemal Pascha bilden.

Aus fcem Ueiche.

Die neue Wahl rech tsporlgtzr.

Berlin, 1. April. (Wolff.) Die der Natio­nalversammlung vorliegende 'Wahl­rechtsvorlage wird bei der Kürze der Zeit nicht mehr erledigt tvecden können. Man wünscht nur die Bestimmung einzusühren, daß aus je 60 000 Wähler ein Abgeordneter kommt, um so eine etwaige Nachwahl in den Abstimmungs­gebieten zu ermöglichen.

Prinz Joachim Albrecht von Preußen.

Berlin, 1. April. (Wolff.) Vom Reichswehr- aruppenkommando I wird mitgeteilt: Durch Ent­scheidung des Reichs Militärgerichts ist die Schutz- Hast über den Prinzen Joachim Albrecht von Preußen aufgehoben und der Prinz aus dec Schutzhast entlassen worden. Der Oberbesehls- lwber .General v. Seeckt hat daraufhin bem Prinzen mit Genehmigung des Regierungskom­missars verboten, -sich in Groß-Berlin auszu­halten.

Die Reichspost in Bayern.

Berlin, 1. April. (Wolff.) Ab 1. April gelten für Postsendungen aus Bayern neben den bayerischen Postioettzeichen die Reichspost- wertzeichen. Die bayerischen Postw rtzeichen mit UeverdruckDeutsches Reich" gelten im ganzen Reiche.

Arrs Statt rind Land.

, Gießen, den 3. April 1920. Den Lesern des Mever Anzeigers znr Venltzknng!

Wie wir bereits am 26. März ausführ­licher berichteten, haben sich die Herstellungs- Verhältnisse in den Zeitungsbetrieben während der letzten Monate von neuem einschneidend geändert. Durch die gewqltigcn Preissteige­rungen des Papiers, der Farbe, sowie aller anderen Betriebserfordernisse ist für den Gießener Anzeiger eine Bezugspreiserhöhung ebenso dringend nötig geworden wie für alle anderen Blätter. Für den Gießener An­zeiger wurde die monatliche Bezugsgebühr vom 1. April 1920 ab auf

3 Mark 60 Pfennig einschließlich Trägerlohn festgesetzt.

Gießen, 1. April 1920.

Verlag des Gießener Arr-eigers.

* * *

Das Rauchen ab 1, April.

Die neue Tabak steuer soll bekanntlich am 1. April in Kraft toeten. Es wurden, ja bereits vor längerer Zeit die Sätze bekanntgegeben, die am 19. August 1919 von der Nationalversamm­lung gebilligt waren. Auf den Einspruch der Tabakinbustne, die durch diese sehr beträchtlichen Preissteigerungen ihre Eristenz schw.r bedroht sah, ist von den zuständigen Stellen eine erhebliche Milderung der Steuergebühren in sichere Aus­sicht gestellt worden. So liegen die Dinge heute, und obwohl der 1. April unmittelbar vor der Türe steht, herrschet sowohl in Kreisen der In­dustrie wie des Groß- und Kleinhandels noch vollkommen Unklarheit darüber, tote die Steuer gelmndhabt wird. Ebenso ist auch den Zollbehörden bisher keine entschiedene Verfügung bekannt ge­worden. Soll es mit der Tabaksteuer geben wie mit der Luxussleuer, die erst ein paar Monate später in Kraft trat, als angezeigt worden war, die dann aber doch für das zuerst genannte Datum rückwirkend betrachtet wurde!

Nach den Erhöhungen wird also eine Zi­garre im Verkaufspreis von 8 Pf. 8.3 Pf. kosten. Eine 12-Ps.-Zigarre kostet dann 13,2 Pf. Eine 1-Mark-Zigarre urirb sich schon auf 1-30 Mk. stellen. Die Sähe steigen dann bis zu 1.30 Mk. für eine 3-Mark-Zigarre, und was darüber ist, wird mit 1.60 Mk. siir das Stück versteuert.

Zigaretten toerbeit versteuert bei einem Verkaufspreis von 3 Pf. 1 Pf., bei 12 Pf. 4,1 Pf., bet 20 Pf. 8,7 Pf., bei 25 Pf. 11 Ps., bei 30 Pf. 14 Pf., bei 50 Pf. 35 Pf., über 50 Ps. 30 Ps.

Fein g eschn ittencr Rauchtabak, der das Kilo scityer 10 Mk. kostete, wird 13 Mk.

kosten, statt 15 Mk 21,50 ML, statt 20 Mk.

29 Mk., statt 40 Mk. 60 Mk., statt 60 Mk.

92 MI., statt 80 Mk. 124 Mk., über 80 Mk.

beträgt der Zuschlag 60 Mk.

Pfeifentabak kostet 1 Kilogramm statt 5 Mk. 6 Mk., statt 6 Mk. 7.20 Mk.: Tabak von 68 Mk. erhält 2 Mk., von 1015 Mk. 4.50 Mk. und über 30 Mk. 9 Mk. Zuschlag.

Auch Kautabake und Schnupftabake erfahren eine Bert u rung von mehreren Propnt.

Die meisten bitier Sätze stehen nur auf dem Papier, denn Zigarren für 8 Pf., 12 Pf. usw., Z>q«»ett'N für 3 Pi und Rauchtabak für 5 Mk. ottf Silo gibt's «Dicht und wird's auch sobald

Auserdew ist für Zigavttenpavier, mit Aus- n«|w zur tym r#litb n Berarbeitimg bestimmten.

Stadtkinder aufs Land, eine dauernde Einrichtung.

Tie Ausnahnre von Kindern der städtischen und Inoustriebevölkcriorg in ländlichen Familien soll auch in diesem Jahve trotz aller Schnnerig- feiten durchgesührt werben. Tas Reichsgesundcheits- aint sieht die Einrichtung auch für bk Zukunft als ein unentbehrliches und in seiner Art uner­setzliches Mittel zur Hebung der Balksgesundheit an. Tie Zahl der notleidenden Kinder wird nahezu auf 100 000 geschätzt. Für die Unterbringung sind in diesem Jahre neue Richtlinien aufgestellt wor­den. Nack» wie vor liegt die Leitung in den Stadt- unb Lanbkreisen. Jugendämter oder Wohlfahrts­ämter kommen in erster Linie dafür in Betracht. Die Aufklärung der Landbevylkermig soll in der Hauptsache durch Werb.versammlungen und per­sönliche Tätigkeit erfolgen, da Flugblätter unb Flugsckwisten den Reiz des Neuen verloren haben. Im letzten Jahve ist bte Mehrzahl der Kinder wegen der oft nicht mterheblichen Arbeitshilfe an« gefordert worden. Bei der Werbung fall deshalb diesmal nack)drücklich daraus bingetokfcn werden, daß bei nennendtotrter Arbeitsleistung der Kinder auf die Gewährung eines Unkvstenbtitrages bil­ligerweise verzichtet werden müsse. Bei der Aus­wahl der Kinder sollen alle Kveise der Bevölke­rung berücksickstigt werden.

Gültige Lebensmittelmarken

für die Zeit vom 5. bis 11. April 1920.

Brot: 2000 Gramm Brot ober 1480 Gramm Mehl. Bpot Küogr. 1,25 Mk, 80proz. Weizen­brotmehl Kilogr. 1,50 Mk., 90proz. Weizenbrot- »nehl 1,44 Mk.

Butter auf Marke 14: 125 Gramm Mar­garine zu 2,25 Mk.

Fleisch: Wochenabschnitt 14. MeMer für Fremde: Robtwt Nagel, Frankfurter Straße 77.

Zucker für April noch nicht eingetroffen.

Nährmittel für April noch nicht einge- troffen.

Nährm ittel imb Zucker für Zuge­zogene: H. Arnold, Inhaber L. Schmidt, Kaiser- Allee 19: Gebr Noll, Bahirlwsstr. 6; Konsum-Ver­ein, Verkaufsstelle 11, Frankfurter Straße: Gg. Wallenfels, Marktplatz 21 unb Ehr. Bieker, Neu stabt 59.

Zucker für Kranke: Ehr. Bieker, Neu- stabt 59.

Nährmittel für Kranke: W. Haas, Meichsttaße.

Mehl für Kranke: G. Geisse, Sel- tersweg 2.

Nährmittel unb Zucker für Frem be: Emmeriä^er Waren-Expedttion, Seltersweg.

Seife, Marke für April: Anteil 125 Gramm K.-A.-Seisenpulver bas Pfb. zu 2,10 Mk.

Veranstaltungen.

Samstag, 3. April: Lichtspielhaus,Dem Glück entgegen!" unbDie Liebtingsflame des Maharabscha". Lichtspiele, Seltersweg,Der Fackelträger" sowie bas Feiertags^iprogvamm.

Sonntag, 4. April: Stabtthealer, 6 Uhr, Faust, 1. Teil. Philvsophenwalb, 4 Uhr unb Hotel Einhorn, 8 Uhr, Militärstreichkonzett ber ReichSwehrHopelle. Lichtspiel charter, rote SamStag.

Montag, 5. April: Stabttheater, 3 Uhr, Die Saune des Verliebten, hierauf: Der Geizige: 7 Uhr, Familie Hanne mann. Lichtspieltheater wie Samstag.

* Das Wetter an ben Feiertagen. Wie bie hiesige Wetterdienststelle unter allem Vor­behalt nurteilt genauere Depeschen liegen noch nicht vor ist für die Feiertage aller Wahrschein­lichkeit nach mit besserem Wetter als heute zu rechnen. Der erste Feiertag werde vermutlrch wörd- liche Winde, etwas kühlere Temperatur unb even­tuell noch geringe Niederschläge, bringen, während für den zweittm Feiertag voraussichtlich besseres Wetter zu erwarten ist.

<** Aus derVergleichenden Heber- sicht ber Einkommen- unb Vermö­genssteuer in Hessen" im Jahre 1919 über 1918 ergibt sich, baß ber Betrag ber Ein­kommensteuer von 33 452 000 Mk. auf 42 412 000 Mk. gewachsen ist, also um 26,8 Proz. Die größte prozentuale Zurrahme, offenbar als Folge ber stark gestiegenen Weinpreise, weist bie Stabt Bingen mit 69,6 Prozent auf, worauf Darm- ftabt II mit 64,5 Osthosen mit 61 unb Singen» Lanb mit 60,5 folgen. Dagegen zeigt Offenbach II eine kleine Abnahme von 2.2 Prozent. Unter ben brei Provinzen weist Obe rhesscn mit 30,7 bie größte prozentuale Steigerung auf. ivorauf Rheinhessen mit einer solchen von 26,4 unb Starkenburg mit 25,8 folgen. Einkommen über 100 000 Mk. jährlich hatten im Jahre 1919 562 Pflichtige, worunter sich 113 juristische Per­sonen besanben. Diese brachten rund ein Viertel bes gesamten Einbommensteucrbettages auf. Er­heblich geringer war bas Wachstum ber Ver­mögenssteuer, bie sich von 5 710000 Mk. im Jahve 1918 auf 6 088 000 Mk. im Jahre 1919, also nur um 6,6 Proz., vermehrte. Am größten war hier die Zimahme im Finanzamts­bezirk Wörrstadt mit 23,5 Proz., woraus Offen­bach I mit 21,7, Bingen-Land mit 18,1 unb Bingen-Stadt mit 16,5 Proz. folgen. Zählt man die beiden Steuerarten zusammen, so steht die Stadt Mainz mit dem Ertrag von 6 209 000 Mk. an ber Spitze. Offenbach folgt mit 5 348 000 Mk., Darmstadt mit 4 630 000, Worms mit 2 970 000 und Gießen mit 1535000 Mk.

** DaSKapitalerttagssteuergesetz ist von ber Nationalversammlung in britter Lesung angenommen, bie Veröffentlichung steht unmittel­bar bevor. Darnach unterliegen bie am 31. Mär- 1920 ober später fällig werbenden Zinsen unb sonstigen Kapitalerträge der Steuer auch bann, wenn sie vor bem Inkrafttreten bes Gesetzes auS- bezahlt sinb. Der Schuldner 'haftet für die Zah­lung der Steuer.

* * Aus bem Stabttheaterbureau. Es sei nochmals ausdrücklich darauf hin gewiesen, daß die morgige Faust- Aufführung um 6 Uhr beginnt.

* * Operngaftspiele am 7. und 8. April. Die lwch vorhandenen Eintrittskarten werden von Sonntag (1. Feiertag) ab an der Tageskasse des Städtlhealers verkauft. Stehplätze werden erst ab Dienstag abgegeben.

* * Oberhesfischer Run fit herein. Für April war eine Ausstellung angrinelbet, welche mrr Werke der Neuen G-ruppv Berliner Künstler auf- weisen sollte. 3nfolge ber VerkehrSschwr-r egöei ten tzcnd der politischen Unruhm, bie in Berlin beson- oers zum Ausdruck kamen, haben verschobene ttamhaste Künstler ihre angmelbeten Kunstwerke nicht ein schicken können. Infolgedessen mußte die Ausstellung noch mit Werken von anderen Künst­lern vervollständig« werben, welche zum Teil heule 1 noch eintreffen In dieser Ausstellung, welch» mrr

bis zum 28. b. Mts. bauert, wirb inzwischen noch­mals ein teilweiser Wechsel ber Gemälde borge- nommen. Die für Mai arrgefagte Ausstellung deS Ausstellerverbaudes Mündimer Künstler, die sich bis zirm 7. April in Dresden befindet, imrb hier am 2. Mai eröffnet. Die Ausstellung ist täglich, auch an den beiXcn Feiertagen von 111 Uhr ge­öffnet. Die Greßener Kunstsammlung mit der Gustav-Bvck-Stistmrg im Nauen Schloß wird in allerirächster Zeit wieder an Sonntagen ge­öffnet sein.

** Einen guten Griff tat bie hiesige Polize, am Sonntag, 28. März 1920, als fte bas Fuhnverk eines hiesigen Wirts anbiett unb auf biefem mehrere Ballen Stoff unb für einige tau­send Mark Zigarren irorfanb. Bei bem Fuhrwerk befanben sich zwei ber Polizei als Schleichyänbler unb Schieber bekannte Personen, welche nebst einem dritten feftgenommen werben konnten. Es honbelt sich hier um Eisenbahngut, welches in ber Nähe eines Nachbarortes crnscheinenb aus bem sahrenben Zuge geworfen worben ist. Die leere, erbrochene Kiste fand bie hiesige Polizei in einem Fichtenbickicht in ber Nähe bes Bahn­hofs versteckt. Das Kleeblatt scheint bieses ein­trägliche Geschäft schon längere Zeit betrieben zu haben, sie werben für 0>r verwwfliches Trei­ben ber gerechten ©träfe entgegen gehen. Dst Eigentümer bes Diebesgutes tonnten bereits er­mittelt werben. Ein hier entwenbetes Fahrrad konnie dem (Sigeniümer wieder zurückgcgeben wi­der Täter in einem Nachbarort feftgenommat werden.

** Zu ber Verhaftung deS Raub­mörders von Selters teilt uns Kriminal­kommissar Müller ber ben Täter verhaftete mit, daß die Ermittlung des Raubmörders keines­wegs so einfach war, rote es nach dem Bericht te unserer DvnnerStag-Nummer den Anschein hatte Wohl sei nach der Tot ein unbekannter Radföhrl gesehen worden; es bedurft« aber nod) stundenweites und müheöoller Umfragen, um erst am bnttea Tage nach der Tat die Identität des bis dahm noch unbekannten Radfahrers mit bem Knecht Willi Kuchenbecker sestzustellen. Nachdem Krimtti<ü-Kvm- missar Müller in Kuchenbechers Abwefenheit die geraubten Sackten in dessen Wohnung sestgestellt hatte, konnte bte Verleitung bes Täters sosott ersolgen. Bon vornherein sei ber Verdacht na* ganz anderer Richtung gelenkt worden.

* 5 0 0 M k. Belohnung versprechen btt Ton werke Abends em im Anzeig-mteil unser- Blattes demjenigen, der ben Dieb der Platmspitze ihres Blitzablei^rs nennen kann.

** Ter Werkmeister der chrrurgi- scheu undOhrenkliniken, Louis Nicolaus, tst am 1. April gestorben. Seit 1. November 1890 stand er im Tienste der Universität unb »rhu-lt 1907 ien Titel Werkmeister. Zur gl neben Zelt ging et in die Dienst« ber neu erbauten chirur­gischen Univ.-Klinik über und üb<rnabm tm No­vember 1913 auch die Geschäfte als Werkmeister an der Univ.-Ohrenkltnik. Durch seine langiäfynge Tätigkeit war er eng mit ben Kliniken verwachsen und hat sich hier große Verdienste erworben, ebenso bei brr Neueinrichtung der chirurgischen unb Ohren* klintken. , x 1

sch. Die Schlachtvieh- und Fleisch­beschau im Jckhre 1919 ergab nach der amtlichen Statistik nachstehende Zahlen. In Hessen wurden im Jahve 1919 vcschlachet 11 421 Pferde, 3126 Ochsen, 1387 Bullen und 19 218 Kühe, toäfrti» im Jahre 1914 noch geschlachtet wurden: 12<O Pferde, dagegen 24 231 Ochsen, 2988 Mim, 39 069 Mye. In 1919 wurden weiter geschlath« 3ungrittixr über btet Monate alt 14 001 und 32 702 Ober, gegen 33 109 Jungrinder und 66 277 Kälber in 1914. Weiter wurden in 1919 geschlachtet 10 422 gegen 396 467 Schweine in 1914. Für Schafe ergeben die Zahlen 9286 gegen 10 964 in 1914 und 7474 Siegen gegen 32 424 in 1914. Im Jahre 1916 wurden beschaut 10 Hunde, 1917 42 Hunde und 1918 4 Hunde. In 1919 sind keine gemeldet. Wieviele aber mögen ge­schlachtet worden sein?

** Der Verein für Geisteskrankein Hessen veröffentlicht soeben den Bericht für dos Rechnungsjahr 1918/19. Die Beiträge für dieses Rechnungsjahr Über treffen das Boricchr um tost 1500 Mark, jedoch ist durch die Gelbentwertung bie Leistungsfähigkeit beS Greins auf eine niedri­gere Stufe herabgedrückt wie vor dem Krieg. W allem drängt sich eine Frage auf: die -Einberufung einer Versammlung des Kuratoriums, bas fql Winter 1913 (Gießen) nicht mtbr getagt hat, som bte Einberufung ber 9. Generalversammlung, wj ber Anberaumung wird jedoch wegen zu gro&ff ghrtspesen usw. Abstand genommen. Der > für das Rechnungsjahr ergibt einen Hebet' von 11139 Mark. Dabei tritt, der Gesamt- äusgabe von 53 889 Mark eine GestimtevmaM von 65 029 Mark gegenüber. , w

♦♦ Der Vorstand der deutschnatwmwi Volkspartei schreibt uns: Die beu<Ifl' nationale Volkspartei hatte am MittMv ihre Vertrauensmänner unb Freunbe aus ovn Kreise Gießen zu einer Versammlung in ben WM* scheu Felsenkeller gebeten, die von über 200 W* fonen, besonbers vom Lande besucht war. Le-rer Kling, der bie Verhanblungen leitete, gab M feiner Begrüßungsansprache ber Freude da rüder Ausdruck, baß neben den alten bewährten Mttstrtt tem sich die Jugend so zahlreich eingefunben vaoc unb hoffte, baß burch treues Zusammenhalten von ©tobt unb Land der Erfolg bei den näcbften len nicht aus bleiben werde. Hierauf gau Vrof. Werner einen Bericht über bie politische LaA Er verurteilte den Kapp-Putsch, an dem dv dentlw' nationale Volkspartei in keiner Weise.betn.igt war. Die Mehrcheitsparteien unb btc RegtrE halM baburch schtvere Schulb auf sich Fladen, da» i die ReichstaaSwahlen hinausgeschoben hättet uno in direktem Widerspruch zur Bersafsunaden Retw* Präsidenten nicht durch das Volk wollten wäyl^ lassen. Di« Folge dieser Haltung bet Regierung sei der Militärputsch gewesen. Das alte Programm der Rechtem, möglichst viele seldstänbige Existenz^ zu schaffen unb zu erhalten, könnte waber zu em »efimma bn jctigni Sufttobe fübren Ireue u» Ehrlichkeit müßten roteber tm Volke Platz gonM unb nur redliche Arbeit könne wieder -um Ausstieg führen. Hieran schloß sich ei'« fefcr rege Aus spräche, in ber diesen Aussühringen von alten Seiten zugcstimmt unb tveüti Festhalten an vtv Partei zugesichert würbe. Auch ® n «L, dateeifrage zog man m den Kreis oer«- Artmtnfl. Besonders von Mitgllebern des vey- ^airernbunbes wurde dve Kandidatur Dr. SBernc aufs «»ärmste empfohlen. Gerade thm sei Bauernschaft für sein mannhaftes Emlneten m diese zum größten Danke verpflichtet. Nochern m sich noch über bte Organistttion unb Agitation aus gesprochen I-attc, ginn bte Bersammluna unter linnen bes LiebesDeutschlmb, D-Ulschbmd »da alles" auseinander.

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