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Erster Blatt

Samstag, 5. April 1920

170. Jahrgang

Ü9en.

dem

9)i ünster

in Münster ein-

nstelle Diezj betrögt

DemoWmachung ii

Die Regrerung ist ans Grund der Biele­feld«, Bercinbarungen zu folgendem verpflichtet: 1. Völlige Straffreiheit für die bis 2. April, 12 Uhr mittags, an den Kämpfen beteiligten Arbeiter. Als Aufrührer gilt nur derjenige, der nach dem 2.April, mittags 12 Uhr, noch tum Zwecke des Kampfes gegen die verfassungsmäßigen L/tgane Waiien führt. 2. Sofortige Aufhebung des Ausnahme­zustandes und des Standrechts bis zum 2. April,

en ab 1. März d. .< Öddeutschen 3enifr: l. Abnützungsgcbük :ergemebeiäde rnetten

vir ntuen Regierungsmitglieber.

Von den drei neuen Mitgliedern der Re­gierung sind zwei, der Reichsfinanzminister Dc. Wirth und der Reichsjustizminister Blunck, schon seit Jahren im öffentlichen Le­ben hcrvorgetreten. Dr. Wirth, geboren am 6. September 1879 in Freiburg, ist int ba­dischen höheren Schuldienst tätig gewesen. Seit 1913 gehört er der ,zweiten badischen Kammer als Zentrumsmitglied an, 1914 wurde er in einer Nachwahl in den Reichstag gewählt. Nach der Novemberrevolution von 1918 trat er als Finanzminister in die badische Re­gierung ein. Zugleich wurde er auch in die Nationalversammlung gewählt. Er gehört zum demokratischen Flügel des Zentrums.

Der neue Reichsjustizminister B l u n ck ist am 20. Dezember 1871 geboren, seit 1898 Rechtsanwalt. Sehr bald nahm er an den politisä)en Auseinandersetzungen über die de­mokratischere Ausgestaltung der Hambur­ger Verfassung teil und hat für diese erfolg­reich gewirkt. Auch im Reichstag, in den er 1912 gewählt wurde, ist er häufiger für die Erfüllung der demokratischen Forderungen eingetreten. Der Nationalversammlung ge­hört er als Mitglied der demokratischen Frak­tion für den Wahlkreis Schleswig-Holstein . er ist geborener Holsteiner an.

Reichswirtschaftsminister Hermes ist politisch bisher nicht hervorgetreten. Er ge­hört dem Zentrum an, war aber noch nid# parlamentarisch tätig. Er ist land- und forst­wirtschaftlicher Fachmann, war als solcher im Rheinland und in Sachsen, dann eine Reihe von Jahren in der deutschen Landwirtschafts­gesellschaft tätig. Im Jahre 1910 wurde er als Delegierter des Reichsamts des Innern zur internationalen landwirtschaftlichen Aus­stellung in Buenos Aires entsandt, von wo aus er landwirtschaftliche Studienreisen durch verschiedene südamerikanische Staaten machte. Am landwirtschaftlichen Institut in Rom ist er eine Zeit lang Abteilungsleiter und stell­vertretender Vorsitzender gewesen. Während des Krieges war er Abteilungsleiter für Er- satzfutterstofse. Am 1. März v. I. wurde er zum Leiter der land- und forstwirtschaftlichen Abteilung im Neichswirtschaftsministerium, und am 1. Oktober zum Ministerialdirektor ernannt.

Was kann auserstehen?

Das ehrwürdige Osterfest ergreift uns mitten im Mampfgetön politischer Leidenschaf­ten, während es scheint, als wollten weite Volksschichten das Wenige, das uns von na- ionaler Hoffnung noch übrig geblieben ist, zu mem jämmerlichen Begräbnis schleppen: iitö da mag Der tröstende RufA u ferste hu ttg" imeift ungeljört verhallen. In diesem Augen- ^ick hat das biblische Wort wenig Durch- chlagskraft. Aber es gilt ja auch nicht dem Augenblick. Das alte Reich ist zu Grabe ge­nügen, und ein neues Deutschland ist aufer- irtnbett, wahrlich nichtz von Engelslippen be­sungen: zerschunden und gebrochen hat es sich *«§ dem Staube Halbwegs aufgerichtet. Aber nie hat das deutsche Volk so hilfeflehend auf­wärts geschaut als heute. Es will wieder in die Höhe kommen, und sein Trachten ist wahr­haft von der biblischen Tragik umwittert. Was luir sonst, vor dem Kriege, an diesem Feste von derHimmclsliebe Kuß" empfanden, war politisch gesprycljen nicht allzu viel. Der Schöpfer deSFaust" hat uns dazu das Frich I>rigserwachen besungen, aber auch das tän- b:lnde Spießertum verspottet. Es war jedes ^lohr das Gleiche, den Einzelnen vielleicht zeit­weilig emporziehend, der Nation jedoch ein neueres Neuerstel-en verschließend. Dec fünf ^«hre unentschieden wogende Krieg hat bann .»letzt die Glocken im Sturm geläutet, nicht mächtig und gelind" jur Auferstehung, son- tem zur Revolution! Wir haben uns damals nf den Boden der Tatsachen gestellt und tun sks noch heute. Die Novemberrevolution ist licht einfach, wie die wahnbefangenen Kapp, kllttwitz und Genossen meinten, wieder auszu- löschen mit einem Schwamm voll altkons.'r- »rliver Grundsätze und Ueberzeugungen. Der jene Kölner Erzbischof, der, umbraust vom Aufstand im Industriegebiet, dieser Tage von ünster in seine neue Wirkensstätte übersie- klte, hat bei seiner Begrüßung einen intev- kfsanten Ausspruch getan. Es gelte heute, so i-ifite er, sich klug einzustellen auf eine neue Beit und neue Menschen! Solchen klugen und ntcn Willen müssen wir uns in der Tat al le zu eigen machen. Das bedingt nun keines- «gs, daß etwa alle Opposition den neu Re- twnenben gegenüber eingestellt werde, beileibe nicht! Die heutigen Zustände im Reiche er- wntern wirklich nicht zum Vertveilen. Aber le r Weg zu einem neuen Deutschland ist nicht tu einem Tage zurückzulegen, er wird sich über kni quellenden Frühling hinausziehen, und iick Sommer, Herbste und Winter werden i«? Land gehen, bis wir am Ziele sind. Nicht Reaktion ist die Losung, sondern Fortschritt m i neuem Wege, auf dem uns weder die Hießkundigen Kommunisten, noch kampfbe-

Me Limgungrverhan-lrin-en.

Essen, 2. April. (Wolff.) Aus den E i n i - aun-sverhandlungen in Münster ergeben sich für die Arbeiterschaft u a. folgende Verpflichtungen:

1. Sofortige Einstellung des militärischen Kampfes und sowrtige Auflösung der Roten Armee bis spätestens 2. April 12 Uhr mittags. Die Unternehmer sind gehalten, alle bisher beschäf­tigten Arbeiter, die an den Kämpfen teil genommen haben, wieder einzustellen. 2. Sofortige Frei lassung der Gefangmen. 3. Sofortige Abgabe der Waffen, Munition und der erbeuteten Heeres- geräte an die Stellen, die von den jetzt bestehenden Vollzugs- und Aktionsausschüssen in Gemeinschaft mit den Gemeindebehörden sestzustellen sind bis spätestens 10. April. 4. Bis 10. April muß in jeder Gemeinde von den organisierten Arbeitern, Angestellten und Beamten sowie den Mehrheits- parteien ein Ordnungsausschust ^bildet sein, der bei der Durchführung des Sicherheitsdienstes mit» wirkt. Die revolutionäre Arbeiterschaft wird dar­auf zu achten bähen, daß sie entsprechend ihrer Stärke im Ordnungsausschuß vertreten ist. 5. Zur Unterstützung der Sicherheitsorgane ist vom Ord- nunysausschuß eine Ottswchr aus der republi- kaniichen Bevölkerung, insbesondere den organi­sierten Arbeitern, Angestellten und Beamten zu bilden. Sämtliche Einwohnerwehren sind auszu­lösen. 6. Die verfassungsmäßigen Behörden dürfen in der Ausübung ibrer 9km ter nicht behindert werden.

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ii landivirlschafllM? i Rcnntetän baRlw 5. Mai ds. M veranstaltenden vertreiben. Nach krlofungöplan Dur« erden. Bum W MungssMM » s Vertrieben der Ztaatslattcne Hl " messen nicht gelM

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unter IW etüd \ ¥ Abbruch ge, 3 Prozent der vor- Non oder Wagen lctungsmaterial jmik - ausgenommen für S ^egeleierzeug- W war. darf ein ^Prozent und im Rlchtprerie berechne: tdlerzuschlag nicht zu ' ähnliche sind niib: >e dürfen eine svsern Sonberaui ö zu 4 Prozent unt sbetrages verlangen it.

b für Händler, im folgt:

gebühr für StosM iäcke

I einschl. ciit ach AWH der M nden VerhandlMM Mag von 10 Proz wen Speien krüd»

konterrevolutionären Putsch vorn 13. März betei­ligten Personen. 6. Auflösung aller der Ver­fassung nicht treu gebliebenen militärischcit For­mat ronen aus beh Kreisen der zuverlässigen repu­blikanischen Bevöltzrung insbesondere der onjani* fierten Arbeiter, Angestellten und Beamten.

Es folgen sodann die bekannten bei dem Ab­bruch des Berliner Generalstteiks mit den Ge» werkseignen und Parteivorständen vereinbarten Punkte.

Die Vollversammlung der Bollzugsräte be­schließt die Aushebung des Generalstteiks für das gesamte Industriegebiet Sie wird sofort die Ar­beiterschaft wieder zam Kampfe au fräsen, wenn die stiegierung nicht die durck) die Vereinbarungen in Bteieftll» und Münster ülxrnommenenVerpflichtun­gen erfüllt. Ter Zentralrat erklärt dazu u. a.:

Das Bielefelder Abkommen schlr ßl nicht die Auflösung der politischen Ar bei ter r ä te, Be - triebsräte und desZentralrats ein. Diese «lüften von den Arbeitern nick»! nur erhalten, son­dern ausgebant und grß stigt werden Die Räte sind die politisck/en ÄlasienorttMt fattvnen und Namps- orgartc des gesamten Proletariats einer Gemeinde, des Bezirks und des Jnbustrvüebvts Durch die Räte vertritt die Arbeiterschaft als Gesamtheit ihre Ä lassen in bereis«! gegenüber den gedidyn Klas­sen. Der örtliche Arbeiterrat wählt einen Vvll- zugsrat, der die Leitung bos Acbeiterrates bildet. Die Bollversammlimg wählt den 3atiietrat. Er setzt sich aus Vertretern der drei politischen Par­teien der Arbeiterschaft, den gewerkschaftliche.! und genossenschastlrck^n Orvanisalioue-n zusammen. Bei politischen Aktionen üb7rr*.'hmen bi- Räte ku.ch ihre Bolltzugöräte und den Zen ralrat die Fülmmg der Akttonen für das gesamte Industriegebiet.

Münster,!. Lftwil. (ALB.) Der Westfäl. Merkur" meldet, daß aus gründ der Verhand­lungen zwischen Reicksiommissar und Minister des Innern S e v e r i n g mit Vertretern aus dem Ruhrrevur der Wasseustillstand bzw. der Ter­min der Wafsenabgabe bis zum 3.4. verlängert worden ist. Das Blatt erfährt dazu ans zuverlässiger Quelle, daß die Militär- macht überall dort, >oo Plünderungen stattfinden oder Angriffe erfolgen, volle Freiheit im Rahmen ihrer militärischen Operationen hat.

Die Kampflage im Zndvftriegebiet.

Buer, 1. April. (W-olst.) Wie dieBuersche Zeitung' meldet, brangrn die Regierung«- truppen vormittags von Dorsten aus weiter Dor. In der Gegend von Ulkotten kamen ft-? mit Rotgardisten in Plänkeleien Die Linie der Roten Armee wurde zurückgedrängt, bann letzte auf der ganzen Linie der Roten Arm?e eine panikartige Flucht ein. 2Xe Rot- Mirdisten, die gerade beim Abkochrn des Mittag­essens waren. Legen Wassm und Ausrüstung im Sttche und flol;en in voller Auflösung in der Richtung auf Recklinghausen. Tie Kreis- sttaße Marl-Recklinghausen konnte bm Strom brr Rotgardisten nicht fassen. Betner8ensw?tt ist, daß sie sich nicht nach Süden aut der grofyn Sttatze nach Buer zurüch^ehen, srxckcrn edlem üb^r du Kreisstraß' nach Polun. Es scheint ein Beicht ge­geben worden zu sein, sich im Falle eines Rück­zuges unter keinen Umständen nach Südm zu bewegen. Tie Reichswehr hält ja brkanntlich schon leit einigen Tagen ben Torstmer Brückenkopf süd­lich der Lippe besetzt. Hätte sich also oi? Rote Armee nach Süden zurückgezogen, st» hält? su sich in die Gefahr begeben, vollständig umzmg.'lt zu werden.

Ter militärische Lagebericht.

Münster, 2. April. (WTB.) Dem mili­tärischen Lagerbericht ist folgendes zu entnehmen: Bei Wesel griff der G.gner vor - gestern abend in Stärke von etwa 150 Mann an bei Straße DinslakenFriedrichsfelde an. Er wurde unter schweren Verlusten cbgeroiefen. Der Brücken­kopf bei H u e n z e wurde erweitert. Dorsten wurde vorgestern abend von der bolschewistischen Anilleric heftig befdp>ffen. Die Stadtverwaltung bittet dringend um sofortigen militärischen Schutz. An der Lippe wurde während der Nacht und im Morgengrauen eine 5yrengung trrdtdi. Tie Lippebrücke südlich von Haltern rourbetrach luftigem Kampfe genommen. Der Gegner verlor etwa 80 Tote. Die Straßenbrücke südlich Haltern wurde durch Op eigung leicht beschämt. Tie Eisen bahnbrücke ist unbefchädi.gt. In Recklinghau­sen haben die Aufrührer am Nachmittag das Post amt gestürmt und mit Handgranaten furchtbare Zerstörungen angerübeet. Alle Postbeamten wur den mobil gemacht, um das dort lagernde Geld zu bewachen, da mit einem yoeiien Slngriff gerechnet wird. Tas Landratsamt wurde ebenfalls angegrif­fen. Es wird verteidigt von Beamten und Mit­gliedern der früheren Einwohnerwehr. Ber Pel­kum gab der Gegner dauernd heftiges Maschinen getrebrfeuer ab und sprengte die Brücke beim Bahn­hof. Daraufhin wurde der Ott gestern nachmittag von Reichswehrtruppen genommen. Die Eisenbahn­linie U n n aH a m m soll am Kreu^ungspunkt TvttmundWelver gesprengt fein. In Iser­lohn wird die Tiktatur des Prolttariats von einer cMürderheit ausgeübt, die Geiseln festsetzte. Aehn- liche Zustande sind in Wesrig, Hemer, Vovoinkel und öToenocnberi. Em Beispiel für die Art bei bolschewisti scheu Propaganda ist, daß sie die Leichen ihrer eigenen Gefall e.= hen in der gemeinsten Weise selbst verstümmeln, fie in diesem Zustand photo grapheercn und die Ptzvtogravhcen als Flugblätter ober Postkarten durch ihre Kranbenschvestern ver­breiten lassen unter der Angabe, baß die Verstüm­melungen durch Reichswehrsoldaten erfolgten.

füttert« Prätorianergarden Spalier stehen ktinen. Wir haben jetzt gerade die reife Er- .thrung hinter uns, daß das Auferstehungs- ort weder der Radikalen von Rechts, noch Umstürzler von Links die rechte Osterbot- faft ist. Die parlamentarisch)« Regierungs­teife können wir unmöglich von heute auf uvttgen, oder auch nur in absehbarer Zeit, Heber abschaffen. Sie muß das Hilfsmittel itZ Wiederaufbaues sein. Volksregierung, tiäit Klassenherrschaft, ist die Parole! Ersah- nnrg, Vernunft und Besinnung, unter Aus- von Parteifanatismus, müssen das ver- :|tete Land neu bebauen: dann mag aus der (aut sozialpolitischen Fortschritts, die wir der 5kwlution verdanken, etwas Gesundes uno (Erhastes erwachsen. Vor allem soll das i- llschland der Pflicht, schweigender Arbeit, cr:Treue und Ordnung auferstehen! Sicher- ' und Stetigkeit envachsen nicht auf Macht-

:! ist und Phrasentum?

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Kommunistischer Terror in Düsteldorf.

Düsseldorf, 1. April. ,Wolff.) Die in bet Tonhalle am Vornnttaq zur Bcscblußfas ung über ben Gen er al stre i k und zum Bcrecht über die Verhandlungen in Münster einberutenen Fmik- ttonärc der beet sozialistischen Parteibetnebsräte wurden durch Trupps der roten Kampffront an den Beratungen verhindert Der kommu­nistische Führer teilte mit, daß ber^ bisherige Düsseldorfer Vollzugsrat ab gesetzt morben sei.

Hilferufe aus dem bedrängten Gebiet.

Berlin, 24. dlpril. (WTB.) Der Reicks- regienmg gingen folgende Telegramme zu: Duis­burg, 2. April. Nach unserer cinmniigvn Auf­fassung der Lage ist ein sofortiges nach­drückliches Vorgehen der Reichswehr baseinzige M ittel.umTuisburgund Umgegend vor äußerster Not und Elend zu schützen. Wird unserem bringmben Notschrei nunmehr nicht sofort entitmodKn, sv lehnen unterzeichnete Parteien die Verannuortutut für die mciterc Entwicklung der Tinge ab.^Ern eie lies Telegramm ging von Münster an Seve- ring ab. Tie Soz!aldemokratisck>e Partei, die Un­abhängige sozialbemokvattsche Partei und die S^rdt- v-ettvaltung Duisburg.

getnos'en, wvlInten wir sofort einer braigenbaU Besprechung der maßgebenden Personlm und Zwil>- behörden der Pvovinz bei. Es ist unbedingt sofor­tiges (hngreifen en'orderlich. Nur' Ko mmu- nisten, Bolschewisten und Gesindel halte n den Wtderstand unter blutig­stem Terror aufrecht. Unsere Kabinetts- nntglicber und die Zen ttu ms Partei können die Ber- arttojrtung nicht langer tragen, wenn jetzt immer nod) durch Berhrnblimgen, Friswerlängerung urtd unbegreislicktt Amnestie gezögert wird. Ersuckren um umgehende brahlliche Aruveisung an das General- fjmmanbo, dem ganz allein völlig freie £>anb zum sofortigen Eingreifen unter unverzüglicher Aits- bebung der bis Samstag lausenden Fttswerlänge- rung zu geben ift

Oberbürgermeister und Landeäte der bedräng-- ten Gebiete, in deren Städten und Kreisen bereitst geplündert wird, verlangen inständigst fo fertig cd kraftvolles Handeln, um die schreckliche Vekcnäjeit abzulürzeu. Hevold, Mausbach und Gtlstng.

Roch keine Entspannung.

Berlin, 2. April. (Wolsf.) Nach den aus dem Lhermsch-weschälisck)en Jnoustriegelnei vorlie­genden Meldungen macht sich die durch die be- stredigende Erledigung der rum Reichsvommissär S e v e r i n g geführten Verhandlungen eingvtretene Ent spannu ngleider an vielen Otten noch nicht geltend. Es trat im Gegenteil fogar an einzelnen Stellen eine Verschärfung der Lage ein, btc sich daraus erllärt, baß bic linksradikalen Elemente fMen, wie die gesamte Entwicklung int Ruhr- reiner eine für sie ungünstige Wendung genommen hat. Sie versuchen daher, mit noch scharteren Mit­teln als bislier ihre Macht zu befestigen. Auch ist zu berücksichtigen, daß an vielen Orten durch län­gere Andauer des (.GeneralftrctCes und im beson­deren durch die verheerende Lebensmittellnappheit eine natürliche Verschärfung der Lage sick) bemerk­bar machen muß.

Wie in manchen anderen Orten wird auch in Essen die Lage von bewaffneten Banden be­herrscht, die nicht mahr in der Hand des Voll­zugsrates sind. Diese Leute haben das Rathaus besetzt und mit Gewalt den Generalstreik eizwun- gen. Tie Stadtverwaltung nr.ro mühs-im auft«cht er­halten. Tie Banken jtnd gchchlofsen.Eiseitbahnett und Sttaßenbahnen lie^n still. Bon beit>af"ruien Ban­den wurden einige Versuche gemacht, die De.ckdirek- toren zu verhaften, in mand>en Fällen mit Gifo^. Vielfach erzwingen bewaffnete .Ibommunisten bte Löhnungsaustahlung bei den Stad'.kassen. Ties geschah il a. in Gelsenkirchen und Düsseldorf, wo ti? Stadl eitrige 50000 Mk und bte Bänken lOOOOO Mk., der Gewalt weichend, au'bezahlten. In Düsseldorf verursacht die sog. Ro'^e Sicherleits­wehr der Stadt eine täglicheAusgabe von 26 000 Mark. In Hamborn bewilligte die Stadwerord- . i etenversammlmm auf Grund einer kommunistischen Erklärung 200000 Mk. Löhnmrg für de b.wtsf- neten Aufrührer. Ter Hamborner Vvllzugsrat hält rur Zeit noch verhältnismäßig gute Ordnung. Führer der Roten Armee im Hamborn.-r Abschntl't ist ein gewis er Dedo, wahrscheinlich tut .Mül- fceimer Zuchthäusler. In der Geg nd von Dtns- lakcn wird gekcwrpft. In der Stadt selbst ift Geld- und L^ensmittelrrot aufs Höchste gtfnegen. Bezeichnend ist, das mehrheitssozialisti'ch' unb un­abhängige Arbeiterführer durch die Wvrnmunistm mit Ge.valt gehindert wurden, nach Münster zur Verständigung mit ben Reichsbehörden zu sghrm. Mftrdestens 90 Prozent der Arbeit tt'chaft des Jn- dustriebezrr'ks sind für die Wteberk.'hr tKT Ord­nung unb Weiterführung bzw. Wiederaufnahme der Arbeit.

Line Aureinandersetzung mit Zrankreich.

Paris, 3. April. (WTB.) Der bejitfebe ßie- chäftsttäger Meyer sprach am Freitag bei Millerand vor. Er übergab ihm eine Note, in der die ftanzösische Regierung neu.ttnngs ettucht wird, ihre Genehmigung zum Einrücken ber b e u t » cken Truppen ins Ruhrgebiet zu geben unb durch rodd)e gleichzeittg zur Kenntnis gebracht wird, baß einige Reich-wehrabtttlungen am Don­nerstag morgen nördlich der Linie Wesel-Wulsen oorgedrungen sind. Meyer erklärte dem sranzösi- schen Minister des Aeußern, daß diese ©treitfeäfte ohne die Ermächtigung der deutschen Regierung in die genannte Zone erngerückt seien. MÜlerand ließ Meyer feinerfeits eine Note zugehen, durch die die deutsche Regierung auigefarbert wird, ihre Truppen zurück,erziehen. Der Ministerpräsident hielt gleichzeitig die Bedingungen aufrecht, die er ichon früher für den Fall einer deutschen Be-.

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um uns von uns zu wünsckten scheinen, was unseren Kredit wieder erl)öhen könnte. Im Geiste hören wir dann wieder statt schriller Ausrnhrllänge die dumpfen, sriÄlichen Oster­glocken, die uns, wie den verzweifelnden Wahrheitsucher, der die Botschaft hört, aber noch nicht glaubt, dem Leben, der Erde wiedergeben!

Nr. 79

Der GirtztNtl Nnzetaer erscheint täglich, außer Sonn, und Feiettags.

Btiuginrels:

Monatlich Mark 3.60, oietteljährlichMark 10 10 einschl'etzkch des Bestell, gelds; durch die Post oietteliährlich Niark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Zernsprech -Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; v erlog,Geichäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» ächten- Anzeiger Gießen.

poftjchecktonto:

.Frankfurt a. M. U6R6

66. 6^1

I Was wir zumeist wünschen und erhoffen Msen, liegt zunächst außerhalb des Partei- itony. Das Ende des Gewaltfriedens, die urerstehung eines neuen Völkersriedens wer- Itrt nicht nur von deutschen Herzen herbcp- csthnt. Noch täglich verzeichnen roi.r mit nerfter Freude die Anzeichen, die sich im laslandc für einen Umschwung in der bis- ra-.gen Politik geltend madien. Churckiill W.e: Frül)er war Deutschlands Stärke eine fk ahr für Europa, jetzt ist sein Darineder- iegen eine nicht kleinere Gefahr. Und das sa- !:w sie allmählich alle, die Engländer, Jtalie- itc Amerikaner, soweit sie politisch denken. ?ii:: die Franzosen können sich nod} nicht ins clfticksal fügen. Sie fühlen sich, wie auch das cgMtümliche Verhalten ihrer Regierung bei h Aufruhrgefahr im Ruhrgebiet wieder be- stit, noch ganz im Kriege. Also ist auch der

ÄMD 0 Jhk Jhb. (Zk Annahme von Anzrlge«

V pF AH »3 V für die Tagesnummer dis

GichencrAiizeiger

B7 yftfcjy Vorschrift 20'. Ausscklag.

General-Anzeiger für OberWen MH

Drud und Verlag: vrühl'fche Uni».-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange. 5christleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.^tud) in Gießen.

Gut, das rroch unser Nationalvermögen dar-l stttegebiet ist zu verhindern. 4 Prüfung des gegen stellt, nicht vollends aufzehren oder vergeu- General Watter eingercichten Matermls wegen den. Und darum muß das Deutschland der I seiner konb-rrrvolutionäven Betätigung. 5.

Disziplin, des Verzichts auf theoretische Völ- lortl9c Entwaffnung und Besttafung aller an dem Fcr- und Menschenbegtückung, aufgeweckt wer­den. Maß zu hätten in den ausgerührten Tendenzen unserer Zeit, alles Sprtmghafte, Unstete fernzuhalten, das islls, was die Völker

hi.jdye Kantpi, mit geistigen Waffen, nod) r.ctzt beendigt. Auck) heute noch kann man keine hme Politik ohne Rücksicht auf die aM'npolitischen ^Lot wend iglet, en machen. Ao müssen in unseren freiheitlichen und

<?r,n^3 «unano« uno Ms ^lanorems Dto »um »eru, _^Er Wtrkltchkett, bte draußeit 12 Uhr mittags. Ausbebung des allgemeinen Aus-

ttchcht, muffen im Wettbewerb mit den Vol- nahmezuftandes bis spätestens 10. Apnl. 3. Jeder Mr die Aroeit rüsten, dürfen das bißchenlEinmarsch der Regierungstruppen in daS Jndu-