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Grotzdeutschland-

SBieit, 1. Oft. (Wolff.) Bei der Beratung der neuen Verfassung in der National­

versammlung erklärte M>g. Schönburger (Grohdeutsch): Ter Zweck unsever Verfassung kann nur sein, über die nächste Zeit Kinwegzukornrnen, damit wir für Groh-Deutschland retten, was zu retten ist. Gerade von diesem Gesichts­punkt aus ist ein Einheitsstaat Oesterreich unmög­lich. Trotz aller Schwierigkeiten sind wir doch über­zeugt, daß, auch das ganze Ausland allmählich er­kennt, daß es ein Verbrechen ist, sechs Millionen Deutscher in den Kerker von St. Germain gesperrt zu haben. Immer lauter muh der Ruf ertönen von Volk zu Volk. Unser Grundsatz in staatlicher Beziehung tarnt nur fein: Ein Volk, ein Staat! (Leb Hafter Beifall und Händeklatschen bei den Großdeutschen.)

mc. Grvß-Gerau, 1.Oft. Mit einem Kostenaufwand von achthunderttausend Mark nruß der Kreis die Wiederherstellung der von den Besatzungstruppen zusammengefahrenen Landstraßen übernehmen. Das Reich soll einen grüßeven Zuschuß leisten.

mc. Wiesbaden, 1. Oft. Eine ganze SI, nämlich über ein halbes Hundert adener Kaufleute, mußten wegen Ueberschreitung der Preise beim Verkauf an Besatzungstruppen und wegen Nichtauszeichnung ihrer Waren mit Preisen empfindliche Geldstrafen zahlen. Das fran­zösische Platzkommando läßt sehr scharf kon­trollieren.

Ins dem Reiche.

Das deutsche Heer auf 150 000 Mann vermindert.

Berlin, 1. Oft. (WTB.) Vom Reichs­wehrmini fter i u m wrrd mÄgeteilt, baß nut dem heutigen Tage die 50-Kilometerzona geräumt und das Heer auf 160 000 Mann ver­mindert ist.

Ein Schulstreik in Elberfeld.

Berlin, 2.Oft In Elberfeld sind demLokalanz." zufolge etwa 4000 Schul­kinder nach twnaufgegangenem Umzuge mit den Eltern durch die Stadt in den Schul- streik getreten. Es wird 'die Einführung der weltlichen Schule $nm 1. Oktober verlangt, während die Schuloeputati-on die Schaffung dieser Schule erst zum 1. April beschlossen hat.

Detriebseinschränkungen.

Berlin, 2. Oft. Wie dasHerl. Tgbl." ans Stuttgart meldet, must bei den Doschwerken infolge Mang^ an Auf­trägen von nächster Woche an eine erhebliche Betriebseinschränkung ein treten. Die wöchentliche 1 Arbeitszeit wird auf 32 Stunden festgesetzt und dauert von Diens­tag bis Freitag.

über den Ans chl u ß an das Deutsche Reich anznordnen. (Lebhafter Beifall.) Ter in der Ein­schließung enthaltene Beisatz, daß die Volksab­stimmung womöglich gclegerNlich der Wahlen zur Nationalversammlung am 17. Oktober erfolgen solle, wurde abgelehnt.

k für das Pfund iftet, so hat eine betrag oder die inen Zweck, son-

Berl in, 1. DU (WB.) Bei der dritten Le­sung des Bundesverfassungsgesetzes nahm die N a - tional Versammlung einstimmig eine von den Gwßdeulschen eingebrachte Entschließung an, worin die Regierung aufgefordert wird, spätestens

Au» Stadt Mitd Land.

Gießen, den 2. Ott. 1920.

Die westeuropäische Winterzeit, für Bahnen imb Behörden wird, wie endgültig leftftebt, in der Nacht vom 23. ldrerundzwanzigsten) zum 24. (vierundzwanzigften) tm besetzten Gebiete eingefühtt. Alle übrigen Uhren gehen nach der Greenwicher, d. h. mitteleuropäischer, Zeit, wie sie in Deutschland überall eingeführt ist. Im besetzten Gebiete bestehen also dann zwei verschiedene Zeften, da die Besatzunysbebörde erklärt hat, sie könne eine allgemeine Einführung der mitteleuro­päischen Zeit mit Rücksicht auf ihre Transf»rte nicht gutheißen.

Veranstaltungen.

Samstag: Hotel Großherzog, 3 Uhr, außerordentliche Hauptversammlung des Lahn­kanalvereins (öffentlich). Handelsschule Hermes, Briefmarken-, Notgeld- und Kartenausstellung. Stadtkirche, 8 Uhr, Orgelkonzert. Hotel Ein­horn, 8 Uhr, Lieder- und Balladenabend. C»fs Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick- Meidinger. Lrchtspieltheater Ivie gestern.

Sonntag: Eisenbahnhotel Hopfeld, 2Vs Uhr, Schneiderversammlung. Neue Aula, 5 Uhr, Autorenabend der Literarischen Gesellschaft (Armin T. Wegner). Hotel Einhorn, 4 und 8 Uhr, Ringkämpft, Handelsschule Hermes, Briefmar­ken-, Notgeld- und Kartenausstellung. Licht­spielhaus, wie gestern. Lichtspiele, Seltersweg, Tamburin und Castagnetten".

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 27. Sept. 1920 der Land­gerichtsrat beim Landgericht der Provinz Starken­burg Tr. Ferd. Stein zum Oberlandesgerichtsrat beim Oberlandesgericht, der Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Rheinhessen Wilhelm Müller zum Landgerichtsdirektor bei diesem Ge­richt, beide mit Wirkung vom 1. Oktober 1920. Arn 30. Sept. 1920 wurde der Oberbausekretär Hch Liebegott zu Bensheim zum Ministerialbau- sekretär bet dem bautechnisä)en Dienst der Ministe­rmlabteilung für Bauwesen mit Wirkung vom 1. Oki. 1920 an ernannt. Durch Entschließung des Landesamts für das Bildungswesen wurden die Lehramtsreferendare Dr. Stob. Alffen zu Gießen, Wilh. Bender zu Darmstadt, Dr. Jobs. Bensel zu Gießen, Kutt Fink zu Darmstadt, Wilh .Fritz zu Mainz, Thwd. Krauskopf zu Darmstadt, Hugo Leonhardt zu Darmstadt. Hans Martenstern zu Mainz, Rob. Monjtz zu Gießen, Dr. Rob. Pfeiffer zu Gießen, Rob. Retneck zu Darmstadt, Dr. Karl Schneiber zu Darmstadt, Karl Schneider zu Darmstadt zu Lehramtsassessoren ernannt. In den Ruhe­stand versetzt wurde am 29. Sept, der Direktor an dem Landgras-Lickwigs-Gymnasium zu Gießen, Geheime Schulrat Dr. Wilh .Hensell auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 1. Oft. 1920 an.

L. U. Der neue Rekto r der Landes- Uni v e r s i t än, Professor Dr. von Eicken, hat gestern die Geschäfte des Rektors der Landes- Universität übernommen. Seine Sprechstunden sind Montag, Mittwoch und Freitag von IV/a bis 12Vs Uhr im Rektorat, Bismarckstraße 22.

** Ab stim mung in West- und Ost­preußen. Seit dem 14. Vhtguft 1920 ist die Erteilung von Sichtvermerken zur Reise in drs bisherige Abstimmungsgebiet Menstein und Ma­rienwerder sortgefiallen und das Paßburoan der Interalliierten Kommission in Allenstetn mit dem gleichen Zeitpunkt aufgelöst. Bezüglich des Durch­gangsverkehrs nach West- und Ostpreußen behält es im übrigen bei den bestehenden Besttmmun- gen sein Bewenden.

** Der Kaiser von Rußland in Gießen. Man schreibt uns: Heute sind zehn Jahre verstossen, seitdem der Großherzog mit

Vie Gewaltpolitik der Latente in Westprenhen.

Berlin, 1. Oft. (Wolff.) Die deutsche Regierung hatte am 15. August der Botschaf­terkonferenz in Paris einen eingehend be­gründeten P r o t e st gegen die von ihr gefällte Entscheidung über das we st preußische Abstimmungsgebiet überreicht, nach dec ein Streifen des rechten Weichselufers so­wie fünf dort befindliche Dörfer in völlig un­berechtigter Weise den Polen zugesprochen werden. Die Botschafterkonferenz hat jetzt dem Präsidenten der deutschen Frie­densdelegation in Paris nachstehende Ant­wort zugehen lassen:

Ihr Vorgänger überreichte mit einer Note der Friedenskonferenz einen Protest der deutschen Regierung gegen die von den alliierten Regie­rungen über das Abstimmungsgebiet von Marien­werder getroffene Entscheidung. Die deutsche Re- aierung erklärt darin, jede Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung ablehnen zu müssen, die sie nicht anerkennen kann, da sie, wie sie sagt, mit den Bestimmungen des Friedensoer­trages nicht vereinbar und ebenso sehr int Wider­spruch mit dem SelbstbestimmungsrecA der Völker wie mit den geographischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Landes stehe. Indem ich den Empfang dieser Mitteilung bestätige, habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die Konferenz die Berechtigung des Protestes ihrer Regierung bei Entgegennahme der Entscheidung, die Ihnen mit» geteilt wurde, nicht anerkennen kann. Die Mächte handelten in voller Ausübung ihrer Rechte, die ihnen Artikel 97 des Friedensverttages zu- erT it. Sie wurden nur von dem alleinigen Wu,.iche geleitet, diesen Artikel anzuwenden. Sie haben ebensowenig das Selbstbesttmmungsrecht der Völker verletzt, wie sie die wirtschaftlichen Not­wendigkeiten des Landes verkannt haben. Die deutsche Regierung kann sich übrigens nidbt wei­gern, die Entscheidung anzuerkennen, zu deren Annahme sie sich durch ihre Unterschrift unter den Friedens vertrag verpflichtet hat,

Die Antwort der Botschafterkonferenz vermeidet sorgfältig jedes Eingehen auf den Protest der deutschen Regierung, dessen Bo- gründung eben nicht zu widerlegen ist.

Kosten. Nunmehr hat die Postverwaltung in Aussicht genommen, vom 26. September an Pakete mit Vertangäbe bis 500 Mark unversiegelt zur Beförderung anzu­nehmen. Der Wert ist dabei lediglich auf der Paketkarte ouzuaeben. Ebenso haben vom 20. September ab auch die Einschreib- pakete nicht mehr den VermerkErnschrei­ben" zu tragen: dieser ist vielmehr nur noch auf die Paketkarte hinKiHusetzen. Die Post haftet aber für die Sendungen in der bis­herigen Weise, also für Wertpakete btS zur Höhe des angegebenen Wertes. Die ab­gesandten Pakete müssen gut umhüllt und so verschlossen sein, das; ohne Deffmtng oder Beschädigung des Verschlusses ihrem In­halt nicht beizukommen ist. $ur Sicherung der Paketsendungen vor Diebstahl oder Be­raubung find umfassende weitere Vorkehrun­gen getroffen, insbesondere wird eine ver- fdurfte Ueberwachung des Betriebsdienstes durchgeführt.

** T ie Briefmarken-, Notgeld- und Karten-Ausftellung in der Handels­schule Hermes, Bahnhofstraße 60, ist ab heute bis enstchließlich Montag geöffnet.

** Der Allgemeine Deutsche Be­amtenbund, Ortsgruppe Gießen, hrelt gestern Abend im Felsenteller eine Hauptversammlung ab, die von den meisten in Gießen vorhandenen Be­amtenvertretungen recht zahlreich besucht war. An Stelle des bisherigen vorläufigen wurde ein end­gültiger Vorstand gewählt. Das Amt eines ersten Vorsitzenden blieb in den Händen des Oberbahn- assiftenlen Teträe. Die wichtige Tagesordnung führte zu lebhafter Aussprache.

** Der Gießener Gis verein ver­anstaltet am Dwnnerstag, 7. Oft., abends 8i/2 Uhr, imAugustiner", Ludwigsplatz seine diesjährige mHentliche Hauptversammlung.

** Wartburgverein. Gestern abend ver­anstaltete der Wartburgverein im Johannnessaale einen musikalischen Unterhaltungs­abend. Tie alte Wartburgkapelle, die anerken­nenswerte Darbietungen zu Gehör brachte, wurde wieder einmal von ihrem ehemaligen bewährten Dirigenten, dem Violinisten Carl Schmitz, der anläßlich eines Familienfestes vorübergehend hier iveilt, geleitet und zu einem schönen Erfolg geführt. Aus der Reihe der vorgetragenen Kompositionen kann man wohl als musikalisch-technisch am besten gelungen die ungarischen Tänze von Brahms be­zeichnen. Märkisch und voll Schwung, aber doch mit viel Empfinden und Hingebung gespielt, waren sie ein Beweis, daß die Kapelle auch höheren An­forderungen gewachsen ist und lange unter einer musikalisch talentvollen Kraft gestanden bat. Herr Schmitz, der selbst 1. Geige spielte, zeigte fern Kön­nen hauptsächlich in dem Ländler von Lange, den ec mit inniger Klangfärbung wicderyab. Seine Technik war besonders flüssig und griffig in der großen Fantasie über Troubadour von Verdi. Die übrigen Stücke, wie der Kretschmarsche Krönungs­marsch, Ouvertüre zu Tittrs von Mozart, Para­phrase über das LiedEin Böaletn sang im Srnbaibaum" und die beiden Schlußmärsche waren gut gelungen. Außerdem fei noch der welche Strich des Cellisten, die unbedingte Griffsicherheit des Kontrabassisten und der feine Anschlag deS Kla­vierspielers hervorgehoben. Die Anwesenden spen­deten reichen Beifall und die anerkennendenSchlußt- worte des Pfarvassistenten Becker entsprachen ganz dem Dankesgesütz eines jeden Zuhörers.

** Hotel Einhorn. Sonntag, 3. Oktober, 4 und 8 Uhr beginnen die internationalen Ringkämpfe um die Meisterschaft von Hessen und zugleich um die Prämien von 4000 Mk. Acht Ringer von Welttuf beteiligen sich daran. (Ama­teure werden zugelassen.) An die letzten Sieger von Gießen: Markusser, Strenge, Hitzler ist die Auf­forderung ergangen, sich an den Kämpfen zu be­teiligen. Das Schiedsgericht beftebt aus angesehenen Gießener Sportsleuten. Jeden Abend ringen drei Paare, Sonntag nachmittag 2 Paare. Vor den Ringkämpfen produziert sich ein Varietäpwgramm u. a. der Deutschmeister 1913 Paul Trappen in feinem Schwergewichtsakt. Die Vorstellungen be­ginnen präzis.

Landkreis Gießen.

* Gründerg, 2. Oft. Die öffentliche Eisenbahnerversammlung findet nicht am Sonntag, den 3. Oft. 1920, sondern erst am Sonntag, den 10. Oft- 1920, nachmittags iy> Uhr imRappen" statt. (Siehe Anzeige.)

Grünberg, 2. Oft. Der Grünberger Gallusmarkt findet am 13. imb 14. Oktober l. Js. in derselben Weife wie früher statt.'

Starkenburg und Rheinhessen.

Eine Maßnahme zur Verminderung der Woh­nungsnot.

rm. Darmstadt, 1. Oft. MS vorteilhafte Maßnahme yegen die Wohnungsnot beschlos­sen gestern die Stadtverordneten einen Be­ttag von 300 000 Mk. zur Verfügung zu stellen, zur Unterstützung derjenigen Wohnungsinhaber, welche ihren eignen Haushalt auflösen und mit andeven Familien zusammen ziehen wol­len. Diesen soll in geeigneten Fällen zu ihrer Erleichterung die Umzugskosten ganz ober teilweise gewährt werden. Zur Errichtung von vier Arbeiterwohmmgen auf dem Hofgut Gehaborn werden 266 000 Mk. genehmigt. Tie Stcwtver- ordneten genehmigten die Inbetriebnahme eines Steinbruches im Oberwald am Schefthcimer Weg zur Beschaffung entsprechenden Baumaterials. Infolge der ungünstigen Verhältnisse hat dieFirma Tischinger daS seiner Zeit von der Stadt gekaufte Gelände am Hauptbahirhof dieser wieder an geboten da sie es nicht bebauen könne. Die Stadt hat es zum gleichen Preis, wie sie es vor einigen Jahren verkaufte, wieder zurückgenommen. Zur Abhal­tung eines Kursus für Schutzleute wird ein ent­sprechender Betrag bewilligt. Das Gesuch des Landeserwerbslosenrates um Genehmigung eines Beitrages zur Beschickung des ErwerbsÄenkon- gresses in Berlin wird von den Stadtvewrdneten ab gelehnt.

Radau int Offenbacher Stadtparlament.

Offenbach, 1. Oft. Tie gestrige Stadt­verordnetenversammlung nahm wider Erwarten ein vorzeitiges jähes Ende durch unent­schuldbares Verhalten der zahlreichen Zuhörerschaft. Fortgesetzte störende Mitwirkung des Publikums bet der Beratung der von dem hiesigen Haus- und --'---ein geforderten Mietpreis- v - von 60 Prozent veranlaßte den

Oberbürgermeister nach wiederholten fiuchtlosen zur Ruhe, tue Sitzung envlrch zu - - -P ordnungsgemäßen Verfahren des

s verbürgermenters folgte unmittelbar ein wüster

wohnten, 'hier tm botanischen Garten waren. Es war ein heiterer, warmer Sonntag nachmittag, als ein mit Dienerschaft und einigen russischen Ge­heimpolizisten, von denen der eine einen photo­graphischen Kasten von riesiger Größe bei sich trug, besetztes Automobil hier eintvas. In aller Eile wurde unter der großen Weißbuche am Palmen- hause eine Tafel für 12 Personen gedeckt und mit Herbstlaub und Blumen geschmückt. Kurze Zeit darauf erschienen die von Hohensolms Lammenden Herrschaften. Nach Besichtigung des Gartens und eines Teiles der Gewächshäuser nahmen sie unter heiterem Geplauder den Tee ein. Nach zweistün­digem Aufenthalt, während welchem auch das Schloß und das Museum besichtigt wurden, fuhren die Herrschaften es war inzwischen dämmerig ge­worden zurück nach Friedberg. Auf der stei­nernen Brüstung der Palmenhaus-Terrasse aber fand sich eingeritzt von der zeichenkundigen Hand des Baren eine dampfende Teetasse und darunter die Wvtte: Nicolaus II. von Rußland, 2. Oktober 1910. Wer hätte damals geahnt, daß der mäch­tigste und reichste Mann von Europa samt seiner Familie einst ein fo tragisches Ende finden würde.

** Die Lebensmitteltabelle für die Woche vom 4. bis 10. Oktober ist aus dem Ml- zeigsnteil der heutigen Nummer ersichtlich.

** Die Ausgabe von Brennstoffbe- zugskarten an Einzelpersonen mermieter) erfolgt auf dem Brennßoffamt ht der Zeit von 812 Uhr vormittags gegen Vorlage der Lebensmittelausweiskarte ober fonftiger Aus­weise (Studentenkarte usw.). NLlieres siehe Anzeige

** Haftung und Sicherheit bei der P o st. Da dre Postverwaltung seit der Aenderung des Postgesetzes tm Mai für Pa­kete ohne Wertangabe im Falle des Verlustes

Aus dem besetzten «ebiet.

Burg Eltz.

mc. (Sohlen i, 1. Oft. Zu dem Brande der Burg Eltz wird uns noch gemeldet: Die Dächer der Burg sind nahezu sämtlich eingestürzt und haben große Gesteinsmassens begraben. All die schönen, mittelalterlichen Skulpturen am ersten und zweiten Stockwerk sind vernichtet. Nur die Mauern des Erd­geschosses haben der Feuersglut Widerstand geboten. Leider ist and) der prachtvolle Rittes fad! gänzlich ausgebrannt Zahlreiche Kost­barkeiten hat man zum Glück noch im Keller bergen können, wo sich auch die Bibliothek, deren Wert sich auf Hunderttausende bezif­fert, befindet. Da genaue Pläne und Zeich­nungen der Burg vorhanden find, wird sie voraussichtlich in neuer Schönheit erstehen, da der Besitzer zum Glück nicht den Up bemittelten gehört imb auch das Reich bat größte Interesse am Wiederaufbau dec ein­zigartigen Burg hat.

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Lärm; mit Geheul, Pfeifen imb allerhand Schimpfereien machten die Zuhörer ihrem Unmut Luft. Erst als die Verwaltung, sowie die Stadt verordneten sänttlich den Saal verlassen hatten, entfernten sich endlich auch die Unruhestifter. Es wäre wahrscheinlich kaum zu diesen skandalösen Ausschreitungen des sonst ruhigen und besonnenen hiesigen PuÄikums gekommen, wenn nicht einig. Redner der U. S. P. durch ihre provokatorischen Ausführungen die durch den geforderten Mietaus schlag erregten Zuhörer in eine maßlose erbitte rung versetzt hätten. Der Antrag der Hausbesitzer sollte an das Mieteinigungsamt verwiesen werden das nach Anhörung des StcLtetages eine Begut­achtung dieser Frage hätte abgeben sollen, wähvm^ die Fraktton der Unabhängigen entschiedene Ab­weisung der als uimeheuerlich anzusehenden For­derung verlangte. Eingangs der Sitzung bratbliLj Oberbürgermeister Granzin dem in den Ruhe- stand getretenen Hauptlehrer Professor Brock mann für seine 41jährige erfokgreiche Lehrtätix leit an der Offenbacher Maschinenbauschule det Technischen Lehranstalten den Tank der Stadl zum Ausdruck. Ein Zuschuß der Stadt zur Er- reichung künstlerischer Theateraufführungen durck die hessische Wanderbühne in Höhe von 25 00C Mark wurde bewilligt und beschlossen, eine wesew- liche Erhöhung der Verpffegungssäüe im Stad - krankenhaus eintreten zu lassen.

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mc. Frankfurt a. M., 1. Oft. Von der geftrigen Stadtverordnetenversamm- lung beansprucht nur die große (StatrcbtL des Oberbürgermeisters Voigt Jntes-I ehe. Daraus ging u. a. hervor, daß von der proAentigen Lohnerhöhung der Arbeiter annähemd noch drei Millionen ungedeckt sind. Einnahmen, ' diesen Fehlbetrag auszugleichen, können oortö nicht beschafft werden. An neuen Oteuef- werden vorerst die Hausaufwandsteuer, die TieM' botenfteuer, die erhöhte Pferde- und $)unbefta*r eingefühtt. Kunstgewerbefchule, Kunftgewcrbebibl^ thek und Kunstgewerbemuseum sollten in den 8fri? der Stadt übergehen, die Verhandlungen schweb noch. Tas Anschlagwesen wird im Fümmcubfi Jahre, in dem der Pachtvertrag abläuft, vm ftadtlicht. An eine Verstadtlichung der Versio rungsgeschäfte will der Magistrat nicht heranttetm- Ter Fehlbetrag der städtischen Theater mit seW 6 MÜlionen muß mit allen Mitteln oernngt il werden. Der Betrieb des Zoologischen und Palm» gattens muß so umgewandelt werden, daß h- I ohne städtffchen Zuschuß in Zukunft auskommar | Die Waldbahn nach Isenburg und Schwanhci'm ff wird wegen Unrentabilität eingestellt. Eine weite rc [ Einschränkung des Betriebes der Straßenbahn yi ! nicht durchzufühven, da die Wagen bis aufs le?"' '< Plätzchen ausgenutzt sind. Jedoch müssen die Um kosten auch hier gewaltig verringert werden. Jpr Wohnungsbauten hat die Stadt bisher 43 Mil lionen aufwenden müssen, während ihr die Kohlern 1 stelle jährrlich 2 Millionen Unkosten macht. D-ei Magistrat macht sich die Förderung der Fra.ill futter internationalen Mesien mit allen Kräfte zur Aufgabe. Zum Schlüsse seiner Rede toarrtk der Oberbürgermeister noch vor überttiebenM Pessimismus. Er hoffe beftimmt, daß die Sta»- Verwaltung wieder in ein bis zwei Jahrzehwcm als normal angespvochen werden könne.

Die AuSnützmra der Nebenpwdutte Sei der Gasgewinnung.

fd. Frank furt a M., 1. Oft. Unter Füd rung -der Frankfurter Gasgesellschaft liaben Gasgesellschaften aller Städte d c R Hein-M aini sch. Wrrtschaflsgebrel- eine Nebenprodukte - Verwertungs- ge sellschast gegründet, die eine wesentlich b sere Ausnutzung der hvchavertigen NebenpvoM^ bei der Gasgewinnung erzielen wül und raad den bisherigen Erfahrungen auch erreichen WM Ferner ist unter Führung derselben Gesellschaft rimi Metallwarenfabrif deutscher Gas werke in Frankfurt a. M. errichtet Werdern ' die sich mit der Herstellung und Reparatur »ml Gasinessern der deutschen Städte befaßt. (Km dritte D)chtergesellschrft ist das sog. gemisckste Wrtt- schafisunteruehmen der Frcmkfürter Kohlsv- unt Kvksgesellschaft.

Der Konflikt zwischen Magistrat und Stadt­verordnetenversammlung.

H an au, 2. Oft. Zwischen der Mehrheft bet ? Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrrn besteht bekanntlich seit längerer Zeit ein Zerwürf­nis, über dessen Ursachen bereits mehrfach berichte wurde. Dieses Zerwürfnis hat nun in der gestrigen Stadtverordnetensitzung eine Verschärfung er- f-ahven. Alsbald nach Eintritt in die Beratung mißbilligte der Führer der KommunisteuftaktiM,' Tr. Wagner, in scharfer Weise das Verhaltm des Magistrats, der trotz der Aufforderung, zu­rück zutreten, sich immer noch im Amte finde und Vorlagen unterbvefts^ Daraus verließen die kommuinistischen Stadtverordneten den Sitzung^ saal; die Mitglieder der sozialdemokrattschen Frit- tion schlossen sich an. Da die beiden Frakfionen btt Mehrheft besitzen, mußte die S i tz u n g ge s chl 0 i- sen werden. Bei der zahlreichen Zuhörerschaft hmi' den diese Vorgänge mit Beifall ausgenommen.

* Darmstadt, 2. Oft. Cm fürstliche, iMarstall unter dem Hammer. Die ge­samte Stallernrichtung des Großberzoglicher Schlosses zu Wolfsgarten wird btefer Woäi. üerfteiflert. Es handelt sich dabei um vollständig tadellos erhaltene, herrschaftliche Einrichtungen, be­stehend aus Krippen, Ständen und Box'en in Eiset und Pitchpine-Holz.

fd. O f f e n b a ch a. M., 1. Oft. Dem hie­sigen Heimatmuseum wurde ein guterhalt- - nes Weißbrötchen überwiesen, das 10) Jähre alt ist und an die Hungersnot von 1817 erinnert.

fd. Rüdesheim, 1. Oft. Das alle» j Rheinreisenden bekannte Schloß Reinhardts ] Hausen wurde von Dieben heimgesucht, l die große Mengen Kunstgegenftände und Klei i der stahlen.

Hessen-Nassau.

Frankfurter Messe.

mc. Frankfurt a. M., 1. Oft Dic. Aussteller sind in den Meßhäusern fest am Auspacken. Die in Frankfurt einlaufendeu Züge sind sämtlich überfüllt, ein gutes Vor­zeichen für den Besuch der Messe. Der | Reichswirtschaftsmini st er ist eben falls in Frankfurt eingetroffen und wird om ! Samstag und Sonntag der Eröffnung bei j verschiedenen Meßzweige anwohnen. Er Hai | die Kunstschau im Römer besucht und erfläit, 1 er habe sollen eine so gewählte Verkaufsschaii I gesehen.